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Malus-Regelung: Organspende-Verweigerer benachteiligen?

Forderung zur Organspende  

Wer nicht spenden will, soll bei Organvergabe benachteiligt werden

25.09.2019, 10:27 Uhr | dpa

Malus-Regelung: Organspende-Verweigerer benachteiligen?. Organspendeausweis und Kugelschreiber: Derzeit wird über die Organspende im Gesundheitsausschuss diskutiert.  (Quelle: imago images/Steinach)

Organspendeausweis und Kugelschreiber: Derzeit wird über die Organspende im Gesundheitsausschuss diskutiert. (Quelle: Steinach/imago images)

Wer selbst nicht zu einer Organspende bereit ist, sollte auf einer Warteliste weiter unten stehen. Das fordert zumindest die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie. Der Vorstoß entfacht die Organspende-Debatte neu. 

Es gibt immer noch viel zu wenige Menschen, die ihre Organe spenden. Patientenschützer fordern deshalb eine bessere Beratung. Gesundheitsexperten diskutieren unter anderem die Widerspruchslösung.  

Doppelte Widerspruchslösung als Thema im Gesundheitsausschuss

Der Gesundheitsausschuss des Bundestages befasst sich am 25. September mit grundlegenden Fragen der Organspende. Mehrere geladene Organisationen und Initiativen sprechen sich in Stellungnahmen für eine "doppelte Widerspruchslösung" aus, die eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) anstrebt.

Demnach sollen alle Volljährigen als Organspender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Dagegen wenden sich unter anderem die beiden großen Kirchen.

Malus-Regelung: Organspender weiter vorn auf Wartelisten

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie, Robert Nuscheler, schlug eine Malus-Regelung vor. "Wer einer Spende widerspricht, wird dann, wenn er selbst einmal ein Organ benötigt, weiter hinten auf die Warteliste gesetzt", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Es sei nicht einzusehen, "warum Menschen, die nicht zur Organspende bereit sind, dieselben Chancen auf ein Organ haben sollen wie potenzielle Spender".

Organspende in Deutschland: Beratung hat großen Einfluss auf Spende

In der Debatte um mehr Organspenden in Deutschland haben Patientenschützer zudem eine bessere Beratung zu Patientenverfügungen gefordert. Diese seien mittlerweile weit verbreitet und hätten einen großen Einfluss bei der Organspende, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.

Die meisten Menschen nutzen die Verfügungen, um eine Behandlung zu begrenzen. "Sie wollen natürlich sterben und schließen deshalb Intensivtherapie in unterschiedlichen Krankheitssituationen aus." Wer dies ablehne, schließe aber auch die Organspende aus, erläuterte Brysch. "Dieses Problem ist den meisten Menschen nicht bewusst, obwohl sie der Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen."

Viele Patientenverfügungen zeigten, dass es in der Praxis trotz vieler Informationen oft nicht gelinge, einen solchen Widerspruch im Text aufzulösen. "Es braucht daher eine umfassende und persönliche Beratung", forderte Brysch. Sie müsse Pro und Contra benennen und sich individuellen Fragen und Ängsten stellen. "Entscheidend ist, dass ein solches Gespräch ergebnisoffen geführt wird."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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