Sie sind hier: Home > Politik > Corona-Krise >

Corona-Pandemie: Lauterbach fordert Ausgangssperre an Silvester

Newsblog zu Covid-19  

Lauterbach fordert Ausgangssperre an Silvester

11.12.2020, 19:07 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Corona-Pandemie: Lauterbach fordert Ausgangssperre an Silvester . Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker findet eine Ausgangssperre an Silvester richtig. (Quelle: imago images/Reichwein)

Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker findet eine Ausgangssperre an Silvester richtig. (Quelle: Reichwein/imago images)

In einigen Regionen gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach findet diese Maßnahme besonders für die Silvesternacht sinnvoll. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 69,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 1,5 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland gibt es jetzt mehr als 1,2 Millionen Infizierte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt hier bei 21.086 (Stand: 11. Dezember).
 


Die neuesten Nachrichten zum Thema Coronavirus lesen Sie hier.

Lauterbach für Ausgangssperre an Silvester wie in Frankreich

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert für den Jahreswechsel eine bundesweite Ausgangssperre wie in Frankreich. "Ich finde eine Ausgangssperre, zum Beispiel ab 20.00 Uhr wie in Frankreich, richtig und sinnvoll, um die Infektionszahlen zu senken", sagte Lauterbach zu "Bild" (Vorabbericht). Auch sprach er sich für ein striktes Böllerverbot aus.

"Es gibt dieses Silvester nichts zu feiern. Tausende Menschen kämpfen in Krankenhäusern darum, Luft zu atmen". Es würde die Krankenhäuser und auch die Ordnungsbehörden entlasten, wenn sie in Corona-Zeiten nicht auch noch mit Böller-Unfällen und anderem "Party-Chaos" zu tun hätten.

Bund und Länder wollen am Sonntag über Lockdown beraten

Bund und Länder wollen am Sonntagvormittag über weitere Maßnahmen in der Corona-Pandemie beraten. Ab 10.00 Uhr soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten geben. Über den genauen Zeitpunkt gab es lange Unklarheit. Erwartet wird eine Entscheidung über einen bundesweiten Lockdown. Einige Bundesländer haben bereits verschärfte Einschnitte in das private und öffentliche Leben beschlossen.

Forscher finden fünf Gene mit Verbindung zu schwersten Verläufen

Britische Forscher haben fünf Gene gefunden, die vermutlich eine Rolle bei den schwersten Covid-19-Verläufen spielen. Die im Fachblatt "Nature" veröffentlichten Ergebnisse von Untersuchungen an 2.700 Patienten auf 208 Intensivstationen im ganzen Land könnten als Ansatzpunkte für neue Medikamente dienen, heißt es. Zudem sollen die Gene mit den Bezeichnungen IFNAR2, TYK2, OAS1, DPP9 und CCR2 zumindest zum Teil erklären, warum die Krankheit bei einigen Menschen äußert schwer verläuft und bei anderen mild.

Türkei meldet Höchstwert bei Corona-Toten

In der Türkei sind in den vergangenen 24 Stunden so viele Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben wie noch nie zuvor. Landesweit wurden 226 Todesfälle gemeldet, damit steigt die Zahl der Toten auf 15.977, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Zugleich steckten sich nachweislich 32.106 weitere Menschen mit dem Erreger an. Die Regierung in Ankara hat bereits Ausgangssperren nachts und an Wochenenden verhängt, um das Virus in Schach zu halten.

Diese schärferen Corona-Regeln planen die Länderchefs

Die Rufe nach einem schnellen bundesweiten Lockdown werden lauter. In einigen Bundesländern werden die Beschränkungen schon jetzt im Alleingang verschärft. Hier lesen Sie, welche Lockdown-Pläne es bei Ihnen gibt.

Verschärfte Corona-Regeln bei Weihnachtsgottesdiensten

Bei den Weihnachtsgottesdiensten der Evangelischen Kirche in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz soll in der Kirche nicht gesungen werden. Während des ganzen Gottesdienstes gelte die Maskenpflicht, egal ob drinnen oder draußen, teilte die Landeskirche am Freitag mit. Draußen soll höchstens ein Lied gesungen werden.

"Wir tun alles, um Leben und Gesundheit der Menschen zu schützen", sagte Bischof Christian Stäblein zu den verschärften Maßnahmen. Man wolle in dieser schweren Zeit trotzdem für die Gläubigen da sein.

Wie viele Besucher zu den Open-Air-Gottesdiensten kommen dürfen, hänge von der Zahl neuer Corona-Fälle im jeweiligen Landkreis ab; es seien aber weniger Teilnehmer erlaubt als zunächst vorgegeben. Die neuen Regeln gelten ab dem 12. Dezember und sind auf der Internetseite der Landeskirche zu finden.

Ramelow in freiwilliger Quarantäne

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich eine Kurzzeit-Quarantäne verordnet. Es gehe nur um die Zeit, bis das Ergebnis eines Corona-Tests vorliege, dem sich der Regierungschef am Freitag unterzogen habe, sagte Regierungssprecher Falk Neubert am Freitag auf Anfrage. Wahrscheinlich werde Ramelow nur am Wochenende in seinem Haus bleiben. Sollte es eine Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Zeit geben, werde er diese von zu Hause aus wahrnehmen.

Hintergrund ist, dass Ramelow einer Landtagsabgeordneten der Linken bei einem Termin begegnet war, die inzwischen positiv getestet ist. Der erste positive Coronafall im Parlament hatte am Freitag dazu geführt, dass ein geplante Sondersitzung in Erfurt abgesagt wurde. Die "Thüringer Allgemeinen" (Online-Ausgabe) berichtete, Ramelow habe mit der positiv getesteten Abgeordneten am 3. Dezember Kontakt bei der Eröffnung einer Straße gehabt. Sie habe den Regierungschef aber nur aus der Ferne gegrüßt. Sicherheitsabstände und Maskenpflicht seien eingehalten worden.

Kreis Lippe in NRW plant Ausgangsbeschränkungen 

Nach Absprache mit dem Land gelten im Kreis Lippe ab Samstag (0.00 Uhr) in der Corona-Pandemie verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Wie aus einer Mitteilung von Freitag hervorgeht, sind Treffen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen untersagt, in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr dürfen die Menschen ihr Zuhause nur begründet verlassen. Dazu zählt der Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Arzt, Hilfsbedürftige dürfen unterstützt werden. Auch Gassigehen mit dem Hund bleibt erlaubt. Der Alkoholkonsum im Freien ist untersagt. In der Nacht auf Neujahr gilt eine Ausgangsbeschränkung von 3.00 bis 6.00 Uhr.

Der Kreis Lippe greift zu den drastischen Maßnahmen, weil am Donnerstag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche weit über 300 lag.

Auch im Kreis Düren gelten nach Informationen der "Aachener Zeitung" ab Samstag in der Zeit von 21.00 bis 5.00 Uhr verschärfte Ausgangsbeschränkungen.

USA starten ab Anfang nächster Woche mit Impfungen

Endspurt zur Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und dessen US-Partner Pfizer: "Gerade eben hat die FDA Pfizer darüber informiert, dass sie auf eine Zulassung hinarbeiten wollen", sagte US-Gesundheitsminister Alex Azar dem US-Sender ABC.

Die FDA bestätigte diese Angaben per Mitteilung. Auch die Gesundheitsbehörde CDC sei informiert worden, damit die Auslieferung des Impfstoffs dann rasch losgehen könne. Die Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA könne "in den nächsten Tagen" kommen. "Am Montag oder Dienstag kommender Woche könnten wir sehen, dass Menschen geimpft werden."

Zuvor hatte der Antrag von Pfizer und Biontech bereits eine wichtige Hürde genommen: Ein Berater-Komitee der FDA hatte sich am Donnerstag nach stundenlanger Diskussion dafür ausgesprochen, eine Notfallzulassung für Menschen ab 16 Jahren zu gewähren. Bei dem per Video-Schalte abgehaltenen Treffen stimmten 17 der Fachleute für die Zulassung, 4 votierten dagegen. Es gab eine Enthaltung.

Die Empfehlung des Berater-Komitees ist nicht bindend, meistens folgt die Behörde aber den Empfehlungen der Experten. Es wäre der erste in den USA zugelassene Corona-Impfstoff. Der gewählte US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Empfehlung des Komitees als "helles Licht in einer unnötig dunklen Zeit".

Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen greift in der Schweiz die Regierung härter durch. Die am Freitag beschlossenen Maßnahmen bleiben verglichen mit Deutschland und anderen Nachbarländern aber lasch. Ausgangssperren gibt es nicht, Geschäfte und Restaurants werden nicht geschlossen, die Skigebiete bleiben über Weihnachten und Neujahr geöffnet. Treffen in privatem Raum werden nicht weiter beschränkt. Weiter dürfen sich zehn Personen treffen, inklusive Kinder und ohne Beschränkung der Haushalte.

Landesweit sollen Restaurants, Bars, Läden, Museen, Bibliotheken sowie Sport- und Freizeitanlagen nun zwischen 19.00 Uhr und 06.00 Uhr morgens schließen. Das soll bis zum 22. Januar gelten. Abgesehen von Bars und Restaurants sollen sie sonn- und feiertags geschlossen bleiben.

Kantone, die ihre Zahlen bereits mit strikten Maßnahmen herunter gebracht haben, sollen die Sperrstunde auf 23.00 Uhr ausweiten können. Diese Ausnahme gilt, wenn unter anderem ihr R-Wert – der angibt, wie viele Personen ein Infizierter ansteckt –  unter 1 bleibt. Landesweit liegt er knapp darüber.

Sterbefallzahlen in zweiter Novemberwoche um acht Prozent gestiegen

Die zweite Corona-Welle macht sich nun auch in den Statistiken bemerkbar: Im November meldet das Statistische Bundesamt eine deutliche Übersterblichkeit. Ein Bundesland fällt besonders auf. Mehr dazu lesen Sie hier.

Winfried Kretschmann: Baden-Württembergs Ministerpräsident verkündete schärfere Corona-Maßnahmen. (Quelle: dpa/Marijan Murat)Winfried Kretschmann: Baden-Württembergs Ministerpräsident verkündete schärfere Corona-Maßnahmen. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Baden-Württemberg verhängt allgemeine Ausgangsbeschränkung

In Baden-Württemberg gilt ab Samstag eine allgemeine Ausgangsbeschränkung im ganzen Land. Das kündigt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann an. Der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung sei von 20 bis 5 Uhr nur noch aus "triftigen Gründen" erlaubt, sagt der Grünen-Politiker. Auch tagsüber solle man sich nicht ohne Gründe draußen aufhalten. Der öffentliche Ausschank von Alkohol wird untersagt.

Nur über Weihnachten – vom 23. bis 27. Dezember – sei der Besuch von privaten und religiösen Veranstaltungen auch nachts erlaubt, sagte Kretschmann. Die Maßnahmen sollen vorerst für vier Wochen gelten.

Schleswig-Holsteins Günther fordert Krisengipfel "am besten noch heute"

Im Kampf gegen die sich beschleunigende Ausbreitung des Coronavirus dringt Schleswig-Holstein auf einen sofortigen Krisengipfel von Bund und Ländern über einen schnellen bundesweiten Lockdown. Die Abstimmung sollte "am besten schon heute", aber "spätestens morgen" erfolgen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag im Kieler Landtag. In der jetzigen Situation könne "kein Tag Zeitverzögerung" mehr verantwortet werden, fügte er an. Deutschland befinde sich in einer schweren "Prüfung".

Einziger Ausweg sei "ein klarer Lockdown so schnell wie möglich", fügte der Regierungschef bei seinem emotionalen Auftritt an. Er werde darauf im Kreis der Ministerpräsidenten dringen. Deutschland stehe "eine unglaublich harte Zeit bis Ostern" bevor, er bitte alle Bürger inständig um Solidarität und strikte Befolgung der Eindämmungsregeln.

Angesichts der hohen Corona-Zahlen verschärft Schleswig-Holstein zudem seine Kontaktbeschränkungen. Statt maximal zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich nur maximal fünf Personen aus zwei Hausständen öffentlich und privat treffen können. Das gilt auch für Weihnachten. 

Die Regierungschefs der Länder werden nach Angaben von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bis Sonntag gleich mehrmals über schärfere Corona-Regeln beraten. Es gebe "heute Abend nochmal eine Runde der Ministerpräsidenten, am Sonntag die Runde mit der Bundesregierung", sagte Woidke am Freitag im privaten BB Radio

Bildungsminister stellen sich auf Schließung von Schulen ein

Die Bildungsminister der Länder stellen sich auf eine Schließung von Schulen ein, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie abzubremsen. Wenn die Ministerpräsidenten am Wochenende einen harten Lockdown beschließen sollten, seien die Bildungsminister "auch bereit, unseren Teil beizutragen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig, am Freitag während der letzten regulären Sitzung in diesem Jahr. Wenn es notwendig sein sollte, müsse es dann auch Einschränkungen des Regelbetriebs an den Schulen geben. Diese sollten aber möglichst kurz gehalten werden.

Handel befürchtet monatelangen Lockdown

Der Einzelhandel in Deutschland fürchtet angesichts der ausbleibenden Erfolge in der Corona-Eindämmung einen monatelangen Lockdown für große Teile der Branche. In einem Brief an Kanzleramtsminister Helge Braun warnte der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, selbst wenn nach Weihnachten der gesamte Nicht-Lebensmittelhandel geschlossen werde, könne mit höchster Wahrscheinlichkeit der angestrebte Inzidenzwert von 50 bis zum 11. Januar nicht erreicht werden.

"Wir befürchten damit in einen perspektivlosen Zustand mit einem wochen- oder monatelangen Lockdown zu geraten, den der überwiegende Teil des innerstädtischen Einzelhandels nicht überleben wird", warnte der HDE-Präsident. Deshalb müsse schon jetzt klargestellt werden, dass ein möglicher Jahresend-Lockdown nicht verlängert werde.

Sanktjohanser warnte vor Überlegungen, den Nicht-Lebensmittelhandel schon ab dem 21. Dezember zu schließen. "Eine solche politische Entscheidung hätte nicht nur fatale wirtschaftliche Folgen für unsere Branche, sondern würde auch einen Kundenansturm bis hin zu Panikkäufen auslösen." Das sei mit Blick auf die in der Pandemie gebotene Entzerrung der Kundenströme völlig kontraproduktiv.

Berlins Bürgermeister Müller erwartet Drei-Wochen-Lockdown

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geht davon aus, dass sich die Bundesländer mit dem Bund auf einen dreiwöchigen harten Lockdown verständigen. Auch ein Startdatum nennt er bereits. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Auch ohne gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern will der grüne Regierungschef sein Bundesland in den Lockdown schicken.  (Quelle: Eibner-Pressefoto)Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Auch ohne gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern will der grüne Regierungschef sein Bundesland in den Lockdown schicken. (Quelle: Eibner-Pressefoto)

Baden-Württemberg geht nach Weihnachten in den Lockdown

Baden-Württemberg geht wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar in den Lockdown. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, zur Not eine gemeinsame Lösung mit den Nachbarländern Baden-Württembergs anstreben zu wollen. Er werde sich aber für eine bundeseinheitliche Lösung am Sonntag beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einsetzen. Wie genau der Lockdown aussehen soll, blieb zunächst offen.

"Die Lage ist leider alarmierend", betonte Kretschmann. "Wir haben Anzeichen für eine erneute exponentielle Zunahme der Neuinfektionen, deshalb müssen wir zwingend die Maßnahmen drastisch verschärfen." 

Landesregierung und Kommunale Landesverbände kämen gemeinsam zu der Einschätzung, dass ein harter Lockdown nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar 2021 unerlässlich sei.

Charité-Chef warnt: Krankenhäuser an Grenze des Machbaren

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Heyo Kroemer, warnt vor einem baldigen Notstand in deutschen Krankenhäusern. Derzeit könne man die Situation noch bewältigen, sagt er in der ARD. "Aber wir sind sehr bald an der Grenze des Machbaren".

Die veröffentlichten Zahlen freier Intensivbetten in Deutschland täuschten: In Wirklichkeit stünden wesentlich weniger freie Betten zur Verfügung. Das Personal sei zudem durch die aufwändige Versorgung von Corona-Patienten extrem gefordert. "Wir sollten sehr schnell reagieren", sagt Kroemer mit Blick auf die Versuche, die Zahl der Neuinfektionen mit weiteren Einschränkungen in den Griff zu bekommen. Man wisse, dass ein Teil der jetzt neu Infizierten auf den Intensivstationen lande.

Baden-Württemberg verschärft Maßnahmen gegen Corona-Pandemie massiv

Baden-Württemberg will wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen das öffentliche Leben im Land weiter herunterfahren. So seien unter anderem zu Anfang der kommenden Woche eine nächtliche Ausgangssperre sowie tagsüber Ausgangsbeschränkungen geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart nach einem Gespräch der grün-schwarzen Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden am Donnerstag. Hier lesen Sie mehr.

Thüringen plant Ladenschließungen

Thüringen plant angesichts steigender Corona-Infektionszahlen Ladenschließungen und Distanzunterricht ab der ersten Klasse. Ab dem 19. Dezember sollen etliche Geschäfte schließen, wie die Staatskanzlei am frühen Freitagmorgen mitteilte. Davon ausgenommen könnten demnach Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf sein. Die Landesregierung verwies auf eine entsprechende Regelung in Sachsen. Die Regelung gelte vorbehaltlich der Entscheidungen der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz.

US-Behörden melden über 3.400 Tote innerhalb eines Tages

Die US-Seuchenzentren CDC geben 231.396 Neuinfektionen und weitere 3411 Todesfälle innerhalb eines Tages bekannt. Damit sind in den USA insgesamt fast 15,23 Millionen Infektionen und 288.762 Tote in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet

Kommission von US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Corona-Impfstoff von Biontech

Eine Expertenkommission der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer empfohlen. Das Gremium stimmte am Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung für die Zulassung in den USA, die damit nun binnen weniger Tage beschlossen werden könnte. Hier lesen Sie mehr.

Kekulé und Lauterbach fordern Gesangsverbot in Kirchen an Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordern für die Weihnachtsfeiertage ein Gesangsverbot in allen Kirchen. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Halle sagte dem Magazin "Focus": "Wenn in einer Kirche alle Masken aufhaben und maximal eine Person pro fünf Quadratmeter im Raum ist, sind Gottesdienste an Weihnachten vertretbar. Aber nur, wenn nicht gesungen wird! Sonst haben wir zu viele Aerosole." Kekulé fügte hinzu: "Auch das gemeinsame Glaubensbekenntnis oder das "Vater unser" muss still sein - maximal das "Amen" zum Ende ist in Ordnung."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lauterbach betonte ebenfalls: "Für Kirchbesuche muss es klare Regeln geben. Die Abstände und Hygiene-Regeln müssen streng eingehalten werden. In der Kirche darf nicht gesungen werden. Zudem müssen alle eine Maske tragen." Lauterbach schlug im "Focus" zudem vor, dass die Kirchen für alle Gottesdienstbesucher FFP2-Masken bereithalten. Finanziert werden können dies durch eine Kollekte.

Corona-Ausbruch in Klinik im Bodenseekreis

In einem Krankenhaus in Tettnang (Bodenseekreis) sind 34 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 24 betroffenen Patienten, die alle nur milde Symptome zeigten, seien isoliert im Krankenhaus untergebracht worden, teilte eine Sprecherin mit. Daneben sei bei zehn Mitarbeitern eine Infektion festgestellt worden. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Infizierter Mann stirbt im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus

Auf dem Weg ins Krankenhaus ist in der Pfalz ein Corona-Patient auf dem Beifahrersitz eines Autos gestorben. Nach Angaben der Polizei wollte seine Frau ihn wegen seines schlechten Zustandes ins US-Militärkrankenhaus bringen. Auch die Frau sei mit dem Coronavirus infiziert, beide seien deshalb seit einer Woche in Quarantäne gewesen. Bei Oberstaufenbach im Landkreis Kusel sei der 43 Jahre alte Mann am Mittwochmittag auf dem Beifahrersitz kollabiert. Wiederbelebungsversuche zusammen mit zwei Ersthelfern seien gescheitert, berichtete die Polizei am Donnerstag. Hier lesen Sie mehr.

Der Marktplatz in Wuppertal: Bund und Länder ringen am Sonntag um die Frage, ob es eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen schon vor Weihnachten geben soll.  (Quelle: dpa)Der Marktplatz in Wuppertal: Bund und Länder ringen am Sonntag um die Frage, ob es eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen schon vor Weihnachten geben soll. (Quelle: dpa)
Schleswig-Holsteins Günther für Corona-Lockdown vor Weihnachten

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich für einen harten Lockdown in der Corona-Krise noch vor Weihnachten ausgesprochen. Dafür wolle er sich angesichts der hohen Infektionszahlen auch bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz einsetzen, sagte Günther am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts. Er gehe davon aus, dass diese Konferenz am Sonntag stattfinden wird. Die Koalition in Kiel strebe einen gemeinsamen Weg aller Bundesländer an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rudy Giuliani kann nach seiner Corona-Infektion das Krankenhaus schon wieder verlassen: Er erhielt ein spezielles Corona-Medikament.  (Quelle: AP/dpa)Rudy Giuliani kann nach seiner Corona-Infektion das Krankenhaus schon wieder verlassen: Er erhielt ein spezielles Corona-Medikament. (Quelle: AP/dpa)

Trump-Anwalt Giuliani verlässt Krankenhaus nach Covid-Erkrankung

Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani ist bei seiner Covid-19-Erkrankung genauso wie der US-Präsident mit speziellen Medikamenten behandelt worden und konnte das Krankenhaus nach wenigen Tagen verlassen. Er habe wie Trump ein experimentelles Antikörper-Mittel sowie das Medikament Remdesivir erhalten, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister in einem Radiointerview. "Ich kam mit ernsthaften Symptomen, als ich rausging, fühlte ich mich besser denn je", schrieb Giuliani am Donnerstag bei Twitter. Mehr lesen Sie hier. 

Schweden meldet Höchstwert an Corona-Neuinfektionen

Auch Schweden meldet mit 7.935 Corona-Neuinfektionen einen weiteren Höchstwert. Den vorherigen Höchststand hatte das Land, das im Kampf gegen die Pandemie eine lockerere Strategie verfolgt als andere Staaten, mit 7.240 Fällen am 20. November verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle stieg um 58 auf 7.354, wie die Gesundheitsbehörde weiter mitteilt. In Schweden ist die Sterberate im Verhältnis zur Einwohnerzahl um ein Vielfaches höher als in den nordischen Nachbarländern, im Vergleich zu einigen größeren europäischen Ländern aber niedriger.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in München: Er treibt den Aufbau von Impfzentren schnell voran. (Quelle: imago images)Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in München: Er treibt den Aufbau von Impfzentren schnell voran. (Quelle: imago images)

Bayern will mindestens 93 Impfzentren aufbauen

Mindestens 93 Impfzentren sollen bis Mitte Dezember in Bayern einsatzbereit sein. Allein in Oberbayern würden momentan 22 Zentren aufgebaut, teilte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag in München mit.

In Schwaben entstehen demnach 19 Impfzentren, in Niederbayern, der Oberpfalz und Oberfranken jeweils elf. In Unterfranken soll bald in zehn Zentren geimpft werden, in Mittelfranken in neun Zentren.

Die unterschiedliche Anzahl der Impfzentren pro Regierungsbezirk liegt auch an der Organisation vor Ort: Einige Landkreise entschieden sich nach Angaben des Ministeriums für mehrere kleinere Standorte, wie beispielsweise Bad Tölz-Wolfratshausen oder Neu-Ulm mit jeweils drei Impfzentren. Andere schlossen sich zusammen und betreiben gemeinsam ein größeres Impfzentrum – so zum Beispiel Stadt und Landkreis Rosenheim oder Stadt und Landkreis Bamberg.

Tübinger Corona-Schnelltestaktion wird ausgeweitet

Die kostenlose Corona-Schnelltestaktion der Tübinger Notärztin Lisa Federle soll landesweit ausgeweitet werden. Nach Auskunft von Federle vom Donnerstag soll es solche Aktionen am 23. und 24. Dezember in mindestens 25 weiteren Städten in Baden-Württemberg geben - und damit ermöglichen, Oma, Opa und andere Verwandte an Weihnachten sorgenfreier zu besuchen. Das Land stelle hierfür mindestens 50.000 Schnelltests aus der Notreserve zur Verfügung.

Für die Testaktion kommt Federle an drei Tagen in der Woche mit dem Arztmobil in die Tübinger Innenstadt, an einem Tag ist sie jeweils in Rottenburg und Mössingen. Der Test ist kostenlos. "An manchen Tagen stehen schon mindestens 100 Leute da und warten. Ich bin mir sicher, dass bis Heiligabend immer mehr und mehr Menschen kommen werden", sagte Federle. Die Aktion wird unterstützt vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der auch größtenteils die Kosten der 25.000 Schnelltests übernimmt.

Corona-Ausbruch an Hamburger Klinik

Mit einem größeren Corona-Ausbruch hat zurzeit das Amalie-Sieveking-Krankenhaus in Hamburg-Volksdorf zu kämpfen. Es müssten 44 Covid-19-Patienten versorgt werden, davon fünf auf der Intensivstation, teilte ein Sprecher der Immanuel-Albertinen-Diakonie mit. 

Seit dem 14. November sei bei 54 Patienten, die bei der Aufnahme negativ getestet worden seien, eine Infektion festgestellt worden. Sechs von ihnen, meist ältere Menschen mit schweren Grunderkrankungen, seien gestorben. Aufgrund von positiven Tests und Quarantäneanordnungen fielen derzeit auch 53 Mitarbeiter aus. Lesen Sie hier weiter.

Umfrage zeigt: Nur 43 Prozent der Deutschen wollen sich impfen lassen

Nur 43 Prozent der Bürger in Deutschland wollen sich laut einer Forsa-Umfrage gegen Covid-19 impfen lassen. 50 Prozent der Befragten wollen erst einmal abwarten, wie die Erhebung im Auftrag von RTL und ntv ergab. Sieben Prozent lehnen eine Impfung generell ab. Mit 70 Prozent sprach sich eine große Mehrheit gegen eine Impfpflicht aus.

Immer mehr Deutsche plädieren allerdings für einen härteren Kurs in der Corona-Krise: 49 Prozent wollen laut ZDF-Politbarometer angesichts der hohen Infektionszahlen zusätzliche Einschränkungen – das sind 18 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. Nur 13 Prozent halten die bisherigen Maßnahmen für übertrieben. Wenn die hohen Infektionszahlen nicht sinken, wollen 73 Prozent sogar einen Shutdown ähnlich wie im Frühjahr. Damals wurden auch Schulen und Kitas geschlossen.

Berlins Bürgermeister verhängt Lockdown bis 10.Januar

Michael Müller will nach Weihnachten und bis zum 10. Januar einen Lockdown über die Bundeshauptstadt verhängen. Das erklärte der Regierende Bürgermeister. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mediziner warnen: "wirkliche Krisensituation" – und es wird noch schlimmer 

Intensiv- und Notfallmediziner sehen die aktuelle Entwicklung bei der Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle mit Sorge und Enttäuschung. "Wir haben jetzt eine wirkliche Krisensituation", sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Mittwoch. Janssens sieht ein Problem bei den zu zögerlich und uneinheitlich reagierenden Ministerpräsidenten der Länder. "Wir sind da gerade ein Stück weit im Föderalismus gefangen." Es sei unsolidarisch, dass bestimmte Ministerpräsidenten bei den nötigen Verschärfungen des Teil-Lockdowns nicht mitzögen. "Wünschenswert wäre, eine klare und bundesweit einheitliche Regelung für vier, fünf Wochen oder wenn nötig auch länger durchzuziehen."

Nicht nachvollziehbar sei die Idee, einen verschärften Lockdown erst nach Weihnachten oder Silvester ansetzen zu wollen. "Die Mitarbeiter auf den Intensivstationen kommen an ihre Grenzen, viele sind sehr enttäuscht vom Verhalten der Politiker, aber auch der Bevölkerung", sagte Janssens. Die Pflege von Covid-19-Intensivpatienten bedeute immensen Aufwand, den das Personal auch an den Feiertagen leisten müsse und werde.

