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Nato sammelt Panzer und Raketen - Moskau warnt vor Weltkrieg

Von dpa
Aktualisiert am 26.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Auf Einladung der USA beraten am Dienstag die Vertreter zahlreicher L├Ąnder auf dem US-Luftwaffenst├╝tzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ├╝ber den Ukraine-Krieg.
Auf Einladung der USA beraten am Dienstag die Vertreter zahlreicher L├Ąnder auf dem US-Luftwaffenst├╝tzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ├╝ber den Ukraine-Krieg. (Quelle: Boris Roessler/dpa./dpa)
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Ramstein/Moskau (dpa) - Schon der Ort dieses Treffens ist eine Botschaft, die an Deutlichkeit nicht zu ├╝berbieten ist.

Es ist kein Zufall, dass US-Verteidigungsminister Lloyd Austin Verb├╝ndete aus mehr als 30 L├Ąndern am Dienstag ausgerechnet auf dem gr├Â├čten Milit├Ąrst├╝tzpunkt der USA in Europa empf├Ąngt, um ├╝ber Hilfe f├╝r die Ukraine zu beraten.

Auf der Luftwaffen-Basis im pf├Ąlzischen Ramstein arbeiten um die 15.000 US-Soldaten und Zivilisten. Sie gilt als wichtigstes Drehkreuz f├╝r US-Operationen in Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. "Flugzeugtr├Ąger Amerikas in Deutschland", wird der St├╝tzpunkt auch genannt.

Das Treffen findet in einem fensterlosen Raum im Offiziersclub neben dem Hauptquartier der US-Luftwaffe in Europa statt. Neben zahlreichen Verteidigungsministern sind Topmilit├Ąrs gekommen, etwa US-Generalstabschef Mark Milley oder der Oberkommandierende der US-Streitkr├Ąfte in Europa, General Tod Wolters. Auf dem Weg zur Base steht Polizei, rund um das Gel├Ąnde und auf dem Areal sind Stra├čensperren, gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten mit Maschinenpistolen sichtbar postiert. Flaggen der Teilnehmerl├Ąnder s├Ąumen die Zufahrtsstra├če.

Austin: "Kampf gegen Russlands ungerechte Invasion gewinnen"

Gastgeber Austin war erst am Tag zuvor zusammen mit US-Au├čenminister Antony Blinken in Kiew, um der Ukraine weitere Waffen im Wert von 322 Millionen Dollar und Munition f├╝r 165 Millionen Dollar zuzusagen. "Wir wollen Russland in dem Ausma├č geschw├Ącht sehen, dass es die Art von Dingen, die es mit dem Einmarsch in die Ukraine getan hat, nicht mehr machen kann", sagt der Verteidigungsminister. Eine kernige Ansage von der ukrainischen Hauptstadt aus in Richtung Moskau.

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Im Ramstein wollen die USA nun auch mit den B├╝ndnispartnern der Nato und dar├╝ber hinaus den milit├Ąrischen Schulterschluss f├╝r die Verteidigung der Ukraine demonstrieren. "Wir sind hier, um der Ukraine zu helfen, den Kampf gegen Russlands ungerechte Invasion zu gewinnen und die Verteidigung der Ukraine f├╝r die Herausforderungen von morgen aufzubauen", sagt Austin gleich zur Er├Âffnung.

Lambrecht: "Der Gepard ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht"

Mit dabei ist Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), die sich zusammen mit Kanzler Olaf Scholz schon seit Wochen den Vorwurf des Z├Âgerns und Zauderns im Ukraine-Krieg gefallen lassen muss. Dass sie dort nicht mit leeren H├Ąnden erscheinen w├╝rde, war von vorneherein klar. Gleich zum Auftakt der Konferenz verk├╝ndet sie etwas, auf das viele B├╝ndnispartner gerade in Osteuropa lange gewartet haben: Deutschland wird nicht nur die Lieferung schwerer Waffen aus anderen L├Ąndern unterst├╝tzen, sondern auch selbst liefern. Und zwar zun├Ąchst einmal Gepard-Flugabwehrpanzer der R├╝stungsschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW), die von der Bundeswehr vor Jahren ausgemustert wurden.

"Der Gepard ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht, um den Luftraum zu sichern vom Boden aus", sagt Lambrecht. "Wenn die Ukraine jetzt ganz dringend solche Flugabwehrsysteme braucht, sind wir bereit, sie zu unterst├╝tzen."

