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Eigenanteile im Pflegeheim steigen weiter an

Eigenanteile steigen an  

Wo Heimplätze am teuersten sind

24.09.2019, 16:02 Uhr | dpa

Eigenanteile im Pflegeheim steigen weiter an . Eine Pflegerin betreut einen Senioren: Seit Oktober 2018 ist die Eigenbeteiligung Pflegebedürftiger durchschnittlich auf fast 1.930 Euro im Monat gestiegen. (Quelle: Getty Images/Dean Mitchell)

Eine Pflegerin betreut einen Senioren: Seit Oktober 2018 ist die Eigenbeteiligung Pflegebedürftiger durchschnittlich auf fast 1.930 Euro im Monat gestiegen. (Quelle: Dean Mitchell/Getty Images)

Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und ein Beitrag zur Pflege: Mehrere tausend Euro kostet ein Platz im Pflegeheim pro Monat. Pflegebedürftige müssen immer mehr selbst zahlen  jedoch nicht in jedem Bundesland gleich viel.

Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr aus eigener Tasche dazu zahlen. Seit Oktober 2018 ist die Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt einem Bericht zufolge um mehr als 110 Euro auf fast 1.930 Euro im Monat gestiegen.

Der Anstieg betrage mehr als sechs Prozent, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung der "Pflegedatenbank" des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV).

Höhere Löhne gleich höherer Eigenanteil

Als Hauptursache gelten dem Bericht zufolge Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im März beim Deutschen Pflegetag gesagt, für zusätzliche Pflegekräfte und bessere Bezahlung würden künftig Mehrkosten anfallen. Zu sagen, dies wirke sich nicht auf die Eigenanteile aus, wäre unrealistisch. Die SPD fordert, dass die Eigenanteile für die pflegebedingten Kosten im Heim begrenzt und langfristig gestrichen werden.

Eigenbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern am niedrigsten

Die "Pflegedatenbank" der PKV enthält Informationen von mehr als 11.000 der etwa 13.000 Pflegeheime in Deutschland. Am stärksten sei die Eigenbeteiligung demnach in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gestiegen, so das RND. In diesen drei Ländern seien die Beträge, die die Pflegebedürftigen selbst aufbringen müssen, um etwa zehn Prozent angewachsen.

Am tiefsten müssen demnach weiterhin die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen in die eigene Tasche greifen. Hier habe der Eigenanteil zum 1. September dieses Jahres bei 2.406 Euro gelegen, heißt es in dem Bericht. Am 1. Oktober 2018 waren es noch 2.309 Euro gewesen. Danach folgen das Saarland mit 2.301 (2.178) Euro sowie Baden-Württemberg mit 2.250 (2.116) Euro. Im Mittelfeld liegen der Auswertung zufolge unter anderem Berlin mit 1.931 (1.856) Euro, Hessen mit 1.936 (1.783) Euro oder Brandenburg mit 1.646 (1.526) Euro.

Am preiswertesten sind Heimplätze dem Bericht zufolge derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo 1.346 (1.238) Euro Eigenanteil bezahlt werden müssen. Bei den genannten Beträgen sind die Zuschüsse der Pflegeversicherung bereits berücksichtigt.

Regionale Unterschiede belasten bundesweite Abweichungen der Eigenanteile

Pflegebedürftige müssen einen Eigenanteil leisten, weil die Pflegeversicherung – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten trägt. Enthalten sind Kosten für die eigentliche Pflege sowie für Investitionen, Unterkunft und Verpflegung. Dass die Belastungen unterschiedlich hoch sind, erklären Experten auch mit regional unterschiedlichen Löhnen und Vorgaben für die Personalausstattung.
 

 

Bisher wurden oft die Kinder zur Kasse gebeten, wenn Pflegebedürftige die Heimkosten nicht zahlen können. Zwar springt zunächst das Sozialamt ein, wenn Betroffene die Heimkosten nicht zahlen können, aber in vielen Fällen holt sich die Behörde das Geld zumindest teilweise von den Angehörigen zurück. Dies soll sich bald ändern. Nur wer mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient, soll nach den Plänen der Bundesregierung in Zukunft noch finanziell herangezogen werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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