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Corona-News: Merkel wirbt in Union für "Brückenlockdown"

Newsblog zu Covid-19  

Aerosolforscher fordern Kurswechsel

12.04.2021, 05:32 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online

Corona-News: Merkel wirbt in Union für "Brückenlockdown". FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr (Symbolbilder): Führende Experten machen auf die Gefahr der Übertragung in Innenräumen aufmerksam. (Quelle: imago images)

FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr (Symbolbilder): Führende Experten machen auf die Gefahr der Übertragung in Innenräumen aufmerksam. (Quelle: imago images)

"Wer sich zum Kaffee in der Fußgängerzone trifft, muss niemanden in sein Wohnzimmer einladen": Mit deutlichen Worten wenden sich Experten für Aerosole an Politiker. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität rund 133 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 2,9 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind mehr als 3 Millionen Menschen positiv getestet worden, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei mehr als 78.400 (Stand: 12. April).  

 

 
Die nachfolgenden Newsblog-Einträge sind der zeitlichen Abfolge nach geordnet. Die erste Meldung ist die aktuellste. Einträge ab Freitag, 12. April, lesen Sie im aktuellen Newsblog.


Aerosolforscher warnen Politik vor symbolischen Maßnahmen

Führende Aerosolforscher aus Deutschland fordern von der Politik einen Kurswechsel bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Seuche. "Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass DRINNEN die Gefahr lauert", heißt es in einem Brief an die Bundesregierung und an die Landesregierungen, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gilt als sicher, dass sich das Coronavirus vor allem über Luft verbreitet. "Leider werden bis heute wesentliche Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit nicht in praktisches Handeln übersetzt", kritisieren die Verfasser.

  • In Wohnungen, Büros, Klassenräumen, Wohnanlagen und Betreuungseinrichtungen müssten Maßnahmen ergriffen werden. In Innenräumen finde auch dann eine Ansteckung statt, wenn man sich nicht direkt mit jemandem trifft, sich aber ein Infektiöser vorher in einem schlecht belüfteten Raum aufgehalten hat, warnen sie. 
  • Maßnahmen wie die Maskenpflicht beim Joggen an Alster und Elbe in Hamburg etwa seien eher symbolischer Natur und ließen "keinen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen erwarten", schreiben die Experten. Sars-CoV-2-Erreger würden fast ausnahmslos in Innenräumen übertragen. Im Freien sei das äußerst selten, im Promille-Bereich. Auch würden im Freien nie größere Gruppen – sogenannte Cluster – infiziert, wie das in Innenräumen etwa in Heimen, Schulen, Veranstaltungen, Chorproben oder Busfahrten zu beobachten sei.
  • Auch die Ausgangssperren versprechen aus Sicht der Wissenschaftler mehr als sie halten können. "Die heimlichen Treffen in Innenräumen werden damit nicht verhindert, sondern lediglich die Motivation erhöht, sich den staatlichen Anordnungen noch mehr zu entziehen", schreiben sie.

Stattdessen empfehlen die Autoren mehrere Maßnahmen wie Treffen in Innenräumen so kurz wie möglich zu gestalten, mit häufigem Stoß- oder Querlüften Bedingungen wie im Freien zu schaffen, effektive Masken in Innenräumen zu tragen sowie Raumluftreiniger und Filter überall dort zu installieren, wo Menschen sich länger in geschlossenen Räumen aufhalten müssen - etwa in Pflegeheimen, Büros und Schulen.

"Die Kombination dieser Maßnahmen führt zum Erfolg", heißt es weiter. "Wird das entsprechend kommuniziert, gewinnen damit die Menschen in dieser schweren Zeit zugleich ein Stück ihrer Bewegungsfreiheit zurück." Zu den Unterzeichnern zählen der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, Generalsekretärin Birgit Wehner und der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch.

Studie: Biontech-Impfstoff schützt weniger gut gegen südafrikanische Variante

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt einer israelischen Studie zufolge weniger gut vor der südafrikanischen Coronavirus-Variante als vor anderen Varianten. "Die südafrikanische Variante ist in gewissem Umfang in der Lage, die Schutzwirkung des Impfstoffs zu durchbrechen", sagte der Co-Autor Adi Stern, der an der Universität Tel Aviv forscht, am Sonntag. Hier lesen Sie mehr.

Kanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zur Fraktionsklausur der Union: Sie soll Teilnehmern zufolge für eine kurzfristige Verschärfung des Lockdowns geworben haben. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Kanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zur Fraktionsklausur der Union: Sie soll Teilnehmern zufolge für eine kurzfristige Verschärfung des Lockdowns geworben haben. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Merkel spricht sich für "Brückenlockdown" aus

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen konsequenten Lockdown im Kampf gegen die dritte Corona-Welle ausgesprochen. Die Brücke der Beschränkungen solle möglichst kurz sein, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Sonntag in der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin. Deshalb solle jetzt konsequent vorgegangen werden. Ziel sei es, Öffnungsschritte mit Testen zu verbinden.

Über Ostern hatte der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet einen "Brückenlockdown" vorgeschlagen, mit dem die Zeit überbrückt werden könnte, bis die Impfkampagne gegen Corona stärker als bisher greift.

Südafrika-Variante kann Impfschutz durchbrechen

Die zuerst in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante kann vorläufigen Ergebnissen einer israelischen Studie zufolge den Schutz der Impfung von Biontech und Pfizer durchbrechen. Die Wissenschaftler der Universität Tel Aviv und des Gesundheitsdienstleisters Clalit verglichen 400 Personen, die geimpft und danach positiv auf das Virus getestet wurden, mit einer gleich großen Gruppe Infizierter, die nicht geimpft waren. Bei den Geimpften trat die südafrikanische Variante überproportional oft auf.

Laut der Studie macht die südafrikanische Variante B1351 etwa 1 Prozent aller COVID-19-Fälle bei allen untersuchten Personen aus. Bei Patienten, die zwei Dosen des Impfstoffs erhalten hatten, war die Prävalenzrate der Variante achtmal höher als bei nicht geimpften Patienten - 5,4 Prozent gegenüber 0,7 Prozent.

Mediziner - Intensivstationen auf bisher höchster Auslastung

Die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland erreicht nach Angaben des Verbands DGIIN den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Zugleich breche das Personal weg, twittert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis.

Es müsse sofort gehandelt werden. "Selbst wenn es zu einem harten Lockdown kommt, steigen die Zahlen weiter für 10-14 Tage." 

Laschet: "Impfprioritäten fallen lassen"

Angesichts steigender Impfstofflieferungen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für ein Ende der Corona-Impfreihenfolge bis zum Sommer ausgesprochen. "Wenn zum Ende des Frühjahrs die großen Impfstoffmengen kommen, sollten die Impfprioritäten fallen und die Impfungen für alle Menschen geöffnet werden. Das wäre ein wichtiger Baustein für die Brücke zu einem Sommer mit viel mehr Freiheit", sagte Laschet der "Bild am Sonntag". Das bisherige strenge Einhalten der Reihenfolge begrüßte er jedoch. Mit der strikten Priorisierung am Anfang habe man eine Schutzmauer für die Alten und Pflegebedürftigen errichtet. "So haben wir unzählige Leben gerettet."

Hunderte Impfwillige warten darauf, geimpft zu werden: Zum Einsatz kommt für die Sonderimpfaktion der Impfstoff von Astrazeneca. (Quelle: dpa/Stefan Sauer)Hunderte Impfwillige warten darauf, geimpft zu werden: Zum Einsatz kommt für die Sonderimpfaktion der Impfstoff von Astrazeneca. (Quelle: Stefan Sauer/dpa)

Großer Andrang bei Ü60-Sonderimpfaktion in Greifswald

Bei Sonderaktionen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald konnten sich am Samstag über 60-Jährige spontan gegen Corona impfen lassen. Zusätzliche Termine wurden in Neubrandenburg, Demmin und Mirow sowie in Greifswald und Pasewalk angeboten. In Greifswald habe es schon am Morgen einen "Riesenandrang" gegeben, sagte Anke Radlof von der Pressestelle des Landkreises. Die Ersten Impfwilligen hätten sich schon um 5.30 Uhr eingefunden, zweieinhalb Stunden vor Öffnung des Impfzentrums.

Teilweise betrug die Wartezeit zwei Stunden: "Viele hatten Klappstühle und Bücher dabei", sagte eine Pressesprecherin des Landkreises. (Quelle: dpa/Stefan Sauer)Teilweise betrug die Wartezeit zwei Stunden: "Viele hatten Klappstühle und Bücher dabei", sagte eine Pressesprecherin des Landkreises. (Quelle: Stefan Sauer/dpa)

"Viele hatten Klappstühle und Bücher dabei", sagte sie. Die Stimmung sei "total entspannt" gewesen – trotz Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Geimpft wurde mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. Während man in Vorpommern-Greifswald ganz ohne Anmeldung zum Impfen kommen konnte, verwies die Seenplatte-Verwaltung darauf, dass man sich auch einen Termin über die Hotline reservieren kann.

In Vorpommern-Greifswald waren bis mittags 500 Menschen geimpft. Dass der Impfstoff ausgehe, sei nicht zu befürchten, sagte Radlof. An der Seenplatte waren am Karsamstag bereits mehr als 960 Menschen vorrangig mit dem Astrazeneca-Impfstoff versorgt worden. Bereits am Freitag war eine Impfaktion ohne vorherige Terminvergabe in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) angelaufen, wo nach Angaben des Landkreises täglich bis zu 300 Menschen geimpft werden können.

Müller: Gesetzesänderung könnte bis zu zwei Wochen dauern

Der neue Prozess zur Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes könnte aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) bis zu zwei Wochen dauern. "Ich gehe schon davon aus, dass innerhalb der nächsten 10, 14 Tage wir das gemeinsam – Bundestag und Bundesrat – auch bewältigen werden und dass wir damit dann auch einen Rahmen haben, mit dem wir alle gemeinsam gut arbeiten können", sagte Müller am Freitagabend im ZDF-"Heute Journal".

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich ebenfalls am Freitag noch zuversichtlich geäußert, die Änderungen auch innerhalb einer Woche umsetzen zu können. Müller äußerte sich dahingehend zurückhaltend. "Wenn sich im Bundestag die Situation so darstellt, dass man wirklich schnell dort auch zu einem Ergebnis kommt, geht es sicherlich auch schneller", betonte er. Aber auch der Bundesrat müsse noch beschließen.

Angesichts steigender Neuinfektionszahlen und einer zunehmenden Belastung auf den Intensivstationen sollen am kommenden Montag nicht wie gewohnt Bund und Länder gemeinsam über neue Maßnahmen in der Corona-Krise entscheiden. Stattdessen sollen Bundestag und Bundesrat im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachschärfen, hieß es. Ziel sei es, bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen zu schaffen. Die Änderung solle schon in der kommenden Woche vom Kabinett beschlossen werden. Dessen Sitzung werde von Mittwoch auf Dienstag vorgezogen. Müller befürwortete den Vorstoß, betonte aber, dass einige Themen, etwa im Bildungsbereich, weiterhin in der Verantwortung der Bundesländer blieben.

Jeder siebte Deutsche mindestens einmal geimpft 

In Deutschland haben am Freitag 547.726 Menschen ihre Corona-Impfung erhalten. Insgesamt sind damit 15,2 Prozent der Bürger mindestens einmal geimpft, twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag. Das entspricht knapp 12,7 Millionen Menschen. Fast sechs Prozent der geimpften Personen haben demnach bereits die zweite Impfung erhalten und damit den vollen Schutz. Verimpft wurden nach Spahns Angaben bislang 17,58 Millionen Dosen.

Bundesschülerkonferenz fordert bundesweite Testpflicht an Schulen

Die Bundesschülerkonferenz fordert eine bundesweite Testpflicht für Schüler in der Corona-Pandemie. "Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation reichen freiwillige Testangebote nicht aus", zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland den Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche kostenlos in der Schule auf Corona getestet werden.

Ziel müsse sein, dass möglichst bald an jedem Tag getestet werde. "Schülerinnen und Schüler, die den Corona-Test verweigern, können nicht zum Unterricht in der Schule kommen, sondern müssen in den Distanzunterricht gehen." Diese Forderung falle den Schülervertretern nicht leicht. "Aber es geht darum, dass wir das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenbringen."

Impfmobil in Sachsen beschmiert

Unbekannte haben auf ein Impfmobil im Vogtland das Wort "Mörder" geschmiert. Das teilte das Deutsche Rote Kreuz auf Twitter mit. "Es ist eine Schande und schockiert uns", schrieb das DRK. 

Curevac hofft auf EMA-Zulassung für Corona-Impfstoff bereits im Mai

Das Corona-Vakzin des Tübinger Impfstoffherstellers Curevac könnte nach Einschätzung des Unternehmens früher von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden als bisher erwartet. "Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket", sagte Unternehmenssprecher Thorsten Schüller der "Augsburger Allgemeinen". Curevac hoffe daher auf eine Zulassung "im Mai oder Juni". Zuletzt war Curevac von einer EMA-Zulassung bis Ende Juni ausgegangen.

Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr, sagte Schüller. Für das kommende Jahr sei dann die Produktion von einer Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen. Das Unternehmen und seine Produktionspartner könnten deutlich mehr als andere Hersteller in vergleichbar dimensionierten Anlagen erzeugen, sagte Schüller. "Unsere Impfdosis ist mit zwölf Mikrogramm sehr gering." Andere mRNA-Impfstoffe bräuchten die zweieinhalb- bis achtfache Wirkstoffmenge für einen vergleichbaren Schutz.

Montgomery: "Mit Sicherheit wird die Triage wieder im Raum stehen"

Angesichts steigender Patientenzahlen in der dritten Corona-Welle hat der Vorsitzende des Weltärztebundes vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern gewarnt. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagte Frank Ulrich Montgomery der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

Auch die Triage werde "mit Sicherheit" wieder im Raum stehen. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. "Wir waren sehr dankbar, dass sie in den ersten beiden Wellen nicht gebraucht wurde. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird." Es sei deshalb richtig, dass sich die Kliniken auf einen Ansturm einstellen, sagte Montgomery.

Europas größte Uniklinik, die Berliner Charité, hatte angekündigt, in der kommenden Woche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vermehrt in Covid-19-Bereichen einzusetzen und planbare Eingriffe zurückzufahren.

Biontech und Pfizer wollen Impfstoff ab 12 Jahren einsetzen

Die Hersteller Pfizer und Biontech wollen ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen. Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht worden, erklärte der US-Pharmakonzern Pfizer am Freitag. Ähnliche Anträge sollen "in den kommenden Tagen" weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden eingereicht werden, hieß es weiter. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen.

Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, hieß es unter Berufung auf Ende März veröffentlichte Ergebnisse. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen. Die Gesundheit der knapp 2.300 Teilnehmer der Studie in den USA würden aus Sicherheitsgründen noch bis zu zwei Jahre nach dem Erhalt der ersten Impfdosis beobachtet, hieß es weiter. Bei den Jugendlichen, die im Rahmen der Studie eine Placebo-Impfung erhielten, wurden demnach 18 Corona-Erkrankungen festgestellt, aber keine einzige bei den 1.131 mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpften Personen.

Die Hersteller haben auch bereits eine klinische Studie für Babys ab sechs Monaten und jüngere Kinder begonnen. US-Experten rechnen jedoch nicht vor Anfang nächsten Jahres mit der Zulassung eines Impfstoffs für diese Altersgruppe. Die in den USA ebenfalls eingesetzten Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson sind bislang nur für Erwachsene zugelassen. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern sind inzwischen gut 25 Prozent der rund 260 Millionen Erwachsenen vollständig geimpft. US-Präsident Joe Biden hat versprochen, dass bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land ist.

Scholz pocht auf Testangebot-Pflicht in Unternehmen 

Vizekanzler Olaf Scholz bekräftigt seine Forderung nach einer Testpflicht in den Betrieben. "Nur sechs von zehn Beschäftigten erhalten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen", sagt der SPD-Kanzlerkandidat der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht. "Das ist deutlich zu wenig, unsere Vereinbarung zielte auf eine Testquote von 90 Prozent." Deshalb sei die Zeit der Appelle vorüber. "Wir müssen die Unternehmen verbindlich dazu verpflichten, ihren Beschäftigten ein Testangebot zu machen. Das sollte Bestandteil unserer Corona-Beschlüsse in der kommenden Woche sein."

Mehr Homeoffice, der Einsatz von medizinischen Masken und umfangreiches Testen, darauf seien viele Unternehmen in der Pandemie auch von selbst gekommen, erstaunlicherweise aber nicht alle, so der Finanzminister. "Das könnte man auch als nationale Pflicht begreifen. Es gibt Dinge, die man einfach tut, weil es sich gehört." Man könne eine Pandemie nicht bekämpfen, wenn jeder als Erstes nach einer Entschädigung frage.

RKI-Zahlen am Samstag

Bei den Corona-Neuinfektionen ist kein Abwärtstrend in Sicht. Die Zahlen steigen weiterhin an. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird vom RKI mit 120,6 angegeben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wieder Verzögerungen bei Astrazeneca-Lieferungen

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca hat erneut Verzögerungen bei der Lieferung seines Corona-Impfstoffs in die EU eingeräumt. Eine von zwei Lieferungen, die für diese Woche geplant gewesen seien, verzögere sich, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitagabend der Nachrichtenagentur AFP. Als Grund gab er eine erforderliche Überprüfung der Impfdosen an. Die Lieferzusage für das zweite Quartal werde aber trotz der Verzögerung eingehalten.

Wie die "Financial Times" berichtete, kann Astrazeneca den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen in dieser Woche nur 1,3 Millionen Impfdosen liefern – erwartet wurden 2,6 Millionen Impfdosen. Der Ausfall soll demnach gleichmäßig auf alle Länder verteilt werden.

Triage wieder Thema auf Intensivstationen

Angesichts steigender Patientenzahlen in der dritten Corona-Welle hat der Vorsitzende des Weltärztebundes vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern gewarnt. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagte Frank Ulrich Montgomery der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

Auch die Triage werde "mit Sicherheit" wieder im Raum stehen. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. "Wir waren sehr dankbar, dass sie in den ersten beiden Wellen nicht gebraucht wurde. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird." Es sei deshalb richtig, dass sich die Kliniken auf einen Ansturm einstellen, sagte Montgomery.

Kein Beweis für Blutgerinnsel wegen J&J-Impfstoff

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat nach eigenen Angaben bislang keinen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln gefunden. Die Untersuchungen zu Fällen von Blutgerinnseln dauerten an, erklärte die FDA am Freitag (Ortszeit).

Bislang seien "einige" Fälle bekannt geworden, in denen Patienten nach einer Impfung mit dem Johnson & Johnson-Vakzin Blutgerinnsel und einen Rückgang der Blutplättchen erlitten hätten. "Beides kann viele verschiedene Ursachen haben", erklärte die Arzneimittelbehörde. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald neue Erkenntnisse vorlägen.

Landkreis sucht Teilnehmer von illegaler Jugendparty

Nach einer illegalen Jugendparty in der Region Bad Doberan mit mehreren Corona-Neuinfektionen am vergangenen Dienstag sucht der Landkreis Rostock nach den Teilnehmern. Bislang seien 22 von ihnen ermittelt worden, fünf seien mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Kreis am Freitag mit. Sie hätten in den vergangenen Tagen auch Kontakte mit anderen Jugendlichen gehabt. Es sei bereits eine Folgeinfektion bei einer Person, die nicht an der Party teilgenommen habe, bekannt. Wie viele Personen insgesamt an dem Treffen teilgenommen haben, ist noch unklar, wie Bad Doberans Bürgermeister Jochen Arenz (parteilos) sagte.

Nach Angaben des Kreises werden die Ermittlungen weitergeführt. Es handele sich um ein sogenanntes Superspreading-Ereignis, das sich derzeit nicht kontrollieren lasse. Es sei jedoch wichtig, die Infektionsketten, die von der Party ausgehen und sich in die Region zwischen Bad Doberan, Kühlungsborn, Kröpelin und Satow erstrecken, wirksam zu unterbrechen.

Die Folgen der Party werden von Montag an in mehreren Schulen spürbar sein. Für die Klassenstufen 9 bis 12 wurde vom Kreisgesundheitsamt eine Testpflicht vor Unterrichtsbeginn angeordnet. Der Landkreis wies auf die Dramatik der Infektionen und nachfolgenden Quarantäne hin. Sie würden den Ablauf der Prüfungen zum Abitur beziehungsweise zur Mittleren Reife stören, deren Daten in Reichweite für Covid-19-Erkrankungen und Quarantänen für Kontaktpersonen liegen. Für alle Partyteilnehmer gelte bereits, dass sie laut Allgemeinverfügung Quarantäne einzuhalten haben.

Biontech/Pfizer beantragt in den USA Vakzin-Zulassung für Jugendliche

Biontech/Pfizer hat in den USA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Jugendliche beantragt und weitere Zulassungsanträge in anderen Ländern angekündigt. Bei der US-Arzneimittelbehörde FDA sei ein Antrag auf Erweiterung der Notfallzulassung gestellt worden, teilten der US-Pharmakonzern Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech am Freitag mit. Die klinischen Tests der Phase-3-Studie hätten bei dieser Altersgruppe eine Wirksamkeit von 100 Prozent ergeben.

"Die Unternehmen freuen sich auf die enge Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (...) sowie weiteren Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt, um Notfallzulassungen oder bedingte Zulassungen für ihren COVID-19-Impfstoff möglichst schnell auf 12- bis 15-Jährige erweitern zu können", hieß es in der Unternehmensmitteilung. Pfizer und Biontech würden daher "in den kommenden Tagen ähnliche Anträge bei weiteren Zulassungsbehörden einreichen".

Corona-Impfung in einer Hausarztpraxis: Den Hausärzten steht offenbar bald weniger Impfstoff zur Verfügung als ursprünglich geplant. (Quelle: imago images)Corona-Impfung in einer Hausarztpraxis: Den Hausärzten steht offenbar bald weniger Impfstoff zur Verfügung als ursprünglich geplant. (Quelle: imago images)

Rheinland-Pfalz beschließt Ausnahmen für vollständig Geimpfte

Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten in Rheinland-Pfalz künftig Ausnahmen von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet. Das beschloss das Kabinett am Freitag, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Fünf Prozent der Rheinland-Pfälzer haben laut Robert Koch-Institut bislang zwei Impfungen bekommen.

Als vollständig geimpft gelte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission derzeit, wer vor 14 Tagen die zweite Impfung bekommen habe und keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweise. Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz müsse den Betreibern – also etwa den Anbietern körpernaher Dienstleistungen oder der Außengastronomie - schriftlich oder digital nachgewiesen werden. Diese Änderung gilt ab Sonntag, zunächst bis zum 25. April.

Die Pflicht zur Absonderung von Mitbewohnern und Kontaktpersonen nach der Einreise aus einem Risikogebiet gilt von Montag an nicht mehr für vollständig Geimpfte. Voraussetzung ist, dass keine Symptome einer Coronavirus-Erkrankung vorliegen und die Einreise nicht aus einem Virusmutantengebiet erfolgte. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 10. Mai. Davon ausgenommen sind Patienten und Bewohner von stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.

EU-Behörde untersucht auch Johnson&Johnson-Impfstoff wegen Thrombose

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht auch mehrere Fälle von Blut-Gerinnseln nach Impfung mit dem Stoff von Johnson&Johnson. Man nehme vier ernste Fälle von Thrombosen in den Blick, erklärt die EMA. Einer von diesen sei tödlich verlaufen. Zudem prüfe man fünf Fälle des sogenannten Kapillarlecksyndroms, die im Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Imfpung stehen könnten.

Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

Bundesregierung ernennt neue Hochinzidenzgebiete

Die Bundesregierung hat vier neue Hochinzidenzgebiete ernannt – darunter die Türkei und Kroatien. Andere Länder hingegen sind nicht mehr auf der Liste. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI meldet neuen Tagesrekord bei Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blickt positiv auf den Einstieg der Hausarztpraxen in die Corona-Impfungen. "Beim Impfen sind wir auf einem guten Weg. In den vergangenen Tagen wurden so viele Menschen geimpft, wie nie zuvor", sagte Spahn am Freitag. Das Robert Koch-Institut meldete exakt 719.927 am Donnerstag verabreichte Impfdosen – ein neuer Bestwert. Rund 325.000 davon entfielen dabei auf die Arztpraxen.

Dieser Anstieg in den vergangenen Tagen sei darauf zurückzuführen, dass einerseits mehr Impfstoffe verfügbar gewesen seien und auch die Hausärzte in die Corona-Impfungen eingestiegen seien. Demnach hätten Stand Freitagmorgen 14,7 Prozent der Deutschen eine erste Impfung erhalten. Insgesamt verabreicht wurden laut Spahn seit dem Start der Impfkampagne im Dezember damit rund 17 Millionen Impfdosen.

Hier könnte Sputnik V in Deutschland produziert werden

Deutschland will sich den russischen Impfstoff schnell sichern, mehrere Firmen wollen ihn herstellen. Doch es gibt große Probleme: In Bayern fehlen Genehmigungen, in Sachsen-Anhalt Kapazitäten. Verliert Putins Vakzin das Rennen gegen die Zeit? Hier lesen Sie alle Infos.

Bund reduziert Impfstoff-Lieferungen an Hausärzte

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Impfstoff-Lieferungen an die Hausärzte in zwei Wochen offenbar massiv reduziert. Das berichtet der "Business Insider", dem ein neuer Lieferplan aus dem Haus von Jens Spahn vorliegt.

Demnach sollen vom 19. bis 25. April 463.320 Biontech-Dosen und 568.000 Astrazeneca-Dosen an die Praxen gehen. Anstelle der ursprünglich vereinbarten rund 1,7 Millionen Dosen würden damit nur 1.031.320 Dosen an Hausarztpraxen geliefert werden – also rund 700.000 weniger. Zudem sollte es ursprünglich auch nur Biontech-Mittel sein.

Eine Woche später sollen dem "Business Insider" zufolge zwar 1.153.620 Dosen Biontech und 556.800 Dosen Astrazeneca an die Praxen gehen, also 1.716.270. Doch eigentlich hätten es insgesamt aber 2,6 Millionen sein müssen. Grund für die Reduzierung seien drohende Liefer-Ausfälle in den Impfzentren, woraufhin die Länder nun Gesundheitsminister Spahn gebeten haben sollen, Impfstoff von den Praxen abzuzwacken.

Erneut Rekord bei Neuinfektionen in der Türkei

Die Corona-Neuinfektionen in der Türkei sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 54.740 Neuinfektionen an einem Tag und 276 Todesfällen in 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern hatte Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der kommende Woche beginnt, sollen weitere Maßnahmen greifen. Cafés und Restaurants, die zurzeit geöffnet sind, müssen dann etwa auf Paketservice umstellen.

In den USA ist inzwischen jeder Fünfte voll gegen Corona geimpft 

In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft: Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag zeigten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen – rund 260 Millionen Menschen – ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent.

Gut 112 Millionen Menschen erhielten dem CDC zufolge seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember zumindest eine Impfung. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Insgesamt wurden für Erst- und Zweitimpfungen seither rund 175 Millionen Dosen verspritzt.

In den USA wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den USA ab 16 Jahren zugelassen, die übrigen nur für Erwachsene. US-Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben.

Leeres Klassenzimmer: Die Schulen in NRW bleiben größtenteils wieder zu. (Quelle: imago images/Kirchner-Media)Leeres Klassenzimmer: Die Schulen in NRW bleiben größtenteils wieder zu. (Quelle: Kirchner-Media/imago images)

NRW schickt Schüler in Distanzunterricht

Für die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen findet nach den Osterferien kein Unterricht mehr in den Klassenräumen statt. Ab Montag werde es wieder Distanzunterricht geben, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag. Die "Rheinische Post" und der WDR berichteten, dass die Abschlussklassen davon aber ausgenommen werden sollen. 

RKI meldet Impf-Rekord

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Menschen wie nie zuvor an einem Tag gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, haben am 7. April 656.357 Bürger eine Corona-Impfung erhalten. Der bisherige Rekord an täglichen Impfungen gegen Covid-19 lag bei unter 400.000 Personen an einem Tag.

Damit sind nun 4.737.605 Menschen – das sind 5,7  Prozent der Gesamt­bevölkerung – vollständig geimpft. Insgesamt wurde 11.515.936 Personen mindestens eine Impf­dosis verabreicht. Erst vor wenigen Tagen startete die Impfkampagne in den Hausarztpraxen. Vor welchen Herausforderungen die Mediziner stehen, lesen Sie hier.

Spahn für Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit Inzidenzwert über 100

In der Debatte über einen verschärften Corona-Lockdown hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ausgesprochen. Auf diese Weise sollten abendliche Privatkontakte und damit die Zahl der Neuinfektionen reduziert werden, sagte Spahn am Donnerstag im Hörfunksender WDR 5.

Als weitere Handlungsfelder bei einem bundesweit einheitlichen Vorgehen zur Infektionseindämmung nannte Spahn Kitas und Schulen sowie die Wirtschaft. Es sei "wichtig, in den Schulen sehr konsequent zweimal die Woche mindestens zu testen". Gleiches gelte am Arbeitsplatz: "Da wo nicht Homeoffice geht, da muss auch mindestens zweimal die Woche ein Testangebot her."

Spahn bezeichnete es als wichtig, im Kampf gegen die weitere Corona-Ausbreitung zu einem bundesweit "einheitlichen Verständnis der Lage" zu kommen. "Die Zahlen sind noch immer zu hoch." Notwendig seien "einheitliche Maßnahmen für und in allen Bundesländern". "Das erhält am Ende Akzeptanz." Bei sinkenden Infektionszahlen könnten durch vermehrtes Testen auch nach und nach Bereiche des gesellschaftlichen Leben wieder geöffnet werden.

Am Montag will Kanzlerin Angela Merkel sich erneut mit den Ministerpräsidenten beraten. Zuvor hatte sie sich für einen bundesweiten Lockdown ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Charité schränkt Klinikbetrieb wegen Corona-Patienten stark ein

Weil die Berliner Charité wieder mehr Corona-Patienten stationär aufnehmen muss, wird erneut die Zahl der planbaren Eingriffe reduziert. Die Mitarbeiterzahl in der Covid-Behandlung wird hingegen verstärkt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Stephan Weil spricht sich gegen bundesweiten Lockdown aus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil lehnt einen kurzen bundesweiten Lockdown ab, wie ihn Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ins Spiel gebracht haben. "Ich sehe wirklich mit großer Sorge, dass hier einfach ein Begriff in die Runde geworfen wird, und kein Mensch weiß im Ernst, was damit gemeint ist. Und das ist falsch", sagt der SPD-Politiker im ZDF-Morgenmagazin.

Er sei gegen einen "kurzatmigen Aktionismus" und habe "große Zweifel", dass Niedersachsen einen bundesweiten Lockdown mittragen würde. "Dafür sehe ich schlicht die Umstände nicht." Die Zahlen in Niedersachsen gingen zurück, die Lage in den Krankenhäusern sei entspannt. "Immer mehr Teile unseres Landes wachsen gerade aus der Notbremse heraus."

Anstatt Lockerungen aufzuheben, will Niedersachsen in Kürze erproben, ob an Corona-Tests geknüpfte Öffnungen von Geschäften, Cafés und Kultureinrichtungen möglich sind. Dafür hat die Landesregierung in der vergangenen Woche 14 Modellkommunen ausgewählt.

Zug auf Sylt wegen Corona-Falls evakuiert

Ein Zug der Marschbahn ist am Mittwoch in Westerland auf Sylt wegen eines Corona-Falls evakuiert worden. Die leere Bahn sei nach Husum zur Desinfektion gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Der Zug hätte nach Hamburg fahren sollen. Wie viele Reisende betroffen waren und wie der Corona-Fall bekannt wurde, konnte die Sprecherin nicht sagen. Zunächst hatte shz.de berichtet.

Ohne die EU: Deutschland will sich Sputnik jetzt alleine sichern

Deutschland will nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters einen bilateralen Vertrag für den Ankauf des russischen Impfstoffes Sputnik V aushandeln. In der Sitzung der EU-Gesundheitsminister habe die EU-Kommission am Mittwoch erklärt, dass sie keinen Vorvertrag zu Sputnik V wie mit den anderen Impfstoffanbietern schließen wolle, erfuhr Reuters aus Teilnehmerkreisen. 

Bundesminister Jens Spahn habe bei dem Treffen angekündigt, dass Deutschland nunmehr bilateral einen Vertrag verhandeln werde, um sich den Impfstoff zu sichern. Zuerst müsse dabei geklärt werden, welche Mengen Russland überhaupt wann liefern könne. In jedem Fall setze Deutschland aber weiterhin auf eine europäische Zulassung, habe Spahn betont. Russland müsse der europäischen Arzneimittelagentur EMA dafür nun die dafür notwendigen Daten liefern.

Die Bundesregierung drängt seit längerem darauf, dass die EU-Kommission auch über einen möglichen Ankauf dieses Impfstoffes verhandelt. EU-Kommissar Thierry Breton hatte das als nicht notwendig bezeichnet, weil sich die EU bereits genügend Impfstoff von anderen Herstellern gesichert habe. Etliche EU-Staaten haben sich aber auf bilateralem Weg bereits Dosen von Sputnik V gesichert. CSU-Chef Markus Söder hat angekündigt, dass Bayern einen Vorvertrag für den Bezug von Sputnik V mit einem Hersteller in Illertissen schließen werde.

Italien empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nun für über 60-Jährige

Auch Italien ändert seine Impfrichtlinien und empfiehlt das Präparat von Astrazeneca jetzt für Menschen über 60 Jahre. Das gab der Präsident des obersten Gesundheitsinstituts (CTS), Franco Locatelli, am Mittwochabend in Rom bekannt. Er und andere Experten des Gesundheitsministeriums betonten, dass der Impfstoff in Italien weiter als ein sehr gutes Mittel eingestuft werde. Aufgrund von sehr seltenen Vorkommnissen von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Präparat habe Gesundheitsminister Roberto Speranza sich aber für die "bevorzugte Verwendung" von Astrazeneca-Dosen bei Menschen über 60 Jahre entschieden.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte am Mittwoch erklärt, dass es sich nach ihrer Einschätzung bei den Blutgerinnseln um Nebenwirkungen des Vakzins handelt. Die EMA nahm jedoch keine Änderung an ihrer uneingeschränkten Empfehlung für den Impfstoff vor. Italien hatte sich zuletzt daran orientiert.

In Europa gelten in unterschiedlichen Staaten allerdings schon länger unterschiedliche Regeln beim Einsatz des Astrazeneca-Mittels. In Deutschland hatte die ständige Impfkommission (Stiko) den Astrazeneca-Impfstoff zuletzt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Andere Staaten nehmen 55 Jahre als Altersgrenze.