Dass ein großer Teil der Bevölkerung nach Umfragen Familientreffen wie gehabt stattfinden lassen wolle, sei in höchstem Maße unsolidarisch, betonte der Mediziner. "Ich habe größtes Verständnis für den Wunsch, dass man die Oma zu Weihnachten sehen möchte, damit sie nicht einsam ist", so Janssens. Doch jedem müsse klar sein, dass es nach den Feiern an Weihnachten viele Omas mehr geben werde, die letztlich allein im Krankenhaus sterben. Wie viel Leid die steigenden Fallzahlen bedeuten, ist vielen nicht bewusst." Die Vereinigung Divi unterstütze darum die Forderung der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina nach einem harten Corona-Lockdown vollauf. 

Gates Stiftung investiert 250 Millionen Dollar in Kampf gegen Corona

Die Bill and Melinda Gates Foundation sagt weitere 250 Millionen Dollar zur Entwicklung kostengünstiger Corona-Impfstoffe und Behandlungsmöglichkeiten zu. Insgesamt stellt die Stiftung damit nun 1,75 Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Pandemie zur Verfügung. Mit dem Geld soll unter anderem geholfen werden, dass auch ärmere Länder Tests und Impfstoffe erhalten. "Jeder, überall verdient es, von der im Jahr 2020 entwickelten Wissenschaft zu profitieren", erklärt Melinda Gates, Co-Vorsitzende der Stiftung.

Niedersachsen nimmt Lockerungen zurück

Niedersachsen nimmt die ins Auge gefassten Corona-Lockerungen nach Weihnachten wieder zurück. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag im Landtag in Hannover an. Die geltenden Kontaktbeschränkungen sollen lediglich vom 24. bis zum 26. Dezember auf zehn Verwandte zuzüglich Kindern unter 14 Jahren gelockert werden. Danach dürfen sich auch über Silvester wieder nur höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Eltern können ihre Kinder bereits in der kommenden Woche vom Präsenzunterricht befreien lassen, damit weniger Kinder in den Klassen sitzen.

USA verzeichnen mehr als 3.000 Tote an einem Tag

In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten einen Höchststand erreicht. Am Mittwoch wurden 3.124 Verstorbene mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Wert mit 2.879 Toten war vor rund einer Woche am 3. Dezember verzeichnet worden.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages überschritt erneut die Marke von 200.000 und lag am Mittwoch bei 221.267. Der bisher höchste Wert wurde mit 227.828 in der vergangenen Woche registriert.

RKI meldet Höchstwerte bei Neuinfektionen und Toten

In Deutschland sind mittlerweile bereits mehr als 20.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mitteilte, stieg die Zahl der Corona-Toten hierzulande um 440. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg somit auf 20.372. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neuer Höchststand der täglichen Corona-Toten in den USA von mehr als 3.000

Die Zahl der täglichen Corona-Toten hat in den USA einen neuen Höchststand von mehr als 3.000 erreicht. Am Mittwoch seien bis zum Abend (Ortszeit) 3.071 weitere Todesopfer der Pandemie registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mit. Zudem wurden mehr als 220.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Allein in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten der 50 US-Bundesstaaten, waren es laut Covid Tracking Project mehr als 30.000 Neuansteckungen binnen eines Tages.

Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern erreichte einen neuen Höchststand: Am Mittwoch waren es mehr als 106.000 Patienten. Mit dem Anstieg der Fälle war gerechnet worden, nachdem vor zwei Wochen Millionen Menschen die Appelle ignoriert hatten, zu Thanksgiving auf Reisen und Familienbesuche zu verzichten.

Die USA sind das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Seit Beginn der Pandemie wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 15 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, mehr als 289.000 Infizierte starben.

Australische Forscher entwickeln schnelleren Test zur Rückverfolgung von Ansteckungsketten

Australische Wissenschaftler entwickeln eine neue Methode, um Genomsequenzen des Corona-Virus schneller zu entschlüsseln. Bislang dauern die Ergebnisse oft mehr als 24 Stunden. Mit dem neuen Test liege das Ergebnis innerhalb von vier Stunden vor, sagen Wissenschaftler am Garvan Institute of Medical Research. Die Aufschlüsselung der genetischen Variation helfe dabei, den Ursprung von Ansteckungsketten zu ermitteln, deren Infektionsquelle unbekannt ist.

Seehofer vorsorglich in Quarantäne – Keine Hinweise auf Infektion

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich nach einem möglichen Kontakt mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiterin des Ministeriums vorsorglich in Quarantäne begeben. Das teilte Ministeriumssprecher Steve Alter am Mittwochabend auf Twitter mit.

Hinweise auf eine Infektion des Ministers lägen derzeit nicht vor. Bei der Innenministerkonferenz am Donnerstag und Freitag werde Innen-Staatssekretär Hans-Georg Engelke den Minister vertreten.

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten seit Mittwochabend auf ihrer Herbsttagung unter anderem über den Umgang mit der umstrittenen Querdenker-Bewegung. Weiteres Thema ist die von Seehofer vorgeschlagene Abkehr vom bisherigen generellen Abschiebestopp für syrische Flüchtlinge.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident fordert Verzicht auf Silvesterfeiern

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert einen Verzicht auf Silvesterfeiern. "Das ideale Silvester sieht dieses Jahr so aus: Zu Hause im eigenen Hausstand bleiben, vielleicht gemütlich auf den Jahreswechsel anstoßen. Partys oder ein gemeinsames Anstoßen mit den Nachbarn zum Jahreswechsel – das muss dieses Mal ausfallen." Auf die Frage, ob die Deutschen dieses eine Mal auf Silvesterfeiern jeglicher Art verzichten sollten, sagt der Regierungschef den Zeitungen der "Funke Mediengruppe": "Ja, das sollten sie." Er habe Zweifel, dass Menschen etwa bei Familienfesten konsequent auf Abstand und Hygieneregeln achten können.

Minister Heil erwartet robusten Arbeitsmarkt trotz verschärfter Corona-Krise

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet auch nach der erneuten Verschärfung der Corona-Krise keine bleibenden Schäden für den deutschen Arbeitsmarkt. "Gemessen am tiefen Einschnitt der Wirtschaft ist der Tsunami am Arbeitsmarkt durch durchdachte Entscheidungen ausgeblieben", sagt der der SPD-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagausgabe). Die Corona-Pandemie habe zur größten Wirtschaftskrise unserer Generation geführt. Jetzt gehe es darum, dauerhaften Schaden am deutschen Arbeitsmarkt zu verhindern. Dabei werde das Instrument der Kurzarbeit weiterhin die wichtigste Rolle spielen. "Die Erfahrung aus diesem Jahr hat gezeigt, dass hohe Kurzarbeiterzahlen nicht zu hoher Arbeitslosigkeit geführt haben," betont der SPD-Politiker.

Ifo-Chef Fuest gegen sofortigen harten Lockdown

Ifo-Chef Clemens Fuest hat sich gegen einen harten Lockdown noch vor Weihnachten ausgesprochen. "Einen sofortigen harten Lockdown würde ich nicht empfehlen, weil alle Beteiligten die Chance bekommen müssen, sich auf den Lockdown einzustellen", sagt Fuest der Zeitung "Rheinische Post". Vor allem für die Schulen sei eine gewisse Flexibilität vor Weihnachten angemessen, damit wichtige Dinge wie Klassenarbeiten noch durchgeführt werden können. Der Ökonom ist Mitglied der Wissenschaftlergruppe der Nationalen Akademie Leopoldina, die härtere Maßnahmen nach Weihnachten bis zum 10. Januar fordert.

Ärzte fordern strengere Corona-Einschränkungen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hält strengere und schnell wirkende Corona-Einschränkungen für unvermeidbar. "Das ärztliche und pflegerische Personal arbeitet am Anschlag. Bundesweit steigt die Anzahl der Patienten, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen, immer noch an", sagt die Vorsitzende Susanne Johna der Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstag). Eine Trendwende sei nicht erkennbar. "Wir wissen doch, dass überall dort, wo nach lokalen Ausbrüchen strengere Maßnahmen nicht nur getroffen, sondern auch eingehalten wurden, die Zahlen nach unten gegangen sind."

Werbung für Corona-WarnApp kostet bislang mehr als zehn Millionen Euro

Die Werbekosten für die Corona-WarnApp überschreiten einem Zeitungsbericht zufolge die Schwelle von zehn Millionen Euro. Das berichtet "Bild" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP. Demnach wurden bislang knapp vier Millionen Euro in digitale Bewerbung der App sowie zwei Millionen Euro in gedruckte Anzeigen sowie eine Million Euro in Fernsehwerbung investiert. 2,5 Millionen Euro kostete bislang die Außenwerbung und knapp eine Million Euro ging an "Influencer", die die App auf Instagram, YouTube und TikTok beworben haben.

Brexit-Dinner: Von der Leyen erklärt Johnson Covid-Regeln in Brüssel 

Klare Ansagen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwochabend bei ihrem Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson hinsichtlich der Corona-Regeln gemacht. "Halten Sie Abstand!" sagte sie, als sich die beiden der versammelten Presse präsentierten. Ganz kurz nahmen sie die Masken für ein Foto ab, bevor von der Leyen ihrem Gast klarmachte, dass der Mund-Nasen-Schutz wieder aufgesetzt werden muss. "Sie führen ein strenges Regiment", raunte Johnson und fügte hinzu: "Aber auch ziemlich zu Recht." Hier lesen Sie mehr zu den Gesprächen.

Präsident Erdogan besucht die Hagia Sophia in Istanbul: Auch in der breitet sich das Coronavirus rasant aus. (Quelle: AP/dpa)Präsident Erdogan besucht die Hagia Sophia in Istanbul: Auch in der breitet sich das Coronavirus rasant aus. (Quelle: AP/dpa)

Türkei meldet Rekord bei Totenzahl

Die Türkei meldet 217 neue Todesfälle, ein Rekord. Zudem seien 31.712 Neuinfektionen gemeldet worden, erklärt Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Insgesamt seien damit mehr als 15.531 Todesfälle und mehr als 1,5 Millionen Infektionen verzeichnet worden. "Davon waren 550.000 sichtbar krank", sagt Koca. Er kündigt an, ab Donnerstag würden die Daten für alle bisherigen Fälle vorliegen. Die Türkei erfasste vier Monate lang nur Infektionen, bei denen Symptome vorlagen. Seit dem 25. November werden wieder alle Fälle gezählt.

Schleswig-Holstein kündigt Alleingang bei "hartem Lockdown" an

Angesichts steigender Infektionszahlen will Schleswig-Holsteins Landesregierung ihren Kurs deutlich verschärfen. Es sei notwendig, "dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen – um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Mittwochabend in Kiel. Mehr zum Thema lesen Sie hier. 

Armin Laschet: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident spricht sich für einen harten Lockdown zum Jahresende aus.  (Quelle: imago images/Revierfoto)Armin Laschet: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident spricht sich für einen harten Lockdown zum Jahresende aus. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Laschet spricht sich für harten "Jahresend-Lockdown" aus

Angesichts des am Mittwoch erreichten Rekordwerts von 590 Corona-Todesfällen innerhalb eines Tages hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für einen harten Lockdown ab dem 27. Dezember ausgesprochen. Nach den Feiertagen müsse die Politik der Empfehlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina folgen und in einen "Jahresend-Lockdown" gehen, sagte Laschet in Berlin. Der Schaden sei in dieser Zeit am geringsten.

"Wenn Infektionszahlen steigen, muss der Staat handeln", sagte der Ministerpräsident. Hunderte Corona-Tote am Tag könnten nicht tatenlos hingenommen werden. Weiter bekräftigte Laschet seine Forderung nach einheitlichen Lösungen für die Pandemie. "Wir brauchen eine gemeinsame deutsche Antwort auf die steigenden Infektionszahlen", sagte Laschet. Alleingänge von Ländern in dieser Phase seien falsch. Auch in der "Schulfrage" brauche es einen Konsens aller 16 Bundesländer. Hier gebe es verschiedene Positionen, so Laschet.

Kanada lässt Impfstoff von BioNTech/Pfizer zu

Kanada erteilt dem Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer eine vorläufige Genehmigung. Es ist das erste Vakzin, dass in dem Land zugelassen wurde. Im Laufe des nächsten Jahres sollen mindestens 20 Millionen Impfstoffdosen an Kanada geliefert werden, teilen die beiden Firmen mit.

Vor dem Alkoholverbot: Hunderte Glühweintrinker in München

Hunderte Glühweintrinker hat es am Abend vor der Verschärfung der Corona-Maßnahmen in München nach draußen gelockt. Etwa 150 Menschen seien auf einem Platz in Schwabing zusammengekommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Mehrere Hundert waren es auch in der Maxvorstadt und im Glockenbachviertel.

Nach Lautsprecherdurchsagen der Polizei löste sich die Menge auf. Teilweise hätten sich die Glühweintrinker nicht an die Hygieneregeln gehalten, hieß es weiter. Etwa 20 Menschen seien deswegen am Dienstagabend angezeigt worden.

Mit Inkrafttreten des Katastrophenfalls gilt in Bayern seit Mittwoch ein Alkoholverbot in Innenstädten und auf öffentlichen Plätzen. Wohnungen dürfen nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden.

Jens Spahn mit FFP2-Maske: In Deutschland sollen 27 Millionen Bürger kostenlose Masken zur Verfügung gestellt bekommen. (Quelle: imago images/Christian Spicker)Jens Spahn mit FFP2-Maske: In Deutschland sollen 27 Millionen Bürger kostenlose Masken zur Verfügung gestellt bekommen. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Kostenlose FFP-2-Masken für 27 Millionen Bundesbürger

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus will die Bundesregierung mehr als 27 Millionen Bundesbürger mit gut schützenden Mund-Nasen-Masken ausstatten. Menschen ab 60 oder mit Vorerkrankungen sollen ab Mitte Dezember jeweils 15 FFP2-Masken erhalten. Die Ausgabe starte noch im Dezember, um in der Weihnachtszeit das Infektionsrisiko zu verringern, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin.

In einem ersten Schritt sollen sich über 60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Risikoschwangerschaften drei kostenlose Masken in der Apotheke holen können. Dazu soll die Vorlage des Personalausweises oder die Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ausreichen. Diese Regelung soll laut Spahns Ministerium für die Festwochen gelten und bis 31. Dezember gültig sein. Die Verordnung aus Spahns Ressort zu den Masken soll am 15. Dezember in Kraft treten.

Für die Zeit ab Neujahr sollen diese Menschen zwölf solcher Masken erhalten. Dafür sollen sie zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen zugeschickt bekommen. Diese sollen sie in zwei dabei genannten Zeiträumen im neuen Jahr in Apotheken einlösen können. Die Betroffenen sollen pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro zahlen. 2,5 Milliarden Euro zahlt der Bund für die Maßnahme. Eine Maske kostet 6 Euro. Woran Sie die Qualität einer FFP2-Maske erkennen, lesen Sie hier.

London: Keine Corona-Impfung für Leute mit "signifikanten" Allergien

Großbritannien ist das erste Land, welches mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer die Bevölkerung impfen will. Nur einen Tag nach Start der Aktion gibt es jedoch einen Rückschlag: Menschen mit Allergien wird empfohlen, sich vorerst nicht impfen zu lassen. Hier lesen Sie mehr. 

Neun Tote nach Corona-Infektion in Denzlinger Pflegeheim

Nach einer Infektion mit dem Coronavirus sind in einem Pflegeheim in Denzlingen (Kreis Emmendingen) neun Bewohner verstorben. Wie viele der insgesamt 77 Bewohner zuletzt infiziert waren, wollte die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Heim betreibt, am Mittwoch nicht mitteilen. Das Infektionsgeschehen sei sehr dynamisch, sagt eine Sprecherin. Momentan fänden wieder Reihentests statt.

Am Montag hatte die AWO mitgeteilt, dass 34 Bewohner und 18 Beschäftigte in dem Pflegeheim positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zuvor berichtete die "Badische Zeitung".

Litauen meldet erstmals mehr als 3.000 Corona-Neuinfektionen

In Litauen steigen trotz strenger Corona-Maßnahmen die Infektionszahlen weiter drastisch an. In dem baltischen EU-Land wurden am Mittwoch mit 3.128 Fällen erstmals mehr als 3.000 festgestellte Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden in dem Drei-Millionen-Einwohner-Land damit seit Beginn der Pandemie mehr als 80.000 Menschen positiv auf Corona getestet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius um 31 auf 704 – nach einem Höchstwert von 36 am Vortag.

Litauen registriert seit dem Herbst einen rapiden Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC weist der Baltenstaat inzwischen eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf. Die Regierung in Vilnius hatte angesichts der Entwicklung im November einen Teil-Lockdown verhängt und die strikten Corona-Regeln zuletzt weiter verschärft. Trotz der Beschränkungen hat sich aber noch keine echte Kehrtwende bei den Neuinfektionen eingestellt.

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt dem Personal des Kurierdienstes DHL bei der Ankunft der ersten Ladung des Corona-Impfstoffes. (Quelle: dpa/Abir Sultan)Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt dem Personal des Kurierdienstes DHL bei der Ankunft der ersten Ladung des Corona-Impfstoffes. (Quelle: Abir Sultan/dpa)

Erste Corona-Impfdosen per Flugzeug in Israel eingetroffen

Eine erste Ladung Corona-Impfstoff ist am Mittwoch in Israel eingetroffen. Ein DHL-Frachtflugzeug landete auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Regierungschef Benjamin Netanjahu kam auf die Landefläche, um die Impfdosen des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer in Empfang zu nehmen. "Das ist einer der bewegendsten Momente meiner ganzen Zeit als Ministerpräsident", sagte er.

Man habe hart daran gearbeitet, eine Lösung für die Pandemie zu finden, sagte Netanjahu. Nun sollten "Millionen Impfdosen für Israels Bürger" ins Land gebracht werden. "Ich glaube an diesen Impfstoff", sagte er. "Ich will der erste sein, der sich in Israel impfen lässt."

Nach Medienberichten handelt es sich um eine relativ kleine erste Fracht von Impfdosen. Dabei solle vor allem geprüft werden, wie die Kühlkette gewahrt werden kann. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Israel wartet noch die Entscheidung über Notfallzulassungen von Impfstoffen durch die US-Arzneimittelbehörde FDA ab. Damit wird in Kürze gerechnet. Als erstes westliches Land hatte am Dienstag Großbritannien mit einer Impfkampagne begonnen. Die dortigen Behörden hatten vergangene Woche Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung für deren Impfstoff erteilt.

USA  melden erneut mehr als 210.000 Neuinfektionen

In den USA breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Am Dienstag meldeten die Behörden binnen eines Tages 215.586 bestätigte Neuinfektionen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es rund 180.000 gewesen. Der bislang höchste Wert war am Freitag mit 227.800 neuen Fällen verzeichnet worden. Die Zahl der binnen eines Tages erfassten Toten blieb am Dienstag mit 2.534 vergleichsweise hoch. Der Höchstwert war am Donnerstag mit 2.879 Toten registriert worden.

Nach dem Feiertag Thanksgiving Ende November und mit Blick auf Weihnachten befürchten Experten wegen Reisen und Familientreffen eine landesweite Zunahme der Infektionen. Nach Angaben des Covid Tracking Projects bewegt sich die Anzahl der Covid-19-Patienten in US-Krankenhäusern seit Anfang Dezember erstmals über der Schwelle von 100.000. Das Projekt wurde im Frühjahr beim Magazin "The Atlantic" begonnen und sammelt Daten zur Pandemie in den USA.

Gurgeln könnte laut Jens Spahn Virus-Gefahr senken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn stimmt auf härteren Lockdown nach Weihnachten ein

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann sich im Kampf gegen das Coronavirus gut einen härteren Lockdown nach Weihnachten vorstellen. "Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber meine ruhigste Zeit im Jahr ist tatsächlich die um Weihnachten bis Anfang Januar. Und mir fiele fast keine bessere Zeit im Jahr ein, in der Gesellschaft weiter runterzukommen, Kontakte zu reduzieren", sagte Spahn am Dienstag bei "Bild live".

Kasernen als Zwischenlager für Impfstoff

Die Bundeswehr wird laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Corona-Impfstoffe zur Sicherheit in ihren Kasernen zwischenlagern. Das berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Wo immer es sinnvoll erscheine, werde man die Anlieferung und Lagerung des Impfstoffes in Kasernen ermöglichen, versicherte sie.

Die Bundeswehr habe auch den Ländern Unterstützung angeboten. "Die Bundeswehr kann hier auf Antrag der Länder mit bis zu 26 Impfzentren sowie bis zu 26 mobilen Impfteams helfen", sagt Kramp-Karrenbauer. "Noch nie in der 65-jährigen Geschichte der Bundeswehr haben wir über einen so langen Zeitraum Amtshilfe geleistet", fügte sie hinzu.

US-Behörde: Impfstoff von Pfizer und Biontech ist sicher

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer als sicher eingestuft. In einem am Dienstag vorgelegten Bericht schreibt die Behörde, aus den Daten von 38.000 Teilnehmern an klinischen Studien hätten sich "keine besonderen Sicherheitsbedenken" ergeben, die einer Notfallzulassung entgegenstehen würden.

Biontech und Pfizer haben bei der FDA einen Antrag auf eine Notfallzulassung ihres Impfstoffes eingereicht. Am Donnerstag tagt der beratende Ausschuss der FDA, um über eine Notfallzulassung zu entscheiden.

Die Erklärung legt nun nahe, dass die Aufsichtsbehörde dazu neigt, grünes Licht für den Biontech-Pfizer-Impfstoffkandidaten zu geben. Dieser wird bereits seit Dienstag in Großbritannien flächendeckend eingesetzt.

Söder unterstützt Schließung des Handels nach Weihnachten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die vom Kabinett beschlossene Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern als unbedingt notwendig verteidigt. "Wir müssen nachlegen", sagte Söder am Dienstag in einer Regierungserklärung im Landtag. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sachsen geht ab Montag in harten Lockdown

Harter Lockdown in Sachsen: Weil die Corona-Infektionszahlen weiter zu hoch sind, zieht Ministerpräsident Kretschmer Konsequenzen. Bis in den Januar hinein bleiben alle Schulen und Geschäfte zu. Mehr dazu lesen Sie hier.

Thüringen kippt Lockerungen zu Weihnachten und Silvester

Die Corona-Kontaktbeschränkungen sollen in Thüringen über die Weihnachtsfeiertage und Silvester nicht gelockert werden. Darauf verständigte sich am Dienstag die rot-rot-grüne Landesregierung angesichts hoher Infektionszahlen. Der Vorschlag soll noch mit Landtag und Kommunen beraten werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Große Mehrheit der Deutschen will Corona-Gipfel vor Weihnachten

Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen will, dass sich Kanzlerin Angela Merkel noch vor den Weihnachtstagen mit den Länderchefs trifft, um über neue Corona-Maßnahmen zu beraten. Das ergab eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online. Auf die Frage "Sollten Bund und Länder noch einmal außerplanmäßig vor Weihnachten zusammenkommen, um über die Corona-Schutzmaßnahmen zu beraten?" antworteten 70 Prozent der Umfrageteilnehmer mit "Ja, auf jeden Fall" oder "eher ja". 22,5 Prozent der Deutschen sind gegen einen zusätzlichen Corona-Gipfel vor Weihnachten. 

Bei den Anhängern fast aller Parteien ist der Wunsch nach einem erneuten Krisen-Gespräch groß. So befürworten es über 82 Prozent der SPD- und Unions-, über 75 Prozent der Grünen- und über 70 Prozent der Linken-Anhänger. Lediglich Befragte, die angaben bei der nächsten Wahl ihr Kreuz bei FDP und AfD zu machen, sind nur zu rund 38 Prozent (FDP) und rund 32 Prozent (AfD) für einen außerplanmäßigen Corona-Gipfel.

In die Umfrage flossen die Antworten von 4.011 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 7. und 8. Dezember befragt wurden. Der statistische Fehler beträgt 2,6 Prozent, in Teilgruppen kann er abweichen. 

Biontech-Gründer will mit eigener Impfung warten

Großbritannien hat begonnen, die Bevölkerung mit dem Biontech-Impfstoff zu impfen. Der Vorstandschef des Unternehmens hat selbst noch nicht davon profitiert – aus einem ganz bestimmten Grund. Mehr dazu lesen Sie hier.

Scholz: Deutschland kommt besser durch die Corona-Krise als gedacht

Bundesfinanzminister Olaf Scholz betont bei einer Rede im Bundestag, Deutschland komme besser durch die Corona-Krise als von Experten vorausgesagt. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt sei die Beschäftigung nicht so stark eingebrochen wie gedacht.

Scholz sieht auch den Abbau der jetzigen Schulden in der Coronavirus-Pandemie nicht als Gefahr. "Wir werden aus der Krise herauswachsen." Dies könne wieder gelingen, wie schon nach der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Wichtig seien dabei Investition in Zukunftsfelder.

Leopoldina fordern harten Lockdown – und nennen konkrete Maßnahmen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert angesichts der immer noch zu hohen Corona-Fallzahlen in Deutschland in einer Stellungnahme einen "schnellen und drastischen" Lockdown, heißt es in einer Pressemitteilung. Mehr dazu lesen Sie hier.  

Woidke: Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern noch in dieser Woche

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat noch für diese Woche eine Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel zu neuen Corona-Maßnahmen angekündigt.Mehr dazu lesen Sie hier.

Berlins Bürgermeister Michael Müller schließt weitere Verschärfungen ebenfalls nicht aus: "Ich kann mir gut vorstellen, dass es nach Weihnachten Einschränkungen gibt", sagte Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Das "sollte und müsste" dann aber bundesweit stattfinden.

Niedersachsens Regierungschef Weil kann Söder verstehen

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hat Verständnis für die schärferen Corona-Gegenmaßnahmen seines bayerischen Kollegen Markus Söder (CSU) geäußert. "Wenn ich in Niedersachsen solche Zahlen zu verzeichnen hätte, wie sie derzeit in Bayern herrschen, dann wäre ich auch unruhig", sagte Weil am Dienstag den Sendern ntv und RTL. Insgesamt sei es angesichts der unterschiedlichen Lage in verschiedenen Landesteilen schwierig, einheitliche Regeln zu finden.

Schärfere Corona-Regeln ab Montag in Sachsen?

In Sachsen könnte es nach Medienberichten von der kommenden Woche an strengere Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie geben. Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet die "Bild"-Zeitung am Montagabend, es werde diskutiert, Geschäfte vom kommenden Montag an (14. Dezember) zu schließen. Nur lebensnotwendige Läden sollen - wie im Frühjahr - offen bleiben. Welche das neben Lebensmittel-Geschäften genau sind, sei noch unklar.

Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber konnte den Bericht am Abend nicht bestätigen. Er verwies darauf, dass das Kabinett am Dienstag zu den verschärften Corona-Schutzmaßnahmen tagen wolle. Dann sollen Eckpunkte für weitere Maßnahmen und auch eine Zeitschiene festgelegt werden, sagte Schreiber der Nachrichtenagentur dpa. Dies könne dann von den parlamentarischen Gremien beraten werden. Dann könnte am Freitag eine Sondersitzung des Kabinetts einen Beschluss fassen.

Auch die in Chemnitz erscheinende "Freie Presse" berichtete am Montagabend online, dass die verschärften Maßnahmen kommende Woche beginnen und bis zum 10. Januar dauern sollen. Der genaue Start sei unklar, schreibt das Blatt, der 14. Dezember gelte als möglicher Termin.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Montag nach einem Gespräch mit Vertretern von Industrie und Handwerk härtere Schutzmaßnahmen angekündigt, aber noch keine Details nennen wollen. Er sagte, zusätzliche Maßnahmen seien erorderlich, deswegen werde es sie auch geben.

