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Rente mit 70: 22 Prozent würden Rentenalter nicht erreichen

Späterer Rentenbeginn  

Mehr als jeder Fünfte würde Rente mit 70 nicht erreichen

27.04.2016, 11:32 Uhr | dpa

Rente mit 70: 22 Prozent würden Rentenalter nicht erreichen. Weil die gesetzliche Rente im Alter häufig nicht reicht, müssen viele Menschen länger arbeiten. (Quelle: imago images)

Weil die gesetzliche Rente im Alter häufig nicht reicht, müssen viele Menschen länger arbeiten. (Quelle: imago images)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat kürzlich einen Vorstoß für einen späteren Rentenbeginn in Deutschland unternommen. Doch eine aktuelle Datenauswertung zeigt: Mehr als jeder Fünfte würde ein Rentenalter von 70 Jahren heute gar nicht erreichen. 

Das geht jedenfalls aus den Daten hervor, die die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann vor dem Hintergrund der Debatte über einen späteren Renteneintritt untersuchen ließ und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

22 Prozent sterben schon mit 70 oder früher

Hunderttausende Menschen sterben demnach vor dem Rentenalter. So waren zuletzt mehr als 135.000 der in einem Jahr gestorbenen Menschen in Deutschland 65 Jahre oder jünger (rund 16 Prozent aller Gestorbenen). Mehr als 185.000 waren 70 Jahre oder jünger (22 Prozent). Diese Zahlen des Statistischen Bundesamts beziehen sich auf das Jahr 2014.

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Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage Zimmermanns hervorgeht, starben von 2005 bis 2014 rund 1,4 Millionen Menschen (16 Prozent) vor Erreichen des 65. Lebensjahres.

Vor allem Geringverdiener erreichen Rentenalter nicht

In der recht hitzigen Rentendebatte der Koalition wird derzeit auch ein späterer Renteneintritt diskutiert. Schäuble hatte sich für eine Koppelung der Lebensarbeitszeit an die steigende Lebenserwartung ausgesprochen. Die Junge Union hält längerfristig eine Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre für angemessen. Gesetzlich geregelt ist die Anhebung der Altersgrenze derzeit vom 65. auf das 67. Lebensjahr bis 2029.

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Die Statistiken geben auch Hinweise darauf, dass vor allem Geringverdiener das Rentenalter nicht erreichen. Zu den häufigsten Todesursachen der 50- bis 75-Jährigen zählen Herzinfarkt, Magen- und Lungenkrebs. Das sind zugleich Krankheiten, unter denen Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status häufiger leiden als sozial Bessergestellte, wie aus einer Darstellung des Robert Koch-Institut hervorgeht.

"Viele Menschen sterben heute schon, bevor sie das Rentenalter erreichen", sagte Zimmermann. Viele andere könnten den Ruhestand nicht lange genießen. "Das betrifft gerade Menschen mit niedrigen Einkommen." Jede Erhöhung des Renteneintrittsalters bringe insbesondere Geringverdienende um die Früchte ihrer Arbeit.

Mehr Arbeit für Ältere statt Erhöhung des Rentenalters

Die aktuellen Zahlen zeigten auch, dass schon heute ein Arbeiten in Vollzeit bis zum Renteneintrittsalter für die meisten nicht möglich ist, sagte Zimmermann. "Was wir brauchen ist Arbeit für über 60-Jährige und keine Erhöhung des Renteneintrittsalters."

Die Erwerbstätigenquote lag 2014 bei den 60- bis 65-Jährigen bei 52,3 Prozent - im Gegensatz zu 76,9 Prozent bei den 55- bis 60-Jährigen. Allerdings war sie bei der älteren Gruppe seit 2004 viel deutlicher gestiegen, damals lag sie nur bei 25,1 Prozent. 

Italien mit Schreckensvision

In Italien ist man schon etwas weiter. Um ein Haushaltsloch zu vermeiden, hatte das Land eine gestaffelte Anhebung des Mindestrentenalters zunächst auf 67 bis zum Jahr 2026 beschlossen - mit der Option, bis 70 weiterzuarbeiten.

Doch selbst das könnte für die heutigen Mittdreißiger nun nicht mehr reichen. Einige der im Jahr 1980 Geborenen, die Lücken im Erwerbsleben und damit bei den Rentenbeiträgen aufweisen, werden wohl nicht vor 2055 in Rente gehen - dann sind sie 75 Jahre alt. 

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