Rekorde bei Neuinfektionen und Todesfällen in der Türkei

Das türkische Gesundheitsministerium meldet 54.740 Neuinfektionen und 276 weitere Todesfälle - in beiden Fällen die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte vergangene Woche strengere Beschränkungen an. Im Fastenmonat Ramadan - ab dem 13. April - sollen dabei an den Wochenenden landesweite Lockdowns gelten.

Gesundheitsminister vertagen Entscheidung zu Zweitimpfungen mit Astrazeneca

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben eine Entscheidung über den Umgang mit Zweitimpfungen von Menschen, die bereits einmal mit dem Präparat von Astrazeneca geimpft wurden, vertagt. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Nun solle es am Dienstag neue Beratungen unter Einbeziehung der Ständigen Impfkommission (Stiko) geben.

Hintergrund ist der Beschluss, wegen des in seltenen Fällen Auftretens von Hirnthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen das Mittel in der Regel nur noch für Impfungen bei über 60-jährigen einzusetzen. Jüngeren Menschen soll es nur noch auf deren Wunsch hin und nach ärztlicher Beratung angeboten werden.

Die Stiko hat empfohlen, auch bei einer bereits erfolgten Erstimpfung mit Astrazeneca für die Zweitimpfung auf die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna auszuweichen. Alternativ war im Gespräch, im Einzelfall nach ärztlichem Ermessen eine Zweitimpfung mit Astrazeneca in Arztpraxen zu ermöglichen.

Karl Lauterbach mit Astrazeneca geimpft 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich mit Astrazeneca impfen lassen. "Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen", twitterte Lauterbach am Mittwoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI warnt: Fallzahlen bei Kindern steigen "besonders stark"

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist besorgt über die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus in Kitas und Schulen. "Die Covid-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Newsletter des Instituts. Von letzteren gingen "auch zunehmend Übertragungen" aus. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend bei den Infektionen demnach nicht fortgesetzt.

Beim Großteil der Corona-Fälle sei der Infektionsort nicht bekannt, heißt es in dem RKI-Bericht weiter. Ausbrüche beträfen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld. Hingegen habe die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen.

Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordere die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischen und individuellen Maßnahmen zur Infektionsprävention. "Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden." Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb der Kita oder Schule minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung fünf bis sieben Tage zuhause bleiben, empfahl das RKI. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen komme, solle eine frühzeitige Schließung der Einrichtung erwogen werden.

Schleswig-Holstein öffnet Außengastronomie ab Montag 

Trotz der Debatten über eine Verschärfung des Corona-Lockdowns in Deutschland kann die Außengastronomie in Schleswig-Holstein wie von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt ab nächstem Montag öffnen. Mehr dazu lesen Sie hier.  

Söder wirbt für spezielle Impfangebote an jüngere Politiker

Angesichts steigender Ansteckungsgefahren durch neue Corona-Varianten hält CSU-Chef Markus Söder Impfungen für Politiker unter 60 Jahren für angebracht. "Wir müssen auch überlegen, noch mal tatsächlich in den nächsten Wochen, ob wir nicht noch ein paar Impfdosen übrig haben, wenn die Zahl wächst, um die Funktionsfähigkeit beispielsweise eines Landtags aufrecht zu erhalten, oder des Bundestages", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch nach der Sitzung des Kabinetts in München. "Nach meiner Überzeugung müssen die Parlamente in dieser Situation absolut handlungsfähig sein."

Bislang erhalten auch Politiker in Deutschland ihre Impfangebote nur entsprechend der geltenden Impfreihenfolge, maßgeblich ist hier also meist das Alter. Das bedeutet, dass Personen unter 60 Jahren derzeit nur in Ausnahmen, etwa wegen des Berufs, schon geimpft werden können.

Für Söder birgt das aber eine Gefahr, denn durch die gesteigerte Ansteckungsgefahr könne es in Parlamenten schnell geschehen, dass sich "eine halbe Fraktion" infiziere. Mit Impfangeboten für jüngere Politiker könne dagegen für Krisensitzungen die Handlungsfähigkeit der Demokratie gewährleistet werden.

Ema empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff trotz Thrombose-Risiko

Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde Ema uneingeschränkt die Anwendung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Ema am Mittwoch in Amsterdam.

Die Blutgerinnsel sollen künftig als seltene Nebenwirkung gelistet werden. Sie seien vor allem bei Frauen im Alter von unter 60 Jahren binnen zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. 

Astrazeneca hat immer wieder erklärt, Studien hätten keine erhöhte Thrombose-Gefahr gezeigt. Die Ema geht nach eigenen Angaben derzeit mehr als 60 Berichten zu Gehirn-Thrombosen nach der Impfung nach. Einige verliefen tödlich. Mehrere Länder – darunter Deutschland – empfehlen die Impfung mit Astrazeneca inzwischen nicht mehr für jüngere Menschen. 

10.000 Dosen Impfstoff in Rheinland-Pfalz nicht geliefert

Eine ausgefallene Biontech/Pfizer-Lieferung bremst in Rheinland-Pfalz das Impftempo. Am Dienstag seien rund 10.000 fest zugesagte Dosen des Impfstoffs nicht geliefert worden, sagte Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) am Mittwoch in Mainz. Die Gründe dafür seien unklar.

Am Dienstagnachmittag waren bereits in Berlin zwei der sechs Impfzentren vorfristig geschlossen worden, weil ein Impfstofftransport wegen mutmaßlich technischer Schwierigkeiten aufgehalten worden war, wie es von der Gesundheitsverwaltung geheißen hatte. In beiden Zentren wurde zuletzt das Biontech-Präparat verabreicht.

Söder: Selbst 12. April womöglich zu früh für nächste Corona-Schalte

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder rechnet in dieser Woche nicht mehr mit einer Konferenz von Bund und Ländern um den weiteren Corona-Kurs. Es werde wohl keine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz geben, sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Er begründete dies mit den unterschiedlichen Meinungen unter den Ländern für ein einheitliches Vorgehen etwa für einen erneuten harten Lockdown. Derzeit sehe es leider nicht nach der Einheitlichkeit aus, die für den härteren Kurs notwendig sei.

"Ich halte die Idee für sinnvoll", betonte Söder mit Blick auf einen schärferen Corona-Kurs, aber im Moment gebe es dafür von den SPD-Ländern keine Unterstützung und auch unter den CDU-Ländern gebe es keine "große Unterstützung". Ein "genereller Lockdown" könne aber nur einheitlich von Bund und Ländern beschlossen werden, ansonsten drohe ein erneuter Flickenteppich.

Die nächste MPK ist für den kommenden Montag (12. April) geplant. Auf Nachfrage erklärte Söder, dass auch dieser Termin möglicherweise zu früh komme. Entscheidend sei, dass sich vorher klare Mehrheiten abzeichneten, sagte er. "Wir müssen definieren, was auf der nächsten MPK beschlossen wird." Dann sei auch die Frage wichtig, wie sich Impfungen auf die Rechte von Bürgern auswirkten. Die Bewertung der weiteren Corona-Zahlen spreche auch gegen ein Treffen am Montag.

Bayern verschiebt geplante Öffnungen um zwei Wochen – und verkündet Sputnik-Deal

Geplante Öffnungen in Bayern werden um zwei Wochen verschoben. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts am Mittwoch. Grund sei die unklare Inzidenzlage nach den Osterfeiertagen, so der CSU-Chef: "Wir glauben, dass es besser ist, noch einmal zwei Wochen zu warten".

Lockerungen bei Außengastronomie und beim Sport sind somit erst einmal vom Tisch. Auch der Start von Modellregionen, in denen mit Corona-Tests weitere Lockerungen möglich gewesen wären, müssen zwei weitere Wochen warten. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Moderna dementiert Lieferengpass von Impfdosen im April

Das US-Biotechnologieunternehmen ist einem Bericht über Lieferausfälle seines Coronavirus-Impfstoffs entgegengetreten. "Moderna hat sich verpflichtet, alle vierteljährlichen vertraglichen Liefervereinbarungen mit der Europäischen Kommission und den einzelnen Mitgliedsstaaten einzuhalten", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. "Die Lieferungen im April sind auf Kurs, bei den Dosen die Bandbreiten zu erreichen, die den Regierungen zuvor genannt wurden." Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte: "Moderna hat uns gegenüber keine Änderung von Lieferplänen kommuniziert."

Das Newsportal "businessinsider.de" hatte unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass eine für Ende April geplante Lieferung von bis zu 878.000 Moderna-Impfdosen ausfalle. 

Moderna erklärte, das Unternehmen storniere keine Lieferungen. Je nach Verlauf der Produktion und Freigabe der Chargen könne es aber aktualisierte Lieferankündigungen geben. Höchste Qualität und die Sicherheit des Impfstoffs stünden im Vordergrund. "Moderna bleibt in engem Kontakt mit allen Regierungen und ist sich der Bedeutung der Lieferplanung für die Durchführung der Impfungen bewusst", hieß es. 

Merkel ist für kurzen und einheitlichen Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich angesichts der Infektionszahlen für einen klaren Lockdown aus. "Deswegen ist jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown richtig", sagt ihre Vize-Sprecherin Ulrike Demmer. Mehr dazu lesen Sie hier.

NRW bleibt trotz sinkender Infektionszahlen bei Notbremse

In Nordrhein-Westfalen bleibt trotz sinkender Infektionszahlen in einigen Landkreisen die sogenannte Notbremse mit Corona-Einschränkungen in Kraft. Das kündigt das Gesundheitsministerium in Düsseldorf an. Dies gelte auch für Kreise wie Olpe, Wesel und den Rhein-Sieg-Kreis, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz seit drei Tagen wieder unter der Marke von 100 liegt.

Als Grund werden die wenig verlässlichen Zahlen über Ostern genannt. Für eine Aufhebung der Notbremse-Regelung sind in NRW künftig mindestens sieben Tage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 und eine stabile Tendenz erforderlich.

Lieferengpass bei Moderna – bis zu 880.000 Dosen könnten fehlen

Impfstoff ist in Deutschland knapp. Nun berichtet der "Business Insider" das auch vom Impfstoffhersteller Moderna eine große Menge Impfdosen offenbar nicht geliefert werden kann. Bis zu 880.000 Dosen könnten demnach fehlen. Als Quelle für seine Informationen nennt der "Business Insider" Regierungskreise.

Zwischen 627.600 und 878.400 Dosen des US-Impfstoffs hat das Gesundheitsministerium zwischen dem 26. April und dem 2. Mai eingeplant. Der Grund für den Lieferengpass ist noch nicht bekannt. t-online hat das Gesundheitsministerium um eine Stellungnahme zu dem Bericht gebeten. Eine Antwort blieb bislang aus. 50,5 Millionen Dosen soll der Pharmakonzern Moderna an die Europäische Union ausliefern.

Lambrecht befürwortet Vorstoß für mehr Freiheiten für vollständig Geimpfte

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich hinter den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestellt, vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen mehr Freiheiten einzuräumen. "Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung.

Die Grundrechte seien durch das Grundgesetz garantiert, betonte Lambrecht. Sie dürften nur in Ausnahmefällen, mit guter Begründung und unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit eingeschränkt werden. "Wir leben in keinem Obrigkeitsstaat, der Grundrechte nach Belieben einschränken oder zurückgeben kann."

Spahn hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, Geimpften nach dem Ende der dritten Infektionswelle wieder mehr Freiheiten einzuräumen. In der "Bild am Sonntag" begründete er dies mit einer neuen Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI), wonach vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte weniger infektiös sind als symptomfrei Infizierte mit negativem Corona-Schnelltest.

Biden bescheinigt USA "unglaubliche Fortschritte" beim Impfen

Impfen ohne "verwirrende Einschränkungen": In den USA sollen alle Erwachsenen schon in weniger als zwei Wochen einen Termin für eine Corona-Impfung vereinbaren können. "Wir machen unglaubliche Fortschritte", sagte US-Präsident Joe Biden am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Weißes Haus lehnt staatlichen Corona-Impfausweis ab

Das Weiße Haus hat Vorschlägen für einen staatlichen Corona-Impfausweis in den USA eine Absage erteilt. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, sagte am Dienstag, die Regierung unterstütze kein "System", das von US-Bürgern das Mitführen einer Impfbestätigung verlange. "Es wird keine Impfdatenbank auf Bundesebene und keine Anordnung der Bundesregierung geben, dass jeder einen einheitliche Impfnachweis erhalten muss."

Private Unternehmen könnten der Idee einer Impfbestätigung aber nachgehen, sagte Psaki, etwa für Sportveranstaltungen in Stadien. Dabei müsse aber die Privatsphäre geschützt werden. Auch dürfe es keine "Diskriminierung" geben. Die Regierung wolle dazu Richtlinien entwerfen, sagte die Biden-Sprecherin.

Spahn dringt auf bundeseinheitliche härtere Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf ein bundesweit einheitliches Agieren von Bund und allen Ländern gegen die Corona-Pandemie. Entscheidend sei nicht, auf welchem Weg dies erreicht werde, ob durch mehr Bundeskompetenzen oder Absprachen der Länder: "Entscheidend ist, dass es passiert", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ARD. Es brauche "möglichst große Einheitlichkeit und Einigkeit (...) zwischen Bund und vor allem auch möglichst allen 16 Ländern, vor allem darüber, dass die Inzidenz nicht über 100 steigen darf und sollte, ohne dass dann eben auch sehr stark Maßnahmen ergriffen werden".

Impfen und Testen allein könnten die dritte Welle nicht brechen, sagte Spahn. Es müssten auch Kontakte und damit Infektionen reduziert werden. Dabei seien die privaten Kontakte, Schulen beziehungsweise Kitas sowie das Arbeitsleben die drei Hauptbereiche, die in den Blick zu nehmen seien. "Es geht um einen Lockdown, der die Welle so bricht, dass wir anschließend mit viel mehr Tests, mit mehr Sicherheit bestimmte Bereiche öffnen können und dann in einem nächsten Schritt mit dem Impfen dann den entscheidenden Unterschied machen können", erklärte der Minister. Und er bekräftigte das bisherige Versprechen: "Wir werden im Sommer alle impfen können."

Kreuzfahrtschiffe der Norwegian Cruise Line gehen ab Juli für Geimpfte wieder auf Reisen

Das Kreuzfahrtunternehmen Norwegian Cruise Line bietet ab Juli wieder Reisen an – jedoch nur für Geimpfte. Die US-Reederei gab am Dienstag bekannt, sie werde ab dem 25. Juli schrittweise die Kreuzfahrten wieder aufnehmen. Drei Schiffe der 17-köpfigen Flotte werden demnach neue Routen rund um Griechenland und die Karibik befahren.

Die Kreuzfahrtpassagiere müssten vollständig geimpft sowie getestet sein, bevor sie an Bord der Schiffe gehen könnten, erklärte das Unternehmen, dessen Flotte seit einem Jahr wegen der Corona-Pandemie keine Reisen mehr angeboten hat. Neben den vorgeschriebenen Impfungen und Tests für Passagiere und Besatzung versprach das Unternehmen, eine "medizinisch hochwertige Luftfiltration" an Bord sowie verstärkte "Hygienemaßnahmen und verbesserte medizinische Ressourcen".

Söder stellt Bedingung für vorgezogenes Bund-Länder-Treffen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Verschärfung des Corona-Kurses zur Bedingung für eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz gemacht. Wenn das Ergebnis ähnlich wie beim letzten Mal sei, "dann glaube ich, sind viele Bürger zu Recht sehr enttäuscht", sagte er am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Wenn, dann muss es was Richtiges sein. Dann muss es entweder sein, dass wir tatsächlich einen Lockdown verlängern oder dass wir die Maßnahmen, die wir getroffen haben, so anschärfen, damit sie automatisch gelten." Das Regelwerk dafür sei beschlossen und es müsste nur umgesetzt werden.

Weitere Öffnungsschritte lehnte Söder ab. "Wir brauchen jetzt erstmal eine sichere Basis", sagte der CSU-Chef. Daher sei es wichtig, dass die Notbremse überall gelte. "Und zwar konsequent - auch mit Ausgangsbeschränkung." Hier lesen Sie mehr zu Söders Auftritt bei Lanz.

Rom: Ausschreitungen bei Corona-Demo 

Bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Nähe des Parlaments in Rom ist es am Dienstag zu Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde mindestens ein Polizist verletzt. Mehrere Protestler seien festgesetzt worden. Die Zeitung "La Repubblica" schrieb, Beteiligte hätten von verletzten Demo-Teilnehmern berichtet.

Die Demonstranten, darunter Besitzer sowie Mitarbeiter von Restaurants, Läden und Sportstudios, hätten gegen Schließungen und Einschränkungen ihrer Arbeit aus Gesundheitsgründen protestiert, hieß es in Zeitungsberichten. Einige Dutzend Menschen hätten versucht, Absperrungen auf dem Platz vor der Abgeordnetenkammer zu durchbrechen. Es seien Feuerwerkskörper geflogen. Manche Demonstranten – meist Männer, aber auch Frauen – hätten keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Ein Mann hatte Hörner und ein Fell auf dem Kopf als Hinweis auf den gewaltsamen Angriff auf das US-Kapitol im Januar 2021. Dort hatte ein Angreifer mit Hörner-Kopfschmuck für viel Aufsehen gesorgt.

Der Agentur Ansa zufolge hatten Verbände in mehreren Städten Italiens Proteste gegen die Corona-Sperren organisiert. Die Regierung hatte das Mittelmeerland über Ostern zur Roten Zone mit strikten Sperren erklärt. Diese Regelung war am Montag ausgelaufen. Dennoch gelten bis Ende April viele Verbote, so dürfen Restaurants ihr Essen nur außer Haus verkaufen. Sportstudios bleiben zunächst dicht.

Französische Justiz ermittelt nach Ostermesse in Paris 

Nach Verstößen gegen Abstandsregeln bei einer Ostermesse in Paris hat die französische Justiz Untersuchungen aufgenommen. Es liefen Vorermittlungen wegen des Verdachts der Gefährdung anderer, hieß es von der Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Am Samstagnachmittag hatten in der Pariser Kirche Saint-Eugène-Sainte-Cécile zahlreiche Menschen eng aneinander ohne Maske das Osterfest begangen, wie die französische Zeitung "Le Parisien" berichtete. In Videoausschnitten des vierstündigen Gottesdienstes war auch die Mundkommunion zu sehen.

Die Pariser Diözese zeigte sich Berichten zufolge verblüfft von dem Vorfall. "Wir distanzieren uns von jeglichem Verhalten, dass die schwierige Gesundheitssituation nicht achtet", zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP die Sprecherin Karine Dalle. Die Bilder seien eindeutig, das Thema werde intern mit den Verantwortlichen besprochen. Die Beigeordnete Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, sagte dem Sender France Info, der Fall sei offensichtlich absolut unzulässig.

Ungarn lockert Beschränkungen – Orban feiert "wichtigen Meilenstein"

Ungarns Präsident Viktor Orban kündigt eine Lockerung der Beschränkungen an. "Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagt er in einem Video auf Facebook: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. "Ab morgen können Läden wieder öffnen und Dienstleistungen angeboten werden." Andere Beschränkungen sollen bleiben, Schulen am 17. April öffnen. In Ungarn leben 9,8 Millionen Menschen. Daten der Johns Hopkins University zufolge hat das Land seit einigen Wochen die höchste Todesrate pro Kopf durch das Virus.

Montgomery: Ohne Lockdown bis zu 200.000 Corona-Tote

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich mit deutlichen Worten für harte Eingriffe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Wenn wir keinen Lockdown machen würden, dann würde diese Infektion jetzt völlig ungebremst über das ganze Land hinweg rollen", sagte er am Dienstag den Sendern RTL und ntv. "Dabei würde eine ganze Reihe von Menschen zusätzlich sterben, zu allen anderen, bis zu 200.000 sind die Prognosen." Bislang sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts 77.103 Menschen durch eine Covid-19-Erkrankung gestorben.

Montgomery forderte zugleich eine Vorbereitung der Zeit nach einem harten Lockdown. "Wer in den Lockdown geht, muss auch ein Konzept haben, wie er aus dem Lockdown wieder rauskommt", sagte er. Auch ein Jahr nach der Pandemie werde alles viel zu sehr auf Sicht gefahren. "Ich glaube, da muss der eine oder andere Herr Politiker noch ein bisschen nachdenken."

Österreich verlängert Lockdown für Wien und zwei weitere Bundesländer

Österreich verlängert für die Hauptstadt Wien und zwei weitere Bundesländer den Lockdown um eine Woche bis zum 18. April. Grund dafür ist die nach wie vor angespannte Situation auf den Intensivstationen. Für die sechs weiteren Bundesländer wurden trotz teilweise steigender Infektionszahlen keine Änderungen beschlossen. "In Absprache mit den Experten haben wir uns verständigt, dass wir weiterhin auf ein regionales Vorgehen setzen", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Im Osten des Landes hat sich die ansteckendere britische Virus-Variante, die auch zu schwereren Verläufen führt, stark verbreitet. Zum 1. April wurden in Wien, Niederösterreich und im Burgenland der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure geschlossen. Die Schulen wurden auf Fernunterricht umgestellt.

Anzahl der Intensiv-Patienten deutlich gestiegen 

Die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten ist nach Angaben des Divi Melderegisters am Dienstag deutlich gestiegen. Sie beträgt nun 4.340 nach 4.152 am Vortag.

Berlin muss zwei Impfzentren wegen Impfstoff-Mangels schließen 

Weil zu wenig Impfstoff vorhanden ist, mussten zwei der sechs Berliner Impfzentren ihren Betrieb einstellen. Hier lesen Sie mehr.

EMA will sich Mittwoch oder Donnerstag zu Astrazeneca-Impfstoff äußern 

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA untersucht derzeit einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca und Hirnvenenthrombosen. Ein Vertreter der Behörde sieht einen Zusammenhang nun als erwiesen an. In den nächsten Tagen will soll es eine offizielle Stellungnahme geben. Hier lesen Sie mehr.

Gäste aus ganz Deutschland: Corona-Party in Ferienhaus aufgelöst

Die Polizei im Sauerland hat über Ostern eine Corona-Party in einem Ferienhaus aufgelöst. Angereist waren 19 Personen aus mehreren Teilen Deutschlands. Laut Mitteilung der Polizei von Dienstag kamen die Feiernden zum Beispiel aus Baden-Baden, dem Oberharz und Duisburg. Die Gruppe soll sich über Instagram verabredet haben.

Wie die Polizei mitteilte, wurden die Beamten zu einem Ferienhaus gerufen, aus dem laut Musik zu hören war. Als die Streife an Karfreitagabend eintraf, flüchteten mehrere Feiernde über die Fenster.

Angemietet wurde das Haus für fünf Personen für ein vermeintlich dienstliches Treffen. Mitgebracht hatte die angereiste Gruppe eine Zapf-, eine Musikanlage sowie Sekt- und Champagnerflaschen. Auf die Teilnehmer warten jetzt Verfahren nach Verstößen gegen die Corona-Regeln.

"Brückenlockdown"? Stephan Weil kritisiert Aktionismus von Armin Laschet

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht sich klar gegen einen "Brückenlockdown" und eine vorgezogene Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik aus. "Vor Ostern hat Aktionismus bei vielen Menschen für einen Vertrauensverlust gesorgt – nach Ostern dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen", sagte Weil t-online. "Deswegen sehe ich keinen Grund, die Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen – im Gegenteil: Ich habe erhebliche Zweifel gegenüber einem 'Brückenlockdown'." Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet hatte diese Forderung am Montag in die Debatte eingebracht.

"Will Ministerpräsident Laschet die Kitas komplett samt Notbetreuung schließen? Will er die Wirtschaft ganz herunterfahren? Wie lange und mit welchem konkreten Ziel sollen die Maßnahmen andauern? Das alles ist ungeklärt", sagte Weil. "Solche Vorschläge tragen zur Verunsicherung der Menschen bei, helfen uns aber nicht bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens."

Niedersachsen verzeichne "insgesamt eine eher erfreuliche Infektionsentwicklung", sagte Weil. "Das spricht dafür, den eingeschlagenen Kurs auf der Grundlage von Konsequenz und Umsicht beizubehalten. Eine stetige, verlässliche Politik ist auch notwendig, um Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern zurückzugewinnen."

Auch Großbritannien prüft Thrombose-Fälle nach Astrazeneca-Impfung

Die britische Arzneimittelbehörde untersucht Fälle von seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nach einer Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca. Das teilte die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) mit. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwägt, das Präparat nicht mehr für unter 30-Jährige zu empfehlen. Die Behörde rief dazu auf, Impftermine weiterhin wahrzunehmen.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister wegen der Thrombose-Fälle, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen – für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich. In Deutschland waren bis Anfang vergangener Woche 31 Verdachtsfälle gemeldet worden, etwa drei Millionen Menschen hatten das Mittel bis dahin verabreicht bekommen.

In Großbritannien sind bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca insgesamt rund 30 Fälle von seltenen Blutgerinnseln gemeldet worden, wie die MHRA vergangene Woche mitteilte. Wie sich die verhältnismäßig höhere Zahl an Fällen in Deutschland erklären lässt, ist noch unklar.

Bericht: Nur die Hälfte der Gesundheitsämter meldet über Ostern Infektionszahlen

Über die Osterfeiertage haben offenbar nur wenige Gesundheitsämter die neuen Corona-Infektionszahlen gemeldet. Dadurch wird die offizielle Statistik verzerrt, berichtet "Zeit Online". Nach Recherchen der Nachrichtenseite haben an Ostermontag nur 234 von 401 Ämtern neue Zahlen gemeldet, am Ostersonntag waren es nur 196. 

"Zeit Online" bezieht die Zahlen direkt von den Gesundheitsämtern und verzeichnete 7.589 Neuinfektionen. Das RKI meldete am Dienstag 6.885 Neuinfektionen, das sind knapp 3.000 weniger als in der Vorwoche. Allerdings könnte es in den kommenden Tagen zu zahlreichen Nachmeldungen aus den einzelnen Gesundheitsämtern kommen. 

Chef des Hausärzteverbandes verlangt Klarheit über Astrazeneca

Zum Start der Corona-Impfungen in vielen Hausarztpraxen fordert Verbandschef Ulrich Weigeldt Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats von Astrazeneca. "Impfen darf nicht zur Mutprobe werden – weder für die Patienten noch für den Arzt", sagte der Chef des Hausärzteverbandes der "Bild" (Dienstag).

Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Es fehle an Klarheit, welche Vorerkrankungen und Prädispositionen die Geimpften gehabt hätten, bei denen solche Hirnvenenthrombosen aufgetreten seien, kritisierte Weigeldt. "Hausärzte kennen ihre Patienten und könnten differenzierte Entscheidungen treffen – alle unter 60 Jahre von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen, ist sehr holzschnittartig."

Dennoch will Weigeldt seinen Kollegen nicht empfehlen, die Vorgabe der Stiko zu umgehen. "Wenn da irgendetwas passiert, gibt es einen Riesenaufstand."

London: Engländer dürfen frühestens ab Mitte Mai wieder ins Ausland reisen. (Quelle: imago images/Xinhua)London: Engländer dürfen frühestens ab Mitte Mai wieder ins Ausland reisen. (Quelle: Xinhua/imago images)

Englänger dürfen frühestens ab Mitte Mai ins Ausland reisen

Die Engländer dürfen frühestens Mitte Mai wieder ins Ausland reisen. Er hoffe, dass ab dem 17. Mai internationale Reisen wieder möglich seien, sagte Premierminister Boris Johnson am Montag in London. Es sei aber angesichts der hohen Infektionszahlen in anderen Ländern zu früh, dies zu entscheiden. Bis auf weiteres gilt daher das derzeitige Verbot für internationale Reisen. Später soll ein Ampelsystem eingeführt werden, nach dem je nach Infektionslage im Reiseland unterschiedlich strenge Test- und Quarantäneregeln bei der Rückkehr gelten. Welche Länder als rot, gelb oder grün eingestuft werden und ab wann das Reiseverbot tatsächlich aufgehoben wird, soll kurz vor der Einführung bekanntgegeben werden. Für Deutsche, die auf der Insel Urlaub machen wollen, dürfte eine verpflichtende Quarantäne fällig werden, sofern Deutschland nicht als grünes Land eingestuft wird.

Obwohl die Infektionslage in Großbritannien mittlerweile deutlich besser ist als in Deutschland, ist es den Briten bis auf wenige Ausnahmen - etwa Arbeit, Beerdigungen oder medizinische Behandlungen - seit Monaten strikt untersagt, ihr Land zu verlassen. Mallorca-Urlaube, wie sie Tausende Deutsche über Ostern machen, sind ausgeschlossen. Bei unrechtmäßigen Versuchen, das Land zu verlassen, drohen Geldstrafen von bis zu 5.000 Pfund (umgerechnet rund 5.900 Euro). Die britische Regierung setzt weiterhin auf vergleichsweise strenge Corona-Maßnahmen und langsame, schrittweise Lockerungen, um den Erfolg ihrer weit fortgeschrittenen Impfkampagne nicht zu gefährden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei fast 130.

Johnson bestätigte am Montag die nächsten Erleichterungen ab dem 12. April, auf die sich die Menschen in England freuen können: "Am Montag, den 12., werde ich selbst zu einem Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich, ein Bier an meine Lippen führen", sagte der Premier. Pubs dürfen ab der kommenden Woche nämlich ihre Biergärten und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen. Auch für Zoos, Fitnessstudios, Friseure und nicht-essenzielle Geschäfte endet der Lockdown. Die anderen britischen Landesteile legen ihre eigenen Corona-Regeln fest, wählen aber einen ähnlichen Weg.

Laschet dringt auf neuen "Brückenlockdown" und Vorziehen von MPK

CDU-Chef Armin Laschet fordert härtere Corona-Beschränkungen, um die dritte Pandemiewelle zu bekämpfen. Außerdem soll die nächste Bund-Länder-Runde seiner Ansicht nach vorgezogen werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Grüne fordern vom Bund "radikalen Wellenbrecher"

Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt verlangt von der Bundesregierung ein härteres Vorgehen gegen die Pandemie. "Wir brauchen jetzt einen radikalen Wellenbrecher", sagte Göring-Eckardt der "Welt" (Dienstagausgabe) laut Vorabmeldung. "Die Bundesregierung darf nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren." Die Grünen unterstützten einen "verbindlichen bundeseinheitlichen Stufenplan, eingebettet in das Infektionsschutzgesetz und vom Bundestag beschlossen".

Spahn verspricht: In einem Monat jeder fünfte Deutsche geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass bis Ende April 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten haben. Im ersten Quartal seien aufgrund der Impfstoff-Knappheit lediglich etwa zehn Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft worden, "wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können", sagte Spahn beim Besuch eines Impfzentrums in Berlin. Mehr Details zu den Impfstoff-Mengen im April lesen Sie hier. 

Spahn betonte, die Impfkampagne werde "im zweiten Quartal immer mehr an Geschwindigkeit gewinnen". Neben dem Impfzentren würden dabei auch zunehmend die Arztpraxen eine Rolle spielen. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hob bei dem Termin mit Spahn hervor, dass auch die neuen Angebote an über 60-Jährige für Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca "sehr gut angenommen" würden. Allerdings seien auch noch Termine dafür verfügbar.

"Impfen verhindert nicht die dritte Welle", warnte Spahn aber auch. Weiterhin seien Kontaktbeschränkungen erforderlich, insbesondere angesichts der Ausbreitung der ansteckenderen Varianten des Coronavirus. Spahn verwies dabei auch auf die Lage auf den Intensivstationen, wo die Belegung von Betten durch Covid-Patientinnen und -Patienten wieder deutlich ansteigt.

Gewerkschaft: Abitur notfalls ausfallen lassen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. "Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden", sagte Tepe. "Die GEW hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Kultusministerinnen und -minister erklärt haben, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen." Diese Erklärung müsse eingehalten werden, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen müssen. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz sagte im RND-Podcast "Die Schulstunde", die Kultusministerkonferenz (KMK) gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Lorz, der die Unions-Länder in der KMK koordiniert, sagte, eine Absage von Prüfungen wäre zum Nachteil der Schüler: "Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben."

Empörung über illegal geöffnete Luxusrestaurants in Paris

Kurz nach dem Inkrafttreten eines erneuten landesweiten Corona-Lockdown in Frankreich treibt ein Medienbericht das Land um, wonach französische Minister unter Missachtung der Corona-Restriktionen an geheimen Abendessen teilgenommen haben. Frankreichs Staatsanwalt Rémy Heitz teilte am Sonntagabend mit, dass er die Polizei in der Sache mit Ermittlungen unter anderem wegen "Gefährdung anderer" beauftragt habe.

Die Innen-Staatssekretärin Marlène Schiappa legte nicht ausdrücklich ihre Hand für ihre Kabinettskollegen ins Feuer. Wenn Minister oder Abgeordnete an solchen heimlichen Abendessen teilgenommen hätten, müssten sie "genauso bestraft werden wie jeder andere Bürger", erklärte sie. Auf die Forderung einer Twitter-Nutzerin, Minister müssten bei solchen Regelverletzungen "ruckzuck" ihren Posten räumen, entgegnete Schiappa in dem Onlinedienst: "Das versteht sich von selbst. mit einer Strafe."

Ein Fernsehbericht über geheime Luxusdinner trotz Corona-Pandemie hatte  in Frankreich für Wirbel gesorgt – und für Ermittlungen der Justiz. In dem TV-Bericht des Senders M6 sagt ein Mann, der als Organisator einer geheimen Party vorgestellt wird: "Ich habe diese Woche in zwei oder drei Restaurants gegessen, die sogenannte illegale Restaurants sind, mit einer Reihe von Ministern." Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung ein. "Ziel der Untersuchung ist es, zu überprüfen, ob Partys unter Missachtung der Gesundheitsvorschriften organisiert wurden und zu ermitteln, wer die Organisatoren und Teilnehmer gewesen sein könnten", hieß es.

In dem Bericht, der am Freitagabend ausgestrahlt wurde, wird ein geheimes edles Restaurant in Paris gezeigt, das trotz der Corona-Maßnahmen geöffnet hat. In Frankreich sind die Restaurants Ende Oktober wegen der Pandemie geschlossen worden. "Menschen, die hierher kommen, nehmen ihre Masken ab", sagt ein unkenntlich gemachter Mitarbeiter. "Wenn Sie hier einmal durch die Tür sind, gibt es kein Covid." Der Bericht zeigt außerdem ein Fest in einem edlen Etablissement, bei dem die Menschen ebenfalls keine Masken tragen und keine Abstandsregeln einhalten. Die Corona-Lage in Frankreich ist extrem angespannt, erst am Wochenende sind neue landesweite Beschränkungen in Kraft getreten.

