Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Parasiten >

Würmer im Stuhl: So erkennen Sie Würmer bei Menschen

...

Die drei häufigsten Exemplare  

Würmer im Darm: Verschiedene Arten des Wurmbefalls

06.06.2018, 10:16 Uhr | t-online.de

Würmer im Stuhl: So erkennen Sie Würmer bei Menschen. Was man sieht: Ein Bandwurm befällt den Darm. Gegen den Parasiten hilft in der Regel nur eine Wurmkur.  (Quelle: Getty Images/selvanegra)

Was man sieht: Ein Bandwurm befällt den Darm. Gegen den Parasiten hilft in der Regel nur eine Wurmkur. (Quelle: selvanegra/Getty Images)

Für die meisten Menschen sind Würmer im Darm eine Horrorvorstellung. Einige dieser Parasiten die in der Regel über die Nahrung in den Magen-Darm-Trakt gelangen, können schwere Krankheiten auslösen. Erfahren Sie mehr über die häufigsten Wurmarten im Darm: Madenwürmer, Spulwürmer und Bandwürmer.  

Die häufigsten Würmer (Helminthen), die in Europa den Menschen befallen, sind Parasiten. Zu dieser Art der Schmarotzer, die sich im Laufe ihres Lebens einen oder mehrere Wirte oder Zwischenwirte suchen, gehören Madenwürmer, Spulwürmer und Bandwürmer. 

So kommen Würmer in den Körper 

Parasitenbefall im Darm, After oder Po ist vor allem bei Kindern (Kindermadenwurm) ein häufiges Problem. Aber auch Erwachsene werden von Würmern befallen. Die Wurmeier gelangen in der Regel über verunreinigte Nahrung oder durch Körperkontakt mit befallenen Tieren in den Körper des Menschen und lösen Beschwerden aus. Die Eier und Larven der Würmer reifen im menschlichen Körper und vermehren sich. Einige Wurmarten werden auch durch Stechmücken oder Fliegen übertragen, diese kommen allerdings nicht natürlich in Europa vor, sondern werden zumeist als unfreiwilliges Mitbringsel aus dem Urlaub importiert.

Ansteckend sind nicht die Würmer, sondern die Eier. Diese sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, weil sie äußerst klein sind. Sie können leicht verschluckt werden, gelangen durch Einatmen in den Körper und nisten sich gern unter den Fingernägeln ein.

Ausführlich: Wurmerkrankungen bei Kindern

Madenwürmer im Darm: typische Symptome

Eine Infektion mit Madenwürmern oder Springwürmern (Enterobius vermicularis) gehört zu den häufigsten Wurmerkrankungen in Deutschland und ist an sich harmlos. Etwa die Hälfte aller Menschen wird einmal im Leben von Madenwürmern befallen. Die Parasiten, die zur Gattung der Rund- und Fadenwürmern gehören, legen ihre Eier mit Vorliebe in den Falten des Afters ab, was zu lästigem Juckreiz führt.

Typische Symptome für einen Befall der kleinen weißen Würmer, bei denen die Weibchen bis zu 13 Millimeter (Männchen etwa 5 Millimeter) groß werden können, sind:

  • starkes Jucken, vor allem am Abend und in der Nacht
  • Appetitlosigkeit
  • Nachweisbarkeit der Parasiten im Kot mit bloßem Auge 
  • In schlimmen Fällen kann es durch den Juckreiz und das Kratzen zu Entzündungen am After kommen.
  • Gewichtsverlust, DurchfallBauchschmerzen und rektale Blutungen am Anus bei schwerem Befall

Bei einigen Menschen verläuft die Wurmerkrankung aber auch relativ symptomlos und bleibt daher oftmals unbemerkt. In der "Apotheken-Umschau" erklärt der Parasitologe Dr. Thomas Romig von der Universität Hohenheim, dass vermutlich die meisten Menschen in ihrer Kindheit schon einmal einen Befall durch Madenwürmer gehabt haben.

Wie infiziert man sich mit Madenwürmern?

Die Infektion kann über verunreinigte Nahrung, Türklinken, Spielzeug, Tiere oder über die Luft geschehen. Mit den kleinen Parasiten infizieren sich vor allem Kinder schnell. 

