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Sicher sein: Die eigene Bestattung planen


Vorsorge
Sicher sein: Die eigene Bestattung planen

Von dpa
29.03.2024Lesedauer: 4 Min.
Sicher sein: Die eigene Bestattung planenVergr├Â├čern des BildesWer rund um den eigenen Tod Vorsorge treffen m├Âchte, kann daf├╝r einiges tun. Beispielsweise festlegen, wie und wo man begraben werden m├Âchte. (Quelle: Robert G├╝nther/dpa-tmn/dpa/dpa-bilder)
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Nichts ist so sicher wie der Tod - aber drumherum gibt es viele Fragen. Etwa die, wie man sicherstellen kann, dass man tats├Ąchlich so beigesetzt wird, wie es den eigenen W├╝nschen entspricht.

Dar├╝ber dass wir sterben, haben wir keine Kontrolle. Wer aber rund um den eigenen Tod Vorsorge treffen m├Âchte, kann daf├╝r einiges tun. Beispielsweise festlegen, wie und wo man begraben werden m├Âchte - und wer dabei sein soll. Es gibt aber noch mehr zu ├╝berlegen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum sollte man seine eigene Bestattung planen?

Zum einen kann eine gute Planung dabei helfen, sich erst einmal ├╝ber seine pers├Ânlichen W├╝nsche klar zu werden. Hat man sie dann entsprechend definiert, stellt man sicher, dass die Bestattung auch nach den eigenen Vorstellungen gestaltet wird.

Zum anderen kann es f├╝r Angeh├Ârige eine gro├če Hilfe sein, wenn man solche Entscheidungen im Voraus trifft. Sie m├╝ssen sonst in der Trauerphase zus├Ątzliche Belastungen durch Entscheidungen und Formalit├Ąten bew├Ąltigen, hei├čt es vom Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB). Und es geh├Ârt zur Planung der eigenen Bestattung auch, die Finanzierung zu regeln.

Was geh├Ârt alles zur Bestattung?

Eng gefasst: die Organisation und Durchf├╝hrung einer Bestattung. Unter anderem geh├Âren dazu die ├ťberf├╝hrung, Waren wie Sarg, Urne und Dekoration. Au├čerdem: Formalit├Ąten und Geb├╝hren. Viele Menschen w├╝nschen sich auch eine Trauerfeier und haben bestimmte Vorstellungen davon, wo und wie sie bestattet werden m├Âchten, ob es Musik geben soll, wer reden darf und wie ein Grabmal aussehen soll.

Welche Bestattungsarten gibt es?

In Deutschland gilt der sogenannte Friedhofszwang, der vorschreibt, dass eine Beerdigung au├čerhalb eines Friedhofsgel├Ąndes nicht zul├Ąssig ist. Ausnahmen sind die Seebestattung oder die Naturbestattung in einem Wald. Die g├Ąngigsten Bestattungsarten sind die Erdbestattung, bei der der Verstorbene in einem Sarg begraben wird, und die Feuerbestattung, bei der der K├Ârper einge├Ąschert wird.

Wie kann man seine Bestattungsw├╝nsche festhalten?

Bestattungsw├╝nsche kann man zu Lebzeiten m├╝ndlich in einem Gespr├Ąch mit einem Vertrauten ansprechen - ob es dann so geschieht, ist damit nicht gew├Ąhrleistet. Sicherer ist daher die Schriftform. F├╝r eine Bestattungsverf├╝gung gibt es allerdings keine vorgeschriebene Form. Man kann sie etwa einer Patientenverf├╝gung oder in einer Vorsorgevollmacht notieren. Wer sichergehen m├Âchte, kann eine Bestattungsverf├╝gung auch bei einem Notar hinterlegen. Auch ein Bestattungsunternehmen kann helfen, die W├╝nsche nachvollziehbar und juristisch bindend zu dokumentieren.

Wichtig: In einem Testament sollte man seine Bestattungsw├╝nsche nicht festhalten, da dieses in der Regel fr├╝hestens drei Wochen nach der Bestattung er├Âffnet wird.

Was ist ein Bestattungsvorsorgevertrag?

Eine M├Âglichkeit, die eigene Bestattung zu regeln und daf├╝r Vorsorge zu treffen, ist ein Bestattungsvorsorgevertrag. Er wird mit einem Bestattungsunternehmen geschlossen und regelt alle Details der Bestattung vorab. Dies kann die Art der Bestattung, den Ort der Beisetzung und die Gestaltung der Trauerfeier umfassen. Auch die Bezahlung in Form einer finanziellen Vorsorge ist darin enthalten.

Kann man die Bestattung bereits finanziell absichern?

