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Hamburger Werft Pella Sietas stellt Insolvenzantrag

Traditionsunternehmen  

Hamburger Werft Pella Sietas stellt Insolvenzantrag

30.07.2021, 14:15 Uhr | dpa

Hamburger Werft Pella Sietas stellt Insolvenzantrag. Werftarbeiter arbeiten auf dem Gelände der Pella Sietas Werft (Archivbild): Die Hamburger Schiffbauer hat Insolvenz angemeldet. (Quelle: dpa/Christian Charisius)

Werftarbeiter auf dem Gelände der Pella Sietas Werft (Archivbild): Der Hamburger Schiffbauer hat Insolvenz angemeldet. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Das erste Mal erwähnt wurde die Traditionswerft Pella Sietas bereits 1635. Nun ist sie insolvent. Die Coronakrise und Probleme mit dem Hafenbecken setzen dem Unternehmen zu. 

Die traditionsreiche Hamburger Werft Pella Sietas hat wie angekündigt einen Insolvenzantrag gestellt. Das Ruder übernimmt der Hamburger Rechtsanwalt und Insolvenzexperte Achim Ahrendt. Ahrendt wurde am Freitag vom zuständigen Insolvenzrichter des Amtsgerichts Hamburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das teilte ein Gerichtssprecher der dpa mit.

Ahrendt ist Partner der bundesweit operierenden Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm (HWW), die zu den großen auf Sanierungen und Insolvenzen spezialisierten Kanzleien in Deutschland zählt. Zudem wurde ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingerichtet.

Die Pella Sietas Gmbh hatte am Donnerstagabend ihren bereits angekündigten Insolvenzantrag eingereicht (lesen Sie hier, was eine Insolvenz für Unternehmen bedeutet).

"Die durch die Corona-Pandemie verursachten Liquiditätsengpässe und die dramatische wirtschaftliche Situation im deutschen Schiffbau haben leider zur Zahlungsunfähigkeit geführt", hatte Prokuristin Natallia Dean bereits am Mittwoch mitgeteilt. Die Insolvenz der Pella Sietas GmbH betrifft nach ihren Angaben rund 350 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 300 Leih- und Werkvertragsarbeiter, die bereits seit Monaten auf ihr Entgelt warten.

Kündigungen aktuell nicht geplant

Kündigungen seien "derzeit nicht" geplant, hatte Dean mitgeteilt. Sie äußerte sich "überzeugt, dass Pella Sietas eine Zukunft hat". Die Werft verfüge über "eine hervorragende Auftragslage für die kommenden Jahre. "Das ist eine gute Grundlage, auf der wir aufbauen können."

Derzeit bemüht sich die Werft nach Deans Angaben vom Mittwoch um Hilfsgeld aus dem in der Corona-Krise aufgelegten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes. "Wir haben einen Antrag gestellt, über den noch nicht abschließend entschieden wurde."

Neben den branchenweiten Problemen der deutschen Schiffbauer, von denen viele während der Corona-Pandemie in ein beispielloses Auftragsloch gefallen sind, kämpft Pella Sietas mit einem speziellen Problem, das mit der Lage am Südufer der Elbe an der Mündung des Nebenflüsschens Este im Stadtteil Neuenfelde zusammenhängt. Dort verschlickt das Hafenbecken, und ohne Baggerarbeiten oder regelmäßige Spülungen könnten fertige Schiffe die Werft nicht verlassen – und würden dann Fertigungsflächen blockieren, die für andere Aufträge benötigt werden.

Dieses seit Jahren andauernde Problem "hat uns natürlich schwer getroffen, Abläufe massiv verzögert und viel Geld gekostet", so das Management der Werft. "Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Vielzahl dieser Probleme existenzbedrohend ist."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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