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Brauerei-Sterben nach Preisboom: Diese Bier-Marken sind betroffen


Pleiten von Traditionsbetrieben
Brauerei-Sterben: Diese Marken sind betroffen


Aktualisiert am 11.02.2023Lesedauer: 3 Min.
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Viele Brauereien können dem Kostendruck nicht mehr standhalten und schließen ihre Betriebe (Symbolbild).Vergrößern des Bildes
Viele Brauereien können dem Kostendruck nicht mehr standhalten und schließen ihre Betriebe (Symbolbild). (Quelle: Rolf Vennenbernd)

Die hohen Energie- und Rohstoffpreise bringen viele Bierbrauer in Bedrängnis. t-online zeigt, wo welche Brauerei bereits aufgegeben hat.

Der Bierdurst in Deutschland ist zurück: Nach der Corona-Pandemie gehen die Deutschen wieder öfter in die Kneipen, fiebern beim Fußball mit – und gönnen sich dabei das eine oder andere Glas.

Insgesamt setzte die deutsche Bierbranche mit 8,8 Milliarden Litern im vergangenen Jahr 2,7 Prozent mehr ab als 2021. Grund zum Feiern ist das aber nicht überall: Einige Brauereien werden den Durst ihrer Kunden dieses Jahr nicht mehr stillen können. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie Kosten für Logistik machen für sie ein profitables Geschäft kaum möglich.

Manche Unternehmer kämpfen bis zur Insolvenz, andere geben vorher auf. So verschwinden nach und nach immer mehr Brauereien von der Landkarte:

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Kleine und große Unternehmen betroffen

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Die Meldungen aus den vergangenen Monaten zeigen: Es sind Unternehmen in ganz Deutschland. Kleine Betriebe haben dabei besonders zu kämpfen.

So stellt etwa die Craft-Beer-Brauerei Flügge in Frankfurt am Main den Betrieb nach fünf Jahren ein. "Wir sind konfrontiert mit hohen Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen – Rohstoffe, Logistik, Energie, Verpackung –, alles ist teurer geworden, wenn es denn überhaupt verfügbar ist. Zeitgleich geht der Absatz – national wie international – stark zurück, und ein Ende der Krise ist nicht in Sicht", schrieben die Inhaber Mitte Januar auf Instagram. Bereits in der ersten Februarwoche folgte der letzte Werksverkauf.

Ähnlich klingen auch andernorts die Schilderungen. Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) macht die Kostensteigerungen für die Branche konkret: Kronkorken kosteten das Doppelte, Kohlensäure sei um 90 Prozent teurer, Etiketten um 30 Prozent, der Hopfenpreis sei um 35 Prozent gestiegen, bei Braumalz wären Aufschläge von 90 Prozent fällig, und auch das Neuglas für Flaschen sei um 70 Prozent teurer.

Das trifft nicht nur kleine Betriebe, auch Branchengrößen müssen bei diesen Preisanstiegen neu kalkulieren. So kündigte die Radeberger Gruppe im vergangenen Jahr Sparmaßnahmen und in diesem Zuge die Schließung des Stammsitzes in Frankfurt an. Mehr dazu lesen Sie hier.

An mancher Stelle trifft die aktuelle Lage auch Traditionsbetriebe. So etwa Böhmisch Brauhaus im sächsischen Großröhrsdorf, wo nach 130 Jahren das Bierbrauen eingestellt wird. Oder auch bei der Bischoff Brauerei im rheinland-pfälzischen Winnweiler, wo sogar seit mehr als 150 Jahren gebraut wurde.

Und das sind nur die neuesten Insolvenzen. Schon während der Corona-Lockdowns hatten einige Unternehmen die Umsatzausfälle durch geschlossene Kneipen und ausfallende Veranstaltungen nicht verkraften können.

In den kommenden Monaten dürften noch weitere dazu kommen, auch weil dann die Endabrechnung der Corona-Hilfen ansteht. Bis zum 30. Juli müssen die Unternehmen ihre Unterlagen einreichen und zu viel gezahlte Unterstützung zurückzahlen. In Kombination mit den höheren Kosten könnte das für viele Unternehmen zum Problem werden.

Nicht alle Schließungen wegen Insolvenz

Bereits Ende 2022 wurde bekannt, dass auch die südhessische Pfungstädter Brauerei ihre Tore schließen wird. Das verkündete Besitzer Uwe Lauer den rund 70 Mitarbeitern auf der Betriebsversammlung. Nach 190 Jahren Betrieb soll Ende März der letzte Liter Bier ausgeliefert werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Das Besondere: Die Pfungstädter Brauerei arbeitet trotz der multiplen Krisen derzeit profitabel. Doch der Pachtvertrag für das Betriebsgelände läuft zum Jahresende aus, wird durch die Stadt nicht verlängert. Ein Umzug an einen anderen Standort sei laut Geschäftsführer Peter Winter in der kurzen Zeit nicht machbar, und die Kosten für einen Neubau wären ohnehin nicht zu stemmen.

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