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Rente sichern mit 50: Mit diesem Plan um die Altersvorsorge kümmern


Altersvorsorge planen
50 Jahre: So sichern Sie sich eine hohe Rente

Von Leon Bensch

Aktualisiert am 22.02.2024Lesedauer: 6 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Auch mit 50 Jahren ist eine solide Vorsorge fürs Alter noch möglich.Vergrößern des Bildes
Nur noch wenige Berufsjahre (Symbolbild): Auch in höherem Alter können Sie noch für die Rente vorsorgen. (Quelle: courtneyk)

Die Rente war für Sie bisher noch kein Thema – aber jetzt wollen Sie mit dem Sparen beginnen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen.

Über die Hälfte Ihres Arbeitslebens liegt hinter Ihnen – und über Ihren Ruhestand haben Sie noch nicht nachgedacht? Dann wird es Zeit. Denn die zu erwartenden Renteneinkünfte werden den Wegfall Ihrer aktuellen Bezüge nicht ausgleichen können.

Und selbst wenn Sie bereits vereinzelt Aktien oder ETFs in Ihrem Depot haben und die gestiegenen Zinsen auf einem Tagesgeldkonto nutzen, wird das vermutlich nicht genügen. Damit die Rentenlücke später nicht zu groß ausfällt, sollten Sie nicht länger grübeln, sondern strategisch vorgehen. Mit diesem 7-Punkte-Plan können Sie gelassener in den Ruhestand gehen.

1. Kontenklärung bei der Rentenversicherung

Einmal im Jahr versendet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ein Schreiben an alle Versicherten mit der Höhe der zu erwartenden Rente. Sollten Sie ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sein, rechnen Sie sich aus, wie hoch ihre Rentenlücke sein wird. Die Rentenberechnung erfolgt auf der Grundlage des Einkommens, das sie im Ruhestand für ihren Lebensunterhalt benötigen. Ziehen Sie davon Ihre prognostizierte Rente ab. Der Fehlbetrag ist der, den Sie sich mit einem Sparplan beiseitelegen sollten.

Beispiel: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) errechnet aufgrund Ihrer Rentenpunkte bei regulärem Renteneintritt eine Rentenhöhe von 1.100 Euro. Sie benötigen allerdings für Miete, Strom, Konsum, Reisen und Notfälle mindestens 1.900 Euro. Damit ergibt sich eine Rentenlücke von 800 Euro. Da sie ab jetzt noch ein paar Jahre im Arbeitsleben stehen werden und möglicherweise Ihr Gehalt steigt, erhöht sich auch die prognostizierte Rente. Damit verringert sich auch die Rentenlücke.

  • Tipp: Versicherte sollten mit einer sogenannten Kontenklärung prüfen, ob die bei der DRV hinterlegten Daten und Zeiten korrekt gespeichert sind und gegebenenfalls Unterlagen nachreichen, rät Katja Braubach vom Deutschen Rentenversicherung Bund. Denn: Nicht immer sind Ausbildungs-, Pflege- und Kindererziehungszeiten vollständig erfasst.

2. Rentenpunkte kaufen

Es besteht am Ende eines jeden Jahres die Möglichkeit, Rentenpunkte zu kaufen. Der Preis pro Rentenpunkt wird jährlich neu berechnet. Im Jahr 2023 kostete ein Rentenpunkt 8.024 Euro, im Jahr 2024 sind es 8.570 Euro. Durch mehr Rentenpunkte erhöht sich automatisch die Rente. Sonderzahlungen verpflichten nicht zum früheren Renteneintritt. Die Einzahlungen können zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Der Wert der Rentenpunkte ist garantiert.

Beispiel: Wenn Sie Ihre zu erwartende Rente freiwillig um 200 Euro aufstocken möchten, müssten Sie derzeit einen Betrag von 45.585 Euro in die Rentenversicherung einzahlen, rechnet Katja Braubach vor. Vorteil gegenüber anderen Sparmodellen: Die gesetzliche Rente wird als lebenslange Rente gezahlt und steigt im Laufe der Zeit entsprechend der Lohnentwicklung.

