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"Dann gibt es kein Bier mehr"

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft, Frederike Holewik

Aktualisiert am 27.05.2022Lesedauer: 3 Min.
BierglĂ€ser in einem Biergarten in MĂŒnchen: Die gestiegenen Energiepreise setzen Deutschlands Brauer unter Druck.
BierglĂ€ser in einem Biergarten in MĂŒnchen: Die gestiegenen Energiepreise setzen Deutschlands Brauer unter Druck. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)
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Ist Bier aktuell zu billig? Der Vertriebschef der Erdinger-Brauerei findet, ja. Ein Kasten mĂŒsste schon lange mehr als 30 Euro kosten. Auch die Branche pflichtet ihm nun bei – und warnt vor einem Gasstopp.

Angesichts gestiegener Kosten fĂŒr Deutschlands Brauer fordert der Verband Private Brauereien ein Umdenken in der Branche und im Handel. "Der aktuelle Preis spiegelt den wahren Wert des Bieres bei Weitem nicht wider", sagte VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Roland Demleitner im GesprĂ€ch mit t-online. "Der Bierpreis ist seit Jahren viel zu niedrig. Das muss sich Ă€ndern, um ein dauerhaftes Überleben der Branche zu sichern."

Zuvor hatte der Vertriebschef der Brauerei Erdinger WeißbrĂ€u, Josef Westermeier, bereits einen "Paradigmenwechsel" gefordert. Bier sei viel zu billig, sagte er im Interview mit t-online.

"Wenn der Handel und die Kunden nicht verstehen, dass Bier auch etwas wert ist, wird es einen radikalen Umbruch in der Branche geben", sagte Westermeier weiter. "Ein Kasten Bier mĂŒsste eigentlich schon lange 30 Euro kosten, wenn sich die Preise wie in anderen Branchen entwickelt hĂ€tten."

"Strompreis ist um 200 Prozent gestiegen"

Besonders in der derzeitigen Situation sei es wichtig, dass die Preise anzögen. Die gestiegenen Energiekosten seien "grausam", sie hĂ€tten sich verdreifacht. "Theoretisch könnte ein Kasten Weißbier drei bis vier Euro teurer werden. Wann genau, ist offen", so Westermeier. Es hĂ€nge vom Handel ab, ob die Kunden letztlich tiefer in die Tasche greifen mĂŒssten.

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Erdinger-Vertriebschef Josef Westermeier: "Ein Kasten Bier mĂŒsste eigentlich schon lange 30 Euro kosten."
Erdinger-Vertriebschef Josef Westermeier: "Ein Kasten Bier mĂŒsste eigentlich schon lange 30 Euro kosten." (Quelle: Klaus D. Wolf/T-Online-bilder)

Auch Demleitner, dessen Verband mehrere Hunderte kleine und mittelstĂ€ndische Brauereien vereint, erwartet steigende Preise fĂŒr Kunden. "Der Strompreis ist um bis zu 200 Prozent gestiegen, Verpackungen um 100 Prozent, bei Malz gibt es immer neue Rekordpreise", so Demleitner. "Die Kosten schlagen voll durch, besonders kleine Brauereien trifft es. Das weiterzureichen, lĂ€sst sich nicht verhindern."

"Billiges Bier soll Kunden in die SupermÀrkte locken"

Zwar akzeptierten Kunden bisweilen höhere Preise, weil viele Brauereien eng mit der Region verwurzelt seien. Es komme aber auf die Region und das Marktsegment an, wie lange die Situation durchgehalten werden könne.

Er appellierte vor allem an den Handel, kĂŒnftig auf Sonderangebote zu verzichten. "Billiges Bier soll Kunden in die SupermĂ€rkte locken", was Probleme schaffe. "Der Preis, den wir eigentlich erzielen mĂŒssten, ist so kaum durchsetzbar", so der VerbandsfunktionĂ€r.

Roland Demleitner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands Private Brauereien Deutschland (Archivbild).
Roland Demleitner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands Private Brauereien Deutschland (Archivbild). (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)

Denn die Kunden griffen im Zweifelsfall zu den Bieren im Sonderangebot. Drei von vier BierkĂ€sten wĂŒrden dort gekauft. "Und die großen Brauereien machen da mit. FĂŒr sie ist es oft die einzige Möglichkeit, Marktanteile zu bekommen, wenn ein Konkurrent den Betrieb aufgibt."

Brauer-Bund: Handel muss schwierige Situation erkennen

Sie könnten die aktuelle Krise eher aussitzen, sagte Demleitner. Doch: Sollte Bier dauerhaft so gĂŒnstig bleiben wie derzeit, "wird es auch große Brauereien treffen".

Auch der Brauer-Bund, in dem die großen Brauereien organisiert sind, sieht das Problem der drastisch gestiegenen Kosten. "Wir erwarten, dass nun auch der Handel erkennt, in welcher schwierigen Situation sich die Brauereien befinden", sagte Holger Eichele, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Brauer-Bunds, t-online.

Die marktbeherrschenden Handelskonzerne könnten nicht einfach wegsehen, "wenn ihre Lieferanten exzessiven und existenzgefÀhrdenden Kostensteigerungen ausgesetzt sind".

Branche bereitet sich auf Gasstopp vor

Ein Szenario bereitet der gesamten Branche große Sorgen: das eines Gasstopps, sei es durch Russland oder ein Embargo der EU. "Von Woche zu Woche verdichten sich die Hinweise, dass die Gasversorgung Deutschlands massiv gefĂ€hrdet ist", so Eichele weiter. Die Brauereien bereiteten sich seit Wochen auf einen Lieferstopp fĂŒr russisches Gas vor; so heißt es auch von Krombacher, man rĂŒste sich "fĂŒr alle EventualitĂ€ten".

Auch Westermeier hatte zuvor gesagt, Erdinger habe sich solche Gedanken bereits gemacht. "Wir mĂŒssten bei einem Gasstopp sehr schnell umstellen, wir brĂ€uchten drei Lkw-Ladungen Heizöl pro Woche", sagte er. Doch im Zweifelsfall mĂŒsste das Familienunternehmen abwĂ€gen, was es noch produzieren könne und was nicht.

"Fassbier wĂ€re am wenigsten gefĂ€hrdet, das ist am wenigsten energieintensiv. Überspitzt ausgedrĂŒckt: Wir brĂ€uchten eine Weißbier-Triage, eine Priorisierung bei den Absatzwegen." Es mĂŒsste also entschieden werden, welcher Kunde noch wie viel Bier bekommen wĂŒrde – hier hĂ€tten die treuesten Kunden Vorrang, so Westermeier.

"Dann gibt es kein Bier mehr, das man verteilen könnte"

Auch Demleitner vom Verband der privaten Brauereien sieht das Risiko. Er sei sich aber nicht sicher, ob man gleich von einer "Triage" sprechen könne, was ja ein medizinischer Begriff sei. In der Corona-Krise rĂŒckte er in den Fokus, als es um die Priorisierung von Intensivpatienten ging.

Allerdings, so Demleitner, sei eine "Triage" höchstens als Vorstufe einer Eskalation zu verstehen. "Wenn man uns das Gas abschaltet, werden weite Teile der Branche erwischt. Dann brauchen wir nicht mehr ĂŒber eine 'Bier-Triage' zu reden. Dann gibt es kein Bier mehr, das man verteilen könnte."

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