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Das Àndert sich 2022 bei der Rente

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 5 Min.
Ältere Frau blickt durchs Fenster (Symbolbild): 2022 hĂ€lt einige Änderungen fĂŒr Senioren parat.
Ältere Frau blickt durchs Fenster (Symbolbild): 2022 hĂ€lt einige Änderungen fĂŒr Senioren parat. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Neues Jahr, neues GlĂŒck fĂŒr Deutschlands Senioren? Bei der Rente Ă€ndert sich nĂ€chstes Jahr einiges – auch weil sich die Ampelregierung viel vorgenommen hat. Ein Überblick.

Das Wichtigste im Überblick


Auch 2022 stehen Senioren einige Änderungen ins Haus. So können sich Rentner ĂŒber eine große Erhöhung ihrer BezĂŒge freuen. Doch auch die neue Ampelregierung wartet mit einigen Anpassungen fĂŒr die Rente auf.

t-online hat die wichtigsten Änderungen fĂŒr Senioren zusammengefasst und erklĂ€rt, was Sie als Rentner im nĂ€chsten Jahr wissen sollten.

Renten steigen deutlich

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland bekommen 2022 deutlich mehr Geld. Gleichzeitig mĂŒssen sie damit rechnen, dass die Rentenerhöhung nicht ganz so hoch ausfallen wird wie zwischenzeitlich erwartet.

Prognostiziert war ursprĂŒnglich ein Plus in Höhe von 5,2 Prozent fĂŒr Rentner im Westen Deutschlands. "Jetzt erwarte ich, dass die Renten in Deutschland ab Juli 2022 um 4,4 Prozent steigen", sagte unlĂ€ngst Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der "Bild am Sonntag". Das wĂ€ren 0,8 Prozentpunkte weniger.

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Im Osten könnten die Renten demnach um 5,1 Prozent anziehen statt bislang 5,9 Prozent. Grund fĂŒr den geringeren Anstieg als ursprĂŒnglich erwartet ist der Nachholfaktor, der wieder greifen soll (siehe unten). Die genaue Höhe der Anpassung steht erst im FrĂŒhjahr 2022 fest.

Nachholfaktor greift wieder

Die Ampelkoalition will den sogenannten Nachholfaktor in der Rentenanpassungsformel wieder aktivieren. Dieser Faktor wurde 2018 unter Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ausgesetzt und soll nun wieder gelten.

Der Faktor wirkt sich aus, wenn wie im Jahr 2021 die Rentengarantie gegriffen hat. Ohne die Rentengarantie hĂ€tten die Renten dieses Jahr eigentlich gekĂŒrzt werden mĂŒssen. Der Grund: die Corona-Krise, die im Schnitt zu sinkenden Löhnen in Deutschland gefĂŒhrt hat – an die wiederum auch die Renten gekoppelt sind. Wegen der Rentengarantie waren sie stabil geblieben.

Der Nachholfaktor wiederum sorgt dafĂŒr, dass die eigentlich nötige Senkung der Renten im Folgejahr ausgeglichen wird, und zwar durch eine geringere Erhöhung. Da ihn die Ampelkoalition rechtzeitig vor der Anpassung der Renten im Sommer wieder einfĂŒhren will, steigen die Renten 2022 wohl weniger stark als ursprĂŒnglich bereits vorhergesagt. Lesen Sie hier mehr zum Nachholfaktor und wie er wirkt.

Rente wird auf Aktienbasis gestellt

Die neue Ampelregierung will die gesetzliche Rente umkrempeln – zumindest ein bisschen. Sie soll auf eine Aktienbasis gestellt werden. Konkret heißt das: 2022 sollen zehn Milliarden Euro aus Bundesmitteln in einen Aktienfonds fließen, dessen Gewinne in die Rentenkasse fließen sollen. Auch die Jahre danach soll Geld aus der Staatskasse in diesen Fonds fließen. Offen ist noch, wie viel.

Die Idee dahinter: Das reine Umlagesystem, in dem die Jungen fĂŒr die Renten der Alten aufkommen, soll ergĂ€nzt werden um die vergleichsweise hohen Renditemöglichkeiten, die der Kapitalmarkt bietet. Allerdings kritisieren Experten, dass diese zehn Milliarden Euro kaum ausreichen. "Das entspricht gerade einmal dem Gegenwert der Rentenausgaben fĂŒr zehn Tage", sagte etwa Ökonom Martin Werding jĂŒngst im t-online-Interview. "So lĂ€sst sich die Rente nicht retten."

Aus der Privatwirtschaft gibt es indes Zuspruch fĂŒr die Aktienrente – zumindest ein wenig. Sebastian KĂŒlps, Deutschland-Chef des US-Vermögensverwalter Vanguard, hĂ€lt den Plan "fĂŒr einen Anfang". Er begrĂŒĂŸe eine teils kapitalgedeckte gesetzliche Rente.

"SĂ€mtliche Merkmale eines solchen Fonds mĂŒssen aber noch geklĂ€rt werden und es bleibt abzuwarten, wie sich das konkret gestalten wird und welche Auswirkungen sich daraus fĂŒr die Finanzierung der Rente ergeben", so KĂŒlps. "Mit einem Einmalbetrag von zehn Milliarden werden wir unsere langfristigen Herausforderungen bei der Staatsrente nicht beheben können."

Neuer privater Fonds fĂŒr die Rente?