Auch Spahn für Diskussion über schärfere Maßnahmen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen für eine Diskussion über schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ausgesprochen. "Der Ansatz, kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere. Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren", sagt Spahn bei Phoenix laut Mitteilung des Senders. Nicht ausschließen wollte Spahn demnach Einschränkungen beim Einzelhandel. "Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen."

Südkorea schließt mit vier führenden Herstellern Impfstoffverträge

Die südkoreanische Regierung unterzeichnet mit vier führenden Impfstoffherstellern Lieferverträge. 34 Millionen Impfeinheiten sollen von AstraZeneca, Moderna, Johnson & Johnson sowie der Partnerschaft von Pfizer/Biontech bereitgestellt werden. Zusätzliche Dosen für weitere 10 Millionen Menschen würden Regierungsangaben zufolge über das globale Impfstoffprojekt COVAX der Weltgesundheitsorganisation beschafft. Die Regierung in Seoul erklärt, das Land erwäge nicht, Impfstoffe aus Russland oder China zu beziehen.

Johnson: Start flächendeckender Corona-Impfungen "riesiger Schritt"

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Start flächendeckender Corona-Impfungen in seinem Land als "riesigen Schritt vorwärts" gelobt. "Ich bin sehr stolz auf die Wissenschaftler, die den Impfstoff entwickelt haben, auf Bürgerinnen und Bürger, die an den Versuchen teilgenommen haben, und auf den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS, der unermüdlich die Auslieferung vorbereitet hat", sagte Johnson.

Großbritannien will an diesem Dienstag mit flächendeckenden Impfungen beginnen - noch vor der EU. Als erstes Land will das Vereinigte Königreich dabei das Vakzin des Mainzer Unternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer nutzen.

Johnson betonte einer Mitteilung aus der Nacht zum Dienstag zufolge: "Die Massenimpfung wird jedoch einige Zeit dauern, und wir müssen die verbleibenden Herausforderungen im Auge behalten." Da es mehrere Monate dauern werden, bis viele Menschen geimpft sind, müssten weiterhin alle Hygieneregeln eingehalten werden, mahnte der Premier.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert vier Wochen Weihnachtsferien

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert angesichts steigender Infektionszahlen einen harten Lockdown. "Wir sollten die Schulen vier Wochen in die Weihnachtsferien schicken, das heißt idealerweise schon innerhalb der nächsten Woche und dann bis einschließlich der ersten Januarwoche", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). Auch der Einzelhandel soll seiner Ansicht nach nach Weihnachten geschlossen werden. "Zu Silvester darf es beim Kontaktverbot keine Lockerungen geben. Wir müssen die Weihnachtszeit für eine Unterbrechung der Pandemie nutzen und dürfen uns nicht an bis zu 500 Tote am Tag durch Covid gewöhnen."

Weltärztepräsident: Härtere Beschränkungen bis Weihnachten

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery spricht sich für härtere Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie aus, um einen "Kollaps der Intensivstationen nach dem Jahreswechsel" zu vermeiden. "Wir brauchen überall in Deutschland, wo die Infektionszahlen hoch sind, bis Weihnachten harte Ausgangsbeschränkungen, bei denen die Menschen nur noch aus triftigem Grund das Haus verlassen dürfen. Zur Arbeit, Schule, Kita, in den Supermarkt und zum Arzttermin sollen die Menschen natürlich gehen dürfen, alles andere sollte aber für die kommenden zwei Wochen verboten und sanktioniert werden", sagt der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der Zeitung "Rheinischen Post".

Lockerungen in Gefahr – Stillstand bei Corona-Zahlen in Frankreich

In Frankreich stagniert die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen. "Trotz all unserer Bemühungen (...) besteht nach wie vor ein hohes Risiko, dass sich die Epidemie wieder ausbreitet", sagte der Direktor der obersten Gesundheitsbehörde, Jérôme Salomon, am Montagabend. Frankreich sei noch weit vom Ziel entfernt, auf täglich weniger als 5.000 Neuinfektionen zu kommen. Diese Marke hatte Präsident Emmanuel Macron für ein Ende der Ausgangsbeschränkungen Mitte Dezember vorgegeben. Derzeit werden jedoch laut Salomon im Schnitt pro Tag mehr als 10.000 Menschen positiv auf das Virus getestet.

Salomon deutete an, dass entsprechende Lockerungen Mitte Dezember schwierig sein könnten, ohne sich konkret festzulegen. "Alles wird davon abhängen, wie sich die Dinge in den nächsten Tagen entwickeln", sagte er. In Frankreich sei die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen sehr schnell zurückgegangen. Nun geben es einen Stillstand. Das liege auch an den winterlichen Wetterbedingungen.

Für Montag meldete der Gesundheitsdirektor mit rund 3.400 Neuinfektionen innerhalb eines Tages allerdings den niedrigsten Wert seit August. Zu Beginn der Woche ist diese Zahl jedoch immer niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird. Frankreich ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen worden – mehr als 55.000 Menschen sind bisher gestorben.

Volker Bouffier: Hessens Ministerpräsident sieht nächtliche Ausgangssperren für möglich.  (Quelle: dpa)Volker Bouffier: Hessens Ministerpräsident sieht nächtliche Ausgangssperren für möglich. (Quelle: dpa)

Bouffier bereitet Menschen auf mögliche Corona-Ausgangssperren vor

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Menschen in Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen auf mögliche nächtliche Ausgangssperren vorbereitet. Er halte es für richtig, dass dort auch eine Ausgangssperre verhängt werde, sagte der Regierungschef bei einem Besuch des neu eingerichteten Corona-Impfzentrums in Wiesbaden. "Das machen wir am besten gemeinsam – Land und die jeweilige Kommune." Und er kündigte an: "Wir würden es sehr bald machen."

Leider seien die Corona-Zahlen immer noch zu hoch – insbesondere dort, "wo wir einen dauerhaft sehr hohes Infektionsgeschehen haben", sagte Bouffier mit Blick auf Regionen mit mehr als 200 Coronavirus-Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner.

Russland testet chinesischen Corona-Impfstoff

Parallel zum Start der Massenimpfungen mit dem eigenen Corona-Vakzin "Sputnik V" hat Russland einen chinesischen Wirkstoff zum Test zugelassen. An der klinischen Studie des Herstellers CanSino Biologics sollen auch rund 8.000 russische Probanden teilnehmen, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das kooperierende russische Pharmaunternehmen Petrovax meldete. Insgesamt soll die Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffs "Ad5-nCov" in einer sogenannten Phase-III-Studie demnach international an mehr als 40.000 Menschen getestet werden. Ersten Freiwilligen sei das Mittel bereits verabreicht worden.

Chinesische Pharmakonzerne haben auf der Grundlage einer Notverordnung nach Schätzungen schon mehr als eine Million Menschen mit experimentellen Impfstoffen gegen das Coronavirus geimpft. Vier chinesische Hersteller, die fünf verschiedene Impfstoffe entwickelt haben, kooperieren mit mehr als einem Dutzend anderer Länder, um die Wirksamkeit zu testen. Genannt wurden in Staatsmedien außer Russland auch Länder wie Brasilien, Indonesien, die Türkei, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze: Die Pläne für die Corona-Massenimpfungen in Deutschland werden konkreter. (Symbolfoto) (Quelle: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze: Die Pläne für die Corona-Massenimpfungen in Deutschland werden konkreter. (Symbolfoto) (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Wer in Deutschland zuerst geimpft werden soll

Für die geplante Priorisierung von Corona-Impfungen liegen nun konkretere Vorschläge vor. Die Ständige Impfkommission (Stiko) verschickte dazu am Montag einen Entwurf an Länder und medizinische Fachgesellschaften. Empfohlen wird demnach, Impfungen zunächst Personengruppen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe anzubieten – sowie Gruppen, die beruflich besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu Risikogruppen haben. Dies entspricht demnach rund 8,6 Millionen Menschen.

Konkret nennt die Empfehlung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen und Menschen über 80 Jahre. Zudem aufgeführt wird Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen wie Notaufnahmen und in der Betreuung von Corona-Patienten sowie Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu Risikogruppen in der Behandlung von Blutkrebs und der Transplantationsmedizin. Genannt werden weiter Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie andere Tätige in Senioren- und Altenheimen mit Kontakt zu Bewohnern.

Grund für die Festlegung von Prioritäten ist, dass zu Beginn von Impfungen noch nicht mit genug Impfstoff für alle Interessierten zu rechnen ist. Einen Rahmen dafür und zum Verfahren hatte der Bundestag in einem kürzlich beschlossenen Gesetz abgesteckt.

Söder sicher: Weiterer Corona-Gipfel noch vor Weihnachten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält ein weiteres Spitzentreffen von Bund und Ländern vor Weihnachten für zwingend. "Ich bin mir sicher, dass wir uns noch einmal vor Weihnachten treffen", sagte Söder am Montag im ARD-"Morgenmagazin". In Hotspots, in denen die Infektionszahlen hoch blieben, müsse man "nachlegen". Doch nicht alle Länderchefs sind für einen solchen Gipfel. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Australien: Zwei Deutsche brechen Quarantäne-Regeln versehentlich

Weil die Polizei in Sydney versehentlich zwei deutschen Reisenden erlaubte, die strikten Corona-Quarantäneregeln zu brechen, sind am Montag rund 175 Menschen in Isolation geschickt worden. Ein Polizist am Flughafen von Sydney ging am Wochenende fälschlicherweise davon aus, dass eine 53-jährige Frau und ihr 15-jähriger Sohn aus Deutschland von der verpflichtenden Hotel-Quarantäne ausgenommen seien, wie die Polizei selbst mitteilte. Deshalb durften die beiden nach ihrer Ankunft aus Tokio einen Inlandsflug nach Melbourne machen. Dort löste ein Sicherheitsbeamter Alarm aus, nachdem festgestellt worden war, dass die Deutschen keine Ausnahmegenehmigung hatten.

Sie mussten in Hotel-Quarantäne – und die rund 170 mitreisenden Passagiere, die Besatzung des Flugzeugs sowie betroffenes Flughafenpersonal in Selbstisolation. Wenn die beiden Deutschen am Montag zum zweiten Mal negativ auf das Coronavirus getestet würden, könne die Isolation für die Mitreisenden möglicherweise vorzeitig beendet werden, hieß es weiter. Mutter und Sohn müssen aber auf jeden Fall 14 Tage in Hotel-Quarantäne bleiben, wie die Zeitung "The Sydney Morning Herald" berichtete.

Für das Missverständnis am Flughafen in Sydney machte der stellvertretende Kommissar des Bundesstaats New South Wales, Jeff Loy, eine "Sprachbarriere" verantwortlich, wie die Zeitung weiter berichtete. Die beiden Deutschen waren von Deutschland nach Tokio und dann weiter nach Australien geflogen. Ein erster Corona-Test hatte ein negatives Ergebnis gebracht.

Eine Frau steht auf dem Bahnsteig: Am Montag wird die Polizei zusammen mit den Sicherheitskräften der Deutschen Bahn verstärkt in Zügen auf Streife gehen. (Quelle: imago images/IPA Photo)Eine Frau steht auf dem Bahnsteig: Am Montag wird die Polizei zusammen mit den Sicherheitskräften der Deutschen Bahn verstärkt in Zügen auf Streife gehen. (Quelle: IPA Photo/imago images)

Hunderte Polizisten kontrollieren Maskenpflicht in Zügen

Hunderte Bundespolizisten und Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn kontrollieren am Montag in ganz Deutschland schwerpunktmäßig die Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen. Schon vergangene Woche hatte der bundeseigene Konzern angekündigt, die Kontrollen im Dezember noch einmal verstärken zu wollen. Täglich soll in bis zu 50 Prozent der Fernzüge kontrolliert werden. Mit dem Aktionstag am Montag will die Bahn erneut auf das Thema aufmerksam machen. Wie viele Mitarbeiter und Beamten genau unterwegs sein werden und wie viele es normalerweise sind, teilte die Bahn zunächst nicht mit.

"Inzwischen sind Verstöße die absolute Ausnahme", teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber mit. "Damit das so bleibt und sich unsere Kunden noch sicherer fühlen, erhöhen wir zu Weihnachten erneut die Kontrollen und zugleich die Sitzplatzkapazität im Fernverkehr für Reisen mit bestmöglichem Abstand."

Schleswig-Holstein als letztes Bundesland Corona-Risikogebiet

Schleswig-Holstein ist am Sonntag als letztes Bundesland in Deutschland in der aktuellen Infektionswelle zum Corona-Risikogebiet geworden. Hier lesen Sie mehr.

Notfallzulassung für AstraZeneca-Impfstoff in Indien beantragt

Der indische Impfstoffproduzent Serum Institut beantragt mehreren nationalen Medienberichten zufolge die Notfallzulassung für den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca. Unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur PTI heißt es, das Unternehmen verweise bei seinem Antrag auf "ungedeckte medizinische Bedürfnisse aufgrund der Pandemie". Serum war für eine Anfrage von Reuters zunächst nicht erreichbar.

Kanzleramtsminister Braun rechnet mit Impfstart Anfang 2021

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) geht nicht davon aus, dass der Impfstoff gegen Corona noch in diesem Jahr in Deutschland verabreicht wird. "Ich rechne damit, dass das ganz früh im nächsten Jahr in den allerersten Tagen losgehen kann", sagte Braun am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". Hier lesen Sie mehr.

CDU-Wirtschaftsrat verlangt vom Bund Strategie-Wechsel bei Risikogruppen

Der CDU-Wirtschaftsrat hält eine Neuausrichtung der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus infolge steigender Todesfälle bei Risikogruppen für dringend geboten. "Die Bundesregierung muss Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern durch regelmäßige Schnelltests besser schützen. Der Schutz von Risikogruppen sollte viel stärker in den Fokus rücken", sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger der Zeitung "Bild". Das Bundesgesundheitsministerium müsse die Testkompetenzen ausweiten: Auch Hilfskräfte könnten nach Schnellschulungen Tests durchführen.

Städte und Gemeinden stellen Lockerungen an Weihnachten und Silvester infrage

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund zieht angesichts der hohen Infizierten-Zahlen die angekündigten Lockerungen für die Feiertage in Zweifel. "Wir werden in Deutschland insgesamt darüber sprechen müssen, ob die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester tatsächlich richtig sind. Sie werden unweigerlich zu weiteren Kontakten und zusätzlichen Reiseaktivitäten führen und stellen damit ein Risiko für einen Anstieg der Neuinfektionen dar. Daher sollte man abwarten, wie sich die Zahlen in den nächsten anderthalb Wochen entwickeln", sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Zeitung "Rheinische Post" (Montagsausgabe) vorab.

Spahn wünscht sich mehr Solidarität in der Vorweihnachtszeit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnt angesichts der angespannten Corona-Lage zu mehr Solidarität in der Gesellschaft. "Es kann ja nicht sein, dass die einen für den Glühwein zuständig sind, und die anderen für die Intensivstation", sagte Spahn am Sonntagabend im RTL-Jahresrückblick "2020 Menschen, Bilder, Emotionen". Während manche "mit 40, 50 Mann am Glühweinstand" stünden, arbeiteten zur selben Zeit Pflegekräfte rund um die Uhr und gäben "alles, um Menschen eben das Überleben möglich zu machen".

Gerade die aktuell hohe Zahl an Todesfällen treibe ihn um, sagte Spahn. "Wir reden gerade viel darüber, wie wir Weihnachten feiern. Diese Menschen werden Weihnachten gar nicht mehr feiern." Deswegen gehe es gerade zu Weihnachten darum, weiter aufeinander aufzupassen. "Man muss auch nicht alles ausreizen", mahnte er mit Blick auf die angedachten Lockerungen zu den Feiertagen. Neben der Eigenverantwortung brauche es auch weiter "entschlossenes staatliches Handeln", betonte Spahn.

Bouffier: Ausgangssperre in Hotspots notwendig

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier plädiert für strengere Kontaktbeschränkungen in Corona-Hotspots mit hohen Inzidenzwerten von 200 und mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. "Deshalb glaube ich, dass eine Ausgangssperre dort, wo nachhaltig über 200 Inzidenzen sind, notwendig ist. Aber das muss man immer in der jeweiligen Situation entscheiden", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Auch werde man manches verbieten müssen, "zum Beispiel Alkoholverkauf oder Alkoholnutzung in der Öffentlichkeit".

Bouffier mahnte aber ein regional differenziertes Vorgehen an. "Wenn ich unser Bundesland nehme, dann haben wir in Offenbach eine sehr hohe Inzidenz, in anderen Gegenden nicht. Da macht es ja keinen Sinn, landesweit so etwas zu machen", sagte der Ministerpräsident. Er bleibe bei der Linie: "Dort, wo ein sehr heftiges Geschehen ist, müssen wir gegebenenfalls immer weiter einschränken. Sie müssen auch über die Frage reden, ob Sie die Geschäfte offenhalten. Das wollen wir eigentlich. Aber viel mehr andere Möglichkeiten haben Sie nicht mehr. Und deshalb glaube ich, dass eine Ausgangssperre vernünftig ist."

Lauterbach für schärfere Corona-Regeln in ganz Deutschland

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, fordert schärfere Corona-Regeln im gesamten Bundesgebiet. Als Reaktion auf die neuen Maßnahmen in Bayern twitterte er: "Eine sehr deutliche Verschärfung ist schnellstens in ganz Deutschland notwendig." Ansonsten rechne er bis Ende Januar mit 25.000 Todesfällen in Folge der Pandemie.

Konkret bekräftigte Lauterbach seinen Vorschlag nach deutlich ausgedehnten Weihnachtsferien. Diese sollten bundesweit vorgezogen und verlängert werden. Zudem sollten alle Geschäfte nach Weihnachten bis zum Ende der ersten Januar-Woche geschlossen bleiben. Lauterbachs Plädoyer: "Wir brauchen endlich eine Inzidenz von 50/Woche." Gemeint sind damit Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Bayern verschärft Corona-Regeln und ruft Katastrophenfall aus

Der bayerische Ministerpräsident hat sich in den vergangenen Tagen wiederholt für schärfere Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Nun macht Markus Söder ernst. Die neuen Regeln im Überblick.

Erster Kreis in Sachsen übersteigt Inzidenzwert von 500

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Die 7-Tage-Inzidenz kletterte nach Zahlen des Landratsamtes und des Robert Koch-Instituts (RKI) über die Marke von 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das habe es seit Ausbruch der Pandemie in Sachsen nicht gegeben, bestätigte am Sonntag das Gesundheitsministerium in Dresden. Das RKI gab den Wert für den Landkreis mit 534,6 an. Im bundesweiten Vergleich gehört die Region damit zu jenen, in denen die Pandemie derzeit am heftigsten grassiert. Höher liegt die Inzidenz einzig im bayerischen Landkreis Regen.


Unter den Bundesländern bleibt Sachsen insgesamt negativer Spitzenreiter: Der Inzidenzwert des Freistaates ist laut RKI knapp über die Marke von 300 geklettert (Stand: Sonntag 0 Uhr).

USA registrieren dritten Tag in Folge neuen Höchstwert

Die USA haben am dritten Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen registriert. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Samstagabend mehr als 230.000 neue Fälle registriert, rund 5.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten binnen eines Tages lag bei 2.527.

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 14,6 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 281.000 Infizierte starben.

Seit zwei Wochen registrieren die US-Behörden täglich mehr als 2.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, steigt stetig, besonders in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten Florida, Kalifornien und Texas.

Wegen der Reisewelle rund um den wichtigsten US-Feiertag Thanksgiving hatten Experten einen erneuten sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle befürchtet.

Russland meldet erneut Höchstwert bei Neuinfektionen

Russland verzeichnet erneut einen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden nach Behördenangaben 29.039 nachgewiesene Ansteckungsfälle gemeldet – so viele wie nie zuvor. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,46 Millionen Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um 457 auf 43.141.

Interesse an Corona-Massentests in Österreich geringer als erwartet

Das Interesse der Bürger an den Corona-Massentests in Österreich ist bislang geringer als erwartet. In den ersten beiden Tagen ließen sich in den Bundesländern Wien, Tirol und Vorarlberg nach einem ersten Überblick rund 300.000 Menschen auf das Virus untersuchen. Besonders die Teststationen in Wien waren nach Angaben der Stadt nicht ausgelastet. Am Samstag wurden 22.000 Tests gemacht, die Kapazität in der Hauptstadt liegt bei 150.000 täglich. Es wurden insgesamt nur wenige Infizierte gefunden. Von den knapp 160.000 in Tirol getesteten Menschen waren 417 positiv. Dies entspreche 0,27 Prozent, teilte das Land mit.

Die Regierung hofft, dass sich zumindest mehrere Millionen Menschen testen lassen. In Wien ist das noch bis zum 13. Dezember möglich. Andere Bundesländer starten erst in den nächsten Tagen. Die Massentests sind wichtiger Teil der aktuellen Anti-Corona-Strategie, um vor allem die symptomfreien Infizierten zu entdecken.

Kanzler Sebastian Kurz hat vor Ende des Lockdowns an die Bevölkerung appelliert, die weiter geltenden Maßnahmen einzuhalten. Nur so könne sich die positive Entwicklung fortsetzen, so Kurz. In den vergangenen Wochen hätten sich die durchschnittlichen täglichen Neuansteckungen halbiert. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz in Österreich sei von 522 auf 263 pro 100.000 Einwohner gesunken. Die Reproduktionszahl, die angibt wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, sei von 1,13 auf 0,81 gesunken.

Intensivmediziner fürchten dritte Welle nach Weihnachten

Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. "Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja – anders als am Weihnachtsabend – durchaus nicht unrealistisch ist", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI), Bernhard Zwißler. "Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen."

Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden."

Dennoch bleibe die Lage bedenklich. "Bei uns am Klinikum sind zwei komplette Intensivstationen nur mit Covid-Patienten belegt; andere Städte in Deutschland sind noch stärker betroffen." Derzeit müssten in Deutschland immer noch deutlich mehr Patienten intensivmedizinisch versorgt werden als in der Spitze im Frühjahr.

Pfizer beantragt Notfall-Zulassung in Indien

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat Medienberichten zufolge in Indien eine Notfallzulassung für seinen Impfstoff beantragt. Ein entsprechendes Schreiben sei bei der Arzneiaufsicht DCGI eingegangen, berichtet CNN-News 18 unter Berufung auf Regierungskreise. Damit wäre Pfizer der erste Pharmakonzern, der in dem Land mit den weltweit zweithöchsten Infektionszahlen einen solchen Antrag stellt. Eine Bestätigung für den Bericht war zunächst nicht zu erhalten.

Höchststand in Südkorea seit neun Monaten

Südkorea meldet mit 631 Neuinfektionen abermals einen neuen Höchststand seit neun Monaten. Damit steigt die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen mit dem Coronavirus auf 37.546 bei 545 Todesfällen, wie die Behörden mitteilen. Nachdem erst am Samstag in der Hauptstadt Seoul neue Beschränkungen wie eine abendliche Sperrstunde in Kraft traten, will die Regierung noch am Sonntag über weitere Maßnahmen im Kampf gegen eine dritte Corona-Welle entscheiden.

Im Gespräch war zuletzt etwa eine Schließung der rund 30.000 Karaoke-Bars im Land und eine Begrenzung religiöser Zusammenkünfte auf maximal 20 Teilnehmer. Südkorea hatte die Pandemie im Frühjahr und Sommer mit strikter Kontaktnachverfolgung erfolgreich eingedämmt und wurde immer wieder als Musterbeispiel genannt.

Dreyer: Entscheidung über Corona-Regeln nächste Woche

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hält wegen der Corona-Pandemie "große Zurückhaltung" im Umgang miteinander zu Weihnachten und zu Silvester für geboten. "Die Bürger und Bürgerinnen bleiben aufgerufen, die AHA-Regeln weiter konsequent einzuhalten und auch über den Jahreswechsel die Kontakte mit anderen auf das Notwendigste zu reduzieren", sagte sie der "Rheinischen Post" (Samstag). AHA steht für "Abstand, Hygiene, Alltagsmaske".

"Wie genau die Regelungen für Weihnachten aussehen werden, werden wir in der kommenden Woche entscheiden", sagte Dreyer mit Blick auf die exakte Ausgestaltung im Land. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch beschlossen, den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown in Deutschland mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis zum 10. Januar 2021 zu verlängern.

Dreyer sagte, dies gelte, sofern sich keine grundlegend neue Situation hinsichtlich der Entwicklung der Neuinfektionen ergebe. "Bund und Länder sind dazu auf Staatssekretärsebene in ständigem Austausch. Ich finde dieses Vorgehen richtig."

SPD-Fraktionsvize: Bei hohen Zahlen keine Lockerungen zu Weihnachten

Aus der SPD im Bundestag kommt die Forderung, bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten nicht zu lockern. Die für Gesundheit zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben." Sonst drohten im Januar und Februar noch höhere Infektionszahlen als heute, die weitergehende Beschränkungen nötig machten.

Bas sagte, der "Lockdown-Light" habe einen weiteren Anstieg der Corona-Neuinfektionen verhindert. "Die Zahlen verharren aber seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau." Auch die Zahl der Todesfälle sei gestiegen. Die Belastung der Pflegekräfte auf den Intensivstationen sei enorm hoch, genau wie in den Gesundheitsämtern. Sie brauchen dringend Entlastung." Die Infektionszahlen müssten sinken. "Wir müssen die Entwicklung genau beobachten."

Gastro-Mitarbeiter sollen in Kliniken und Pflegeheimen helfen

Pflegekräfte am Limit: Die Corona-Pandemie stellt Pflegeheime und Kliniken vor große Herausforderungen. Besonders an Personal mangelt es. In München sollen nun Gastro-Mitarbeiter Erleichterung bringen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Söder plant weitere Verschärfungen der Corona-Einschränkungen in Bayern

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für Sonntagmittag eine Kabinettssitzung anberaumt. Wie der "Münchner Merkur" am Samstag berichtete, plant Söder dabei weitere Verschärfungen der Corona-Einschränkungen im Freistaat. Verhandelt werde etwa über Wechselunterricht an Schulen für ältere Schüler, strengere Kontaktregeln an Silvester und mögliche Ausgangssperren betreffen. Details der neuen Maßnahmen seien jedoch noch offen.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich für eine Verschärfung der Corona-Regeln nach Weihnachten aus. "Eines ist doch klar: Wir dürfen kein Risiko eingehen, auch nicht an Silvester. Deshalb sollten wir – wenn sich die Zahlen weiter auf so hohem Niveau befinden – auf Nummer sicher gehen und vor Silvester wieder zu den jetzigen strengen Corona-Regelungen zurückkehren", sagte Hans der "Augsburger Allgemeinen".

Corona-Test in den USA: Das Land verzeichnet zum zweiten Mal in Folge einen Höchstwert bei Neuinfenktionen.  (Quelle: dpa/Darin Oswald/Idaho Statesman/AP)Corona-Test in den USA: Das Land verzeichnet zum zweiten Mal in Folge einen Höchstwert bei Neuinfenktionen. (Quelle: Darin Oswald/Idaho Statesman/AP/dpa)

USA registrieren zweiten Tag in Folge Höchstwert bei Neuinfektionen

Die USA haben den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen registriert. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend mehr als 225.000 neue Fälle registriert, rund 15.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten binnen eines Tages lag bei 2.506.

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 14,3 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 278.000 Infizierte starben.

Seit zwei Wochen registrieren die US-Behörden täglich mehr als 2.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, steigt stetig. Wegen der Reisewelle rund um den wichtigsten US-Feiertag Thanksgiving hatten Experten einen erneuten sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle befürchtet.

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Pforzheim und Mannheim

Mit Pforzheim und Mannheim haben bereits zwei Corona-Hotspots im Land eine nächtliche Ausgangsbeschränkung erlassen. Die Stadt Pforzheim verkündete die nächtliche Ausgangsbeschränkung am späten Freitagabend. Sie tritt am Samstag in Kraft und gilt bis zum 14. Dezember zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr. Als Ausnahme von der Regelung gelten demnach nur "triftige Gründe", wie etwa berufliche Tätigkeiten oder Arztbesuche.

