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Einkommensteuererklärung: Erstattung dauert diesmal länger


Einkommensteuererklärung: Erstattung dauert diesmal länger

27.02.2012, 12:52 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Einkommensteuererklärung: Erstattung dauert diesmal länger. Steuererklärung: Die Erstattung verzögert sich (Quelle: dpa)

Steuererklärung: Die Erstattung verzögert sich (Quelle: dpa)

Wer seine Einkommenssteuererklärung abgibt, hat normalerweise nach vier bis sechs Wochen den Steuerbescheid im Briefkasten. Kurze Zeit später trudelt dann auch eine eventuelle Erstattung auf dem Konto ein - im Schnitt über 860 Euro für einen Arbeitnehmer. Deshalb beeilen sich viele, die Unterlagen gleich zu Jahresbeginn beim Finanzamt einzureichen. Doch dieses Jahr müssen die Schnellen warten: Nicht nur, dass es bisher keine Rückerstattungen gab - nein, die Finanzämter haben mit der Bearbeitung noch nicht einmal begonnen. Jetzt ist der Unmut bei den betroffenen Steuerzahlern groß.

Vor Mitte März gibt es diesmal keinen Cent. Die Finanzverwaltung ist bundesweit völlig überlastet. Mit der Bearbeitung der Steuererklärungen für 2011 könne erst im März begonnen werden, hat etwa das Bayerische Landesamt für Steuern in München angekündigt.

Beschwerden nehmen zu

Viele Steuerzahler seien wegen der späten Rückzahlungen genervt und oft auch erbost, berichtet Thomas Eigenthaler, Vorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft. Viele hätten fest mit einer frühen Erstattung gerechnet. In den meisten Finanzämtern laufen bereits die Telefone heiß vor lauter Anfragen. Doch das Nachbohren lege den Betrieb nur zusätzlich lahm, bittet beispielsweise das Finanzamt Emmendingen in Baden-Württemberg fast schon flehentlich um Nachsicht.

"Die Situation spitzt sich zu", kritisiert Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Dass die Finanzbeamten zurzeit in Arbeit ersticken, liege nicht nur an massiven EDV-Problemen. Das "Gesamtkonzept ist überarbeitungsbedürftig".

Frist für Nachreichungen läuft noch

Als Hauptgrund für die verzögerte Bearbeitung von Steuererklärungen von bis zu einem Vierteljahr wird eine gesetzliche Änderung angeführt. Bis zum 28. Februar haben Arbeitgeber, Versicherungen, Krankenkassen und andere Stellen Zeit, um benötigte Steuerdaten elektronisch an die Finanzbehörden zu schicken, wie Roland Jüptner, Präsident des Bayerischen Landesamts für Steuern, erklärt.

Dazu gehören beispielsweise Lohnsteuerbescheinigungen, Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge sowie Rentenbezugsmitteilungen. Doch die Datenflut werde immer größer, betont Rauhöft. Und solange nicht alles da ist, bleibt die Bearbeitung liegen. Was für Extra-Probleme sorgt: Die Software für die neue Übermittlung steht häufig erst seit Ende Januar bereit, auf den letzten Drücker also.

"Es wirkt wie eine Veräppelung"

"Eigentlich kann man das den Bürgern nicht vermitteln, dass es an der elektronischen Übersendung von Daten hakt", sagt Gewerkschaftschef Eigenthaler. "Es wirkt wie eine Veräppelung, wie eine Ausrede." Der Gesetzgeber müsse die Frist deutlich nach vorn ziehen, fordert Eigenthaler.

Doch die Finanzämter kämpfen derzeit mit noch viel mehr Problemen. Die massive Arbeitsbelastung liegt vor allem an der Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte ElStAM. Der Start musste wegen technischer Probleme bereits zum zweiten Mal verschoben werden, diesmal auf 2013. Aber weil die Papierlohnsteuerkarte bereits seit 2011 abgeschafft ist und die Finanzämter sämtliche Anfragen von Steuerzahlern schultern müssen, sei es zu einer großen "Bugwelle" an Arbeit gekommen, berichtet Eigenthaler. "Bis die Umstellung funktioniert und abgearbeitet ist, das dauert ewig."

Zunächst werden Steuererklärungen aus 2010 abgearbeitet

Wer sich dieses Jahr also besonders beeilte mit seiner Steuererklärung, hatte einfach Pech. Bis März werden jetzt noch die "alten" Steuererklärungen aus 2010 bearbeitet, die derzeit noch eintrudeln. Ab März sind dann die neuen für 2011 dran - aber wenigstens nach der Reihenfolge der Einsendung, wie Jüptner betont. Am 31. Mai als letztem Termin fürs Abgeben der Steuererklärung wird im Übrigen nicht gerüttelt, Arbeitsbelastung hin oder her. Nur wer einen Steuerberater hat, kann sich etwas mehr Zeit lassen.

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