Die Kosten f├╝r eine Bestattung k├Ânnen sehr stark variieren, denn es gibt f├╝r Bestattungsleistungen keine gesetzliche Geb├╝hrenordnung. Das Bestattungsunternehmen kann also die Preise frei bestimmen. Abh├Ąngig von Bestattungs- und Grabart sowie weiteren W├╝nschen an Umsetzung und Qualit├Ąt k├Ânnen sie mehrere tausend Euro betragen. Der BDB r├Ąt, f├╝r eine durchschnittliche Bestattung rund 5000 Euro als Grundlage zu schaffen.

Wer einen Bestattungsvorsorgevertrag abschlie├čt, regelt mit dem Bestatter auch die Finanzierung der Bestattungsw├╝nsche. Zur Finanzierung der Bestattungskosten bietet sich laut BDB entweder eine Versicherung in Raten an oder man hinterlegt die Summe als zweckgebundene Einlage.

Wer stattdessen eine Sterbegeldversicherung abschlie├čen m├Âchte, sollte mehrere Angebote gr├╝ndlich pr├╝fen, r├Ąt die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Welche Rolle spielen Angeh├Ârige bei der Planung?

Obwohl es um die eigenen W├╝nsche geht, sollte man die Angeh├Ârigen oder andere Vertrauenspersonen in den Planungsprozess einbeziehen. Das hilft, Missverst├Ąndnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass die W├╝nsche umgesetzt werden k├Ânnen. Au├čerdem ist es eine Gelegenheit, ├╝ber W├╝nsche und Erwartungen zu sprechen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.

Wichtig ist, diese dann entsprechend zu dokumentieren und zug├Ąnglich zu machen, etwa in einem Ordner, der alle Dokumente rund um das Lebensende enth├Ąlt. Hier bietet es sich an, einen (oder in Reihenfolge mehrere) Totenf├╝rsorgeberechtigte zu benennen. Der kann dann im Rahmen des Totenf├╝rsorgerechts daf├╝r sorgen, dass die W├╝nsche eines Verstorbenen zum Umgang mit seinen sterblichen ├ťberresten umgesetzt werden.

Hat man nachvollziehbar geregelt, wie, wo und auf welche Weise man bestattet werden m├Âchten, ist das f├╝r die Totenf├╝rsorgeberechtigten nach dem Tod bindend, so die Verbraucherzentrale Brandenburg. Hat man niemanden bestimmt, regelt die Bestattungspflicht je nach Bundesland, wer f├╝r die Organisation und die Kosten einer Bestattung verantwortlich ist. In den meisten F├Ąllen sind das die n├Ąchsten Angeh├Ârigen des Verstorbenen, in der Regel Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Eltern und Geschwister, oder gesetzliche Erben.

Wenn man einen Bestattungsvertrag mit einem Unternehmen hat, handelt es sich um einen Werkvertrag. Die Totenf├╝rsorgeberechtigten k├Ânnen dann bei M├Ąngeln wie beispielsweise die Verwendung des falschen Sargmaterials oder der falschen Trauermusik Gew├Ąhrleistungsanspr├╝che geltend machen.

Und: Sollte sich vor der Beisetzung abzeichnen, dass der Bestatter wichtige Absprachen nicht einh├Ąlt, k├Ânnen sie den Vertrag laut Verbraucherzentrale Brandenburg auch k├╝ndigen und ein neues Unternehmen suchen.

Gibt es gesetzliche Vorgaben, die man beachten muss?

Ja, es gibt gesetzliche Vorgaben bez├╝glich der Bestattung. Dazu geh├Âren Fristen f├╝r die Beisetzung, Vorschriften f├╝r die Aufbewahrung und den Transport des Verstorbenen sowie m├Âgliche Beschr├Ąnkungen f├╝r Bestattungsarten. Jedes Bundesland hat sein eigenes Bestattungsgesetz. Daher sollte man sich bei einem Bestattungsunternehmen oder der Kommune nach den geltenden Vorschriften erkundigen.

Wo finde ich Hilfe und Informationen?

Im Internet gibt es viele Anbieter, auch Start-ups, die von Versicherung und Finanzierung bis zum Begr├Ąbnis Dienstleistungen offerieren. Bevor man sich jedoch f├╝r etwas entscheidet, sollte man sich umfassend informieren. Bei Verbraucherzentralen, bei Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur oder bei verschiedenen Unternehmen.

Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat einen interaktiven Bestattungsplaner auf seiner Webseite (https://www.bestatter.de/bestattungsplaner). Und auch Rechtsberater wie Anw├Ąlte oder Notare k├Ânnen hilfreich sein. Gerade wenn es um die Dokumente geht, die erforderlich sind, damit alles nach den eigenen W├╝nschen l├Ąuft. Bei Finanzierungsfragen helfen sogenannte Generationenberater. Wer einen Rundum-Service w├╝nscht, f├╝r den bieten seri├Âse Fachinstitute auch alles aus einer Hand an.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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