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Das Corona-Jahr 2020 in Deutschland – ein Blick zurück

Mehr als 32.000 Todesfälle  

Das Corona-Jahr 2020 in Deutschland – ein Blick zurück

31.12.2020, 12:49 Uhr | t-online, mra, sms

Das Corona-Jahr 2020 in Deutschland – ein Blick zurück. Corona-Pandemie: Das Virus und seine Folgen waren das Dauerthema im Jahr 2020. (Quelle: imago images/Hans Lucas)

Corona-Pandemie: Das Virus und seine Folgen waren das Dauerthema im Jahr 2020. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

Seit gut einem Jahr hält das Coronavirus die Welt in Atem. Allein in Deutschland sind mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Infektionsfälle registriert. Ein Rückblick.

Ende 2019 meldeten die Medien erstmals Fälle einer neuen Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan. Von dort breitet sich das Coronavirus über die ganze Welt aus – und verändert das Leben in Deutschland. Ein Jahresrückblick zu den wichtigsten Ereignissen der Corona-Pandemie.

November/Dezember 2019 – erste Krankheitsfälle in China

  • Ende November beziehungsweise Anfang Dezember treten in der chinesischen Stadt Wuhan erste Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf. Erste Medienberichte zur neuen Lungenerkrankung in China gibt es Ende Dezember 2019 und Anfang Januar 2020.
  • 31. Dezember: China meldet Fälle einer "neuartigen Lungenerkrankung" an die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Virusnachweis: Im Labor wird ein neuartiges Coronavirus ermittelt. Es erhält den Namen "SARS-CoV-2". (Symbolbild) (Quelle: imago images/Science Photo Library)Virusnachweis: Im Labor wird ein neuartiges Coronavirus ermittelt. Es erhält den Namen "SARS-CoV-2". (Symbolbild) (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Januar 2020 – Coronavirus erreicht Deutschland

  • 9. Januar: Forscher identifizieren das Virus als ein neuartiges Coronavirus ("novel coronavirus" – kurz nCoV).
  • 11. Januar: China meldet den ersten Todesfall in Zusammenhang mit der Lungenerkrankung. Immer mehr Länder neben China melden Corona-Fälle.
  • 21. Januar: Der erste Corona-Fall in den USA wird publik.
  • 24. Januar: Das Coronavirus erreicht Europa. In Frankreich gibt es erste Nachweise.
  • 28. Januar: Der erste bestätigte Corona-Fall in Deutschland wird gemeldet. Es handelt sich um einen 33-jährigen Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto in Stockdorf in Bayern. Dieser nahm am Montag, dem 20. Januar, an einer firmeninternen Schulung mit einer aus Shanghai angereisten Kollegin teil. Zwei Wochen später ist der Mann wieder genesen.
  • 30. Januar: Die Weltgesundheitsorganisation erklärt den Virusausbruch zu einem globalen Gesundheitsnotfall.

Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin betont immer wieder, die Corona-Pandemie sei eine Herausforderung, wie sie das Land noch nie gekannt habe. (Quelle: imago images/photothek)Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin betont immer wieder, die Corona-Pandemie sei eine Herausforderung, wie sie das Land noch nie gekannt habe. (Quelle: photothek/imago images)

Februar 2020 – Europa immer stärker betroffen

  • 11. Februar: Die WHO nennt die Krankheit Covid-19 ("Corona Virus Disease 2019"). Das Virus erhält den Namen SARS-CoV-2.
  • 15. Februar: Frankreich meldet den ersten Todesfall in Europa.
  • 23. Februar: In Europa ist Italien am stärksten betroffen. Dort gibt es mehr als 150 nachgewiesene Infektionen. Das Land riegelt Städte im Norden ab.
  • 25. Februar: Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen melden erste nachgewiesene Fälle. Weitere Bundesländer folgen. Am 10. März meldet Sachsen-Anhalt als letztes Bundesland seinen ersten Fall.
  • 27. Februar: Die Bundesregierung beruft einen neu eingerichteten Krisenstab ein.

