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Die Rente naht: Vorsicht! Diesen Fehler sollten Sie jetzt nicht begehen


Altersvorsorge
Die Rente naht – diesen Fehler sollten Sie jetzt nicht begehen

MeinungEine Kolumne von Jessica Schwarzer

Aktualisiert am 05.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.
Was wird aus der Riester-Rente?.Vergrößern des Bildes
Eine ältere Frau zählt ihr Geld (Symbolbild): Die Altersvorsorge sollte das Letzte sein, woran man jetzt spart. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa./dpa)

Die hohe Inflation macht das Leben teuer. Viele sparen deshalb, wo es eben geht. Worauf Sie aber nicht verzichten sollten, ist Ihre Altersvorsorge.

Die Preise ziehen an, und zwar ziemlich kräftig. Wir merken es im Supermarkt, im Restaurant und – nach dem Ende des Tankrabatts – auch wieder an der Zapfsäule. Die Inflation ist so hoch wie seit 70 Jahren nicht mehr. Um fast acht Prozent sind die Preise im August im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

Das ist üppig! Und die Bundesbank warnt bereits, dass die Teuerungsrate im Herbst die Zehn-Prozent-Marke knacken könnte.

Für immer mehr Menschen wird ihr bisheriges Leben unbezahlbar. Am Ende des Monats bleibt nichts mehr übrig. Auch die Sparkassen schätzen, dass die Mehrheit der Bundesbürger zunehmend an finanzielle Grenzen kommt.

Geld zurückzulegen wird schwieriger

Sie rechnen damit, dass aufgrund der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen. Vor einem Jahr waren laut Sparkassen-Vermögensbarometer gerade einmal 15 Prozent nicht in der Lage, Geld zurückzulegen.

Und es kommt noch schlimmer: Immer mehr Girokonten rutschen zum Monatsende ins Minus. Das kann natürlich kein Dauerzustand sein. Wir müssen gegensteuern. Sparen ist angesagt. Die Kosten müssen runter.

Widerstehen Sie aber dem Reflex, Ihre Sparverträge, Fonds- oder ETF-Sparpläne oder – schlimmer noch – Ihre Altersvorsorge zu kündigen. Das sollten Sie zuallerletzt tun. Sie haben sicher noch anderes Sparpotenzial, das Sie heben können.

Es gibt viele Möglichkeiten, Geld zu sparen

Glauben Sie nicht? Oft ist es aber so, sehr oft sogar. Mein Vorschlag: Führen Sie für einige Wochen ein Haushaltsbuch. Das ist ein bisschen lästig, hilft aber ungemein. Und fördert oft Überraschendes zutage. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haushaltsbuch sowie ein entsprechendes Muster finden Sie hier.

Was kommt rein, was geht raus und wofür? Das können Sie auf Papier tun oder mithilfe einer Excel-Tabelle, sogar spezielle Apps gibt es dafür. Und ich verspreche Ihnen: Sie haben Sparpotenzial. Irgendetwas finden wir alle.

t-online-Kolumnistin Jessica Schwarzer
(Quelle: Michel Passin)

Die Börsenexpertin

Jessica Schwarzer ist Finanzjournalistin, Bestsellerautorin und langjährige Beobachterin des weltweiten Börsengeschehens. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit. Zuletzt ist ihr jüngstes Buch "Warum wirklich jeder entspannt reich werden kann" erschienen. Bei t-online schreibt sie über Investments und Finanztrends, die eine breit gestreute Basis-Geldanlage ergänzen. Sie erreichen sie auf LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram.

Ungenutzte Abos, überdimensionierte Handyverträge und das belegte Brötchen vom Bäcker sind nur drei Beispiele von vielen. Das reicht noch nicht? Vielleicht verkneifen Sie sich den einen oder anderen Restaurantbesuch, möglicherweise auch einen Wochenendtrip oder den nächsten Urlaub?

Verzicht ist wichtig – aber nicht bei der Altersvorsorge

Auch wenn es wehtut, wir werden uns wohl in den kommenden Monaten in Verzicht üben müssen. Die eine weniger, der andere mehr.

Nicht verzichten sollten wir aber auf unseren langfristigen Vermögensaufbau und unsere Altersvorsorge. Wenn es gar nicht anders geht, können Sie vielleicht vorübergehend die Rate Ihres ETF- oder Fondssparplans heruntersetzen.

Das aber sollte nur der letzte Ausweg sein. Und vergessen Sie nicht, sie irgendwann auch wieder hochzusetzen, wenn sich die Lage entspannt hat.

Wer Riester-Verträge kündigt, zahlt nach

Ganz vorsichtig sollten Sie bei Renten- oder Lebensversicherungen, Riester- und Rürup-Verträgen sein. Diese zu kündigen, kann teuer werden. Nicht nur wegen der Gebühren, sondern weil Sie gegebenenfalls draufzahlen.

Bei Riester-Verträgen müssen Sie beispielsweise die Zulage und den Steuervorteil zurückzahlen. Das kann verdammt viel Geld sein. Viele Versicherungsverträge kann man aber ruhen lassen.

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Bevor Sie sich also an Ihren Altersvorsorge-Ordner machen und übereilt Verträge kündigen, lassen Sie sich bitte beraten, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale. So können Sie extrem teure Fehler vermeiden.

Versicherungen haben oft günstigere Tarife

Apropos Versicherungen: Auch da gibt es oft Sparpotenzial. Rufen Sie Ihren Versicherungsmakler an, fragen Sie nach günstigeren Tarifen. Oft sind die Bedingungen dann übrigens besser. Denn auch bei Versicherungen gab es in den vergangenen Jahren viel Wettbewerb nebst sinkenden Prämien. Sie bekommen dann also mehr für weniger Geld. Wunderbar.

Sie sehen, Sparpotenzial könnte es eine Menge geben. Sie müssen es nur heben. Und dann bleibt hoffentlich noch etwas für Ihren langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge übrig.

Denn wir alle wissen mittlerweile, dass es ohne private Altersvorsorge sowieso nicht geht und dass uns Altersarmut droht, wenn wir nicht privat vorsorgen. Das sollten wir auch und vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht vergessen.

Transparenzhinweis
  • Der Artikel stellt keine Kauf- oder Anlageberatung dar. Auf Finanzanalysen von Dritten hat die t-online-Redaktion keinen Einfluss.
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