In Mannheim besteht eine nächtliche Ausgangsbeschränkung bereits seit Freitag. Sie wird von der Polizei strikt kontrolliert. In Pforzheim wurden zudem eine erweiterte Maskenpflicht in Fußgängerzonen in der Zeit von 7.00 bis 19.00 Uhr beschlossen sowie ein Veranstaltungsverbot, das lediglich religiöse Zwecke und etwa Demos ausnimmt. Es greift zudem eine strenge Kontaktbeschränkung. So dürfen sich öffentlich wie privat nur noch Personen aus zwei Haushalten treffen, maximal jedoch fünf Menschen.

Ähnlich strenge Corona-Maßnahmen hatten zuvor bereits die Landkreise Tuttlingen, Lörrach, Calw und der Schwarzwald-Baar-Kreis beschlossen. In Mannheim gilt zusätzlich die nächtliche Ausgangsbeschränkung. Diese Kreise hatten in dieser Woche über dem Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelegen – sie gelten somit als Hotspots. Die Kreise hatten sich deshalb selbstständig zu schärferen Maßnahmen entschlossen. Für Kreise über dem Wert von 200 bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz hatte die Landesregierung vor längerem eine Hotspot-Strategie angekündigt, diese aber erst am Freitag erlassen.

Strenge Ausgangssperren: Türkei verschärft Corona-Maßnahmen

Für Menschen in der Türkei gelten nun an Wochenenden coronabedingt landesweite Ausgangssperren. Samstags und Sonntags darf man nur noch zwischen 10.00 und 17.00 Uhr vor die Tür, um etwa im nächstgelegenen Laden einzukaufen, wie es in einer Verfügung des Innenministeriums heißt. Ausgenommen von der Ausgangssperre sind unter anderem Touristen oder andere Reisende. Andere Regeln gelten für Menschen unter 20 und über 65 Jahre. Sie dürfen während der Ausgangssperre nicht vor die Tür. Die Ausgangssperre gilt jeweils bis Montagmorgen um 5.00 Uhr Ortszeit. Öffnen dürfen Supermärkte und Lebensmittelläden, Obst- und Gemüsehändler und Metzger. Auch Lieferdienste dürfen zwischen 10.00 und 17.00 Uhr ausliefern, Restaurants und Imbisse zwischen 10.00 und 20.00 Uhr.

Die Corona-Situation im Land ist laut Ärztevereinigung besorgniserregend. Intensivstationen in Krankenhäusern seien überfüllt und das Gesundheitspersonal sei überlastet. Die Regierung hatte erst vor kurzem begonnen, täglich die vollständige Fallzahl zu veröffentlichen. Demnach gibt es derzeit am Tag etwa 30 000 neue Fälle. Die Ärztevereinigung zweifelt aber auch diese Zahlen an und ging zuletzt von mindestens 50 000 neuen Fällen pro Tag aus.

In der Türkei gelten seit dieser Woche auch unter der Woche Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens. Unter 20-Jährige und über 65-Jährige dürfen unter der Woche nur in einem Zeitfenster von drei Stunden vor die Tür.

Sterbefallzahlen im November über Durchschnitt

In der ersten Novemberwoche sind in Deutschland fünf Prozent mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts vom Freitag hervor. Demnach starben in der 45. Kalenderwoche (2. bis 8. November 2020) mindestens 18.483 Menschen. Der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 liegt bei 17.654. Bereits seit Mitte Oktober liegt die Zahl der Todesfälle etwa um diesen Prozentsatz über dem Durchschnitt der Vorjahre.

Parallel zu den steigenden Todesfallzahlen stieg auch die Zahl der Todesfälle von Patienten, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren. In der 45. Kalenderwoche gab es insgesamt 1.067 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

In den Nachbarländern fällt die sogenannte Übersterblichkeit viel deutlicher aus. Das europäische Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldet derzeit für Anfang November eine extrem hohe Übersterblichkeit für Belgien und die Schweiz. Eine sehr hohe Übersterblichkeit wird für Frankreich, Italien, Slowenien und Spanien gemeldet. In anderen europäischen Ländern stellt das Netzwerk eine mäßige Übersterblichkeit fest.

RKI meldet erneut knapp 500 Corona-Tote

Auch am Samstag gibt es in Deutschland fast 500 Corona-Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen ist nach wie vor auffallend hoch – laut RKI haben sich mehr als 23.300 Menschen angesteckt. Mehr Details lesen Sie hier.

Zahl der Corona-Toten weltweit auf über 1,5 Millionen gestiegen 

Weltweit haben sich nachweislich mehr als 65,19 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 1,5 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Seit das Virus im Dezember 2019 erstmals im chinesischen Wuhan bekanntgeworden ist, hat es sich in mehr als 210 Ländern und Territorien ausgebreitet. Die mit Abstand meisten Infektionsfälle verzeichnen die USA, gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

Passau verlängert Ausgangsbeschränkungen um eine Woche

Die bayerische Stadt Passau verlängert die seit einer Woche geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen Corona bis einschließlich 11. Dezember. Das habe Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) nach Abstimmung mit den Fraktionschefs im Stadtrat und dem Corona-Krisenstab beschlossen, teilte die Stadt am Freitag mit.

Dupper hatte sich schon am Donnerstag angesichts weiter hoher Infektionszahlen für eine Verlängerung der Beschränkungen ausgesprochen. Unter anderem dürfen die Menschen ihre Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen.

In Passau ist die Lage seit Tagen besonders dramatisch. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes lag die Inzidenz in Passau (Stand 4.12., 00.00 Uhr) bei 482,9. Zum Vergleich: Vor einigen Tagen lag der Wert für die Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche hier noch bei etwa 600.

Erstmals mehr als 4.000 Corona-Patienten auf der Intensivstation

Die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat erstmals die Schwelle von 4.000 überschritten. Am Freitag meldete die Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 4.011 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus dem DIVI-Tagesbericht hervorgeht. 60 Prozent der Patienten werden invasiv beatmet (Stand: 4.12., 12.15 Uhr).

Die angegebene Zahl der freien Intensivbetten war in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Sie liegt laut Divi-Bericht ohne Notfallreserve aktuell bei rund 5.000. Nach Divi-Angaben könnte diese Entwicklung unter anderem auch damit zusammenhängen, dass einige Kliniken die Zahl ihrer freien Betten zunächst falsch angegeben hatten. Statt den "betriebsbereiten Betten", für die auch Pflegepersonal zur Verfügung steht, hätten einige die tatsächlich vorhandene Bettenzahl an das Divi-Register weitergeleitet. Das sei mittlerweile korrigiert worden, so dass die Zahl der Betten im Register im Oktober und November gesunken sei.

Ein weiterer Grund kann laut Divi sein, dass Pflegepersonal etwa krankheitsbedingt ausfalle und die Krankenhäuser daher weniger Patienten aufnehmen können.

Britisches Impfprogramm soll am Dienstag starten

Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) will nach dem Eintreffen der ersten Impfdosen im Land am kommenden Dienstag mit dem Impfen beginnen. Das sagte NHS-Providers-Geschäftsführer Chris Hopson am Freitag im BBC-Fernsehen. Premierminister Boris Johnson sprach von der größten Massenimpfung in der Geschichte Großbritanniens.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Mittwoch dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land überhaupt, das den Impfstoff zur breiteren Anwendung freigegeben hat. Bereits in der kommenden Woche wird mit einer Lieferung von 800.000 Impfdosen gerechnet. Millionen weitere sollen bis Jahresende hinzukommen.

Als erstes geimpft werden sollen Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen sowie über 80-Jährige und besonders gefährdetes medizinisches Personal. Wegen der komplizierten Lagerung bei minus 70 Grad soll der Impfstoff aber zunächst nur in 50 Kliniken im Land verabreicht werden. Später sollen weitere Zentren hinzukommen.

Pflegebeauftragter: "Es gibt Corona-Regeln, die zu streng sind"

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung hat vor zu harten Corona-Auflagen in Senioren- und Pflegeheimen gewarnt. "Es gibt sehr gute Konzepte. Es gibt zum Teil aber auch Regeln, die nach heutigem Wissensstand zu streng sind", sagte Andreas Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Selbst wenn es zu einem begrenzten Ausbruch kommt, darf eine Einrichtung nicht wieder reflexhaft für Besucher geschlossen werden."

Nach mehreren schweren Corona-Ausbrüchen waren Pflegeheime in Deutschland beim ersten Lockdown im Frühjahr stark abgeschottet worden. Dies hatte im Rückblick auch Kritik ausgelöst, weil viele Bewohner unter der Isolation litten. Aber auch jetzt bereiten das Infektionsgeschehen in Alten- und Pflegeheimen sowie die hohen Sterberaten unter alten Menschen wieder große Sorgen. "Die Lage bleibt weiter sehr angespannt", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.

Der Pflegebeauftragte hat nun zusammen mit dem RKI einen Leitfaden für Besuche in Alten- und Pflegeheimen entwickelt, der an die Einrichtungen verschickt werden soll. Darin findet sich dem Bericht nach auch die Empfehlung, Besuche rechtzeitig bei der Heimleitung anzukündigen und abzuklären, ob etwa ein Schnelltest sinnvoll ist. "Das ist gerade in der Weihnachtszeit wichtig: Wenn 100 Angehörige von 70 Bewohnern um 17 Uhr am Heiligabend vor der Tür stehen, dann schaffen das die Pflegekräfte nicht. Fiebermessen, Personendaten aufnehmen, mit Maskenverweigerern reden oder sogar noch 15 Minuten pro Schnelltest einplanen – das geht nicht", so Westerfellhaus.

Er plädierte für pragmatische Lösungen. "Für kognitiv eingeschränkte Menschen können Menschen mit Masken irritierend sein", so der Pflegebeauftragte. "In solchen Fällen ist es in Ordnung, wenn man genügend Abstand hält und bei der Begrüßung kurz die Maske vom Gesicht nimmt, um sich erkennbar zu machen."

Ärztekammer-Chef fordert schnellere Prüfung der Corona-Impfstoffe

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat eine schnellere Prüfung bei der Zulassung von Corona-Impfstoffen gefordert. Es sei erstaunlich, dass die Prüfung durch die EU-Behörden vier Wochen dauern solle, sagte Reinhardt dem Deutschlandfunk. Die nötigen Zahlen und Daten würden beim Zulassungsantrag eingereicht. Dabei ginge es lediglich darum, nachzuvollziehen, ob die Daten valide seien und dieser Prozess könne schneller gehen, betonte der Ärztepräsident. Es entstehe der Eindruck, dass hier Zeit verschwendet werde. 

Bei möglichen Nebenwirkungen der Impfstoffkandidaten bleibe eine Restunsicherheit, sagte Reinhardt in dem Bericht. Langfristige Probleme könne man nicht untersuchen. Dies sei aber eine Abwägung zwischen den Folgen der Pandemie und dem Restrisiko durch eine Impfung.

Klaus Reinhardt: Der Präsident der Bundesärztekammer mahnt, dass bei der Impfstoff-Prüfung Zeit verschwendet werde. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)Klaus Reinhardt: Der Präsident der Bundesärztekammer mahnt, dass bei der Impfstoff-Prüfung Zeit verschwendet werde. (Quelle: Gregor Fischer/dpa)

Warteschlangen zum Auftakt der Massentests in Österreich

Die Corona-Massentests in Österreich stoßen auf reges Interesse. Zum Auftakt am Freitag bildeten sich in Wien und Innsbruck nach Angaben von Reportern des ORF und des Senders OE24 längere Warteschlangen vor den Teststationen. In Österreichs Hauptstadt können sich die Bürger an drei Standorten bis zum 13. Dezember testen lassen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag. Die Regierung hofft, dass sich im Laufe der nächsten Wochen mehrere Millionen Österreicher untersuchen lassen. Ziel ist es, besonders auch die symptomfreien Infizierten zu entdecken, um so die Infektionsketten zu durchbrechen.

Neben Wien und Tirol startete das Projekt am Freitag auch im Bundesland Vorarlberg. Die weiteren sechs Bundesländer folgen in den nächsten Tagen. Vergleichbare Massentests gab es bisher im Nachbarland Slowakei oder auch im norditalienischen Südtirol.

Spahn: Menschen sollten nicht alles ausnutzen, was erlaubt ist

In Deutschland sind zahlreiche Landkreise besonders stark vom Coronavirus betroffen. Für diese Regionen fordert Gesundheitsminister Jens Spahn strengere Lockdown-Regeln, spricht sich aber gegen bundesweite Verschärfungen aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neue Corona-Höchstwerte in Südkorea

In Südkorea gilt ab Samstag für die Hauptstadt Seoul angesichts neuer Höchststände bei der Zahl der Coronavirus-Infektionen eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr. Der Bürgermeister Seo Jeong Hyup begründete am Freitag die Maßnahme mit 295 neuen Fällen in der Metropole, in der rund zehn Millionen Menschen leben. Südkorea insgesamt hat mit 629 Neuinfektionen die höchste Zahl an täglichen Ansteckungen seit neun Monaten registriert. Die Regierung rief die Bevölkerung auf, auf das Weihnachtsfest und die Neujahrsfeierlichkeiten zu verzichten.

Ministerpräsident Chung Sye Kyun kündigte an, am Sonntag solle entschieden werden, ob die Schließung der rund 30.000 Karaokebars im Land beschlossen und religiöse Zusammenkünfte auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt werden. Überlegt werde auch, Fans von Sportveranstaltungen auszuschließen und gesellschaftliche Zusammenkünfte nur mit maximal 50 Menschen zu erlauben. Sorgen bereiten die anstehenden Aufnahmeprüfungen an den Universitäten. Denn dann reisen über 200.000 Studienanfänger durch das Land. Bei Studenten sind Karaokebars und Internetcafés besonders beliebt.

In Südkorea war die Pandemie während des Sommers vergleichsweise glimpflich verlaufen, nachdem im Februar und März Höchststände erreicht worden waren. Insgesamt haben sich nach offiziellen Angaben bislang 36.332 Menschen mit dem Erreger angesteckt, 536 von ihnen sind gestorben. Die Verschärfung der Maßnahmen gegen die Seuche ist ein schwerer Rückschlag für die viertgrößte Volkswirtschaft in Asien, in der im Oktober die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent lag, der höchste Wert seit Juli.

Neuer Höchstwert: USA melden mehr als 210.000 Corona-Infektionen in 24 Stunden

In den USA sind die meisten Neuinfektionen an einem Tag seit dem Beginn der Corona-Pandemie gemeldet worden. Binnen 24 Stunden seien landesweit mehr als 210.000 neue Fälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Donnerstagabend mit. Die Zahl der Toten erreichte demnach mit 2.907 ebenfalls einen der höchsten bisher gemeldeten Werte.

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 14,1 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 276.000 Infizierte starben. Wegen der Reisewelle rund um den wichtigsten US-Feiertag Thanksgiving hatten Experten einen erneuten sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle befürchtet.

Warteschlangen zum Auftakt der Massentests in Österreich 

Die Corona-Massentests in Österreich stoßen auf reges Interesse. Zum Auftakt am Freitag bildeten sich in Wien und Innsbruck nach Angaben von Reportern des ORF und des Senders OE24 längere Warteschlangen vor den Teststationen. In Österreichs Hauptstadt können sich die Bürger an drei Standorten bis zum 13. Dezember testen lassen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag. Die Regierung hofft, dass sich im Laufe der nächsten Wochen mehrere Millionen Österreicher untersuchen lassen. Ziel ist es, besonders auch die symptomfreien Infizierten zu entdecken, um so die Infektionsketten zu durchbrechen.

Neben Wien und Tirol startete das Projekt am Freitag auch im Bundesland Vorarlberg. Die weiteren sechs Bundesländer folgen in den nächsten Tagen. Vergleichbare Massentests gab es bisher im Nachbarland Slowakei oder auch im norditalienischen Südtirol.

Spahn verteidigt Verordnung für Corona-Schnelltests

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die seit Freitag geltende Verordnung verteidigt, durch die sich Lehrer und Erzieher nun selbst mit Schnelltests auf das Coronavirus testen können. Kritik daran verstehe er nicht, sagte Spahn im ZDF-"Morgenmagazin". "Es ist ja ein Angebot", er habe damit auf Wünsche aus den Bundesländern reagiert. "Ich habe ja nicht gesagt, alle müssen das umsetzen."

Unter anderem hatten Verbände der Hals-Nasen-Ohrenärzte vor Selbsttests gewarnt, sie sehen das Risiko falsch negativer Testergebnisse. Bei den nun absehbar zu erwartenden Corona-Impfstoffen sieht Spahn derweil bei der Bestellung und Verteilung keine nationalen Egoismen Deutschlands. Deutschland hätte wie andere große Länder wie Frankreich und Großbritannien auch im Alleingang einen Impfstoff zulassen können, sagte Spahn. Es sei aber von Anfang an in der Europäischen Union gesagt worden, "wir machen das zusammen". So sei gewährleistet, dass alle 27 EU-Mitglieder ihre Bevölkerung zur gleichen Zeit impfen können.

Mit Blick auf Weihnachten appellierte der Bundesgesundheitsminister erneut, sich mit Kontakten zurückzuhalten. "Natürlich soll Weihnachten in der engeren Familie möglich sein." Für große Treffen sei aber nicht die richtige Zeit. Alles, was erlaubt sei, auszunutzen, sei nicht das, was sicher durch die Krise bringe.

Bayern rechnet mit 30.000 Corona-Impfungen am Tag

Bayern rechnet mit 30.000 Corona-Impfungen am Tag
Nach der Zulassung der ersten Corona-Impfstoffe rechnet die Staatsregierung landesweit mit täglich rund 30.000 Impfungen. "Dies entspricht einer durchschnittlichen täglichen Impfkapazität von rund 300 Personen für jedes Impfzentrum", sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Berechnung der Impfleistung werde von zahlreichen Einflussfaktoren geprägt, für die Anfangsphase gehe man für den Freistaat von etwa 30.000 Impfungen täglich aus. Würden sich alle rund 13 Millionen Einwohner impfen lassen wollen, würde dies mit der Kapazität 433 Tage dauern.

Eine Impfpflicht soll es in Deutschland nicht geben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte aber am Donnerstag erneut betont, wie wichtig eine große Impfbereitschaft der Menschen sei: "Aber eigentlich ist es ein Gebot, sich impfen zu lassen. Insbesondere dann, wenn man beispielsweise eine Risikogruppe ist oder auch, wenn man mit Risikogruppen zusammenarbeitet."

Österreich beginnt breit angelegte Massentests

Im Kampf gegen das Coronavirus beginnen in Österreich am heutigen Freitag in großem Stil Massentests der Bevölkerung. In den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Wien sind die Bürger aufgerufen, sich freiwillig testen zu lassen. Neben der Regierungsspitze appellierte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen an die Österreicher, das Angebot zu nutzen.

Die Massentests gelten als wichtiger Baustein, um nicht zuletzt symptomfreie Infizierte, die das Virus unwissentlich verbreiten, zu erkennen und in Quarantäne schicken zu können. In Wien dauert der erste von zwei geplanten Durchläufen zehn Tage.

Giffey: Tendenz der Infektionszahlen in Kitas rückläufig

Die Corona-Infektionszahlen in den Kindertagesstätten gehen laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zurück. In der Altersgruppe von null bis fünf Jahren liege die Zahl der Neuinfektionen "im bundesweiten Durchschnitt bei 59 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Tendenz sei rückläufig. In mehr als 90 Prozent der Kitas laufe der Betrieb. Nach den aktuellsten Zahlen seien lediglich 5,8 Prozent der Kitas aufgrund von Infektionen ganz oder teilweise geschlossen gewesen. "Es war richtig, dass wir darauf gesetzt haben, Kitas offenzuhalten", sagt Giffey. "Kitas sind keine Infektionstreiber." Giffey sprach sich dafür aus, dass Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung als eine der ersten Gruppen die Möglichkeit zur Impfung bekommen sollten.

53 Corona-Infektionen: Behörde schließt Reha-Klinik

In einer Reha-Klinik im Seebad Ahlbeck auf der Insel Usedom ist bei 53 Patienten und 13 Mitarbeitern eine Corona-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Das Gesundheitsamt hat die Klinik am Donnerstag geschlossen, wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte. 

Sämtliche Patienten müssten auf Anordnung des Gesundheitsamtes die Einrichtung verlassen und unverzüglich nach Hause zurückkehren. Die für ihre Heimatorte zuständigen Gesundheitsämter würden von der Rückkehr der an Covid-19 erkrankten Reha-Patienten informiert, damit sie zum Beispiel eine Quarantäne verhängen können. Für die Reha-Klinik habe das Gesundheitsamt einen Belegungsstopp ausgesprochen, bis sämtliche Mitarbeiter als völlig genesen gelten.

Moderna will im ersten Quartal bis zu 125 Millionen Impfdosen ausliefern

Der US-Pharmakonzern Moderna geht davon aus, im ersten Vierteljahr 2021 weltweit 100 bis 125 Millionen Dosen seines Impfstoffs ausliefern zu können. Davon würden 85 bis 100 Millionen in den USA zur Verfügung stehen und bis zu 25 Millionen im Ausland.

Merkel fordert fairen Zugang zu Impfstoffen für alle

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert auf der UN-Sitzung zur Coronavirus-Krise für alle Menschen weltweit einen fairen Zugang zu wirksamen Impfstoffen. Nur dann könne die Pandemie nachhaltig überwunden werden, heißt es in einer auf Twitter veröffentlichten Botschaft.

Facebook will falsche Informationen über Corona-Impfungen löschen

Facebook verschärft das Vorgehen gegen falsche Informationen über Corona-Impfstoffe und will sie künftig löschen. Dabei gehe es unter anderem um von Experten widerlegte Behauptungen zur Sicherheit und Effizienz der Impfungen, teilte das Online- Netzwerk am Donnerstag mit. Auch Verschwörungstheorien werden betroffen sein – etwa dass Mittel an bestimmen Bevölkerungsgruppen ohne deren Zustimmung getestet würden oder Microchips enthielten. Die härtere Gangart sei die Fortsetzung der Linie des Online-Netzwerks, Beiträge zu löschen, die Menschen in der realen Welt schaden könnten, hieß es.

Fauci widerruft Aussage über britische Impfstoff-Zulassung

Der US-Experte Anthony Fauci hat seine Bemerkungen über die vergleichsweise schnelle Zulassung des Pfizer/Biontech-Impfstoffs in Großbritannien widerrufen. Er habe sagen wollen, dass eine übereilte Zulassung in den USA schlecht wäre, weil es dort viele Impfskeptiker gebe, erklärte er dem britischen Rundfunk BBC.

Keinesfalls unterstelle er den britischen Zulassungsbehörden schlampige Arbeit.
In einer Videoaufnahme, die von mehreren britischen Medien ausgestrahlt worden war, hatte Fauci zuvor gesagt: "Ich liebe die Briten, sie sind großartig, sie sind gute Wissenschaftler, aber sie haben die Daten von der Firma Pfizer einfach übernommen, anstatt sie wirklich, wirklich sorgfältig zu prüfen."

Bericht: Pfizer halbiert Auslieferungsziel für Corona-Impfstoff

Der US-Pharmakonzern Pfizer rechnet einem Zeitungsbericht nach damit, dieses Jahr nur halb so viel seines Corona-Impfstoffes auszuliefern wie ursprünglich geplant. Der Ausbau der Lieferkette dauere länger als angenommen, zitierte das "Wall Street Journal" am Donnerstag eine Sprecherin des Unternehmens.

Zwei von drei Bundesbürgern gegen Lockerungen an Silvester

Zwei Drittel der Deutschen sehen eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen zu Silvester kritisch. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" im Auftrag der "Tagesthemen" ergeben. 68 Prozent finden diese Maßnahme eher falsch, 30 Prozent eher richtig. Die geplanten Lockerungen an Weihnachten hingegen finden bei einer knappen Mehrheit Zuspruch. 53 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dies für eher richtig halten. 44 Prozent sagten, dies sei eher falsch.

Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammenkommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Hotspots im Südwesten

In Corona-Hotspots in Baden-Württemberg dürfen die Bürger künftig nachts nur noch mit triftigen Gründen das Haus verlassen. Die Landesregierung einigte sich am Donnerstag auf nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Staatsministerium mitteilte. Die Details will das Sozialministerium in einem Erlass regeln. Ausnahmen gelten etwa für medizinische Notfälle oder aus Arbeitsgründen. Im Erlass sollen auch weitere Einschränkungen in den Hotspot-Gebieten geregelt werden, wie etwa Veranstaltungsverbote.

In Mannheim, Pforzheim, Heilbronn und drei weiteren Landkreisen liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche, derzeit über der Marke von 200. Zuvor hatte bereits der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) wegen ausufernder Corona-Infektionszahlen nächtliche Ausgangsbeschränkungen für seine Stadt angekündigt. Diese sollen ab Freitagabend in Kraft treten und für acht Tage zwischen 21 und 5 Uhr gelten.

Nun über 7.000 Corona-Tote in Schweden

In Schweden ist die Zahl der Covid-19-bedingten Todesfälle auf mehr als 7.000 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden seit Mittwoch 34 neue Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl lag nunmehr bei 7.007. Seit Ausbruch der Pandemie wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land mehr als 270.000 Infektionen registriert.

Staatsepidemiologe Andres Tegnell erwartet, dass die Kurve in den nächsten Wochen abflachen werde. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern bewegt sich Schweden aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Am Donnerstag lag die Infektionsrate bei 684 per 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen. 13,3 Prozent der Tests waren positiv. In Deutschland lag die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag bei 134 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

30 Klinikmitarbeiter in Nagold positiv auf Corona getestet

Weil 30 Mitarbeiter des Krankenhauses in Nagold (Kreis Calw) positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, nimmt die Klinik keine stationären Patienten mehr auf. Dies teilte der Klinikverbund Südwest am Donnerstag mit. Bis vergangenen Montag seien zunächst 19 Mitarbeiter auf mehreren internistischen Stationen betroffen gewesen. Nach Angaben eines Sprechers dauern die Tests bei allen Mitarbeitern und Patienten an. Er sprach von einem diffusen Infektionsgeschehen. Die Klinik hat rund 700 Beschäftigte.

Die ambulante Notfall- und Erstversorgung vor Ort bleibe bestehen. Patienten, die aber in der Folge einer stationären Aufnahme bedürfen, müssen damit rechnen unter anderem innerhalb des Klinikverbundes weiterverlegt zu werden, berichtete der Sprecher weiter. Um das Kreisklinikum Calw-Nagold zu entlasten, wurden im Laufe des Donnerstags bereits mehrere Covid-19-Patienten in umliegende Kliniken verlegt, darunter auch jeweils ein intensivmedizinisch betreuter Patient aus Calw sowie aus Nagold, die beide nach Karlsruhe ausgeflogen wurden.

Kretschmer zieht härtere Maßnahmen in Sachsen in Erwägung

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat angesichts der hohen Infektionszahlen in dem Bundesland mit strikteren Corona-Regeln gedroht. "Wenn Infektionszahlen nicht sinken, müssen wir zu härteren Maßnahmen greifen", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Dazu könnten auch die Schließung von Schulen, Kitas und Nicht-Lebensmittelgeschäften gehören. In einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" äußerte Kretschmer große Sorgen zur Entwicklung der Corona-Pandemie. 

"Wir müssen deutlich unter die 200, aus meiner Sicht sogar deutlich unter die 100. Wenn wir auf dem Weg dahin sind, kann man über Vieles reden." Alles darüber würde das Gesundheitssystem überlasten, so der Ministerpräsident. An die Bevölkerung appellierte er: "Bleiben Sie zuhause! Ich gehe Weihnachten auch nicht in die Kirche. Ich würde die Einkäufe beim Einzelhandel machen, die sein müssen, damit man nicht alles online bestellt. Aber, was jetzt nicht sein muss, das muss man jetzt auch nicht machen."

Wegen der Corona-Pandemie könne erst in einem halben Jahr wieder Normalität im Leben einkehren, sagte Kretschmer im Gespräch mit dem Sender MDR-Sachsenradio. "Ich glaube, dass wir, sobald der Sommer kommt, wieder eine grundsätzliche Entspannung haben, sodass wir ab Mai/Juni wieder ein normales Leben führen werden. Bis dahin müssen wir kommen". Sachsen verzeichnet derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner. 