Unter dem Hashtag #OnVeutLesNoms (deutsch: "Wir wollen die Namen") empören sich Menschen in sozialen Netzwerken über die gezeigten Szenen. Innenminister Gérald Darmanin forderte am Sonntagnachmittag die Polizeipräfektur auf, "die Richtigkeit der berichteten Tatsachen zu überprüfen, um, falls sie sich bestätigen, die Organisatoren und Teilnehmer dieser heimlichen Abendessen strafrechtlich zu verfolgen".

Erstmals mehr als 100.000 Infektionen in Indien binnen eines Tages

In Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen erstmals über 100.000 an einem Tag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden binnen 24 Stunden 103.558 Ansteckungsfälle nachgewiesen. Seit Ausbruch der Pandemie sind es damit mehr als 12,59 Millionen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 478 auf 165.101.

Hoher Anstieg von Corona-Fällen in China

China meldet binnen 24 Stunden den größten Anstieg an neuen Corona-Infektionen seit mehr als zwei Monaten. 32 weitere bestätigte Fälle seien aufgetreten, davon 15 in der Provinz Yunnan, die auf ein Cluster in der Stadt Ruili an der Grenze zu Myanmar zurückzuführen seien, erklärt die nationale Gesundheitskommission. Die Zahl der neuen asymptomatischen Fälle, die China nicht als bestätigte Fälle einstuft, wird mit 18 angegeben. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland steigt demnach offiziellen Angaben zufolge auf 90.305, während die Zahl der Todesfälle unverändert bei 4636 liegt.

GEW will Abitur ausfallen lassen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. "Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montagsausgaben).

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz sagte im RND-Podcast "Die Schulstunde", die Kultusministerkonferenz (KMK) gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Lorz, der die Unions-Länder in der KMK koordiniert, sagte, eine Absage von Prüfungen wäre zum Nachteil der Schüler: "Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben."

Briten bekommen zwei Mal pro Woche kostenlose Tests

Die Bürger in England sollen sich bald zweimal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Die Schnelltests sollen künftig neben Schulen und Arbeitsplätzen auch großflächig für alle an lokalen Teststationen angeboten werden, wie die britische Regierung am Ostermontag mitteilte. Bislang waren frei verfügbare Schnelltests auf besonders gefährdete Gruppen beschränkt.

Das Testen sei unbedingt notwendig, um während der geplanten Lockerungen die Erfolge der britischen Impfkampagne nicht zu gefährden, sagte Premierminister Boris Johnson. "Deshalb machen wir Schnelltests jetzt für alle in England verfügbar - um Ausbrüche schnell zu stoppen, damit wir wieder die Menschen, die wir lieben, sehen und die Dinge, die wir genießen, tun können", sagte Johnson einer Mitteilung zufolge.

Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten können Schnelltests für ihre Beschäftigten anfordern, auch an Schulen wird weiter regelmäßig getestet. Privatleute sollen sich außerdem an lokalen Teststationen testen lassen oder Tests nach Hause bestellen können.

Ungarn schränkt Impfberichterstattung ein

Ungarn schränkt die journalistische Berichterstattung über die laufende Impfkampagne gegen das Coronavirus ein. Nur noch die staatliche, regierungsnahe Medienholding MTVA dürfe in den Krankenhäusern und Arztpraxen, in denen geimpft wird, filmen und fotografieren, heißt es in einem am Sonntag in Budapest bekannt gewordenen internen Rundbrief der Krankenhaus-Aufsichtsbehörde. MTVA dürfe die Bilder und Videos aber anderen Journalisten kostenlos zur Verfügung stellen.

Die Oppositionspolitikerin Krisztina Baranyi, parteilose Bezirksbürgermeisterin in Budapest, hatte den Rundbrief bei Facebook veröffentlicht. Darin begründet die Behörde die Zutrittsbegrenzung für Medien damit, dass diese die Impftätigkeit stören würden. Diese Einschränkung erlebte bereits am Sonntag ein Journalist in der südwestungarischen Stadt Nagykanizsa. Er wollte sich selbst fotografieren lassen, während er geimpft wurde. Dies wurde ihm aber unter Berufung auf die Neuregelung verboten, wie das regierungsfreundliche Nachrichtenportal "index.hu" berichtete.

Slowenien stoppt Impfungen mit Astrazeneca für unter 60-Jährige

Auch Slowenien will keine Menschen unter 60 Jahren mehr mit dem Vakzin von Astrazeneca gegen Corona impfen. Man wolle abwarten, ob die Untersuchungen einen kausalen Zusammenhang zwischen diesem Impfstoff und den Hirnthrombosen ergeben, die weltweit in einigen Fällen nach dessen Verabreichung aufgetreten waren, sagte die Chefin der Beratungskommission des Gesundheitsamts, Bojana Beovic, dem Sender POP TV.

Ab kommender Woche ist in Slowenien die Altersgruppe der über 60-Jährigen für die Impfungen vorgesehen. Bisher waren die über 64-Jährigen sowie Risikopatienten und Personal gefährdeter Berufsgruppen aller Altersgruppen an der Reihe gewesen. 13,4 Prozent der Slowenen haben bereits die erste Impfdosis erhalten, 6,5 Prozent auch die zweite. Die Inzidenz der Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 stieg zuletzt leicht auf 590,97 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen.

Höchste Zahl an Corona-Patienten auf Intensiv seit rund zwei Monaten

Erstmals seit Anfang Februar liegen in Deutschland wieder mehr als 4.000 Corona-Patienten auf der Intensivstation. So wurden am Ostersonntag 4.051 Menschen intensivmedizinisch behandelt, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in ihrem täglichen Corona-Bericht schreibt (Stand 4.4., 12.15 Uhr). Das sind 133 Patienten mehr als am Vortag. Rund 55 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstation werden invasiv beatmet.

Anfang Januar erreichte die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen Höhepunkt mit mehr als 5.500 Fällen. Mit dem Abschwellen der zweiten Welle ging diese Zahl deutlich zurück, Anfang März waren es weniger als 3.000 Patienten. Mit der steigenden Zahl an Neuinfektionen in der dritten Welle geht auch die Zahl der Intensivpatienten wieder nach oben. Dies geschieht mit Verzögerung, auch weil zwischen einer Infektion und einer Einlieferung ins Krankenhaus einige Zeit vergeht.

Mediziner und Wissenschaftler fordern seit Tagen eindringlich einen harten Lockdown, um die Infektionszahlen zu drücken und dadurch auch den Druck von den Kliniken zu nehmen. Wenn sich der derzeitige Trend fortsetze, "sind wir in weniger als vier Wochen an der regulären Kapazitätsgrenze angelangt", sagte Christian Karagiannidis kürzlich der "Rheinischen Post". Er ist wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters.

Corona-Notstand in Tschechien endet am 11. April

Tschechien wird den derzeit geltenden Corona-Notstand nicht weiter verlängern. Wie Premierminister Andrej Babis am Sonntag in einem Interview der Nachrichtenseite tn.cz sagte, soll der Notstand nach dem 11. April enden. Dann sollen auch die Reisebeschränkungen zwischen den Regionen des Landes und die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben werden, sagte Babis nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK. Derzeit dürfen die Menschen ihren Wohnbezirk – vergleichbar einem Landkreis – nur in Ausnahmefällen verlassen.

Der Notstand gibt der Regierung mehr Vollmachten und ermöglicht es, Grundrechte auszusetzen. Die Regierung wollte ihn bis zum 27. April verlängern, doch das Parlament stimmte nur einer Verlängerung bis zum 11. April zu.

Im März verzeichnete Tschechien fast 5.800 coronabedingte Todesfälle – mehr als in jedem anderen Monat bisher in der Pandemie. Das Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern ist nach wie vor eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in der Europäischen Union, aber die Zahlen sinken derzeit landesweit. In der vergangenen Woche verzeichnete Tschechien im Durchschnitt täglich mehr als 5.500 Neuinfektionen.

Bundesregierung stuft Niederlande als Hochinzidenzgebiet ein

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen in den Niederlanden stuft die Bundesregierung das Nachbarland nach Ostern als Hochinzidenzgebiet ein. Wer ab Dienstag von dort nach Deutschland einreist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen können, wie das Robert Koch-Institut am Sonntag bekanntgab.

Polizei weist 500 Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern ab

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat allein am Samstag mehr als 500 Touristinnen und Touristen abgewiesen, die zu wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht erlaubten Tagesbesuchen in das Bundesland gekommen waren. Die Kontrollen erfolgten demnach sowohl an den Landesgrenzen als auch mit mobilen Teams im Landesinneren.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock wurden am Samstag 348 Menschen aufgefordert, das Bundesland wieder zu verlassen, wie die Polizei am Samstagabend mitteilte. Weitere 193 Abweisungen gab es nach Angaben vom frühen Sonntagmorgen im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. In dieser Region wurden demnach 790 Fahrzeuge kontrolliert.

Abgewiesen wurden demnach alle Reisenden, die keinen triftigen Grund für den Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern im Sinne der Corona-Eindämmungsverordnung nachweisen konnten. Die meisten der Betroffenen hätten sich kooperativ verhalten, hieß es. Ähnliche Kontrollen und Abweisungen hatte es auch bereits am Freitag gegeben.

Bayern zieht Sauters Masken-Geld ein

Die bayerische Justiz hat knapp 470.000 Euro beschlagnahmt, die Bayerns früherer Justizminister Alfred Sauter durch unsaubere Geschäfte mit Schutzmasken eingenommen haben soll. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach überwies der damalige CSU-Politiker den Betrag an eine Stiftung in Baden-Württemberg, kurz nachdem die ersten Unionspolitiker in der Maskenaffäre unter Druck gerieten. Die Summe soll Sauters Provisionen aus verschiedenen Maskengeschäften entsprechen – nach Abzug der Steuern. Nun hat die bayerische Landesjustizkasse das Geld per Vermögensarrest an sich genommen. 

Insgesamt hat die Justiz dem Bericht zufolge zwischen fünf und sechs Millionen Euro von verschiedenen Beteiligten aus Sauters mutmaßlichen Geschäften sichergestellt. Laut Recherchen der Zeitung ist Sauter auch in ein schmutziges Geschäft mit Corona-Tests verwickelt. In dem Fall soll es um ein Honorar von 300.000 Euro gehen, die aber noch nicht Gegenstand von Ermittlungen sind. Sauter äußerte sich zu diesen Vorwürfen bislang nicht. 

Die Affäre um Maskengeschäfte von Abgeordneten hatte CDU und CSU zuletzt politisch stark in Bedrängnis gebracht. Die Unionsabgeordneten Georg Nüßlein, Nikolas Löbel, Mark Hauptmann und Tobias Zech legten deswegen ihr Mandat nieder oder zogen sich aus ihrer Fraktion zurück. Alfred Sauter legte inzwischen alle Parteiämter nieder und trat aus der CSU-Fraktion im Landtag aus. Die Umfragewerte der Union rutschten zuletzt auf bis zu 25 Prozent ab.

Fast zwei Drittel der Deutschen für Verbot von Auslandsreisen

Fast zwei Drittel der Deutschen sind für ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 64 Prozent für einen solchen Schritt aus, nur 26 Prozent sind dagegen. 10 Prozent machten keine Angaben.

Urlaub am Strand von Mallorca: 64 Prozent der Befragten in einer neuen Umfrage wollen solche Auslandsreisen verbieten.  (Quelle: imago images/Michael Matthey)Urlaub am Strand von Mallorca: 64 Prozent der Befragten in einer neuen Umfrage wollen solche Auslandsreisen verbieten. (Quelle: Michael Matthey/imago images)

Angesichts der hitzigen Diskussion über Urlaub auf Mallorca hatte die Bundesregierung erwogen, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die zuständigen Fachressorts beauftragt, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Am vergangen Montag hieß es dann, dass ein solcher Schritt "zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant" sei. Mallorca war am 14. März wegen sinkender Infektionszahlen von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen worden, was vorübergehend zu einem Buchungsboom für die Osterzeit geführt hatte. 

Der Wunsch nach einem Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ist zwar bei den über 55-Jährigen mit 71 Prozent besonders groß. Aber auch in allen anderen Altersklassen ist eine Mehrheit dafür. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es immer noch 54 Prozent.

Spahn: Geimpfte sollen shoppen dürfen

Fußgänger in München (Archivbild). Wer geimpft ist, soll bald wieder einkaufen dürfen. Das will Gesundheitsminister Spahn erreichen. (Quelle: imago images/Sven Simon)Fußgänger in München (Archivbild). Wer geimpft ist, soll bald wieder einkaufen dürfen. Das will Gesundheitsminister Spahn erreichen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den nächsten Wochen bestimmte Freiheiten zurückbekommen. "Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Grundlage ist dem Bericht zufolge eine Auswertung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse durch das Robert Koch-Institut (RKI).

In einem RKI-Bericht an Spahns Ministerium, der dem Blatt vorliegt, heißt es demnach: "Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen."

Spahn sagte dazu: "Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde." Wenn die dritte Welle der Corona-Pandemie gebrochen sei und weitere auf Schnelltests beruhende Öffnungsschritte wie beim Einzelhandel gegangen würden, käme diese Grundsatzentscheidung zum Tragen. "Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen", sagte der Minister.

Polizei verweist in Mecklenburg-Vorpommern Touristen des Landes

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern geht weiter konsequent Verstößen gegen das Tourismusverbot während der Corona-Pandemie nach. Bei verstärkten Verkehrskontrollen in Neubrandenburg (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) wurden am Samstag die Insassen von 91 Fahrzeugen des Landes verwiesen, wie die Polizei mitteilte. Demnach wurden 193 Menschen aufgefordert, das Bundesland wieder zu verlassen, weil sie keinen triftigen Grund für ihren Aufenthalt darlegen konnten. Insgesamt wurden 790 Fahrzeuge von der Polizei überprüft. Die verstärkten Kontrollen finden über die Osterfeiertage statt.

Floridas Gouverneur verbietet Impf-Pässe

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis hat die Verwendung von Covid-19-Pässen im Bundesstaat verboten. Die Anordnung untersagt es allen staatlichen Stellen, solche Pässe auszustellen und verbietet Firmen, solche Pässe zu verlangen. 

Als Grund gab DeSantis nach Berichten des US-Sender CNN Freiheits- und Datenschutzbedenken an und argumentierte, dass die Einführung und Durchsetzung von Impfpässen "zwei Klassen von Bürgern auf der Grundlage von Impfungen schaffen würde". Eine Impfung sei eine private Gesundheitsinformation und dürfe nicht öffentlich gemacht werden müssen.

Ansturm auf Astrazeneca-Termine in NRW

Der Ansturm auf die Impftermine für die über 60-Jährigen hat in Nordrhein-Westfalen schon am frühen Samstagmorgen zu überlasteten Leitungen am Telefon und im Internet geführt. Während viele sich vergeblich die Finger wund wählten, kamen die ersten erfolgreichen Termin-Jäger hingegen schon am selben Tag an ihre Impfung.

Die Gruppe ab 60 Jahren kommt außerhalb der üblichen Reihenfolge zum Zuge, nachdem die Ständige Impfkommission empfohlen hatte, das Präparat von Astrazeneca für Jüngere nicht mehr einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Damit wurden allein in NRW kurzfristig 450.000 Impfdosen frei. Laut Gesundheitsministerium kommen in NRW potenziell rund 3,8 Millionen Menschen zwischen 60 und 79 Jahren infrage, die versuchen können, sich für diese Astrazeneca-Charge anzumelden. Allerdings meldete das Düsseldorfer Gesundheitsministerium schon kurz nach Öffnung der Leitungen per Twitter, die Buchungssysteme der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen seien überlastet: "Für die Unannehmlichkeiten bitten wir um Verständnis". Eine Terminvergabe sei aber weiter möglich. Zusätzliche Infos zur Impfterminvergabe in Nordrhein-Westfalen erhalten Sie hier

Niederlande setzen Astrazeneca-Impfungen aus

Impfung in den Niederlanden: Vorerst darf hier Astrazeneca nicht mehr zum Einsatz kommen.  (Quelle: imago images/ANP/Hollandse Hoogte)Impfung in den Niederlanden: Vorerst darf hier Astrazeneca nicht mehr zum Einsatz kommen. (Quelle: ANP/Hollandse Hoogte/imago images)

In den Niederlanden hat es fünf Thrombose-Fälle in Verbindung mit Astrazeneca gegeben. Jetzt hat die Regierung die Impfungen mit dem Mittel erst einmal gestoppt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: Zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind mehr als zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft worden. Das sind mehr als zehn Millionen Menschen, wie der CDU-Politiker twittert. 4,3 Millionen haben auch die zweite Impfung erhalten. Verimpft wurden rund 10,7 Millionen Dosen des Vakzins von BioNTech und Pfizer, 2,9 Millionen von AstraZeneca und 700.000 von Moderna.

Bundesagentur will bei Engpässen auch Arbeitslose impfen

Die Bundesagentur für Arbeit will ihren rund 100.000 Mitarbeitern ein Impfangebot machen und würde bei Engpässen auch Arbeitslose impfen. "Sobald genug Impfstoff da ist, möchten wir unseren rund 100.000 Kollegen eine Impfung anbieten", sagte Vorstandsmitglied Christiane Schönefeld der "Rheinischen Post". "Wir beschäftigen rund 300 Ärzte, die sonst für die Untersuchung der Arbeitslosen da sind. Hinzu kommen die vertraglich gebundenen Betriebsärzte. Wir sind in der Fläche breit vertreten und könnten hier richtig Strecke machen", betonte Schönefeld.

Sollte es gewünscht werden, könnte man auch Arbeitslose impfen, fügte sie hinzu. "Wir werden uns in solch einer Situation keiner unkonventionellen Lösung verschließen, wenn wir gebraucht werden." Ihr Favorit wäre neben den Impfzentren aber das funktionierende Hausarztsystem. Im März waren in Deutschland etwa 2,8 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

Astrazeneca: Sieben Tote nach Blutgerinnseln in Großbritannien

Nach mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca hat es in Großbritannien sieben Todesfälle wegen seltener Blutgerinnsel gegeben, berichtet die Arzneimittelbehörde. Es sei jedoch nicht klar, ob die Gerinnsel Nebenwirkungen des Impfstoffs oder durch Zufall zeitnah aufgetreten seien, sagte die Chefin der britischen Behörde, June Raine. "Die Vorteile, eine Covid-19-Infektion und ihre Komplikationen zu verhindern, überwiegen weiterhin jegliche Risiken und jeder sollte sich impfen lassen, wenn er eingeladen wird."

Zuvor hatte die Behörde 30 Fälle seltener Blutgerinnseln bei den 18,1 Millionen Astrazeneca-Impfungen (Stand: 24. März) gemeldet. Es seien 22 Fälle der auch in Deutschland aufgetretenen Hirnvenenthrombosen und acht andere Arten von Thrombosen gemeldet worden. Auch hierbei sei jedoch der Zusammenhang unklar. In Großbritannien sind insgesamt bereits mehr als 31 Millionen Menschen erstgeimpft worden, mehr als die Hälfte davon mit Astrazeneca. 

Boris Johnson bei der Impfung: Auch der britische Premier ließ sich mit Astrazeneca impfen.  (Quelle: imago images/Andrew Parsons)Boris Johnson bei der Impfung: Auch der britische Premier ließ sich mit Astrazeneca impfen. (Quelle: Andrew Parsons/imago images)

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag beschlossen, dass das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch Menschen ab 60 gespritzt werden soll – außer jüngere wollen es nach Klärung mit dem Arzt auf eigenes Risiko. Hierzulande waren bis Anfang der Woche 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet worden, wie das Paul-Ehrlich-Institut berichtete. Bislang haben rund drei Millionen Menschen eine erste Dosis des Mittels bekommen. Das bedeutet, dass es in Deutschland bezogen auf eine Million Geimpfte wesentlich häufiger einen Verdacht auf Hirnvenenthrombose gab als in Großbritannien. Über die Gründe dafür kann nur spekuliert werden.

Tourismusverbot: Mecklenburg-Vorpommern weist Autofahrer aus

Autofahrer auf einer Landstraße in Mecklenburg (Symboldbild): Zu Ostern gilt ein Tourismusverbot, die Polizei kontrollierte.  (Quelle: imago images/Frank Sorge)Autofahrer auf einer Landstraße in Mecklenburg (Symboldbild): Zu Ostern gilt ein Tourismusverbot, die Polizei kontrollierte. (Quelle: Frank Sorge/imago images)

Bei verstärkten Verkehrskontrollen über Ostern sind in Mecklenburg-Vorpommern die Insassen von 82 Fahrzeugen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln des Landes verwiesen worden. Bei den Überprüfungen am Freitag in Neubrandenburg (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ging es unter anderem um verbotene touristische Einreisen, wie die Polizei mitteilte.

Demnach wurden 152 Menschen aufgefordert, das Bundesland wieder zu verlassen, weil sie keinen triftigen Grund für ihren Aufenthalt darlegen konnten. Insgesamt wurden 800 Fahrzeuge von der Polizei überprüft. Die verstärkten Kontrollen finden über die Osterfeiertage statt.

Leibniz-Forscher kritisieren Altersempfehlung für Astrazeneca

Der Impfstoff von Astrazeneca ist nicht mehr für Menschen unter 60 Jahren empfohlen – Epidemiologen des Bremer Leibniz-Instituts warnen nun vor möglicherweise schlimmen Folgen dieser Entscheidung. "Wenn die geänderte Altersempfehlung für den Impfstoff von Astrazeneca zu einer weiteren Verzögerung der Impfkampagne führt, wird der Schaden dieser geänderten Empfehlung deutlich überwiegen", heißt es in einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), den mehrere Forschende des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie unterschrieben haben.

"In der jetzigen Situation ist es sehr kritisch, einseitige Entscheidungen zu treffen, die nur auf mögliche seltene Nebenwirkungen fokussieren, auch wenn diese Schicksale tragisch sind und man sie vermeiden möchte", heißt es weiter. Die Unterzeichner fordern "ein systematisches Abwägen des Schadens, der sich aus der möglichen seltenen Nebenwirkung ergeben kann, gegenüber dem Schaden, der sich durch eine Verzögerung der Impfkampagne ergeben wird."

Hintergrund ist die Entscheidung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstagabend, den Astrazeneca-Impfstoff in der Regel nur noch Menschen ab 60 Jahren zu verabreichen. Bis Anfang der Woche waren in Deutschland 31 Verdachtsfälle sogenannter Sinusvenenthrombosen nach Impfungen mit Astrazeneca bekannt geworden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) kürzlich berichtete. Sie betreffen hauptsächlich jüngere Menschen.

Kaum Hoffnung auf baldige Corona-Medikamente

Wissenschaftler dämpfen die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei intensivmedizinisch behandelten Patienten drastisch senken könnten, sagt Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Im Laufe der Pandemie habe es immer wieder Glauben und Hoffen gegeben - doch 95 oder eher sogar 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen, sagte Kluge, der Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist.

Zahlen steigen in vielen Ländern sprunghaft an

Die Türkei meldet 42.308 Neuinfektionen und damit die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie. Zudem wurden 179 weitere Todesfälle verzeichnet. 

Frankreich verzeichnet den höchsten Anstieg von Corona-Patienten auf den Intensivstationen des Landes seit fünf Monaten. Die Zahl sei an einem Tag um 145 auf 5254 gestiegen, wie die Regierung mitteilt. 

Die Regierung des indischen Bundesstaates Maharashtra - Sitz der Finanzmetropole Mumbai - warnt die Bevölkerung vor einem kompletten Lockdown, sollten die angeordneten Schutzmaßnahmen nicht besser umgesetzt werden. Chefminister Uddhav Thackeray beklagt in einer Fernsehansprache einen Verzicht auf Masken und unnötige Reisen. Der Bundesstaat meldet am Freitag bis zu 47.828 Neuinfektionen, die höchste Zahl an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie.

In Russland sind seit Beginn der Corona-Pandemie nach Angaben des nationalen Statistikamtes Rosstat rund 223 900 Menschen mit dem Virus gestorben. Diese Zahl, die aus am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht, ist deutlich mehr als doppelt so hoch wie in der offiziellen Corona-Statistik der Regierung.

Ein Drittel der USA-Bevölkerung hat erste Corona-Impfung

Hunderte warten in Oakland, Kalifornien, auf ihre Impfung: Die USA kommen mit der Impfkampagne zügig voran.  (Quelle: imago images/Pat Mazzera)Hunderte warten in Oakland, Kalifornien, auf ihre Impfung: Die USA kommen mit der Impfkampagne zügig voran. (Quelle: Pat Mazzera/imago images)

In den USA haben bereits mehr als 100 Millionen Menschen mindestens die erste Corona-Impfung erhalten. Das entspricht fast einem Drittel der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen. Daten der Gesundheitsbehörde CDC vom Freitag zeigten, dass die Zahl der erstmals Geimpften auf 101,8 Millionen gestiegen ist. Rund 58 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft.

In den USA werden drei Impfstoffe genutzt: Die Präparate von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen jeweils zwei Dosen gespritzt werden, und die Impfung von Johnson & Johnson, die bereits nach einer Dosis ihre volle Wirkung entfaltet.

FDP-Chef kritisiert Corona-Management

FDP-Chef Christian Lindner hat das Corona-Management des Gesundheitsministeriums kritisiert. Statt nur Verantwortung an sich zu ziehen, müsse der Staat auch Verantwortung an Gesellschaftsbereiche abgebe, die agiler seien. "Der Staat wollte in der Krise vieles regeln – hat aber selbst in den Bereichen versagt, in denen er originär zuständig wäre: Aldi konnte schneller Corona-Selbsttests organisieren als das Gesundheitsministerium." In der nächsten Wahlperiode müsse es deshalb eine Hauptaufgabe des Bundestages sein, die föderale Struktur neu zu gestalten.

Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie forderte er zudem eine weitreichende Föderalismus- und Verwaltungsreform. "Der Mythos, wir Deutsche wären gut im Organisieren, wurde spätestens durch die verpatzte Impfkampagne widerlegt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Erdrückende Bürokratie hat schnelle und pragmatische Lösungen verhindert", kritisierte Lindner.

"In Bildungs- und Sicherheitsfragen etwa ist das Klein-Klein von 16 verschiedenen Systemen überholt", so Lindner. In der Bildungspolitik konkurrierten nicht mehr Bayern mit Bremen, sondern Deutschland mit den USA und China. "Darauf müssen wir auch beim Verwaltungswesen reagieren." Die Kompetenzverteilung zwischen den verschiedenen Ebenen der staatlichen Struktur müsse klarer geregelt werden. "In der Pandemie erleben wir ein kleinteiliges Hick-Hack zwischen Kommunen, Ländern, Bund und der EU", kritisierte Lindner. "Hier müssen wir nach der Pandemie den Schalter umlegen."

Uniklinik Leipzig muss Patienten aus Corona-Hotspots aufnehmen

In Sachsen liegen einige der Corona-Hotspots in Deutschland. Nun muss die Uniklinik in Leipzig von dort Corona-Patienten aus Südsachsen aufnehmen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Hersteller von Coronavirus-Selbsttests legen oft mangelhafte Zulassungsanträge vor

Der Strategie der Bundesregierung zur großflächigen Corona-Selbsttestung der Bevölkerung droht, wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ein Rückschlag. Zwar sind derzeit 30 Antigen-Schnelltests für den Hausgebrauch zugelassen. Doch offenbar stockt es bei weiteren Genehmigungen, weil die Hersteller oft unzulängliche Unterlagen einreichen: Der weitaus größte Teil der vorliegenden Anträge sei "inhaltlich derzeit nicht bewertbar", antwortet Thomas Gebhard, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium auf eine Kleine Anfrage der FDP-Abgeordneten Katrin Helling-Plahr.

Grund dafür sei, dass "Antragsteller die für die Antragsbearbeitung notwendigen Unterlagen" nicht eingereicht hätten, heißt es in dem Papier, das dem "Spiegel" vorliegt. Teils fehle zudem eine positive Evaluierung durch das Paul-Ehrlich-Institut, oder es seien keine ausreichenden Studienergebnisse beigebracht worden. Tests für daheim gelten der Bundesregierung als wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie.

Weltweit erhielten 40 Corona-Patienten neue Lunge 

Weltweit haben nach Angaben der Medizinischen Universität Wien bisher mindestens 40 Covid-19-Patienten als letzten Rettungsversuch eine neue Lunge erhalten. "Die Transplantation ist deutlich komplexer als bei anderen Patienten", sagte der Wiener Thoraxchirurg Konrad Hötzenecker am Freitag. Die Entfernung der vom Coronavirus zerstörten Lunge sei schwierig, außerdem seien die Patienten in einem äußerst schlechten Zustand. Die Überlebensrate nach der kritischen Frist von drei Monaten liege aber bei 95 Prozent. In Wien wurden zwölf der rund 40 den Experten bekannten Lungentransplantationen bei Covid-19-Patienten gemacht.

Als erster Patientin in Europa wurde an der MedUni Wien einer 44-Jährigen im Mai 2020 eine neue Lunge eingesetzt. "Ihr geht es gut. Sie führt inzwischen wieder ein normales Leben", sagte Hötzenecker, Leiter des Wiener Lungentransplantationsprogramms, das mit rund 100 Transplantationen pro Jahr gemeinsam mit jenen in Toronto, Cleveland und Hannover zu den größten der Welt gehört. Aufbauend auf der Wiener Expertise wurden nun zusammen mit Experten und Expertinnen aus den USA, Europa und Asien im Journal "The Lancet Respiratory Medicine" generelle Auswahlkriterien für eine Lungentransplantation im Fall von Covid-19 vorgestellt.

Briten melden 25 neue Blutgerinnsel-Fälle nach Impfung

Britische Aufsichtsbehörden melden nach eigenen Angaben insgesamt 30 Fälle, die von seltenen Blutgerinnseln nach dem Einsatz des Astrazeneca-Vakzins betroffen waren. Mehr dazu lesen Sie hier.

São Paulo exhumiert alte Gräber aus Platzmangel für neue Covid-19-Tote

In Brasiliens größter Stadt São Paulo werden jetzt alte Gräber geleert, um Platz für die steigende Zahl von COVID-19-Toten zu schaffen. Das Rathaus der Stadt registriere diese Woche täglich Rekordbestattungen, sagte der für das Bestattungswesen zuständige Gemeindesekretär am Donnerstag (Ortszeit) in einer Erklärung. Die Verlegung der Überreste sei zwar Standard im Friedhofsbetrieb, habe jetzt aber eine neue Dringlichkeit bekommen, da Brasilien die schlimmste Coronavirus-Welle seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr erlebe.

Das brasilianische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 3.769 neue Todesfälle. Bolivien kündigte daraufhin an, seine Grenzen zu Brasilien schließen zu wollen, weil es Bedenken wegen einer neuen Variante der Krankheit gebe. Chile schloss bereits seine Grenzen für alle Ausländer. "Was in Brasilien passiert, ist eine globale Bedrohung", sagte José Miguel Bernucci, Sekretär der Nationalen Medizinischen Vereinigung Chiles.

Länder rund um die Region sind besorgt, dass Brasilien eine Brutstätte für eine neue Virus-Variante ist, da die Fälle ansteigen und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sich weigert, Masken und Abriegelungen zu unterstützen. Nachdem Bolsonaro seine Skepsis gegenüber Impfungen geäußert hatte, sagte er am Donnerstag, dass er sich erst dann für eine Impfung entscheiden würde, wenn alle Brasilianer geimpft seien. Brasilien hat seine Impfkampagne nur langsam eingeführt. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung haben ein erstes Vakzin erhalten. Brasiliens Ausbruch ist der zweittödlichste der Welt nach den Vereinigten Staaten. 

USA legen Moderna-Ampullen für mehr Impfdosen aus

Der Corona-Impfstoffhersteller Moderna darf in den USA jede Ampulle mit bis zu 15 Dosen füllen. Die Zulassungsbehörde FDA erlaubt außerdem dem Gesundheitspersonal, aus den bisherigen, auf offiziell zehn Impfdosen ausgelegten Ampullen bis zu elf Dosen zu ziehen. Voraussetzung für die Ausnutzung beider Anzahlen seien jedoch spezielle Spritzen und Nadeln.

Lehrer warnen vor Impf-Verzögerung wegen Astrazeneca

Nach dem Astrazeneca-Impfstopp für Menschen unter 60 Jahren warnt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vor Problemen bei den Öffnungsstrategien der Schulen. "Die sich abzeichnende Perspektive, dass vielerorts den Lehrkräften ein Impfangebot gemacht werden kann, entpuppt sich damit als Fata Morgana", sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

Bund und Länder hatten am Dienstag entschieden, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen über 60 einzusetzen. Bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle einer sogenannten Hirnvenenthrombose gemeldet worden. Davon verliefen neun Fälle tödlich. Experten vermuten, dass das ohnehin sehr geringe Risiko nur junge Menschen betrifft.

Es könne von ungeimpften Lehrkräften nicht verlangt werden, "sehenden Auges und vollen Risikos im Hochinzidenzgebiet Präsenzunterricht zu machen", sagte Beckmann. Die Politik dürfe die Antwort nicht schuldig bleiben, welche zusätzlichen Maßnahmen sie ergreifen wolle, um alle ausreichend zu schützen.

Mehrheit für Ausgangsbeschränkungen

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist für nächtliche Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich angesichts steigender Infektionszahlen 56 Prozent dafür aus, solche Maßnahmen bundesweit zu ergreifen. 37 sind dagegen, 7 Prozent machten keine Angaben.

Je älter die Befragten, desto größer sind die Sympathien für Ausgangsbeschränkungen. Von den 18- bis 24-Jährigen sind nur 36 Prozent dafür, unter den über 55-Jährigen sind es 66 Prozent. Von den Wählern der im Bundestag vertretenen Parteien sind nur die der AfD mehrheitlich (56 Prozent) gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Am stärksten ist die Unterstützung dafür bei den Anhängern von CDU/CSU (71 Prozent), Grünen (70) und SPD (69) vor den Wählern der Linken (60) und der FDP (53).

Stiko: Anderer Impfstoff für zweite Dosis bei Astrazeneca-Geimpften

Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die zweite Impfung auf einen sogenannten mRNA-Impfstoff umsteigen. Das steht in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlussentwurf der Stiko. Hier lesen Sie mehr.

Baden-Württemberg nimmt Schulöffnungen zurück

Das Land Baden-Württemberg nimmt wegen der schnell steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Osterferien zunächst Öffnungsschritte an den Schulen zurück. In der ersten Woche ab dem 12. April kehren die Grundschüler und auch die 5. und 6. Klassen zunächst in den Fernunterricht zurück, wie das Kultusministerium den Schulen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Geöffnet bleiben Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren,auch die Abschlussklassen sollen teilweise in Präsenz unterricht werden.

In der Woche ab dem 19. April sollen alle Klassen im Wechsel in die Schulen zurückkehren, "sofern es das Infektionsgeschehen dann zulässt", schrieb Ministerialdirektor Michael Föll. Dann soll es auch eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler geben, die am Präsenzunterricht teilnehmen.