Supermarkt: Im Frühjahr 2020 und auch zum Ende des Jahres hamstern die Deutschen – vor allem Klopapier. (Quelle: imago images/Martin Wagner)Supermarkt: Im Frühjahr 2020 und auch zum Ende des Jahres hamstern die Deutschen – vor allem Klopapier. (Quelle: Martin Wagner/imago images)

März 2020 – erster Lockdown und Rückholaktion für Reisende

  • 2. März: Das Virus wird in immer mehr deutschen Bundesländern gemeldet. Mittlerweile gibt es Infektionen in rund 60 Ländern weltweit.
  • 8. März: Es wird bekannt, dass erstmals ein Deutscher am Coronavirus gestorben ist. Der Mann befand sich in Ägypten auf Reisen.
  • 9. März: Deutschland verbietet Großveranstaltungen. In Italien wird die nationale Ausgangssperre beschlossen.
  • 11. März: Die WHO erklärt den Virusausbruch offiziell zur Pandemie. Kanzlerin Angela Merkel warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.
  • 12. März: Der erste bestätigte Todesfall eines Corona-Infizierten in Deutschland wird gemeldet. Immer mehr Theater und Konzerthäuser stellen den Spielbetrieb ein. Die Fußball-Bundesliga pausiert.
  • 15. März: Deutschland schließt Schulen und Kindergärten. An den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz gibt es Kontrollen und Einreiseverbote.
  • 17. März: Die Stadt Halle ruft den Katastrophenfall aus.
  • 18. März: Die EU verhängt einen Einreisestopp. Das Auswärtige Amt startet eine Rückholaktion für mehr als 160.000 deutsche Urlauber aus dem Ausland.
  • 22. März: Bund und Länder einigen sich auf strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Ansammlungen von mehr als zwei Menschen werden verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Cafés, Kneipen, Restaurants, aber beispielsweise auch Friseure schließen.
  • 23. März: Die Bundesregierung kündigt ein Hilfspaket für die Wirtschaft im Umfang von 156 Milliarden Euro an.
  • 29. März: Mit über 140.000 sind in den USA jetzt mehr Infektionen bekannt, als in jedem anderen Land der Welt offiziell erfasst wurden.
  • 31. März: Zum Monatsende meldet das Robert Koch-Institut mehr als 67.000 Fälle und über 680 Tote für Deutschland. Durch den Lockdown geraten viele Unternehmen in eine finanzielle Schieflage und schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. 

Mund-Nasen-Bedeckung: Das Tragen von Masken ist eine wichtige Maßnahme, um gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorzugehen. (Quelle: imago images/Xinhua)Mund-Nasen-Bedeckung: Das Tragen von Masken ist eine wichtige Maßnahme, um gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorzugehen. (Quelle: Xinhua/imago images)

April 2020 – Lockerungen der Corona-Maßnahmen

  • 1. April: Die bundesweit geltenden Kontaktbeschränkungen werden bis zum 19. April verlängert.
  • 2. April: Weltweit gibt es nun mehr als eine Million Corona-Infizierte.
  • 6. April: In Deutschland gibt es erstmals mehr als 100.000 Infizierte.
  • 20. April: Die ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen treten in Kraft. Viele Bundesländer erlauben wieder das Einkaufen in Geschäften bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern. In Berlin, Brandenburg und Sachsen wird der Schulbetrieb schrittweise wieder aufgenommen. In Bayern und Sachsen werden die strikten Ausgangsbeschränkungen gelockert. Gleichzeitig führt Sachsen als erstes Bundesland eine Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr ein. Alle anderen Bundesländer ziehen nach.
  • 22. April: Das Mainzer Unternehmen Biontech darf einen möglichen Impfstoff erstmals in einer klinischen Studie testen.
  • 30. April: Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden beschlossen. Spielplätze, Museen, Zoos und Gotteshäuser dürfen wieder öffnen.

Gastronomie: Der Lockdown trifft bestimmte Branchen besonders hart. (Quelle: Getty Images/geogif)Gastronomie: Der Lockdown trifft bestimmte Branchen besonders hart. (Quelle: geogif/Getty Images)