RKI-Chef Wieler: Rechnen mit "vielen weiteren" Corona-Toten

Die Corona-Pandemie hat Deutschland noch immer fest im Griff. Die Todeszahlen sind höher als je zuvor. RKI-Chef Robert Wieler spricht mit Blick auf Weihnachten eindringliche Empfehlungen aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach erwartet schnelle Impfstoff-Zulassung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht von einer raschen Zulassung der Corona-Impfstoffe von Biontech-Pfizer und Moderna in Deutschland aus. "Wir müssen mit Hochdruck die Impfung vorbereiten, damit wir die Bevölkerung in Deutschland in Rekordzeit impfen können", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sollte es genug Impfstoff geben, müsse es gelingen, alle impfbereiten Deutschen "innerhalb weniger Monate" zu impfen.

Lauterbach gratulierte den Briten zur schnellen Zulassung des Biontech-Impfstoffs. Er gehe davon aus, dass dieser Impfstoff sowie der Kandidat des US-Unternehmens Moderna auch in Deutschland schnell zugelassen würden – "etwa per vorläufiger oder eingeschränkter Zulassung". Diese beiden Impfstoffe seien nach seiner Einschätzung "absolut zulassungswürdig".

Ausreichen würden die beiden Vakzinen jedoch nicht, warnte Lauterbach. "Mit den Mengen, die wir uns über die EU gesichert haben, können wir in Deutschland nur schätzungsweise 26 Millionen Menschen impfen." Der Rest müsste von Astrazeneca und anderen Impfstoffherstellern abgedeckt werden. "Wir müssen auf jeden Fall in der Lage sein, den Impfstoff, den wir bekommen, sofort zu verimpfen", forderte Lauterbach.

USA: Erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote an einem Tag

Die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten in den USA hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 3.000 überschritten. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3.157 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Wert mit 2.607 Toten war am 15. April registriert worden.

Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie übertraf die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen am Mittwoch die Marke von 200.000. Der bislang höchste Wert war nach JHU-Angaben am Freitag mit rund 205.000 neuen Fällen registriert worden. Experten hatten mit Blick auf den Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen gerechnet. Die Gesundheitsbehörde CDC hatte im Vorfeld von Familienbesuchen und Reisen dringend abgeraten. Viele Menschen hielten sich jedoch nicht daran.

Bericht: Erstmals mehr als 100.000 Covid-19 Patienten in US-Krankenhäusern

Die Zahl der Corona-Patienten in US-Krankenhäusern ist laut einer Beobachter-Initiative erstmals seit dem Beginn der Pandemie auf mehr als 100.000 Menschen gestiegen. "Es liegen derzeit 100.226 Menschen mit Covid-19 in US-Krankenhäusern" teilte die Organisation Covid Tracking Project am Mittwoch (Ortszeit) beim Onlinedienst Twitter mit. Auch die Zahl der Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden erreichte nach Angaben der John-Hopkins-Universität mit 2.731 einen neuen Höchststand seit dem Beginn der Pandemie.

Die USA sind das Land mit den meisten bestätigten Infektionsfällen und Corona-Toten weltweit. Die John-Hopkins-Universität registrierte bis Mittwochabend 195.121 Neuinfektionen an einem Tag. Insgesamt wurden bisher mehr als 13,8 Millionen Ansteckungen gemeldet, mehr als 273.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

Caption Ein Krankenhaus in Michigan: In den USA sind die Kliniken derzeit stark unter Druck. (Quelle: AP/dpa/Cory Morse/The Grand Rapids Press/ Archivbild)Ein Krankenhaus in Michigan: In den USA sind die Kliniken derzeit stark unter Druck. (Quelle: Cory Morse/The Grand Rapids Press/ Archivbild/AP/dpa)

Mehr als 1.500 Neuinfektionen in Israel gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt in Israel weiter zu und liegt auf dem höchsten Stand seit Wochen. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1.523 neue Fälle registriert. Mehr Infektionen an einem Tag waren in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land zuletzt am 15. Oktober mit 1.612 vermeldet worden.

Ausgangsbeschränkungen greifen im Landkreis Leipzig

Die Menschen im Landkreis Leipzig müssen sich von diesem Donnerstag an auf strenge Corona-Maßnahmen einstellen. Unter anderem dürfen sie dann laut aktueller Allgemeinverfügung Haus oder Wohnung nur noch mit triftigem Grund verlassen – für Arbeit, Schule und Kita oder Sport und zum Einkaufen. Unter anderem in Fußgängerzonen sowie auf Spielplätzen gilt Maskenpflicht, auf öffentlichen Plätzen herrscht Alkoholverbot.

Leipzig ist damit der letzte von zehn Landkreisen, der zur Eindämmung der Pandemie auf strenge Regeln nach Vorgaben des Landes setzt. Auch Chemnitz hat bereits seine Maßnahmen verschärft, lediglich in Leipzig und Dresden greifen noch keine Ausgangsbeschränkungen. Sachsen verzeichnet laut Robert Koch-Institut derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner.

In Tschechien dürfen alle Geschäfte und Gaststätten wieder öffnen

In Tschechien treten am Donnerstag weitreichende Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. Restaurants, Kneipen und der gesamte Einzelhandel dürfen wieder öffnen. Alle nichtlebensnotwendigen Geschäfte waren seit sechs Wochen geschlossen. Die Zahl der Kunden bleibt auf eine Person je 15 Quadratmeter Ladenfläche begrenzt. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Museen und Galerien dürfen mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben geschlossen.

Ministerpräsident Andrej Babis ermahnte die Menschen in der Vorweihnachtszeit zur Selbstdisziplin. Er sei angesichts der Lockerungen "leicht nervös", räumte er am Mittwoch im Fernsehsender "Nova" ein. "Drücken wir die Daumen und seien wir wirklich diszipliniert." Manche Experten wie der Biologe Jaroslav Flegr hielten die Lockerungen für verfrüht und warnten vor einer "dritten Welle" an Corona-Infektionen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Inzwischen sieht es etwas besser aus. Dennoch wurden am Mittwoch immerhin noch 5.176 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt rund 528.000 bestätigte Infektionen und mehr als 8.400 Todesfälle.

Ständige Impfkommission: Werden nicht zwei Impfstoffe gleichzeitig zulassen

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, erwartet nicht, dass mRNA-Impfstoffe und Vektorimpfstoffe parallel zugelassen werden. "Erst wird man die eine Art Impfstoff zulassen und einsetzen, spätere die nächste, für die dies beantragt wurde. Ein Antrag für einen Vektorimpfstoff liegt in der EU meines Wissens aktuell nicht vor", sagte Mertens der Düsseldorfer Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstagsausgabe).

Astrazeneca setzt beispielweise auf einen Vektorimpfstoff, BioNTech mit seinem Partner Pfizer auf einen gentechnisch hergestellten. "Gentechnik spielt ja eigentlich nur beim Herstellungsprozess eine Rolle. Im Geimpften findet ja keine Gentechnik statt. Die Messenger-RNA, die bei der Impfung eingeführt wird, hat gar nichts mit unserer DNA im Zellkern zu tun." Daher seien Spekulationen darüber, ob dadurch eine genetische Veränderung beim Menschen hervorgerufen werden könne, "ziemlich abwegig."

Saar-MP Hans: Menschen wollen bundesweit vergleichbare Corona-Regeln

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat nach der angekündigten Verlängerung des Teil-Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie von seinen Länderkollegen Geschlossenheit verlangt. "Die Menschen erwarten bei allen regionalen Unterschieden, dass wir bundesweit vergleichbare Regelungen für den Umgang mit der Corona-Pandemie treffen", sagte Hans am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Was wir jetzt mit am dringendsten brauchen, ist Geschlossenheit: Je mehr wir mit einer Stimme sprechen, desto höher ist die Akzeptanz der Maßnahmen."

"Die bundesweit nach wie vor zu hohen Zahlen erlauben uns bis zum Jahresbeginn keine Lockerungen zum bereits beschlossenen Vorgehen", begründete Hans den Beschluss bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Anfang Januar müssen wir im Lichte der Entwicklung über den Jahreswechsel entscheiden."

Australien will Ende Januar über BioNTech/Pfizer-Impfstoff entscheiden

Die australische Arzneimittelbehörde lässt sich bei der Prüfung des Impfstoffes der Partner BioNTech und Pfizer Zeit. Die Überprüfung sei voraussichtlich bis Ende Januar abgeschlossen, sagte der Leiter der australischen Arzneimittelbehörde TGA, John Skerritt. Impfungen würden nach erfolgreicher Zulassung wie geplant im März beginnen. Australien ist in der glücklichen Lage, den Aufsichtsbehörden ohne den Druck steigender Infektionszahlen mehr Zeit für den Zulassungsprozess einzuräumen.

US-Regierung kauft weitere Impfdosen bei Eli Lilly ein

Die US-Regierung sichert sich nach Angaben des Pharmakonzerns ELi Lilly für 812,5 Millionen Dollar 650.000 zusätzliche Einheiten seines experimentellen Impfstoffkandidaten. Mehr als die Hälfte der Impfdosen sollen noch im Dezember ausgeliefert werden, der Rest bis zum 31. Januar, erklärt der Hersteller.

Johnson will nicht unter den Ersten bei Corona-Impfung sein

Der britische Premierminister Boris Johnson will nicht unter den Ersten sein, die ab nächster Woche in seinem Land gegen Corona geimpft werden. Johnson möchte denjenigen den Vortritt lassen, die "ein hohes Risiko für ernsthafte Komplikationen" haben, teilte seine Sprecherin am Mittwoch mit. Der 56-Jährige "würde keinen Impfstoff nehmen wollen, der für jemanden bestimmt ist, der extrem anfällig ist". Großbritannien erteilte am Mittwoch als erstes westeuropäisches Land eine Notfallzulassung für einen Corona-Impfstoff.

Als Regierungschef fällt Johnson eigentlich eine Priorisierung bei der Impfung zu. Der Premier war im Frühjahr selbst schwer an der Virusinfektion erkrankt und verbrachte drei Tage auf der Intensivstation. Seitdem nahm er nach eigenen Angaben deutlich ab. Übergewicht gilt als Risikofaktor bei Corona-Erkrankungen.

Johnson sprach nach der Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer von "fantastischen Nachrichten". Schon Anfang der nächsten Woche sollen laut britischem Gesundheitsministerium die ersten 800.000 Dosen verabreicht werden, bis zum Jahresende sollen es dann "Millionen" Dosen sein. Zunächst sollen die Bewohner von Pflegeheimen sowie das Gesundheits- und Pflegepersonal geimpft werden. Mit bislang rund 59.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Australien lässt trotz Impfstoff Grenzen dicht

Australien wird trotz Fortschritten bei der Impfstoffentwicklung die internationalen Grenzen weiter geschlossen halten. Die Einreise für nicht australische Staatsbürger und nicht ständige Einwohner zu ermöglichen, "davon sind wir noch einige Zeit entfernt", sagt Premierminister Scott Morrison in Canberra.

Spahn: Lehrer und Erzieher sollen sich selbst auf Corona testen

Lehrer und Erzieher sollen sich in Zukunft nach einer entsprechenden Schulung selbst auf das Coronavirus testen dürfen. "Kitas und Schulen beziehungsweise ihre Träger können von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Antigen-Schnelltests könnten dabei helfen, Lehrer und Erzieher und damit auch Kinder besser zu schützen. Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden.

Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn einerseits regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen. "Das ist eine weitere alltagstaugliche Option, um Kindern auch in Pandemiezeiten den Kita- oder Schulbesuch zu ermöglichen", sagte Spahn den Zeitungen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dem Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 636 Corona-Ausbrüche in Schulen übermittelt, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten. In den letzten vier Wochen habe es demnach rund 64 Ausbrüche pro Woche gegeben. 18 Prozent dieser Ausbrüche hätten 6-10-Jährige, 26 Prozent 11-14-Jährige, 31 Prozent 15-20-Jährige und 25 Prozent Personen über 21 Jahren betroffen. Bei 53 Ausbrüchen (8 Prozent) seien nur erwachsene Personen betroffen gewesen. Den Daten zufolge liegt der Anteil der Infektionsfälle an Schulen an allen Corona-Ausbrüchen bei etwa zwei Prozent.

Polizeigewerkschaft: Nicht genügend Bundespolizisten für Schutz von Impfstoff

Gewerkschafter bezweifeln, dass für den Begleitschutz des Corona-Impfstoffs ausreichend Bundespolizisten zur Verfügung stehen. "Einige Politiker scheinen davon auszugehen, dass die Bundespolizei ungefähr die Mannschaftsstärke der chinesischen Volksbefreiungsarmee hat. Dem ist leider nicht so", sagt der für die Bundespolizei zuständige GdP-Vize Sven Hüber der Düsseldorfer Zeitung "Rheinischen Post".

"Wir haben immer noch eine angespannte Grenzlage und verstärkte Fahndungskontrollen". Hinzu komme eine massive Anforderung von Kräften für die Demonstrationen von Kritikern der Corona-Maßnahmen. "Die Bundespolizei als Begleitschutz für den Impfstoff heranzuziehen, ist aus meiner Sicht derzeit nicht möglich." 

Corona-Ausbruch bei Tönnies in Sachsen-Anhalt

Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sind derzeit 172 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Zuvor habe es einen großangelegten Reihentest bei den Beschäftigten des Unternehmens gegeben, erklärte Ariane Körner vom Burgenlandkreis. Der Landkreis habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen. 

Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben. Der Landkreis hoffe, dass so das Infektionsgeschehen eingedämmt werden könne. Das Werk soll jedoch weiter geöffnet bleiben. Am Tönnies-Standort in Weißenfels arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2.200 Mitarbeiter.

Der Fleischkonzern hat in Weißenfels seinen zweitgrößten Standort im Bundesgebiet. Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten Menschen für das Unternehmen. Tönnies hatte sein Werk in Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen im Sommer wegen der Corona-Pandemie und einer Vielzahl von Infektionen bei den Arbeitern vorübergehend schließen müssen.

Kretschmer: Lage in den Krankenhäusern wegen Corona "extrem angespannt"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat vor überlasteten Krankenhäusern gewarnt: Die Situation sei Corona-bedingt "extrem angespannt, und das jetzt schon – ohne die saisonale Grippe", sagte Kretschmer im ZDF-"Morgenmagazin". Deutschland könne auf derzeitigem Infektionsniveau "nicht durch den Winter kommen, wenn wir die medizinische Versorgung garantieren wollen". Die Bevölkerung drohe, "eine ganze Reihe von Menschen" zu verlieren – auch jüngere.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen mitteilte, starben so viele Menschen an dem Coronavirus wie nie zuvor in Deutschland binnen 24 Stunden, insgesamt 487. "Wir haben dieses Virus unterschätzt, alle miteinander", sagte Kretschmer. Er forderte ein "Umdenken" und "konsequentes Handeln" von Politik und Bevölkerung und schloss schnelle Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie aus. "Auch in den Januartagen kann es noch so weiter gehen." Es gelte, sich Freiheiten wieder zu "erarbeiten", sagte Kretschmer weiter.

Hund aus München an Covid-19 erkrankt

Die ersten Corona-Fälle bei deutschen Haustieren sind gemeldet worden. Ein Hund aus München sowie eine Katze aus Frankfurt sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Pflegekräfte erhalten trotz Corona nur geringe Lohnerhöhung

Pflegekräfte in Krankenhäusern und Heimen haben trotz der Corona-Krise nur eine magere Lohnerhöhung bekommen. In Krankenhäusern ist der Bruttostundenlohn zwischen dem zweiten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2020 für Vollzeitbeschäftigte um 1,01 Euro gestiegen, in Pflege- und Altenheimen um 86 Cent. Das geht aus Zahlen hervor, die die Linksfraktion im Bundestag beim Statistischen Bundesamt erfragt hat und die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlagen.

Das seien zwar jeweils rund drei Prozent, aber keinesfalls angemessen, urteilte die Linksfraktion. "Der Applaus der Bundesregierung im Frühjahr war offensichtlich Heuchelei", sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch. "Diese miese Lohnentwicklung ist nicht nur ungerecht, sondern auch ein Pandemiebekämpfungsversagen. Der Beruf wird dadurch nicht attraktiver." Mit einer deutlich besseren Bezahlung seit März gäbe es mancherorts weniger Personalprobleme in Kliniken und Heimen, weil Aussteiger in den Beruf hätten zurückkommen können, betonte Bartsch. "Für einen Euro mehr kommt allerdings niemand zurück."

Macron kündigt Massen-Impfung für Frühjahr an

In Frankreich rechnet Präsident Emmanuel Macron mit einer breiten Impfkampagne gegen das Coronavirus zwischen April und Juni kommenden Jahres. Für die am meisten gefährdeten Gruppen werde es Impfungen bereits rund um den Jahreswechsel geben, sagte Macron nach einem Treffen mit dem belgischen Premierminister Alexander de Croo in Paris. Zugleich bekräftigte er, dass niemand gegen seinen Willen geimpft werde. Man wolle versuchen, so viele Menschen wie möglich durch eine "Strategie der Überzeugung und Transparenz" zu motivieren.

Das 67-Millionen-Einwohner-Land ist schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Bislang starben schon mehr als 52.000 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Seit Ende Oktober gelten Ausgangsbeschränkungen. Seit einiger Zeit verbessert sich die Situation allerdings. Am Montagabend meldeten die Behörden rund 4.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – der niedrigste Wert seit dem Sommer. In der Spitze zählte Frankreich im November mehr als 60.000 Neuinfektionen.

Seit dem Wochenende hat der Einzelhandel im Land wieder geöffnet – für Mitte Dezember ist das Ende der Ausgangsbeschränkungen geplant. Über die Feiertage sollen sich die Menschen im Land ohne Einschränkungen bewegen können. Restaurants oder Bars dürfen voraussichtlich aber erst Mitte Januar wieder öffnen.

Corona-Ausbruch in Frauenkloster – 76 Schwestern infiziert

In einem Frauenkloster in Thuine (Niedersachsen) sind 76 Ordensschwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei 85 Ordensschwestern seien die Tests negativ ausgefallen, sagte die Generaloberin des Thuiner Franziskanerinnen-Ordens, Schwester Maria Cordis Reiker, am Dienstag. Der Verlauf sei bislang mild: "Es ist noch niemand im Krankenhaus, dafür sind wir dankbar."

Vom Thuiner Franziskanerinnen-Orden werden auch Schulen, ein Jungen-Internat und eine berufsbildende Schule betrieben. "Wir haben noch keinen Überblick, wie es mit den Schulen weitergeht, das ist alles noch im Fluss", sagte die Schwester. Ende vergangener Woche hatte das Gesundheitsamt für das gesamte Klostergelände Quarantäne angeordnet, nachdem mehrere Schwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Immer mehr überforderte Gesundheitsämter

Die Zahl der in der Corona-Pandemie überforderten Gesundheitsämter steigt weiter, obwohl der exponentielle Anstieg der Neuinfektionen gestoppt ist. Allerdings verharrt die Kurve nun auf sehr hohem Niveau. 60 der bundesweit 400 Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montag Engpässe gemeldet, wie RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte.

43 Ämter gaben dabei an, dass "die Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht mehr vollständig erfolgt". Dazu gehört unter anderem die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Weitere 17 Gesundheitsämter meldeten, in absehbarer Zeit – mehr als zwei Tage in der Zukunft – überlastet zu sein.

In Österreich starten Corona-Massentests in kleiner Gemeinde

Österreich setzt bei der Eindämmung der Corona-Pandemie auf freiwillige Massentests der Bevölkerung. Den Auftakt macht die Gemeinde Annaberg-Lungötz im Salzburger Land. Die 2.200 Bürger sind aufgerufen, sich am Dienstag und Mittwoch testen zu lassen. Das Aufspüren von auch symptomfreien Corona-Infizierten gilt als wichtiger Baustein zur Unterbrechung von Infektionsketten.

In den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Wien beginnen die mehrtägigen Massentests am Freitag. In Wien ist die Kapazität auf bis zu 150.000 Menschen pro Tag ausgelegt. Der Nachweis einer Corona-Infektion erfolgt via Antigen-Test, der bei positivem Ergebnis mit einem PCR-Test überprüft werden soll.

Berliner Fetisch-Club Kitkat öffnet für Corona-Schnelltests

Unerwartet gute Nachrichten für einen Berliner Fetisch-Club: Das Kitkat darf wieder öffnen. Jedoch unter besonderen Bedingungen – und zwar als Corona-Teststation. Lesen Sie hier mehr.

Massentests in Corona-Hotspot beginnen

Hildburghausen ist Deutschlands zweitgrößter Corona-Hotspot. Um die drastischen Einschränkungen so schnell wie möglich wieder aufheben zu können, werden nun Massentests im Kita- und Schulbetrieb durchgeführt. Hier lesen Sie mehr.

Experte: Nordkoreas Staatschef Kim bereits geimpft

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un und seine Familie sind einem Medienbericht zufolge bereits gegen Corona geimpft. "Kim Jong Un und mehrere andere hochrangige Beamte in der Familie und der Führungsriege um Kim wurden in den letzten zwei bis drei Wochen dank eines von der chinesischen Regierung bereitgestellten Impfstoffkandidaten gegen Coronavirus geimpft", schreibt Harry Kazianis, Nordkorea-Experte des Zentrums für nationale Interessen in Washington in einem Artikel auf der Webseite 19FortyFive.

Kim Jong Un bei einer Veranstaltung im Oktober: Der Machthaber und seine Familie sollen bereits geimpft worden sein. (Quelle: Reuters/KCNA)Kim Jong Un bei einer Veranstaltung im Oktober: Der Machthaber und seine Familie sollen bereits geimpft worden sein. (Quelle: KCNA/Reuters)

Er beruft sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute japanische Geheimdienstmitarbeiter. Es sei unklar, welches experimentelle Vakzin der Staatschef und sein engeres Umfeld erhalten habe und ob dieses sich zuvor als sicher erwiesen habe.


Trumps umstrittener Corona-Berater reicht Rücktritt ein

Er zweifelte am Nutzen von Masken in der Corona-Krise und legte sich öffentlich mit anderen bekannten Wissenschaftlern an. Nun hört Scott Atlas auf – offenbar aus strategischen Gründen. Mehr dazu lesen Sie hier.

"Durchimpfen" wird bis Herbst 2021 dauern

Seit Tagen häufen sich die Warnungen, dass die Corona-Krise auch 2021 andauern wird. Ein Grund dafür ist, dass man sich Sorgen vor zu großen Hoffnungen über die Auswirkungen eines Corona-Impfstoffs macht. "Die Disziplin der Bevölkerung könnte sinken, sich an Corona-Auflagen zu halten, wenn der Eindruck einer schnellen Entspannung entsteht", sagte ein Regierungsvertreter.  So wichtig die Impfstoffe seien: Die begeisterten Berichte über Fortschritte bei der Entwicklung suggerierten eine trügerische Hoffnung. Bis zum Frühling, wenn wärmere Temperaturen die Ausbreitung des Virus verlangsamen könnten, müsse man durchhalten.

Denn nach den ersten Planungen und Berechnungen von Bundesländern und Regierung wird es selbst bei der Zulassung von Impfstoffen noch im Dezember 2020 bis mindestens in den Herbst 2021 hinein dauern, bis eine sogenannte Herdenimmunität der Bevölkerung erreicht wäre. Für den dann eintretenden Schutz müssten 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus immun sein, hatte Merkel gesagt – entweder durch Impfungen oder weil sie sich bereits einmal infiziert haben. 

Spahn zu eigener Impfabsicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Montag in Berlin bei einer Pressekonferenz: "In dem Moment, wo ein Covid-19-Impfstoff zugelassen ist, bin ich natürlich sofort und grundsätzlich bereit, mich impfen zu lassen – aber tatsächlich dann, wenn ich dran bin."

Apothekerverbände: Lieferengpässe bei Arzneimitteln auf Höchststand

Immer mehr Patienten in Europa sind von Lieferengpässen bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln betroffen. Im ersten Halbjahr hat sich allein in Deutschland die Zahl der nicht verfügbaren Arzneimittel, die Krankenkassen per Rabattvertrag für Versicherte vorgesehen hatten, auf 12,1 Millionen Packungen erhöht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Keine neuen Corona-Beschlüsse am Mittwoch

Bei der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch wird es nach Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert keine neuen Corona-Beschlüsse geben. Bei der Konferenz sei die Pandemie auch nur eins von mehreren Themen, sagt Seibert. Man werde aber darüber beraten, wann man gemeinsam die bisherigen Beschlüsse analysiere. Seibert macht deutlich, dass auch zu Weihnachten von Reisen möglichst abgesehen werden sollte. Dabei könne man kaum zwischen touristischen und familiären Reisen unterscheiden, warnt er mit Blick auf Ankündigungen einiger Länder, dass Hotels über die Feiertage öffnen könnten.

Passau schiebt sich auf Platz eins der deutschen Corona-Hotspots

Die niederbayerische Stadt Passau liegt nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammen mit dem Thüringer Landkreis Hildburghausen als Corona-Hotspot bundesweit an der Spitze. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – lag am Montag demnach bei 579,5 (Stand: 30.11.2020, 12.00 Uhr).

In Passau dürfen die Menschen ihre Wohnung seit Samstag nur noch aus triftigem Grund verlassen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 – mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen.

Nur ganz knapp hinter Passau rangiert den Daten zufolge der bisherige Spitzenreiter, der Thüringer Landkreis Hildburghausen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 579,1. Eine RKI-Sprecherin bestätigte die Zahlen.  

US-Behörden melden mehr als 324.000 Neuinfektionen

Die US-Seuchenzentren CDC geben 324.358 bekannte Neuinfektionen bekannt – das entspricht etwa der Bevölkerung von Bonn. Zudem gebe es 3.668 weitere Todesfälle. Damit sind in den USA insgesamt 12,8 Millionen Infektionen und 262.673 Tote verzeichnet. 

Der renommierte Immunologen Anthony Fauci rechnet bis Jahresende mit einer weiteren Zuspitzung der Corona-Pandemie im Land. Es sei nicht zu spät, gegenzusteuern, aber wegen der Feiertage und mehr Reisen sei mit einer weiteren Zunahme der Neuinfektionen zu rechnen, sagte Fauci am Sonntag dem Fernsehsender NBC. "Was wir mit Blick auf die nächsten Wochen im Dezember erwarten, ist leider, dass wir eine neue Welle haben könnten – zusätzlich zu der Welle, in der wir uns schon befinden", sagte Fauci.

NRW Ministerpräsident Laschet fordert neues Konzept ab Januar

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Konzepte in der Corona-Pandemie ab Januar gefordert: "Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", so Laschet zur "Rheinischen Post" (Montag). Ab Januar müssten "kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen", so der Landeschef: "Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch." Lesen Sie hier mehr. 

Bundesarbeitsminister Heil: Keine höheren Sozialbeiträge wegen Corona

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) garantiert den Deutschen, dass die Sozialbeiträge infolge der Virus-Krise nicht steigen werden. "Mit der Sozialgarantie haben wir gesagt, in der Krise werden keine Beiträge erhöht und es werden auch keine Sozialleistung gekürzt. Darauf kann sich jeder verlassen", sagt Heil am Sonntagabend bei "Bild Online". Darauf habe sich die Bundesregierung verständigt. Langfristig werde man aber über die Aufteilung von Kosten in der Gesellschaft reden müssen. "Aber jetzt ist nicht die Zeit darüber zu spekulieren."

Bund plant Nationale Gesundheitsreserve an 19 Standorten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen." Mit den Plänen soll sich am Montag das Corona-Kabinett befassen. Demnach soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit schon beschafften Masken gefüllt werden, dann mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern."

Virologe Kekulé für privates Corona-Meldesystem

Der Virologe Alexander Kekulé hat ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Personen vorgeschlagen. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen. "Dadurch könnte man ein paralleles Meldesystem einziehen, das auf privater Ebene viel, viel schneller ist und das eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte", sagte Kekulé.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Kekulé, es gebe "die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind. Und diese haben, wenn sie sich infizieren, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent." Aber dieses Risiko sei zu steuern. Die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich gesunken seien. "Die Politik wettet hier auf fallende Zahlen. Wenn es sehr viel anders kommt, haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin ein Kommunikationsproblem."

