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Momente des G20-Gipfels: Wer fehlt auf diesem Foto?

Momente des G20-Gipfels  

Wer fehlt auf diesem Foto?

Von David Ruch

30.11.2018, 18:53 Uhr
Buenos Aires: Ukraine-Konflikt überschattet G20-Gipfel (Quelle: Screenshot reuters)
Ukraine-Konflikt überschattet G20-Gipfel

Der G20-Gipfel in Buenos Aires wird vom Ukraine-Konflikt und dem Handelskrieg zwischen den USA und China überschattet. (Quelle: Reuters)

Buenos Aires: Der Ukraine-Konflikt überschattet den G20-Gipfel. (Quelle: Reuters)


Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat der G20-Gipfel in Buenos Aires begonnen. Während die Teilnehmer sich zahlreichen Konfliktthemen widmen, sorgt sich der Gastgeber vor Krawallen. Einige Momentaufnahmen.

Ein US-Präsident, der den Welthandel in gefährliche Turbulenzen stürzt. Ein Ramm-Manöver auf hoher See, das den Konlikt in der Ostukraine zu eskalieren droht. Ein Mord, der die Welt empört und die Scheichs in Riad in Erklärungsnot bringt. An brennenden Themen mangelt es nicht beim G20-Gipfel in Buenos Aires.

Manchmal aber sind es die kleinen Seitenblicke, die mehr über Stimmung und Chemie auf den Gipfeln verraten. Über die Zumutungen, die solches Mega-Treffen den gastgebenden Bürgern aufbürdet. Oder über das Ringen um die Deutungshoheit der Bilder, wie beim G7-Gipfel in Kanada. Momentaufnahmen vom Auftakt des G20-Treffens in Argentinien.

Wo ist Merkel?

Schon vor Beginn des Treffens sorgte die Bundeskanzlerin unfreiwillig für den ersten Gipfel-Aufreger – zumindest aus deutscher Perspektive. Die Regierungsmaschine musste kurz nach dem Start den langen Flug nach Übersee abbrechen und in Köln landen. Eine defektes Bauteil zwang dazu. Angela Merkel blieb nur der Flug per Linie nach Südamerika. Die Folge: Die europäischen Partner mussten erst einmal ohne die deutsche Regierungschefin anfangen. Was besonders dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron den Versuch erschweren könnte, eine europäische Front gegen Trump aufzubauen. Und auch beim großen Gruppenfoto war Merkel nicht dabei.

Nur die deutsche Kanzlerin fehlt: Die Staatschefs der G20-Staaten beim gemeinsamen Gruppenbild. (Quelle: Reuters/Andres Martinez Casares)Nur die deutsche Kanzlerin fehlt: Die Staatschefs der G20-Staaten beim gemeinsamen Gruppenbild. (Quelle: Andres Martinez Casares/Reuters)

Wer schüttelt IHM die Hand?

Seine Anwesenheit in Buenos Aires war eines der größten Gesprächsthemen im Vorfeld des Gipfels. Mohammed bin Salman, der saudische Kronprinz, wird verdächtigt, den Mord an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi in Auftrag gegeben zu haben. Während ihm Kanzlerin Merkel aus dem Weg gehen wird, will sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und auch die britische Premierministerin Theresa May mit dem Kronprinzen treffen. Den Anfang machte der indische Premier Narendra Modi, der MBS vor Kameras zum Handshake traf. Mit Russlands Präsident Wladimir Putin scherzte der Kronprinz vor Beginn einer Plenarsitzung.

Händeschütteln mit dem umstrittenen Monarchen: Indiens Premier Modi traf bin Salman am Rande des Gipfels in Buenos Aires. (Quelle: dpa/Saudi Press Agency)Händeschütteln mit dem umstrittenen Monarchen: Indiens Premier Modi traf bin Salman am Rande des Gipfels in Buenos Aires. (Quelle: Saudi Press Agency/dpa)

Haben offenbar einen gemeinsamen Humor: Kronprinz bin Salman und Präsident Putin. (Quelle: dpa/Natacha Pisarenko)Haben offenbar einen gemeinsamen Humor: Kronprinz bin Salman und Präsident Putin. (Quelle: Natacha Pisarenko/dpa)

Besteht Macri die Herausforderung?

Mauricio Macri dürfte seit Längerem klar gewesen sein, dass die Führung dieses Gipfels kein Spaziergang wird. Die vielen Konfliktthemen, das eigene Land in der Krise, dazu die Angst vor Ausschreitungen – eine schwierige Aufgabe für den argentinischen Präsidenten. Gut für Macri, dass er auf den Beistand seiner Frau Juliana Awada zählen kann. Vor dem Eintreffen des kanadischen Premiers Justin Trudeau im Garten des Präsidentenpalastes legt sie ihre Hand auf seine Schulter, während er sich auf die Begrüßung vorbereitet.

Wo sind die Porteños hin?

Buenos Aires gleicht in den Tagen des Gipfels einer Festung. Die Sicherheitskräfte haben sich auf heftige Proteste vorbereitet, 25.000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz. Hinzu kommen noch einmal 5.000 Sicherheitsleute aus dem Ausland. Weite Gebiete um das Tagungsgelände am Río de la Plata sind weiträumig abgeriegelt, die Zufahrtsstraßen zu den Hotels der Delegationen mit Stahlbarrikaden versperrt. Kein Wunder, dass sich nur noch wenige Porteños (zu deutsch: Hafenstädter), wie die Einwohner von Buenos Aires genannt werden, innerhalb der Bannmeile bewegen. Auf Twitter machen Bilder von leergefegten Straßen die Runde.

Wie laut wird der Protest?

Schon am Freitag haben sie sich zu Zehntausenden im Zentrum von Buenos Aires versammelt. Und über ihnen schwebt Trump – also die zum Symbol gewordene Ballonpuppe, die den US-Präsidenten als Baby in Windeln zeigt. Auf Hunderttausende Teilnehmer hoffen die Organisatoren der Proteste in den kommenden Tagen. Die Behörden treibt dagegen die Sorge vor möglichen Krawallen um. Szenen wie in Hamburg beim G20-Treffen vor gut einem Jahr, als sich Polizei und Randalierer über Tage heftige Straßenschlachten lieferten, sollen sich nicht wiederholen.

Baby Trump in Buenos Aires: Zu den Protesten gegen den G20-Gipfel werden Zehntausende Menschen erwartet. (Quelle: imago images/Patricio Murphy/Zuma Press)Baby Trump in Buenos Aires: Zu den Protesten gegen den G20-Gipfel werden Zehntausende Menschen erwartet. (Quelle: Patricio Murphy/Zuma Press/imago images)

Doch Argentiniens gut organisierte und kampferprobte linke Szene ist berüchtigt. Selbst bei Protesten gegen Rentenkürzungen fliegen dort schon einmal Steine und Molotowcocktails. Zuletzt scheiterten in Buenos Aires zwei Sprengstoffanschläge, hinter denen die Ermittler anarchistische G20-Gegner vermuten.
 

 
Für zusätzlichen Zündstoff sorgen die schwere Wirtschaftskrise im Land, die Inflation, die hohe Arbeitslosigkeit. So richten sich die Proteste nicht nur gegen den Gipfel an sich. Ein Hassobjekt für viele Argentinier ist seit dem Staatsbankrott 2001 der Internationale Währungsfonds (IWF), der dem Land jüngst erneut mit Milliarden unter die Arme griff und dafür harte Sparmaßnahmen verlangt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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