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Geldanlage: So profitieren Sie von der Angst der anderen


Was Sie als Sparer jetzt mit Ihrem Geld tun sollten

Eine Kolumne von Daniel Saurenz

Aktualisiert am 14.08.2022Lesedauer: 4 Min.
Meinung
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Lächelnde Frau vor dem Laptop (Symbolbild): Wer in unsicheren Zeiten an der Börse einsteigt, dürfte sich langfristig über eine ordentliche Rendite freuen.
Lächelnde Frau vor dem Laptop (Symbolbild): Wer in unsicheren Zeiten an der Börse einsteigt, dürfte sich langfristig über eine ordentliche Rendite freuen. (Quelle: Urupong/Getty Images)
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Viele Anleger lassen sich von der Angst am Markt beeindrucken und greifen bei Schnäppchen nicht zu. Das muss nicht sein. Wie Sie jetzt am besten vorgehen.

Aus dem Supermarkt kennt es jeder: Unser Gehirn schüttet Glückshormone aus, wenn Butter, Bier und Boxershorts günstiger sind als normal. Längst nicht mehr allein zum klassischen Sommer- oder Winterschlussverkauf werben Einzelhändler mit Sonderangeboten, wobei die Rabattzahlen gar nicht groß genug sein können. Qualität gibt es dann billiger. Und zwar deutlich.

Komischerweise bekommen Anleger bei Aktien genau dann, wenn Qualität billiger wird, kalte Füße und große Angst. Oft sichern sie ihr Depot ab, wenn die Stimmung am Markt im Keller ist und nicht, wenn eher Gier und Euphorie vorherrschen.

Angst vor dem falschen Zeitpunkt

Erklärbar ist dieses Phänomen durchaus. Grundsätzlich sind Aktien nämlich immer dann günstig, wenn die meisten Menschen Sorgen umtreiben. So wie bereits im Frühjahr türmen sich auch jetzt die Probleme auf und viele sehen vor Zinsangst, Gasfurcht für den Winter und Rezessionssorgen keinen Ausweg, im Gegenteil:

Viele Anleger fürchten sich davor, dass es an den Märkten noch viel weiter runtergeht und verkaufen deshalb nicht selten ihre Anteile. Und selbst wer das nicht tut, schlägt häufig auch nicht zu, um auf Schnäppchenjagd zu gehen. Wer will schon derjenige sein, der eine BASF- oder SAP-Aktie bei 40 Prozent Abstand zum Rekordhoch gekauft hat, wenn es womöglich bald 50 oder 60 Prozent sein werden?

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Was viele dabei außer Acht lassen: Die Angst vor fallenden Kursen und den Problemen am Markt frisst die zukünftige Rendite auf. Denn Aktien haben ein paar Wahrheiten, die niemand leugnen kann. So betonen viele Experten nicht umsonst, dass ein breiter, weltweit zusammengestellter Aktienkorb jährlich im Schnitt rund sieben Prozent Rendite abwirft. Im Schnitt bedeutet das, dass es mal 25 Prozent sein können, aber auch mal minus 30 Prozent in einem Jahr.

Einfache Mathematik zeigt damit aber auch, dass besonders negative Jahre auf lange Sicht reizvoll sind. Angst sollte also Seele nicht aufessen, sondern Rendite liefern.

Der Aktienprofi

Daniel Saurenz ist Finanzjournalist, Börsianer aus Leidenschaft und Gründer von Feingold Research. Mit seinem Team hat er er mehr als 150 Jahre Börsenerfahrung und bündelt Börsenpsychologie, technische Analyse, Produkt- und Marktexpertise. Bei t-online schreibt er über Investments und die Lage an den Märkten, immer unter dem Fokus des Chance-Risiko-Verhältnisses für Anleger. Sie erreichen Daniel auf seinem Portal www.feingoldresearch.de.

Realistische Rechnungen helfen

Schauen wir uns an, was das langfristig heißen könnte. Stellen wir uns dafür vor, der Dax stiege bis zum Jahr 2030 auf 20.000 Zähler. Dieses Ziel ist vollkommen realistisch. Wer in sorgenvollen Zeiten den Dax bei 12.500 Punkten einsammelt, fährt final weitaus mehr Rendite ein als Anleger, die warten, bis die Luft wieder rein ist.

