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Faire Löhne in Einkaufsländern: Tchibo fordert mehr staatliche Regulierung

Faire Löhne in Einkaufsländern  

Tchibo fordert mehr staatliche Regulierung

02.04.2019, 13:43 Uhr | dpa

Faire Löhne in Einkaufsländern: Tchibo fordert mehr staatliche Regulierung. Tchibo-Logo an einem Geschäft: Der Kaffeeröster und Einzelhändler setzt sich für faire Löhne für Beschäftigte ein. (Quelle: imago images/Waldmüller)

Tchibo-Logo an einem Geschäft: Der Kaffeeröster und Einzelhändler setzt sich für faire Löhne für Beschäftigte ein. (Quelle: Waldmüller/imago images)

Der Tchibo-Konzern setzt sich für mehr staatliche Regulierung ein. Zum Schutz der Beschäftigten in den Schwellenländern fordert der Kaffeeröster und Einzelhändler faire Löhne. Was schlägt Tchibo vor?

Im Bemühen um faire Bezahlung der Arbeiter in Einkaufsländern, appelliert Tchibo an staatliche Stellen. "Freiwillige Initiativen reichen nicht", sagt Nanda Bergstein, Tchibo-Direktorin für Unternehmensverantwortung. "Wenn wir jetzt gemeinsam keine höheren Löhne durchsetzen, bleibt 'fair fashion' eine Illusion."

Probleme sollen gemeinsam gelöst werden

Tchibo verfolge nach eigener Angabe seit 13 Jahren das strategische Ziel, ein zu 100 Prozent nachhaltig arbeitendes Unternehmen zu werden und habe dafür viel investiert und einiges erreicht. "Wir wollen und wir werden weiter investieren, aber wir stehen heute an einer Schwelle, an der wir unsere Investments in Nachhaltigkeit nicht weiter nennenswert steigern können, ohne unsere Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden", sagt Bergstein. Die Probleme seien so global und komplex, dass sie nur von allen Beteiligten gemeinsam gelöst werden könnten.

Regierungen der Einkaufsländer müssen mitarbeiten

Ein Beispiel sei die Initiative "ACT on Living Wage", die dringend regulatorische Unterstützung brauche. ACT sei die einzige Initiative weltweit mit dem Potenzial, das Thema existenzsichernde Löhne in der Textilindustrie langfristig und nachhaltig zu lösen. "Und doch drohen wir daran zu scheitern, dass wir nicht genügend Partner haben", sagt Bergstein. Als Beispiel nannte sie Kambodscha: Dort verhandeln 21 Textilmarken mit Regierung und Arbeitgebern über Tarifverhandlungen, um die Löhne anzuheben. Die Unternehmen stehen für die Hälfte der kambodschanischen Textilproduktion. Doch die Regierung sei besorgt, dass die andere Hälfte bei höheren Löhnen aus dem Markt abwandert und so die Wettbewerbsfähigkeit Kambodschas geschwächt werde.


"Mehr Unternehmen müssen sich ACT anschließen", fordert Bergstein. Dazu müssten die Regierungen der Abnehmerländer die Lieferländer öffentlich unmissverständlich unterstützen und in Deutschland müssten sich alle Marktteilnehmer verpflichten, an ACT teilzunehmen. Andernfalls drohe das Ende der Nachhaltigkeit in der Textilindustrie. Tchibo-Chef Thomas Linemayr will die Problematik mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und anderen Experten diskutieren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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