Solidarität bei Impfstoffverteilung

Etliche EU-Mitgliedsstaaten unterstützen in der Corona-Pandemie fünf andere Länder, die die Impfstoffe dringend benötigen. Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei sollen im zweiten Quartal zusammen 2,85 Millionen Dosen mehr erhalten als ihnen normalerweise über eine Quote zustehen, wie der portugiesische EU-Vorsitz am Donnerstagabend mitteilte. An der Solidaritätsaktion beteiligten sich 19 EU-Staaten - darunter auch Deutschland. Nichts abgeben wollten dagegen Österreich, Slowenien und Tschechien. Österreich und vier weitere Länder hatten eine Korrektur des Verteilungsschlüssels der Corona-Impfstoffe in der EU gefordert.

Geschlossenes Geschäft in Krefeld: Seit Anfang März befürworten immer mehr Bundesbürger einen härteren Lockdown (Symbolbild). (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)Geschlossenes Geschäft in Krefeld: Seit Anfang März befürworten immer mehr Bundesbürger einen härteren Lockdown (Symbolbild). (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

Umfrage: 48 Prozent wollen härteren Lockdown

In Deutschland sind wieder deutlich mehr Bürger für eine Verschärfung der Corona-Einschränkungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für den ARD-Deutschlandtrend. Demnach plädieren 48 Prozent für härtere Maßnahmen.

Das sind 16 Prozentpunkte mehr als Mitte März und 28 Punkte mehr als Anfang März. 24 Prozent der Befragten bewerten die aktuellen Regelungen als angemessen. Das sind 14 Punkte weniger als Mitte März. Ebenfalls 24 Prozent gehen die Corona-Maßnahmen hingegen zu weit. Das ist ein Prozent weniger als Mitte März.

Regierung prüft Impfungen durch Tierärzte

Die Bundesregierung erwägt laut "Wirtschaftswoche", Tierärzte in die Impfkampagne einzubinden. Für höheres Impftempo wurde und werde "geprüft, ob die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen, zu denen unter anderem Tierärztinnen und Tierärzte, aber ebenso Zahnärztinnen und Zahnärzte zählen, in die Impfungen erforderlich sein könnte", zitiert das Magazin eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte hatte beklagt, dass die Beteiligung der rund 10.000 Tierarztpraxen in Deutschland bisher nicht vorgesehen ist.

Tschechien: Rekordwert bei monatlichen Corona-Toten

Der zurückliegende März war in Tschechien der Monat mit den meisten Corona-Todesfällen seit Beginn der Pandemie. Wie am Donnerstag aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging, starben 5.779 Menschen, die zuvor positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden waren. Das waren rund 800 mehr als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle im November, dem bisher schlimmsten Monat mit Blick auf die Todeszahlen. Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern insgesamt 26.586 Todesfälle.

Vor den Feiertagen rief Gesundheitsminister Jan Blatny die Bürgerinnen und Bürger auf, die Corona-Schutzmaßnahmen trotz des warmen Wetters einzuhalten. "Wenn die Leute über Ostern die Ketten abschütteln, dann stehen wir vor einem großen Schlamassel", sagte der 51-Jährige in Prag.

Die Menschen dürfen ihren Wohnbezirk weiterhin nur in Ausnahmefällen verlassen. Dies kritisierte der Oberbürgermeister der Hauptstadt Prag, Zdenek Hrib: "Mehr als eine Million Menschen auf so wenig Raum einzupferchen, ist unter epidemiologischen Gesichtspunkten wenig sinnvoll", schrieb der studierte Mediziner bei Twitter.

Die Infektionszahlen gehen landesweit stetig zurück. Dennoch steckten sich nach aktuellen Zahlen innerhalb von sieben Tagen immer noch mehr als 400 Menschen je 100.000 Einwohner neu an. In Deutschland liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 134,2.

"Lasse mich nicht bevormunden" – Seehofer will sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen

Innenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nicht mit dem umstrittenen Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Das sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Mehr dazu lesen Sie hier.

Forscher finden offenbar neue Corona-Variante in Brasilien

Bei einer Frau in Brasilien ist eine neue Variante des Coronavirus festgestellt worden. Die Wissenschaftler des (Instituto) Butantan, die ein Netzwerk für den Alarm für Covid-19-Varianten koordinieren, haben die neue Variante in der Stadt Sorocaba in der Nähe der Millionenmetropole São Paulo identifiziert, schrieb die Forschungseinrichtung "Instituto Butantan". Mehr dazu lesen Sie hier.

Neubrandenburg: Polizei beendet Party mit rund 150 Jugendlichen

Die Polizei hat in einem Strandbad in Neubrandenburg eine Party mit rund 150 Jugendlichen beendet. Wie die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mitteilte, hatten sich am Mittwochabend mehrere Anrufer aus Neubrandenburg bei der Polizei über laute Musik beschwert. Die Besatzung eines Funkstreifenwagens stellte fest, dass rund 150 Jugendliche in dem Strandbad bei lauter Musik feierten. Mit einem Großaufgebot sei die Polizei dann angerückt.

In mehr als 50 Fällen sei es den Beamten gelungen, die Personalien festzustellen. Gegen die Jugendlichen sei Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung und wegen illegaler Abfallbeseitigung erstattet worden, da laut Polizei im Strandbad erhebliche Verschmutzungen festgestellt wurden.

In einem Fall kam es zu einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, in einem anderen zu einer Anzeige wegen Lärmbelästigung. Die Musikanlage sei sichergestellt worden.

Bund kauft für kommendes Jahr 1,1 Milliarden Testkits

Allein der Bund hat sich nach Angaben des Gesundheits- und Verkehrsministeriums für 2021 Testkapazitäten von mehr als 1,1 Milliarden Corona-Testkits gesichert. Das geht aus einem Brief von Gesundheitsminister Jens Spahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer an die Ministerpräsidenten hervor. Die Beteiligten in der Taskforce Testlogistik seien sich einig gewesen, dass Schnelltests "auch unmittelbar über den Markt bestellt werden können", heißt es. Der Bedarf auch bei den Selbsttests sollte deshalb gedeckt werden können.

RKI: Britische Corona-Variante bei fast 90 Prozent

Die zuerst in Großbritannien entdeckte, sehr ansteckende Corona-Variante B.1.1.7 hat einen Anteil von 88 Prozent in Deutschland erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochabend mit Verweis auf Tests der vergangenen Woche (22.-28. März) mit. Ihr Anteil sei kontinuierlich gestiegen. Die Verbreitung der Variante sei besorgniserregend, weil sie "nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten." Es sei daher mit weiter steigenden Covid-Fällen in Kliniken zu rechnen.

Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch B 1.1.7. werde zu einer "deutlich ansteigenden" Anzahl von Covid-19-Patienten in Kliniken führen. Alle in Deutschland verfügbaren Impfstoffe schützten nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und auch vor schweren Erkrankungen durch zwei andere Varianten, schreibt das RKI.

Diese beiden Virusvarianten spielen laut RKI derzeit in Deutschland kaum eine Rolle: Die in Südafrika verbreitete Variante B.1.351 sei in 0,8 Prozent der darauf untersuchten positiven Proben nachgewiesen worden, die stark in Brasilien zirkulierende Variante P.1 sogar nur in 0,1 Prozent.

Ärzte wollen unter 60-Jährige in Praxen generell nicht mit Astrazeneca-Vakzin impfen

Die niedergelassenen Ärzte wollen in ihren Praxen unter 60-Jährige generell nicht mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen, obwohl das nach den geänderten Empfehlungen unter bestimmten Bedingungen möglich ist. "Der Zeitbedarf für eine Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten steht einer schnellen Impfkampagne diametral entgegen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND). "Wir wollen schnell und zügig impfen", betonte er. Daher empfehle man den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen.

Nur noch 25 Prozent der Deutschen vertrauen der Impfpolitik

Laut einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut INSA für "Bild" (Donnerstag) hat der Großteil der Deutschen das Vertrauen in die Impfpolitik der Bundesregierung verloren. Demnach sagen nur 25 Prozent der Bürger, dass sie der Impfstrategie der Bundesregierung vertrauen. Lediglich 21 Prozent glauben, dass die Bundesregierung ihr Versprechen halten kann, bis zum 21. September jeden Erwachsenen gegen Corona impfen zu können.

Viele Skeptiker: Italien beschließt Impfpflicht im Gesundheitswesen

Italien verlängert zahlreiche Corona-Beschränkungen bis Ende April. Das teilte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi nach einer Sitzung am Mittwochabend in Rom mit. Allerdings will das Land die Schulen für jüngere Kinder nach Ostern wieder grundsätzlich öffnen. Außerdem sieht ein neues, vom Kabinett beschlossenes Dekret eine Impfpflicht für viele Beschäftigte im medizinischen Bereich und in anderen Teilen des Gesundheitswesens vor.

Mit dieser neuen Maßnahme reagiert Rom darauf, dass ein Teil des medizinischen Personals der Impfkampagne gegen Corona skeptisch gegenüber steht. Nun sollen Beschäftigten etwa in Krankenhäusern und Apotheken, die die Impfung verweigern, andere Aufgaben zugewiesen werden, bei denen kein Risiko einer Ausbreitung bestehe.

Mit Blick auf die Schulen sollen Kinder bis zur sechsten Klasse - auch in den besonders betroffenen sogenannten Roten Zonen - in die Klassenräume zurückkehren. Ziel sei auch, für Ältere den Fernunterricht schrittweise zu beenden. Das Dekret gilt vom 7. April an. Viele Vorschriften wie die verlängerten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit laufen bis 30. April.

Rheinland-Pfalz will Shopping auch bei Inzidenz über 200 erlauben

Rheinland-Pfalz will auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 weiterhin Einkaufen ermöglichen. Buchhandlungen, Baumärkte, Blumengeschäfte, Gärtnereien, und Gartenbaumärkte dürfen dann aber nur noch im Rahmen des Einzel-Terminshoppings öffnen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilt. Nach vorheriger Vereinbarung sollen dann Einzeltermine vergeben werden, bei denen ausschließlich Personen aus demselben Hausstand gleichzeitig Zutritt gewährt wird. Es gelte die Pflicht zur Kontakterfassung.

Bei Friseuren werden die bestehenden Regelungen um eine Corona-Testpflicht ergänzt. Sport im Freien ist dann zudem nur noch alleine oder mit Personen des eigenen Hausstandes erlaubt. Diese Regelung trete am Donnerstag in Kraft und dürfe erst aufgehoben werden, wenn die Inzidenz des Landkreises oder der kreisfreien Stadt mindestens sieben Tage in Folge unter 200 gelegen habe.

Belgisches Gericht erklärt Corona-Einschränkungen für unzulässig

Ein belgisches Gericht hat die landesweit geltenden Corona-Einschränkungen für unrechtmäßig befunden. Das Brüsseler Gericht erster Instanz habe am Mittwoch entschieden, dass für Maßnahmen wie Maskenpflicht, Ausgangssperren oder Kontaktbeschränkungen eine ausreichende Rechtsgrundlage fehle, sagte eine Anwältin der belgischen Organisation Liga für Menschenrechte (LDM) der Nachrichtenagentur AFP. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Le Soir".

Dem Bericht von "Le Soir" zufolge ist die Rechtsgrundlage für die belgischen Corona-Maßnahmen bislang ein Gesetz für Evakuierungen in Katastrophenfällen, dass 2007 infolge eines schweren Explosionsunglücks an einer Gaspipeline verabschiedet wurde. Die den Behörden übertragenen Befugnisse seien darin klar definiert und deckten die aktuelle Situation nicht ab, heißt es demnach in dem Urteil.

Der belgische Staat hat nun 30 Tage Zeit, um ein passendes Gesetz zu schaffen oder die Maßnahmen zurückzunehmen. Andernfalls drohen Strafzahlungen in Höhe von 5.000 Euro pro Tag. Der Anwältin der LDM zufolge können Betroffene außerdem gegen Strafen auf Basis der für illegal erklärten Verordnung vorgehen. Es wird erwartet, dass die Regierung gegen die erstinstanzliche Entscheidung Berufung einlegen wird.

Schweden setzt Lockerungen aus: "Die Lage ist ernst" 

Schwedens Regierung setzt die geplante Lockerung von Corona-Beschränkungen bis mindestens zum 03. Mai aus. "Die Lage ist ernst", sagt Ministerpräsident Stefan Löfven. Der Leiter der Gesundheitsbehörde Johan Carlson berichtet von "einer dramatischen Zunahme der Infektionen in vielen Regionen". Unter anderem war geplant, mehr Besucher bei Konzerten und Fußballspielen sowie in Vergnügungsparks zuzulassen.

WHO und EMA halten an Empfehlung für Astrazeneca fest

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht weiterhin eine positive Indikation für den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffes. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis "spricht stark für seine Anwendung", sagt Alejandro Cravioto, Vorsitzender der SAGE-Impf-Expertenkommission der WHO. Viele Staaten hätten Warnsysteme für Zwischenfälle im Einsatz und hätten keine Probleme gemeldet.

Auch die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) erklärte am Mittwoch, dass sie die derzeit keine altersspezifischen Risiken bei dem Corona-Vakzin sehe. Eine Prüfung habe keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht für Blutgerinnsel nach einer Aszrazeneca-Impfung ergeben, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die Prüfungen würden aber fortgesetzt.

Der Astrazeneca-Impfstoff hat eine WHO-Notfallzulassung. Das ist die Voraussetzung für den Einkauf durch UN-Organisationen. Für viele Länder mit begrenzten eigenen Regulierungskapazitäten ist dies auch die Grundlage für die eigene Zulassung. Die solidarische Impfinitiative Covax hat bis Mai 237 Millionen Impfdosen von Astrazeneca zur Auslieferung an mehr als 140 Länder vorgesehen. Die ersten Lieferungen laufen seit Anfang März.

Kretschmer: Inzidenz könnte auf 700 steigen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärt, ein zu großer Teil der Bürger halte sich nicht mehr an die Corona-Maßnahmen und warnt vor rasant steigenden Infektionszahlen. "Wir werden Zahlen bekommen von 500, 600, 700 Inzidenz, wenn wir es nicht anhalten. Das geht nicht, das schafft kein Gesundheitssystem der Welt", sagt der CDU-Politiker RTL/ntv. 

Ursachen für den von ihm festgestellten nachlassenden Willen vieler Deutscher könnten die Ermüdung nach zwölf Monaten Pandemie, das politische Hin und Her oder die nicht ausgezahlten Wirtschaftshilfen sein, so Kretschmer weiter.

EMA berät erneut über Astrazeneca-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird in der kommenden Woche erneut über die Sicherheit des Astrazeneca-Impfstoffes beraten. Eine Expertengruppe sei am Montag bereits zusammenkommen. Ihr Bericht und weitere Analysen sollten beim Treffen des Sicherheitsausschusses der EMA vom 6. bis 9. April beraten werden. Dann werde auch eine Aktualisierung der EMA-Empfehlung erwartet, wie die EMA auf dpa-Anfrage mitteilte. Der Sicherheitsausschuss der EMA hatte zuletzt bekräftigt, dass der Impfstoff "sicher und wirksam" sei, und dass es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel gebe. Die EMA hatte auch betont, dass Experten weiterhin Fälle von Thrombosen prüfen würden.

Bund und Länder waren am Dienstagabend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Jüngere können sich nach Rücksprache mit dem Arzt und auf eigenes Risiko weiterhin damit impfen lassen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Lauterbach: Astrazenca-Änderung kein Rückschlag für das Impftempo

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zur Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird. "Wir werden eine kleine Delle haben von ein paar Tagen, wo es Verwirrung gibt, aber dann wird das Impftempo wieder voll anziehen", sagte Lauterbach am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Ich rechne nicht damit, dass wir auf dem Impfstoff sitzen bleiben."

Generell überwiege bei über 60-Jährigen der Nutzen über möglichen Risiken. "Es ist ein sehr guter Impfstoff, den ich weiter empfehlen kann", sagte Lauterbach. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aber richtig gewesen. Man müsse auf die neuen Daten reagieren, denn "das ist keine Kleinigkeit, über die wir hier reden." Es mache Sinn, dass man jetzt bei jüngeren Menschen vermehrt den Biontech Impfstoff einsetze, sagte der SPD-Politiker. "Es kommt einfach darauf an, den richtigen Impfstoff in der richtigen Gruppe einzusetzen."

Die Länder waren am Dienstag der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spanien: Digitaler Impfpass soll im Juni kommen

Spanien will spätestens im Juni einen digitalen Impfpass fertig haben, der das Reisen in der EU erleichtern soll. Das kündigt Außenministerin Arancha Gonzalez Laya in einem Hörfunkinterview an. Vergangenen Monat hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf einen solchen Impfpass verständigt, durch den die unter der Pandemie schwer leidende Reisebranche wieder Schwung erhalten würde.

Merkel und Macron erwägen Impfstoff-Kooperation mit Putin

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron haben offiziellen Angaben zufolge mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Zusammenarbeit bei Impfstoffen erörtert. Die Kooperation sei Abhängigkeit von der Zulassung des russischen Vakzins Sputnik V durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Evaluierung erfolge nach denselben Normen, die auch auf alle anderen Impfstoffe Anwendung finden.

Stiko-Vorsitzender: Kontrollfunktion bei Astrazeneca hat funktioniert

Die Auswirkungen der geänderten Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff sind dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zufolge schwer abzusehen. "Es kann sein, dass dadurch Vertrauen schwindet", sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Es könne aber auch das Gegenteil bewirken. In jedem Fall habe die Kontrollfunktion des Paul-Ehrlich-Instituts gut funktioniert. "Sie haben mehr als 30 besorgniserregende Fälle registriert, es wurde intensiv geprüft und Alarm geschlagen, und jetzt reagiert man darauf. Das sollte eigentlich vertrauensbildend sein."

Laschet bringt Corona-Testpflicht für Schüler in NRW ins Spiel

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Corona-Testpflicht für Schüler in Nordrhein-Westfalen ins Spiel gebracht. In der ZDF-Sendung "Markus Lanz" verwies Laschet darauf, dass ein Teil der Eltern einen Test für ihre Kinder in der Schule verweigerten. "Jetzt werden wir überlegen müssen, müssen wir eine Testpflicht einführen. Denn es kann natürlich nicht jedes Kind für sich dann sagen, ich lasse mich einfach nicht testen", sagte Laschet in der Talkshow. Hier lesen Sie mehr. 

Biontech-Gründer: "Sonst müssen wir in einen starken Lockdown"

Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin hat sich für ein flottes Verwenden des vorhandenen Impfstoffs ausgesprochen. "Man sollte alle Impfstoffe, die man hat, möglichst schnell verimpfen. Auch im Vertrauen darauf, dass neue Impfstoffe wöchentlich geliefert werden", sagte er in einem Interview von "RTL"/"ntv".

Es solle kein Impfstoff für zweite Impfungen zurückgelegt werden. "Ich schätze das Risiko, dass Impfstoffe jetzt nicht geliefert werden und die zweite Impfung bei Menschen aufgeschoben werden muss, als gering ein", sagte der Chef des Mainzer Unternehmens Biontech, das einen der Impfstoffe gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer herstellt.

Sahin sagte weiter, die große Herausforderung der nächsten Wochen und eventuell auch der kommenden drei bis vier Monate werde sein, die Infektionszahlen so niedrig wie möglich zu halten. "Wir sind leider mit den Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland schon so weit, dass wir nicht mehr länger warten können, bis man striktere Maßnahmen einführt", sagte Sahin.

"Wenn wir da keine Trendwende sehen, müssen wir nochmal in einen starken Lockdown reingehen." Sollten alle Impfstoffe wie geplant geliefert werden und die Impfungen gut vorangehen, könne man zum Ende des Sommers wieder in eine Normalität zurückkommen und im Winter einen erneuten Lockdown vermeiden. "Wir rechnen damit, dass wir ab Ende Mai auch einen Impfeffekt sehen werden."

Städtebund: "Befürchtung, dass wir Innenstädte nicht mehr wiedererkennen"

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor einer Pleitewelle und massivem Jobabbau in deutschen Innenstädten. "Wir haben die ernsthafte Befürchtung, dass wir unsere Innenstädte nach der Pandemie nicht mehr wiedererkennen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, im Politik-Talk der Zeitung "Bild". Der Handelsverband rechne mittlerweile damit, dass 82.000 Einzelhandelsgeschäfte nicht wieder aufmachen werden. "Das entspricht 450.000 Arbeitsplätzen." 

Impfkommission empfiehlt Astrazeneca nur noch ab 60 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Wie die Stiko am Dienstag mitteilte, wurde die Empfehlung "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften geändert.

Zur Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben.

Am Dienstag hatten mehrere Bundesländer Impfungen bei unter 60-Jährigen vorläufig ausgesetzt.

Umfrage: Mehrheit für nächtliche Ausgangssperren

Viele Experten plädieren für eine nächtliche Ausgangssperre im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen. Eine Umfrage für t-online zeigt: Ältere und Anhänger der Union würden das besonders stark befürworten.

Brandenburg beschließt Ausgangsbeschränkung über Ostern

Brandenburg führt über Ostern angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Das Kabinett in Potsdam beschloss am Dienstag, dass sie vom 1. bis 6. April von 22 bis 5 Uhr gelten soll. Alle Infos lesen Sie hier.

Rund ein Drittel der Corona-Patienten in Krankenhäusern jünger als 60 Jahre

Rund ein Drittel der Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern ist laut einer Auswertung der Krankenkasse AOK jünger als 60 Jahre gewesen. Unter Beatmungspatienten habe diese Bevölkerungsgruppe rund 25 Prozent gestellt, teilte die AOK am Dienstag in Berlin unter Verweis auf eine Analyse ihres wissenschaftlichen Instituts (Wido) mit. Die Sterblichkeit unter stationären Corona-Patienten war demnach "sehr hoch". Sie betrug 18 Prozent oder fast ein Fünftel.

Die Datenauswertung, in die Erkenntnisse aus der zweiten Welle der Pandemie einflossen, bestätigten nach Angaben der Kasse die bereits zuvor gewonnenen Erfahrungen. So steigt das Risiko von schweren Corona-Verläufen mit dem Alter generell an. Rund die Hälfte der stationär behandelten Patienten war älter als 70 Jahre, wie die AOK unter Verweis auf ihre Experten betonte. Aber es gebe eben auch bei jüngeren Menschen "viele schwere Verläufe".

"Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Intensivstationen angesichts steigender Infektionszahlen schnell mit Menschen mittleren Alters füllen können, die noch nicht geimpft sind", warnte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Intensivmediziner berichteten derzeit schon von entsprechenden Trends in Kliniken.

Gemeinde in Schwäbisch Hall ist größter Corona-Hotspot in Deutschland

Nach einem massiven Anstieg der Corona-Inzidenz löst die kleine Gemeinde Blaufelden (Landkreis Schwäbisch Hall) die benachbarte Stadt Schrozberg als Corona-Hotspot im Land ab. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt in Baden-Württemberg legte bis zum Montagabend auf einen Wert von 1.059,4 Fälle (Stand: Montag, 19 Uhr) pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 274 Neuinfektionen in der 5.300 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte.

Für Blaufelden und die anderen Kommunen des Landkreises gelten seit eineinhalb Wochen unter anderem Kontaktbeschränkungen und eine strenge Maskenpflicht auch tagsüber. Unterschreitet die Inzidenz an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen einen Wert von 200, werden diese automatisch aufgehoben.

Auch andere Kommunen im Kreis kämpfen weiter gegen steigende Zahlen. Schrozberg, nach Corona-Ausbrüchen in Betrieben und einem Kindergarten lange einer der bundesweiten Hotspots, weist eine Inzidenz von 481,2 Fällen aus, die bereits seit Wochen sehr hohen Werte in Crailsheim liegen bei 723,9 und Braunsbach erreicht 846,1.

Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von mittlerweile 482,3 (Stand: Montag, 19 Uhr) zu den Hotspot-Regionen in Deutschland. Zudem war der Kreis Schwäbisch Hall zuletzt der einzige Landkreis in Baden-Württemberg mit einer Inzidenz von über 400.

60 Millionen Masken von Polizei in Italien beschlagnahmt

Die italienische Polizei hat 60 Millionen schadhafte Gesichtsmasken, die für den Gesundheitsbereich bestimmt waren, aus dem Verkehr gezogen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Filterkapazität der Masken teils zehn Mal niedriger war als angegeben, teilte die Finanzpolizei am Dienstag in Görz (Gorizia) in der Nordost-Region Friaul-Julisch Venetien mit. Für das Personal im Gesundheitsbereich sei das riskant gewesen. Die Operation sei landesweit und im Rahmen von Kontrollen hinsichtlich illegaler Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie durchgeführt worden.

Brandenburgs Gesundheitsministerin in Quarantäne

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) arbeitet nach Angaben ihres Ministeriums vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Grund sei ihre Teilnahme an einer Bundesratssitzung am vergangenen Freitag, teilte das Ressort am Dienstag in Potsdam mit. Nach Hinweisen der Corona-Warn-App befinden sich mehrere Teilnehmer der Sitzung in häuslicher Selbstisolation, darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie mehrere Fachminister.

Nonnemacher hatte sich bereits am Freitag und über das Wochenende mehrfach auf das Coronavirus testen lassen. Alle Tests seien negativ ausgefallen. Aufgrund der unklaren Situation im Zusammenhang mit Bundesratssitzung entschied sie dann, bis Mittwoch im Homeoffice zu arbeiten.

Tschechien verlängert Biontech-Impf-Intervall

Tschechien verlängert das Impf-Intervall beim Wirkstoff der Hersteller Pfizer und Biontech. Zwischen der ersten und der zweiten Dosis werde künftig ein Abstand von 42 Tagen liegen, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Dies ermögliche es, "mehr Menschen in kürzerer Zeit zu schützen". Man müsse "keinerlei Befürchtungen" haben. Die Änderung gelte ab sofort für alle, die sich neu für die Impfung registrieren.

Bisher lag das Intervall bei drei Wochen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte Ende Januar empfohlen, die zweite Dosis des Pfizer-Biontech-Präparats innerhalb dieses Zeitraums zu verabreichen. Von einer Verlängerung der Zeitspanne wurde abgeraten. Der volle Schutz vor einer Corona-Infektion wird erst nach der zweiten Spritze erreicht.

Die Regierung in Prag steht seit längerem wegen des langsamen Tempos der Impfkampagne unter Druck. In dem EU-Mitgliedstaat mit 10,7 Millionen Einwohnern sind bisher rund 1,6 Millionen Impfstoff-Einzeldosen verabreicht worden. Das Land kämpft mit der dritten Corona-Welle. Nach Berechnungen steckten sich zuletzt innerhalb von sieben Tagen rund 450 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. In Deutschland liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 135,2.

Grenzkontrollen zu Tirol enden – zu Tschechien verlängert

Deutschland verlängert die in der Corona-Krise eingeführten stationären Grenzkontrollen zu Tschechien um weitere 14 Tage und beendet die Kontrollen zum österreichischen Bundesland Tirol. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kanadisches Komitee empfiehlt: Impfung mit Astrazeneca-Impfstoff aussetzen

Kanadas Expertengremium für die Corona-Impfkampagne empfiehlt laut einem Bericht die Aussetzung des Vakzins von Hersteller Astrazeneca für Menschen im Alter unter 55 Jahren. Das Komitee habe Sicherheitsbedenken, berichtete der öffentliche TV-Sender CBC am Montag unter Berufung auf anonyme Quellen. Die Richtlinien zum Umgang mit dem Impfstoff würden im Laufe des Tages geändert. Zuvor hatte es Berichte über seltene Blutgerinnsel bei einigen immunisierten Patienten gegeben. Laut CBC ist das Mittel in der Altersgruppe unter 55 bislang aber nicht großflächig eingesetzt worden.

Mitte März waren auch in Deutschland Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca mehrere Tage vorsorglich ausgesetzt worden. Nach einer erneuten Prüfung erklärte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), das Präparat sei sicher. Doch werde in den Hinweisen eine extra Warnung vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen hinzugefügt, erklärte die EMA. Astrazeneca spielt eine wichtige Rolle in der EU-Impfstrategie. Weil das Präparat nicht so stark gekühlt werden muss, kann es auch gut von Hausärzten gespritzt werden.

Vakzin abgeben? Großbritannien will erst alle Erwachsenen impfen 

Großbritannien will erst alle Erwachsenen impfen, bevor Impfstoff an andere Länder abgegeben wird. Der Fokus müsse auf dem Schutz Großbritanniens liegen, sagt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng dem Sender Sky News. Großbritannien wolle auch mit anderen Ländern zusammenarbeiten.

Wenn es einen Überschuss an Impfstoffen gebe, könne damit anderen Ländern wie etwa Irland geholfen werden. "Aber es gibt derzeit keinen Überschuss, wir müssen immer noch viele impfen."

WHO plant Pandemie-Abkommen mit 23 Ländern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und 23 Staaten – darunter Deutschland – machen sich für ein internationales Pandemie-Abkommen stark. Dies solle dafür sorgen, dass die Welt durch eine stärkere Zusammenarbeit der einzelnen Länder besser auf künftige Pandemien und andere medizinische Krisen vorbereitet sei, schrieben die Staats- und Regierungschefs am Dienstag in einem gemeinsamen Leitartikel. Angestrebt würden Verbesserungen von Warnsystemen, bei der gerechten Verteilung von Impfstoffen, Medikamenten und Tests sowie beim Austausch von Daten und Forschungsergebnissen. EU-Ratspräsident Charles Michel hatte die Idee beim G20-Gipfel im November vorgestellt, WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte sich im Januar dahintergestellt.

Zustimmung zu den Plänen kam am Dienstag unter anderem auch von Großbritannien und Frankreich, nicht aber von China und den USA. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte der WHO vorgeworfen, China bei einer Vertuschung des wahren Ausmaßes des Corona-Ausbruchs in der Volksrepublik geholfen zu haben. Die WHO weist dies zurück.

Petition fordert strikten Lockdown gegen dritte Welle – Tausende unterzeichnen

Die Bundesländer halten – trotz aller Warnungen von führenden Pandemie-Experten und Intensivmedizinern – an ihren Lockerungsplänen fest. Dabei nimmt die dritte Welle in Deutschland weiter Fahrt auf. In eine Onlinepetition wenden sich nun Tausende Bürger an Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Testpflicht für alle Reiserückkehrer per Flugzeug tritt in Kraft

Seit Dienstag ist die Einreise per Flugzeug nach Deutschland nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Eine entsprechende Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung trat um Mitternacht in Kraft. Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt. Der Test darf bei der Einreise maximal 48 Stunden alt sein.

Die Testpflicht hatte zunächst bereits am Freitag eingeführt werden sollen, später wurde der vergangene Sonntag ins Visier genommen. Der negative Corona-Test bewahrt dabei nicht automatisch vor Quarantäne in Deutschland: Die entsprechenden Vorschriften auf Landesebene für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gelten weiter.

Mehr als 20 Staatschefs fordern neuen völkerrechtlichen Vertrag

Mehr als zwanzig Staats- und Regierungschefs aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika schlagen einem Medienbericht zufolge in einem gemeinsamen Aufruf vor, zur Vorbeugung und Bekämpfung künftiger Pandemien einen neuen völkerrechtlichen Vertrag auszuarbeiten. Damit solle die Lehre aus den Fehlern im Umgang mit Covid-19 gezogen werden, heißt es in dem Aufruf, der von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wird.

Zu den Unterzeichnern zählten unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Ratspräsident Charles Michel, Chiles Präsident Sebastián Piñera, Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, Südkoreas Präsident Moon Jae In und Indonesiens Präsident Joko Widodo. Mit dem von ihnen angestrebten Vertrag könnten mehr Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, Warnsysteme bei Gefahren und eine bessere Verteilung von Medikamenten, Schutzausrüstungen und Impfstoffen erreicht werden.

Lockdown in Wien soll bis 11. April verlängert werden

In der österreichischen Hauptstadt Wien soll der Oster-Lockdown bis zum 11. April verlängert werden. Das teilt Gesundheitsminister Rudolf Anschober mit. Niederösterreich und das Burgenland wollen indes zunächst die weitere Entwicklung abwarten. Österreich hatte für Wien und die zwei Bundesländer Niederösterreich und Burgenland einen harten Lockdown über Ostern bis zum 6. April beschlossen und dies mit einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens begründet.

Urlaubsreisen ins Ausland bleiben erlaubt 

Urlaubsreisen ins Ausland werden trotz der Corona-Pandemie auch weiterhin grundsätzlich möglich sein. Ein Regierungssprecher verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend auf die geltenden Bestimmungen für Reisende. "Eine darüber hinausgehende rechtliche Regelung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant", fügte er hinzu. Ein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen.

Neue US-Studie macht Hoffnung: Impfstoffe könnten Ansteckung verhindern

Eine neue Studie aus den USA bekräftigt eine gute Wirksamkeit von einigen Corona-Impfstoffen auch gegen Infektionen ohne Symptome. "Die Ergebnisse zeigten, dass nach der zweiten Impfstoffdosis das Infektionsrisiko zwei oder mehr Wochen nach der Impfung um 90 Prozent verringert wurde", teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mit.

Dabei wurden auch Infektionen ohne Symptome erfasst, die einen "kleinen Anteil" von etwa zehn Prozent an allen positiven Tests ausmachten. Es besteht damit die Hoffnung, dass geimpfte Personen andere in den meisten Fällen nicht mehr anstecken können und Infektionsketten so unterbrochen werden können.

Die CDC hatte die mRNA-Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna unter die Lupe genommen: Knapp 4.000 Menschen im medizinischen Bereich wurden dabei in sechs US-Staaten im Zeitraum zwischen Dezember und März wöchentlich getestet. Die Ergebnisse bestätigten dabei vorherige Studien, die ebenfalls darauf hinweisen, dass eine asymptomatische Weitergabe des Coronavirus bei Geimpften eher unwahrscheinlich ist.

Die CDC beobachtete dabei zudem einen hohen Schutz selbst nach nur einer der zwei obligatorischen Dosen. Nach einer Dosis sei die Zahl der Infektionen bereits um 80 Prozent zurückgegangen. Die Ergebnisse seien angesichts der eigenen großen Studien der Hersteller folgerichtig. In diesen war allerdings untersucht worden, wie wirksam die Stoffe gegen den Ausbruch der Krankheit Covid-19 sind, nicht die Infektionsrate mit dem Virus.

Johnson & Johnson liefert vom 19. April an in Europa aus

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird am 19. April mit seinen Impfstofflieferungen an europäische Staaten beginnen. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte am 11. März die Erlaubnis für die Anwendung in der EU erhalten. Er ist der vierte Corona-Impfstoff nach den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca, der eine EU-weite Zulassung hat.

