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Tagesanbruch: "Glücksatlas" – so glücklich ist Deutschland

MEINUNGTagesanbruch  

Was heute Morgen wichtig ist

Von Jan Hollitzer

11.10.2018, 07:47 Uhr

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages:

WAS WAR?

 Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz: Die Regierung ist vor der Autolobby eingeknickt, sagt Linken-Politiker Gregor Gysi.  (Quelle: Reuters/Hannibal Hanschke)Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz: Die Regierung ist vor der Autolobby eingeknickt, sagt Linken-Politiker Gregor Gysi. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters)

In jüngster Vergangenheit haben wir verschiedenste Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politiker unterschiedlichster Lager als Gastautoren für t-online.de gewonnen. In regelmäßigen Abständen erklären sie ihre Sicht der Dinge zu aktuellen Ereignissen.

Aktuell fällt Gregor Gysi ein hartes Urteil: Für den Linken-Politiker wird die Politik der Regierung im Abgasskandal zu einem Ende der Volksparteien führen. In seiner Kolumne für t-online.de schreibt der langjährige Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, dass Betroffene angesichts der "Good-Will-Politik" gegenüber betrügerischen Autokonzernen die Hoffnung verlieren müssten, dass Rechtsstaat und Politik ihnen beistehen.

Auch auf die Diesel-Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Berlin geht Gysi ein: "Das Berliner Urteil hat die ganze Fadenscheinigkeit des Diesel-Kompromisses der großen Koalition vor Augen geführt", kritisiert Gysi. Fahrverbote würden gerade nicht vermieden werden. "Wenn die Bundesregierung dieses Ziel ernst nähme, müsste sie kompromisslos dafür sorgen, dass die Fahrzeuge die Grenzwerte einhalten. Das kann nur durch eine umfassende Hardwarenachrüstung erfolgen –  weder eine Verschrottung von Millionen fahrtüchtiger Pkw noch deren Export im alten Zustand ist ökologisch akzeptabel."

Nachrüstkosten und Wertverluste oder am Ende doch Fahrverbote würden bei dieser Politik einzig und allein den Wählern in Rechnung gestellt werden, schreibt Gysi weiter. Doch diese werde bei den nächsten Wahlen an die Parteien der großen Koalition weitergereicht. "Da die SPD beim Abschmelzen ihres Wählerpotenzials dessen Kern schon sehr nahe gekommen ist, droht dies am stärksten die Partei der Kanzlerin und deren bayerische Schwester zu treffen", resümiert Gysi und prognostiziert: "Mit dem Diesel-Gate geht die Zeit der Volksparteien des alten Typs zu Ende."

Der Volkswagen-Chef Herbert Diess warnt unterdessen vor Massenentlassungen in seinem Konzern. Die neu verabschiedeten Klimaziele für Neuwagen ließen sich nicht so schnell umsetzen. Die Geschwindigkeit des Wandels wäre "kaum zu managen". Ich denke, dass man den Wandel hätte durchaus kommen sehen können. Andere Länder haben dies nämlich auch.

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Tote und Verletzte bei Naturgewalten weltweit

Auf Mallorca kämpfen die Rettungskräfte noch immer gegen die Zeit, um Vermisste nach einem schweren Unwetter zu bergen. Mindestens zehn Tote sind auf der Urlaubsinsel bereits zu beklagen. Derweil bebte in Indonesien erneut die Erde. Auch hier sind Opfer zu beklagen. Und in Florida hat Hurrikan "Michael" auch bereits ein Todesopfer gefordert. Anna-Lena Janzen und Lars Wienand haben die Lage in einem Live-Blog für Sie zusammengefasst.

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WAS STEHT AN?

Der "Glücksatlas" wird vorgestellt – wie zufrieden ist Deutschland?

Sind Sie glücklich? Macht Sie Geld glücklich? Oder doch eher ihre Familie, ihre Freunde, Freizeit, Arbeit und Gesundheit? Statistisch gesehen sind es liebevolle und wertschätzende soziale Beziehungen, die uns wirklich glücklich machen. Ich finde das beruhigend.

