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Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gef├Ąhrdet?

Von dpa
Aktualisiert am 21.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Vor wenigen Tagen waren die Gasspeicher in Deutschland nur noch zu knapp 45 Prozent gef├╝llt.
Vor wenigen Tagen waren die Gasspeicher in Deutschland nur noch zu knapp 45 Prozent gef├╝llt. Experten schlie├čen einen Versorgungsengpass nicht aus. (Quelle: picture alliance / dpa./dpa)
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Berlin/Essen (dpa) - Der Winter ist noch lange nicht vorbei, doch die F├╝llst├Ąnde der Erdgasspeicher in Deutschland bewegen sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Am Dienstag (18. Januar) waren sie nur noch zu knapp 45 Prozent gef├╝llt, wie aus einer ├ťbersicht der europ├Ąischen Speicherunternehmen hervorgeht.

Zum Vergleich: Vor genau drei Jahren, am 18. Januar 2019, lag der Wert bei 70 Prozent, am 18. Januar 2020 sogar bei 93 Prozent der Speicherkapazit├Ąt. Schon seit Anfang Mai 2021 l├Ągen die F├╝llst├Ąnde deutlich unter den Vergleichswerten seit Aufzeichnungsbeginn 2011, sagt Sebastian Bleschke vom Branchenverband der Speicherunternehmen, der Initiative Energien Speichern (INES).

Wof├╝r werden die Speicher gebraucht?

Sie gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem f├╝r den Gasmarkt. Wie gut sie gef├╝llt sind, h├Ąngt von der Jahreszeit ab: F├╝r gew├Âhnlich sind die Speicher mit Beginn der Heizperiode im Herbst gut gef├╝llt, im November 2018 etwa lag der F├╝llstand bei fast 90 Prozent. Bis zum Fr├╝hjahr nimmt er dann ab. Ende M├Ąrz 2019 lag er zum Ende des sogenannten Speicherjahres bei 54 Prozent. Ohne Speicher w├╝rde die Versorgung an kalten Tagen, wenn alle ihre Heizung aufdrehen, nicht funktionieren, betont Bleschke. Die Speicher liefern dann den Angaben nach bis zu 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases.

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Wie viele Gasspeicher gibt es in Deutschland?

Laut Branchenverband INES gibt es 47 Untertagespeicher, die von rund 25 Firmen betrieben werden. Zwei Speichertypen kommen zum Einsatz: Kavernenspeicher in Salzst├Âcken, bei denen das Gas in Hohlr├Ąumen lagert, und Porenspeicher, bei denen das Gas in durchl├Ąssigen Gesteinen gespeichert wird. Der Anteil der deutschen Gasspeicher an den Kapazit├Ąten derEurop├Ąischen Unionliegt bei rund einem Viertel. Auch der russische Staatskonzern Gazprom betreibt ├╝ber eine Tochtergesellschaft zwei Speicher in Deutschland, darunter den bundesweit gr├Â├čten im nieders├Ąchsischen Rehden. Auf ihn entf├Ąllt rund ein F├╝nftel der deutschen Speicherkapazit├Ąt. Seit vielen Monaten ist sein F├╝llstand sehr niedrig. Am Dienstag lag er bei gut f├╝nf Prozent.

Kommt alles in Deutschland verbrauchte Erdgas aus den Speichern?

Nein, die Speicher erg├Ąnzen aber den laufenden Gasbezug aus dem Pipeline-Import. Laut Bundesverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft(BDEW)lag der Erdgasverbrauch 2021 in Deutschland bei 1003 Terawattstunden. Zum Vergleich: Laut INES k├Ânnen die deutschen Gasspeicher derzeit maximal 255 Terawattstunden Erdgas speichern. Eine strategische Reserve wie beim ├ľl, die im Ernstfall f├╝r drei Monate einen vollst├Ąndigen Ausfall aller Importe auffangen soll, gibt es f├╝r Erdgas nicht. Laut Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool entspricht die aktuell gespeicherte Gasmenge etwa dem Verbrauch eines Wintermonats.

Warum ist der Gesamtf├╝llstand der deutschen Speicher so niedrig?

Der Branchenverband INES nennt mehrere Gr├╝nde: So war der April 2021 ungew├Âhnlich kalt, so dass zu Beginn der Auff├╝llsaison noch einmal viel Gas entnommen wurde. Anschlie├čend seien - anders als in den Vorjahren - im Sommer die Preise gestiegen. Der Gasmarkt habe deshalb verhalten reagiert und nicht so viel eingespeichert, sagt Bleschke.