Mit einer Impfung der gesunden Allgemeinbevölkerung rechnet Kekulé nach eigener Aussage im Zeitraum April bis Juni. "Im Sommer könnte die Seuche dann verschwinden und im Herbst hoffentlich nicht wiederkommen. Das ist mein optimistisches Szenario."

WHO erwartet Tausende zusätzliche Malaria-Tote wegen Corona-Pandemie

Wegen der Corona-Pandemie könnte es der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge in diesem Jahr Zehntausende zusätzliche Todesfälle durch Malaria geben. Je nachdem wie stark die Malaria-Gesundheitsdienste wegen der Pandemie unterbrochen worden seien, könne es zwischen 20.000 und 100.000 mehr Malaria-Tote geben als erwartet, die meisten davon Kinder, sagte Pedro Alonso, der Leiter des Malaria-Programms bei der WHO. Einem am Montag veröffentlichten WHO-Bericht zufolge starben 2019 rund 409.000 Menschen weltweit an Malaria, die meisten davon in Afrika.

Die Zahl der Malaria-Fälle ist dem Bericht zufolge von 238 Millionen im Jahr 2000 auf 229 Millionen 2019 zwar leicht gesunken. Allerdings sei die Zahl der Fälle in den vergangenen vier Jahren fast unverändert geblieben. "Wir brauchen ein erneutes Engagement im Kampf (...) gegen Malaria", sagte die WHO-Leiterin für Afrika, Matshidiso Moeti. Der Erreger der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit wird durch den Stich einer Mücke übertragen.

Die Experten kritisierten, dass Malaria nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit und Finanzmittel bekomme wie das Coronavirus. "Es sollte für Empörung sorgen, dass eine behandelbare und vermeidbare Krankheit jedes Jahr zu fast 400.000 Toten führt", sagte Moeti.

Russland: Ganze Familie stirbt innerhalb einer Woche an Corona

Eine ganze Familie ist im russischen St. Petersburg dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Ein 64-jähriger Mann, dessen 61-jährige Frau und die 36-jährige schwangere Tochter des Paares starben innerhalb von einer Woche. Während die Schwangere mit einem Beatmungsgerät versorgt wurde, konnten Ärzte ihr Kind retten. Die 36-Jährige befand sich in der 32. Schwangerschaftswoche. Um das Neugeborene soll sich nun die Vormundschaftsbehörde von St. Petersburg kümmern.

Das russische Portal "fontanka.ru" berichtet, dass sich zunächst der 64-jährige Familienvater, danach seine Frau und schließlich auch die Tochter mit dem Coronavirus infizierten und ins Krankenhaus gebracht wurden. Der Vater starb am 5. November, drei Tage später erlag die Tochter der Virusinfektion. Am 12. November starb dann die auch die 61-jährige Familienmutter.

Angesteckt habe sollen sich die drei im Krankenhaus. Der 64-Jährige Familienvater musste sich einer Herzoperation unterziehen und wurde von seiner Frau und seiner Tochter im Krankenhaus besucht.

Russland wurde schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Bisher gibt es über 2,2 Millionen nachgewiesen Infektionen und 39.527 Tote. Hinter den USA, Indien und Brasilien weist Russland weltweit die vierthöchste Infektionszahl auf.

Ärztepräsident: Mehr Corona-Schnelltests einsetzen

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Schnelltests häufiger einzusetzen. Priorität müssten dabei Einrichtungen des Gesundheitswesens haben, etwa Seniorenheime oder Krankenhäuser. "Später ist vorstellbar, vor größeren Veranstaltungen, wenn diese wieder zugelassen werden, Schnelltests durchzuführen", sagte Reinhardt dem "Mannheimer Morgen".

Die Gefahr eines explosionsartigen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen über die Weihnachtsfeiertage sieht Reinhardt nicht. "Dass Weihnachten zu einem bundesweiten Superspreading-Event wird, halte ich für unwahrscheinlich." Wenn die Menschen sich an die Infektionsschutzbestimmungen hielten, seien die zeitlich begrenzten Lockerungen vertretbar und aus psychosozialen Gründen sogar geboten.

Söder will Kontrolle für aus Österreich kommende Skifahrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigt an, dass Bayern stichprobenartig aus Österreich zurückkehrende Skifahrer überprüfen wird. Hintergrund ist der Plan, dass Personen, die im Ausland Ski fahren, künftig nach der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne müssen. Es dürfe kein zweites Ischgl geben, sagt der CSU-Politiker in der ARD in Anspielung auf den österreichischen Skiort, der Anfang des Jahres als Corona-Hotspot galt.

Bericht: Koalition einigt sich auf Homeoffice-Pauschale

Finanzpolitiker der großen Koalition haben sich laut "FAZ" auf eine neue "Homeoffice"-Steuerpauschale verständigt. Sie solle 5 Euro pro Tag und höchstens 600 Euro pro Jahr betragen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Informationen. Das Bundesfinanzministerium beziffere die damit verbundene Entlastung der Bürger auf eine Milliarde Euro. Die Pauschale sei die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer, sagt der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm dem Blatt.

New Yorks Schulen öffnen wieder

Trotz steigender Corona-Zahlen sollen die öffentlichen Grundschulen in der US-Ostküstenmetropole New York bald wieder öffnen dürfen. Bürgermeister Bill de Blasio teilte am Sonntag mit, dass der Plan ab dem 7. Dezember umgesetzt werde. Damit lässt die Metropole nach Kritik von ihrer selbst gesetzten Schwelle von drei Prozent positiver Corona-Tests ab, ab der die Schulen eigentlich geschlossen bleiben müssten. Lehranstalten für ältere Kinder bleiben zunächst aber zu.

De Blasio hatte erst Mitte des Monats wegen Überschreiten des Grenzwertes bekannt gegeben, die Schulen bis auf weiteres dicht zu machen, gab nun aber offenbar dem Druck von Kritikern nach. Diese hatten sich unter anderem daran gestört, dass Schulen schließen mussten, Restaurants für den Verzehr im Innenbereich aber nicht.

Söder warnt vor "Narkotisierung" der Wirtschaft

SU-Chef Markus Söder lehnt Steuererhöhungen zur Finanzierung der in der Corona-Krise aufgenommene Schulden ab. "Höhere Steuern dürfen mit der Union nicht gemacht werden", sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag auf einer Veranstaltung der Jungen Union. "Wir dürfen die Wirtschaft nicht narkotisieren, wir müssen sie stimulieren", fügte er hinzu. Deshalb sei eine Absenkung der Unternehmenssteuer auf 25 Prozent sowie die massive Senkung der Energiesteuern nötig. "Sonst springt der Motor nicht an", sagte Söder. Ein Wirtschaftsaufschwung sei aber die einzige Möglichkeit, die Schulden wieder zurückzahlen zu können.

Bayern strebe bereits 2022 wieder einen ausgeglichenen Haushalt an. Der Bund solle sich dasselbe Ziel setzen. Die Bundesregierung will 2022 erneut die Schuldenbremse einhalten, die aber eine leichte Neuverschuldung erlaubt. Die Union werde im Wahljahr gegen die kämpfen, die das Land mit Forderungen nach Steuererhöhungen "quälen" wollten, sagte Söder und nannte Grüne und SPD.

Wien beginnt Corona-Massentests am 4. Dezember

Die freiwilligen Corona-Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ), am Sonntag. Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150.000 Tests durchführen können. Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen.

Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

Singapur: Frau bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Antikörpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die "Straits Times" und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt.

Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

Berlin: Neue Kontaktbeschränkungen treten in Kraft

In Berlin sind am Sonntag neue Kontaktbeschränkungen für private Treffen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf maximal fünf Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts beschränkt. Bisher galt eine Obergrenze von zehn Personen. Kinder bis 12 Jahren sind davon ausgenommen. Berlin weicht damit etwas von den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen ab. Bund und Länder hatten eine Altersgrenze für Kinder von 14 Jahren vorgeschlagen und eine Verschärfung der Regeln ab 1. Dezember, also ab Dienstag.

Über Weihnachten und Silvester erlaubt der Senat im Gegensatz zu anderen Bundesländern keine Lockerung der Kontaktbeschränkungen, weil die Corona-Zahlen in Berlin mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche höher sind als anderswo. Über die Feiertage dürfen sich maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen, Kinder im Alter bis 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Bund und Länder hatten hingegen für Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" vom 23. Dezember bis 1. Januar eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren vereinbart.

WHO startet Corona-Expertengruppe – Drosten nicht dabei

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will herausfinden, wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat. Dafür hat die Organisation eine Expertengruppe zusammengestellt. Dem  zehnköpfigen Team gehören Experten aus Japan, Katar, Deutschland, Vietnam, Russland, Australien, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten an. Sie werden zusammen mit chinesischen Wissenschaftlern versuchen herauszufinden, wie das Virus, das Covid-19 verursacht, entstanden ist und sich auf den Menschen übertragen hat.

Christian Drosten: Der Virologe hätte offenbar gern zur WHO-Expertengruppe gehört. (Quelle: imago images/Reiner Zensen)Christian Drosten: Der Virologe hätte offenbar gern zur WHO-Expertengruppe gehört. (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

Der Berliner Virologe Christian Drosten ist nicht dabei. Er teilte auf Twitter einen Bericht über die Expertengruppe und schrieb dazu: "Viele Wissenschaftler hätten bei dieser Untersuchung gerne mitgewirkt. Ich frage mich, wie die auf der Liste ausgewählt wurden." 

Die WHO teilte auf ihrer Website mit, dass es einen Aufruf gegeben habe, über den sich 38 Wissenschaftler beworben hätten. Zehn seien ausgewählt worden. Davon wusste Drosten offenbar nichts. Unter einen Post von Marion Koopmanns, die in die Expertengruppe berufen wurde, schrieb er: "Wie schade, diesen Aufruf habe ich verpasst."

Weihnachten: Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dürfen für Familienbesucher öffnen

Hotels und Pensionen in Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom 23. Dezember bis 1. Januar für Gäste öffnen, die ihre Familie besuchen. Drei Übernachtungen seien erlaubt, teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden mit.

Zahl der Virus-Todesopfer in Türkei auf Rekordhoch

Die Zahl der neuen Virus-Toten in der Türkei steigt den sechsten Tag in Folge auf ein Rekordhoch. In den vergangenen 24 Stunden seien 182 Personen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl steige damit auf 13.373. Die Zahl der Neuinfektionen kletterte den Angaben zufolge ebenfalls auf ein Rekordhoch von 30.103.

Corona-Demos in Frankfurt (Oder) und Erfurt

Etwa 1.500 Menschen haben in der Grenzstadt zu Polen gegen die bestehenden Corona-Einschränkungen demonstriert. Mehr dazu lesen Sie hier.

In Erfurt haben am Samstag nach Polizeiangaben rund 350 Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Die Kundgebung auf dem Domplatz verlief ohne besondere Vorkommnisse, wie es hieß. Es habe zunächst keine Verstöße etwa gegen das Abstandsgebot gegeben. Viele Protestteilnehmer trugen laut Augenzeugen keine Masken. Zu der Demo hatten die Gruppen "Querdenken361" und "Erfurt zeigt Gesicht" aufgerufen.

Großbritannien will nächste Woche Impfstoff zulassen

Großbritannien wird einem Zeitungsbericht zufolge den von BioNTech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff in der kommenden Woche zulassen. Mit der Auslieferung solle nur Stunden später begonnen werden, berichtet die "Financial Times".

Corona-Aufnahmestopp in drei Berliner Kliniken

In Berlin gibt es offenbar in drei Kliniken keine freien Intensivbetten mehr. 23,5 Prozent der Intensivbetten in Berliner Krankenhäusern sind mit Covid-19-Patienten belegt.  Mehr dazu lesen Sie hier. 

80 Menschen in Asylbewerber-Einrichtung mit Corona infiziert

In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (AfA) in Hermeskeil sind mittlerweile 80 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Bereits in der zurückliegenden Woche war die Einrichtung wegen des Corona-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. So galten am Montag 59 Menschen als infiziert. Nach erneuten Testungen habe sich nun gezeigt, dass die Zahl der Infizierten weiter gestiegen sei.

Betroffene und ihre Kontaktpersonen wurden demnach in den Quarantänebereich der Einrichtung verlegt. Insgesamt lebten aktuell 680 Frauen und Männer in der Einrichtung im Kreis Trier-Saarburg. Sie dürfen die Unterkunft vorerst nicht verlassen. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk berichtet. Die Unterkunft, die zu den vier Aufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber des Landes zählt, war nach einem Corona-Ausbruch im August schon einmal unter Quarantäne gestellt worden. Damals wurden 65 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt.

Corona: Forscher rät zu kreativem Umgang mit Weihnachten

Der Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung, Klaus Lieb, empfiehlt, in Zeiten der Pandemie einen kreativen Umgang mit dem Weihnachtsfest. "Weihnachten ist ein wichtiges Familienevent, aber wenn dabei die Gefahr droht, sich und andere zu gefährden, sollte man es noch einmal in Frage stellen und das Treffen verlegen, wie Hochzeiten derzeit auch", sagte Lieb. Die meisten Menschen antworteten auf die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, "Gesundheit" - und nicht "das Weihnachtsfest".

Ein Treffen im ganz kleinen Kreise könne in diesem Corona-Winter ausreichen und es könne zugleich nach kreativen Geschenkideen und Möglichkeiten der Begegnung gesucht werden. Per Video zusammenkommen, dasselbe kochen und dann gleichzeitig essen und trinken etwa könne auch in der Adventszeit Spaß machen.

Im Zentrum der Resilienzforschung steht die Frage, warum Stress manche Menschen krank macht, andere unter gleichen Bedingungen aber gesund bleiben. Das renommierte Forschungsinstitut will das Verständnis von Resilienz mit Langzeitstudien vertiefen und hat zahlreiche internationale Studien zum Lockdown ausgewertet. 

Johnson ernennt Impfstoffminister

Der britische Premierminister Boris Johnson ernennt einen Impfstoffminister. Nadhim Zahawi sei mit der Organisation der Impfstoffausgabe beauftragt worden, teilt Johnsons Büro mit. Zahawi berichte an Gesundheitsminister Matt Hancock. Das Amt sei befristet, werde es aber bis mindestens nächsten Sommer geben. Bislang ist Zahawi Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Spahn rechnet mit Impfstoffzulassung Mitte Dezember

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht nach jetzigem Stand davon aus, dass der erste Corona-Impfstoff Mitte Dezember zugelassen wird. "Das macht mich schon auch stolz, dass mit BioNTech eine deutsche Entwicklung ganz vorne ist und vor allem nicht nur vorne, sondern auch sicher und wirksam", sagte Spahn dem Bayerischen Rundfunk im Interview der Woche auf "B5 aktuell".

Entscheidend sei, dass das auch in Studien mit zigtausenden Probanden bewiesen worden sei. Dennoch hat Deutschland sich nach Angaben von Spahn Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern gesichert, insgesamt gut 300 Millionen. Man wolle auf Nummer sicher gehen und nicht nur auf einen Impfstoffkandidaten setzen.

Das Angebot an die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen, als erste geimpft zu werden, wird nach Angaben von Spahn unterschiedlich aufgenommen. Die einen reagierten eher zögerlich und sagten, sie wollten nicht unbedingt die ersten sein. Für die anderen sei dagegen klar, dass sie an der Front seien und zuerst geimpft werden wollten. Das sei ein Angebot, so Spahn, und jeder könne für sich entscheiden, ob er es annimmt. Als Ziel habe er jedoch die Erwartung und die Bitte, "dass die allermeisten, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich auch impfen lassen." Es gehe nicht nur darum, sich zu schützen, sondern auch die, die man pflegt.

Deutsche Krankenhäuser bereiten sich auf Impfungen vor

Das Personal in deutschen Krankenhäusern könnte schon in zwei Wochen gegen das Coronavirus geimpft werden. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine Aussage des Gesundheitsministeriums in Schleswig-Holstein. "Aufgrund der Dringlichkeit sind die Krankenhäuser angehalten, die Impfungen bereits jetzt vorzubereiten – auch wenn noch nicht alle Informationen und Unterlagen vorliegen", heißt es dort. Demnach sollen die Krankenhäuser ab 15. Dezember impffähig sein. Vergleichbare Informationen aus anderen Bundesländern würden dem "Spiegel" ebenfalls vorliegen. Bislang ist noch kein Impfstoff endgültig zugelassen. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass noch in diesem Jahr mit den Impfungen begonnen werden soll. 

 
Frankreich entschärft seine strikten Corona-Einschränkungen

Frankreich hat von Samstag an weniger strikte Corona-Beschränkungen. Auch nicht lebensnotwendige Läden dürfen ihre Türen dann wieder öffnen – allerdings nur unter Auflagen. So müssen pro Kunde acht Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen. Für Sport und Spazieren im Freien wird künftig mehr Zeit eingeräumt. Statt bisher einer Stunde pro Tag sind nunmehr drei erlaubt, der Radius erweitert sich von 1 auf 20 Kilometer um den Wohnort herum. Auch außerschulische Aktivitäten dürfen draußen wieder stattfinden. Messen können mit maximal 30 Gläubigen wieder abgehalten werden. Auch Bibliotheken und Archive dürfen wieder öffnen.

Die Entschärfung der Regeln folgt auf knapp einen Monat strikter Beschränkungen, von denen zahlreiche weiterhin gelten. Das Verlassen des Hauses ist in Frankreich auch künftig nur aus triftigem Grund erlaubt – etwa, um zur Arbeit oder einkaufen zu gehen. Dabei ist eine Bescheinigung mitzuführen.

Sinken die Corona-Zahlen weiter, rückt ein Ende der Ausgangsbeschränkungen aber näher. Präsident Macron hat in Aussicht gestellt, sie ab Mitte Dezember durch nächtliche Ausgangssperren zu ersetzen. Auch Kinos, Theater und Museen könnten dann unter Auflagen wieder öffnen. Den Gesundheitsbehörden zufolge hat Frankreich den Höhepunkt an Neuinfektionen in der zweiten Corona-Welle bereits überstanden. Am Freitag wurden etwa 12.450 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Anfang November waren es teils deutlich mehr als 60.000 Fälle. In dem Land mit 67 Millionen Einwohnern starben seit Ausbruch der Pandemie mehr als 51.900 Infizierte.

rbb: Zwei Corona-Fälle im Gesundheitsamt Berlin-Mitte

Im Gesundheitsamt Mitte gibt es nach einem Bericht der rbb-"Abendschau" zwei Coronafälle – und eine Reihe von Mitarbeitern sind in Quarantäne. Zwei Bundeswehrsoldaten, die das Testteam sowie die Corona-Hotline unterstützen, sollen demzufolge positiv getestet worden sein. Mittes Gesundheitsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) habe schriftlich bestätigt, dass es zwei positive Fälle gebe und die Kontaktnachverfolgung noch nicht abgeschlossen sei. "Das Ausmaß der Einschränkungen ist noch nicht abschließend zu beschreiben", sagte Gothe demnach dem Sender am Freitag.

Nach "Abendschau"-Informationen sind drei von vier Ärzten sowie etwa zehn weitere Angehörige des Pandemie-Teams im Gesundheitsamt in häuslicher Quarantäne. Dies habe zur Folge, dass die Kontaktnachverfolgung, die Corona-Hotline sowie das Krisenmanagement unter anderem für Pflegeheime in Mitte stark beeinträchtigt seien.

Berliner Kultureinrichtungen bleiben bis mindestens Mitte Januar zu

Die Kultureinrichtungen in Berlin bleiben coronabedingt bis mindestens Mitte Januar geschlossen. Das kündigte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Freitag in Berlin an. Kultureinrichtungen sollten unter den ersten sein, die öffnen dürfen, wenn dies möglich sei, "so es die Infektionslage zulässt", sagte Lederer in einer Videobotschaft auf seinem Twitter-Account. "An diesem Punkt sind wir im Dezember definitiv noch nicht."

Er habe am Freitag mit vielen Kultureinrichtungen gesprochen. "Wir teilen alle gemeinsam die Einschätzung, dass wir voraussichtlich bis mindestens Mitte Januar nicht in dieser Situation sein werden", sagte Lederer. "Ich glaube sogar, es wird noch etwas länger gehen", fügte er hinzu.

Bericht: BKA warnt vor Attacken auf Impfzentren

Impfstoffhersteller und Impfzentren könnten mögliche Ziele von Angriffen radikaler Corona-Leugner werden. Davor warnt das Bundeskriminalamt (BKA) in einem internen Lagebild, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Brandenburg plant kürzere Lockerungen

Brandenburg will einen eigenen Weg bei der Umsetzung der Corona-Regeln über Weihnachten gehen. Die gelockerte Kontaktbeschränkung, mit der sich bis zu zehn Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen können, soll auf die Zeit vom 23. bis 27. Dezember begrenzt werden, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag in Potsdam an. Bund und Länder hatten beschlossen, dass sich vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar bis zu zehn Menschen im engsten Familien- oder Freundeskreis treffen können. Ab 1. Dezember bis vorerst 21. Dezember werden private Treffen auf bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten statt bis zu zehn Menschen beschränkt. Kinder unter 14 Jahren zählen jeweils nicht dazu.

Passau verhängt Ausgangssperre

Die Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen eine strenge Ausgangssperre. Sie solle am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 – mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Wie lange der Lockdown dauern soll, blieb zunächst offen.

Russland beginnt mit Impfungen von Soldaten

Russland hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu damit begonnen, alle Vertreter des Militärs gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen. Bisher hätten mehr als 2.500 Soldaten eine Impfung erhalten, bis zum Jahresende solle ihre Zahl auf 80.000 steigen, erklärte Schoigu am Freitag. Am Ende sollen demnach mehr als 400.000 Militärangehörige gegen das Virus geimpft sein.

Auf Veranlassung von Präsident Wladimir Putin hatte Russland bereits im August den vom Forschungszentrum Gamaleja entwickelten Impfstoff "Sputnik V" zugelassen, ohne die letzte Testphase mit zehntausenden Probanden abzuwarten. Hersteller und Gesundheitsministerium teilten am Dienstag mit, dass "Sputnik V" zu 95 Prozent wirksam sei, ohne allerdings weitere Details zu nennen.

Russland liegt bei der Zahl der Neuansteckungen hinter den USA, Indien und Brasilien. Die Behörden meldeten am Freitag mit über 27.500 Infektionsfällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand für das Land. Damit haben sich den offiziellen Angaben zufolge mehr als 2,2 Millionen Menschen seit Beginn der Pandemie angesteckt. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach um 496 auf insgesamt 38.558.

Söder: Viele haben Ernst der Corona-Lage immer noch nicht verstanden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eindringlich vor einer Verharmlosung des Coronavirus gewarnt. "Viele haben den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden", sagte Söder am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Das Virus bleibe aber "potenziell tödlich und hochgefährlich". Und jeder Todesfall sei nicht nur eine statistische Größe, sondern bedeute ein Schicksal für eine Familie. "Jeder einzelne hätten sich auch auf Weihnachten gefreut." Doch die Zahl der Todesfälle nehme dramatisch zu, warnte der Ministerpräsident. Am Ende des Jahres werde es sechs Mal so viele Tote durch Corona geben wie im Straßenverkehr.

Bei den Infektionszahlen bleibe es noch immer bei einer "Seitwärtsbewegung": "Es geht einfach nicht runter", mahnte Söder. Entwarnung könne er nicht geben. Die umfangreichen Einschränkungen seien zwar schwerwiegend, aber unerlässlich, betonte der Ministerpräsident. "Ein Aufgeben der Maßnahmen führt sehr schnell wieder zu unkontrollierbarem Wachstum."

Vier Prozent mehr Sterbefälle im Oktober – fast alle über 80 Jahre

Den vorläufigen Ergebnissen zufolge starben im Oktober 2020 in Deutschland mindestens 78.346 Menschen – 2.777 Menschen mehr als 2016 bis 2019 durchschnittlich im Oktober. "In der ersten Oktoberhälfte lag die Zahl der Sterbefälle im Bereich des Durchschnitts der vier Vorjahre", berichteten die Statistiker. In der letzten Oktoberwoche wurden fünf Prozent mehr Todesfälle gemeldet. In der Woche davor lagen die Sterbefallzahlen sechs Prozent über dem Durchschnitt. Für die letzte Oktoberwoche hatte das Robert Koch-Institut (RKI) 687 Covid-19-Todesfälle gemeldet. In der Woche davor gab es laut RKI 363 Todesfälle, die mit der Krankheit in Verbindung gebracht wurden.

"Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen", erklärte das Bundesamt. Die Sterbefallzahlen bei unter 80-Jährigen sind sogar zurückgegangen. Bei über 80-Jährigen starben neun Prozent mehr, bei unter 80-Jährigen vier Prozent weniger.

Die Zahl der Menschen über 80 Jahre ist in Deutschland von 2015 bis 2019 um fast eine Million gewachsen. "Neben der steigenden Zahl der Covid-19-Todesfälle können auch solche Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen", erklärten die Statistiker.

Passau in Bayern ist nächster Corona-Hotspot

Die bayerische Stadt Passau hat einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Sie ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen derzeit Deutschlands Corona-Hotspot Nummer zwei. Aus diesem Grund plant die Kommune verschärfte Maßnahmen, wie es auf der Homepage der Stadt heißt. Wie die aussehen, sollte im Laufe des Freitags bekanntgegeben werden.

Der Landkreis Hildburghausen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen und die Stadt Passau waren laut Robert Koch-Institut am Freitag die bundesweit einzigen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 400.

Dringend Impfpersonal für Corona-Impfzentren gesucht

Um dem erwarteten Ansturm auf die Impfzentren nachkommen zu können, wird vielerorts noch nach geschultem Personal gesucht. Ab Dezember sollen die Zentren in den Bundesländern bereit sein, um, sobald der Impfstoff da ist, mit der Immunisierung beginnen zu können. Einige Länder stellen mehrere Zentren bereit. In Berlin sind es beispielsweise sechs – und dafür braucht das Bundesland helfende Hände.

Mehrere Regionen in Europa von Corona-Risikoliste gestrichen

Die Bundesregierung stuft ab Sonntag einzelne weitere Regionen in Europa als Corona-Risikogebiete ein, hebt diesen Status gleichzeitig aber erstmals für noch mehr Regionen wieder auf. Die Peloponnes in Griechenland und drei Regionen in Irland werden von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag im Internet bekanntgab. Neu hinzu kommen Westgriechenland, eine Region in Estland und die zu Portugal gehörende Inselgruppe Azoren.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Auch der größte Teil Deutschlands ist nach diesen Kriterien Risikogebiet. Weltweit gilt inzwischen wieder für fast 150 von knapp 200 Ländern eine Corona-Reisewarnung, für 11 weitere gilt sie nur teilweise.

Britischer Gesundheitsexperte: Keine Küsse zu Weihnachten

Keine Küsse, keine Umarmungen: Zu Weihnachten sollten die Menschen nach Ansicht des medizinischen Beraters der britischen Regierung, Chris Whitty, auf Liebkosungen lieber verzichten. "Es ist nicht verboten" – aber das heiße nicht, dass man es tun sollte, betonte Whitty am Donnerstagabend in London. Vor allem die Senioren müssten vor Ansteckungen mit dem Coronavirus geschützt werden.

Ähnlich wie in Deutschland sollen auch die Menschen in Großbritannien landesweit trotz Corona gemeinsam Weihnachten feiern dürfen. Über die Feiertage wird es daher jeweils drei Haushalten erlaubt sein, eine "Christmas Bubble" (deutsch: "Weihnachtsblase") zu bilden und sich miteinander zu treffen. In den vergangenen zwei Wochen zählte Großbritannien laut EU-Seuchenbehörde ECDC etwa 450 Infektionen pro 100.000 Menschen. Das Land hat rund 68 Millionen Einwohner.

Bericht: Mehr Schnelltests für Risikogruppen ohne Symptome geplant

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einem Medienbericht zufolge für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen auch ohne Symptome verstärkt Corona-Schnelltests zum Einsatz bringen. Das Portal "ThePioneer" zitierte am Freitag aus einem Verordnungsentwurf von Spahn.  "Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona- Infektionsketten und damit für die Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen", heißt es in dem Dokument, das derzeit zwischen den Ressorts der Bundesregierung abgestimmt wird und am 1. Dezember in Kraft treten soll.

Ziel sei es, umfassender und einfacher als bisher, insbesondere Personen zu testen, bei denen es noch keine Symptome gebe, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint oder bei denen eine hohe Gefahr besteht, dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären". Demnach sei das Ziel, insbesondere Menschen zu testen, bei denen es noch keine Symptome gebe, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint oder bei denen eine hohe Gefahr besteht, dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären".

Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe) hat das Bundesgesundheitsministerium für die Monate Januar bis März monatlich jeweils 60 Millionen Schnelltests reserviert, für die drei Monate danach jeweils 40 Millionen und ab Mitte des Jahres monatlich 30 Millionen Tests bis einschließlich Dezember 2021. Diese Tests sollten prioritär in den Gesundheits- und Pflegesektor geliefert werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher.

Trotz Corona: Unternehmen erwägen etwas mehr Neueinstellungen

Trotz des Corona-Teil-Lockdowns im November kommen laut einer Ifo-Umfrage für etwas mehr Arbeitgeber Neueinstellungen in Betracht als noch im Vormonat. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg von 96,4 Punkten im Oktober auf nun 96,7 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut am Freitag mitteilte. Die zweite Welle hat demnach vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung sei jedoch über die Branchen hinweg sehr verschieden.

In der Industrie stieg das Ifo-Barometer den Angaben zufolge leicht an. Jedoch sei die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen laut Ifo eher, Mitarbeiter einzustellen. Getragen werde die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen seien Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel gab das Barometer leicht nach: Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht laut Ifo weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Nordkorea will südkoreanische Impfstoffentwicklung hacken

Südkoreas Geheimdienst hat der Nachrichtenagentur News1 zufolge nordkoreanische Versuche vereitelt, südkoreanische Firmen zu hacken, die Corona-Impfstoffe entwickeln. Die Agentur zitierte ein Mitglied des heimischen Geheimdienst-Parlamentsausschusses.

Razzia in Berlin-Neukölln wegen Verdacht auf Corona-Subventionsbetrug

Die Polizei hat am Donnerstagmorgen die Neuköllner Moschee Dar-as-Salam durchsucht. Es bestehe der Verdacht des Betrugs mit Corona-Soforthilfen, bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber dem "Tagesspiegel". Beamte durchsuchten auch Wohn- und Aufenthaltsadressen des Vorstandsvorsitzenden.

Massenhaft Masken-Verstöße in Zügen und auf Bahnhöfen

In den Zügen und Bahnhöfen wird nach einem Bericht der Funke Mediengruppe massenhaft gegen den Corona-Infektionsschutz verstoßen. In nur zwei Monaten habe die Bundespolizei 145.000 Menschen ermahnt, weil diese den Mund-Nasen-Schutz entweder falsch oder gar nicht getragen hätten. In den meisten Fällen hätten die Reisenden auf die Ansprache reagiert. Dagegen hätten sich in knapp 2500 Fällen die Angesprochenen uneinsichtig gezeigt und fortgesetzt gegen die Maskenpflicht verstoßen. Hier habe die Polizei das jeweils zuständige Gesundheitsamt eingeschaltet "zur Ahndung möglicher Ordnungswidrigkeitsverfahren".

US-Forscher: Mehr als eine Million Infizierte in Deutschland

In Deutschland gibt es Daten von US-Forschern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als eine Million bestätigte Infektionen mit dem Virus. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor.

Die Daten der Universität werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 983 588 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26. November, 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15.160.

Heil: Corona-Hilfe sollte nicht auf Grundsicherung angerechnet werden

Hartz-IV-Empfänger sollen keine Geldeinbußen fürchten müssen, wenn sie die aktuellen staatlichen Hilfen im Teil-Lockdown wegen der Corona-Krise in Anspruch nehmen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er wolle dafür sorgen, dass die November- und Dezember-Wirtschaftshilfen sowie die sogenannte Überbrückungshilfe 3 nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. "Das werden wir nun in der Koalition miteinander klären."

Trump: Covid-Impstoff wird ab kommende Woche ausgeliefert

US-Präsident Donald Trump kündigt hat für die kommende Woche erste Lieferungen von Covid-Impfstoff an. In einer Video-Verbindung mit US-Soldaten im Ausland zum Feiertag Thanksgiving sagte Trump, die Auslieferungen würden in der kommenden und der darauf folgenden Woche beginnen. Zuerst würden gefährdete Personengruppen wie medizinisches Personal und Senioren geimpft. Bisher ist in den USA noch kein Impfstoff zugelassen.

Umfrage: Knapp drei Viertel wollen Weihnachtsbesuche einschränken

Knapp drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) wollen einer Studie zufolge an Weihnachten Besuche und Kontakte zu ihrer Familie zumindest etwas einschränken. Während in Westdeutschland 78 Prozent eine Beschränkung planen, sind es in Ostdeutschland 58 Prozent, wie aus dem Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin laut redaktioneller Fassung hervorgeht. 

Ministerium will sich bis zu 60 Millionen Schnelltests pro Monat sichern

Das Bundesgesundheitsministerium will sich für die Monate Januar bis März jeweils 60 Millionen Schnelltests sichern, wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher berichtet. Demnach sollen es für die drei Monate danach jeweils 40 Millionen sein und ab Mitte des Jahres monatlich 30 Millionen bis einschließlich Dezember 2021. Diese Schnelltests sollen vorrangig in den Gesundheits- und Pflegesektor geliefert werden, wie die Zeitung berichtet.

Frau unter Quarantäne am Steuer: Bei Kontrolle aufgeflogen

Bei einer Verkehrskontrolle hat die Polizei in Grevenboich im Rheinland neben etlichen Temposündern auch eine Frau ertappt, die unter Corona-Quarantäne stand. Die Beamten stoppten die Fahrerin, weil sie ein Handy benutzt haben soll. Am heruntergelassenen Fenster teilte die Frau den Ordnungshütern mit, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sei und unter Quarantäne stehe, wie die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz am Vortag mitteilte.

Die Frau hatte den Angaben zufolge einem Bekannten angeboten, ihn zu seinem anstehenden Corona-Test zu fahren. Jetzt wird gegen sie ermittelt. Die Polizei appelliert: "Wenn Sie sich mit Covid-19 infiziert haben, müssen Sie in Quarantäne bleiben! Schützen Sie die Menschen in ihrer näheren Umgebung."

83 Corona-Infizierte in Schlachthof in Vilshofen

In einem Schlachthof in Vilshofen (Landkreis Passau) haben sich mindestens 83 Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Die Infektionen seien durch die wöchentlichen Routinetestungen des Unternehmens bekannt geworden, teilte eine Sprecherin des Landratsamts Passau am Donnerstag mit.

Nach Angaben des Schlachtbetriebs wurden die ersten Fälle vergangenen Freitag bekannt. "Am Montag haben wir die Produktion gestoppt", sagte ein Sprecher des Betriebs. Bislang seien 83 der insgesamt 300 Mitarbeiter positiv getestet worden. Die Corona-Infizierten wurden für die Quarantäne auf zwei Häuser aufgeteilt. Rund 30 enge Kontaktpersonen wurden in einem separaten Haus untergebracht und isoliert. Zuvor hatten die Mitarbeiter in gemeinsamen Wohnungen gelebt.

Lauterbach: Kommt jetzt "sehr auf das Verhalten der Bevölkerung an"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat zu den Beschlüssen, die am Mittwoch von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen wurden, eine Einschätzung abgegeben: 

„Ich bin mit den Beschlüssen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Weil sie die beiden Bereiche betreffen wo wir die größten Probleme haben. Die Schulen und die privaten Treffen. Ob die Beschlüsse wirklich reichen werden um damit eine sichere Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr erreichen zu können, in denen die Corona Pandemie nicht in Richtung einer dritten Welle sich entwickelt, ist nicht klar abzusehen. Es wird sehr auf das Verhalten der Bevölkerung ankommen. Es muss auf jeden Fall sehr viel mehr von der Bevölkerung freiwillig von den beschlossenen umgesetzt werden als wir es im Wellenbrecher-Shutdown gesehen haben. Sonst bekommen wir die Fallzahlen nicht ausreichend gesenkt“, sagte er t-online.

800 Corona-Tote in Italien an einem Tag registriert

In Italien sind erneut mehr als 820 Menschen an einem Tag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Damit verzeichneten die Behörden eine der höchsten Opferzahlen seit Beginn der Pandemie im Februar. Zugleich vermeldete das Gesundheitsministerium in dem 60-Millionen-Einwohner-Land am Donnerstag für die vergangenen 24 Stunden rund 29.000 Neuinfektionen. Dieser Wert lag zwar über den Vortagen, aber rund 7.000 Fälle unter dem Wert vor einer Woche.

Ende März hatte das Mittelmeerland seinen bisherigen Höchstwert von fast 1.000 Corona-Toten an einem Tag verzeichnet. Insgesamt starben bislang insgesamt fast 53.000 Menschen mit oder an dem Virus Sars-CoV-2. Seit Beginn der Pandemie wurden in Italien über 1,5 Millionen Corona-Fälle erfasst. Regierung und viele Experten hoffen, dass die Roten Zonen und andere Beschränkungen allmählich greifen und die Kurve der Neuinfektionen weiter abflacht.

Berlin lockert Regeln über Weihnachten nicht – und meldet hohe Todesfallzahlen

Die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über Weihnachten und Silvester sollen in Berlin nicht gelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

In Berlin sind innerhalb einer Woche nachweislich mehr als 100 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Gab es am 19. November 422 registrierte Todesfälle, waren es am Donnerstag 527, heißt es im aktuellen Lagebericht des Senats. Mehr dazu lesen Sie hier.

Das gilt jetzt für Reisen mit der Bahn

Mehr Züge, dafür weniger Reservierungmöglichkeiten: Nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Corona-Krise passt die Deutsche Bahn ihr Angebot im Fernverkehr an. Die von vielen Seiten kritisierte Reservierungspflicht ist vorerst vom Tisch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bayern verschärft Beschlüsse des Corona-Gipfels

Bayern will teilweise über die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Politik am Mittwoch hinausgehen. In Hotspots mit mehr als 200 Infektionen pro 100.000 Einwohnern (Inzidenz) sollen Schulklassen ab Jahrgangsstufe 8 künftig geteilt werden, wenn Mindestabstände nicht mehr einzuhalten sind. Das sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettsitzung in München. Ab einer Inzidenz von 300 sollen Kommunen die Möglichkeit haben, Schulen zu schließen, Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen zu reduzieren, den Alkoholverkauf in Innenstädten zu verbieten und sogar Ausgehsperren zu verhängen.  

Abgesehen von diesen Verschärfungen will sich Bayern an die Beschlüsse des Corona-Gipfels mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) halten. So beginnen die Schulferien auch in Bayern am 19. Dezember; über Weihnachten und Silvester sollen Treffen von zehn Personen aus mehr als zwei Haushalten möglich sein; auf öffentlichen Plätzen wird es an Silvester ein Böllerverbot geben, um Menschenansammlungen zu vermeiden, ein generelles Böllerverbot wird es aber nicht geben. 
 


Söder rechtfertigte die Verschärfungen für Bayern mit dem Infektionsgeschehen in seinem Bundesland. "Die Krankenhäuser laufen voll", sagte Söder, erste Kliniken sendeten Notsignale. Wenn sich die Zahl von derzeit 83 Todesfällen pro Tag bis Weihnachten fortsetze, würden bis dahin allein in Bayern 2.500 Menschen sterben. "Das ist ein schweres Schicksal für die Menschen", so Söder.

Kanzleramtsminister: Corona-Einschränkungen bis März möglich

Nach Aussage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) müssen sich die Bundesbürger womöglich bis in den März auf Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie einstellen. "Vor uns liegen schwierige Wintermonate. Das geht bis März", sagte Braun am Donnerstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". Nach dem März könnten wahrscheinlich immer mehr Menschen geimpft werden, und mit dem Frühling werde es einfacher, die Infektionszahlen niedrig zu halten.

"Aber diese Zurückhaltung, die wir alle an den Tag legen müssen, das wird uns auch den Januar, Februar und März begleiten und gegebenenfalls auch Beschränkungsmaßnahmen, wenn unser individuelles Verhalten nicht ausreicht", betonte Braun.

Er verteidigte die am Mittwoch zwischen Bund und Ländern verabredeten Verschärfungen der Kontaktauflagen und bekräftigte zugleich, dass Hotels und Restaurants auch über Weihnachten geschlossen bleiben. Hier lesen Sie alle Details zu den neuen Maßnahmen. Zwar gelte die nun erzielte Vereinbarung zunächst bis zum 20. Dezember. "Aber wir gehen davon aus, dass wir das bis in den Januar hinein verlängern müssen", sagte Braun dem Sender RTL. Der Kanzleramtsminister sieht bei deutlich sinkenden Infektionszahlen regional aber durchaus Spielraum für Lockerungen. Wichtig sei, dass alle "bei den großen Fragen" mitziehen und dass es dort, wo die Infektionszahlen deutlich steigen, Verschärfungen gebe, sagte Braun.

Schleswig-Holstein geht Sonderweg bei Corona-Regeln

Schleswig-Holstein will nicht alle Beschlüsse der Bund-Länder Konferenz vom Mittwoch umsetzen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach im Anschluss an die über siebenstündigen Verhandlungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem "besonderen schleswig-holsteinischen Weg". Körpernahe Dienstleistungsbetriebe wie Nagelstudios und Massagepraxen sowie Zoos und Tierparks dürften ab Montag wieder öffnen. Auch bei den strengeren Vorgaben für den Einzelhandel und private Treffen werde Schleswig-Holstein "nicht mitgehen", sagte Günther.

Zwar sei es gelungen, "ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen". In einigen Bereichen wolle die Landesregierung aber andere Maßnahmen ergreifen als verabredet. Im Einzelhandel bleibt es in Schleswig-Holstein bei der Vorgabe von zehn Quadratmetern Ladenfläche pro Kunde, unabhängig von der Größe des Geschäfts. Unter der Bedingung, dass Hygienekonzepte vorliegen, dürften die körpernahen Dienstleister und die Zoos am Montag wieder öffnen.

Auch die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich will Günther abweichend regeln. In Schleswig-Holstein dürften sich privat weiterhin zehn Personen treffen, egal aus wie vielen Hausständen. "Was gewohnte Praxis ist, wird auch über die Feiertage in Schleswig-Holstein eingehalten", sagte Günther. Die Ausnahmeregel für die Feiertage in den anderen 15 Bundesländern sehe er generell kritisch. "Gerade über Weihnachten, gerade bei Silvester wäre es im Sinne aller, wenn alle sich auch dort zurückhalten", sagte Günther.

Teil-Lockdown in Berlin bis Januar denkbar

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen in Berlin könnte der Teil-Lockdown in der Hauptstadt länger dauern als von Bund und Ländern am Mittwoch vereinbart. "Bis zum Januar", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem "Tagesspiegel" auf die Frage, ob Berlin auch über den 20. Dezember hinaus an den Einschränkungen etwa für Kneipen und Restaurants, Kultur- und Freizeitbereich festhalten wolle. "Wir haben hier die besondere Situation der hohen Inzidenzzahlen", fügte er hinzu.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will der rot-rot-grüne Senat bei seiner Sondersitzung am Donnerstag über diese Option beraten. Ob die Verlängerung der Verlängerung des Teil-Lockdowns am Ende tatsächlich beschlossen wird, ist offen.

"Enttäuschend und riskant" – erste Reaktionen auf Corona-Beschlüsse

Wieder ein Corona-Gipfel, wieder strengere Maßnahmen: Die Reaktionen aus Industrie und Handel fallen kritisch aus. Während einige der Landespolitiker die Beschlüsse verteidigen, bemängeln Kritiker Inkonsequenz. Hier lesen Sie einen Überblick über die ersten Reaktionen.

Proteste gegen Corona-Regeln in Hildburghausen

Im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen in Thüringen haben rund 400 Menschen gegen die neuen Infektionsschutzregeln in dem Kreis protestiert. Die Menschen versammelten sich nach Angaben der Polizei am Mittwoch auf dem Marktplatz der Stadt Hildburghausen. Hier lesen Sie mehr.

Begrabene Nerz-Kadaver in Dänemark wieder an Erdoberfläche aufgetaucht

Millionen Nerze in Dänemark wurden in aller Eile gekeult, weil sie potenziell ein mutiertes Coronavirus in sich trugen. Doch nun sind einige von ihnen unerwartet wieder aufgetaucht: In einem auf einem Militärgelände angelegten provisorischen Massengrab für die Pelztiere wurden die Kadaver aufgrund von Fäulnisgasen wieder an die Erdoberfläche getrieben, wie Bilder des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders DR zeigen.

Nach Angaben der Polizei im westdänischen Holstebro sind die gekeulten Nerze nur noch mit einer dünnen Sand-Kalkschicht bedeckt. Ein Internetnutzer sprach bereits ironisch vom "Jahr der mutierten Zombie-Nerze".

Tausende getötete Nerze werden auf Feldern begraben.  (Quelle: Reuters)Tausende getötete Nerze werden auf Feldern begraben. (Quelle: Reuters)

Der Sender DR warf dem dänischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium vor, die Kadaver nicht tief genug begraben zu haben. Das Ministerium sprach hingegen von einem "vorübergehenden Problem", das mit dem Verwesungsprozess der Tiere zusammenhänge. Das Gebiet werde nun Tag und Nacht kontrolliert und aufgetauchte Kadaver erneut mit Erde bedeckt.

Die dänische Regierung hatte Anfang November die Keulung der bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen im Norden Jütlands eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form von Sars-CoV-2 entdeckt worden war. Es bestand demnach die Gefahr, dass die Mutation "Cluster 5" künftige Impfungen unwirksam machen könnte. Die Regierung geht inzwischen davon aus, dass das "Cluster 5" wieder "ausgemerzt" werden konnte.

Hohe Übersterblichkeit in Russland – Rekord bei Todesfällen

Russland hat mit 507 Coronavirus-Toten am Mittwoch einen neuen Tages-Höchststand verzeichnet. Die Zahl der Toten stieg auf insgesamt 37.538, wie Behörden in Moskau mitteilten. Zuletzt hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin besorgt gezeigt über die hohen Sterberaten. 

Corona-Station in Ulan-Ude im südöstlichen Sibirien: Das russische Gesundheitssystem steht an der Belastungsgrenze. (Quelle: AP/dpa/Anna Ogorodnik)Corona-Station in Ulan-Ude im südöstlichen Sibirien: Das russische Gesundheitssystem steht an der Belastungsgrenze. (Quelle: Anna Ogorodnik/AP/dpa)

Das unabhängige russische Portal Mediazona (zona.media) rechnete aus, dass es von April bis Oktober etwa 120.000 Tote mehr gegeben habe als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre für diesen Zeitraum. Die Übersterblichkeit habe demnach bei rund 18 Prozent gelegen. Der Oktober war laut Russlands Statistikbehörde nicht voll erfasst.

Im Juni etwa starben in Russland 162.758 Menschen. Das waren 25.521 Tote mehr als im Juni 2019 (137.237), wie aus der zentralen Statistik hervorgeht. Die russischen Behörden sehen sich seit Längerem dem Vorwurf ausgesetzt, das wahre Ausmaß der Corona-Pandemie nicht offenzulegen.

Griechische Parlamentarier gehen in Corona-Dienst 

Mehr als 20 griechische Parlamentarier, die ausgebildete Ärzte sind, haben sich zum Corona-Einsatz in griechischen Krankenhäusern verpflichtet. Den Auftakt hatte Anfang der Woche der Lungenarzt Giorgos Lamproulis gemacht. Der Abgeordnete der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) bat den Parlamentspräsidenten, ihn vorübergehend von seinen Aufgaben als Vizepräsident des Amtes zu entbinden. Stattdessen wolle er im staatlichen Krankenhaus der nordgriechischen Stadt Larisa arbeiten. Gleichzeitig rief er seine Arztkollegen im Parlament dazu auf, es ihm gleichzutun.

Im Laufe der Woche meldeten sich daraufhin weitere 20 der 300 Abgeordneten aller Parteien für den außerdienstlichen Einsatz, darunter Radiologen, Mikrobiologen und Chirurgen. "Ich bin der Ansicht, dass mein Platz jetzt bei meinen Kollegen, bei den Ärzten und dem Pflegepersonal ist", hatte Lamproulis zur Begründung seines Entschlusses laut griechischen Medien erklärt.

Chinesischer Hersteller beantragt Zulassung für Impfstoff

Der erste Hersteller in China hat laut einem Bericht die Zulassung eines Corona-Impfstoffes für die breite Öffentlichkeit beantragt. Der Impfstoffentwickler China National Biotec Group (CNBG) habe einen Antrag auf Zulassung seines Präparates bei den Behörden eingereicht, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Finance unter Berufung auf einen Manager des CNBG-Mutterkonzerns Sinopharm. Eine Mitteilung des Unternehmens lag zunächst nicht vor.

Im Gegensatz zu westlichen Herstellern haben weder CNBG noch Sinopharm genauere Daten zur Wirksamkeit ihrer Mittel veröffentlicht, was einen Vergleich schwierig macht.

Nach eigenen Angaben hat Sinopharm bereits fast eine Million Menschen über ein so genanntes Notfallprogramm mit seinen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus geimpft. Dabei habe es keine Berichte von schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, nur wenige hätten leichte Symptome entwickelt. 

Polen mit neuem Rekord – Massentests geplant 

Polen hat so viele Corona-Tote binnen eines Tages gemeldet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb von 24 Stunden seien 674 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Warschau mit. Damit gibt es in dem Land inzwischen fast 15.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Innerhalb eines Tages kamen zudem 15.362 Neuinfektionen hinzu. Damit ist die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle auf mehr als 924.000 gestiegen.

Polen bereitet nun nach der Slowakei und Italien ebenfalls Corona-Massentests vor. In drei Regionen solle die Bevölkerung auf freiwilliger Basis mit Schnelltests untersucht werden, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski. Geplant seien die Tests in den Verwaltungsbezirken Kleinpolen, Vorkarpaten und Schlesien im Süden des Landes. Dort zählen die Corona-Infektionszahlen zu den höchsten landesweit. Weitere Details dazu will die Regierung in Warschau in den kommenden Tagen bekannt geben.

Bulgarien verhängt Lockdown bis Weihnachten 

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt auch Bulgarien einen Lockdown. Schulen, Restaurants, Einkaufszentren und Sporteinrichtungen werden von Freitag an bis zum 21. Dezember geschlossen, wie Ministerpräsident Bojko Borissow ankündigt.

Die Maßnahmen sollten den Druck auf das Gesundheitssystem mindern. "Die Beschränkungen sind notwendig, um die Ausbreitung der Infektion zu begrenzen, die Zahl der Todesfälle zu verringern und es jeder bulgarischen Familie zu ermöglichen, Weihnachten zu feiern", sagte der oberste Gesundheitsinspektor Angel Kuntschew.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg um 4.382 auf 129.348. Bislang sind 3.226 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Die Rate der Todesfälle pro 100.000 Einwohner war in den vergangenen 14 Tagen die dritthöchste in der EU nach Belgien und Tschechien.

Corona-Zahlen in Deutschlands größtem Hotspot explodieren

Im Landkreis Hildburghausen eskaliert die Corona-Lage weiter: Laut Robert Koch-Institut liegt die Anzahl der Fälle dort am Mittwoch bei 911. Damit steigt die Inzidenz auf 526,9 Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Am Dienstag lag der Wert noch bei 482, am Sonntag bei 396. Damit durchbricht der Landkreis die Marke von 500 – als erster in Deutschland. Die zweithöchste Inzidenz hat mit einem Wert von 364,43 der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. 

Ab heute sind in Hildburghausen alle Kitas und Schulen geschlossen. Geplant sind außerdem Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Klare Infektionsherde gibt es jedoch nicht: Neben Bildungseinrichtungen sind auch Verwaltungen, Polizei und Altersheime betroffen. 

Über 2.100 Corona-Tote an einem Tag in den USA

In den USA ist die Zahl der binnen eines Tages verzeichneten Corona-Toten auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Am Dienstag meldeten die Behörden 2.146 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore von Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es 1.692 gewesen. Der bislang höchste Wert wurde am 15. April mit 2.609 Toten an einem Tag erreicht.

Zugleich gab es am Dienstag landesweit 172.935 neue Corona-Fälle. In der Vorwoche waren am gleichen Tag rund 160.500 Neuinfektionen gemeldet worden. Der bislang höchste Wert binnen eines Tages war am Freitag mit rund 196.000 Neuinfektionen registriert worden.

Macron kündigt Corona-Lockerungen an – deutlich weniger neue Fälle

In Frankreich entspannt sich die Corona-Lage. Der Gipfel der zweiten Welle sei überschritten, sagte Präsident Emmanuel Macron am Montag. "Wir haben das Schlimmste überstanden." Ab diesem Wochenende sollen die ersten Restriktionen aufgehoben werden. Bis Weihnachten sollen Geschäfte, Theater und Kinos wieder öffnen. "Die Menschen werden in der Lage sein, Weihnachten mit ihrer Familie zu feiern." Restaurants, Cafes und Bars sollen aber bis zum 20. Januar geschlossen blieben, um zu verhindern, dass es zu einer dritten Welle in der Pandemie komme.

Ab Ende Dezember/Anfang Januar solle zudem mit den Impfungen begonnen werden, kündigte Macron weiter an. Frankreich stütze sich dabei auf mehrere Impfstoffe. Eine Pflicht gebe es nicht.

Am Montag sank sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch die Zahl der Krankenhaus-Patienten kräftig. 9.155 Menschen wurden erstmals positiv auf das Virus getestet – vor einer Woche waren es noch mehr als viermal so viele. In Krankenhäusern werden derzeit 30.622 Menschen behandelt, das sind 856 weniger als am Vortag. Zugleich starben aber weitere 1.005 Menschen an der Erkrankung, insgesamt damit mehr als 50.000. 

Weihnachtslichter leuchten auf dem Domplatz in Erfurt: An Weihnachten sollen weiter Beschränkungen gelten. (Quelle: dpa/Martin Schutt)Weihnachtslichter leuchten auf dem Domplatz in Erfurt: An Weihnachten sollen weiter Beschränkungen gelten. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Umfrage: Mehrheit hält Beschränkungen an Weihnachten für richtig

Die Mehrheit der Bundesbürger unterstützt einer Umfrage zufolge den Vorstoß von Bund und Ländern, angesichts der hohen Infektionszahlen private Feiern in der Weihnachtszeit auf maximal zehn Personen zu begrenzen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" halten es 57 Prozent der Befragten für richtig, dass der Staat eine Höchstteilnehmerzahl vorschreibe. Dagegen halten 36,5 Prozent der Bundesbürger es für unangebracht, dass der Staat in die Privatfeiern an Weihnachten eingreife. Der Rest zeigte sich unentschieden.

Italien fordert Absage der Skiferien – Österreich dagegen 

Österreich weist die Forderung des Nachbarlandes Italien zurück, die Skipisten über Weihnachten europaweit zu schließen. "Ich halte generell nichts vom italienischen Vorschlag, österreichische Skigebiete zu schließen", sagte Finanzminister Gernot Blümel am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte die EU dem Wintertourismus tatsächlich einen Riegel vorschieben, wolle man eine Ausfallsentschädigung, fügte der konservative Politiker hinzu.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte appellierte an seine Landsleute, in den Weihnachtsferien nicht Skifahren zu gehen, um die zweite Welle der Corona-Pandemie einzudämmen. In diesem Jahr sei es nicht möglich "Ferien im Schnee zuzulassen", sagte Conte. Zugleich rief er andere europäische Länder dazu auf, gemeinsame Regeln für die Branche zu vereinbaren. Unterstützung kommt aus Bayern. Laut "Bild" betonte am Rande einer Ladtagssitzung die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: "Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall. Beziehungsweise kein Urlaub überall."

