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Erleichterung in Europa: Reaktionen auf Macrons Sieg

Von dpa
Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Emmanuel Macron setzte sich deutlich gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Marine Le Pen durch.
Emmanuel Macron setzte sich deutlich gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Marine Le Pen durch. (Quelle: Christophe Ena/AP/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Deutsche Spitzenpolitiker der Ampel-Koalition und der Union haben dem französischen PrÀsidenten Emmanuel Macron zur Wiederwahl gratuliert - und teilweise ihre Erleichterung kundgetan.

Bundeskanzler Olaf Scholz wĂŒrdigte Macrons Wiederwahl als Bekenntnis zu Europa. "FĂ©licitations, herzliche GlĂŒckwĂŒnsche, lieber PrĂ€sident @EmmanuelMacron", gratulierte der SPD-Politiker auf Twitter. "Deine WĂ€hlerinnen und WĂ€hler haben heute auch ein starkes Bekenntnis zu Europa gesendet. Ich freue mich, dass wir unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen!" Scholz gratulierte dem Liberalen Macron am Abend in einem Telefonat auch persönlich zu seinem Wahlsieg - als erster auslĂ€ndischer Regierungschef, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit mitteilte. Der Kanzler und der StaatsprĂ€sident hĂ€tten ihren Willen zur Fortsetzung der "engen und vertrauensvollen Beziehungen" zwischen Deutschland und Frankreich bekrĂ€ftigt.

BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) sprach am Sonntagabend auf Twitter von einer "guten Nachricht fĂŒr Europa und fĂŒr die Fortsetzung der Deutsch-Französischen Freundschaft". "Sicher fĂ€llt gerade nicht nur mir ein Stein vom Herzen", twitterte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne). GrĂŒnen-Chef Omid Nouripour kombinierte seine Gratulation an Macron mit der EinschĂ€tzung, die "Normalisierung extremistischer Diskurse" im französischen Wahlkampf sei eine Mahnung. "Es gilt, mit aller Kraft fĂŒr Demokratie & Freiheit einzutreten und unsere europĂ€ischen Werte zu verteidigen."

Steinmeier: Gute Nachricht fĂŒr Deutsche

"Ich freue mich darĂŒber, dass die französischen WĂ€hlerinnen und WĂ€hler Ihren proeuropĂ€ischen Kurs mehrheitlich unterstĂŒtzen", schrieb BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nach Angaben des BundesprĂ€sidialamts vom Sonntagabend. "Ihre Wiederwahl ist auch fĂŒr uns Deutsche eine gute Nachricht." Macron sei angetreten mit einem klaren Bekenntnis zu einer offenen Weltordnung, mit einer Vision fĂŒr ein starkes, souverĂ€nes Europa und dem festen Glauben an die deutsch-französische Partnerschaft, wĂŒrdigte Steinmeier.

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Der FDP-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Christian Lindner sprach von einer "Richtungswahl". "Es ging um grundsĂ€tzliche Wertefragen", schrieb er ebenfalls auf Twitter. "Entschieden haben sich die Französinnen und Franzosen fĂŒr Macron. Damit ist das vereinte Europa die grĂ¶ĂŸte Gewinnerin dieser Wahl." CDU-Chef Friedrich Merz erklĂ€rte auf dem gleichen Wege, auch Europa habe heute gewonnen. "Jetzt ist ein neuer Anlauf fĂŒr deutsch-französische Zusammenarbeit möglich und nötig!"

Der SPD-Parteivorstand schrieb auf Twitter: "Frankreich hat eine Wahl getroffen. FĂŒr Europa und fĂŒr den Zusammenhalt."

CSU-Chef Markus Söder bewertete Macrons Sieg als "gutes Signal fĂŒr Europa". "Einigkeit und Zusammenhalt sind gerade in der jetzigen Zeit besonders wichtig. Europa funktioniert nur gemeinsam", schrieb der bayerische MinisterprĂ€sident bei Twitter.

Biden: "Frankreich ist unser Ă€ltester VerbĂŒndeter"

Auch US-PrĂ€sident Joe Biden hat Macron zu seiner Wiederwahl gratuliert. "Frankreich ist unser Ă€ltester VerbĂŒndeter und ein wichtiger Partner bei globalen Aufgaben", schrieb Biden bei Twitter. Er freue sich auf die WeiterfĂŒhrung einer engen Kooperation etwa bei der UnterstĂŒtzung der Ukraine, der Verteidigung der Demokratie und beim Kampf gegen den Klimawandel.

Selenskyj: Macron ist "wahrer Freund"

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Macron zur Wiederwahl gratuliert und ihn als "wahren Freund" bezeichnet. Er schĂ€tze die UnterstĂŒtzung Frankreichs, schrieb Selenskyj in der Nacht zum Montag bei Twitter. "Und ich bin ĂŒberzeugt: Wir schreiten zusammen zu neuen gemeinsamen Siegen. In ein starkes und geeintes Europa."

