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"Mitte Januar würde ein noch härterer Lockdown drohen"

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt

Aktualisiert am 14.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Passanten stehen in der Essener Fußgängerzone vor einem Laden Schlange: Die Chefs der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute begrüßen die neuen Lockdown-Maßnahmen.
Passanten stehen in der Essener Fußgängerzone vor einem Laden Schlange: Die Chefs der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute begrüßen die neuen Lockdown-Maßnahmen. (Quelle: Martin Meissner/ap-bilder)
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Die Wirtschaft wird durch den harten Lockdown noch einmal stark belastet. Trotzdem halten die meisten Ökonomen die Maßnahmen für geboten und richtig.

Führende Ökonomen in Deutschland halten den geplanten harten Lockdown überwiegend für richtig und angemessen. Viele von ihnen äußerten Verständnis für die starken Einschränkungen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens.

"Der harte Lockdown ist auch wirtschaftlich richtig, weil über Weihnachten viele Betriebe und die Schulen ohnehin zu sind", twitterte Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts. Die Maßnahmen könnten als "Investition" verstanden werden.

"Ohne die zusätzlichen Lockdown-Maßnahmen über Weihnachten würden die Infektionszahlen weiter ansteigen und die Krankenhäuser wären überlastet", ergänzte Fuest am Montag auf t-online-Anfrage. "Mitte Januar würde ein noch härterer und längerer Lockdown drohen, der noch größere Belastungen verursacht. "Die aktuellen Maßnahmen sind schmerzlich, aber sinnvoll, weil sie die Chance bieten, größeres Übel zu verhindern."

"Shutdown ist richtig und überfällig"

Zustimmung erhält er von Sebastian Dullien, Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). "Es hilft nichts, aus vermeintlicher Rücksicht auf die Wirtschaft nur halbherzige und nicht ausreichend wirksame Maßnahmen zu ergreifen", twitterte Dullien. "Solche verzögern nur das Unvermeidbare und kosten am Ende doppelt."

Ähnlich sieht es der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Ebenfalls auf Twitter äußerte er sich wie folgt: "Der harte Shutdown ist richtig und überfällig, auch aus wirtschaftlicher Perspektive. Die Politik muss nun eine hohe Akzeptanz dafür schaffen, um die zweite Welle zu stoppen, denn ein Shutdown über den 10. Januar hinaus würde einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen."

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Michael Hüther, der das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln leitet, ist hingegen kritischer. "Der harte Lockdown soll die Überforderung des Gesundheitssystems verhindern", twitterte Hüther am Sonntagabend. "Kurzfristig mag dies wirken, für eine nachhaltige Eindämmung der Neuinfektionen sind angesichts der Erfahrungen anderer Länder Zweifel angebracht."

Hüther mahnt "langfristige Strategie" an

Was es nun brauche, sei eine "langfristige Strategie", die sich auf vulnerable Gruppen konzentriere, schrieb er. "Zudem läuft die Politik Gefahr, ein völlig unrealistisches Versprechen für den Gesundheitsschutz abzugeben", so Hüther weiter. "Wir müssen lernen, dass es immer nur um ein Abwägen von Risiken gehen kann, was uns schwierige, aber mögliche Antworten in ethischen Dilemmata abverlangt."

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Fest steht bei all dem: Dass im Zuge des Lockdowns neben der Gastronomie nun auch der stationäre Handel zum Erliegen kommt, wird volkswirtschaftlich teuer. Wie teuer genau, hat am Montag das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) berechnet.

Kosten in Höhe von 3,5 Milliarden Euro – pro Woche

"Jede Woche Lockdown dürfte rund 3,5 Milliarden Euro beim Bruttoinlandsprodukt kosten", sagte IAB-Forscher Enzo Weber. "Das wird die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland noch einmal belasten."

Der Arbeitsmarkt dürfte nach Webers Einschätzung dennoch insgesamt vergleichsweise robust bleiben. Mittlerweile lägen viele Erfahrungen mit Lockdown-Maßnahmen vor und es existierten umfangreiche staatliche Hilfen. Die bevorstehende Impfstoffzulassung gebe eine Perspektive auf ein Ende der akuten Corona-Phase. "Viele Betriebe werden deshalb versuchen, ihre Beschäftigten zu halten. Dennoch wird es einen Rückschlag am Arbeitsmarkt geben", sagte Weber.

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