Gelangen die Eier in den Körper, nisten sie sich im Dickdarm ein und ernähren sich dort von dem Nahrungsbrei. Die weiblichen Madenwürmer legen ihre bis zu 10.000 Eier bevorzugt nachts in den Falten des Anus ab und verursachen dort starken Juckreiz. Über den Kontakt mit der Hand können die Eier wieder über den Mund gelangen und eine weitere Infektionskette auslösen. Madenwürmer bei Menschen befallen vor allem Kleinkinder und Frauen. Die Parasiten sind im Kot sichtbar.

Werden Madenwürmer bei Menschen nicht behandelt, kann dies bei Kleinkindern zu Entwicklungsstörungen führen. Bei Frauen besteht das geringe Risiko, dass die Madenwürmer auch die Scheidenregion befallen und dort Entzündungen auslösen.

Spulwürmer bereiten Magen-Darm-Probleme

Gefährlicher als Madenwürmer sind Spulwürmer. Sie sind rosaweiß, zwischen 25 bis 45 Zentimeter lang und siedeln sich im Dünndarm an. Die Infektion erfolgt über kothaltigen Staub oder Salat und Gemüse, die mit Fäkalien gedüngt wurden.

Die Larven der Parasiten rufen häufig allergische Reaktionen hervor und befallen innere Organe. Ausgewachsene Spulwürmer können aufgrund ihrer Größe die Gänge der Bauchspeicheldrüse sowie die Gallengänge blockieren und Koliken verursachen. 

Typische Symptome durch Spulwürmer

Bei geringem Spulwurmbefall treten kaum Beschwerden auf. Bei starkem Wurmbefall kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Unterernährung
  • Blutarmut

Dringen die Larven über das Blut bis zur Lunge vor, können Husten und asthmatische Anfälle auftreten. In schweren Fällen können die Parasiten einen Darmverschluss oder eine Darmlähmung verursachen. 

Bandwürmer können gefährlich werden

Eine weit verbreitete Wurmart im Darm sind auch die Bandwürmer, die zur Familie der Plattwürmer gehören. Sie sind, wie der Name bereits sagt, platt und je nach Art zwischen drei Millimetern und 20 Metern lang. Bandwürmer bestehen aus einem Körper mit abgeflachten Gliedern und einem Kopf mit Saugnäpfen und Haken, mit denen sie sich an der Darmwand festhalten. Es gibt verschiedene Varianten wie den Fischbandwurm, den Hundebandwurm, den Fuchsbandwurm und Schweinebandwurm. Die Infektion erfolgt durch unvollständig gegartes Fleisch oder Fisch oder durch den Verzehr von ungewaschenen Waldpilzen oder Waldbeeren, die am Boden wachsen.

Besonders gefährlich ist eine Infektion mit den Parasiten des Hunde- und Fuchsbandwurms (Echinokokkose), die in Deutschland meldepflichtig ist. Die Erreger werden meist über Kontakt mit infizierten Tieren wie Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen. Eine regelmäßige Entwurmung der Haustiere ist deshalb wichtig.

Nach Aufnahme der Fuchsbandwurm-Eier bilden sich in verschiedenen Organen Zysten. Besonders Leber, Lunge und Gehirn sind häufig betroffen. Die Zysten können sogar die Größe eines Balls erreichen. Weil zwischen Infektion und Ausbruch von Krankheitserscheinungen über zehn Jahre liegen können, sind Diagnose und Therapie schwierig.

Auch eine Infektionen mit dem Schweinebandwurm kann gefährliche Folgen haben. Wenn die Wurmeier aus dem Stuhl in den Magen-Darm-Trakt gelangen, entwickeln sich dort Larven, die die Darmwand durchbohren und ins Blut gelangen. Über den Blutkreislauf setzen sie sich in der Muskulatur oder in verschiedenen Organen wie dem Herzen oder dem Gehirn fest und verursachen schwere Schäden. 

Bei einem Befall mit dem Fischbandwurm kann es dagegen zu Vitamin B12-Mangel kommen. Ansonsten verläuft die Infektion unauffällig.

