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Daimler: Autobauer will über eine Milliarde Euro an Personalkosten sparen

Zukunftsstrategie  

Daimler will über eine Milliarde an Personalkosten sparen

15.11.2019, 12:02 Uhr | dpa

Daimler: Autobauer will über eine Milliarde Euro an Personalkosten sparen. Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG: Der Sparkurs von Ola Källenius betrifft auch die Lastwagensparte, in der zukünftig 300 Millionen Euro an Personalkosten gespart werden sollen. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Christoph Schmidt)

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG: Der Sparkurs von Ola Källenius betrifft auch die Lastwagensparte, in der zukünftig 300 Millionen Euro an Personalkosten gespart werden sollen. (Symbolbild) (Quelle: Christoph Schmidt/dpa)

Mehr als eine Milliarde will Daimler allein in der Autosparte durch Stellenstreichung einsparen. Davon sind Manager und Verwaltungspersonal gleichermaßen betroffen. Gehen schon die ersten betriebsbedingte Kündigungen raus?

Daimler will in seiner Autosparte in den kommenden drei Jahren insgesamt eine Milliarde Euro an Personalkosten einsparen. Sowohl im Management als auch in den sogenannten indirekten Bereichen, also der Verwaltung, sollen dazu Stellen abgebaut werden, wie der Konzern mitteilte. Zudem will Daimler die Investitionen deckeln und auf lange Sicht reduzieren.

Daimler-Chef legt Strategie für die kommenden Jahre vor

"Mit einer klaren Zukunftsstrategie stellen wir das Unternehmen für die Transformation auf", betonte Vorstandschef Ola Källenius. "Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens. Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen."

Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht hatte die Zahl von 1.100 zu streichenden Stellen im Management genannt. Der Mitteilung zufolge will Daimler zudem in der Lastwagensparte bis Ende 2022 die variablen Kosten um 250 Millionen Euro senken und 300 Millionen Euro beim Personal einsparen.

Bei einer Investorenkonferenz in London legt Daimler-Chef Källenius eine genauere Strategie für die kommenden Jahre vor. Insbesondere für die Frage, ob dem Stuttgarter Konzern wie geplant im großen Stil der Einstieg in die Elektromobilität gelingt, dürften die Weichenstellungen von großer Bedeutung sein.

Womit Daimler kämpft

Källenius hat mit einer Fülle von Problemen zu kämpfen, die dem Autobauer 2018 – noch zu Zeiten von Dieter Zetsche – erst einen herben Gewinneinbruch beschert und ihn dann Mitte dieses Jahres gar zeitweilig in die roten Zahlen gedrückt haben. So muss Daimler Milliarden für seine Diesel-Altlasten zurückstellen, während zugleich der Hochlauf der Elektroauto-Produktion und die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren gewaltige Summen verschlingen. Dazu kamen Produktionsprobleme und ein schwächelnder Absatz, der erst vor wenigen Monaten langsam wieder auf Touren kam.

Zuletzt lief es wieder deutlich besser, Euphorie wollte der Vorstandschef aber nicht aufkommen lassen. "Um die Transformation in den nächsten Jahren zu meistern, müssen wir die Anstrengungen allerdings noch erheblich steigern: Wir müssen unsere Kosten deutlich reduzieren und den Cash Flow konsequent stärken", forderte Källenius bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal.

Sparplan: Daimler streicht Berater und Reisen

Gespart werden, so viel ist immerhin schon klar, soll überall und auch bei vermeintlich kleinen Posten, die in Summe aber Millionen ausmachen können. "Wir haben bei den Beraterkosten im Vergleich zum Vorjahr 40 Prozent eingespart, bei den Reisekosten schon mehr als 30 Prozent", sagte Personalvorstand Wilfried Porth kürzlich.

Spekuliert wird zudem unter anderem darüber, dass Daimler den teuren Variantenreichtum bei seinen Modellen begrenzen könnte, um die Produktion effizienter zu machen. Offen ist auch, ob und in welchem Umfang Daimler künftig die Antriebe für seine Elektroautos selbst baut, wofür der Betriebsrat derzeit vehement kämpft. Unter der Marke EQ sollen bis Ende 2022 zehn reine Elektromodelle im Markt sein.


Betriebsbedingte Kündigungen hat Daimler bis Ende des kommenden Jahrzehnts ausgeschlossen, auch Abfindungsprogramme oder ähnliches soll es nicht geben – allerdings könnte der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzten. Punktuelle Ausscheidungsvereinbarungen für Beschäftigte im indirekten Bereich (zum Beispiel in der Verwaltung) könne man durchaus auch diskutieren, betonte Gesamtbetriebsratschef Brecht. Solange diese und andere Punkte noch verhandelt werden, durfte Källenius dazu wohl nichts sagen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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