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Drohende Corona-Welle – Wirtschaftsweisen korrigieren Prognose deutlich nach unten


Drohende Corona-Welle  

Wirtschaftsweise korrigieren Prognose deutlich nach unten

17.03.2021, 11:45 Uhr | mak, fls, t-online

Drohende Corona-Welle – Wirtschaftsweisen korrigieren Prognose deutlich nach unten. Ingenieurin in der Produktion (Symbolbild): Die Wirtschaftsweisen zeichnen eine düstere Prognose. (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)

Ingenieurin in der Produktion (Symbolbild): Die Wirtschaftsweisen zeichnen eine düstere Prognose. (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

Im November sind die Wirtschaftsweisen, die wichtigsten Regierungsberater in Wirtschaftsfragen, noch von einem Wachstum von 3,7 Prozent im Jahr 2021 ausgegangen. Jetzt zeichnen sie ein deutlich düsteres Bild.

Die Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose fürs Jahr 2021 deutlich nach unten korrigiert. Nach Angaben der Ökonomen vom Mittwoch erwarten sie nunmehr ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent. In der im November vorgelegten Prognose gingen die Experten noch davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr um 3,7 Prozent wächst, 2022 könnte die Wirtschaft dann um 4 Prozent zulegen.

Die Wirtschaftsweisen rechnen so für 2021 mit einem ähnlichen BIP-Plus wie die Bundesregierung. Nachdem die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr coronabedingt um 4,9 Prozent eingebrochen war, geht der Bund in diesem Jahr von einem Wachstumsplus in Höhe von 3 Prozent aus.

Das BIP ist einer der wichtigsten Gradmesser für die wirtschaftliche Leistung von Deutschland. Es gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen für den Endverbraucher an, die innerhalb eines Jahres hierzulande hergestellt oder angeboten wurden.

Die Wirtschaftsweisen
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, kurz SVR, berät die Politik in ökonomischen Fragen. Die Experten werden landläufig auch als die "Wirtschaftsweisen" bezeichnet.

Dritte Infektionswelle als größtes Konjunkturrisiko

Für das erste Quartal 2021, also die Monate Januar, Februar und März, rechnen die Ökonomen damit, dass die Wirtschaft um etwa zwei Prozent zurückgeht. Danach, so die Prognose, sollte die Wirtschaftsleistung aber wieder anziehen. Das hänge aber maßgeblich vom Impffortschritt und den Infektionszahlen ab.

"Das größte Risiko für die Konjunktur in Deutschland stellt eine mögliche dritte Infektionswelle dar, und zwar dann, wenn sie zu Einschränkungen oder gar Betriebsschließungen in der Industrie führen würde", sagt Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrates.

Noch ist die exportnahe Industrie ein Wachstumstreiber. Anders als im ersten Lockdown seien die internationalen Lieferketten weitgehend intakt, die Nachfrage nach deutschen Gütern ziehe an, so die Ökonomen.

Wann das Vorkrisenniveau erreicht sein wird

Die wirtschaftliche Lage bei den Dienstleistern sei indes immer noch angespannt. "Sobald es gelingt, das Infektionsgeschehen effektiv zu begrenzen und größere Anteile der Bevölkerung zu impfen, dürften sich die von den Kontaktbeschränkungen oder Schließungen stark betroffenen Dienstleistungsbereiche wie das Gastgewerbe oder der stationäre Einzelhandel wieder beleben", sagt der Sachverständige Achim Truger. "Dies dürfte zu einem kräftigeren Wachstum beitragen."

Bis die deutsche Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreicht, dauere es laut dem Gremium aber noch etwas. Voraussichtlich geschehe das zum Jahreswechsel 2021/2022, so die Ökonomen in ihrem Gutachten. Im Jahr 2022 rechnen die Wirtschaftsweisen dann mit einem BIP-Wachstum von 4 Prozent.

Impfen für wirtschaftliche Entwicklung wichtig

Entscheidend für eine schnelle wirtschaftliche Erholung ist nach Einschätzung der Sachverständigen, dass in Deutschland mehr und zügiger geimpft wird. "Das Impftempo muss sich deutlich erhöhen", sagte die Ökonomin Veronika Grimm. Wichtig sei deshalb auch, die Hausärzte schnellstmöglich in die Impfkampagne eingezogen werden.

Der Sachverständigenrat hat derzeit nur vier Mitglieder – Veronika Grimm, Monika Schnitzer, Achim Truger und Volker Wieland. Ende Februar schied der bisherige Vorsitzende Lars Feld aus dem Gremium aus. Die SPD war gegen eine Verlängerung der Amtszeit. Die schwarz-rote Koalition konnte sich bislang nicht auf einen Nachfolger einigen.

Feld hatte bereits kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Gremium der Deutschen Presse-Agentur gesagt, der Sachverständigenrat werde seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr nach unten korrigieren. Es gebe große Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, sagte er unter Verweis auf eine dritte Corona-Welle.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Pressekonferenz zur Konjunkturprognose des SVR
  • SVR-Konjunkturprognose 2021 und 2022
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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