Einzige Voraussetzung dafür: Wir müssen verstehen, dass Phasen großer Angst bei Aktien eine zugleich große Chance sind. Umgekehrt sind Phasen der Entspannung am Markt gute Gelegenheiten, Puffer ins Portfolio einzuziehen.

Denn eine weitere Wahrheit des Marktes ist auch, dass Kurse Nachrichten machen und nicht umgekehrt. Was heißt das? Nun, Anleger sind geneigt, manchmal nur das Negative und manchmal nur das Positive sehen zu wollen. Ende 2021 wollte beispielsweise niemand Risiken sehen. Kaum drei Monate später, mit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, wollte kaum jemand Chancen sehen. So schnell ist die Börse.

Kennzahlen helfen weiter

Um psychologische Fallen zu vermeiden, können Sie als Anleger objektive Daten am Markt nutzen. Wichtig ist vor allem die Volatilität. Sie zeigt nichts anderes als Angst oder Gier am Finanzmarkt an. Mehr zur Volatilität lesen Sie hier.

Um eine Orientierung zu erhalten, hilft die Bandbreite der vergangenen 20 Jahre. Zum Höhepunkt der Lehman- und Bankenkrise 2008 notierten der VDax und Vix als Angstbarometer für Deutschland und USA bei rund 80 Punkten. 2020 in der Corona-Pandemie ging es sogar auf knapp 100 Zähler nach oben.

Die tiefsten Stände waren in den vergangenen Jahren zwischen Werten um die 10 und 12 zu verzeichnen. 2022 hangeln sich die Angstindikatoren der Volatilität zwischen 20 und 50 entlang, wobei die 50 im Februar zum Beginn des Ukraine-Kriegs erreicht wurde.

Wo ist die Angst?

Jetzt, Anfang August, ist die Volatilität dagegen auf gut 20 gesunken. Das zeigt, dass die Angst am Aktienmarkt aufgrund nachlassender Inflations- und Zinssorgen nicht besonders groß ist. Es mag sich in Zeiten niedriger Volatilität besser anfühlen, Aktien zu kaufen – das Chance-Risiko-Verhältnis ist jedoch dann meist besser, wenn die Volatilität hoch und das Umfeld pessimistisch ist. Gerade neutrale Daten wie die Volatilität helfen dann.

Immer an Gartenstühle oder Cabrios denken

Falls Sie also Aktien kaufen möchten, denken Sie zunächst einmal darüber nach, ob Ihr Umfeld den Kopf schüttelt oder sie merklich positiv bestärken würde. Bleiben Sie im Bild von Cabrio oder Gartenmöbeln im Spätherbst oder den neuen Skiern im Mai. Wenige Käufer denken genau dann an den Kauf dieser Artikel, doch ein paar Monate später freut man sich, wenn man sie zum vermeintlich falschen Zeitpunkt erworben hat.

So kontern Sie die Gier am Markt

Wo aber stehen die Märkte jetzt – überwiegt die Angst oder die Gier? Der Sentiment-Indikator meines Unternehmens Feingold Research zeigt das höchste Maß an Gier seit Monaten an und die jüngste Rally von Schrott-Aktien in den USA ist auch ein eher mahnendes Signal. So bedeutet dies im August 2022, dass man nach der deutlichen Kursrally der vergangenen Wochen sein Depot eher mit defensiven Komponenten bestücken sollte als der Rally hinterherzulaufen.

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Als Anleger halten Sie daher entweder einiges an Cash vor oder bauen in Ihre Depots auch Absicherungen ein. Da die Volatilität niedrig ist, sind auch Sicherungsnetze gerade günstig. Je ein Prozent des Depots können Sie gerade beruhigt in absichernde Put-Optionsscheine auf den Dax oder S&P 500 investieren. Auf den Dax eignet sich ein Put mit Laufzeit 06/2023, auf US-amerikanische Aktien wählt man den Put mit Laufzeit März 2023.

Wer statt Sicherungen über den Einstieg in Etappen am Aktienmarkt mitmischen will, dem seien ETF-Sparpläne empfohlen, über die meine Kollegin Jessica Schwarzer immer wieder schreibt, oder ein offensiver Einstieg, wenn die Angst wieder da ist. Doch darüber sprechen wir, wenn es soweit ist – vielleicht schon in wenigen Wochen.

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Von Daniel Saurenz
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