Zur Ausweitung seiner Produktion hatte das US-Unternehmen in den vergangenen Monaten mehrere Kooperationsvereinbarungen mit europäischen Firmen getroffen, darunter die Dessauer Firma IDT Biologika. Auch mit Sanofi in Frankreich und Catalent in Italien arbeitet Johnson & Johnson zusammen.

Eine weltweite Studie mit fast 40.000 Teilnehmern hatte eine Wirksamkeit von 85,4 Prozent gegen schwere Verläufe von Covid-19 gezeigt, die Wirksamkeit bei moderaten Verläufen lag bei gut 66 Prozent. Der Impfstoff muss im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten nicht so stark gekühlt werden, was Transport und Verteilung erleichtert.

Kreis stoppt Impfung mit Astrazeneca bei Frauen unter 55 

Der Kreis Euskirchen hat am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf "eine schwerwiegende Erkrankung" einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

"Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einer endgültigen Bewertung gekommen sind", hieß es in einer Mitteilung. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Länder kontern Merkel-Kritik: Keine Corona-Planänderung

Trotz der deutlichen Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Corona-Krisenmanagement mehrerer Bundesländer sehen diese keinen Grund für Planänderungen. "Jeder will, dass die Infektionszahlen runtergehen, und jeder hat für sein Land entsprechende Maßnahmen gemacht", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montag in Berlin. Der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans (CDU), kündigte an, an seinem Modellprojekt für Lockerungen durch massenhaftes Testen festzuhalten. 

Nordrhein-Westfalens Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) kritisierte mit Blick auf Probleme bei der Impfstoffbeschaffung und der Corona-Warn-App außerdem, dass das Kanzleramt sich zuerst auf "die eigenen Versäumnisse konzentrieren" und diese Mängel beheben solle.

Merkel hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" starken Druck auf die Länder ausgeübt, um diese zur Umsetzung der Notbremse und schärferer Maßnahmen gegen die dritte Infektionswelle zu bewegen. Mehr zu Merkels Kritik und dem Konter der Länder lesen Sie hier

Spahn laut Insider: Alle über 70-Jährige können geimpft werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einer Unterbrechung des Impfens an den Osterfeiertagen gewarnt und fordert, dass besonders die über 70-Jährigen jetzt geimpft werden sollten. "Die Impfverordnung ist sehr flexibel. Die über 70-Jährigen kann man jetzt einfach alle impfen. Das rettet Menschenleben", sagt Spahn nach Teilnehmerangaben im CDU-Präsidium.

Die Impfzentren könnten auch rund um die Uhr impfen, fügt er mit Blick auf zunehmende Lieferungen von Impfdosen hinzu. Allein in den nächsten sieben bis acht Tagen kämen mehr als drei Millionen Dosen bei den Ländern an. Die sollten alle direkt verimpft werden.

Zahlreiche Impfzentren schließen offenbar über Ostern

Über die Osterfeiertage bleibt in Deutschland eine ganze Reihe von Impfzentren geschlossen. So wird beispielsweise in den Impfzentren in Brandenburg an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag nicht gearbeitet, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung vom Montag in den Bundesländern ergab. Im Saarland wird sonntags generell nicht geimpft.

In Thüringen wird ebenfalls über die Feiertage nicht geimpft, außer am Samstag in einem Impfzentrum in Erfurt. In weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, sind Schließungen möglich, wie es demnach aus den Landesregierungen heißt. Das hänge davon ab, wie viel Impfstoff vorhanden sei.

Ehemaliger Charité-Direktor kritisiert Länderchefs scharf

Der ehemalige Direktor der Berliner Charité Ulrich Frei wirft den Ministerpräsidenten vor, "gegen die Wissenschaft und Mehrheitsmeinung" zu lockern. Das schrieb Frei auf dem Nachrichtendienst Twitter. Die Länderchefs würden so möglicherweise "Beihilfe zu Körperverletzung mit Todesfolge" leisten.

Tierärzte wollen beim Impfen helfen

Die deutschen Tierärzte fordern die Politik auf, sie in die Impfkampagne einzubinden. "In den USA impfen jetzt auch Tierärzte wie selbstverständlich mit. Dieser pragmatische Ansatz trägt dort zum großen Erfolg bei", sagte der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch in Frankreich können voraussichtlich bald Tierärzte Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes empfahl dies in einer Stellungnahme vom Freitag.

Dabei warf Moder der Berliner Politik Versäumnisse vor: "Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten, aber unser Hilfsangebot wurde (...) bis heute ignoriert. Das kann man machen, wenn man die Lage im Griff hat. Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften halten wir diese Ignoranz jedoch für grob fahrlässig." Laut Moder könnten die Tierarztpraxen pro Monat ohne Weiteres zwei Millionen Menschen impfen.

Neuer Impfrekord in den USA

Bei ihrem Corona-Impfprogramm haben die USA ihren bisherigen Rekord der innerhalb eines Tages verabreichten Impfdosen gebrochen. Am Samstag seien 3,5 Millionen Impfungen gemeldet worden, schrieb der ranghohe Corona-Berater im Weißen Haus, Andy Slavitt, auf Twitter. Dies sei ein Höchstwert. Zuvor hatte der Rekord am Freitag bei knapp 3,4 Millionen verabreichten Dosen innerhalb eines Tages gelegen. Laut Weißem Haus wurde am Sonntag erneut ein Wert von mehr als 3 Millionen Impfungen erreicht – am dritten Tag in Folge.

Rekordzahlen in Frankreichs Intensivstationen

In Frankreich hat die Zahl der Intensivpatienten fast den Höchststand der zweiten Corona-Welle im Herbst erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Sonntag 4.872 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt, 81 mehr als am Vortag. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Mitte November lagen auf den französischen Intensivstationen 4.903 Patienten.

Im Großraum Paris schlugen Verantwortliche des Gesundheitswesens Alarm. "In zehn, 15 Tagen oder drei Wochen" drohe eine "Überfüllung" der Krankenhäuser, sagte Remi Salomon, Präsident der Ärztekommission der öffentlichen Krankenhäuser in Paris, dem Sender BFMTV. Unter den Ärzten herrsche "ein Gefühl der Wut", sie befürchteten, "sich in einer Situation wiederzufinden, die sie zur Katastrophenmedizin zwingt", sagte Salomon.

3.500 "Querdenker" demonstrieren in Sinsheim

Im Raum Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) waren am Sonntag nach Angaben der Polizei rund 3.500 Menschen unterwegs, um an einer Kundgebung der "Querdenker"-Bewegung teilzunehmen. Weil zu der angemeldeten Kundgebung nur 800 Teilnehmer zugelassen waren, kam es demnach an verschiedenen Orten in der Stadt zu größeren Menschenansammlungen mit zum Teil mehreren Hundert Menschen. Die Polizei sprach nach eigenen Angaben gegen 387 Menschen Platzverweise aus, rund 600 Menschen wurden den Angaben zufolge wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung angezeigt. Die Beamten registrierten neun Straftaten, unter anderem eine gefährliche Körperverletzung gegen einen Polizisten und einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Kundgebung selbst verlief laut Polizei "überwiegend störungsfrei".

Tübinger OB will Quarantäne für zurückkehrende Auslandsurlauber

Nach Überzeugung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (Bündnis90/Die Grünen) sollten Rückkehrer aus den Auslandsurlaub mit einer Quarantäne belegt werden. "Im Ausland sind Mutationen unterwegs, sodass das Risiko größer ist. Da meine ich, wäre eine Quarantäneanforderung zur Vermeidung von Einschleppung von Infektionen und Mutationen absolut notwendig", sagt Palmer im Politik-Talk der Zeitung "Bild. Lediglich ein Schnelltest nach der Reiserückkehr sei nicht ausreichend. Verbringen sollten die Rückkehrer die Quarantäne in einem Flughafenhotel. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), hält Reisen nach Gran Canaria oder Mallorca in der gegenwärtigen Corona-Situation zwar nicht für angebracht. Aber eine Testpflicht nach der Rückkehr sei ausreichend und "ein guter Kompromiss", sagt er in dem Politik-Talk.

Kirchenbesucher in den Niederlanden greifen Journalisten an

In den Niederlanden haben am Sonntag aufgebrachte Gottesdienstbesucher Journalisten angegriffen, zu den gewalttätigen Übergriffen kam es an zwei Orten. In Urk und Krimpen aan den Ijssel hielten die orthodox-protestantischen Kirchen Gottesdienste ab – mit Hunderten Menschen, ohne jede Schutzmaßnahme. Damit verstießen die Gemeinden gegen die Corona-Regeln und widersetzten sich öffentlicher Kritik. Die angegriffenen Journalisten wollten darüber berichten.

Der Journalist Mark Baanders wird auf einem Parkplatz vor einer Kirche in Urk fast von einem Auto angefahren – nicht der einzige Angriff in den Niederlanden. (Quelle: dpa/Robin Van Lonkhuijsen)Der Journalist Mark Baanders wird auf einem Parkplatz vor einer Kirche in Urk fast von einem Auto angefahren – nicht der einzige Angriff in den Niederlanden. (Quelle: Robin Van Lonkhuijsen/dpa)

In Krimpen aan den Ijssel bei Rotterdam soll ein 43-Jähriger laut Augenzeugen einen TV-Reporter getreten und geschlagen haben. Die Polizei holte den mutmaßlichen Angreifer wenig später aus dem Gottesdienst und nahm ihn fest. In Urk im Nordosten von Amsterdam fuhr ein Mann mit einem Auto absichtlich einen TV-Kameramann an. Zuvor waren dort auch Reporter von Kirchenbesuchern getreten worden, wie auf TV-Bildern zu sehen ist. Die Journalisten sollen den Angaben zufolge leicht verletzt worden sein.

Polizei und Politiker nannten die Gewalt unakzeptabel. Justizminister Ferd Grapperhaus erklärte: "Der unabhängige Journalismus ist notwendig für einen demokratischen Rechtsstaat." Auch Abgeordnete mehrerer Parteien reagierten wütend. "Lasst Journalisten ihre Arbeit machen", schrieb die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Lilianne Ploumen, auf Twitter. Zuvor hatte bereits Premier Mark Rutte die Kirchen als verantwortungslos kritisiert, weil sie trotz des Lockdowns Hunderte von Menschen zu Gottesdiensten zuließen. Religiösen Gemeinschaften können Versammlungen nach der Verfassung nicht verboten werden. Bisher hielten sich aber die meisten Gemeinschaften an die Regeln und ließen zu Gottesdiensten höchstens 30 Besucher zu.

Spahn legt Logistik-Taskforce auf Eis

Die am 3. März von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Taskforce Testlogistik" liegt nach drei Sitzungen seit dem 19. März auf Eis. "In der letzten Sitzung der Taskforce haben Bund und Länder festgestellt, dass die Taskforce ihre Aufgabe erfüllt hat und in den Stand-by-Modus treten kann", zitiert die Zeitung "Bild" einen Sprecher des Gesundheitsministeriums in einem Vorabbericht.

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geleitete Arbeitsgruppe sei "lediglich dazu eingerichtet worden, um die Bundesländer mit den Herstellern zu verknüpfen". Für die weitere Testbeschaffung seien nunmehr die Bundesländer verantwortlich.

Söder kritisiert Länder: "Ernst der Lage nicht verstanden"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert die Corona-Politik seiner Kollegen. "Die Corona-Lage spitzt sich zu, einige Länder haben den Ernst der Lage leider noch nicht verstanden", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). Zur zuletzt aufgekommenen Debatte um mögliche neue Gespräche zwischen Bund und Ländern zu Corona-Maßnahmen sagte er: "Es braucht nicht ständig neue Gespräche, sondern die konsequente Umsetzung der Notbremse."

Söder forderte, dass die Notbremse überall in Deutschland bei einer Inzidenz über 100 automatisch greifen müsse. "Der Flickenteppich in der Corona-Bekämpfung muss beendet werden, dazu gehören Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern und Baden-Württemberg", betonte er. "Die braucht es jetzt in allen Städten und Landkreisen in Deutschland bei einer Inzidenz über 100."

Anfang der Woche weitere Gespräche?

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Samstag für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht gestellt, allerdings nicht unbedingt im großen Format. "Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch", sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart. Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man "zu Klarheit kommen".

In Bayern liegt die Inzidenz in allen Kreisen über 50

In Bayern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten über 50. Am Sonntagmorgen wies das Robert Koch-Institut erstmals in der dritten Corona-Welle keinen Kreis mit niedrigeren Werten – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen – aus. Noch am Samstag hatten die Stadtkreise Aschaffenburg und Ansbach unter der Marke gelegen.

Auch am Sonntag wiesen Ansbach mit 50,2 und Aschaffenburg mit 56,3 noch die niedrigsten Inzidenzen in Bayern auf. Die höchsten Werte gab es im Stadtkreis Hof mit 353,5 und dem Landkreis Cham mit 322,7. Die bayernweite Inzidenz lag bei 135,8. Inzwischen liegen 70 bayerische Kreise über der Marke von 100, nur noch 26 befinden sich darunter.

Das Überschreiten der Grenzwerte führt nicht automatisch zu sofortigen Änderungen. In vielen Fällen gibt es zeitliche Vorläufe. Bei der Frage, ob Geschäfte geöffnet oder geschlossen werden, muss die entsprechende Inzidenz beispielsweise mindestens drei Tage in Folge über- oder unterschritten werden.

Land lockert Regeln für private Treffen in Hotspot-Regionen

Die Landesregierung lockert die Regeln für private Zusammenkünfte in Gebieten mit hohen Infektionszahlen. Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche erlaubt. "Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt", heißt es in der Mitteilung des Staatsministeriums vom Sonntag zur neuen Corona-Verordnung. Eigentlich sieht die sogenannte Notbremse vor, dass sich in Hotspot-Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nur ein Haushalt mit einer zusätzlichen Person treffen darf. Zuletzt hatte es geheißen, die Lockerung sei eine Sonderregelung für die Osterfeiertage.

Corona-Inzidenz in Sachsen nähert sich der Marke von 200

Der Wochenwert für Corona-Neuinfektionen in Sachsen nähert sich immer mehr der Marke von 200. Für Sonntag gab das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen mit 183,0 an (bundesweit: 129,7). Am Vortag waren es in Sachsen 176,4. Am Sonntag vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 158,8.

Am stärksten ist im Freistaat nach wie vor das Vogtland betroffen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag 418,1. Weitere fünf Regionen haben Werte von mehr als 200: Landkreis Zwickau (289,5), Chemnitz (251,3), Erzgebirgskreis (249,9), Landkreis Nordsachsen (223,0) und Görlitz (201,0). Nur die Stadt Leipzig liegt mit 72,5 unter der Marke von 100.

Das sächsischen Gesundheitsministerium meldete für den Samstag 1124 nachgewiesene Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit stieg Zahl der Corona-Fälle seit Ausbruch der Pandemie vor gut einem Jahr auf 217 446. Laut Statistik sind in diesem Zeitraum 8324 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 194 000 geschätzt.

Deutsche geben Spahn die Schuld am Impf-Desaster

Die Bürger sehen die Hauptverantwortung für die Impfprobleme in Deutschland bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag von der "Welt am Sonntag". Laut Vorabbericht schrieben 29 Prozent der Befragten Spahn die Misere zu. 26 Prozent sahen Versäumnisse von der Leyens als maßgeblich dafür an, dass bisher nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gaben lediglich 14 Prozent der Deutschen die politische Schuld. Mit "keiner der drei" antworteten 15 Prozent. Für die Untersuchung sprachen die Meinungsforscher in der vergangenen Woche mit 1298 Personen, 16 Prozent äußerten sich nicht konkret. 

Ruf nach mehr Kinderkrankentagen

Aufgrund zunehmender Betreuungsengpässe in der Corona-Pandemie fordern Oppositionspolitiker und Gewerkschafter mehr Unterstützung für Eltern. "Angesichts steigender Infektionszahlen und ansteckenderer Virusmutationen ist absehbar, dass für viele Familien die bislang vorgesehenen zusätzlichen Kinderkrankentage nicht ausreichen werden", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, der "Welt am Sonntag". Sie forderte daher eine Ausweitung der Regelung.

Da es bundesweit immer wieder zu Schließungen von Kitas und Schulen kommen werde, müsse das Unterstützungsangebot ausgeweitet werden, forderte auch die FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr. Schließlich seien die zusätzlichen Kinderkrankentage "bei vielen Familien längst aufgebraucht".

Zudem gilt die Regelung bislang nur für gesetzlich krankenversicherte Eltern. Viele Selbstständige bleiben außen vor. Helling-Plahr forderte daher, dass Union und SPD "einen auskömmlichen Anspruch für alle Eltern, die ihre Kinder pandemiebedingt betreuen, schaffen".

Sterberate in Unikliniken sinkt

Die Sterberate bei Covid-19-Patienten ist in deutschen Unikliniken einer Studie zufolge im Laufe des Jahres 2020 deutlich gesunken. Das kann aus Sicht der Wissenschaftler ein Beleg für verbesserte Behandlungen und zunehmende Erfahrung der Klinikteams in der Pandemie sein, teilte eine Forschungsgruppe der Universität Erlangen mit. Sie untersuchte Klinikaufenthalte von rund 1300 Covid-19-Patienten in 14 deutschen Unikliniken von Januar bis September 2020.

Die gute Nachricht: Die Analyse zeigt einen Rückgang der durchschnittlichen Sterberate von anfangs 20,7 Prozent (Januar bis April) auf 12,7 Prozent (Mai bis September). Dabei gibt es aber auch viele Wermutstropfen: Insgesamt starb von Januar bis September in den 14 Unikliniken fast ein Fünftel aller Covid-Patienten (18,8 Prozent). Bei beatmeten Menschen lag die Sterberate im ersten Abschnitt von Januar bis April sogar bei 39,8 Prozent. Im späteren Zeitraum von Mai bis September sank sie leicht auf rund ein Drittel (33,7 Prozent).

Kretschmann: "Die Zahlen rasen förmlich hoch" 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht gestellt. "Erstmal überlegen wir alle solche Sachen", sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart. "Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch."

Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man "zu Klarheit kommen". Ob die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die eigentlich erst für den 12. April geplant ist, vorgezogen werden muss, sagte der Grüne nicht. Zuvor hatten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Gesellschaft der Intensivmediziner für einen härteren Lockdown ausgesprochen.  

Zu dem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wegen der schnell steigenden Infektionszahlen das gesellschaftliche Leben zehn bis 14 Tage richtig herunterzufahren, sagte Kretschmann: "Aus pandemischer Sicht wäre das am besten." Allerdings müsse man genau abwägen, ob es sinnvoll und machbar sei, alles zuzumachen. Zuletzt hatte Kretschmann erklärt, die britische Mutante breite "sich gerade so schnell aus, dass sich die Infektionszahlen bei uns alle zehn Tage verdoppeln". Darauf müsse die Politik reagieren, sonst liefen die Intensivstationen schon im April über.

RKI stuft zwei Länder herunter

Tschechien und Tirol sind in der Risikoeinstufung des Robert Koch-Instituts zurückgerutscht. Ab heute 0.00 Uhr gelten sie nicht mehr als Virusvariantengebiet. Diese Einstufung bringt besonders starke Einreiseeinschränkungen mit sich. Sofortige weitgehende Lockerungen bedeutet die Änderung allerdings nicht. Wie es mit den aktuell geltenden Grenzkontrollen weitergeht, blieb zunächst offen.

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen gilt Frankreich seit Mitternacht am Sonntag aus deutscher Sicht als Hochinzidenzgebiet. Das bedeutet, dass man bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis dabei haben muss. Für das an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzende Départment Moselle gelten weiterhin noch strengere Einreiseregeln.

Bundeswehr bringt 80 Beatmungsgeräte nach Brasilien

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Brasilien hat die deutsche Luftwaffe 80 Beatmungsgeräte in die Amazonas-Metropole Manaus gebracht. Das Transportflugzeug ist am Samstag gelandet, wie die Luftwaffe mitteilte. "Es ist wichtig, die internationale Zusammenarbeit in Zeiten der globalen Krise zu erhalten und zu vertiefen", schrieb der deutsche Botschafter in Brasília, Heiko Thoms, auf Twitter. Er hatte zuvor die Geräte an den Gouverneur des Bundesstaates Amazonas, Wilson Lima, übergeben.

Die Beatmungsgeräte stammen aus Beständen des Bundesgesundheitsministeriums und wurden im Auftrag des Auswärtigen Amtes nach Brasilien gebracht. Die Deutsche Botschaft in Brasília teilte mit, die globale Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie habe für die Bundesregierung höchste Priorität. Demnach folge die Spende einer Bitte um Hilfe der Regierung des Bundesstaates Amazonas an die internationale Gemeinschaft.

Das Gesundheitssystem in Manaus war im Januar kollabiert, der Sauerstoff ging aus. Brasilien hatte am Freitag einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete 3.650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 innerhalb 24 Stunden. Zudem registrierte das Land vor kurzem erstmals mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Das Gesundheitssystem ist inzwischen vielerorts zusammengebrochen oder dabei zusammenzubrechen. Medikamente, unter anderem zur Intubation von Covid-19-Patienten, gehen zur Neige.

Hoffnung auf baldige Zulassung von drei weiteren Impfstoffen

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sieht die derzeit laufende Prüfung neuer Covid-19-Impfstoffe mit Hoffnung. Derzeit prüfe die europäische Zulassungsbehörde Ema drei weitere Präparate in einem "Rolling-Review-Verfahren", sagte Klaus Cichutek bei einer Online-Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung, bei der Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen konnten. Dies seien ein mRNA-Impfstoff des Tübinger Unternehmens Curevac, das russische Präparat Sputnik V sowie ein Mittel des Unternehmens Novovax.

Beim "Rolling-Review-Verfahren" werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Ergebnisse vorliegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ergänzte, voraussichtlich ab Mitte April werde der bereits zugelassene Impfstoff von Johnson & Johnson zum Einsatz kommen, anfangs aber noch in geringen Mengen. "Es wird nur eine kleine Lieferung erstmal sein", sagt Spahn, vermutlich 275.000 Impfdosen. Der Stoff muss im Gegensatz zu vielen anderen nur ein Mal gespritzt werden.

PEI-Präsident Cichutek betonte zudem, das Institut beobachte etwaige Nebenwirkungen nach Covid-19-Impfungen sehr aufmerksam. "Die Glocken läuten, wenn es notwendig ist", betonte Cichutek unter Verweis auf die zeitweilige Aussetzung der Impfungen mit dem Astrazeneca-Präparat nach mehreren Fällen von Hirnvenenthrombosen.

Frankreich weitet Lockdown aus – 23 Millionen Betroffene

Wegen der dritten Corona-Welle weitet Frankreich seinen Lockdown aus: Ab Samstag schließen in drei weiteren Départements Geschäfte und die Bewegungsfreiheit der Bürger wird eingeschränkt. Insgesamt betreffen die verschärften Corona-Auflagen 19 Verwaltungsbezirke mit mehr als 23 Millionen Menschen.

Seit einer Woche gilt der Lockdown bereits im Pariser Großraum und Teilen Nord- und Südfrankreichs. Ab Samstag sind auch das Département Rhone um die Großstadt Lyon betroffen sowie die Verwaltungsbezirke Aube südöstlich von Paris und Nièvre südlich der Hauptstadt. Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut in Berlin ganz Frankreich zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Damit wird ab Sonntag ein negativer Corona-Test zur Einreise nach Deutschland Pflicht.

Intensivmediziner: Nur harter Lockdown hilft

Der Präsident der Intensivmediziner-Gesellschaft DGIIN, Christian Karagiannidis, fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen einen harten zweiwöchigen Lockdown sowie den sofortigen Stopp aller geplanten Öffnungsschritte. "Die Beschlüsse für Modellprojekte nach Ostern sind völlig unpassend und müssen von Bund und Ländern sofort zurückgenommen werden", sagte Karagiannidis der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag).

"Es braucht eine Mischung aus hartem Lockdown, vielen Impfungen und Tests. Nur so lässt sich ein Überlaufen der Intensivstationen noch verhindern." Ein solcher Lockdown müsse bundesweit gelten und zwei Wochen dauern. Karagiannidis, der auch wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters ist, mahnte zugleich: "Ich bitte die Politik, das Krankenhauspersonal nicht im Stich zu lassen."

Bund und Länder hatten zu Beginn der Woche beschlossen, dass in ausgewählten Regionen und "zeitlich befristeten Modellprojekten" einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens testweise öffnen dürfen. Mehrere Länder haben angekündigt, gleich mehrere Modellregionen zu öffnen. Das Saarland will nach Ostern sogar die Regelungen im gesamten Bundesland lockern.

Impftstoff-Abkommen zwischen EU und England in Sicht

Großbritannien steht kurz davor, ein Impfstoff-Abkommen mit der Europäischen Union (EU) zu beschließen. Wie die englische Tageszeitung "The Times" in ihrer Samstagsausgabe berichtet, könnte die Vereinbarung die Gefahr eines Lieferstopps durch die EU beseitigen. Im Rahmen des Abkommens wolle die EU ihre Drohung, den Export von Pfizer-BioNTech-Impfstoffen nach Großbritannien zu verbieten, aufheben. Im Gegenzug sei die britische Regierung bereit, auf einige langfristige Lieferungen des AstraZeneca-Impfstoffs zu verzichten, der aus Holland exportiert werden sollte. Die britische Regierung, Pfizer-BioNTech und AstraZeneca waren bisher nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

800 Mitarbeiter von dm-Verteilzentrum in Quarantäne

Nach positiven Corona-Tests in der Belegschaft sind 800 Mitarbeiter eines Verteilzentrums der Drogeriemarktkette dm im Kreis Euskirchen in Quarantäne. Das teilten der Kreis und das Unternehmen am Freitag mit. Nach einer "Neubewertung der Lage" sei entschieden worden, weitere 600 Mitarbeiter des Standorts in Weilerswist in Quarantäne zu schicken, erklärte der Kreis. 200 waren bereits zuvor von der Maßnahme betroffen.

Hintergrund sei das Infektionscluster, das sich bei der Aufschlüsselung der mittlerweile bekannten 94 Corona-Fällen gezeigt habe. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

Christian Bodi, dm-Geschäftsführer im Bereich Logistik, erklärte: "Im Zuge der Reihentestungen im Verteilzentrum Weilerswist, die gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen durchgeführt worden sind, sind weitere Kolleginnen und Kollegen positiv getestet worden." Die Behörden hätten die Hygienestandards des Unternehmens allerdings wiederholt als vorbildlich bestätigt. "Wir haben sofort reagiert und Maßnahmen ergriffen, um die Verfügbarkeit von Produkten in unseren dm-Märkten sicherzustellen", erklärte Bodi. Die Versorgung sei weiterhin gesichert.

Über 500 Flüge nach Mallorca an Ostern

Bis einschließlich Ostermontag erwartet der spanische Flughafenbetreiber Aena 532 Flugverbindungen von und nach Deutschland für den Flughafen Mallorca. Das berichtete die "Mallorca Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Angaben von Aena für den Zeitraum 26. März bis 5. April. Das seien 51 Prozent weniger, als zu den Osterferien des letzten Vor-Pandemie-Jahres 2019. Die Corona-Zahlen auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel im Mittelmeer liegen derzeit relativ niedrig bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 30.

Brasilien meldet neuen Rekord bei Corona-Toten

Brasilien hat erneut einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. 3650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden meldete das Gesundheitsministerium in Brasília am Freitagabend (Ortszeit). Am Dienstag hatte Brasilien erstmals mehr als 3000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf 307 112. Mehr als 12,4 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nur in den USA sind die Zahlen höher. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Staaten sprechen sich für gerechte Impftoffverteilung aus

Ein Großteil der 193 UN-Mitgliedsstaaten hat sich für einen gleichberechtigten Zugang zu den Corona-Impfstoffen ausgesprochen. Lediglich 13 Staaten hätten die bei der Sitzung der Vollversammlung vom Libanon eingebrachte politische Erklärung nicht unterstützt, teilten die Vereinten Nationen am Freitag mit. Unter ihnen seien Nordkorea, Myanmar, Syrien, die Zentralafrikanische Republik, der Südsudan und die Seychellen.

In der Erklärung zeigen sich die Unterzeichnerstaaten "zutiefst besorgt", dass allen internationalen "Vereinbarungen, Initiativen und Erklärungen" zum Trotz die Covid-Impfstoffe immer noch weltweit ungleich verteilt seien, und zwar nicht nur "zwischen", sondern auch "in den Ländern".

Biontech darf jetzt im Standard-Kühlschrank gelagert werden 

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Bedingungen für Transport und Lagerung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech erheblich erleichtert. Das Präparat könne kurzfristig auch in Standardkühlungen für Arzneimittel aufbewahrt werden, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit.

Der Impfstoff musste bisher in speziellen Gefrierschränken bei Temperaturen bis minus 90 Grad aufbewahrt werden. Daher war die Impfung nur in großen Zentren möglich. Nun erlaubt die EMA auch den Transport und die Lagerung der Ampullen bei Temperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad – für einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen. Dafür reichen Standardkühlungen für Arzneimittel aus.

EU-Behörde gibt grünes Licht für zwei neue Impfstoff-Werke

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat am Freitag zwei Produktionsstandorten von Corona-Impfstoffen in Deutschland und den Niederlanden die offizielle Zulassung erteilt. Das Werk in Marburg produziert den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Die Firma Halix im niederländischen Leiden stellt das Präparat von Astrazeneca her. Mit der Entscheidung könnten nun auch Engpässe bei der Bereitstellung des Astrazeneca-Impfstoffs kurzfristig erleichtert werden, da die vorproduzierten Impfdosen schnell ausgeliefert werden könnten. Beide Firmen haben bisher schon produziert, durften aber ohne EMA-Zulassung nicht ausliefern. Unbekannt ist, wie groß die Vorräte sind.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Zulassung und hofft, dass wenigstens ein Teil der Lieferrückstände von Astrazeneca wettgemacht werden kann. "Wir erwarten jetzt, dass die Impfstoffe, die in diesem Werk hergestellt werden, in den nächsten Tagen an die EU-Mitgliedsstaaten ausgeliefert werden, als Teil der vertraglichen Verpflichtung und der Zusagen von Astrazeneca an die Bürger Europas", erklärte die Kommissarin in Brüssel. Einige EU-Staaten seien von den "enttäuschenden Lieferkürzungen" des britisch-schwedischen Herstellers stark betroffen. 

Nordrhein-Westfalen will keine landesweite Corona-Notbremse

Nordrhein-Westfalen wird trotz rasant steigender Corona-Zahlen ab Montag doch keine landesweite Corona-Notbremse ziehen. Nur in Kommunen mit einer Wocheninzidenz über 100 müssen unter anderem Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen schließen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Corona-Schutzverordnung hervor. Die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest erlauben. Diese Ausnahme-Möglichkeiten müssen mit dem Gesundheitsministerium vorher abgestimmt werden.

Bund und Bund hatten am Montag beschlossen, dass die vereinbarte "Notbremse" bei gestiegenen Corona-Zahlen konsequent umgesetzt werden müsse, um dem Infektionsgeschehen Einhalt zu gebieten. Das bedeutet, dass Öffnungen des Einzelhandels, von Museen, Zoos oder Sportanlagen wieder rückgängig gemacht werden müssen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Dann sollen auch wieder strengere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten.

In NRW liegt die Wocheninzidenz schon seit mehreren Tagen über 100. Bis Freitag stieg sie nach Zahlen Landeszentrums Gesundheit (LZG) auf 121,6. Die wichtige Kennziffer gibt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner an.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, dass in NRW die Corona-Notbremse ab Montag gezogen werde. Dabei sei das ganze Land der Maßstab, hatte er ursprünglich gesagt. In Corona-Hotspots werde es noch zusätzliche Maßnahmen geben. Laschet hatte aber auch gesagt, dass im Kampf gegen Corona ein neues Kapitel aufgeschlagen werden müsse. Das "reine Schließen" sei an seine Grenzen gekommen.

Ganz Frankreich wird als Hochinzidenzgebiet eingestuft

Die Bundesregierung will noch am Freitag ganz Frankreich als Corona-Hochinzidenzgebiet einstufen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Weil betont Notwendigkeit von Ausgangssperren

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Notwendigkeit der in Niedersachsen bevorstehenden Ausgangssperren im Kampf gegen die Corona-Pandemie betont. "Wir befinden uns inmitten der dritten Welle. Die Infektionszahlen steigen von Tag zu Tag – bundesweit und auch bei uns in Niedersachsen", sagte Weil am Freitag im Landtag in Hannover. "Wenn wir die Ausbreitung des Virus nicht eindämmen, werden in Niedersachsen noch viele Menschen an oder mit dem Virus sterben." Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht mehr aus. Die neue Corona-Verordnung sehe deshalb ein intensiveres Prüfen von nächtlichen Ausgangssperren in Hotspots vor.

"Ich erwarte auf dieser Grundlage, dass wir künftig in unserem Land deutlich mehr Ausgangssperren erleben werden, vor allen Dingen in den Hotspots", sagte Weil. "Die gibt es überall im Land und aus ihnen stammt immer wieder ein großer Teil der Infektionen, gegen die wir angehen müssen."

Kein Babyboom im ersten Lockdown

Der erste Corona-Lockdown 2020 hat nicht zu mehr Babys in Deutschland geführt: Die Kontaktbeschränkungen hätten sich "nicht spürbar" auf die Geburtenzahl ausgewirkt, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden. Die Maßnahmen in der ersten Phase der Pandemie dauerten von Mitte März bis Anfang Mai 2020. Die in dieser Zeit gezeugten Kinder wurden zwischen Dezember 2020 bis Februar 2021 geboren. Nach einer ersten Auswertung der Geburtenmeldungen wurden in diesem Zeitraum rund 182 000 Kinder geboren.

"Zwar war die Zahl der Geburtenmeldungen damit 0,8 Prozent höher als in den entsprechenden Vorkrisenmonaten Dezember 2019 bis Februar 2020", berichtete das Amt. "Allerdings bewegt sich diese Veränderung im Bereich der üblichen Schwankungen monatlicher Geburtenzahlen."

In Frankreich könnten bald Tier- und Zahnärzte gegen Corona impfen

In Frankreich könnten bald auch Tierärzte und Zahnärzte Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes empfahl in einer Stellungnahme vom Freitag, diese und weitere Berufsgruppen in die Liste der zum Impfen Berechtigten aufzunehmen. Demnach könnten durch die Ausweitung weitere 252 000 zusätzliche Fachkräfte die Impfkampagne vorantreiben. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, muss die Empfehlung allerdings noch formell von der Regierung gebilligt werden.

Präsident Emmanuel Macron hatte vor wenigen Tagen angekündigt, auch Medizinstudierende und Medizinpersonal im Ruhestand für Impfungen mobilisieren zu wollen. Auch für diese Gruppen gab die Behörde unter bestimmten Voraussetzungen eine Empfehlung. Mit Stand Donnerstagabend hatten mehr als 7,1 Millionen Menschen in Frankreich eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. 