Mai 2020 – Demos gegen Beschränkungen und Lufthansa-Rettung

  • 2. Mai: In mehreren deutschen Städten demonstrieren Hunderte Menschen gegen die Beschränkungen und Regelungen zur Eindämmung der Pandemie. Es kommt zu diversen Verstößen gegen Abstandsgebote und andere Auflagen.
  • 5. Mai: Tests älterer Proben ergeben, dass sich möglicherweise schon im Dezember Menschen in Europa mit dem Virus infiziert haben.
  • 6. Mai: Die Länder bekommen weitgehende Verantwortung für die Lockerung von Beschränkungen – etwa für Hotels, Gastronomie, Fahrschulen, Schwimmbäder und Fitnessstudios.
  • 13. Mai: Die Bundesregierung beschließt, die systematischen Kontrollen an den deutschen Außengrenzen schrittweise zu beenden.
  • 14. Mai: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf melden, dass das Virus neben der Lunge auch andere Organe befällt – insbesondere die Niere, aber auch Herz, Leber und Gehirn. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Zahlung eines Pflegebonus für Personal in Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Zuvor gab es Kritik an Dankesbekundungen und "Applaus" für die Pflege sowie Demonstrationen der Pflegekräfte. 
  • 16. Mai: Nach kontroverser Debatte startet wieder der Spielbetrieb in der Bundesliga, allerdings ohne Zuschauer.
  • 18. Mai: In einigen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen öffnen Kindertagesstätten und Gastronomie wieder.
  • 21. Mai: Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen überschreitet die Schwelle von fünf Millionen.
  • 25. Mai: Die Bundesregierung rettet die Lufthansa mit einem Hilfspaket in Milliardenhöhe vor der drohenden Pleite. Nach wochenlanger Zwangspause empfängt Mecklenburg-Vorpommern wieder Urlauber.

Corona-Warn-App: Sie soll den Kampf gegen Corona unterstützen. Rund 16 Millionen User nutzen die App. (Quelle: imago images/IPA Photo)Corona-Warn-App: Sie soll den Kampf gegen Corona unterstützen. Rund 16 Millionen User nutzen die App. (Quelle: IPA Photo/imago images)

Juni 2020 – Start der Corona-Warn-App und lokale Lockdowns

  • 1. Juni: Das Pfingstwochenende nutzen viele Menschen für Ausflüge. An der Ostsee müssen einige Orte abgesperrt werden, damit Abstandsregeln noch eingehalten werden können.
  • 3. Juni: Die Bundesregierung beschließt nach langen Verhandlungen ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Euro, um die Wirtschaft nach dem Lockdown anzukurbeln. Unter anderem vorgesehen sind eine vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer und ein sogenannter Kinderbonus.
  • 8. Juni: Eine Studie bestätigt die Schutzwirkung von Atemmasken gegen das Coronavirus. Dabei verglichen Wissenschaftler die Entwicklung der Corona-Infektionen in Jena mit der in an anderen Städten. Jena hatte am 6. April bundesweit als erste Stadt eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum eingeführt.
  • 10. Juni: Die Reisewarnung für Touristen wird für mehr als 160 Länder außerhalb Europas verlängert.
  • 13. Juni: Thüringen hebt als erstes Bundesland die Kontaktbeschränkungen auf. Die neue Grundverordnung enthält nur noch Empfehlungen zur Beschränkung sozialer Kontakte.
  • 16. Juni: Im Kampf gegen das Virus geht eine staatliche Corona-Warn-App an den Start. Sie soll dabei helfen, Infektionen nachzuverfolgen.
  • 23. Juni: Nordrhein-Westfalen verhängt im Landkreis Gütersloh einen erneuten Lockdown. Anlass sind Hunderte Infektionen in einem großen Schlachthof der Firma Tönnies.
  • 26. Juni: Angesichts lokaler Coronavirus-Ausbrüche und der beginnenden Ferienzeit einigen sich Bund und Länder auf innerdeutsche Einreise-Restriktionen. Reisende aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen dürfen nur in Hotels untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben.

Urlauber: Trotz Reisewarnungen für viele Länder reisen einige Deutsche im Sommer ins Ausland. (Quelle: Getty Images/sam thomas)Urlauber: Trotz Reisewarnungen für viele Länder reisen einige Deutsche im Sommer ins Ausland. (Quelle: sam thomas/Getty Images)

Juli 2020 – Steigende Fallzahlen durch Urlaubssaison

  • 1. Juli: Bis Juli erhalten Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen einen Pflegebonus von bis zu 1.500 Euro. Es gibt allerdings scharfe Kritik, weil beispielsweise Pflegekräfte in Krankenhäusern nicht berücksichtigt werden. 
  • 15. Juli: Nach illegalen Feiern ohne Mundschutz und Sicherheitsabstand werden auf Mallorca mehrere Partymeilen am "Ballermann" geschlossen.
  • 24. Juli: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern vereinbaren kostenlose Corona-Tests für heimkehrende Flugreisende.
  • 27. Juli: Die WHO bezeichnet die Corona-Pandemie als den schwersten globalen Gesundheitsnotstand in ihrer Geschichte.
  • 28. Juli: Das RKI ist besorgt über die wieder schneller steigenden Fallzahlen in Deutschland. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten zeitgleich unter großem Einsatz an einem Impfstoff. Fünf Mittel werden laut WHO in größeren Studien getestet, darunter der Impfstoff der deutschen Firma Biontech.