Und mal ganz im Ernst: Geht es Ihnen abseits des täglichen Getöses gut? Ganz ehrlich? Ich persönlich erlebe oft in Gesprächen, dass ich von meinem Gegenüber bei der gezielten Frage höre, ob es ihm oder ihr gut geht: ja, eigentlich schon. Es geht mir gut. Ich bin eigentlich glücklich. Doch dann kommt das "Aber": Anderen geht es nicht so gut. Fragt man dann weiter nach dem "Wer sind denn die anderen?", dann wird es schwammig. Viel zu oft leiten wir alle aus einer gefühlten Realität unser ganz subjektives Glücksgefühl ab, ohne dies wirklich verifiziert zu haben. Besinnen wir uns doch alle einfach mal darauf, was wirklich unserer ganz eigenen Realität entspricht. Fernab des täglichen Getöses, welches uns umgibt. Lassen Sie uns einfach glücklich sein. So schwer ist das nicht, wenn man es zulässt.

Wo leben in Deutschland die zufriedensten Bürger? Wird der Top-Wert des Vorjahres im sogenannten Glücksatlas 2018 übertroffen? Der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen wird die Ergebnisse vorstellen, dieses Mal in Hamburg. Sie werden heute auf t-online.de die neuesten Erkenntnisse nachlesen können.

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Bundestag diskutiert Milliarden-Entlastung für Familien

Ein milliardenschweres Paket zur finanziellen Entlastung von Familien beschäftigt den Bundestag. Union und SPD wollen 2019 unter anderem das Kindergeld erhöhen und einen höheren Grundfreibetrag bei der Steuer einführen.

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Lehrerprognose

Die Bildungsminister der Länder wollen an diesem Donnerstag in Berlin eine Prognose über den künftigen Bedarf an Lehrern in Deutschland vorlegen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) tagt dazu und zu weiteren Themen zwei Tage in Berlin.

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Prozess gegen Deutschen in Türkei - Hüseyin M. vor Gericht

In der Türkei steht ein weiterer Deutscher vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft Hüseyin M. (42) aus Braunschweig Präsidentenbeleidigung vor. Sein Anwalt Erdal Güngör sagte der Deutschen Presse-Agentur, M. sei Ende August per E-Mail an das Präsidialamt und das Innenministerium denunziert worden.

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Bundesamt stellt Bericht zur IT-Sicherheit vor

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt seinen jährlichen Lagebericht vor. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BSI-Chef Arne Schönbohm informieren gemeinsam über Gefahren durch Hackergruppen, Internetkriminalität und Sicherheitsprobleme.

Übrigens: Wegen einer gravierenden Lücke raten Sicherheitsexperten, sich dringend die aktuellste Version von WhatsApp zu laden. Milliarden Nutzer laufen Gefahr, dass ihr Smartphone gekapert wird.

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WAS LESEN?

Plastikabfall an einem Strand im Libanon: Der Wind weht einen Großteil der Abfälle hierher. (Quelle: dpa/Marwan Naamani)Plastikabfall an einem Strand im Libanon: Der Wind weht einen Großteil der Abfälle hierher. (Quelle: Marwan Naamani/dpa)

Das sind die größten Abfall-Sünder weltweit

Im angespülten Abfall an den Stränden der Welt findet sich am häufigsten Plastikmüll von Coca-Cola. Greenpeace hat nachgezählt und eine Pranger-Liste erstellt, auf der auch deutsche Firmen stehen.