Das Beratungsunternehmen Energy Brainpool sieht auch im Verhalten des russischen Gasproduzenten Gazprom einen wichtigen Grund. "Die Gasfl├╝sse ├╝ber die deutschen Grenzen sind un├╝blich niedrig f├╝r diese Jahreszeit - mit Ausnahme von Nord Stream 1, die sind konstant hoch", sagt Fabian Huneke. Es sei verwunderlich, dass vor dem Hintergrund der hohen Preise und der hohen Nachfrage die Gaslieferkapazit├Ąten Richtung Europa so wenig genutzt w├╝rden. "Wenn Gazprom sich marktrational verhalten w├╝rde, w├╝rden sie die Gaslieferungen nach Europa auch durch die Pipelines, die durch Belarus und die Ukraine f├╝hren, verst├Ąrken." Den Grund f├╝r dieses Verhalten sieht der Energiemarktexperte in der Ukraine-Krise.

Ist Russland der einzige Gaslieferant Deutschlands?

Nein, aber der mit Abstand gr├Â├čte. 2020 kamen laut Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt gut zwei Drittel des nach Deutschland importierten Gases aus Russland. Gut 20 Prozent entfielen auf Norwegen, knapp 12 Prozent auf die Niederlande. Zu beachten ist, dass Deutschland auch Transitland ist: Rund 45 Prozent der verf├╝gbaren Gasmenge wurden 2020 durch Deutschland durchgeleitet. Und auch in Deutschland wird Erdgas gef├Ârdert. 2020 lag die Menge bei gut 5 Prozent des inl├Ąndischen Erdgasverbrauchs.

Hohe Gaspreise, leere Speicher: Droht ein Versorgungsengpass?

Experten wollen das zumindest nicht ausschlie├čen. "Solange die russischen Gaslieferungen nach Europa auf dem normalen oder einem leicht unterdurchschnittlichen Niveau weitergehen, ist kein Versorgungsengpass zu erwarten und es bleibt bei einer Energiepreiskrise", sagt Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool. "Sollten die russischen Gaslieferungen aufh├Âren oder fast aufh├Âren, wird daraus auch eine Mengenkrise." Allerdings drohe dem russischen Staatshaushalt dann wegen der ausbleibenden Devisen auch eine Art Versorgungsengpass, so Huneke weiter. Es gebe derzeit jedoch keine Hinweise, dass der russische Gasproduzent Gazprom seine Vertr├Ąge nicht erf├╝lle. Auch Bleschke h├Ąlt den Ausfall aller russischen Gaslieferungen f├╝r "sehr unwahrscheinlich".

"Wir beobachten die Lage am Gasmarkt sehr genau", teilt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfrage mit. "Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist weiter gew├Ąhrleistet." Auch die Bundesregierung hat keine Anhaltspunkte f├╝r Vertragsbr├╝che. "Die Langfristliefervertr├Ąge werden nach unseren Informationen eingehalten."

Was kann die Politik tun?

Zurzeit seien die staatlichen M├Âglichkeiten auf diesem Gebiet noch sehr begrenzt, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dem "Spiegel". Der Winter habe gezeigt, dass Deutschland mit reduzierten Best├Ąnden anf├Ąlliger f├╝r Preisschwankungen und geopolitische Spannungen sei. "Deshalb m├╝ssen wir die M├Âglichkeiten verbessern, f├╝r den n├Ąchsten Winter vorzusorgen, damit die Gasspeicher gut gef├╝llt sind", sagte der Gr├╝nen-Politiker. "Darin sehe ich eine politische Aufgabe."

Sollten Gaslieferungen aus Russland ausbleiben, h├Ąlt Habeck nach eigenen Worten ein Ausweichen auf andere Bezugsquellen f├╝r m├Âglich. So seien die neu geschaffenen EU-Anlandungskapazit├Ąten f├╝r Fl├╝ssiggas (LNG) in den Niederlanden, Polen und Italien erst zu 30 Prozent ausgelastet. "W├╝rde man die auf 100 Prozent hochfahren, w├Ąre es kapazit├Ątsm├Ą├čig m├Âglich, weite Teile der Importe ├╝ber LNG abzuwickeln." Da sei aber noch nicht die Frage des Preises ber├╝cksichtigt.

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