Hausärzte in Thüringen können ab Dienstag Corona-Impfstoff ordern

Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom kommenden Dienstag (30. März) an Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin der KV am Freitag mit. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern können.

Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach Ostern – am 6. oder 7. April – in den Praxen eintreffen. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge erhalten.

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die Impfrangfolge (Priorisierung) einzuhalten sei. Nach der Belieferung haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen. Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft überlastete Vergabehotline oder das Thüringer Online-Terminportal wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Spätfolgen bei Jugendlichen könnten deutlich steigen

Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" (Langes Covid-19) oder "Post Covid" (Nach Covid-19) die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Covid-19-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden. Seit Wochen steigt die Zahl der erfassten Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) an.

"Das Krankheitsbild ist sehr variabel", erläutert Hufnagel. Darunter seien chronische Erschöpfung, generelle Leistungsminderung und Gelenk- und Muskelschmerzen, aber auch Hautveränderungen. Solche anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen seien auch von anderen Virusinfektionen wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber bekannt.

Saarlands Ministerpräsident verteidigt Corona-Lockerungen

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die geplanten Öffnungsschritte für sein Bundesland verteidigt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Merkel zu Urlaubsverbot: "Erhebliche juristische Bedenken"

Die Beschränkung touristischer Auslandsreisen in der Corona-Krise gestaltet sich nach Worten von Kanzlerin Angela Merkel rechtlich schwierig. "Es gibt schon erhebliche juristische Bedenken. Die muss man erst nehmen", sagte die CDU-Politikerin am Mittwochabend in Berlin nach dem digitalen EU-Gipfel.

Angesichts der hitzigen Diskussion über Urlaub auf Mallorca erwägt die Bundesregierung, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Merkel bat die zuständigen Ministerien, Möglichkeiten dafür zu prüfen. Sie könne dem Ergebnis nicht vorgreifen, sagte die Kanzlerin. "Wir können uns nicht rechtswidrig verhalten. Und deshalb bin ich auf die wiederholte Prüfung gespannt."

Nachdem Mallorca am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen worden war, boomten Urlaubsbuchungen für die Balearen-Insel. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts war aufgehoben worden, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit wurde Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die Regierung lässt ein Verbot von Auslandsreisen prüfen. Das aber sei nicht leicht, sagt Merkel.  (Quelle: imago images/Political Moments)Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die Regierung lässt ein Verbot von Auslandsreisen prüfen. Das aber sei nicht leicht, sagt Merkel. (Quelle: Political Moments/imago images)

Von der Leyen: Astrazeneca muss vor Export Verträge erfüllen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Impfstoffhersteller Astrazeneca gewarnt, dass er keinen in der EU hergestellten Impfstoff mehr exportieren kann, wenn er die Lieferverpflichtungen gegenüber der EU nicht einhält. "Wir müssen und wollen unseren europäischen Bürgern erklären, dass sie ihren fairen Anteil bekommen", sagt sie nach dem EU-Gipfel. "Ich denke, es ist klar für die Firma, dass sie zuerst die Verträge mit den EU-Staaten einhalten muss, bevor sie wieder an den Export von Impfstoffen denken kann", sagt von der Leyen.

Umfrage: Jeder Dritte für härtere Maßnahmen in Deutschland

Gut ein Drittel der Menschen in Deutschland ist einer Umfrage zufolge für härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einem ZDF-"Trendbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen befürworteten 36 Prozent der Befragten rigidere Mittel, 26 Prozent halten die aktuellen Maßnahmen dagegen schon für übertrieben. 11 Prozent sagten, die Regeln seien gerade richtig.

Die inzwischen wieder gekippte Osterruhe bezeichneten 54 Prozent als "nicht richtig", 41 Prozent stuften sie dagegen als "richtig" ein.

Moderna plant Impfstoffwerk in Ostdeutschland

Der US-Pharmakonzern will einem Zeitungsbericht zufolge ein Impfstoffwerk in Ostdeutschland errichten. Die neue Produktionsstätte solle in zwei Jahren den Betrieb aufnehmen, berichtete die "FAZ". Details seien noch unklar. Von dem Unternehmen, das einen der vier in der EU zugelassenen Covid-19-Impfstoffe herstellt, war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Das Wirtschaftsministerium in Berlin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Novavax zögert Vertrag mit EU über Impfdosen heraus

Der Vertrag der EU mit dem US-Biotechnologiekonzern Novavax zur Lieferung von Corona-Impfstoff verzögert sich Insidern zufolge. Wie ein mit den Verhandlungen vertrauter EU-Vertreter Reuters sagt, hat Novavax Schwierigkeiten, an genügend Stoffe zur Produktion des Vakzins zu kommen. "Sie ziehen den Abschluss des Vertrags in die Länge", sagt die Person.

Eine Novavax-Sprecherin erklärt, die Gespräche mit der EU dauerten an. Ins Detail gehen wollte sie nicht. Die EU-Kommission hat mit Novavax den Erwerb von bis zu 200 Millionen Impfdosen vereinbart. Das sollte Anfang dieses Jahres festgezurrt werden.

Pfizer und Biontech beginnen mit Vakzintests bei Kindern

Pfizer und Biontech geben den Beginn von Impfstofftests bei Kindern unter zwölf Jahren bekannt. Die ersten Freiwilligen hätten ihre Spritzen am Mittwoch erhalten, sagt eine Pfizer-Sprecherin. Daten könnten in der zweiten Jahreshälfte 2021 vorliegen – in der Hoffnung, 2022 mit Massenimpfungen in der entsprechenden Altersgruppe beginnen zu können. Die jüngsten Teilnehmer sind sechs Monate alt. Moderna gab den Beginn von ähnlichen Testimpfungen vergangene Woche bekannt. Bei Pfizer läuft bereits eine Studie für die Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahren. Der Pharmakonzern hofft auf Daten daraus in den kommenden Wochen.

Lauterbach: Sehe keinen anderen Weg als "Ausgangssperre ab 20 Uhr"

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich angesichts geplanter Lockerungen im Saarland und der gekippten Osterruhe für strenge Corona-Regeln ausgesprochen. "Ich sehe keinen anderen Weg, als hier mit einer Ausgangssperre ab 20 Uhr zu arbeiten, zumindest für eine befristete Zeit für zwei Wochen", sagte er am Donnerstag im ARD-"Mittagsmagazin". Wichtig ist nach seiner Einschätzung, vor Lockerungen zunächst Stabilität ins Infektionsgeschehen zu bekommen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch überraschend die erst kurz zuvor beschlossene Regelung zur Osterruhe gekippt und sich bei der Bevölkerung entschuldigt. Das Saarland plant, nach Ostern weite Teile des öffentlichen Lebens wieder hochzufahren. Doch nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag steigen die Neuinfektionszahlen bundesweit immer weiter.

Indien blockiert Impfstoffexport an arme Länder 

Bei der weltweiten Auslieferung der Corona-Impfstoffe kommt es wegen Exportbeschränkungen in Indien zu deutlichen Verzögerungen. Das solidarische Impfprogramm Covax der Vereinten Nationen rechnet damit, dass für März und April geplante Lieferungen nicht wie erwartet ankommen werden, wie eine Sprecherin der Impfinitiative Gavi in Genf am Donnerstag sagte. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC zeigte sich sehr besorgt, dass die Verzögerungen den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika stark beeinträchtigen könnten.

Indien ist einer der Hauptlieferanten für Covax. Das Land ist generell als Apotheke der Welt bekannt und stellt mehr als die Hälfte aller Impfstoffe weltweit her. Covax wollte von Anfang März bis Mai insgesamt 237 Millionen Impfdosen ausliefern – mehr als 100 Millionen davon solche, die vom Serum-Institut in Indien hergestellt werden. Die Verzögerungen sollen Dutzende Millionen Dosen betreffen. 

Hintergrund ist, dass Indien selbst Anspruch auf die Produktion des Impfstoffs erhebt. Das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land Indien steuert nach Einschätzung von Experten gerade auf eine neue Corona-Welle zu. Vor einigen Wochen wurden teils weniger als 10.000 Corona-Infektionen pro Tag erfasst, zuletzt waren es mehr als 50.000. Zudem geht in Indien die Angst vor einer neuen Corona-Variante um. 

Frankreich soll als Hochinzidenzgebiet eingestuft werden

Frankreich könnte an diesem Freitag vom Robert-Koch-Institut (RKI) als sogenanntes Hochinzidenzgebiet eingestuft werden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das Abstimmungsverfahren laufe derzeit noch, dem wolle man nicht vorgreifen, berichtet sie unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums. 

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass die Entscheidung bereits feststehe. Das RKI werde die Entscheidung am Freitag bekanntgeben, hieß es am Donnerstag. 

Die Einstufung hätte zur Folge, dass bei Ein- oder Rückreise nach Deutschland aus Frankreich generell ein negatives Testergebnis vorgelegt werden muss, das nicht älter als 48 Stunden ist. 

Der Inzidenzwert in Frankreich liegt derzeit bei über 300 und damit deutlich höher als in Deutschland. 

Dänemark legt längere Astrazeneca-Pause ein

Die dänische Regierung will den Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca vorerst nicht wieder einsetzen. "Wir verlängern die Pause um drei Wochen", sagte Søren Brostrøm von der Gesundheitsbehörde am Donnerstag.

Der Einsatz war am 11. März gestoppt worden, nachdem eine Frau nach der Impfung an mehreren Blutgerinnseln gestorben war. Auch andere Länder berichteten von Fällen von Hirnvenenthrombosen und hatten ebenfalls die Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kam inzwischen zu dem Schluss, dass der Impfstoff sicher sei. Es werde aber eine extra Warnung vor den möglichen seltenen Blutgerinnseln hinzugefügt.

"Der Astrazeneca-Impfstoff ist aus medizinischer Sicht im Allgemeinen ein sicherer Impfstoff", sagte Tanja Erichsen von der dänischen Arzneimittelbehörde. "Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem sehr ungewöhnlichen Krankheitsbild besteht, das wir gesehen haben." Deshalb wolle man die Ergebnisse der Untersuchung abwarten.

Die meisten Länder haben die Impfung mit dem Mittel inzwischen wieder aufgenommen. Finnland und Island wollen das Vakzin zunächst aber nur bei Menschen über 65 beziehungsweise 70 Jahren einsetzen.

Passagier am BER: Bislang wurden lediglich Quarantäne- und Testpflicht bei Flugreisen aus Risikogebieten verhängt.  (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)Passagier am BER: Bislang wurden lediglich Quarantäne- und Testpflicht bei Flugreisen aus Risikogebieten verhängt. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Regierung plant Testpflicht für alle Flugreisen nach Deutschland

Die geplante umfassende Testpflicht für Reiserückkehrer auf dem Luftweg soll nach einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums bereits an diesem Freitag in Kraft treten. "Sie soll unabhängig davon gelten, ob die Beförderung aus einem Risikogebiet stattfindet", heißt es im Begleitschreiben des Ministeriums an das Kanzleramt und die anderen Ressorts. Dies und der Entwurf selbst liegen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Der Beschluss soll demnach an diesem Donnerstag im Umlaufverfahren gefasst werden. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

"Personen, die einen entsprechenden Testnachweis nicht vor Abreise ihrem Beförderer vorlegen können, dürfen nicht befördert werden", heißt es in dem Text. Bund und Länder hatten die Neuerung in der Nacht zum Dienstag in ihren Corona-Beratungen beschlossen. Bisher ist eine Testpflicht vor der Einreise nach Deutschland nur für Reisende vorgesehen, die sich in den zehn Tagen zuvor in einem Gebiet aufgehalten haben, wo die Infektionszahlen besonders hoch sind oder Mutationen verbreitet sind.

"Mit einer Testung bereits vor Abflug wird die Wahrscheinlichkeit gesenkt, dass infizierte Personen reisen und andere während des Fluges anstecken können bzw. einen zusätzlichen Eintrag von SARS-CoV-2 Infektionen nach Deutschland verursachen", heißt es in dem Entwurf weiter. Das Testen ergänze bereits etablierte Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen einer Maske, Abstandhalten und Hygienemaßnahmen – diese müssten unbedingt weiter eingehalten werden. Die Regelung soll zunächst bis zum 12. Mai gelten. 

Berlin kündigt schärfere Regeln für Wirtschaft an

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will in der Corona-Pandemie nun auch das Arbeitsleben stärker einschränken. Er kündigte unter anderem eine Homeoffice-Pflicht an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Wir sollten uns einig sein, dass wir von Öffnungen absehen und die Notbremse nochmal schärfen." (Quelle: Sven Simon)Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Wir sollten uns einig sein, dass wir von Öffnungen absehen und die Notbremse nochmal schärfen." (Quelle: Sven Simon)

Söder fordert Verschärfung der Corona-Notbremse in Bundesländern

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Verschärfung der Corona-Notbremse in den Bundesländern gefordert. "Die neue Welle, die auf uns zukommt, läuft und sie ist auch viel gefährlicher", sagte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Er empfehle eine "deutliche Verschärfung" bei der Notbremse, auch Ausgangsbeschränkungen seien denkbar. Der Ministerpräsident forderte außerdem eine Reform der Corona-Gipfel von Bund und Ländern.

Angesichts der dritten Welle sei an Öffnungen nicht zu denken. Alle geplanten Öffnungen würden bis nach den Osterferien verschoben, sagte Söder. "Wir sollten uns einig sein, dass wir von Öffnungen absehen und die Notbremse nochmal schärfen".

Die geplante und am Mittwoch wieder gestrichene Osterruhe bezeichnete Söder erneut als Fehler. Bei der Regelung habe es sich um eine "Zusatzmaßnahme" gehandelt, die sich als rechtlich nicht umsetzbar herausgestellt habe. Auch die zur Zeit diskutierten Reisebeschränkungen bewertete der Ministerpräsident kritisch. Er sei sich nicht sicher, ob diese rechtlich umsetzbar seien, sagte Söder.

Um mehr Transparenz zu schaffen und das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, sprach sich Söder erneut für eine Reform der Bund-Länder-Konferenzen aus. Es sei wichtig, diese Konferenzen "schneller und effektiver zu machen" und sie besser vorzubereiten.

Im Gespräch mit dem Radiosender "Bayern 2" forderte Söder außerdem einen früheren Beginn der Konferenzen und mehr Öffentlichkeit. Er sei dafür, die Sitzungen "mal ganz öffentlich" zu machen, da Informationen "ohnehin immer durchgestochen" würden. Dies sorge für Verwirrung, sagte Söder dem Radiosender.

Astrazeneca korrigiert Wirksamkeit nach unten

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat die Angaben zur Wirksamkeit des Impfstoffs leicht nach unten korrigiert. Am Montag hatte das Unternehmen mitgeteilt, das Vakzin schütze mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Covid-19. Neuen Daten zufolge liegt die Wirksamkeit nun aber bei 76 Prozent.

Die Wirksamkeit bei über 65-Jährigen betrage 85 Prozent, teilte das Unternehmen am frühen Donnerstagmorgen unter Berufung auf weitere Daten einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32.500 Probanden mit. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe liege sogar bei 100 Prozent.

Am Dienstag hatte die US-Gesundheitsbehörde NIAID die Aussagekraft von Daten dieser Untersuchung von Astrazeneca zu dessen Impfstoff angezweifelt. Astrazeneca sagte daraufhin zu, Daten innerhalb von 48 Stunden nachzuliefern. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelte die NIAID in ihrem Statement nicht an.

Israel meldet: Hälfte der Bevölkerung hat zweite Impfdosis

Die Hälfte der Israelis hat bereits die zweite Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Dies teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Donnerstag auf Twitter mit. Nach Daten seines Ministeriums erhielten knapp 4,7 Millionen Menschen die zweite Dosis. Die Zahl der Erstimpfungen betrug mehr als 5,2 Millionen, sie hatte in den vergangenen Tagen nur noch leicht zugenommen. Mehr als 800.000 Menschen galten in Israel als genesen.

Die Impfkampagne in Israel hatte kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. In dem Mittelmeerstaat lebten nach Angaben des nationalen Statistikamtes im Januar 9,305 Millionen Menschen. Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bürger sind unter 16 Jahre alt. Diese Altersgruppe kann bisher noch nicht geimpft werden.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen. Dort erhielten bislang mehr als 7,9 Millionen Menschen die Erst- und mehr als 3,5 Millionen Menschen auch die Zweitimpfung

Impfstoffbeauftragter rechnet mit zweitem deutschen Vakzin ab drittem Quartal

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung rechnet ab dem dritten Quartal mit einem zweiten deutschen Corona-Vakzin. "Die Regierung setzt große Hoffnungen in die Impfstoffherstellung durch Curevac", sagte Christoph Krupp den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Klappe die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA wie vom Unternehmen geplant, "dann können wir den Curevac-Impfstoff ab der zweiten Jahreshälfte einsetzen".

Harter Lockdown in Wien: Österreich zieht jetzt doch die Reißleine

Österreich hat angesichts einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens für die Hauptstadt Wien und zwei weitere Bundesländer einen harten Lockdown über Ostern beschlossen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dort zuletzt auf knapp unter 300. Vom 1. bis 6. April werde das öffentliche Leben in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland komplett heruntergefahren und alle nicht für die Grundversorgung notwendigen Geschäfte geschlossen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Mittwochabend nach langen Verhandlungen mit den Landeschefs der betroffenen Länder. Körpernahe Dienstleister wie Friseure müssen für diese Tage wieder schließen. Demnach soll es künftig beim Einkaufen Zugangstests geben. Bisher musste man beim Friseur und anderen Dienstleistern einen negativen Corona-Test vorweisen.

Zudem wurde eine ganztägige Ausgangsbeschränkung über Ostern verhängt. Der Gesundheitsminister appellierte an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte über die Feiertage zu reduzieren. Weiters wurde eine FFP2-Masken-Pflicht, die bisher nur in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln galt, für alle geschlossenen Räume sowie für überfüllte Außenbereichen beschlossen. Schüler müssen nach den Osterferien in den Fernunterricht wechseln.

Vor zwei Tagen noch hatte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz weitere Schritte in der Corona-Krise abgelehnt. Der bisherige Weg eines fast beispiellosen intensiven Testens werde noch ausgebaut, kündigte er stattdessen an. 

Kanzleramtschef Braun zu Oster-Lockdown: "Das war ein großer Fehler"

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat eingeräumt, dass die Idee der "Ruhetage" rund um Ostern rechtlich nicht abschließend geprüft war. "Das war ein großer Fehler, weil er dazu geführt hat, dass viele Menschen sich darauf eingestellt haben. Das darf man nicht gering schätzen und so etwas darf nicht noch mal passieren", sagte Braun am Mittwochabend in der ARD-Talksendung "maischberger. die woche".

Die Idee der Ruhetage sei erst in der Diskussion entstanden. "Auch ich hatte meinen Anteil daran", sagte Braun. Der Kanzleramtschef schloss sich der Entschuldigung der Kanzlerin an. "Wir müssen in Zukunft diese Dinge anders vorbereiten", sagte Braun. Es sei nicht immer einfach, zwischen der Notwendigkeit schnell zu handeln und der minuziösen Vorbereitung das richtige Maß zu finden.

RKI-Chef: Wir können Corona-Welle nicht ohne Lockdown stoppen

Die jüngste Zunahme der Corona-Neuinfektionen in Deutschland kann nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI) nur mit Hilfe eines Lockdowns gestoppt werden. Bis ein Großteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus immun sei, gebe es keine andere Lösung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in einer Online-Veranstaltung der deutschen Botschaft in Washington.

"Wir können diesen Anstieg nicht stoppen, es sei denn mit einem neuen Lockdown für das Land", sagte Wieler. Andere "Werkzeuge" zur Eindämmung der dritten Welle stünden derzeit nicht zur Verfügung, sagte er auf Englisch weiter. Das RKI gehe davon aus, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus immun sein müssten, um eine neue Welle zu stoppen. "Bis das erreicht ist, werden wir nicht sicher sein", sagte Wieler. Bis die Impfkampagne so weit fortgeschritten sei, müssten die bekannten Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und das Begrenzen von Kontakten weiter befolgt werden.

Wieler ließ bezüglich der Geschwindigkeit der Impfkampagnen Verständnis erkennen für "manche Kritik". Er betonte allerdings, dass die Menschen "mehr als froh" sein sollten, dass es gut ein Jahr nach Beginn der Pandemie Impfungen "schon in so großer Menge" gebe. Dies sei ein "außerordentlicher wissenschaftlicher Erfolg, der meiner Meinung nach nicht genug wertgeschätzt wird", sagte Wieler.

Ärztepräsident Reinhardt: "Jo-Jo-Dauerlockdown zermürbt die Menschen"

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt fordert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vermehrt auch andere Möglichkeiten als den Lockdown in den Blick zu nehmen. "Der monatelange Jo-Jo-Dauerlockdown zermürbt die Menschen. Er darf nicht unsere einzige Antwort auf die dritte Corona-Welle sein", sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Es gibt vielversprechende Ansätze, die sogar in Teilen Schritte zur Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität ermöglichen." Städte wie Tübingen oder Rostock, zeigten wie es gehe, sagte Reinhardt. "Sie kombinieren kostenlose Schnelltests mit lokalen Lockerungen." In Bezug auf den damit verbundenen breiten Einsatz von Schnelltests sagte er: "Zusammen mit einer schnellen Durchimpfung der Bevölkerung - und dafür brauchen wir dringend mehr Impfstoff sowie eine effektivere digitale Kontaktnachverfolgung – wäre das eine echte Alternative zum Hin und Her der vergangenen Monate."

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte dem RND: "Zügiges Durchimpfen der Bevölkerung, das zeigt der Blick in andere Länder, ist die einzige Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen." Die niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen würden bei steigenden Mengen von Impfstoffen den entscheidenden Beitrag leisten, die Pandemie zu besiegen. "Damit wird den Bürgerinnen und Bürgern die Normalität zurückgebracht."

Physikerin Priesemann warnt vor neuen Coronavirus-Varianten

Die Physikerin und Modelliererin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation hat vor neuen Coronavirus-Varianten gewarnt, die Impfungen hinfällig machen oder ihre Wirkung reduzieren könnten. "Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine Variante, die uns zwingt mit dem Impfen bei Null wieder anzufangen", sagte Priesemann am Mittwochabend in der ARD-Talkshow "maischberger. die woche".

Sogenannte Escape-Varianten entwickelten sich dort, wo viele Menschen schon geimpft seien, erklärte Priesemann. Es handle sich um Viren, die es schafften den Immunschutz der Impfung zu umgehen. "Es gibt erste Erkenntnisse, dass manche der Virus-Varianten das zumindest zum Teil schon können", sagte Priesemann. Wenn viele geimpft seien und es gleichzeitig eine hohe Inzidenz gebe, "dann züchten wir uns hier in Deutschland diese Escape-Varianten", sagte Priesemann mit Blick auf den bevorstehenden Sommer.

AstraZeneca beantragt Zulassung für niederländisches Werk

AstraZeneca hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) eine Zulassung für sein Impfstoff-Werk in den Niederlanden eingereicht. Darüber werde nun in einem beschleunigten Verfahren entschieden, erklärt Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer E-Mail. Sollte es wie erwartet keine Probleme geben, könnten Lieferungen noch in diesem Monat erfolgen. Das Werk wird von dem Subunternehmer Halix betrieben.

Reisebranche: "Bundesregierung hat Kurs verloren"

Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, kritisiert Überlegungen der Bundesregierung, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. "Die Bundesregierung hat Kurs und Kompass verloren", sagt Fiebig dem "Handelsblatt". Aus ihrem Zickzackkurs werde nun ein "Schlingerkurs mit doppeltem Rückwärtssalto". Kanzlerin Angela Merkel revidiere die Osterruhe und entschuldige sich für diesen Fehler. Und im gleichen Atemzug prüfe die Bundesregierung nun, wie sie Reisen an Ostern gänzlich verbieten könne. "Mehr Rückwärtssalto geht nicht."

Intensivmediziner kritisieren Lockdown-Rücknahme

Intensivmediziner zeigen sich enttäuscht über die Rücknahme des geplanten Oster-Lockdowns. Eine Osterpause hätte "sicherlich wieder einige Infektionen verhindern können, die jetzt unvermeidbar stattfinden werden", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Er verweist dabei auf das gegenwärtige exponentielle Wachstum bei der Zahl der Intensivpatienten.

Astrazeneca lagert offenbar riesige Mengen Impfstoff in Italien

Astrazeneca lagert in Italien 29 Millionen Dosen Corona-Impfstoff für den Export nach Großbritannien. Ein entsprechender Bericht der italienischen Zeitung "La Stampa" wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Brüssel bestätigt.

Die Entdeckung ist brisant, weil Astrazeneca bei den Lieferungen an die Europäische Union sehr stark im Rückstand ist. Mehr dazu lesen Sie hier.

Merkel kippt Ruhetags-Pläne zu Ostern

Nach der heftigen Kritik an den Corona-Beschlüssen haben sich Bund und Länder erneut zusammengeschaltet. Die Osterruhe ist wieder vom Tisch. Zuvor sollten der Gründonnerstag und der Karsamstag eigentlich jeweils eine Art Feiertag werden. Mehr dazu lesen Sie hier.  

Sachsens Regierungschef: Kirchen finden klugen Weg für Gottesdienste

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hat klargestellt, dass sein Land den Kirchen zu Ostern Präsenzgottesdienste wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen nicht verbietet. In den ARD-"Tagesthemen" sagte der CDU-Politiker am Dienstag: "Wir sollten das nicht vorgeben als Politik." Er habe keinen Zweifel daran, "dass die Kirchen, die Religionsgemeinschaften, einen klugen und verantwortungsvollen Weg finden werden."

Nach dem Bund-Länder-Beschluss werden Religionsgemeinschaften gebeten, Versammlungen über Ostern nur virtuell abzuhalten. Die katholische und die evangelische Kirche wollen aber nicht ohne Weiteres auf Präsenzgottesdienste verzichten. Man sei von der Bitte überrascht worden, hatten die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland mitgeteilt.

Kretschmer sagte weiter, er könne vieles an der massiven Kritik der Öffentlichkeit und auch der Unternehmen an den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz verstehen. Die Entscheidung für eine fünftägige Osterruhe sei "absolut unpopulär". Gerade weil die Maßnahmen so umstritten seien und die Bürger so erschöpft, gehe es nun um eine gute Vermittlung. "Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden", sagte der CDU-Politiker. "Das wird uns diese Viruserkrankung nicht verzeihen."

Johnson: Haben im Kampf gegen Coronavirus die Oberhand erlangt

Der britische Premierminister Boris Johnson hält ein Jahr nach der Verhängung des ersten Lockdowns die Pandemie für beherrschbar. Dank der Wissenschaft habe man die Oberhand im Kampf gegen das Coronavirus erlangt, sagte der konservative Politiker. "Dieses Land ist vorsichtig, aber unwiderruflich, Schritt für Schritt, Piks für Piks, auf dem Weg zur Rückeroberung unserer Freiheiten", so Johnson. Gleichzeitig werde eine dritte Welle, die sich auf dem europäischen Kontinent anbahne, wachsam beobachtet.

Infektionszahlen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle in Großbritannien sind weiterhin rückläufig. Erstmals seit vergangenem Sommer ist die Zahl der Todesfälle inzwischen wieder unter den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gefallen, wie die nationale Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde zuletzt mit 57 angegeben. Das ist nach Ansicht von Experten bereits teilweise dem erfolgreichen Impfprogramm zu verdanken. In Großbritannien wurden inzwischen über 28 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. Das ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen eine erste Impfung erhalten.

Easyjet: Die Airline ist verärgert über die Beschlüsse des Corona-Gipfels. (Quelle: imago images/Future Image)Easyjet: Die Airline ist verärgert über die Beschlüsse des Corona-Gipfels. (Quelle: Future Image/imago images)

Easyjet will Gipfelbeschluss nicht umsetzen

Der britische Billigflieger Easyjet will laut "Tagesspiegel" trotz der Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz Fluggäste nicht selbst auf das Coronavirus testen. Das liege in der Verantwortung der Passagiere, erklärte demnach das Unternehmen. Tests seitens der Airline im Zielgebiet seien organisatorisch und medizinisch nicht umsetzbar.

Bund und Länder hatten in der Nacht zum Dienstag unter anderem die Erwartung an alle Fluglinien formuliert, "konsequente Tests von Crews und Passagieren vor dem Rückflug und keine weitere Ausweitung der Flüge während der Osterferien" vorzunehmen. Die Bundesregierung will demnach eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, wonach eine generelle Testpflicht vor Abflug zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland vorgesehen sein wird. Wie dies konkret umgesetzt werden soll, ist aber noch unklar. Offen ist auch, wer für die anfallenden Kosten aufkommt und was mit positiv getesteten Urlaubern passiert. Andere Airlines hatten sich aber prinzipiell dazu bereit erklärt.

Merkel wirbt für strengeren Oster-Lockdown

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat trotz wachsenden Frusts der Bürger um Rückendeckung für die Bund-Länder-Beschlüsse zum strengeren Oster-Lockdown geworben. Das Impfen sei der Weg aus der Krise, sagte Merkel am Dienstag nach Informationen aus Teilnehmerkreisen in einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Je geringer die Corona-Fallzahlen seien, umso schneller zeige die Impfung Wirkung. Gebe es hohe Fallzahlen, sei davon nur schwer herunterzukommen.

Nach Ostern werde man in der Impfkampagne auf die Hausärzte zugehen, sagte Merkel demnach. Schon in der zweiten Aprilhälfte würden die Hausärzte mehr Impfstoffe als die Impfzentren haben. Es gebe Licht am Ende des Tunnels – "das Licht wird heller werden", wurde die Kanzlerin zitiert. "Auf diesem Wege bitte ich Sie, mitzugehen", warb Merkel, die sich online zu der Sitzung zuschalten ließ, bei den Abgeordneten. Die Belastung der Krankenhäuser in anderen Ländern sei extrem. "Das will ich uns ersparen."

Mehrheit der Deutschen will Schulen und Kitas wieder schließen

Eine Mehrheit der Deutschen wäre einer Umfrage zufolge dafür, dass Schulen und Kitas angesichts der aktuellen Corona-Lage wieder geschlossen würden. 52 Prozent würden dies "eher" oder "voll und ganz" befürworten, wie eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. 34 Prozent würden einen solchen Schritt "eher" oder "voll und ganz" ablehnen, 14 Prozent machten keine Angabe. Westdeutsche (55 Prozent) sprechen sich demnach häufiger für eine Schließung aus als Ostdeutsche (41 Prozent).

In Deutschland hatten die meisten Grundschulen im Februar nach rund zweimonatiger Schließung oder Notbetreuung im Februar wieder geöffnet. Im März kehrten auch die ersten älteren Jahrgänge schrittweise im sogenannten Wechselbetrieb in die Schulen zurück. Regional wurde auf gestiegene Corona-Zahlen allerdings inzwischen wieder mit Schließungen oder einem Stopp dieser Rückkehr reagiert. Wie es an den Schulen weitergeht, ist im Moment offen. In den meisten Bundesländern beginnen an diesem Wochenende zunächst die Osterferien.

Berlin verlängert Lockdown voraussichtlich bis 24. April

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird in Berlin voraussichtlich bis zum 24. April verlängert und damit um knapp eine Woche mehr als von Bund und Ländern vereinbart. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Mehr dazu lesen Sie hier.

Inzidenz von 350 – Thüringer Gemeinde schließt Schulen

Mit der kreisfreien Stadt Gera schließt in Thüringen eine weitere Kommune wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Mittwoch an wieder die Schulen. Sie sollen zunächst bis zum 11. April geschlossen bleiben, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Geregelt wird dies in einer Allgemeinverfügung. Für Schüler bis zur Klassenstufe 6 soll es eine Notbetreuung geben.

Kindergärten bleiben in der ostthüringischen Stadt vorerst noch geöffnet, sie sollen dann mit Beginn der Osterferien in Thüringen ebenfalls geschlossen werden. Auch hier soll eine Notbetreuung angeboten werden. In Gera lag der auf sieben Tage und 100.000 Einwohner bezogene Inzidenzwert bei Corona-Neuinfektionen am Dienstag bei gut 350. Bis zum 9. März hatte er noch unter 100 gelegen, seitdem war er stetig gestiegen.

Epidemiologe: Oster-Lockdown wird wirksam sein

Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verschärfung der Corona-Maßnahmen über Ostern für wirksam. "Das könnte nach meiner Ansicht einen sehr positiven Effekt haben, weil eine ganze Reihe von Tagen dann quasi Ruhetage sind, also Sonntage", sagte Brockmann am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Schon beim "Wellenbrecher" im Frühjahr habe sich gezeigt, dass viele Menschen ihre Aktivitäten runtergefahren hätten. "Und das hatte dann (...) ein, zwei Wochen später einen sehr starken Effekt auf die Fallzahlen, weil sehr viel weniger Kontakte stattfinden".

Laut Beschluss von Bund und Ländern soll vom von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag (3. April) soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben.

"Natürlich werden diese Maßnahmen sich positiv darauf auswirken, aber wie stark, das lässt sich nur sehr, sehr schwer berechnen", sagte Brockmann. In Deutschland erlebe man gerade einen "exponentiellen Anstieg" der Infektionszahlen, "bei dem sich die Fallzahlen alle zwei Wochen etwa, vielleicht sogar noch auf einer kürzeren Skala verdoppeln", betonte Brockmann. Ohne weitere Maßnahmen zu Ostern könne es unter diesen Voraussetzungen in Deutschland bis zu 60.000 Neuinfektionen jeden Tag geben.

Leere Fußgängerzone in Wernigerode: Über Ostern soll das öffentliche Leben in Deutschland stark heruntergefahren werden. (Quelle: dpa/Matthias Bein)Leere Fußgängerzone in Wernigerode: Über Ostern soll das öffentliche Leben in Deutschland stark heruntergefahren werden. (Quelle: Matthias Bein/dpa)

"Ruhetage" über Ostern – was das bedeuten könnte

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Schlangestehen vor Aldi (Symbolbild): Der Handelsverband fürchtet, dass geschlossene Märkte an Gründonnerstag zu mehr Kundenandrang am Mittwoch und Samstag führen. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)Schlangestehen vor Aldi (Symbolbild): Der Handelsverband fürchtet, dass geschlossene Märkte an Gründonnerstag zu mehr Kundenandrang am Mittwoch und Samstag führen. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Handel kritisiert Schließung der Supermärkte an Gründonnerstag

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Sankt Peter-Ording an der Nordsee: Über Ostern ist der beliebte Ferienort normalerweise gut besucht. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Sankt Peter-Ording an der Nordsee: Über Ostern ist der beliebte Ferienort normalerweise gut besucht. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

Wie Sie in Deutschland jetzt überhaupt noch reisen dürfen

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Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Nach Berichten über Blutgerinnsel hatten Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfungen vorerst gestoppt. (Quelle: dpa/Soeren Stache)Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Nach Berichten über Blutgerinnsel hatten Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfungen vorerst gestoppt.