Gut zu wissen: Zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlte Beiträge sichern nicht nur das Alter ab, sondern enthalten weitere soziale Absicherungen. Dazu gehören zum Beispiel Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Witwen- und Waisenrenten sowie Zuschüsse zur Krankenversicherung als Rentnerin oder Rentner.

3. Betriebliche Altersvorsorge

Wenn möglich, schließen Sie eine betriebliche Altersvorsorge ab. Dazu rät Max Schmutzer von der Stiftung Warentest. Arbeitgeber sind in Deutschland verpflichtet, mindestens 15 Prozent der Beiträge zuzuschießen. Laut Schmutzer geben viele Arbeitgeber aber freiwillig mehr. Bei der späteren Auszahlung einer betrieblichen Altersvorsorge müssen Sie bis zu einem Freibetrag von 169,75 Euro pro Monat keine Krankenkassenbeiträge zahlen.

  • Tipp: Falls Ihr Unternehmen keine betriebliche Altersvorsorge anbietet, sparen Sie den gleich hohen Betrag in einem privaten ETF-Sparplan. Damit entfallen zwar der Arbeitgeberanteil und der Steuervorteil durch die Entgeltumwandlung, aber die langfristige Rendite ist oft um einiges höher als bei der betrieblichen Altersvorsorge. Darüber hinaus können Sie sich das Geld aus einem ETF später flexibel auszahlen lassen.

4. In Indexfonds investieren

ETF-Sparpläne sind beliebt. Die durchschnittliche Rendite der vergangenen Jahre spricht eine eindeutige Sprache: Mit dem beliebtesten Indexfonds MSCI World waren bisher etwa neun Prozent Rendite pro Jahr möglich. Ein ähnliches Ergebnis war mit einem S&P-500-ETF erreichbar.

ETFs investieren breit gestreut in viele verschiedene Aktien und senken das Risiko von Kursverlusten über einen langen Zeitraum. Die laufenden Kosten sind gering. Sparpläne sind flexibel. ETF-Anteile können Sie monatlich als Sparplan oder einmalig kaufen. Es kann sich lohnen, verschiedene ETFs miteinander zu kombinieren.

  • MSCI-World-ETF investiert in über 1.500 Unternehmen in über 23 Ländern
  • S&P-500-ETF investiert in die 500 besten Unternehmen der USA
  • Dax-ETF investiert in alle Unternehmen, die im deutschen Leitindex Dax 40 vertreten sind
  • Nasdaq-100-ETF investiert in den amerikanischen Technologiesektor
Renditerechner: Rendite einfach berechnen
Berechnung
Endkapital13.159
Zinsen3.159

Beispiel: Entscheiden Sie sich für den einmaligen Kauf eines ETFs, statt Rentenpunkte zu kaufen oder eine betriebliche Altersvorsorge abzuschließen, könnten Sie mit einer Summe von 8.000 Euro und einer Rendite von neun Prozent pro Jahr nach 15 Jahren einen Ertrag von 29.139 Euro erzielen. Bei einem ETF-Sparplan mit einer Anfangsinvestition von 8.000 Euro und monatlichen Raten von 100 Euro erzielen Sie nach 15 Jahren sogar 66.067 Euro.

  • Tipp: Betrachten Sie einen ETF-Sparplan als private Rentenversicherung, auch wenn es keine ist. Zahlen Sie konsequent über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren einen festgelegten monatlichen Beitrag ein und tasten Sie das Vermögen nicht an – auch nicht, wenn sich der Aktienmarkt schwach entwickelt. Die Renditen bei ETFs und Aktien schwanken. Es wird Jahre geben, die nur eine unterdurchschnittliche oder negative Rendite erwirtschaften. In diesen Jahren sammeln Sie mehr ETF-Anteile ein und profitieren dann in den überdurchschnittlich guten Jahren davon.

5. In (Staats-)Anleihen investieren

In Zeiten hoher Leitzinsen sind Staatsanleihen, sogenannte Bonds, eine Alternative zur gesetzlichen und privaten Rentenversicherung. Denn: Staatsanleihen haben ein sehr geringes Risiko. Das einzige Risiko, Geld zu verlieren, besteht darin, dass der Staat, der die Anleihe herausgibt, pleite geht.

