Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeWirtschaft & FinanzenUnternehmen & VerbraucherVerbraucher

Steigende Preise: Volkswirte sehen hohe Inflation noch gelassen


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextNach 27 Jahren: ARD-Sendung eingestelltSymbolbild für einen TextÖlpreise steigen starkSymbolbild für einen TextWeihnachtsmärkte geräumt – EntwarnungSymbolbild für einen TextKranker Pelé mit emotionaler BotschaftSymbolbild für einen TextDésirée Nick teilt Nacktfoto mit MessageSymbolbild für ein VideoTsunamiwarnung nach Stromboli-Ausbruch Symbolbild für einen TextBericht: BVB-Duo vor Winter-WechselSymbolbild für einen TextEmotionale Hunziker teilt innige WorteSymbolbild für einen TextMassenschlägerei in KinderparadiesSymbolbild für einen TextDroht jetzt eine Sprit-Knappheit?Symbolbild für einen TextDiebe in Luxus-SUV werden geblitztSymbolbild für einen Watson TeaserHelene Fischer sichtlich schockiertSymbolbild für einen TextDiese drei Krankheiten drohen "Best Agern"
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Volkswirte sehen hohe Inflation noch gelassen

dpa, Michael Donhauser

26.09.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau beim Einkaufen (Symbolbild): Auch im Supermarkt ist Manches teurer geworden.
Eine Frau beim Einkaufen (Symbolbild): Auch im Supermarkt ist Manches teurer geworden. (Quelle: imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Verbraucherpreise sind im August so stark gestiegen wie zuletzt vor 20 Jahren. Viele Deutsche sind alarmiert, die Politik will schon gegensteuern. Dabei mahnen Volkswirte derweil zur Ruhe.

Die Volkswirte führender Finanzinstitute in Deutschland sehen derzeit nicht die erhöhte Gefahr einer langanhaltenden oder gar außer Kontrolle geratenden Preisspirale. "Die Inflation hat 2021 den Turbogang einlegt, schon 2022 dürfte ihr aber wieder die Luft ausgehen", sagte Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research erklärte: "Die zurzeit beobachtbaren erhöhten monatlichen Inflationsraten werden zum Großteil von vorübergehenden Einflüssen bestimmt." Er erwartet, dass sich die Inflation im Euro-Raum in den nächsten Jahren um die von der Europäischen Zentralbank ausgegebene Zielmarke von knapp zwei Prozent einpendeln wird.

Hohe Inflation durch Aufholeffekt

Auch die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm geht von einer Normalisierung aus, obwohl sich die preistreibenden Effekte wie etwa die Knappheit bei Mikrochips oder die hohen Rohstoffpreise aus ihrer Sicht nicht so schnell auflösen werden wie erhofft. "Solange die Lohnabschlüsse moderat bleiben, gibt es nicht viel, was dafür spricht, dass wir in eine dauerhafte Inflation laufen", sagte sie.

"In einigen Bereichen kann es durchaus zu Lohnsteigerungen kommen, etwa aufgrund des Fachkräftemangels, aber die vorübergehend hohen Teuerungsraten sollten nicht 1:1 in den Tarifverhandlungen aufgegriffen werden", so die Volkswirtin weiter.

Im August lag die Inflationsrate in Deutschland bei 3,9 Prozent und war damit deutlich erhöht. Dies ist aber auch auf Basis- und Sondereffekte zurückzuführen, weil die Inflation im vergangenen Jahr vor allem wegen Auswirkungen der Corona-Pandemie mit 0,5 Prozent besonders niedrig ausgefallen war. Unter anderem sorgte allein die vorübergehend abgesenkte Mehrwertsteuer für eine verringerte Preissteigerung.

Lohn-Preis-Spirale "nicht abzusehen"

Um in einen galoppierenden Preisauftrieb zu geraten, müsse es noch zu weiteren Effekten kommen, etwa zu einer Preis-Lohn-Spirale, sagte auch Katharina Utermöhl. "Dies ist nicht abzusehen", betonte sie. "Ich sehe aktuell keinen Grund, warum etwa ein Restaurantbesuch auch mittelfristig mehr kosten muss."

Die Volkswirte erwarten für das laufende Jahr ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung um gut drei Prozent. "Im nächsten Jahr erwarten wir dann ein noch kräftigeres Wachstum von 4,3 Prozent", sagte Schattenberg. "Die Nachfrage seitens der privaten Haushalte ist jetzt schon lebhaft, aber es gibt immer noch aufgestaute Kaufkraft", betonte der Experte von Deutsche Bank Research. "Wir sehen auch, dass die Kurzarbeit über den Sommer kräftig zurückgegangen ist."

Insgesamt dürfte sich der Arbeitsmarkt auch im September positiv entwickelt haben, sagte Schattenberg. Die Zahl der Arbeitslosen könnte insgesamt noch einmal um rund 110.000 zurückgehen, saisonbereinigt immerhin noch um 30.000. Die Bundesagentur für Arbeit gibt ihre September-Zahlen am kommenden Donnerstag (30. September) bekannt. Im August waren bundesweit rund 2,58 Millionen Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit dürfte weiter fallen

Auch Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW sieht positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt voraus. "Im Jahr 2022 wird sich die kräftige Erholung am Arbeitsmarkt dann voraussichtlich voll in den Zahlen niederschlagen: Nach unserer Prognose werden wir wieder eine halbe Millionen Erwerbstätige mehr haben als in diesem Jahr, und die Arbeitslosenquote dürfte mit 5,3 Prozent erheblich niedriger ausfallen", betonte sie. Schon in diesem Jahr könnte sie auf 5,7 Prozent zurückgehen – allerdings nur, wenn es zumindest für Geimpfte keine weiteren Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mehr geben werde.

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, sieht aber am Arbeitsmarkt auch limitierende Faktoren für die Wirtschaft - etwa bei der Versorgung der Unternehmen mit Fachleuten. "Die Zuwanderung ist in der Coronakrise fast vollständig ausgeblieben", sagte sie mit Blick auf den während der Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommenen internationalen Austausch.

Löhne dürften punktuell steigen

Das habe in einigen Branchen wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe zu einem Mangel an Arbeitskräften geführt. Auch hätten sich Arbeitnehmer umorientiert, etwa in Richtung Einzelhandel, und stünden daher im Gastgewerbe nicht mehr zur Verfügung. "Da werden die Arbeitgeber auch beim Lohn nachbessern müssen", betonte Grimm mit Blick auf möglicherweise bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen.

Hinsichtlich der Wirtschaftsleistung glaubt die Nürnberger Professorin nicht, dass es schnell zu einer völligen Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie kommen wird. "Ich glaube, dass wir im Dienstleistungsbereich so eine Art 90-Prozent-Konjunktur behalten werden", sagte sie.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Diese Stechuhr-Regeln gelten jetzt für Arbeitnehmer
  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt
Deutsche BankDeutsche Presse-AgenturDeutschlandEZB
Ratgeber

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website