Corona-Test: Die gängigste Methode, um das Virus nachzuweisen, ist die PCR-Testung mit einem Abstrich aus Nase oder Rachen. (Quelle: imago images/Hans Lucas)Corona-Test: Die gängigste Methode, um das Virus nachzuweisen, ist die PCR-Testung mit einem Abstrich aus Nase oder Rachen. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

August 2020 – Test-Panne in Bayern und weitere Demos

  • 8. August: Für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehren, gilt ab sofort eine Pflicht, sich auf das Virus testen zu lassen. Teststationen gibt es an Flughäfen, Bahnhöfen und grenznahen Autobahn-Raststätten, auch bei Hausärzten kann man sich bis zu 72 Stunden nach der Rückkehr testen lassen.
  • 11. August: Russland lässt mit "Sputnik V" den weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung zu.
  • 12. August: In Bayern wird eine schwere Panne bei den Corona-Tests von Reiserückkehrern bekannt. Demnach wurden Urlauber, die sich in den neu eingerichteten Zentren testen ließen, nicht oder erst viel später über das Ergebnis informiert. Betroffen sind auch rund 900 positiv Getestete.
  • 20. August: Laut Robert Koch-Institut steckten sich fast 40 Prozent der zuletzt positiv getesteten Menschen im Ausland an.
  • 26. August: Deutschland verlängert Reisewarnungen für mehr als 160 Länder außerhalb der EU und das Kurzarbeitergeld.
  • 29. August: In Berlin demonstrieren etwa 40.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Ein Verbot war gerichtlich aufgehoben worden. Demonstranten durchbrechen die Absperrung vor dem Reichstag und stürmen auf die Treppe. Da Hygieneauflagen missachtet werden, löst die Polizei die Demonstration auf.

Krankenhaus: Immer mehr Covid-19-Patienten müssen auf den Intensivstationen behandelt werden. (Quelle: imago images/xcitepress)Krankenhaus: Immer mehr Covid-19-Patienten müssen auf den Intensivstationen behandelt werden. (Quelle: xcitepress/imago images)

September 2020 – Laborengpässe und Ausbrüche in Schulen

  • 11. September: Bundesweit steigen die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter. Mit fast 1.800 neuen Fällen binnen 24 Stunden ist der Wert so hoch wie seit Ende April nicht mehr.
  • 16. September: Die stark gestiegene Zahl an Corona-Tests in Deutschland führt in den Laboren zu einem Bearbeitungsrückstau.
  • 18. September: München überschreitet als erste deutsche Millionenstadt die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am gleichen Tag hat der Bundestag eine Corona-Prämie für Pflegepersonal in den Krankenhäusern beschlossen. Pflegekräfte, die durch die Versorgung von Covid-19-Patienten besonders belastet waren, sollen einen Bonus von bis zu 1.000 Euro erhalten.
  • 22. September: In Bayern gilt in besonders stark von der Pandemie betroffenen Kommunen eine Maskenpflicht auf viel besuchten öffentlichen Plätzen. Ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wird ausgeweitet, die Sperrstunde auf 23 Uhr vorgezogen. Die erlaubte Zahl an Personen bei privaten Treffen wird wieder begrenzt, ebenso Besuche in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.
  • 26. September: Nach dem Start des neuen Schuljahres befinden sich derzeit in Deutschland rund 50.000 Schüler und Schülerinnen in Quarantäne. Die Gesundheitsämter melden mit 2.300 Infektionen so viele neue Corona-Fälle wie seit dem Abklingen der ersten Welle Ende April nicht mehr.
  • 29. September: Weltweit sind mehr als eine Million Menschen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus gestorben. Bund und Länder verständigen sich auf weitere Corona-Maßnahmen. So wird die Zahl der Gäste bei privaten Feiern in öffentlichen oder gemieteten Räumen begrenzt.
  • 30. September: Angesichts wieder steigender Infektionszahlen fordert die Kanzlerin zum Durchhalten auf. "Wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben", sagt Merkel im Bundestag.

