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Wohnraum: Warum in Metropolen zu wenig gebaut wird – und auf dem Land zu viel


Neue Studie  

Warum in Metropolen zu wenig gebaut wird

22.07.2019, 13:58 Uhr | dpa

Wohnraum: Warum in Metropolen zu wenig gebaut wird – und auf dem Land zu viel. Baustelle von Neubauwohnungen: Hinter dem Wohnungsmangel steckt nicht nur der große Zuzug, sondern auch bestimmte Faktoren in der Baubranche.  (Quelle: imago images/Sven Simon )

Baustelle von Neubauwohnungen: Hinter dem Wohnungsmangel steckt nicht nur der große Zuzug, sondern auch bestimmte Faktoren in der Baubranche. (Quelle: Sven Simon /imago images)

In vielen deutschen Großstädten steigen die Mieten weil Wohnraum fehlt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt die Ursachen hinter der Knappheit – und was dagegen gemacht werden kann. 

Ob Köln oder Stuttgart: In deutschen Metropolen werden einer Studie zufolge viel zu wenige Wohnungen gebaut. So sei der Bedarf an Neubauwohnungen in Köln seit 2016 noch nicht mal zur Hälfte gedeckt worden (46 Prozent), heißt es in der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Die Autoren verglichen hierbei die Zahl der in den vergangenen drei Jahren fertiggestellten Wohnungen mit dem Bedarf, den sie anhand von Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung und Leerständen schätzten.

Warum zu wenig gebaut wird

In anderen Großstädten sieht es ebenfalls schlecht aus. So wurden in Stuttgart 56 Prozent der Wohnungen gebaut, die nötig gewesen wären. Nur etwas besser war die Lage in München (67 Prozent), Berlin (73) und Frankfurt/Main (78). "Hier fehlen nicht nur aktuell Wohnungen, sondern auch längerfristig bedarf es einer weiteren Steigerung der Bautätigkeit", schreiben die Autoren Ralph Henger und Michael Voigtländer.

Auch in vielen Universitätsstädten wie Münster werde zu wenig gebaut. Gründe für die Misere sind vor allem:

  • der hohe Zuzug in die Städte,
  • das knappe Personal in Bauämtern,
  • strenge Vorschriften und
  • der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft.

"Man kommt mit dem Bauen nicht hinterher", sagte Henger.

Was gegen steigende Mieten hilft

Die Städte müssten sich anstrengen, um die Mietenentwicklung zu bremsen, mahnen die Autoren. Entscheidend hierfür sei in den Metropolen die Bereitstellung von Bauland, um Investoren anzulocken. Zudem sollten mancherorts alte Gebäude umgebaut werden, anstatt neue zu errichten.

Auch sollten der Bund und das Land finanziell klamme Städte wie Köln stärker unterstützen, etwa für den Ausbau des Nahverkehrs. Wenn das Umland besser angeschlossen wäre, würde das Wohnen dort attraktiver und der innerstädtische Druck des Wohnungsmarktes würde sich etwas abschwächen.

Viel Leerstand auf dem Land

Ganz anders sieht es auf dem Land aus: Dort wird mancherorts zu viel neu gebaut, etwa in Sachsen-Anhalt, Sachsen, im Saarland und in den Randgebieten Bayerns. "Obwohl es auf dem Land viel Leerstand gibt, entstehen relativ viele Neubauten, die bevorzugt werden, obwohl Umbauten im Altbestand vielerorts sinnvoller sind", sagt Studienautor Henger.

Durch Neubaugebiete vor den Türen von Kleinstädten verlieren Stadt- und Dorfzentren an Bedeutung und das Leerstandproblem verschärfe sich da. "Kommunen auf dem Land fernab der Metropolen sollten ein besseres Flächenmanagement betreiben, um attraktiv zu bleiben und Leerstände in der Ortsmitte zu vermeiden." Der Grundsatz "Umbau vor Neubau" sei hier wichtig. In einem Drittel der deutschen Kreise sollte "die Bautätigkeit im Neubau gebremst werden, um ein Überangebot zu vermeiden", heißt es in der Studie.

Wann der Mietmarkt sich entspannen dürfte

In den Jahren 2019 und 2020 werden den Angaben zufolge in ganz Deutschland je 342.000 neue Wohnungen benötigt, um den Bedarf zu decken. 2018 wurden nur 287.000 Wohnungen fertiggestellt. Dieser Wert dürfte dieses Jahr nicht deutlich anspringen – die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bleibt also groß.



Immerhin eine halbwegs gute Nachricht enthält die Untersuchung auch. Denn perspektivisch könnte sich das Problem Wohnungsknappheit etwas entschärfen: Nach Schätzung der Studienautoren sinkt der Bedarf bis 2025 auf jährlich rund 260.000 und bis 2030 auf rund 246.000 Wohnungen. Hauptgrund hierfür: Die zu erwartende sinkende Zuwanderung, die nicht dauerhaft auf einem Niveau von mehr als 400.000 Menschen pro Jahr bleiben dürfte.,

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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