 (Quelle: Greenpeace) (Quelle: Greenpeace)

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Wirrwarr um Gaulands Gastbeitrag

Hat er oder hat er nicht? Zwei renommierte Historiker bescheinigten Alexander Gauland in Gastbeiträgen für den "Tagesspiegel", sich in seinem Gastbeitrag für die "FAZ" bei einer Rede Adolf Hitlers bedient zu haben. Eine lange Passage in seinem Text weist in Aufbau und Struktur markante Ähnlichkeiten mit der Rede auf. Es hagelte Kritik, das Internationale Auschwitz Komitee attackierte den AfD-Chef scharf. Einen Tag später der Spin: Gauland habe gar nicht bei Hitler abgeschrieben, hieß es - sondern bei einem "Tagesspiegel"-Autor. Und zwar in mehreren Sätzen wortwörtlich. Verwirrend? Es kommt noch besser. Der "Tagesspiegel"-Autor ist Kulturwissenschaftler Michael Seemann – und schließt in einem Interview mit meinem Kollegen Jonas Mueller-Töwe Ähnlichkeiten des Gauland-Textes mit der Hitler-Rede nicht aus. "Was ich in meinem Text beschrieben habe, ist das Feindbild der AfD – und im Grunde auch der Nationalsozialisten. Die Ideologie der Rechtsradikalen hat sich über die Jahre nicht allzu sehr verändert." Gauland habe seine Sätze und Begrifflichkeiten zwar kopiert, aber sie seien aus dem Zusammenhang gerissen und vereinfacht. "Das ist typisch für Verschwörungstheorien", sagt Seemann. Und Gauland? Lässt mitteilen, er kenne den Text von Seemann nicht. Und die Rede von Hitler auch nicht.

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Zulassungs-Charts vom September - Neun neue Tabellenführer

Die Tops und Flops der Auto-Welt: Monat um Monat finden sie sich in den Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Die ganze Branche wartet gebannt auf diese Zahlen, an denen so viel hängt. Und das, obwohl sich immer wieder zeigte: Viel Neues steht da gar nicht drin. Die Zahlen spiegeln, was wir auf jedem Parkplatz und an jeder roten Ampel erleben: Vom kleinen Stadtflitzer bis zum fetten SUV dominiert der VW-Konzern so gut wie jedes Segment.

In den Zahlen vom September steht nun aber doch Neues, eine ganze Menge sogar: Gleich neun Segmente haben einen neuen Tabellenführer. Welchem Autobauer das ganz besonders wehtun dürfte, können Sie sich denken. Der Grund für diesen Abstieg ist aber weniger offensichtlich. Mit dem Diesel-Betrug hat der Einbruch jedenfalls nichts zu tun. Was stattdessen dahintersteckt und welche Autohersteller sich an die Spitze setzen konnten.

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WAS ANSEHEN?

Bilder von Überwachungskamera: Hier ist der verschwundene saudische Journalist Chaschukdschi zum letzten Mal gesichtet worden. (Quelle: t-online.de)

Ein regimekritischer Journalist betritt in Istanbul das saudische Konsulat, um Dokumente für seine anstehende Hochzeit zu besorgen. Die Verlobte wartet draußen auf ihren Partner. Doch der kommt nicht wieder raus, verschwindet spurlos. Mehrere Quellen gehen jetzt davon aus, dass Dschamal Chaschukdschi von einem eigens in die Türkei und zum Konsulat gereisten Kommando ermordet wurde. Was nach einem Agenten-Thriller klingt, belastet derzeit die türkisch-saudischen Beziehungen massiv. Erdogan erhöht den Druck, Trump zeigt sich besorgt, die Saudis streiten alles ab. Die Bilder der Überwachungskameras vom Flughafen, Hotel und Konsulat sprechen jedoch eine deutliche Sprache. Meine Kollegen Martin Trotz und Melanie Lueft haben diese zusammengetragen und die brisante Geschichte rund um den Journalisten in einem Video verarbeitet.

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WAS FASZINIERT MICH?

Sie denken manchmal, den Überblick im Straßenverkehr zu verlieren? Meint das Navi die nächste Querstraße oder erst die übernächste? Ist das wirklich die richtige Ausfahrt? Ich kann Sie beruhigen. Auf unseren Straßen gibt es eigentlich keinen Grund sich wirklich zu verfahren. Jedenfalls kommt man zu der Einsicht, wenn man dieses Konstrukt sieht. Da kann einem echt schwindelig werden.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

 

Ihr Jan Hollitzer
Stellvertretender Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de
Twitter: @janhollitzer

Mit Material von dpa.

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