Deutsche Staatsanleihen bringen auf Sicht von 10 bis 15 Jahren aktuell eine Rendite zwischen zwei und drei Prozent. Staatsanleihen sind über eine Bank oder einen Broker einfach zu kaufen. Je nach Laufzeit investieren Sie ähnlich wie bei einer privaten Rentenversicherung langfristig und erzielen einen festen Zins von beispielsweise drei Prozent pro Jahr.

Beispiel: Sie legen 10.000 Euro in eine 15-jährige Bundesanleihe mit einem festen Zinscoupon von 2,87 Prozent an. Dann bekämen Sie pro Jahr 287 Euro Zinsen vom Bund ausgezahlt. Das macht in Summe in 15 Jahren: 2.870 Euro. Wenn die Bundesanleihe beispielsweise mit einem Wert von 20 Prozent unter ihrem Nominalwert von 100 gehandelt wird, ist sogar über die gesamte Laufzeit noch eine Wertsteigerung möglich. Am Ende der Laufzeit bekämen Sie also nicht 10.000 Euro, sondern 12.000 Euro nebst jährlichen Zinszahlungen zurück.

  • Tipp: Investieren Sie die Zinsen nicht in den privaten Konsum, sondern in Ihren ETF-Sparplan und erhöhen damit Ihren Ertrag.

6. Renteneintritt aufschieben

Wenn möglich vermeiden Sie es, früher in den Ruhestand einzutreten. Mit jedem Jahr des vorgezogenen Renteneintritts kostet Sie das 0,3 Prozent Ihrer Rente – und zwar für immer.

Beispiel: Würde Ihnen beispielsweise eine monatliche Rente von 1.500 Euro zustehen, würde diese mit früherem Renteneintritt von einem Jahr auf 1.409 Euro sinken, erklärt Braubach vom DRV Bund. Dabei vergessen viele, das fehlende Beitragsjahr bis zum Eintritt in die Regelaltersrente abzuziehen.

Wenn Sie noch fit und gesund sind, Ihr Arbeitgeber mitspielt und Sie sogar später in Rente gehen können, als es möglich ist, erhalten Sie 0,5 Prozent mehr – zusätzlich zu den ohnehin steigenden Rentenansprüchen dank weiterer Beitragszahlungen. "Ein Durchschnittsverdiener erwirbt pro weiterem Arbeitsjahr einen Anspruch von 37,60 Euro pro Monat", erklärt Braubach. "Somit ergibt sich eine Rente von etwa 1.538 Euro zuzüglich des Zuschlages von sechs Prozent. Daraus errechnet sich eine Gesamtrente von 1.630 Euro."

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7. Nebenjob plus Rente

Wenn Sie früher in Rente gehen und Abschläge in Kauf nehmen wollen, können Sie nebenher weiterarbeiten. "Seit dem Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen für Altersrentner ist ein unbegrenzter Nebenverdienst ohne Rentenkürzung möglich", so Braubach vom DRV Bund.

Aber auch für Rentner gilt: Verdienste oberhalb der Minijobgrenze von 538 Euro zählen dabei zum versteuernden Einkommen und können dazu führen, dass Rentenbezieher höhere Steuern bezahlen müssen oder aufgrund dieses Verdienstes erstmalig auf ihre Rente Steuern bezahlen. Lesen Sie hier, mit welchen Alternativen zum Minijob Sie Ihre Rente noch steuerfrei aufstocken können.

Kassensturz machen

Sollte am Monatsende kaum Geld übrigbleiben, das Sie sparen können, überprüfen Sie Ihre Ausgaben. Haben Sie unnötige Abos (Fitnessstudio, Streamingdienste, Onlinezeitungen), teure Versicherungen, die nicht notwendig sind, oder einen teuren Stromanbieter? Denken Sie über einen Wechsel nach oder kündigen Sie, was nicht benötigt wird. Lesen Sie hier, auf welche Versicherungen Sie verzichten können.

Schnell kommen mehrere Hundert Euro pro Jahr zusammen. Warten Sie nicht länger – die Zeit arbeitet für Sie.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Schriftliche Antwort von Katja Braubach vom Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV)
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