Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Konjunktur >

Lkw-Krise in Großbritannien: Militär soll im Notfall Tanklaster fahren


Fehlende LKW-Fahrer  

Britisches Militär könnte im Notfall Tanklaster fahren

24.09.2021, 15:28 Uhr | dpa-AFX, rtr

Lkw-Krise in Großbritannien: Militär soll im Notfall Tanklaster fahren. LKW parken nachts im britischen West Yorkshire (Symbolbild): Der akute Fahrermangel bedeutet in Großbritannien leere Regale.  (Quelle: imago images/Matt Wilkinson)

LKW parken nachts im britischen West Yorkshire (Symbolbild): Der akute Fahrermangel bedeutet in Großbritannien leere Regale. (Quelle: Matt Wilkinson/imago images)

Die LKW-Krise in Großbritannien spitzt sich zu, an den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Verkehrsminister Shapps hat nun zugesichert, alles Nötige zu tun. Im Notfall könnte sogar das Militär zum Einsatz kommen. 

Britische Soldaten könnten nach Angaben der Regierung im Notfall einspringen, um Tankstellen mit dem nötigen Treibstoff zu versorgen. "Wenn das helfen kann, werden wir sie einsetzen", bestätigte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag in einem BBC-Interview. Zuvor hatte die "Times" über den möglichen Einsatz des Militärs für den Fall berichtet, dass sich die aktuelle Krise weiter zuspitzt.

Da das Land an einem akuten Mangel an Lastwagenfahrern leidet, haben sowohl BP BP Aktie als auch Esso mehrere ihrer Tankstellen in Großbritannien zeitweise geschlossen. Die britische Regierung rief Verbraucher dazu auf, trotzdem nicht in Panik zu verfallen. Die "Sun" titelte am Freitag hingegen mit einem letzten Tropfen aus dem Tankhahn und der Schlagzeile "Wir laufen leer" (original: "We're running on empty").

Das britische Verteidigungsministerium wies auf Anfrage darauf hin, dass eine zivile Partei eine Anfrage stellen müsse, bevor Soldaten zum Einsatz kommen könnten.

Leere Regale und keine Milchshakes

Schon im August hatte die Schnellrestaurant-Kette McDonald's aufgrund von Problemen in den Lieferketten Milchshakes und bestimmte Getränke von den Speisekarten seiner britischen Filialen nehmen müssen. Dem Wettbewerber Nando's war Hühnerfleisch ausgegangen.

Die nach Branchenangaben rund 100.000 fehlenden Lastwagenfahrer stellen auch den Lebensmittelsektor und viele andere Branchen vor erhebliche Probleme. Experten warnen vor ähnlichen Problemen in Deutschland. Lese Sie hier wie viele Fahrer hierzulande fehlen. 

Shapps sagte, man müsse auch dafür sorgen, dass der Beruf des Lkw-Fahrers attraktiver werde. Großbritannien habe lange von billigen Arbeitskräften zumeist aus Osteuropa profitiert. Viele von ihnen haben wegen Brexit und Corona das Land verlassen. Shapps wies jedoch zurück, dass der britische EU-Austritt einer der Gründe für die Krise sei und machte vor allem die Pandemie verantwortlich.

Weihnachtsgeschäft ist in Gefahr

Auf die Frage, ob die Regierung die Visabestimmungen für interessierte Trucker aus anderen Ländern lockern würde, sagte er, es würden alle Optionen geprüft. Zuvor hatte es Forderungen gegeben, kurzfristig Visa für die Einreise solcher Fahrer zuzulassen. Damit solle die Lücke bis zur Ausbildung einer ausreichenden Zahl britischer Trucker geschlossen werden.

Kurzfristig könnten internationale Fahrer helfen, auch wenn es wohl zu spät sei, um damit für eine störungsfreie Logistik des Weihnachtsgeschäfts der Einzelhändler zu sorgen, erklärte ein Vertreter der Branche. Langfristig brauche man aber höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX und Reuters

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: