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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wann das Bankgeheimnis aufgehoben werden darf

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 04.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Bankberatung (Symbolbild): Das Bankgeheimnis ist Gewohnheitsrecht.
Bankberatung (Symbolbild): Das Bankgeheimnis ist Gewohnheitsrecht. (Quelle: PhotoAlto/imago-images-bilder)
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Durch das Bankgeheimnis darf Ihr Kreditinstitut Dritten nicht mitteilen, wie viel Geld Sie auf dem Konto haben, oder wie hoch Ihr Darlehen ist. Doch von dieser Regel gibt es einige Ausnahmen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist das Bankgeheimnis?
  • Wann gilt das Bankgeheimnis – und wann nicht?
  • Gibt es in der Schweiz einen Sonderfall des Bankgeheimnisses?

Dass man ĂŒber Geld nicht redet, ist ein altes Sprichwort. Ob Sie sich daran halten, ist Ihre Sache. FĂŒr Banken jedoch hat es bindende Wirkung, zumindest wenn es um das Geld ihrer Kunden geht.


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Das Bankgeheimnis ist zwar nicht im Gesetz festgeschrieben, trotzdem halten sich die GeldhĂ€user daran. Was viele nicht wissen: Beim Bankgeheimnis gibt es Ausnahmen. t-online erklĂ€rt Ihnen, wann Ihr Kreditinstitut Auskunft ĂŒber Ihren Vermögensstand geben darf.

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Was ist das Bankgeheimnis?

Das Bankgeheimnis regelt, dass sich die Bank zur Verschwiegenheit ĂŒber die GeschĂ€ftsbeziehungen gegenĂŒber Dritten verpflichtet. Das heißt: Sie darf wichtige Informationen ihres Kunden nicht preisgeben, zum Beispiel den Kontostand, Geldbewegungen, Informationen ĂŒber Kredite oder Sparguthaben. Wollen Dritte derlei Informationen von der Bank haben, kann sich das Kreditinstitut auf das Bankgeheimnis berufen.

Doch anders als viele glauben, ist das Bankgeheimnis nicht gesetzlich festgeschrieben. Stattdessen gilt es als Gewohnheitsrecht, da es bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert. Geregelt wird es zwischen einem Geldhaus und dem Kunden etwa in den Allgemeinen GeschÀftsbedingungen (AGB).

Gut zu wissen: Das Bankgeheimnis gilt in der Regel nur fĂŒr Privatpersonen. Firmen oder andere juristische Personen mĂŒssen explizit untersagen, dass Daten an Dritte weitergegeben werden dĂŒrfen.

Wann gilt das Bankgeheimnis – und wann nicht?

Das Bankgeheimnis greift in den meisten FÀllen, etwa wenn Sie online Kredite vergleichen. Eine Bank erfÀhrt also nicht automatisch, ob Sie bereits Kredite haben und wie hoch diese sind.

Auch wenn ein Verwandter von Ihnen Geld am Schalter abheben oder generell Informationen ĂŒber Ihren Kontostand haben möchte, geht das in der Regel nicht ohne Vollmacht.

Doch es gibt einige Ausnahmen vom Bankgeheimnis. Eine Übersicht:

  • Tod: Stirbt der Kontoinhaber, wird das Bankgeheimnis grĂ¶ĂŸtenteils aufgehoben. So muss die Bank der Finanzbehörde nach dem Tod des Kontoinhabers mitteilen, welche VermögensbestĂ€nde der Verstorbene besaß, also wie viel Geld auf dem Bankkonto ist – und ob man ein Bankschließfach hatte (§ 33 ErbStG). Den Inhalt des Schließfaches darf das Kreditinstitut aber nicht melden.
  • Verbrechen: Besteht gegen den Kontoinhaber der Anfangsverdacht eines Verbrechens wie Steuerhinterziehung, GeldwĂ€sche oder Terrorismus, muss das Finanzinstitut der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht Auskunft ĂŒber die Kontobewegungen und andere Bankdaten geben. Das Bankgeheimnis darf fĂŒr diese Auskunftspflicht gebrochen werden. Diese Strafen drohen bei GeldwĂ€sche. Etwas anderes als bei einem Strafprozess gilt bei einem Zivilprozess. Hier bleibt das Bankgeheimnis ausdrĂŒcklich bestehen: Sollte ein Bankmitarbeiter im Rahmen eines Zivilprozesses ĂŒber das Bankkonto eines Beklagten aussagen, verstĂ¶ĂŸt er gegen die AGB der Bank.
  • Bafög und Hartz IV: Stellt man einen Antrag auf Bafög, also auf finanzielle Förderung beispielsweise fĂŒr das Studium, kann die zustĂ€ndige Behörde ebenfalls eine Bankauskunft ĂŒber die Daten des Antragstellers verlangen. Das Kreditinstitut muss diesem Antrag dann Folge leisten. Dasselbe kann auch bei Sozialleistungen wie Hartz IV oder Grundsicherung greifen. In diesen FĂ€llen kann ebenfalls das Bankgeheimnis missachtet werden.

Wichtig: In den AGB von Banken gibt es oft eine sogenannte Schufa-Klausel, meist jedoch vom eigentlichen Vertrag getrennt. Das heißt: Die Bank darf mit Einwilligung des Kunden bestimmte Daten an die Auskunftei Schufa (und andere Kreditratingagenturen) weitergeben. Eine generelle, automatische Weitergabe an die Schufa gibt es dabei nicht, es greift stets eine InteressenabwĂ€gung.

Gibt es in der Schweiz einen Sonderfall des Bankgeheimnisses?

Ja und nein. Gesetzlich ist zwar ein Bankgeheimnis festgeschrieben. Doch faktisch wurde das mit einem EU-Abkommen aufgehoben, zumindest fĂŒr BĂŒrger der EU.

Seit 2018 kann und soll die Schweiz den Mitgliedstaaten der EU Auskunft ĂŒber die Bankkonten der EU-BĂŒrger geben, etwa ĂŒber Name, Steuernummer und auch Guthaben oder ErtrĂ€ge aus Zinsen – und zwar jedes Jahr. So soll GeldwĂ€sche und Steuerbetrug mit Schweizer Konten unterbunden werden.

FĂŒr Schweizer BĂŒrger gilt indes weiterhin ein umfangreiches Bankgeheimnis. Anders als in Deutschland wird es nicht bei der "Steuerhinterziehung", sondern nur beim "Steuerbetrug" aufgehoben.

In der Schweiz wird zwischen diesen StraftatbestĂ€nden unterschieden: Steuerhinterziehung meint, dass man falsche Angaben bei der SteuererklĂ€rung macht – zum Beispiel bestimmte Vermögen "vergisst" anzufĂŒhren. Steuerbetrug dagegen meint, dass jemand Urkunden fĂ€lscht, um die Finanzbehörden zu tĂ€uschen.

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