Ausführlich: Infektion mit Fuchsbandwurm und Hundebandwurm – Symptome, Behandlung, Vorbeugung

Typische Symptome durch Bandwürmer

Ein Befall mit Bandwürmern äußert sich in folgenden Symptomen:

  • Weiße Bandwurmstücken im Stuhl
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Krämpfe
  • Durchfall
  • Mangelerscheinungen
  • Schwellungen (durch Zysten)
  • Gewichtsverlust
  • Reizhusten und Atemprobleme (falls Hundebandwürmer in die Lunge geraten)
  • In schweren Fällen Organschäden (Lunge, Gehirn, Leber)

Würmer im Stuhl: Diagnose und Behandlung mit Medikamenten

Die Diagnose einer Wurmerkrankung erfolgt beim Arzt je nach Wurmart auf unterschiedliche Weise. Manchmal hilft ein Stuhltest weiter, um die Wurmeier unter dem Mikroskop zu identifizieren. In anderen Fällen führen Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall weiter.

Fadenwürmer, Rinder- und Schweinebandwürmer lassen sich mit Medikamenten leicht therapieren und die Prognose ist nach der Therapie gut. Antihelminthika (Anti-Parasitenmittel) helfen gegen zahlreiche Wurmarten. Einige Anti-Wurmmittel sind rezeptfrei erhältlich. Die Medikamente enthalten Wirkstoffe wie Pyrantel, Albendazol und Mebendazol. Diese verursachen eine Lähmung oder den Tod der Würmer, die tot oder lebendig ausgeschieden werden. Enge Kontaktpersonen sollen nach Möglichkeit immer mitbehandelt werden und ebenfalls eine Wurmkur machen.

Hausmittel gegen Würmer im Stuhl

Daneben gibt es auch Hausmittel, die bei einer Wurmerkrankung eingesetzt werden können. Hierzu gehören einige Früchte und Gemüsesorten, die die Darmparasiten nicht mögen:

  • Grapefruitkern-Extrakt: Der Saft aus der Schale und den Kernen der Frucht wirkt gegen die Parasiten. Schwangere, stillende Frauen und Kleinkinder sollten darauf jedoch verzichten.
  • Roher Knoblauch wirkt gegen Darmparasiten wie Madenwürmer. Er enthält schwefelhaltige Aminosäuren die als natürliche Wurmkur im Darm bei Kindern und Erwachsenen aufräumt.
  • Weißkohlsaft: Ist in Drogerie oder Reformhaus erhältlich und sollte morgens auf nüchternen Magen getrunken werden.
  • Frische Karotten: Sie sind reich an Beta-Carotin, das die Eier von Darmparasiten abtöten kann.
  • Kerne von Kürbis und Papaya: Sie enthalten Enzyme, die Darmparasiten abtöten können.
  • Schwarzkümmelöl: Dieses Öl wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. Ist auch in Kapseln erhältlich.
  • Kokosöl: Über den Tag verteilt ca. 3 bis 4 Esslöffel natives Kokosöl einnehmen hilft, die Parasiten aus dem Darm zu vertreiben und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken. (eignet sich auch bei Wurmbefall bei Hunden)
  • Sitzbäder mit Salzwasser und Eincremen mit Vaseline: hilft gegen das Jucken am After

Achtung: Würmer verschwinden in der Regeln nicht ohne eine medikamentöse Behandlung. Sie sind so gut an ihren menschlichen Wirt angepasst, dass das Immunsystem den Parasiten nicht als solchen erkennt und bekämpft. Hausmittel sollten daher nur zur Unterstützung der Therapie angewendet werden. Auch die richtige Hygiene unabdingbar. Betroffene sollte vor allem darauf achten, sich häufig die Hände zu waschen und die Fingernägel kurz zu halten, da sich unter diesen Wurmeier ansammeln können. Auch bei der Zubereitung von Speisen ist Hygiene wichtig.  


Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben unsere Community grundlegend erneuert und viele Veränderungen vorgenommen. Es gibt neue Funktionen und auch die Redaktion wird verstärkt in den Kommentarbereichen mit Ihnen in Kontakt treten. Mehr zu unserer neuen Community erfahren Sie in unseren FAQ.

Leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen.
Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Prepaid: 12 Wochen zum Preis von 4 Wochen
jetzt bestellen bei der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018