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Wann Krankenkassen den Pflegedienst ablehnen dürfen

Häusliche Pflege  

Wann Krankenkassen den Pflegedienst ablehnen dürfen

23.10.2019, 11:46 Uhr | dpa-tmn

 (Quelle: Martin Wagner/imago images)
t-online.de erklärt: So funktioniert das deutsche Pflegesystem

Wer seinen Alltag nicht mehr selbst bestreiten kann, ist häufig auf Pflegekräfte angewiesen. Doch wie funktioniert dien Einteilung in die fünf Pflegegrade des deutschen Systems? Und welche Zuschüsse zahlt die Kasse? t-online.de erklärt das Pflegesystem. (Quelle: t-online.de)

Fünf Pflegegrade: So funktioniert das deutsche Pflegesystem. (Quelle: t-online.de)


Bei der häuslichen Krankenpflege haben Patienten keine ganz freie Wahl. Die Krankenkasse kann einen Pflegedienst in bestimmten Fällen ablehnen – und damit sogar einen Wechsel erzwingen.

Bei der Auswahl ihres Pflegedienstes haben Pflegebedürftige zwar ein Wunschrecht. Der Wunsch muss jedoch angemessen sein. Das kann im Ernstfall bedeuten, dass Patienten gegen ihren Willen den Dienst wechseln müssen. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

Interessen von Patient und Krankenkasse abwägen

Die Experten berufen sich auf ein Urteil des Sozialgerichts Münster (Az.: S 17 KR 1206/19 ER). Klägerin in dem Fall war ein pflegebedürftiges Mädchen beziehungsweise dessen Eltern: Seit einem Ertrinkungsunfall ist das Mädchen auf Intensivpflege angewiesen, dafür hatte die Familie einen Vertrag mit einem Pflegedienst geschlossen.

Dieser Dienst kündigte den Vertrag jedoch und verlangte, die Patientin nur zu einem höheren Stundensatz weiter betreuen zu wollen – gefordert wurden nun 51,30 statt 45 Euro. Der neue Stundensatz war der Krankenkasse des Mädchens jedoch zu teuer. Sie schlug stattdessen zwei andere, günstigere Pflegedienste vor. Das Mädchen lehnte den Wechsel ab, der Streit ging vor Gericht.

Abwägen zwischen den Parteien

Das Urteil: Patienten haben unter Umständen wie diesen keinen Anspruch darauf, ihren Pflegedienst zu behalten. Der Wechsel bringe zwar einen Wechsel der Pflegepersonen mit sich. Das sei aber auch bei Urlaub oder Krankheit der Pflegedienstmitarbeiter der Fall – Leib und Leben der Patientin seien dadurch nicht gefährdet, befand das Gericht.



Grundsätzlich müsse man in solchen Fällen zwischen den Interessen der Patienten und denen der Krankenkasse beziehungsweise der Versichertengemeinschaft abwägen, so das Gericht. Mehrkosten seien dabei ein Gesichtspunkt. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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