EU freut sich auf weitere Zusammenarbeit

EU-ParlamentsprÀsidentin Roberta Metsola hat Macron zu seiner "sehr erfolgreichen Wiederwahl" gratuliert. Sie freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Frankreich im Rahmen der derzeitigen französischen EU-RatsprÀsidentschaft und um die Herausforderungen in einer zunehmend unsicheren und beunruhigenden Welt anzugehen. Eine starke EU brauche ein starkes Frankreich, schrieb Metsola am Sonntag auf Twitter.

Auch EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen gratulierte. "Ich freue mich, unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen zu können", schrieb die deutsche Politikerin auf Twitter. "Gemeinsam werden wir Frankreich und Europa voranbringen."

Auch EU-RatsprĂ€sident Charles Michel zeigte sich erleichtert ĂŒber die Wiederwahl Macrons. "Wir können fĂŒnf weitere Jahre auf Frankreich zĂ€hlen", schrieb der Belgier am Sonntagabend auf Twitter. "In diesen stĂŒrmischen Zeiten brauchen wir ein starkes Europa und ein Frankreich, das sich voll und ganz fĂŒr eine souverĂ€nere und strategischere EuropĂ€ische Union einsetzt." Dazu schrieb Michel: "Herzlichen GlĂŒckwunsch, lieber Emmanuel Macron."

Johnson: Frankreich ist wichtiger Partner

Der britische Premierminister Boris Johnson bezeichnete Frankreich als engen Partner seines Landes. "Ich gratuliere zur Wiederwahl als PrĂ€sident Frankreichs, Emmanuel Macron", schrieb Johnson am Sonntagabend auf Twitter und hĂ€ngte seine GlĂŒckwĂŒnsche auch in französischer Sprache an. "Frankreich ist einer unserer engsten und wichtigsten VerbĂŒndeten. Ich freue mich darauf, weiterhin gemeinsam an den Themen zu arbeiten, die unseren beiden LĂ€ndern und der Welt am wichtigsten sind."

Auch italienische Spitzenpolitiker gratulierten. Regierungschef Mario Draghi sprach am Sonntagabend von einer "wunderbaren Nachricht fĂŒr ganz Europa".

Der belgische Regierungschef Alexander De Croo sieht in Macrons Sieg auch ein Zeichen im Kampf gegen Extremismus. Die Franzosen hĂ€tten sich am Sonntag nicht nur fĂŒr ein starkes Land in einem starken Europa entschieden, schrieb der Belgier in einem am Sonntagabend auf Twitter veröffentlichten GlĂŒckwunschschreiben an Macron. Frankreich habe auch auf demokratische Werte und die Werte der AufklĂ€rung gesetzt.

Ukraine-Botschafter: Macron-Sieg wird UnterstĂŒtzung stĂ€rken

Der ukrainische Botschafter in Paris hat Macron ebenso zu seiner Wiederwahl gratuliert. Wadym Omeltschenko schrieb auf Twitter, er sei "ĂŒberzeigt, dass dieser Sieg der UnterstĂŒtzung der Ukraine, welche auf seine Freunde und Partner setzt, weiter Kraft verleihen wird". Er nannte den Sieg Macrons zudem einen "Sieg des französischen Volks, das die gleiche Sprache des Widerstands und der Freiheit spricht".

Weber: Macrons Konzept gescheitert

Der deutsche Europapolitiker Manfred Weber sieht in der Wiederwahl Macrons auch ein Scheitern des Wahlsiegers. Zwar könne Europa nun tief durchatmen, schrieb der Chef der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament auf Twitter. Doch es sei deutlich, dass dies kein ĂŒberzeugender Sieg sei. FĂŒnf Jahre des Liberalen Macron hĂ€tten Populisten und Extreme stĂ€rker gemacht als je zuvor. "Dies war vielleicht der letzte Warnschuss. Macron ist wiedergewĂ€hlt, sein politisches Konzept ist gescheitert." Frankreich brauche eine starke Debatte und starke Alternativen in der demokratischen Mitte. Ein Kampf zwischen Progressiven und Populisten sei der falsche Weg und gefĂ€hrde die europĂ€ische Integration.

AfD freut sich ĂŒber Ergebnis von Le Pen

Die AfD gratulierte der unterlegenen Le Pen. Parteichef Tino Chrupalla sagte: "Ich gratuliere unserer Partnerin Marine Le Pen zu ihrem starken Ergebnis." Macron habe nur einen "Scheinsieg errungen". Ungarns Regierungschef "Victor Orban und Marine Le Pen stoßen in ihren LĂ€ndern auf enorme Zustimmung". "Gemeinsam werden wir den Kontinent Europa verĂ€ndern", fĂŒgte er hinzu.

Chrupalla hatte die Franzosen drei Tage vor der Wahl aufgerufen, ihre Stimme Marine Le Pen zu geben. Er sagte wörtlich: "Wenn Ihnen die IdentitĂ€t Frankreichs und der soziale Frieden in ihrer Heimat am Herzen liegen, mĂŒssen Sie Marine Le Pen wĂ€hlen."

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