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EZB-Direktorin Schnabel: Zinsen senken wäre trotz Inflationsrückgang verfrüht


Trotz niedrigerer Inflation
EZB-Direktorin Schnabel zeigt sich bei Zinskurs zurückhaltend

Von reuters
17.05.2024Lesedauer: 2 Min.
EZBVergrößern des BildesDie EZB in Frankfurt am Main: Ihre Chefin, Isabel Schnabel, warnt vor verfrühten Zinslockerungen. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)
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Trotz eines erheblichen Inflationsrückgangs will EZB-Direktorin Schnabel den bisherigen Zinskurs vorerst aufrechterhalten. Eine Herabsetzung sei zu diesem Zeitpunkt nicht gerechtfertigt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte aus Sicht von Direktorin Isabel Schnabel bei eventuellen Lockerungsschritten nach dem Juni vorsichtig vorgehen. Je nach Daten könnte eine Zinssenkung im Juni angemessen sein, sagte sie in einem am Freitag veröffentlichten Interview der japanischen Zeitung "Nikkei".

Danach sei der Weg aber deutlich unsicherer und eine Herabsetzung der Zinsen im Juli sei, basierend auf den aktuellen Informationen zur Wirtschaft, nicht gerechtfertigt. "Jüngste Daten haben bestätigt, dass die letzte Meile des Inflationsrückgangs die schwierigste ist", sagte Schnabel. Nach vielen Jahren mit sehr hoher Teuerung bestehe das Risiko, die Geldpolitik voreilig zu lockern. Daher müsse vorsichtig vorgegangen werden. "Wir sollten uns die Daten sehr genau anschauen, denn es besteht das Risiko einer verfrühten Lockerung", warnte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der EZB. "Und wir sollten uns ausreichend Zeit nehmen, um zu sehen, was passiert."

Weitere Fortschritte bei der Inflation sind Schnabel zufolge erforderlich, um die Zuversicht zu stärken, dass die Teuerung spätestens im Jahr 2025 nachhaltig zum EZB-Ziel von zwei Prozent zurückkehren wird. Geopolitische Entwicklungen wie etwa die Eskalation der Spannungen in Nahost könnten Aufwärtsrisiken für den Inflationsausblick bedeuten.

Was kommt nach dem Juni?

Eine Zinssenkung auf der kommenden EZB-Sitzung am 6. Juni gilt bei vielen Währungshütern bereits als so gut wie ausgemacht, weshalb sich die Diskussion inzwischen vor allem um den weiteren Zinspfad dreht. Seit September 2023 liegt der Satz bei 4,00 Prozent, das ist das höchste Niveau seit dem Start der Währungsunion 1999. Am Finanzmarkt wird aktuell nur noch mit drei Zinssenkungen der EZB in diesem Jahr gerechnet.

Dabei stehen neben dem Juni, die Zinssitzungen im September und im Dezember im Fokus. Denn dann liegen den Währungshütern zu ihren Beratungen auch neue Inflations- und Konjunkturprognosen der EZB-Volkswirte vor – die sogenannten Projektionen.

Schnabel wies darauf hin, dass zu Jahresbeginn am Finanzmarkt gemessen an den Kursen noch sechs Zinssenkungen der EZB erwartet worden seien. "Wir sind mit einer sehr großen Unsicherheit konfrontiert, was sich auch in den Börsenerwartungen widergespiegelt hat", sagte die deutsche Volkswirtin. Die EZB strebt 2,0 Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft der 20-Ländergemeinschaft an. Mit 2,4 Prozent im April lag die Rate zuletzt nicht mehr weit von diesem Ziel entfernt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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