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Wie lange darf eine Überweisung dauern? – Infos und Fristen

In- und Ausland  

Wie lange darf eine Überweisung dauern?

Von Sabrina Manthey, Christine Holthoff

31.07.2020, 17:23 Uhr
Wie lange darf eine Überweisung dauern? – Infos und Fristen. Online-Überweisung: Banken müssen Überweisungen und Lastschriften innerhalb enger Fristen ausführen. Doch es gibt auch Ausnahmen. (Quelle: Getty Images/Pinkypills)

Online-Überweisung: Banken müssen Überweisungen und Lastschriften innerhalb enger Fristen ausführen. Doch es gibt auch Ausnahmen. (Quelle: Pinkypills/Getty Images)

Pro Jahr überweist jeder Deutsche im Schnitt 79 Mal Geld. Oft gilt es dabei, eine Frist einzuhalten. Doch wie lange dauern Überweisungen eigentlich? Unser Überblick zeigt, wie sehr sich Banken sputen müssen.

Bis 2012 ging es bei Überweisungen noch recht gemütlich zu. Der Geldtransfer durfte bis zu einer Woche dauern. Seitdem hat das Tempo ordentlich angezogen. Vor allem Bankkunden, die Geld bis zu einem bestimmten Datum überwiesen haben müssen, dürfte das freuen.

Doch wie viel Zeit sollten sie dafür genau einplanen? Und was gibt es bei Überweisungen sonst noch zu beachten? Ein Überblick. 

Wie lange dauert eine Überweisung?

Seit dem 1. Januar 2012 müssen Banken innerhalb des europäischen SEPA-Raums elektronische Überweisungen innerhalb eines Bankarbeitstages ausführen. Das gilt für inländische wie grenzüberschreitende Überweisungen sowie Lastschriften in Euro.

Geben Sie eine Überweisung per Online-Banking oder am Bankterminal in Auftrag, muss der Empfänger den Betrag am nächsten Arbeitstag auf dem Konto haben. Länger dauert es, wenn Sie Geld ins außereuropäische Ausland überweisen.

Grundlage ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) § 675s Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge. Dort sind diese Fristen für Überweisungen festgelegt:

  • 1 Tag für Überweisungen in Euro innerhalb der EU sowie nach Island, Liechtenstein und Norwegen
  • 2 Tage für beleghafte Überweisungen (Überweisung mittels Überweisungsvordruck)
  • 4 Tage für Überweisungen, die nicht auf Euro lauten, innerhalb der EU und nach Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und in die Schweiz
  • unbegrenzt für Überweisungen außerhalb der EU

Wovon hängt die Dauer der Überweisung ab?

Drei Punkte sind hier entscheidend:

  • die Art der Überweisung
  • der Tag der Überweisung
  • die Uhrzeit der Überweisung

Art der Überweisung: Ihre Bank darf sich einen Tag länger Zeit lassen, wenn Sie die Überweisung auf einem Papierformular in Auftrag geben – die Bank hat also insgesamt zwei Arbeitstage dafür Zeit.

Tag der Überweisung: Es kann außerdem länger dauern, wenn Sie freitags Geld überweisen wollen. Wochenenden sind nämlich keine Bankarbeitstage, Zahlungen werden dann nicht bearbeitet. Gleiches gilt für Feiertage. Diese Fristen gelten nicht nur innerhalb eines Landes, sondern international.

Uhrzeit der Überweisung: Jede Bank hat einen Annahmeschluss für Überweisungen, den sie selbst regeln kann. In der Regel liegt der zwischen 14 und 18 Uhr.

Wann sind Bankfeiertage?

Banken bearbeiten weder am Wochenende noch an bundesweiten Feiertagen Überweisungen. An regionalen Feiertagen hingegen bleibt zwar der Schalter geschlossen, bargeldlose Zahlungen werden aber trotzdem bearbeitet.

Diese Bankfeiertage gelten in Deutschland:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Heiligabend (24. Dezember)
  • Weihnachtsfeiertag (25. Dezember)
  • 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember)
  • Silvester (31. Dezember)

Welche Fristen gelten beim Onlinebanking?

Die Annahmefristen unterscheiden sich je nach Kreditinstitut und sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgehalten. Geht Ihre Überweisung erst danach ein, leitet die Bank Ihren Auftrag erst am nächsten Bankarbeitstag weiter.

Die Überweisung kommt somit entsprechend später auf dem Zielkonto an. Bei bankinternen Überweisungen geht es meist schneller: Sie werden in der Regel sofort umgebucht.

Annahmefristen beim Onlinebanking:

  • Sparda Bank: 19.30 Uhr
  • Postbank: 14.00 Uhr
  • Berliner Sparkasse: 19.30 Uhr
  • ING: 18.00 Uhr
  • DKB: 15.00 Uhr
  • Deutsche Bank: 15.59 Uhr
  • Norisbank: 15.30 Uhr
  • DAB-Bank: 16.30 Uhr
  • Volksbank 16.40 Uhr
  • Commerzbank: 17.00 Uhr
  • Hypovereinsbank: 17.00 Uhr
  • Comdirect: 18.00 Uhr
  • Targo Bank: 20.15 Uhr

Was tun, wenn es besonders schnell gehen muss?

Sollten Sie es einmal sehr eilig haben, bieten Ihnen Banken zwei Möglichkeiten, mit denen Ihr Geld noch am gleichen Tag beim Empfänger ankommt: Blitzüberweisung und Echtzeit-Überweisung.

  • Blitzüberweisung: Sie können sie sowohl online als auch am Bankschalter vornehmen. Wie lange es genau dauert, bis das Geld überwiesen ist, hängt vom Geldinstitut ab, in der Regel sind es aber nur wenige Stunden. Diesen Service lassen sich die Banken aber etwas kosten – meist zwischen 5 und 25 Euro. Und: Online gelten auch hier Annahmefristen; bei der Sparkasse zum Beispiel 16 Uhr.
  • Echtzeit-Überweisung: Noch schneller als der Blitz ist bei Banken diese Art der Überweisung. Nach nur wenigen Sekunden ist Ihr Geld beim Empfänger – an egal welchem Tag des Jahres. Auch hier fallen aber wieder zusätzliche Kosten an. Und die Echtzeit-Überweisung funktioniert nur online.

Was sind Vor- und Nachteile der schnelleren Überweisung?

Für Bankkunden haben die seit 2012 verkürzten Fristen den Vorteil, dass Überweisungen schneller ausgeführt werden. Wer beispielsweise online etwas auf Rechnung eingekauft hat, kann sich sicher sein, dass das Geld bei Online-Überweisung am nächsten Werktag beim Verkäufer angekommen ist.

Die verkürzte Frist für Überweisungen hat aber auch einen Nachteil: Passiert Ihnen beim Überweisen aus Versehen einen Fehler, ist es wegen der verkürzten Überweisungsdauer oft deutlich schwieriger, die Überweisung zu widerrufen.

Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin

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