RKI-Präsident Lothar Wieler, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die Öffentlichkeit wird regelmäßig über die aktuelle Lage und die beschlossenen Corona-Regeln informiert. (Quelle: imago images/Xinhua)RKI-Präsident Lothar Wieler, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die Öffentlichkeit wird regelmäßig über die aktuelle Lage und die beschlossenen Corona-Regeln informiert. (Quelle: Xinhua/imago images)

Oktober 2020 – Gekipptes Beherbergungsverbot und neue Verschärfungen

  • 7. Oktober: Die Bundesländer beschließen ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Risikogebieten.
  • 14. Oktober: Bund und Länder einigen sich auf neue gemeinsame Eindämmungsregeln. In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen sollen demnach private Feiern künftig auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden. In der Gastronomie soll es eine Sperrstunde um 23 Uhr geben. Die Regelungen sollen ab 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten. In Regionen mit 35 Neuinfektionen soll die Maskenpflicht auch da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.
  • 21. Oktober: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird positiv auf das Coronavirus getestet. In zahlreichen Landkreisen Deutschlands werden wegen hoher Infektionszahlen zusätzliche örtliche Schutzmaßnahmen eingeführt, etwa strengere Maskenpflichten oder Sperrstunden.
  • 23. Oktober: Die WHO sieht die Corona-Pandemie in der nördlichen Hemisphäre an einem "kritischen Punkt". Die Gesundheitsämter stoßen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zunehmend an Grenzen – Unterstützung gibt es von der Bundeswehr.
  • 24. Oktober: Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland hat die 10.000er-Marke überstiegen. Nach Daten von Risklayer starben seit Beginn der Pandemie insgesamt 10.090 Personen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion.
  • 28. Oktober: Bund und Länder beschließen einen "Teil-Lockdown". Ab dem 2. November sollen soziale Kontakte auf zwei Haushalte begrenzt werden, die Gastronomie- und Tourismusbranche müssen im gesamten Monat November schließen, ebenso Kultureinrichtungen. Schulen, Handel und Wirtschaft sollen dagegen am Laufen gehalten werden.

Demonstration: In vielen deutschen Städten finden 2020 Proteste gegen die Corona-Maßnahmen statt. (Quelle: imago images/Emmanuele Contini)Demonstration: In vielen deutschen Städten finden 2020 Proteste gegen die Corona-Maßnahmen statt. (Quelle: Emmanuele Contini/imago images)

November 2020 – Teil-Lockdown und Impf-Vorbereitungen

  • 1. November: Die Corona-Maßnahmen bremsen offenbar auch andere Atemwegserkrankungen. Nach einer Analyse der Barmer gab es weniger Ansteckungen durch die Abstands-, Hygiene- und Maskenregeln.
  • 2. November: Der Lockdown light beginnt und das öffentliche Leben in Deutschland wird in weiten Teilen heruntergefahren. Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Restaurants und Hotels müssen zunächst bis Ende November schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln. Die stark gestiegene Zahl von Corona-Tests lässt in einigen Regionen die Test-Materialien knapp werden.
  • 5. November: Trotz verschärfter Kontaktbeschränkungen steigen die Corona-Zahlen in Europa weiterhin stark an. In Deutschland gibt es mehr als 20.000 Neuinfektionen pro Tag.
  • 6. November: Die Bundesregierung stuft beinahe ganz Europa als Risikogebiet ein. Die Krankenhäuser in Deutschland bereiten Notfallpläne für die Behandlung von Covid-19-Patienten vor. 
  • 7. November: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschließen eine gemeinsame Strategie für Corona-Impfungen – unter anderem soll der Bund die Impfstoffe beschaffen und finanzieren. In Leipzig demonstrieren mehrere Zehntausend Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, Gegendemonstranten und Polizei.
  • 9. November: Als erste westliche Hersteller veröffentlichen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs entscheidenden Studie.
  • 16. November: Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder verschieben nach stundenlangen Beratungen die Entscheidung über weitere Kontaktbeschränkungen um eine Woche. Zugleich appellieren Bund und Länder an die Bevölkerung auf "alle nicht notwendigen Kontakte" zu verzichten.
  • 18. November: Bundestag und Bundesrat haben das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Das neue dritte Bevölkerungsschutzgesetz beinhaltet konkrete Vorgaben für die vor allem von den Ländern verhängten Corona-Maßnahmen. Gegen das neue Gesetz demonstrierten in Berlin Tausende Menschen.
  • 23. November: Der Landkreis Hildburghausen in Thüringen ist aktuell der bundesweite Corona-Hotspot.
  • 25. November: Bund und Länder beschließen, den zunächst bis Ende November geltenden Teil-Lockdown zu verlängern und zu verschärfen. Nur über Weihnachten werden die Regeln leicht gelockert.
  • 27. November: Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Deutschland hat nach RKI-Daten die Marke von einer Million überschritten.
  • 30. November: Der US-Pharmakonzern Moderna beantragt als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU. In Deutschland wird "Corona-Pandemie" von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum "Wort des Jahres" 2020 gekürt.

