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EU-Kommission: Strafzölle auf bestimmte E-Autos aus China


Vorbild USA
EU verhängt Strafzölle auf E-Autos – China droht

Von reuters
Aktualisiert am 12.06.2024Lesedauer: 3 Min.
Chinesische E-Autos (Symbolbild): Für Importe in die EU werden Strafzölle fällig.Vergrößern des BildesChinesische E-Autos (Symbolbild): Für Importe in die EU werden Strafzölle fällig. (Quelle: IMAGO/CFOTO/imago)
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Die USA hatten Strafzölle auf E-Autos aus China erhoben. Nun folgt die EU-Kommission diesem Vorbild – um die europäische Autobranche zu schützen.

Die Europäische Kommission verhängt Strafzölle auf bestimmte Elektroautos aus China. Betroffen seien Modelle der Hersteller BYD, Geely und SAIC, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Für BYD soll demnach ein Importzoll von 17,4 Prozent, für Geely von 20 Prozent und für den staatlichen chinesischen Volkswagen-Partnerkonzern SAIC von 38,1 Prozent gelten.

Ob die Zölle tatsächlich gezahlt müssen, hängt den Angaben der EU-Kommission zufolge davon ab, ob mit China eine andere Lösung gefunden werden kann. Sie würden dann rückwirkend vom 4. Juli an einbehalten werden, sollte sich die EU darauf verständigen langfristig höhere Zölle zu erheben.

Die Kommission begründete den Schritt damit, dass E-Autoimporte aus China der europäischen Autobranche schadeten. Sie folgt damit dem Vorbild der USA, die zuletzt ihre Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge auf 100 Prozent vervierfacht hatten. Europäische Autobauer hatten sich aber klar gegen die Zölle ausgesprochen und fürchten Vergeltungsmaßnahmen auf ihrem wichtigsten Einzelmarkt China.

Ifo-Chef Fuest: "Mit Handelskrieg ist niemandem gedient"

Die Regierung in Peking äußerte sich am Mittwoch bereits in diese Richtung. Sie will höhere Zölle der EU nicht einfach so hinnehmen. Das chinesische Außenministerium teilte mit, alle Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, um entschieden die eigenen Interessen zu verteidigen.

Sonderzölle der Europäischen Union auf Elektroautos würden Marktregeln verletzen. Sie wären auch gegen die Interessen der EU. "Diese Anti-Subventionsuntersuchung ist ein typischer Fall von Protektionismus", sagte der Sprecher des Ministeriums.

Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisierte ebenfalls die EU-Kommission und warnte vor einem Handelskrieg: "Die EU sollte darauf verzichten, Zölle auf chinesische Elektroautos zu erheben." Es drohten zwei Nachteile: Erstens sei China ein wichtiger Absatzmarkt für europäische Autos. Strafzölle der EU würden chinesische Gegenmaßnahmen auslösen, "mit einem Handelskrieg ist niemandem gedient", so Fuest.

"Zweitens erleichtern günstige Elektroautos aus China die Elektrifizierung des Autoverkehrs und damit die Dekarbonisierung der Wirtschaft", sagte Fuest weiter.

Autoindustrie kritisiert mögliche Strafzölle auf E-Autos aus China

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisiert die Drohung der EU-Kommission. Verbandspräsidentin Hildegard Müller sieht die Abgaben als Hindernis für die globale Zusammenarbeit. So wachse das Risiko von globalen Handelskonflikten, betonte sie. "Fakt ist außerdem: Ausgleichszölle für aus China importierte E-Pkw sind nicht geeignet, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu stärken", sagte sie am Mittwoch. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnte davor, dass der Schritt zu stärkeren Handelskonflikten führen könnte.

Ob die Zölle von bis zu 38,1 Prozent tatsächlich gezahlt werden müssen, hängt den Angaben zufolge davon ab, ob mit China eine andere Lösung gefunden werden kann. Sie würden dann rückwirkend von Anfang Juli an einbehalten werden, sollte sich die EU darauf verständigen, langfristig höhere Zölle zu erheben.

China kritisiert EU-Zölle auf E-Autos und droht

Die chinesische Regierung sei dazu aufgerufen, Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. "Es liegt auch an China, mit konstruktiven Vorschlägen auf Europa zuzugehen, wettbewerbsverzerrendes Verhalten konsequent und schnell zu stoppen, um so eine Ausweitung von Handelskonflikten zu vermeiden", sagte Müller. Man brauche China etwa auch, um die Klimakrise erfolgreich zu bewältigen.

Chinas Handelsministerium hat die Androhung ebenfalls scharf kritisiert und Gegenmaßnahmen angedeutet. Peking werde den weiteren Prozess der europäischen Seite genau verfolgen und entschlossen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu schützen, teilte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch mit. China sei sehr besorgt und unzufrieden über das Verhalten der EU, die chinesische Industrie sei enttäuscht.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa
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