Der Bund will einen neuen Fonds etablieren, der die private Vorsorge ergĂ€nzen soll. Im Koalitionsvertrag ist aktuell aber nur von einer "PrĂŒfung" die Rede. "Wie und in welchem Zeitrahmen die PrĂŒfung erfolgen soll, steht derzeit noch nicht fest", heißt es vom zustĂ€ndigen Arbeits- und Sozialministerium. Fraglich bleibt damit, ob die Weichen fĂŒr den privaten Fonds tatsĂ€chlich schon 2022 gelegt werden.

In jedem Fall gilt: Auch an diesem Projekt der Ampelkoalition regt sich Kritik, diesmal auch aus der Privatwirtschaft. "Ein Staatsvehikel in der dritten SĂ€ule, das die private Vorsorge ergĂ€nzt, muss ĂŒberdacht werden", so Vanguard-Manager KĂŒlps. "Der Fonds darf den Wettbewerb nicht verzerren und es muss sichergestellt werden, dass Anleger wirklich die beste Chance zum Anlageerfolg erhalten."

Sinnvoll wĂ€re es laut KĂŒlps, auf privatem Wege zu versuchen, mehr Sparer zu Investoren zu machen. "DafĂŒr wĂ€ren beispielsweise weitere steuerliche Förderungen und mehr FlexibilitĂ€t bei Altersvorsorgeprodukten, die nicht auf Garantien basieren, ein guter Start."

Höherer Steueranteil fĂŒr Neurentner

Bei der Rentenbesteuerung erhöht sich ab 1. Januar der steuerpflichtige Rentenanteil von 81 auf 82 Prozent. Somit bleiben nur noch 18 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei, erklÀrt der Steuerzahlerbund.

Dieser Anteil gilt fĂŒr im Jahr 2022 neu hinzukommende RentnerjahrgĂ€nge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenbetrag bestehen.

Rentner mĂŒssen seit 2005 einen Teil ihrer AltersbezĂŒge versteuern. Der steuerfreie Freibetrag reduziert sich seitdem jĂ€hrlich. Wegen eines Urteils des obersten Steuergerichts, des Bundesfinanzhofs, hat der Bund angekĂŒndigt, nachzusteuern – um eine drohende Doppelbesteuerung zu verhindern. Die FreibetrĂ€ge könnten sich bald Ă€ndern. Lesen Sie hier die HintergrĂŒnde.

Zuschuss fĂŒr betriebliche Altersversorgung

Wer seit 2019 eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, bekommt 15 Prozent Zuschuss vom Arbeitgeber. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch fĂŒr AltvertrĂ€ge gezahlt werden, erklĂ€rt die Stiftung Warentest.

Den vollen Zuschuss erhĂ€lt, wessen Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung liegt – die betrĂ€gt 58.050 Euro brutto im Jahr 2022. Bei höherem Verdienst darf der Zuschuss gleitend abgesenkt werden. Die ganzen Änderungen fĂŒr die Betriebsrente lesen Sie hier.

Hinzuverdienstgrenze bleibt hoch

Neben der vorgezogenen Altersrente können Sie arbeiten gehen und etwas hinzuverdienen. Dazu gilt im Jahr 2021 die jĂ€hrliche Hinzuverdienstgrenze von 46.060 Euro – wegen der Corona-Krise. Auch 2022 greift diese Grenze.

Grundlage hierfĂŒr ist die sogenannte BezugsgrĂ¶ĂŸe, eine RechengrĂ¶ĂŸe der Rentenversicherung. Diese hat sich von 2021 auf 2022 nicht erhöht, daher bleibt die Grenze bestehen, so das Arbeitsministerium.

Zudem teilte es mit: "Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze wurde bewusst auf Altersrenten beschrĂ€nkt." Bei Altersrenten bestehe anders als bei Erwerbsminderungsrenten nicht die Gefahr, dass eine TĂ€tigkeit aufgenommen wird, bei der Sie eine Hinzuverdienstgrenze ĂŒbersteigen können, sodass der Rentenanspruch gĂ€nzlich entfallen kann.

Rentenportal rĂŒckt nĂ€her

Vergangenes Jahr hat der Bund beschlossen, eine digitale RentenĂŒbersicht einzurichten. Ende 2022 soll dann eine Testphase starten, fĂŒr die sich interessierte Rentner registrieren können.

Ein Jahr spĂ€ter, also Ende 2023. soll das Portal dann an den Start gehen und fĂŒr alle verpflichtend werden. Aus dem Arbeitsministerium heißt es zum aktuellen Stand: "Das Projekt verlĂ€uft plangemĂ€ĂŸ."

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Die Zentrale Stelle fĂŒr die Digitale RentenĂŒbersicht sei mit dem Inkrafttreten des RentenĂŒbersichtsgesetzes im Februar 2021 eingerichtet worden und hat unverzĂŒglich die Arbeit am Projekt aufgenommen. "Sie hat mehrere FachbeirĂ€te einberufen, mit deren Hilfe sie Entscheidungen zu inhaltlichen und technischen Fragestellungen vorbereitet", heißt es aus dem Arbeitsministerium. "Die erste Betriebsphase soll Ende 2022 beginnen."

Regelsatz fĂŒr Grundsicherung im Alter steigt

Ab Januar 2022 erhalten alle, die auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderungen angewiesen sind – ein bisschen – mehr Geld.

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