Corona-Impfstoff: Der Wirkstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird als erster in Deutschland verimpft. (Quelle: Getty Images/Sven Simon)Corona-Impfstoff: Der Wirkstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird als erster in Deutschland verimpft. (Quelle: Sven Simon/Getty Images)

Dezember 2020 – Voll-Lockdown und Corona-Impfstart in Deutschland

  • 2. Dezember: Weil die Infektionszahlen nicht ausreichend sinken, beschließen Bund und Länder vorzeitig eine Verlängerung des sogenannten Teil-Lockdowns bis 10. Januar 2021. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat eine Notfallzulassung für den Impfstoff von Biontech und Pfizer erteilt, die erste Zulassung für den Impfstoff "BNT162b2" weltweit. 
  • 6. Dezember: Bayern ruft erneut den Katastrophenfall aus und beschließt strengere Maßnahmen gegen die Virusausbreitung, unter anderem ein nächtliches Ausgangsverbot.
  • 8. Dezember: In Großbritannien werden die ersten Europäer mit dem Mittel von Biontech und Pfizer gegen Covid-19 geimpft.
  • 13. Dezember: Bund und Länder verständigen sich auf einen harten Lockdown vom 16. Dezember bis 10. Januar.
  • 15. Dezember: Personen, die zu den Risikogruppen zählen, können sich jeweils drei kostenlose FFP2-Masken in den Apotheken abholen. Die Aktion wurde vom Bundesgesundheitsministerium initiiert.
  • 17. Dezember: Die EU-Kommission teilt mit, dass ab dem 27. Dezember die Impfungen gegen das Coronavirus EU-weit starten werden.
  • 18. Dezember: Bundesgesundheitsminister Spahn stellt den Corona-Impfplan vor, den er per Verordnung erlassen hat. Begonnen wird demnach ab dem 27. Dezember mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Auch das Personal im Gesundheitssystem, das besonders hohem Risiko ausgesetzt ist und vulnerable Menschen behandelt, soll geimpft werden.
  • 19. Dezember: Deutschlandweit sind für den 18. Dezember 31.553 neue Ansteckungen mit SARS-CoV-2 gemeldet worden. Bisheriger Höchststand in Deutschland während der Pandemie.
  • 20. Dezember: Eine neue Mutation des Coronavirus in Großbritannien sorgt in anderen EU-Ländern für Diskussionen. Mehrere Staaten beschließen Reisebeschränkungen. Auch die Bundesregierung verhängt ein Landeverbot für Flüge aus Großbritannien und Nordirland.
  • 21. Dezember: Die EU-Kommission genehmigt den Impfstoff von Biontech und Pfizer.
  • 22. Dezember: RKI-Chef Lothar Wieler mahnt die Bundesbürger, über Weihnachten die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.
  • 26. Dezember: Die 101 Jahre alte Heimbewohnerin Edith Kwoizalla wird am zweiten Weihnachtsfeiertag in Halberstadt als erste Deutsche gegen das Coronavirus geimpft – einen Tag vor dem offiziellen Impfstart.
  • 27. Dezember: Bundesweite Impfungen gegen das Coronavirus sind angelaufen.
  • 30. Dezember: Die Zahl der vom Robert Koch-Institut gemeldeten Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus hat erstmals die Schwelle von 1.000 überschritten. Binnen 24 Stunden wurden 1.129 weitere Todesfälle in Deutschland übermittelt und damit ein neuer Höchstwert verzeichnet.
Verwendete Quellen:
  • Robert Koch-Institut
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • mdr: "Die Chronik der Corona-Krise"
  • Handelsblatt: "Coronavirus: So hat sich die Lungenkrankheit in Deutschland entwickelt"
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
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