Die Bundesregierung hat lange gebraucht, um sich zu dieser Entscheidung durchzuringen. Die Lieferung von schweren Waffen aus Best├Ąnden der Bundeswehr hat Scholz vergangene Woche praktisch ausgeschlossen. Der sogenannte Ringtausch - die Bereitstellung von Ersatz f├╝r die Lieferung von Waffen sowjetischer Bauart aus anderen L├Ąndern - galt zun├Ąchst als der deutsche Weg f├╝r die Bereitstellung von Panzern oder Artillerie. Also nur ├╝ber Bande. Ob die deutsche Industrie schwere Waffen liefern darf, war noch offen geblieben. Jetzt ist sie beantwortet - mit einem klaren Ja.

Von den USA gibt es Beifall daf├╝r. Deutschland sei "ein toller Freund und Verb├╝ndeter" der USA, sagt Austin. Die Panzer-Lieferung sei ein "bedeutender" Schritt. Die erste Reaktion aus Polen f├Ąllt dagegen weniger euphorisch aus. "Die Gepard-Panzer reichen nicht aus", sagte Vizeau├čenminister Szymon Szynkowski vel Sek der Deutschen Presse-Agentur w├Ąhrend eines Berlin-Besuchs gemeinsam mit Ministerpr├Ąsident Mateusz Morawiecki. Er erwartet, dass die Bundesregierung nun auch f├╝r weitere Antr├Ąge der Industrie auf Lieferung schwerer Waffen gr├╝nes Licht gibt, konkret f├╝r Leopard-Kampfpanzer, Marder-Sch├╝tzenpanzer und Panzerhaubitzen. "Ich sehe keinen Grund, warum solche Waffen nicht geliefert werden sollten", sagt er.

Lawrow: "Die Gefahr ist ernst, real"

In Moskau wird das nat├╝rlich ganz anders gesehen. Es ist kein Zufall, dass Russlands Au├čenminister Sergej Lawrow das Treffen in Ramstein mit einem Interview im Moskauer Staatsfernsehen und mit einer Pressekonferenz im Beisein von UN-Chef Ant├│nio Guterres flankiert. Noch bevor Austin, Lambrecht und Co. mit ihren Beratungen beginnen, schickt er eine deutliche Warnung in die Pfalz. "Die Gefahr ist ernst, real", sagt er. Und: "Wir sollten den dritten Weltkrieg nicht zulassen." Lawrow wirft der Nato vor, einen Stellvertreterkrieg gegen Russland zu f├╝hren. "Sie wollen mit diesen Waffenlieferungen, dass die Ukrainer mit Russland bis zum letzten Soldaten k├Ąmpfen.".

Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte den USA vorgeworfen, die Ukraine als Instrument zu benutzen, um auf Russland Druck auszu├╝ben, das Land in die Knie zu zwingen. Putins Chefdiplomat betont indes, dass die russischen Truppen in der Ukraine die westlichen Waffen als "legitimes Ziel" ansehen w├╝rden. T├Ąglich meldet das russische Verteidigungsministerium, dass auch Lager mit vom Westen gelieferten Waffen und Munition vernichtet w├╝rden.

Lawrow beklagt, dass es den USA darum gehe, Russland zu "besiegen". Und er wirft dem Westen vor, die Schlacht lieber auf dem Feld zu entscheiden. "Wenn das so weitergeht, werden die Verhandlungen wohl kaum ein Ergebnis bringen." Russland hat l├Ąngst seine Atomwaffen in erh├Âhte Alarmbereitschaft versetzt. Und Lawrow weist nun ausdr├╝cklich darauf hin, dass es heute keinen direkten Draht zwischen Moskau und Washington mehr gebe, um sich im Ernstfall zu verst├Ąndigen. Das sei bei der Kuba-Krise von 1962, als die beiden Weltm├Ąchte USA und Sowjetunion am Rande eines Atomkrieges standen, noch anders gewesen. "Jetzt gibt es keinen solchen Kanal mehr und keiner versucht, ihn zu schaffen."

Auch Scholz hat vor Drittem Weltkrieg gewarnt

Kanzler Scholz werden die ├äu├čerungen Lawrows nicht ├╝berraschen. Auch er hatte in der vergangenen Woche in einem "Spiegel"-Interview vor einem Atomkrieg, einem Dritten Weltkrieg gewarnt. Er bezeichnete es als oberste Priorit├Ąt seiner Ukraine-Politik, ein ├ťbergreifen des Krieges auf die Nato zu vermeiden - und begr├╝ndete so indirekt auch seine Zur├╝ckhaltung bei den Waffenlieferungen. "Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem Dritten Weltkrieg f├╝hrt", sagte er. Nur wie weit man bei der Unterst├╝tzung der Ukraine gehen kann, ohne dass es zu einer Eskalation kommt, diese Frage l├Ąsst sich bei einem unberechenbaren Gegen├╝ber wie Putin kaum beantworten.

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