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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Von dpa
Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Russische Panzer fahren durch Mariupol.
Russische Panzer fahren durch Mariupol. (Quelle: Alexei Alexandrov/AP/dpa./dpa)
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Kiew/Moskau (dpa) - Die russischen StreitkrÀfte haben ihre Angriffe in der Ukraine trotz internationaler Bitten um eine Waffenruhe auch am orthodoxen Osterfest fortgesetzt.

Es wurden erneut Dutzende MilitĂ€robjekte und zahlreiche Stellungen des ukrainischen MilitĂ€rs beschossen, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, mitteilte. Bei Angriffen auf die Hafenstadt Odessa starben am Wochenende nach ukrainischen Angaben acht Menschen. Kremlchef Wladimir Putin betonte zum russisch-orthodoxen Osterfest die Rolle der Kirche fĂŒr den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj gab sich in seiner Osterbotschaft siegessicher.

Angriffe in Dnipropetrowsk und Charkiw

Russlands MilitĂ€r zerstörte nach eigenen Angaben in Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk eine unterirdische Anlage zur Produktion von Munition fĂŒr die ukrainischen StreitkrĂ€fte. Im Gebiet Charkiw seien zudem vier Munitionslager und Truppenansammlungen mit Raketen beschossen worden. Laut Verteidigungsministerium wurden bei den Angriffen 150 ukrainische KĂ€mpfer getötet. Insgesamt wurde demnach in der Nacht auf Sonntag 423 Mal mit Raketen und Artillerie geschossen. Das ukrainische MilitĂ€r berichtete, die Kontrolle ĂŒber acht Ortschaften im Gebiet Cherson im SĂŒden des Landes wiedererlangt zu haben. SĂ€mtliche Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.

Selenskyj gibt sich siegessicher

Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj zeigte sich in seiner Botschaft zum orthodoxen Osterfest siegessicher. Ostern symbolisiere den Sieg des Guten ĂŒber das Böse, des Lebens ĂŒber den Tod, darum werde die Ukraine in dem Krieg gewinnen. Das Land solle nicht die Leidenschaft fĂŒr seinen Kampf um die Freiheit verlieren. Zugleich erinnerte Selenskyj an KriegsgrĂ€uel in den StĂ€dten Butscha, Irpin, Borodjanka und Hostomel, wo nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte Leichen gefunden worden waren.

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Selenskyj-Berater: Treffen mit US-Ministern lÀuft

Eine ranghohe US-Delegation mit Außenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin ist nach ukrainischen Angaben wie angekĂŒndigt in Kiew eingetroffen. Die beiden Minister trĂ€fen sich in der Hauptstadt mit PrĂ€sident Selenskyj, sagte sein Berater Olexij Arestowytsch in einem Videointerview. Weitere Details wurden zunĂ€chst nicht bekannt.

Selenskyj hatte den Besuch bei einer Pressekonferenz am Samstag angekĂŒndigt. In Washington hatte es keinen Kommentar dazu gegeben. Der ukrainische PrĂ€sident wollte mit den US-Ministern ĂŒber weitere Waffenlieferungen und UnterstĂŒtzung zur Abwehr des russischen Angriffs sprechen.

Selenskyjs Heimatstadt bereitet sich auf Attacke vor

Krywyj Rih, die Heimatstadt von PrÀsident Selenskyj, bereitet sich auf einen Angriff russischer Truppen vor. Die ukrainischen StreitkrÀfte rechneten mit einer Offensive in den kommenden Tagen, schrieb der örtliche MilitÀrchef Oleksandr Wilkul im Online-Dienst Telegram. Man habe mehrstufige Verteidigungslinien aufgebaut und versuche, Zivilisten aus gefÀhrdeten Gebieten zu bringen.

Krywyj Rih ist unter anderem dank der Einsenerz-Förderung ein wichtiges Industriezentrum fĂŒr die Ukraine. Die Stadt liegt nördlich von Cherson, das als erste große Stadt schon zu Beginn des Krieges von russischen Truppen besetzt wurde. In den vergangenen Wochen wurde die Stadt wiederholt Ziel von Raketenangriffen.

Erdogan soll sich um Lösung bemĂŒhen

Selenskyj telefonierte am Sonntag mit dem tĂŒrkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und rief diesen auf, sich bei Putin fĂŒr eine Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol einzusetzen. Zudem solle Erdogan einen Austausch der im Stahlwerk Azovstal eingeschlossenen ukrainischen Soldaten erreichen.

Hamburg und Kiew starten StÀdtepartnerschaft

Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Kiews BĂŒrgermeister Vitali Klitschko haben eine strategische StĂ€dtepartnerschaft vereinbart. Beide StĂ€dte wollen sich in Krisenzeiten gegenseitig unterstĂŒtzen. Einen entsprechenden "Pakt fĂŒr SolidaritĂ€t und Zukunft" haben beide Politiker am Sonntag in Hamburg und in der ukrainischen Hauptstadt Kiew unterzeichnet. Klitschko war live ins Rathaus der Hansestadt zugeschaltet.

Gleichzeitig appellierten beide BĂŒrgermeister an die Menschen, Firmen und Institutionen ihrer StĂ€dte, den Pakt zu unterstĂŒtzen. Dabei gehe es zunĂ€chst um humanitĂ€re Hilfe. In einer zweiten Phase sollen die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen gestĂ€rkt werden. Das BrĂŒderpaar Wladimir und Vitali Klitschko ist eng mit Hamburg verbunden. Von der Hansestadt aus haben sie ihre Box-Weltkarrieren gestartet. Vitali Klitschkos Frau Natalia hatte sich zuletzt auf Demonstrationen in Hamburg fĂŒr Frieden in der Ukraine stark gemacht.

Guterres reist in die TĂŒrkei

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres reist vor seinen Besuchen in Moskau und Kiew in die TĂŒrkei. Er werde am Montag von PrĂ€sident Erdogan empfangen, teilte Ankara am Sonntag mit. Das Nato-Mitglied TĂŒrkei unterhĂ€lt gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland und sieht sich als Vermittler in FriedensgesprĂ€chen. Guterres reist am Dienstag weiter nach Moskau und wird dort von Putin empfangen, am Donnerstag trifft er in der Ukraine unter anderem PrĂ€sident Selenskyj. Der UN-GeneralsekretĂ€r will vermitteln. Auch er hatte eine Feuerpause an Ostern gefordert - erfolglos.

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