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Deutsche Banken ziehen Paydirekt/Giropay den Stecker


Online-Bezahlverfahren
Deutsche Banken ziehen Paydirekt/Giropay den Stecker

Von dpa
11.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Bezahldienst PaydirektVergrĂ¶ĂŸern des BildesDie mangelnde Akzeptanz des Online-Bezahlverfahrens Giropay/Paydirekt könnte nun dessen Aus bedeuten. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)
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Mit hohen Erwartungen brachten Banken und Sparkassen 2015 ein gemeinsames Online-Bezahlverfahren an den Start. Zur Paypal-Konkurrenz wurde es nie. Nun droht Paydirekt/Giropay das Aus.

Das als Paypal-Konkurrenz vor knapp neun Jahren gestartete gemeinsame Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen steht wegen mangelnder Akzeptanz vor dem Aus. Die Abschaltung von Giropay/Paydirekt zum Ende des laufenden Jahres könnte bereits an diesem Mittwoch bei einer Gesellschafterversammlung beschlossen werden, wie aus informierten Kreisen zu erfahren war. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Eine Paydirekt-Sprecherin teilte mit: "Aktuell gibt es Abstimmungen auf Gesellschafterebene zur Zukunft von Giropay respektive der Paydirekt GmbH als Betreibergesellschaft. Wir werden informieren, sobald finale Entscheidungen getroffen wurden." Die Gesellschafter der Paydirekt GmbH sind Commerzbank und Deutsche Bank, die DZ Bank fĂŒr die genossenschaftliche Finanzgruppe sowie die GIZS GmbH & Co. KG fĂŒr die Sparkassen-Finanzgruppe.

Hohe Erwartungen zum Start 2015

Die deutsche Kreditwirtschaft hatte Paydirekt im Herbst 2015 mehr als dreieinhalb Jahre nach ersten Vorarbeiten an den Start gebracht, um dem US-Riesen Paypal sowie den Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard im boomenden Online-Handel ein heimisches Bezahlangebot entgegenzusetzen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten eine Möglichkeit bekommen, EinkÀufe im Internet schnell und einfach per Anbindung an ihr Girokonto zu bezahlen. Die deutsche Kreditwirtschaft warb damit, dass Bezahldaten in diesem Fall bei der Hausbank und auf Servern in Deutschland bleiben.

Im FrĂŒhjahr 2021 fĂŒhrte die Deutsche Kreditwirtschaft ihre Online-Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt unter der Marke Giropay zusammen. Doch die Resonanz bei Verbrauchern wie HĂ€ndlern blieb verhalten, obwohl erst im April dieses Jahres verkĂŒndet wurde, das der Tankstellenbetreiber Esso als weiterer HĂ€ndler gewonnen wurde, bei dem per Giropay via Smartphone-App bezahlt werden kann. WĂ€hrenddessen baute Paypal ĂŒber die Jahre seine Marktposition in Deutschland aus und kommt aktuell nach eigenen Angaben auf 35 Millionen aktive Kundenkonten hierzulande.

Arbeiten an europÀischem Bezahlverfahren

Die Bereitschaft, weiteres Geld in Paydirekt/Giropay zu investieren, war dem Vernehmen nach angesichts der mauen Erfolgsbilanz gering. Dazu kommt: Auf europĂ€ischer Ebene wird derzeit das Bezahlsystem EPI (European Payments Initiative) vorangetrieben - auch mit deutscher UnterstĂŒtzung. Dadurch wirke es, "als hĂ€tte die hiesige Kreditwirtschaft ihre deutsche Lösung zugunsten der kĂŒnftigen europĂ€ischen Lösung aufgegeben", schreibt der Branchennewsletter "Finanz-Szene". "Richtig hieran ist: Ob es Sinn gemacht hĂ€tte, die Paydirekt neben EPI aufrechtzuerhalten, wird von vielen Marktteilnehmern bezweifelt. Ebenfalls zur Wahrheit gehört allerdings, dass sich die 2015 gegrĂŒndete Paydirekt auch unabhĂ€ngig von EPI nie wirklich am Markt durchgesetzt hat."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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