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Kampfjets ├╝ber der Akropolis ÔÇô Griechenland r├╝stet auf

Von dpa
19.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Flugzeuge des Typs "Rafale": In einem R├╝stungsprogramm mit Frankreich erhielt Griechenland die ersten sechs von insgesamt 24 Kampfjets.
Flugzeuge des Typs "Rafale": In einem R├╝stungsprogramm mit Frankreich erhielt Griechenland die ersten sechs von insgesamt 24 Kampfjets. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)
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Die Beziehung von Griechenland zum Nachbarland T├╝rkei ist angespannt. Deshalb investiert Athen nach Jahren finanzieller Schwierigkeiten wieder verst├Ąrkt in die Verteidigung und kn├╝pft neue Allianzen.

Mit einem eindrucksvollen Anflug ├╝ber Athen und die Akropolis haben am Mittwoch sechs franz├Âsische Kampfjets ihren Bestimmungsort Griechenland erreicht. Die Flieger sind Teil einer Bestellung von 24 Jets des Typs Rafale, die Premier Kyriakos Mitsotakis vergangenes Jahr mit dem franz├Âsischen Pr├Ąsidenten Emmanuel Macron ausgehandelt hat. Und sie sind Teil der verst├Ąrkten milit├Ąrischen Aktivit├Ąten des Mittelmeerlandes, die unter anderem von den USA mit Wohlwollen gesehen werden.

Kyriakos Mitsotakis: Auf dem Milit├Ąrflughafen "Tanagra" wurden die neuen Kampfjets vom griechischen Premierminister in Empfang genommen.
Kyriakos Mitsotakis: Auf dem Milit├Ąrflughafen "Tanagra" wurden die neuen Kampfjets vom griechischen Premierminister in Empfang genommen. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)

Griechenland r├╝stet auf ÔÇô erstmals seit der schweren Finanzkrise des Landes, die von 2009 bis 2018 fast jegliche R├╝stungsausgaben verhinderte. Der Konflikt um Erdgas im ├Âstlichen Mittelmeer mit der T├╝rkei und das provokative, aggressive Verhalten des Nachbarn lie├čen keine andere Option, hei├čt es aus Regierungskreisen. F├╝r 2022 sind Ausgaben in H├Âhe von mehr als 4 Milliarden Euro geplant.

"Im 21. Jahrhundert ist R├╝stung ein Thema des Friedens", sagte Ministerpr├Ąsident Mitsotakis nach der Landung der Kampfjets auf dem Milit├Ąrflughafen Tanagra nahe Athen. Es sei weder Raum f├╝r Geschichts- oder Geografief├Ąlschung, noch f├╝r provokatives Z├╝ndeln, besonders, wenn dies von einem Nachbarland komme, sagte der Premier.

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Gegenseitige Schuldzuweisungen

Gemeint sind die Konflikte mit der T├╝rkei. Zuletzt wandte sich Ankara gleich zweimal an die Vereinten Nationen, um griechischen Inseln in der ├Âstlichen ├äg├Ąis die Souver├Ąnit├Ąt abzusprechen, weil sie militarisiert seien. Gleichzeitig unterh├Ąlt die T├╝rkei Athen zufolge an ihrer Westk├╝ste eine der gr├Â├čten Landungsflotten im Mittelmeer ÔÇô Luftbilder auf Google belegen den gut best├╝ckten Milit├Ąrhafen Hacilar Limani s├╝dlich der Touristenstadt Foca. Mit dieser Bedrohung vor der Haust├╝r, so der griechische Au├čenminister Nikos Dendias, k├Ânne man auf Inseln wie Lesbos und Samos unm├Âglich auf Milit├Ąr verzichten.

Ein griechisch-orthodoxer Geistlicher weiht einen Kampfjet.
Ein griechisch-orthodoxer Geistlicher weiht einen Kampfjet. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)

Zudem verletzen t├╝rkische Kampfjets in letzter Zeit wieder verst├Ąrkt den griechischen Luftraum. Auch ├╝berfliegen sie nicht nur griechische Felsen im Meer, sondern bewohnte Inseln. Griechische Jets steigen deshalb regelm├Ą├čig zu Abfangman├Âvern auf.

"Mancher fragt sich, warum Griechenland aufr├╝stet. Aber diese Aktivit├Ąten sind absurd und innerhalb der Nato noch nie da gewesen", sagte ein griechischer Milit├Ąr der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. "Es ist in etwa so, als ob britische Kampfbomber unangek├╝ndigt Sylt ├╝berfliegen und London obendrein die Zugeh├Ârigkeit der Insel zu Deutschland infrage stellt." Diese Provokationen hat Athen mehrfach bei der EU vorgebracht, die das Verhalten daraufhin verurteilte.

Interesse an Gasvorkommen

Der franz├Âsische Pr├Ąsident Macron sicherte Griechenland bereits Unterst├╝tzung zu ÔÇô Frankreich hat mit eigenen Energiekonzernen allerdings auch gro├če Interessen etwa an Gasvorkommen s├╝dlich von Kreta, die von Ankara streitig gemacht werden.

Mit den USA hat Athen die Zusammenarbeit ebenfalls verst├Ąrkt. Zus├Ątzlich zum St├╝tzpunkt "Souda" auf Kreta sind sie nun zunehmend in der nordostgriechischen Hafenstadt Alexandroupolis pr├Ąsent. Aus gutem Grund, sagen Beobachter: Von dort aus kann milit├Ąrisches Ger├Ąt auf dem Landweg ├╝ber die Nato-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rum├Ąnien zum Beispiel an die Grenze zur Ukraine gebracht werden.

Moskau bleiben diese Aktivit├Ąten nicht verborgen. "Nat├╝rlich haben wir mitgekriegt, in welche Richtung die Amerikaner diesen Hafen benutzen k├Ânnen", sagte Medienberichten zufolge der russische Au├čenminister Sergej Lawrow letzte Woche in einem Gespr├Ąch mit seinem Amtskollegen Nikos Dendias.

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