Österreich bangt um milliardenschwere Einnahmen und hofft, die Wintersaison durch den derzeitigen harten Lockdown zu retten. Der Tourismus macht rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus und sorgt alleine im Winter für Hunderttausende Arbeitsplätze. Das Land gehört wie Italien, Frankreich, Slowenien und die Schweiz zu den Ländern mit einem bedeutenden Anteil an den Alpen. Italiens Skigebiete erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund elf Milliarden Euro, ein Drittel davon stammt aus den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. In der Schweiz sind die Skigebiete trotz hoher Fallzahlen geöffnet. 

Russland will Impfstoff womöglich in Deutschland produzieren lassen

Russland erwägt einem Medienbericht zufolge, seinen Corona-Impfstoff Sputnik V in Deutschland produzieren zu lassen. Der Chef des Staatsfonds RDIF, Kirill Dmitriew, sagt der Agentur Interfax zufolge weiter, in dieser Woche werde zudem eine französische Delegation erwartet. Der Fonds gehört zu den wichtigsten Geldgebern des Projekts.

Der Impfstoff ist bereits zugelassen, obwohl noch nicht alle klinischen Studien abgeschlossen wurden. Die Regierung in Moskau strebt an, im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Dosen weltweit zu produzieren.

Italien fordert Absage der Skiferien – Österreich dagegen 

Österreich weist die Forderung des Nachbarlandes Italien zurück, die Skipisten über Weihnachten europaweit zu schließen. "Ich halte generell nichts vom italienischen Vorschlag, österreichische Skigebiete zu schließen", sagte Finanzminister Gernot Blümel am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte die EU dem Wintertourismus tatsächlich einen Riegel vorschieben, wolle man eine Ausfallsentschädigung, fügte der konservative Politiker hinzu.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte appellierte an seine Landsleute, in den Weihnachtsferien nicht Skifahren zu gehen, um die zweite Welle der Corona-Pandemie einzudämmen. In diesem Jahr sei es nicht möglich "Ferien im Schnee zuzulassen", sagte Conte. Zugleich rief er andere europäische Länder dazu auf, gemeinsame Regeln für die Branche zu vereinbaren. Unterstützung kommt aus Bayern. Laut "Bild" betonte am Rande einer Ladtagssitzung die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: "Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall. Beziehungsweise kein Urlaub überall."

Österreich bangt um milliardenschwere Einnahmen und hofft, die Wintersaison durch den derzeitigen harten Lockdown zu retten. Der Tourismus macht rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus und sorgt alleine im Winter für Hunderttausende Arbeitsplätze. Das Land gehört wie Italien, Frankreich, Slowenien und die Schweiz zu den Ländern mit einem bedeutenden Anteil an den Alpen. Italiens Skigebiete erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund elf Milliarden Euro, ein Drittel davon stammt aus den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. In der Schweiz sind die Skigebiete trotz hoher Fallzahlen geöffnet.

Blutplasmatherapie zeigt keine Wirksamkeit bei Covid-19-Patienten

Die als Rekonvaleszenzplasma bekannte Therapie, bei der schwer an Covid-19-Erkrankten Blutplasma Genesener verabreicht wird, verbessere den Gesundheitszustand der Patienten nicht signifikant und verringere nicht die Sterblichkeitsrate, heißt es in einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie. Die Therapieform zeige im Vergleich mit einem Placebo bei 333 Probanden keine höhere Wirksamkeit. 

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt weiter

Angesichts steigender Zahlen von schwer erkrankten Corona-Patienten haben Intensivmediziner vor einer Überlastung der Krankenhäuser gewarnt. "Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu", sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der "Rheinischen Post". Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt. "Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen."

Diese Anweisung sei jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig blieben und gleichzeitig unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereit gestellt werde. "Es darf nicht dazu kommen, dass wir Notfälle wegen überlasteter Corona-Stationen abweisen müssen", sagte Janssens.

Nach Divi-Daten stieg die Zahl der Patienten auf 3.709 (Stand 22.11.) – das waren 79 mehr als am Vortag. 2.132 von ihnen wurden invasiv beatmet. Derzeit sind rund 6.650 Betten frei. Vor einem Monat wurden etwas mehr als 1100 Patienten mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt, vor zwei Monaten rund 290.

Schweden verlässt den Sonderweg: Kontaktbeschränkungen kommen

Lange bildete Schweden eine Ausnahme im europäischen Kampf gegen die Corona-Pandemie. Lediglich ein Verbot von Versammlungen über 50 Personen galt. Angesichts von Ausbrüchen in Altenheimen wurden in Stockholm Besuche dort verboten. Auch alle städtischen Museen und Kunsthallen der schwedischen Hauptstadt mussten für den November schließen. Für das gesamte Land gilt zudem ein Alkoholverkaufsverbot in Bars und Restaurants ab 22 Uhr.

Nun werden die Kontaktbeschränkungen empfindlich verschärft: Nur noch acht Leute dürfen sich treffen. Das gilt auch in der Gastronomie. "Wir nehmen es nicht auf die leichte Schulter, das Versammlungsrecht einzuschränken. Aber  angesichts der Situation, in der wir uns gerade befinden, ist es notwendig. Wir müssen die Ausbreitung der Infektionen verringern, um das Gesundheitswesen zu unterstützen und Leben zu retten", sagte der schwedische Innenminister Mikael Damberg.

Russischer Impfstoff angeblich zu 95 Prozent wirksam

Der russische Corona-Impfstoff "Sputnik V" ist nach Angaben des staatlichen Herstellers zu 95 Prozent wirksam. Dies sei das Ergebnis einer zweiten Zwischenanalyse der Daten aus klinischen Studien, teilten das russische Gesundheitsministerium, das staatliche Forschungszentrum Gamaleja und der russische Staatsfonds RDIF in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag mit. Wie verlässlich die Daten sind, ist jedoch nicht bekannt. Vor knapp zwei Wochen hatte Russland eine 92-prozentige Wirksamkeit von "Sputnik V" gemeldet.

Die Analyse basiere auf vorläufigen Daten von Patienten, denen 42 Tage zuvor die erste Dosis des Impfstoffs verabreicht worden sei, hieß es in der Erklärung. Unklar blieb, wie viele Testfälle berücksichtigt worden waren.

Russland hatte "Sputnik V" bereits im August zugelassen, ohne die letzte Testphase mit Zehntausenden Probanden abzuwarten. Das entspricht nicht dem international anerkanntem Vorgehen. Mitte Oktober wurde dann der zweite Impfstoff "EpiVacCorona" zugelassen.

Gericht in NRW kippt Sonntagsöffnungen

In Nordrhein-Westfalen müssen Geschäfte, anders als in der Corona-Schutzverordnung des Bundeslandes vorgesehen, an den Adventssonntagen geschlossen bleiben. Das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster gibt einem entsprechenden Eilantrag der Gewerkschaft Verdi statt.

Die damit außer Vollzug gesetzte Regelung sah vor, dass zur Vermeidung von Infektionsgefahren durch einen unregulierbaren Kundenandrang Geschäfte ausnahmsweise an Adventssonntagen öffnen dürfen. Das OVG kam indes zu der Auffassung, die Regelung sei aller Voraussicht nach rechtswidrig. Es bestünden erhebliche Zweifel, dass die Sonntagöffnung das Infektionsrisiko eindämmen könne. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Coronavirus auf Nerzfarm in Polen entdeckt 

Polen hat erstmals einen Ausbruch des Coronavirus auf einer Nerzfarm registriert. Polnische Wissenschaftler hätten im Norden des Landes acht Fälle von Covid-19 identifiziert, teilte die Medizinische Universität in Danzig mit. Das Veterinäramt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In Dänemark war zuletzt bei Nerzen eine mutierte Form des Coronavirus entdeckt worden. Landesweit mussten die Tiere gekeult werden. Dänemark ist in Europa der größte Produzent und Exporteur von Nerzfällen.

Airline Qantas will Impfpflicht für Flugreisende einführen

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus will Australiens nationale Fluggesellschaft Qantas eine Impfpflicht für ihre Passagiere einführen. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, würden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airline entsprechend angepasst, sagte Qantas-Chef Alan Joyce dem australischen Sender Nine News am Montag. Während man über das weitere Vorgehen bei Inlandsflügen noch nicht entschieden habe, sei die Situation bei Interkontinentalverbindungen klar: "Wir werden von internationalen Reisenden verlangen, dass sie geimpft sind, bevor wir sie an Bord lassen."

Joyce geht nach eigenen Worten davon aus, dass seine Fluggesellschaft damit nicht alleine steht – sondern weltweit ähnliche Regeln eingeführt werden. "Ich glaube, das wird eine normale Sache sein, nach Gesprächen mit meinen Kollegen von anderen Airlines zu urteilen."

Qantas wurde 1920 gegründet und ist eine der ältesten ununterbrochen tätigen Fluggesellschaften der Welt. Vor der Corona-Pandemie beförderte das Unternehmen jährlich 50 Millionen Passagiere in alle Welt. Wegen des finanziellen Einbruchs musste Qantas in diesem Jahr 6.000 seiner insgesamt 29.000 Stellen kürzen.

Bayern startet früher in die Weihnachtsferien 

Nun ist es endgültig: Bayern zieht wegen der Corona-Pandemie den Start der Weihnachtsferien vor. Letzter Schultag vor Weihnachten ist Freitag, der 18. Dezember. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Damit fallen zwei Schultage weg: Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Ferientag gewesen.

Der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten werde so vergrößert, sagte Söder. "Damit verbessern wir die Möglichkeiten, dass die Familien in Bayern das wichtigste Fest des Jahres gesund und unbeschwerter feiern können." Das Infektionsrisiko werde durch die fast einwöchige Karenzzeit zwischen Schulunterricht und Weihnachten "erheblich gesenkt", argumentierte der Ministerpräsident.

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kurs im Umgang mit dem Coronavirus hatten sich die Unions-regierten Länder für eine solche Verlängerung der Ferien ausgesprochen – so stand es jedenfalls in einem gemeinsamen Papier. Zunächst war Nordrhein-Westfalen in Vorlage gegangen und hatte einen früheren Start in die Ferien angekündigt. In den meisten Bundesländern ist der 18. Dezember ohnehin planmäßig der letzte Schultag vor Weihnachten.

Papst hat kein Verständnis für Maskenverweigerer

Papst Franziskus kritisiert in einem neuen Buch die Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die von den Regierungen zum Schutz der Bevölkerung angeordneten Einschränkungen seien von einigen Gruppen fälschlicherweise als "politischer Angriff" auf ihre persönliche Freiheit betrachtet worden, schrieb der Papst in dem Buch "Wage zu träumen!".

Zudem übte er Kritik an Demonstranten, welche die Maskenpflicht als "ungerechtfertigte Zumutung" anprangerten und warf ihnen vor, sich nicht in gleichem Maß gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Kinderarmut einzusetzen. "Gegen so etwas würden sie nie protestieren; sie sind unfähig, sich außerhalb ihrer kleinen Welt der Interessen zu bewegen", schrieb Franziskus.

Stoltenberg: Gesundheitskrise darf nicht zur Sicherheitskrise werden

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt nachdrücklich vor Überlegungen, das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten wegen des finanziellen Drucks durch die Corona-Krise infrage zu stellen. "Die wichtigste Aufgabe der Nato ist zu verhindern, dass die Corona-Gesundheitskrise eine Sicherheitskrise wird. Deshalb müssen wir weiter mehr investieren", sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Dienstagsausgaben). Die Bedrohungen und Herausforderungen in Sicherheitsfragen, die es vor der Corona Krise gegeben habe, seien während der Pandemie nicht zurückgegangen, im Gegenteil: Russland rüste militärisch weiter auf, die Terrororganisation Isis versuche wieder in Syrien und im Irak Boden zurückzugewinnen, und die globalen Machtverhältnisse veränderten sich mit Chinas Aufstieg.

Länder wollen Teil-Lockdown bis kurz vor Weihnachten verlängern

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen wollen die Länder den Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember verlängern. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten am Montagabend in einer Schaltkonferenz, wie die Nachrichtenagentur dpa von Teilnehmern erfuhr. Eine endgültige Entscheidung soll es bei den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch geben.

Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns bleiben Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen, die seit Anfang November dicht sind, weiter geschlossen. Mit der Verlängerung der Maßnahmen sollen die weiter hohen Ansteckungszahlen gedrückt werden.

Die Beratungen der Ministerpräsidenten dauerten 4,5 Stunden. Teilnehmer sprachen von guten Beratungen. Am Dienstag soll es erneute Beratungen der Chefs der Staatskanzleien mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geben.

England will Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten verkürzen

Einreisende aus Risikogebieten können ab Mitte Dezember in England mit einer kürzeren Quarantäne-Dauer rechnen. Nach fünf Tagen solle es dann möglich sein, auf eigene Kosten einen Corona-Test zu machen und nach negativem Ergebnis die Wohnung wieder zu verlassen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Dienstag ankündigte. Bislang mussten sich alle Einreisenden aus Risikogebieten verpflichtend 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Auch Deutschland gilt derzeit für Großbritannien als Risikogebiet.

Die Reisebranche begrüßte die Regelung, beschrieb sie aber als "überfällig". Viele andere Staaten, darunter auch Deutschland, ermöglichen bereits seit längerem, die Quarantäne nach der Einreise durch einen Corona-Test abzukürzen. In Nordrhein-Westfalen hatte zuletzt sogar ein Gericht die Quarantäne-Regeln gekippt und sie als unwirksam zur Bekämpfung der Pandemie bezeichnet.

Europarat-Chefin will mehr Schutz für Frauen in zweitem Lockdown

Frauen sollen nach Ansicht der Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejcinovic Buric, in der Corona-Pandemie besser geschützt werden. "Effiziente Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen müssen ein elementarer Teil von neuen Lockdowns sein", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag zum Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November.

Lockdowns hätten sich als einzigartige Herausforderung für Hilfsangebote erwiesen. Auch wenn viele aktuelle Regelungen weniger strikt als im Frühjahr seien, hätten nationale Hotlines zur Hilfe bei häuslicher Gewalt erneut dramatische Anstiege von Anrufen gemeldet. "Wir müssen sicherstellen, dass die erneuten Bewegungseinschränkungen nicht mehr Leid für Frauen und Kinder verursachen."

WHO warnt vor vorschnellen Corona-Lockerungen über Weihnachten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Lockerungen von Corona-Restriktionen über Weihnachten, wenn Behörden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben. "Wenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die nötige Infrastruktur hat, um Fälle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarantäne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu stärkeren Ansteckungen führen", sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Montagabend in Genf.

Regierungen müssten sich im Klaren sein, dass sie nur Risiken abwägen könnten. Eine wissenschaftliche Formel, welche Lockerungen vertretbar oder wie viele Feiertage ohne größere Auflagen sicher seien gebe es nicht. "Es gibt nur ein höheres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert", sagte er. Regierungen müssten die Risiken einer stärkeren Ausbreitung des Virus mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken der Beibehaltung von Beschränkungen abwägen. Wenn Menschen sich über die Feiertage nicht treffen dürften, entstehe eine große Frustration, eine Corona- Müdigkeit und womöglich Widerstand gegen die Maßnahmen, räumte er ein.

Schweden verlässt Corona-Sonderweg

Mit dem Inkrafttreten von strengeren Vorschriften verlässt Schweden am Dienstag seinen Corona-Sonderweg. Erstmals gelten nun Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit, nur noch acht Menschen dürfen zusammenkommen. Bisher durften sich je nach Anlass 50 bis 300 Menschen treffen. Schulen und Restaurants sollen laut der Regierungsanordnung weiter geöffnet bleiben. Betreiber von Restaurants müssen allerdings darauf achten, dass pro Tisch nicht mehr als acht Gäste Platz nehmen.

Schweden ging seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den schwedischen Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung bisher auf das Verhängen von Einschränkungen – stattdessen sprach sie lediglich Empfehlungen für die Bürger aus. Die nun erstmals verhängten Einschränkungen gelten allerdings nicht für Treffen in privaten Wohnungen – der Regierung fehlt die Befugnis, um dafür Vorschriften zu mache

Das ist Deutschlands Corona-Hotspot

Der Landrat des von der Corona-Pandemie derzeit besonders stark betroffenen Landkreises Hildburghausen (Thüringen) geht von einem weiteren dramatischen Anstieg der Infektionszahlen dort aus. Am Montag ging aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor, dass die Inzidenz in dem Landkreis mit 396 deutschlandweit am höchsten war. "Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren", sagte der CDU-Politiker Thomas Müller am Montag. In Thüringen insgesamt lag die Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner – bei rund 125.

Nach den Plänen Müllers sollen ab Donnerstag weitere Verschärfungen der Anti-Corona-Maßnahmen in dem Landkreis greifen. Er halte nach wie vor an der Forderung fest, Kitas und Schulen für eine gewisse Zeit zu schließen. Auch weitere Kontaktbeschränkungen seien nötig. "Wir müssen vor die Welle kommen und diese brechen", sagte Müller. Klare Infektionsherde seien kaum mehr auszumachen. Inzwischen gebe es flächendeckend in allen Institutionen Fälle. Schulen, Kitas, Verwaltungen, Polizei und auch Altenheime seien massiv betroffen.

Aus seiner Sicht sei das Infektionsgeschehen in seinem Landkreis auch deshalb bemerkenswert, weil es ein Flächenlandkreis ohne wirkliche Ballungsgebiete sei. "Das sind 63.000 Einwohner auf einer Fläche von rund 937 Quadratkilometern", sagte Müller.

Schulferien in NRW schon ab 21. Dezember – Notbetreuung

Da die Weihnachtsferien in NRW dieses Jahr zwei Tage früher starten, wird es für Schüler von der 1. bis zur 6. Klasse am 21. und 22. Dezember eine Notbetreuung geben. Das teilte das Schulministerium in einer Mail am Montag an alle Schulen mit. Die rund 200 000 Lehrkräfte haben aber an den beiden Tagen Dienst, wie die Landesregierung in Düsseldorf beschlossen hat.

An den zwei Tagen sollen die Lehrer im Bedarfsfall eine Notbetreuung anbieten für die Kinder, deren Eltern das zuvor beantragt haben. Die Anträge sollten möglichst früh gestellt werden, appellierte das Ministerium. Sofern die Notbetreuung den offenen Ganztag und weitere Betreuungsangebote umfasse, werde entsprechend weiteres Personal einbezogen.

Der zeitliche Umfang der Notbetreuung richtet sich den Angaben zufolge nach der allgemeinen Unterrichtszeit an den beiden Tagen. Die Schüler müssen Alltagsmasken tragen. Für jede Gruppe soll eine Teilnehmerliste geführt werden. Zudem sollen Ausnahmen bei den zwei unterrichtsfreien Tagen zugelassen werden: Falls Schulen mit gymnasialer Oberstufe und berufliche Gymnasien ihre für den 21. oder 22. Dezember geplanten Klausuren oder mündlichen Prüfungen nicht verschieben können, sollen sie bei den Terminen bleiben. Auch bei Klassenarbeiten und Klausuren der Abschlussjahrgänge in Berufskollegs soll das gelten. Die Weiterbildungskollegs können an den vorgesehenen Prüfungsverfahren festhalten.

Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg Vorpommern Manuela Schwesig: Schwesig rechnet für ihr Bundesland, wo die Inzidenz bei 46 liegt, derzeit noch nicht mit Lockerungen.  (Quelle: imago images)Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg Vorpommern Manuela Schwesig: Schwesig rechnet für ihr Bundesland, wo die Inzidenz bei 46 liegt, derzeit noch nicht mit Lockerungen. (Quelle: imago images)

Schwesig will härte Maßnahmen in Hotspots

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) plädiert für zusätzliche Auflagen in Corona-Hotspots. Gleichzeitig sollten weniger betroffene Regionen bei einer niedrigen Inzidenz die Möglichkeit bekommen, die Maßnahmen früher zu lockern, sagte Schwesig am Montag im Deutschlandfunk.

Es brauche bundeseinheitliche Regeln, sagte Schwesig, aber es müsse auch nach der Inzidenz gehen. In Deutschland gebe es 24 Kreise mit einer Inzidenz über 250. "Das zeigt ja, dass es Regionen gibt, wo längst die Zahlen durch die Decke gegangen sind." Wenn man dort nicht strenger werde, werde es auch deutschlandweit keine besseren Zahlen geben.

Schwesig rechnet für ihr Bundesland, wo die Inzidenz bei 46 liegt, derzeit noch nicht mit Lockerungen. Der Wert liege noch nicht deutlich genug und dauerhaft unter 50, sagte sie. "Aber wenn man zum Beispiel die 35er-Inzidenz erreicht (...), dann müssen Lockerungen schon vorzeitig möglich sein." Es sei gut, dass Mecklenburg-Vorpommern den November-Shutdown mitgemacht habe. Nur dadurch sei erreicht worden, dass das Land weiter kein Risikogebiet sei

Bei Besuch von Hersteller: Spahn äußert sich zu Corona-Impfstoffen

Bundesgesundheitsminister Spahn und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sind am Montag zu Besuch beim Impfstoff-Hersteller IDT Biologika in Dessau-Roßlau. Spahn äußerte sich im Rahmen einer Pressekonferenz zur Corona-Lage. Er sehe Deutschland "auf einem guten Weg“ aus der Pandemie, so der Minister. Er rechne damit, dass ab Dezember erste Impfstoffe zugelassen werden könnten. Daher bereite man mit den Bundesländern bereits jetzt die erforderliche Infrastruktur vor. "Wir wollen vorbereitet sein." Das geschehe in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Ärzteschaft.

Wichtig sei ihm aber, dass die Impfung ein Angebot sei – niemand werde verpflichtet, sich impfen zu lassen. Spahn rechnet aber mit einer hohen Nachfrage: "Ich bin überzeugt, wenn wir gemeinsam diesen harten schwierigen Corona-Winter hinter uns gebracht haben, wird auch die Bereitschaft steigen, sich impfen zu lassen."

30 Millionen Impfdosen der Firma BioNTech soll Deutschland durch eine nationale Vereinbarung beziehen, erklärt Spahn. Über die Anmeldung bei der EU-Kommission rechne er mit weiteren 56 Millionen Impfdosen. "Bis zu 100 Millionen Dosen werden wir wohl bekommen", sagt der CDU-Politiker. IDT Biologika entwickelt einen Impfstoff, der, anders als die Wirkstoffe von Biontech und Pfizer oder Moderna, auf einem bewährtem Prinzip basiert. IDT rechnet damit, dass nach Abschluss aller klinischen Prüfungen Ende 2021 der Impfstoff zugelassen werden könnte. 

Reiner Haseloff äußerte sich zum Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Günther: Weihnachten im kleinen Kreis soll möglich sein 

Weihnachtsfeiern im kleinen Kreis bis zehn Personen werden aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther auch unter Corona-Bedingungen möglich sein. "Wir wollen definitiv ein Regelwerk zu Weihnachten haben, das Begegnungen ermöglicht, auf die sich viele freuen – im engen Kreis der Familie oder auch mit Freunden", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Kiel. "Große Feste mit 30 Personen sehe ich nicht und hielte ich auch nicht für verantwortbar."

Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Treffen in der schon jetzt festgelegten Größenordnung sollten definitiv denkbar sein, sagte Günther. "Und wenn zu Weihnachten eine elfte Person da wäre, wird das keiner kontrollieren." Gerade im öffentlichen Raum werde das Land schon darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden, sagte Günther. "Aber wir sagen auch klar, dass es nicht Aufgabe von Ordnungsbehörden ist, in Schleswig-Holstein in Wohnungen zu kontrollieren, ob dort zehn oder zwölf Personen sitzen."

Nächster Impfstoff-Kandidat feiert Durchbruch

Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt. Das Vakzin vermeide mit im Mittel 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, teilte das Unternehmen auf Basis von Daten aus der wichtigen Testphase III am Montag mit. Berücksichtigt wurden sowohl Daten bei einmaliger als auch zweifacher Impfung. Die Wirksamkeit der Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna liegt für Doppelimpfungen nach vorläufigen Daten bei rund 95 Prozent. Der Astrazeneca-Impfstoff kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Der gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Astrazeneca-Wirkstoff gehörte bereits seit längerem zu den vielversprechenden Kandidaten: So hatte die EU bereits vorab bis zu 300 Millionen Dosen davon bestellt. Insgesamt haben verschiedene Länder bereits Milliarden Dosen bei Astrazeneca in Auftrag gegeben. Der Wirkstoff beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen.

Über 20.000 Strafverfahren im Zusammenhang mit der Pandemie

Die deutschen Staatsanwaltschaften haben seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr Arbeit. Insgesamt hätten sie mehr als 20.000 Fälle von erschlichenen Corona-Soforthilfen oder anderen Straftaten mit Bezug zur Pandemie erreicht, sagte Sven Rebehn, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, der "Welt". Die Verwaltungsgerichte bearbeiteten mehr als 6.000 Fälle, die mit Corona zusammenhängen.

Relativ viele Verfahren drehen sich um möglichen Subventionsbetrug. "Da geht es um die Corona-Beihilfen oder auch sonstige Betrugsmaschen: Internet-Fakeshops, gefälschte Corona-Medikamente oder minderwertige Masken, die als FFP-2 verkauft werden", sagte Rebehn der Zeitung. Mit 7.500 Fällen verzeichneten die Ermittler die höchsten Zahlen in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Berlin. In der Hauptstadt muss die Staatsanwaltschaft mehr als 4.500 Fälle mit Pandemiebezug bearbeiten, weitere 1.700 Fälle liegen noch beim Landeskriminalamt.

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt weiter

Angesichts steigender Zahlen von schwer erkrankten Corona-Patienten haben Intensivmediziner vor einer Überlastung der Krankenhäuser gewarnt. "Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu", sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der "Rheinischen Post". Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt. "Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen."

Diese Anweisung sei jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig blieben und gleichzeitig unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereit gestellt werde. "Es darf nicht dazu kommen, dass wir Notfälle wegen überlasteter Corona-Stationen abweisen müssen", sagte Janssens.

Nach Divi-Daten stieg die Zahl der Patienten auf 3.709 (Stand 22.11.) – das waren 79 mehr als am Vortag. 2.132 von ihnen wurden invasiv beatmet. Derzeit sind rund 6.650 Betten frei. Vor einem Monat wurden etwas mehr als 1100 Patienten mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt, vor zwei Monaten rund 290.

Corona-Test in Bozen: Mehr als 300.000 Menschen haben sich in den vergangenen drei Tagen in Südtirol auf das Coronavirus testen lassen. (Quelle: AP/dpa/Antonio Calanni)Corona-Test in Bozen: Mehr als 300.000 Menschen haben sich in den vergangenen drei Tagen in Südtirol auf das Coronavirus testen lassen. (Quelle: Antonio Calanni/AP/dpa)

Südtirol: Massentest findet über 3.000 Infizierte

Ein dreitägiger Corona-Massentest in der norditalienischen Provinz Südtirol hat große Resonanz gefunden und mehr als 3.000 Infektionen ans Licht gebracht. Bis Sonntagabend ließen in der kleinen Alpen-Provinz mehr als 343.000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen. Wie die Behörden mitteilten, erhielten nach Abschluss der zentralen Phase bis 20 Uhr insgesamt 3.185 Teilnehmer (0,9 Prozent) ein positives Corona-Resultat.

Danach war geplant, dass die Südtiroler noch für weitere 72 Stunden bei Ärzten und an einigen anderen Orten an der Aktion teilnehmen können. Die Landesregierung wollte so die zweite Corona-Welle schneller brechen: Virusträger, die nichts von ihrer Infektion ahnen, sollten entdeckt werden. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle. Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach am Abend von einem "außergewöhnlichen Ergebnis". Allerdings bemängeln Kritiker, dass die Resultate von Antigen-Schnelltests nicht verlässlich genug seien.

Ältere Nachrichten lesen Sie hier.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

baurtchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal