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Facebooks Währungspläne stellen uns vor Probleme

Eine Kolumne von Ursula Weidenfeld

Aktualisiert am 02.07.2019Lesedauer: 3 Min.
M√ľnze und Facebook-Logo: Bis zum Jahr 2020 will der Internetkonzern gemeinsam mit weiteren Unternehmen die W√§hrung Libra auf den Markt bringen.
M√ľnze und Facebook-Logo: Bis zum Jahr 2020 will der Internetkonzern gemeinsam mit weiteren Unternehmen die W√§hrung Libra auf den Markt bringen. (Quelle: Christian Ohde/imago-images-bilder)
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Verbieten wäre zu einfach, nur zuzusehen verantwortungslos: Facebooks Pläne, eine eigene Weltwährung zu erschaffen, stellen Regierungen und Notenbanken vor große Herausforderungen.

Ausgerechnet Facebook. Die Firma steht seit Monaten unter Beschuss, weil sie schludrig mit Nutzerdaten umgeht. Sie schafft es nicht einmal, ihre Mitglieder auf einen ordentlichen Umgangston zu verpflichten. Ausgerechnet dieses Unternehmen also will Ausgangspunkt eines neuen, preiswerten, vertrauensw√ľrdigen Finanzsystems werden? Eine Art Welt-Sozial-Finanzdienstleister? Eine Initiative, die eine neue digitale Weltw√§hrung schafft, die aus teuren √úberweisungen und Geldtransfers in andere L√§nder ein preiswertes Vergn√ľgen macht? Die Menschen Zugang zu Geldgesch√§ften gibt, die bisher nicht einmal ein Konto haben?

Warum eine weltweite digitale Währung gebraucht wird

Facebook? Genau an diesen Fragen wird sich am Ende entscheiden, ob die geplante neue Weltw√§hrung Libra Erfolg haben wird. Bis zum Jahr 2020 will der Konzern gemeinsam mit 100 weiteren Unternehmen den "Stable Coin" ‚Äď das stabile Geld ‚Äď auf den Markt bringen. Es spricht viel daf√ľr, dass das Unternehmen mit der im Silicon Valley √ľblichen Mischung aus Gr√∂√üenwahn und Sendungsbewusstsein mehr Probleme schafft, als er zu l√∂sen vermag.

Bedarf f√ľr eine weltweite digitale W√§hrung gibt es, ohne Frage. Heute fungiert zwar der Dollar als Weltreservew√§hrung. Doch er ist l√§ngst nicht f√ľr alle zug√§nglich: Der Transfer in andere L√§nder und W√§hrungen ist aufwendig und teuer, manche Gegenden der Welt sind und bleiben wei√üe Flecken. Und: Die W√§hrungspolitik der Federal Reserve Bank ist allein auf die amerikanische Volkswirtschaft ausgerichtet.

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Andere Kryptow√§hrungen sind zu klein ‚Äď und zu unglaubw√ľrdig

Auf der anderen Seite gibt es den Bitcoin und andere Kryptow√§hrungen. Die sind zwar universal, aber sie funktionieren als Tausch- und Zahlungsmittel nicht, die meisten sind zu klein und zu wenig glaubw√ľrdig, um tats√§chlich als W√§hrung gelten zu k√∂nnen.

Eine digitale W√§hrung, die all diese Nachteile nicht h√§tte, w√§re also hocherw√ľnscht. Doch sollte die von einem privaten Konsortium, das Facebook anf√ľhrt, erschaffen und gemanagt werden? Eher nicht.

Wie Facebook sich unabhängig machen möchte

Nicht ohne Grund ist Geld ein staatliches Monopol. Nur eine unabh√§ngige staatliche Notenbank ist frei, sich ausschlie√ülich um den Werterhalt der W√§hrung k√ľmmern zu k√∂nnen. Nur sie hat kein eigenes Interesse an einem bestimmten Wechselkurs, an einer Konjunkturspritze vor den Wahlen oder an einem W√§hrungskrieg mit einem anderen Land. Ihr macht es nichts aus, ob Hersteller oder Lieferanten in einem sozialen Netzwerk Werbung schalten oder erfolgreich Handel treiben.

Facebook h√§tte diese Unabh√§ngigkeit nicht ‚Äď auch wenn der Konzern schw√∂rt, das Geld nicht selbst zu sch√∂pfen, die Reserven in einer Stiftung in der Schweiz zu verwalten und ein unabh√§ngiges Gremium mit der Glaubw√ľrdigkeitspflege zu beauftragen. Ein privatwirtschaftliches Konsortium erschafft eine Weltw√§hrung und l√§sst die damit verbundene Macht in einer Schweizer Stiftung verwalten: das k√∂nnte Stoff f√ľr einen James-Bond-Krimi sein. In der Realit√§t will man das nicht unbedingt erleben.

Warum Facebooks humanitäre Argumente ins Leere gehen

Facebook argumentiert in einem White Paper zum Vorhaben, man wolle mit dem Libra nur Gutes tun, eine Art Welt-Allmende, ein weltweites Gemeingut, schaffen. 1,7 Milliarden erwachsene Menschen h√§tten keinen Zugang zu einem Konto, die Mehrheit von ihnen verf√ľge aber √ľber Handy und Zugang zu digitaler Kommunikation. Dies zu nutzen und den Menschen die Chance zu er√∂ffnen, am globalen Zahlungsverkehr teilhaben zu k√∂nnen, soll das Ziel der Geldinitiative des Unternehmens sein.

Es geht allerdings auch eine Nummer kleiner: In Afrika gibt es beispielsweise l√§ngst Zahlungssysteme, die ausschlie√ülich √ľber den Mobilfunk arbeiten. Das Handy ersetzt das Konto. Hier wird der Zugang zu Finanzdienstleistungen auch erreicht ‚Äď allerdings ohne, dass daf√ľr die Weltherrschaft √ľber eine neue digitale W√§hrung angestrebt wird.

Facebooks Pläne werfen eine Reihe von Fragen auf

Denn √ľber die reine Geldfrage hinaus wirft die Initiative ein paar Fragen auf, die sich Regierungen und Zentralbanken schleunigst stellen m√ľssen ‚Äď und f√ľr die sie nach M√∂glichkeit auch flott ein paar Antworten finden sollten:

  • Wer reguliert ein soziales Netzwerk, das Bank und Notenbank in Einem werden will?
  • Wer kassiert die Gewinne, die aus dem Sch√∂pfen der neuen W√§hrung entstehen?
  • Wie verhindert man, dass ein solches Konstrukt zu einer Gefahr f√ľr die Stabilit√§t der Weltwirtschaft werden kann?
  • Welche Rolle k√∂nnen Nationalstaaten in einer Zukunft spielen, in der eine private Weltw√§hrungsorganisation eigene Wege zur Identifizierung von B√ľrgern entwickelt? Wege, die m√∂glicherweise besser sind als Pass, F√ľhrerschein oder Sozialversicherungsausweis?
  • Wer bek√§mpft Kriminalit√§t in diesem Netzwerk?

Nur verbieten, wäre zu einfach. Aber bloß zuzuschauen, wäre verantwortungslos. Wer weiß schon, ob Facebook als Weltwährung besser ist, denn als soziales Netzwerk?

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Ihr neuestes Buch heißt: "Regierung ohne Volk. Warum unser politisches System nicht mehr funktioniert."

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