Wie gut ist der Astrazeneca-Impfstoff wirklich?

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Zahl der Todesfälle in Tschechien seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt

In Tschechien steigt die Zahl der Toten, die positiv auf Corona getestet wurden, auf mehr als 25.000. Das sind mehr als doppelt so viele wie zu Jahresbeginn. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern hat nach Auskunft der Statistikwebseite Our World in Data die zweithöchste Rate an sogenannten Corona-Todesfällen pro Kopf weltweit. Die Regierung hat eine Verschärfung des Lockdowns beschlossen.

Lokale auf Mallorca müssen Innenräume wieder schließen

Wegen zuletzt wieder steigender Corona-Zahlen will die Regionalregierung Mallorcas die Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen wieder schließen. Das soll noch diese Woche passieren, berichtet die deutschsprachige "Mallorca-Zeitung". Die Lokale durften ihre Innenräume erst seit kurzem wieder öffnen.

Auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört, stieg die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen am Montag auf 26,45. Vergangene Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 20 gelegen. Im Vergleich zu Deutschland ist das ein immer noch relativ niedriger Wert. Doch auf Mallorca wurde vor einer Woche erstmals die brasilianische Coronavariante P1 nachgewiesen – sie gilt nochmal als deutlich gefährlicher als die britische Variante B 117, die derzeit in Deutschland vorherrscht. In Brasilien hat die P1-Variante das Infektionsgeschehen zuletzt dramatisch beschleunigt.

Über das Wochenende haben die spanischen Behörden fast 8.000 Einreisende aus dem Ausland auf dem Flughafen der Insel kontrolliert, die meisten waren Urlauber aus Deutschland. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vorgelegt werden. Insgesamt 121 Reisende, bei denen es Unstimmigkeiten mit ihrem Einreiseformular gab, seien einem zweiten Test unterzogen worden. Keiner davon sei positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung. Der Anblick feiernder Urlauber irritierte allerdings manche Anwohner, wie dieser Video-Beitrag zeigt.

Russland entwickelt Impfstoff mit nur einer Dosis

Die klinischen Studien für die abgespeckte Variante des russischen Sputnik-V-Impfstoffes sind nach Angaben des Gesundheitsministers abgeschlossen. "Sputnik Light" benötige nur eine Injektion, um Immunität zu erzeugen, erklärt Michail Muraschko im staatlichen Fernsehen. Von Sputnik V müssen zwei Dosen geimpft werden. Nach früheren Angaben soll "Sputnik Light" zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. 

Der Light-Impfstoff sei weltweit für viele Länder interessant, die sich im Kampf gegen das Virus darum bemühten, "so viele Leben wie möglich zu retten", sagte der Chef des staatlichen Direktinvestmentfonds, Kirill Dmitrijew. Der Fonds finanziert Sputnik V und vermarktet es im Ausland. Eine baldige Zulassung von Sputnik V in der EU erwartet Dmitrijew nicht. "Wenn eine Zulassung kommt – voraussichtlich nach Juni – könnten wir innerhalb von drei, vier Monaten etwa 100 Millionen Dosen für 50 Millionen Menschen in der EU liefern", sagte Dmitrijew der "Berliner Zeitung". 

Dmitrijew bestätigte auch Pläne für die Produktion des Präparats in Deutschland und anderen EU-Staaten. So gebe es Verhandlungen über eine Produktion von Sputnik V in den Anlagen des russischen Pharmaunternehmens R-Pharm im bayerischen Illertissen. Dort würden Arzneimittel für 150 Länder weltweit produziert. R-Pharm hatte auch den Antrag zur Zulassung von Sputnik V bei der Arzneimittelbehörde Ema gestellt. Es gebe zudem "Vorvereinbarungen mit zwei anderen Produzenten in Deutschland" sowie mit Spanien und Frankreich, sagte Dmitrijew.

NRW setzt Corona-Auflagen für Handel wieder in Kraft

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die vom Oberverwaltungsgericht Münster aufgehobenen Corona-Beschränkungen im Einzelhandel mit einer Überarbeitung der Corona-Verordnung wieder in Kraft gesetzt.

Für Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen und Gartenmärkte bedeutet die Neuregelung schärfere Auflagen, wie das NRW-Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gesundheitsminister Jens Spahn: 3,3 Milliarden Euro Kosten für die sogenannten Bürgertestungen, rund 1,5 Milliarden Euro als Vergütung für Impfungen in Arztpraxen in den Monaten April bis Juni. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Gesundheitsminister Jens Spahn: 3,3 Milliarden Euro Kosten für die sogenannten Bürgertestungen, rund 1,5 Milliarden Euro als Vergütung für Impfungen in Arztpraxen in den Monaten April bis Juni. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Gesundheitsministerium braucht weitere 5,86 Milliarden Euro

Das Bundesgesundheitsministerium hat beim Finanzministerium weitere Ausgaben von rund 5,86 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Pandemie beantragt. Dies geht aus einer Reuters am Montag vorliegenden Vorlage des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. Demnach sind bis zu 3,3 Milliarden Euro Kosten für die sogenannten Bürgertestungen und andere vom Bund zu tragende Testausgaben vorgesehen.

Rund 1,5 Milliarden Euro werden eingeplant als Vergütung für Impfungen in Arztpraxen in den Monaten April bis Juni. Für April seien vorerst insgesamt 3,5 Millionen Impfungen in Arztpraxen geplant. Diese Zahl solle sich auf bis zu 7,5 Millionen Impfungen pro Woche im Juni steigern. Zudem ist eine Milliarde Euro für weitere Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser vorgesehen.

Ungarn lässt zwei weitere Impfstoffe aus China und Indien zu

Ungarn gibt die Notfallzulassung von zwei weiteren Impfstoffen bekannt: Den des chinesischen Konzerns Cansino Biologics sowie Covishield, der Markenname des AstraZeneca-Mittels, wie er in Indien vom Serum Institute herstellt wird. Unklar ist zunächst, wie sie eingesetzt werden sollen. Wenn beide auch vom Nationalen Gesundheitszentrum für die Breitenanwendung zugelassen werden, hätte Ungarn Zugriff auf sieben Impfstoffe.

Mallorca wieder Risikogebiet? Weil will das besprechen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert eine Überprüfung der Reisemöglichkeit nach Mallorca. Man werde in der Bund-Länder-Runde besprechen müssen, ob die Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einzustufen, "in Stein gehauen" sei. Der SPD-Politiker warb im ZDF für einen "kontaktarmen Urlaub" im eigenen Bundesland. 

Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak hält einen Urlaub auf Mallorca dagegen für sicher – auch weil Deutsche auf der beliebten Ferieninsel über die Ostertage fast für sich alleine sein werden. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen: "Wir wissen von Coronaviren, dass die Reproduktionsrate des Virus, aufgrund dieser Faktoren im Frühjahr und Sommer deutlich sinkt. (Quelle: dpa/Bernd Thissen)Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen: "Wir wissen von Coronaviren, dass die Reproduktionsrate des Virus, aufgrund dieser Faktoren im Frühjahr und Sommer deutlich sinkt. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)

Virologe: Mutationen könnten Frühjahrseffekte "auffressen"

Die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen könnte nach Ansicht des Virologen Ulf Dittmer die im Frühjahr zu erwartenden, mildernden saisonalen Effekte für die Pandemie abschwächen. Grundsätzlich würden Umweltfaktoren wie etwa UV-Strahlen und höhere Temperaturen sowie das vermehrten Aufhalten im Freien in der wärmeren Jahreszeit helfen, das Infektionsgeschehen zu bremsen. "Dieser Vorteil könnte jetzt – und das ist ein wenig die Gefahr – von den Mutanten aufgefressen werden", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir wissen von Coronaviren, dass der R-Wert, also die Reproduktionsrate des Virus, aufgrund dieser Faktoren im Frühjahr und Sommer deutlich sinkt. Also mindestens um den Faktor 0,5, vielleicht sogar noch mehr. Und das ist schon relativ viel", sagte Dittmer. Die saisonalen Effekte könnten jedoch wegen der sich leichter ausbreitenden Corona-Variante B.1.1.7 nicht dafür ausreichen, dass der R-Wert langfristig unter die Schwelle von 1 sinke, ab der die Pandemie abflaut.

Johnson will mit EU über Impfstofflieferung reden

Im Streit um einen möglichen Exportstopp der EU von Corona-Impfstoffen nach Großbritannien sucht der britische Premierminister Boris Johnson nun das Gespräch. Johnson wolle noch vor dem EU-Gipfel diese Woche bei Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür werben, die Ausfuhr nicht zu blockieren, berichtete die BBC am Montag. Gesundheits-Staatssekretärin Helen Whately sagte im Sender BBC Radio 4, kein Land und auch nicht die EU solle "Impfnationalismus oder Impfprotektionismus" zulassen.

"Wir erwarten, dass die Europäische Union sich an ihre Verpflichtungen hält. Und ich bin mir sicher, dass der Premierminister mit seinen Kollegen in Kontakt sein wird", sagte Whately. Wichtig sei, dass alle Länder mit ihren Impfungen vorankämen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Wochenende wegen des Mangels an Corona-Impfstoff in der EU mit weiteren Exportbeschränkungen gedroht.

6.500 Menschen feiern in Marseille ungenehmigt Karneval

Ausgelassene Stimmung bei Karnevalsumzug: So feierten Tausende am Sonntag in Marseille. (Quelle: t-online)

Rund 6.500 Menschen haben in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille an einem ungenehmigten Karnevalsumzug teilgenommen. Viele von ihnen hätten keine Schutzmasken getragen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend. Die Polizei habe die Veranstaltung als völlig unverantwortlich bezeichnet. Beamte schritten demnach am Abend in der Nähe des Alten Hafens im Zentrum der Stadt ein, um die Veranstaltung aufzulösen. Die Stadt Marseille habe zunächst nicht auf die Vorfälle reagiert, berichtete AFP weiter.

In Frankreich sind tagsüber im Freien grundsätzlich auch größere Veranstaltungen möglich, wenn dabei die Corona-Sicherheitsregeln eingehalten werden. So hatten am Samstag mehrere Tausend Menschen in Paris und anderen Orten gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Frankreich ist stark von der Corona-Pandemie betroffen, es starben seit Beginn mehr als 92.000 Menschen.

FDP-Chef Lindner spricht sich gegen Ausgangsbeschränkungen aus

Für Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 sieht die Vorlage des anstehenden Bund-Länder-Gipfels zusätzliche Einschränkungen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen vor. Diese Maßnahme stößt bei FDP-Chef Christian Lindner auf Widerstand. "Ich halte Ausgangsbeschränkungen immer für unverhältnismäßig, für eine zu scharfe Freiheitseinschränkung", sagte er bei "Bild live". "Wenn sich Angehörige eines Haushalts draußen an der frischen Luft bewegen, sehe ich keinen Grund, ihnen das zu untersagen."

Intensivmediziner fordern strengeren Lockdown und Kontaktverbote

Die deutschen Intensivmediziner pochen vor den Beratungen der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einen strengeren Lockdown mit Verschärfungen des Kontaktverbots. "Ich erwarte von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, dass sie sich an diesem Montag auf bundesweit einheitliche und ganz einfache Verschärfungen einigen", sagt Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (Divi), laut Vorabbericht der Zeitung "Rheinische Post".

Es sei entscheidend, dass alle Länder dieselben Maßnahmen umsetzen und diese leicht zu verstehen sind. Er fordert eine Rückkehr zu einem strengeren Lockdown wie Anfang März und die Schließung von Schulen und Kitas bis ausreichende Testmöglichkeiten vorliegen sowie Kontaktmöglichkeiten "massiv" zu beschränken. Das derzeitige Tempo der Ansteckungen werde ansonsten "im April bis Mai für eine Überlastung der Intensivstationen sorgen".

SPD-Fraktionsgeschäftsführer: Erst andere Optionen ausschöpfen

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, hat sich kritisch zum Vorschlag des Kanzleramts für Corona-Ausgangssperren geäußert: "Bevor die von der Bundeskanzlerin vorgeschlagenen neuen Einschränkungen für Privathaushalte diskutiert werden können, müssen alle anderen Optionen ausgeschöpft sein", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Dazu gehöre, dass endlich die vom Bundesgesundheitsminister vor sechs Wochen angekündigten Testmöglichkeiten in der Realität auch zur Verfügung stünden. "Für alle Berufe, die ihrer Arbeit nicht im Homeoffice nachgehen können, müssen die Arbeitgeber mindestens zwei Tests in der Woche zur Verfügung stellen. Sofern die Unternehmen das nicht umsetzen, muss dies durch Verordnung vorgeschrieben werden."

Weil: Dritte Welle brandgefährlich

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die dritte Corona-Welle als brandgefährlich bezeichnet und um Verständnis für die Rücknahme von Lockdown-Lockerungen geworben. "Die Situation ist ernst", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen wieder zu drücken, werde dieses Mal weit schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, warnte er. "Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung – das macht sie so brandgefährlich."

Für Lockerungen sieht Weil keinen Spielraum: "In dieser brisanten Situation stur den Öffnungsplan abzuarbeiten, wäre verantwortungslos", betonte er. Stattdessen müssten Öffnungsschritte zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen steige. "Niedersachsen wird die beschlossene Notbremse ziehen, und ich rate allen, das auch zu tun", sagte Weil.

Lauterbach und Esken fordern harten Lockdown

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert für eine deutliche Verschärfung der Corona-Einschränkungen bis Mitte April. "Wir brauchen eigentlich einen härteren Lockdown, als wir ihn bis Anfang März hatten – und zwar jetzt bis Mitte April", zitiert die "Welt" Lauterbach. Es gehe darum, die Zeit zu überbrücken, bis die Impfungen an Tempo aufnähmen und flächendeckend in allen Schulen und Betrieben Schnelltests zur Verfügung stünden. "Ideal wäre ein kurzer harter Lockdown für drei bis vier Wochen, bis das Testen in Schulen und Betrieben richtig steht."

Lauterbach warnte eindringlich vor den Folgen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7. Diese sei ansteckender und tödlicher. Daher steckten sich auch Kinder leichter an, und 70-Jährige würden fast so häufig wie früher 80-Jährige sterben. "Alle Länder, die die Mutation B.1.1.7 in den Griff bekommen haben, brauchten dazu einen härteren Lockdown, als wir ihn derzeit haben. Niemand kam dabei ohne Ausgangssperren aus", sagte der SPD-Politiker.

Auch SPD-Parteichefin forderte härtere Maßnahmen. "Bei allem Verständnis für unsere Frühlingsgefühle und für die Nöte in der Kultur, in Handel, Gastro und Tourismus: Solange Testen und Impfen nicht greifen, müssen wir die geplanten Öffnungen verschieben und nochmal einen Schritt zurückgehen in den Lockdown", twittert sie.

Europäische Städte planen Corona-Schweigeminute am Mittwoch

In vielen Städten Europas soll es am Mittwoch eine gemeinsame Schweigeminute für die Corona-Opfer geben. Das kündigte der Verband Eurocities am Sonntag an, in dem rund 200 Städte aus knapp 40 Ländern zusammengeschlossen sind. "Europa braucht einen gemeinsamen Augenblick des Gedenkens", erläuterte der Präsident des Verbandes, Dario Nardella, Bürgermeister der italienischen Stadt Florenz. Dazu soll am 24. März um zwölf Uhr mittags eine Minute lang geschwiegen werden.

Aus Deutschland sind in dem Verband unter anderem Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, München und Stuttgart dabei. Nardella sagte, es gehe darum, die Toten zu betrauern und an die Menschen zu denken, die unter den Folgen der Pandemie litten. Wie ein Sprecher am Sonntag erläuterte, wollen die Bürgermeister mit der Schweigeminute auch unterstreichen, dass die Pandemie eine grenzüberschreitende Krise ausgelöst habe. Dazu soll es auf YouTube auch einen Livestream geben.

Experte fürchtet 40.000 Krebstote mehr durch Corona

Mehrere Experten aus der Onkologie warnen vor dramatischen Folgen der Corona-Pandemie für Krebspatienten. Alexander Herzog, Klinikleiter im hessischen Nidda, sagte der "Bild am Sonntag": "Im schlimmsten Fall würden hochgerechnet bei uns mehr als 40.000 Menschen zusätzlich sterben". Der Onkologe beruft sich dabei auf Studien zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020, nach denen damals etwa 20 Prozent weniger Krebspatienten in Deutschland behandelt worden sind. Herzog rechnet auf dieser Basis stark vereinfacht auch mit etwa rund 20 Prozent mehr Krebstoten.

Gründe für die niedrigeren Behandlungszahlen sind einerseits Corona-Vorgaben für die Kliniken, andererseits die Sorge vieler Patienten vor einer Ansteckung.

Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, will in dem Bericht keine konkreten Zahlen für Deutschland nennen. Dennoch untermauert er die Aussage seines Kollegen in der "Bild am Sonntag" mit einem Vergleich: "Eine britische Studie, die bereits vergangenen Juli erschien, hat allein für die ersten Monate der Pandemie kalkuliert, dass in Großbritannien mit mindestens 7.000, im schlimmsten Fall bei anhaltenden Einschränkungen mit bis zu 35.000 zusätzlichen Krebstodesfällen gerechnet werden muss."

Erste Tui-Flieger starten wieder nach Mallorca

Der größte Reisekonzern Tui fliegt ab diesem Sonntag nach langer Zwangspause die ersten Urlauber aus Deutschland nach Mallorca. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehrheit der Deutschen gegen schärferen Lockdown

Vor dem Corona-Gipfel am Montag deutet sich eine erneute Verschärfung des Lockdowns an. Eine Mehrheit in der Bevölkerung gibt es dafür einer Umfrage zufolge jedoch nicht mehr. Mehr dazu lesen Sie hier.

Madagaskar setzt auf Kräutertee statt Impfstoff

Madagaskar hat es nach den Worten von Präsident Andry Rajoelina nicht eilig, Corona-Impfstoff für seine Bevölkerung anzuschaffen, sondern setzt stattdessen weiterhin auf ein angebliches Kräuterheilmittel gegen das Virus. Er selbst sei bislang nicht geimpft und habe auch nicht vor, sich impfen zu lassen, sagte Rajoelina am Samstag in einer Fernsehansprache. Er sei nicht komplett gegen Impfungen, doch befinde sich das Land derzeit "in einer Beobachtungsphase des Impfstoffs", der derzeit noch zu viele Nebenwirkungen habe.

Andry Rajoelina spricht bei einer Veranstaltung in Antananarivo (Archivbild). Der Präsident von Madagaskar ist kein Freund der Corona-Impfstoffe. (Quelle: imago images/He Xianfeng)Andry Rajoelina spricht bei einer Veranstaltung in Antananarivo (Archivbild). Der Präsident von Madagaskar ist kein Freund der Corona-Impfstoffe. (Quelle: He Xianfeng/imago images)

Die madagassische Regierung hatte im vergangenen Jahr einen Kräutertrunk auf Basis von Beifuß präsentiert, der angeblich vorbeugend und heilend gegen das Coronavirus wirken soll. An der Wirksamkeit des Gebräus namens "Covid Organics" bestehen jedoch erhebliche Zweifel, eine Heilkraft wurde durch keinerlei wissenschaftliche Studie belegt.

Festnahmen bei Corona-Demonstration in London

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen sind in London Dutzende Menschen festgenommen worden. Tausende Demonstranten marschierten am Samstag vom Hyde Park durch das Zentrum der britischen Hauptstadt. Nach dem Ende des Protestmarsches kehrten rund 100 Demonstranten in den Hyde Park zurück, lieferten sich Handgemenge mit Polizisten und bewarfen die Beamten mit Flaschen und Dosen. Bis zum Abend wurden nach Polizeiangaben 36 Menschen festgenommen, die meisten wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen. Zu den Protesten in Kassel lesen Sie hier mehr.

Proteste an Grenze zu Frankreich wegen Testpflicht

An der deutsch-französischen Grenze haben Hunderte Menschen gegen die verschärften Corona-Einreiseregeln nach Deutschland demonstriert. Sie forderten insbesondere eine Abschaffung der Testpflicht für Berufspendler. Nach Polizeiangaben nahmen 600 Menschen an der Demonstration in Sarreguemines (Saargemünd) im Verwaltungsbezirk Moselle am Samstag teil, die Organisatoren sprachen von 1000 Teilnehmern.

Arsène Schmitt, Vorsitzender einer Vereinigung von Grenzgängern aus Moselle, bezeichnete die Einreisebeschränkungen als "unerträglich" und noch "schlimmer" als die Grenzschließung im vergangenen Jahr. "Man macht uns zu Aussätzigen."

Polens Gesundheitsminister nennt Corona-Lage ernst

Der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat die Corona-Lage in seinem Land als ernst bezeichnet. Beim Anstieg der Infektionszahlen sei eine "sehr große Beschleunigung" zu beobachten, sagte er am Samstag auf einer Pressekonferenz. Diese Entwicklung sei auf die britische Virusvariante zurückzuführen, die als ansteckender gilt. "Man kann sagen, dass diese Mutante andere Virusvarianten verdrängt", erklärte Niedzielski. Man schätze, dass sie landesweit bereits für 60 bis 80 Prozent aller neuen Fälle verantwortlich sei.

Die Regierung kündigte an, dass in den nächsten Tagen zusätzliche Notkrankenhäuser eröffnet werden, unter anderem in der stark betroffenen Woiwodschaft Schlesien. Die Zahl der Betten für Covid-19-Patienten soll langfristig fast verdoppelt werden. Am Samstag traten landesweit verschärfte Corona-Maßnahmen in Kraft. Hotels, Kinos, Theater, Museen und Galerien müssen wieder schließen. Das gilt auch für Schwimmbäder und Fitnessstudios.

Die deutsche Bundesregierung stuft das Nachbarland wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen von Sonntag an als Hochinzidenzgebiet ein. Die polnischen Behörden meldeten am Samstag 26.405 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. 

Biontech-Gründer glauben an Lockdown-Ende im Herbst

Die beiden Gründer des Mainzer Corona-Impfstoffherstellers Biontech rechnen spätestens im Herbst mit einem Ende der Lockdown-Politik in Deutschland. "In vielen Ländern in Europa und in den USA werden wir wahrscheinlich Ende des Sommers in der Situation sein, nicht mehr in einen Lockdown zu müssen", sagte Uğur Şahin laut einem Vorabbericht in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Das Virus werde nicht verschwinden, aber sobald in Deutschland rund 70 Prozent der Menschen geimpft seien, werde die Lage beherrschbarer. Wenn man die Hausärzte und das medizinische Personal einbinde, wäre es danach auch kein Problem, 80 Millionen Menschen jedes Jahr einmal gegen das Coronavirus zu impfen.

Kretschmer plädiert für Testpflicht in Schulen und beim Einkaufen

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen spricht sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer für verpflichtende Tests aus. Das könnte eine Lösung sein, bis es genügend Impfstoff gebe. Mehr dazu lesen Sie hier.

"Querdenken"-Demo in Kassel eskaliert

Eine "Querdenken"-Demo in Kassel ist außer Kontrolle geraten. Rund 20.000 Teilnehmer waren in der Stadt unterwegs. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Schwedische Polizei löst Demos gegen Corona-Maßnahmen auf

Mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Schweden sind von der Polizei aufgelöst worden. Sowohl in der Hauptstadt Stockholm als auch in Göteborg und Malmö wurden die Proteste am Samstag von den Beamten gestoppt, weil sie gegen die maximal zulässige Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen verstoßen haben. Das teilten die Polizeidienststellen der drei größten Städte Schwedens jeweils am Samstagnachmittag mit. In Göteborg waren demnach 50 bis 70 Menschen dabei gewesen, in Malmö etwa 200. In Stockholm sprach die Zeitung "Aftonbladet" von 200 bis 300 Teilnehmern.

Schweden ist in der Corona-Krise einen international vielbeachteten Sonderweg mit relativ lockeren Beschränkungen des öffentlichen Lebens und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Vereinzelte Corona-Maßnahmen gab und gibt es aber auch bei den Schweden, wenn auch nicht so strenge wie in Deutschland oder anderswo.

Unter anderem dürfen sich seit Ende November nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln. Darüber hinaus hat sich die Regierung mit einem im Januar verabschiedeten Pandemiegesetz die Möglichkeit zu strengeren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus geschaffen.

Tausende Kroaten demonstrieren gegen Corona-Restriktionen

In Kroatien haben Tausende in fünf Städten gegen die Beschränkungen demonstriert. In der Hauptstadt Zagreb sowie in Osijek und in den Adria-Städten Split, Dubrovnik, und Sibenik gingen die Menschen auf die Straße und trugen dabei mehrheitlich keinen Mund-Nasen-Schutz. Unter anderem in Split bezeichneten die Demonstranten die Maskenpflicht als "Tyrannei".

In Kroatien gilt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Krankenhäusern sowie im Freien überall dort, wo der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Die Innengastronomie ist geschlossen, unter freiem Himmel aber erlaubt. Die Inzidenz der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 steigt in Kroatien nach einer deutlichen Talfahrt in Januar und Februar seit Kurzem wieder leicht an. Am Samstag lag sie bei 145,1 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen.

Virologe Kekulé: "Bevölkerung muss Fehler der Politik ausbaden"

Der Virologe Alexander Kekulé sieht schwere Fehler von Politik und Wissenschaft bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Deshalb kann der Corona-Gipfel nächste Woche nur wieder Beschränkungen beschließen und die Notbremse ziehen, die ja bereits auf dem Papier vorgesehen ist. Mir blutet dabei das Herz", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Wir sollten als intelligente und reiche Industrienation doch in der Lage sein, differenziertere Lösungen zu finden. Aber das ist nicht gelungen. Damit bleibt nur wieder ein pauschaler Lockdown. Die Bevölkerung muss noch einmal die Fehler der Politik ausbaden."

Konkret nannte er als Fehler: "Man hat den Varianten regelrecht die Tore geöffnet – zum Beispiel durch Öffnung der Schulen ohne vernünftige Alternativ-Konzepte", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Hinzu komme, dass die Bevölkerung einfach "sauer" gefahren sei mit den Restriktionen und die Infektionslage an den Arbeitsplätzen immer noch nicht im Griff sei. "Es gibt also einen Dreiklang an Mängeln. Die Politik nutzt das Argument der Gefahr durch Mutationen gerne, um von eigenen Versäumnissen abzulenken."

Auch an seinen Kollegen äußerte er scharfe Kritik. "Leider wurden viele Fehler obendrein auch aufgrund zweifelhafter Empfehlungen wissenschaftlicher Berater gemacht. Da waren einige Staaten deutlich besser als wir."

Erneut sprach sich Kekulé dafür aus, zunächst nur einmal zu impfen. "Das reicht, damit können wir in kurzer Zeit das Sterben effektiv begrenzen. Damit wäre die Kurve der Inzidenz von der Sterblichkeit abgekoppelt."

Jeder zweite Erwachsene in Großbritannien gegen Corona geimpft

In Großbritannien hat bereits jeder zweite Erwachsene eine Corona-Impfung. "Ich bin absolut begeistert sagen zu können, dass wir nun die Hälfte aller Erwachsenen in Großbritannien geimpft haben", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Samstag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Mehr als 26 Millionen Menschen bekamen demnach eine erste Impfdosis gespritzt. Gut zwei Millionen erhielten auch schon die zweite Spritze. Großbritannien setzt auf rund zwölf Wochen Abstand zwischen erster und zweiter Dosis.

Die Infektionslage in dem ehemaligen EU-Mitgliedsland hat sich seit den katastrophalen Zuständen im Januar, als noch etliche Intensivstationen überlastet waren, deutlich verbessert. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 59 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Experten führen dies neben dem noch immer geltenden harten Lockdown auch auf den weiten Fortschritt der Impfkampagne zurück.

Corona: Ärztekammern prüfen Hunderte Beschwerden gegen Ärzte

Bundesweit gehen die Landesärztekammern mehreren hundert Hinweisen nach, bei denen Ärzte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegen Berufsrecht oder Infektionsschutzverordnungen verstoßen haben sollen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Nach Angaben der Landesärztekammern können sich allerdings mehrere Hinweise auf gleiche Ärzte beziehen, weshalb es sich bei insgesamt mehr als 500.000 gemeldeten Ärzten in Deutschland nach Einschätzung der Landesärztekammern um Einzelfälle handelt.

Bei den Hinweisen geht es zum Beispiel um Beschwerden gegen Ärzte, die falsche Atteste ausstellen, um etwa Gegner der Corona-Maßnahmen von der Maskenpflicht zu befreien. Auch die Missachtung der Hygieneregeln in Arztpraxen oder kritische Äußerungen zur Pandemiegefahr sind Gegenstand von Beschwerden.

In Baden-Württemberg gingen nach Angaben der Landesärztekammer bis Februar 2021 rund 340 Beschwerden gegen Ärzte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein. Die Ärztekammer Niedersachsen teilte mit, ihr seien bislang 91 Beschwerden bekannt. In Thüringen liegen nach Angaben der Landesärztekammer Hinweise gegen 49 Ärzte vor. Die Sächsische Landesärztekammer geht nach eigenen Angaben rund 60 Vorgängen nach. In Berlin sind nach Angaben der Ärztekammer seit März 2020 mindestens 35 Beschwerden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingegangen.

Wieder neue Corona-Beschränkungen in Frankreich

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten im Großraum Paris und anderen Teilen Frankreichs seit Samstag neue Beschränkungen. In insgesamt 16 Départements gibt es nun auch tagsüber strikte Ausgangsregeln. Viele Geschäfte sind geschlossen. Von den etwa 67 Millionen Menschen in Frankreich ist etwa jeder Dritte von den härteren Maßnahmen betroffen.

Premierminister Jean Castex hatte die neuen Regelungen am Donnerstag angekündigt. Sie sollen zunächst vier Wochen lang gelten. Im Großraum Paris mit etwa zwölf Millionen Bewohnern und anderen Gegenden hatte sich die Corona-Lage zuletzt deutlich verschlechtert.

Die regionalen Ausgangsbeschränkungen tagsüber sind weniger streng als in der Vergangenheit. Bürger dürfen sich draußen bewegen, müssen aber einem Umkreis von zehn Kilometern von ihrem Wohnort einhalten. Nachts gilt weiter im ganzen Land eine Ausgangssperre, bei der man nur in Ausnahmefällen vor die Türe darf.

Umfrage: 72 Prozent wollen sich impfen lassen

Die Bereitschaft der Bevölkerung sich gegen Corona zu impfen wächst. 72 Prozent der Bürger stimmen einer Impfung zu, dies ergab eine Nielsen-Umfrage die im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller erstellt wurde und der Funke Mediengruppe vorliegt. Rund 1.000 Erwachsene wurden im Februar befragt. Besserverdienende und Ältere seien besonders impfwillig, einem Vorabbericht der Mediengruppe zufolge. Die Zustimmung zu den allgemeinen Corona-Maßnahmen lässt in der Bevölkerung unterdessen deutlich nach. Nur noch 66 Prozent beurteilen diese als angemessen.

Rheinland-Pfalz will ab Montag Außengastronomie öffnen

In Rheinland-Pfalz soll ab Montag die Außengastronomie unter bestimmten Voraussetzungen in Regionen wieder öffnen dürfen, in denen die Inzidenz nicht 100 überschreitet. Es handle sich um "ein wichtiges Signal an die Gastronomie, die seit November geschlossen ist", erklärt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. "Wir sind aber auch der Überzeugung, dass es besser ist, die Menschen können bei schönem Wetter mit Abstand und Hygienekonzept Kaffee oder Eis im Gartenlokal genießen, statt einen 'Coffee to go' im Gedränge."

Voraussetzung ist unter anderem ein gültiger negativer Schnelltest für Besucher. Der gemeinsame Besuch ist für maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt und es besteht für Gäste und Personal eine Maskenpflicht. Eine Bewirtung darf ausschließlich am Tisch mit festem Sitzplatz erfolgen. Kontakte müssen erfasst werden und der Zutritt muss über eine Vorausbuchung gesteuert werden. Sollte die Inzidenz über 100 steigen, "greift die Notbremse".

RKI-Zahlen am Samstag: Inzidenz sehr hoch

Die RKI-Zahlen machen wenig Hoffnung auf eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Das Institut meldet mehr als 16.000 Neuinfektionen. Die Sieben-Tages-Inzidenz wird wohl am Sonntag die kritische 100 überschreiten. Die aktuellen Zahlen finden Sie hier.

Intensivärzte drängen auf neuen Lockdown

Angesichts der sich deutlich abzeichnenden dritten Pandemiewelle fordern deutsche Intensivmediziner die Ministerpräsidentenkonferenz zu einem weiteren bundesweiten Lockdown auf. "Es muss dringend gehandelt werden", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx der "Augsburger Allgemeinen" einem Vorabbericht (Samstagausgabe) zufolge. Die Sieben-Tage-Inzidenz könne ohne Eingreifen sehr schnell in Deutschland auf 200 steigen und zu deutlich höheren Intensivpatientenzahlen führen. "Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben", betonte Marx. Alles andere sei nicht zu verantworten.

Italien verabschiedet neues Corona-Hilfsprogramm

Die italienische Regierung hat ein 32 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für die von der Corona-Krise besonders betroffenen Wirtschaftszweige beschlossen. Das Paket sei nur eine "teilweise Antwort" auf die Probleme vieler Unternehmen, "aber das Beste, was wir angesichts der Haushaltszwänge tun konnten", sagte Ministerpräsident Mario Draghi auf einer Pressekonferenz am Freitag in Rom. Das Paket sieht unter anderem elf Milliarden Euro Zuschüsse für die am stärksten betroffenen Firmen vor.

Von der Leyen droht Astrazeneca

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verschärft die Tonlage gegenüber dem Pharmaunternehmen Astrazeneca wegen der Kürzung der vereinbarten Lieferungen des Corona-Impfstoffs. "Wir haben die Möglichkeit, einen geplanten Export zu verbieten. Das ist die Botschaft an Astrazeneca: Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern", sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Sie warf dem Unternehmen vor, im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Menge geliefert zu haben. 

Biden erreicht Impf-Meilenstein in den USA

Seit dem Amtsantritt der Regierung von US-Präsident Joe Biden vor knapp zwei Monaten sind in den Vereinigten Staaten 100 Millionen Impfdosen verabreicht worden. "Wir haben unser Ziel von 100 Millionen Impfungen in nur 58 Tagen erreicht, Wochen vor dem Zeitplan", sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, in New York. Biden hatte das Ziel ausgegeben, dass in seinen ersten 100 Tagen im Amt – also bis Ende April – landesweit 100 Millionen Impfdosen gespritzt werden sollten.

Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 116 Millionen Dosen Corona-Impfstoff verabreicht. Gut 75 Millionen Menschen erhielten demnach mindestens eine Dosis, rund 41 Millionen gelten bereits als voll geimpft.

Biden hat versprochen, schon bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben. Spätestens ab 1. Mai sollen alle Bundesstaaten zudem die Vereinbarung von Impfterminen für alle Bürger ermöglichen, die mindestens 16 Jahre alt sind. Bislang werden bei der Terminvergabe meist noch Risikogruppen bevorzugt.

Deutschland bekommt mehr Biontech-Impfstoff

Kleiner Hoffnungsschimmer im Impfstoff-Mangel: Deutschland erhält fast eine halbe Millionen zusätzliche Dosen des Pharmakonzerns Biontech/Pfizer. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den heutigen Impfgipfel zwischen Bund und Ländern hervor, der t-online vorliegt. Dieser Dosen sollen insbesondere in Hotspot-Gebieten eingesetzt werden. 

Kretschmann lässt sich als erster Ministerpräsident impfen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich als erster deutscher Regierungschef gegen das Coronavirus impfen lassen. Der 72-Jährige ließ sich am Freitag in einem Impfzentrum in Stuttgart den gerade wieder zugelassenen Impfstoff von Astrazeneca spritzen. Allerdings ließ er seiner Frau Gerlinde den Vortritt. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt. Man habe den Termin bereits vergangene Woche vereinbart, sagte sein Sprecher. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frankreich: AstraZeneca-Impfung nur für über 55-Jährige empfohlen

Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde empfiehlt die Impfung mit AstraZeneca nach einem kurzzeitigen Impfstopp nur noch für Menschen im Alter über 55 Jahren. Es gebe der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zufolge ein mögliches erhöhtes Risiko für Hirnvenenthrombosen bei jüngeren Menschen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der französischen Gesundheitsbehörde. Jüngere Menschen, die zur aktuellen Impfgruppe gehören, sollten einen mRNA-Impfstoff erhalten. Die Behörde will sich bald dazu äußern, wie mit Menschen unter 55 Jahren verfahren werden soll, die bereits ihre erste Impfdosis von AstraZeneca erhalten haben.

Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass Frankreich ab Freitag wieder mit dem Vakzin impfen wolle. Die Behörde gab nun allgemein grünes Licht dafür. Am Nachmittag wollte sich der 55-jährige Castex selbst den Impfstoff spritzen lassen.

Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin waren wegen mehrerer Thrombosefälle in Deutschland und anderen EU-Staaten ausgesetzt worden. Am Donnerstag bekräftigte die EMA jedoch ihre Einschätzung zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs. Zugleich werde eine extra Warnung hinzugefügt vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Ethikrat-Chefin ändert Meinung zur Impfreihenfolge  

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, plädiert für mehr Flexibilität bei der Impfreihenfolge. Die Priorisierung dürfe "kein Knebel" sein, sagt sie in der ARD. Das Impfen müsse mit einem gewissen Pragmatismus und mit Flexibilität laufen. "Wir alle wissen, dass wir jetzt schnell voranschreiten müssen, damit wir dann die Priorisierung gar nicht mehr brauchen und öffnen können." Noch, und gerade jetzt in der dritten Welle sei es "richtig und wichtig", zunächst die zu schützen, die am meisten gefährdet seien. "Gleichzeitig müssen wir Meter machen."

Sobald genug Impfstoff vorhanden sei, sollte man daher in die niedergelassenen Praxen gehen und dort den Ärzten "ein bisschen Ermessensspielraum" geben. Es hapere nicht an den ethischen Maßstäben als solche, sondern an der Umsetzung. Eine Herausforderung sei etwa der Datenschutz. Dieser dürfe nicht ignoriert werden. Man müsse ihn aber funktionaler machen und anpassen "an das, was jetzt passiert und nicht das, wovor wir uns vor 20 Jahren Sorgen gemacht haben".

Der Ethikrat hatte zusammen mit der ständigen Impfkommission die Reihenfolge der Impfungen in Deutschland festgelegt. Bislang kritisierte das Gremium, wenn einzelne Bundesländer von der Priorisierung abwichen.

Astrazeneca: Forscher finden offenbar Ursache für seltene Hirnthrombosen

Die Astrazeneca-Impfungen in Deutschland laufen wieder an. Deutsche Forscher melden nun einen Erfolg: Sie haben die Komplikationen nach den Impfungen erforscht – und eine Therapie gefunden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Städte und Gemeinden für Impfungen in Praxen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat Bund und Länder vor ihren Gesprächen am Freitag aufgefordert, frühzeitig mit den Corona-Impfungen in den Praxen zu beginnen. "Auch wenn derzeit noch nicht genug Impfdosen vorhanden sind, sollten bestimmte Kontingente alsbald über die Apotheken an die Hausärzte gehen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Wir werden in absehbarer Zeit eine so große Menge an Impfdosen zur Verfügung haben, dass wir diese nicht mehr allein in den Impfzentren verimpfen können." Die neue Impfstrategie solle auch die Betriebsärzte einbinden, die gerade bei großen Unternehmen eine Vielzahl von Menschen impfen könnten.

Landsberg forderte zudem, die Priorisierung der Impfgruppen zu lockern. Wenn in einem Impfzentrum Impfdosen in großer Zahl übrig blieben, müsse vor Ort entschieden werden dürfen, auch Menschen aus Gruppen zu impfen, die noch nicht an der Reihe sind. "Eine Impfdosis im Arm ist immer besser als eine Impfdosis, die im Kühlschrank lagert, nur um bürokratische Vorgaben zu erfüllen", sagte Landsberg.

Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern fordert auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) eine schnelle bundesweite Regelung für Corona-Impfungen durch Hausärzte. "Die Einbindung der Ärzteschaft in die Regelversorgung wäre ein starkes Signal", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Deutschen Presse-Agentur in München. Er hoffe sehr, dass sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten an diesem Punkt bei ihrer Telefonkonferenz am Freitag einigen könnten.

Immunologe: Schnelles Hochfahren der Impfungen nötig

Nach der geplanten Wiederaufnahme der Corona-Impfungen mit dem Produkt von Astrazeneca in Deutschland hofft ein Immunologe auf ein schnelles Wiederhochfahren dieser Impfungen. Es gelte, beim Impfen jetzt wieder aufzuholen, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. Nach bisherigen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) seien durch das Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers mindestens mehrere Zehntausend Impfungen pro Tag verpasst worden. Das könne perspektivisch mehr Todesfälle durch Covid-19 bedeuten.

Kretschmann will sich am Freitag mit Astrazeneca impfen lassen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) lässt sich am Freitag gegen das Coronavirus impfen. Er erhält seine Spritze im Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle, wie das Staatsministerium am Donnerstag mitteilte. Anschließend will er ein Pressestatement abgeben. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt.

Man habe den Termin bereits vergangene Woche vereinbart, sagte ein Sprecher aus dem Staatsministerium. Die Regierung will den Impftermin des Regierungschefs auch als Werbung für den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nutzen, falls dies möglich ist. 

 

Biden nennt Europa abschreckendes Beispiel

US-Präsident Joe Biden hat die Zuspitzung der Corona-Pandemie in Europa als abschreckendes Beispiel für nachlassende Vorsicht angeführt. Trotz der Fortschritte bei der Impfkampagne in den USA ermahnte Biden seine Landsleute, sich weiter an die bekannten Regeln zum Infektionsschutz zu halten. "Bitte, bitte, lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert, wie Sie es im Fernsehen sehen", sagte der Präsident am Donnerstag im Weißen Haus. Biden forderte die Amerikaner auf, weiterhin Masken zu tragen, sich regelmäßig die Hände zu waschen und den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten.

Kurz kündigt baldiges Ende der Grenzkontrollen an

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz rechnet mit einem Abbau der stationären Grenzkontrollen an der deutschen Grenze zum österreichischen Bundesland Tirol innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen. Bundesinnenminister Horst Seehofer habe ihm signalisiert, dass er die Kontrollen so schnell wie möglich schrittweise zurückführen wolle, sagte Kurz am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem CSU-Politiker in Berlin. "Ich gehe davon aus, dass wenn das Infektionsgeschehen sich in Tirol weiter so gut entwickelt, dass das in den nächsten ein bis zwei Wochen hoffentlich der Fall sein wird."

Die Bundesregierung hatte die stationären Kontrollen an der Grenze zu Tirol und Tschechien erst am Mittwoch um zwei Wochen verlängert, nachdem sie Mitte Februar zu Gebieten mit besonders gefährlichen Virusvarianten erklärt worden waren. Das hatte zu scharfer Kritik in Tirol geführt. Die Maßnahme sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte Landeschef Günther Platter (ÖVP). Er setze darauf, dass die Europäische Kommission und die österreichische Bundesregierung ein Ende dieser "ungerechtfertigten Schikane" gegen Tirol erwirkten.

Baden-Württemberg führt Maskenpflicht an Grundschulen ein

Das Land Baden-Württemberg führt wegen steigender Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht an Grundschulen ein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag in Stuttgart aus Regierungskreisen. Die Grundschüler, die seit dieser Woche wieder im vollen Präsenzunterricht sind, sollen demnach im Schulgebäude eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Studie: Zunehmende Sorgen bei Abiturienten um berufliche Zukunft

Der aktuelle Abiturjahrgang macht sich einer Studie zufolge zunehmend Sorgen um seine berufliche Zukunft. Wie Umfragedaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zeigen, gaben im vergangenen Frühjahr zu Beginn der Corona-Pandemie noch 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, sich "große Sorgen" zu machen. Bei einer erneuten Befragung im November und Dezember waren es schon 41 Prozent.

Befragt wurden demnach rund 3.000 Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2021 an Gymnasien und Gesamtschulen. Verschlechtert hat sich das Wohlbefinden der Jugendlichen im Zuge der Pandemie: Im Frühjahr 2020 klagte ein Drittel der Abiturienten über eine hohe psychische Belastung, im Herbst war es schon die Hälfte. 41 Prozent machen sich außerdem Sorgen um die eigenen schulischen Leistungen. Im Vergleich zum Frühjahr 2020 gab es hier allerdings einen leichten Rückgang (46 Prozent).

RKI meldet mehr als zehn Millionen Impfungen

Mehr als zehn Millionen Corona-Impfungen sind bisher in Deutschland verspritzt worden. Das meldet das Robert Koch-Institut am Donnerstag. In der Zahl sind sowohl Erst- als auch Zweitimpfungen enthalten. Mehr als drei Millionen Menschen haben demnach bereits beide Impfungen erhalten, die meisten bekamen den Stoff von Biontech/Pfizer. 

Die Zahlen zeigen auch, wie groß die Rolle des Astrazeneca-Mittels ist, dessen Verteilung vorerst ausgesetzt ist. Zwar macht das Biontech-Mittel mit knapp fünf Millionen Dosen den größten Teil der Erstimpfungen aus. Auf dem zweiten Platz mit mehr als 1,7 Millionen liegt aber das Mittel von Astrazeneca. 

Die Impfquote bei den Erstimpfungen liegt bei 8,4 Prozent, die bei den Zweitimpfungen bei 3,7 Prozent. Innerhalb eines Tages wurden laut dem Bericht von Donnerstag fast 200.000 Menschen geimpft. 

Astrazeneca-Impfstopp: Weitere Thrombose-Fälle gemeldet

Das Bundesgesundheitsministerium hat weitere Vorfälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen im Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen bekanntgegeben. Derzeit darf das Vakzin nicht verimpft werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mutter bringt Baby mit Corona-Antikörpern zur Welt

Im US-Bundesstaat Florida hat eine Frau ein Baby mit Antikörpern gegen das Coronavirus geboren. Die Mutter war drei Wochen vor der Geburt mit der ersten Dosis des Covid-19-Impfstoffes Moderna geimpft worden, berichtet das US-Nachrichtenmagazin "CBS News". Dem Bericht zufolge sei es der weltweit erste gemeldete Fall. 

Demnach habe die Frau nach der Impfung Corona-Antikörper entwickelt. Diese seien über die Plazenta zum Säugling gelangt und boten dem Neugeborenen nun einen gewissen Schutz, schreiben Forscher. Frühere Studien zeigten, dass Mütter, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, Babys mit Antikörpern zur Welt gebracht haben. 
 

 
Bisher sei jedoch noch nicht klar, wie lange der Schutz für das Baby anhält und wie gut er ist. Zukünftige Forschungen sollten den Wissenschaftlern zufolge daher beleuchten, ob es einen idealen Zeitpunkt für Schwangere gibt, sich impfen zu lassen, um den Schutz gegen das Virus für das Kind zu maximieren.

Massiver Anstieg der Corona-Inzidenz in Schrozberg auf über 1.000

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Schrozberg (Landkreis Schwäbisch Hall) ist die kleine Gemeinde zu einem der bundesweit am stärksten belasteten Hotspots geworden. Die Sieben-Tage-Inzidenz schoss innerhalb weniger Tage auf einen vergleichbar astronomischen Wert von 1065,5 Fälle (Stand Mittwoch) pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 62 Neuinfektionen in der 5.800 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte.

In dem mittlerweile geschlossenen Kindergarten mit rund 60 Kindern waren Anfang der vergangenen Woche reihenweise Erzieherinnen erkrankt. Weitere Großausbrüche sind nach Angaben der Schrozberger Verwaltung nicht bekannt.

Auch Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall) bleibt weiter stark belastet: Dort wurde die Inzidenz am Mittwochabend mit 521,2 angegeben, allerdings ist Crailsheim auch deutlich größer als Schrozberg. In der Stadt hatten Ausbrüche in Kindergärten und einer Unterkunft für Flüchtlinge sowie in mehreren Betrieben für den deutlichen Anstieg gesorgt. Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von 270,9 zu den Hotspot-Regionen in Deutschland.

Seehofer fordert einfache Corona-Regeln

Innenminister Horst Seehofer fordert eine deutliche Vereinfachung der Corona-Maßnahmen. "Die Regelungen sind mittlerweile zum Teil recht kompliziert geworden und nicht immer logisch", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" (Donnerstag). "Die Leute verstehen nicht, wenn der Blumenladen schließen muss, aber der Supermarkt nebenan Blumen verkaufen darf."

Seehofer will einen neuen Ansatz, denn: "Wir können doch jetzt nicht drei Jahre im Lockdown verharren." Sein Vorschlag: Ab einer Inzidenz von 50 darf nur noch ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche in einen Laden – ob Supermarkt oder sonstiger Einzelhandel.

"Eine Regel für eine Inzidenz von über 100 bräuchten wir dann nicht mehr", sagte Seehofer. Diesen kritischen Wert werden voraussichtlich immer mehr Landkreise überschreiten. Damit träte die bislang gültige "Notbremse" in Kraft, die eine Schließung vieler Geschäfte vorsieht.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat sich für Öffnungen im Hotel- und Gastgewerbe über Ostern ausgesprochen. Mit einer "klugen Test- und Test-App-Strategie" müsse eine Erholung im eigenen Land möglich sein, sagte Althusmann der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe). "Die Hotellerie hat ausgefeilte Hygiene-Konzepte, die ein Höchstmaß an Sicherheit bieten", fügte der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident hinzu.

Beschränkte Zulassung für Astrazeneca möglich

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, hält es für möglich, dass die Zulassung für den Astrazeneca-Impfstoff eingeschränkt wird. "Die Experten prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen Einnahme von Verhütungsmitteln, Rauchen und Impfen gibt. Möglicherweise haben sich hier Risiken potenziert. Dann könnte es vielleicht eine Zulassung mit Einschränkungen geben – etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille", sagt Bergmann der Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe) laut einem Vorabbericht.

Erste Impfungen in der Antarktis

In der Antarktis sind die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Auf dem chilenischen Stützpunkt Presidente Eduardo Frei Montalva auf der King-George-Insel erhielten seit Sonntag 49 Soldaten und Wissenschaftler ihre erste Impfdosis, wie die chilenische Luftwaffe am Mittwoch mitteilte. 53 weitere Mitarbeiter der Forschungsstation sollen demnach in den kommenden Tagen geimpft werden.

Keiner der Geimpften im Alter zwischen 25 und 58 Jahren habe eine allergische Reaktion auf den Impfstoff gezeigt, sagte der für die Impfungen zuständige Arzt Victor Videla. Seinen Angaben zufolge sollen auch noch die Menschen auf zwei anderen chilenischen Stützpunkten in der Antarktis geimpft worden. Die Impfungen seien aber wegen schlechten Wetters verschoben worden.

Ministerpräsidenten werben für russischen Impfstoff

Nach dem vorläufigen AstraZeneca-Stopp werben drei ostdeutsche Ministerpräsidenten für den Einsatz des russischen Covid-Impfstoffs Sputnik V. "Wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, sollte die Herkunft keine Rolle spielen," sagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagausgaben).

Im Kampf gegen das Virus sei jeder Impfstoff willkommen, der sicher sei und wirke. Auch Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) findet es "wichtig, dass endlich das Thema Sputnik V mit Nachdruck bearbeitet wird". Er wolle keine politische Zulassung, aber auch keine Ablehnung aus politischen Gründen. Russland sei "ein großes Land der Wissenschaft", das zweifellos imstande sei, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Zeitungen. Der Impfstoff solle seiner Ansicht nach in Deutschland zugelassen werden.

RKI: Anteil von Corona-Variante B.1.1.7 auf 72 Prozent gestiegen

Die ansteckendere und wohl auch gefährlichere Corona-Variante B.1.1.7 verdrängt andere Formen des Virus in Deutschland immer mehr. Ihr Anteil betrage inzwischen 72 Prozent, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch. Sie werde also inzwischen in etwa drei von vier Proben gefunden. Die Ausbreitung der Variante B.1.351 (Erstnachweis in Südafrika) sei hingegen etwas rückläufig, die Variante P.1 (Erstnachweis in Brasilien) sei weiter nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen.

Vergangene Woche hatte das RKI noch von circa 55 Prozent B.1.1.7-Anteil gesprochen. Zu Beginn der RKI-Erhebung vor rund anderthalb Monaten lag der Anteil der Mutante noch bei sechs Prozent. Die rasche Zunahme war nach den Erfahrungen anderer Länder befürchtet worden. Aufgrund des nun hohen Anteils von B.1.1.7 sei weiter mit einem exponentiellen Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland zu rechnen, hieß es im RKI-Bericht.

Der Anteil von 72 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf Schlüsselmutationen der Variante. Unter anderem weil nicht alle auf Sars-CoV-2 testenden Labore teilnehmen und nur eine Teilmenge der positiven Proben untersucht wird, sei der Wert nicht sicher verallgemeinerbar, schränkt das RKI ein.

Spahn über Astrazeneca: "Unser System funktioniert"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht in der Entscheidung, die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca auszusetzen, einen Beweis dafür, dass die Kontrollen in Deutschland sicher seien. "Unser System funktioniert", erklärt Spahn via Facebook.

Vorfälle würden gemeldet, geprüft und gegebenenfalls werde gehandelt. Wenn man sich dessen sicher sein könne, "dann sollte das eigentlich das Vertrauen in die Impfung stärken".

Kretschmer: jüngste Lockerungen gescheitert

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hält die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zu Lockerungen in der Corona-Pandemie für gescheitert. "Es funktioniert nicht", sagte der Ministerpräsident in einer Videokonferenz mit Kommunalpolitikern aus dem Erzgebirge und verwies dabei auf die erneut wachsende Zahl an Corona-Infektionen. "Jetzt müssen wir versuchen, die Sache wieder einzufangen und vor die Lage zu kommen."

Man bewege sich derzeit auf einem sehr dünnen Eis und könne bei jedem Schritt einbrechen, sagte Kretschmer. "Es ist nur deswegen noch nicht zum Ertrinken gekommen, weil wir noch nahe genug am Rand sind. Aber wir werden den Teich nicht durchschreiten können." Der Wunsch nach mehr Normalität sei auf der einen Seite verständlich, Lockerungen auf der anderen Seite aber möglicherweise falsch.

Dem CDU-Politiker zufolge gibt es keinen Grund, nun in Panik zu verfallen. Man müsse auch nicht von heute auf morgen alles wieder zurückfahren. "Wir haben durchaus etwas Zeit, die wir nutzen können, um Dinge vorzubereiten." Es gebe immer Perspektiven und Wege auch aus schwierigen Situationen: "Nichts ist alternativlos. Man muss sich nur der Situation sehr, sehr klar stellen." Bürgermeister aus dem Erzgebirge hatten am Dienstag in einem Offenen Brief an Kretschmer einen "Wirrwarr" bei den Corona-Schutzmaßnahmen beklagt.

Österreichs Kanzler Kurz: Lösung für EU-Impfstoffverteilung in Sicht

Die Europäische Union steht aus Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz kurz davor, die Verteilung von Corona-Impfstoffen gerechter zu gestalten. "Ich bin froh, dass wir einer Lösung nahe stehen", sagte Kurz am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit EU-Ratspräsident Charles Michel und mehreren anderen Regierungschefs.

Kurz und seine Amtskollegen aus Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien hatten am Dienstag eine Korrektur der bisherigen Praxis gefordert, die dazu geführt habe, dass einige Länder mehr Impfdosen erhalten als es ihrem Bevölkerungsanteil in der Union entspreche. Grundsätzlich hatten sich die EU-Staaten auf anteilige und gleichzeitige Lieferungen geeinigt.

Allerdings haben manche Länder weniger von bestimmten Impfstoffen bestellt, als ihnen zustehen würde. Danach sicherten sich in weiteren Verhandlungen andere Länder diese freien Kontingente.

Polen verhängt ab Samstag landesweiten Lockdown

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen verhängt Polen einen landesweiten Lockdown. Ab Samstag müssen Einkaufszentren, Hotels, Theater und Kinos schließen, wie Gesundheitsminister Adam Niedzielski auf einer Pressekonferenz mitteilt. Das Land hat laut Angaben des Ministeriums mit 25.052 Coronafällen heute die höchste Tages-Fallzahl im laufenden Jahr erreicht.

Landkreis Greiz über Inzidenzwert von 500

Im bundesweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Landkreis Greiz in Thüringen ist die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 500 gestiegen. In der Region gab es nach Daten vom Mittwoch 525,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, wie die Thüringer Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Damit war der Landkreis erneut bundesweit die Region mit der höchsten Inzidenz. Zum Vergleich: Deutschlandweit lag dieser Wert am Mittwoch bei 86,2, thüringenweit bei 173,1. Thüringen ist seit Wochen das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland.

Seit Dienstag fahren Testbusse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durch den Landkreis Greiz, um die Menschen in der Region öfter auf eine Corona-Infektion zu testen. Termine sind dafür nicht nötig. Außerdem gibt es in dem Landkreis zwei Testzentren. Dort bietet das DRK täglich kostenlose Schnelltests an. Ein weiteres Testzentrum soll am Freitag eröffnet werden.

Notfallplan für Astrazeneca-Impfstopp

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten arbeiten offenbar an einem Notfallplan für Astrazeneca. Wie das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet, sei eine Freigabe des Impfstoffs für alle oder ein Streichen der Prioritätengruppe 3 im Gespräch. So hoffe die Regierung, dass die Zahl der Geimpften deutlich ansteige. 

Voraussetzung dafür ist die Fortsetzung der Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Wegen möglicher Gesundheitsrisiken wurden Impfungen mit dem Vakzin in Deutschland seit Montag zunächst ausgesetzt. Von der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) wird am Donnerstag eine Empfehlung zur Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca erwartet. 

Der Stopp hatte auch zur Absage des eigentlich für diesen Mittwoch geplanten Impfgipfels geführt. Das Gespräch solle "zeitnah nach der EMA-Abstimmung" erfolgen, "möglicherweise am Freitag", sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Am 22. März beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Dabei steht zur Debatte, ob die geplanten Lockerungen in Kraft treten oder der Lockdown aufgrund der steigenden Infektionszahlen verlängert wird. 

WHO-Impfrat empfiehlt Zulassung von Johnson & Johnson-Impfstoff

Ein unabhängiger Expertenrat für Impfstoffe empfiehlt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Firmen Janssen und Johnson & Johnson. Das Mittel habe eine Effizienz von 93,1 Prozent gegen Krankenhauseinweisungen, sagte der Vorsitzende des Rates (SAGE), Alejandro Cravioto, am Mittwoch in Genf. Die Effizienz gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 liege nach 28 Tagen bei 85,4 Prozent.

Die Notfallzulassung durch die WHO gilt mit dieser Empfehlung als Formsache. Der Rat hatte bereits die Impfstoffe von Biontech und Pfizer, von Moderna und von Astrazeneca zum Einsatz empfohlen.

Die Notfallzulassung (EUL – Emergency Use Listing) ist die Voraussetzung, damit UN-Organisationen den Impfstoff einkaufen und verteilen können. Ebenso können Länder, die keine eigenen Kapazitäten für wissenschaftlichen Prüfungen haben, aufgrund der Vorarbeit der WHO eine Zulassung in ihrem Land erteilen.

Für Länder wie Großbritannien, die USA oder die Mitglieder der EU und viele weitere spielt die WHO-Notfallzulassung keine Rolle. Sie machen selbst Risikoanalysen und entscheiden über eine Zulassung. Zu möglichen Empfehlungen nach der Aussetzung von Impfungen mit den Astrazeneca-Impfstoff in mehreren Ländern machte Cravioto zunächst keine Angaben.

Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol werden erneut verlängert

Die stationären Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol im Kampf gegen die Corona-Pandemie bleiben für zunächst weitere zwei Wochen in Kraft. "Wir werden die Kontrollen verlängern", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch dem "Münchner Merkur". Er signalisierte aber auch, dass die Kontrollen bald beendet werden könnten.

Ohne die Verlängerung wäre die Regelung zu den Kontrollen in der Nacht zu Donnerstag ausgelaufen. Mit Blick aus Österreich verwies Seehofer auf laufende Gespräche mit der österreichischen Regierung. "Wir haben die Hoffnung, dass wir die Kontrollen zu Österreich etwas früher beenden können, vielleicht sogar noch im Laufe des März", sagte der Innenminister.

Dazu werde man die Schritte zum Infektionsschutz und zur Eindämmung der Corona-Mutante in Tirol genau beobachten, kündigte Seehofer weiter an. Am Donnerstag dürfte das Thema demnach auch bei einem Besuch von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz in Berlin zur Sprache kommen. "Wir werden auch über die Kontrollen reden", sagte dazu Seehofer. Schwieriger ist die Lage demnach weiterhin an der deutsch-tschechischen Grenze. Seehofer betonte, wegen der extrem hohen Infektionszahlen in Tschechien gebe es dort bisher keine Entspannung.

Vier Bundesländer übersteigen 100er-Inzidenz

Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Bundesland an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, soll die Corona-Notbremse zum Einsatz kommen. In vier Ländern ist das derzeit der Fall. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hälfte der Erwachsenen in Großbritannien bis Ende der Woche geimpft

In Großbritannien wird Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng zufolge die Hälfte aller Erwachsenen bis Ende der Woche ihre Erstimpfung erhalten haben. Er habe Vertrauen in den Impfstoff von Astrazeneca, sagt Kwarteng der BBC. Zum Aussetzen der Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns in vielen Ländern Europas nach Berichten über Blutgerinnsel wollte er sich nicht äußern.

Er rief die Bürger auf, sich impfen zu lassen, sobald sie aufgefordert würden. Über einen Impfpass werde derzeit nachgedacht, ergänzte er. Die Debatte darüber fachte der Kreuzfahrtveranstalter P&O wieder an. Er will für Reisen in diesem Sommer nur geimpfte Passagiere an Bord lassen.

Coronavirus in der Region Paris außer Kontrolle

Das Coronavirus ist in der Region um die französische Hauptstadt Paris dem Chef der Öffentlichen Krankenhäuser zufolge außer Kontrolle geraten. "Es sind derzeit genau so viele Patienten auf den Intensivstationen wie auf dem Gipfel der zweiten Welle", sagt Martin Hirsch dem RTL Radio. In der Region liegen fast 1.100 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Sollte der derzeitige Trend anhalten, seien es am Ende des Monats 1.700. Er plädierte entweder für Ausgangssperren am Wochenende oder einen verschärften Lockdown.

Kretschmann stellt weitere Lockerung ab Montag infrage

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat wegen steigender Infektionszahlen die für kommenden Montag geplante weitere Lockerung des Lockdowns infrage gestellt. "Natürlich jetzt bei der Situation werde ich mir gut überlegen, ob ich am Montag weitere Öffnungen mache", sagte der grüne Regierungschef in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", die am späten Dienstagabend ausgestrahlt werden sollte. Er erwäge, die Öffnung vorerst auszusetzen und am Montag zunächst zu besprechen, "was wir riskieren können". Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten landesweit auf 79,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gestiegen. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 60,7.

Kretschmann sagte: "Wir sehen den enormen Druck aus der Bevölkerung, zu öffnen, der ist wirklich gewaltig." Die Politik könne nicht nur Gebote und Verbote machen, sie müsse auch sehen, dass sich die große Mehrheit der Menschen daran hält. "Natürlich reden wir da immer auch mit Engelszungen, bitte denkt daran, wir wollen keine dritte Welle." Aber: "Das verhallt oft." Man könne womöglich weiter öffnen, wenn es Schnell- und Selbsttests in der Breite gebe – "aber das geht auch nicht von heute auf morgen".

Gesundheitsminister der Länder vertrauen weiter auf Astrazeneca

Sowohl Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) als auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) vertrauen trotz des Impfstopps grundsätzlich weiter auf das Vakzin von Astrazeneca. "Ich habe Vertrauen in diesen Impfstoff und würde mich jederzeit damit impfen lassen", erklärt Holetschek der Zeitung "Bild".

Er gehe davon aus, "dass die Impfungen mit Astrazeneca bald wieder aufgenommen werden können." Auch Lucha sagt, er sei von der Wirksamkeit des Impfstoffes "absolut überzeugt". "Allerdings kann man die Argumente des Paul-Ehrlich-Institut auch nicht einfach abtun. Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle. Ich hoffe dennoch sehr, dass wir bald Entwarnung geben können."

Göring-Eckardt: Mehr Transparenz bei Astrazeneca-Stopp nötig

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert die Bundesregierung zu mehr Transparenz über ihre Entscheidung zum Astrazeneca-Stopp auf. "Sie muss offenlegen, wie sie inmitten einer Pandemie, die bei uns täglich Hunderte Tote fordert, die möglichen Risiken einer Impfung gegenüber denen einer Nicht-Impfung und Corona-Erkrankung abgewogen hat", sagt Göring-Eckardt einem Vorabbericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe zufolge.

Die Bundesregierung müsse transparent machen, warum sie den Weiterimpf-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Arzneimittel-Agentur nicht folge. Mit dem "unkoordinierten und schlecht vermittelten Aussetzen" der Impfungen mit Astrazeneca habe Gesundheitsminister Jens Spahn das Vertrauen in die Impfpolitik untergraben.

Scholz: Möglicherweise zehn Millionen Impfstoffdosen pro Woche ab Ende Juni

Trotz des derzeitigen Mangels an verfügbaren Corona-Vakzinen in Deutschland rechnet Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit einer rasanten Beschleunigung der Impfkampagne in den kommenden Wochen. Bereits im April werde es "viele Millionen" Impfstoffdosen pro Woche geben, sagte Scholz am Dienstag im ZDF. "Im Juni, Juli werden wir eine Situation haben, in der vielleicht zehn Millionen Impfdosen pro Woche verimpft werden können."

"In den nächsten Wochen und Monaten wird es immer mehr Impfstoff geben", prognostizierte Scholz. Beim Impfgipfel am Freitag müsse es deshalb vor allem darum gehen, die "große logistische Operation" vorzubereiten, in der möglichst viele Bürger möglichst schnell geimpft werden sollten.

Die Entscheidung seines Kabinettskollegen Jens Spahn (CDU), die Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca auszusetzen, verteidigte der Finanzminister. "Ich finde, wenn sich ein Land wie Deutschland Institutionen leistet wie das Paul-Ehrlich-Institut, wo Expertinnen und Experten dafür da sind, dass sie mutige Entscheidungen treffen, die auch notwendig sind, um die Sicherheit von Impfstoffen zu gewährleisten, dann müssen wir das auch beachten", sagte er.

Nordrhein-Westfalen greift wegen Astrazeneca-Impfstopp auf Reserve zurück

Wegen der Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca will Nordrhein-Westfalen auf einen Teil der Impfstoffreserve des Landes zurückgreifen. Ungefähr 50 Prozent der Dosen von Biontech/Pfizer und Moderna seien bisher für "eine absolute Sicherheit bei den Zweitimpfungen" zurückgelegt worden, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. Nun sollen etwa 150.000 davon den Impfzentren zur Verfügung gestellt werden.

"Wir haben jetzt einfach eine Krise, das muss man sehen", sagte Laumann. Es sei gut, dass die "Impfpause" von Astrazeneca "ein Stück weit" ausgeglichen werden könne. Mit den Dosen aus der Reserve sollen bis Ende März vor allem Menschen in Behinderteneinrichtungen geimpft werden, die bisher das Astrazeneca-Präparat bekamen. Eine kleinere Charge will das Land für über 80-Jährige zur Verfügung stellen.

Schottland wagt sich aus dem Lockdown – Öffnungen ab 5. April

Ab Anfang April soll in Schottland das öffentliche Leben nach monatelangem Corona-Lockdown wieder langsam seinen Betrieb aufnehmen. Ab dem 5. April dürfen Friseure und einige nicht-essenzielle Geschäfte wie Gartenzentren wieder ihre Türen öffnen, wie Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag ankündigte. "Es liegen hellere Tage vor uns", sagte sie.

Am 26. April sollen dann auch Reisen innerhalb Großbritanniens wieder möglich sein. Auch Fitnessstudios, Museen und touristische Unterkünfte sollen wieder öffnen. Der britische Premier Boris Johnson hatte für England bereits Ende Februar konkrete Daten für die Wiedereröffnung genannt – allerdings müssen sich die Menschen in England noch bis Mitte April gedulden, bis die Friseure und Geschäfte wieder aufmachen.

Nur die Schulen sind in beiden Landesteilen bereits wieder offen. Die Infektionszahlen sinken in Großbritannien derzeit relativ kontinuierlich. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 59 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Tiroler Bezirk meldet hohe Beteiligung an Massenimpfung

Die erste Phase einer regionalen Massenimpfung gegen die südafrikanische Corona-Variante ist in Tirol mit einer hohen Beteiligung zu Ende gegangen. "Schwaz ist die erste europäische Region, die durchgeimpft ist", erklärte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag. Von 64.000 infrage kommenden Personen hätten 46.000 eine Injektion erhalten, berichtete er. Das entspricht einer Rate von 72 Prozent.

Am vorigen Donnerstag war die Aktion in dem österreichischen Bundesland als europäisches Pilotprojekt angelaufen, um die ansteckendere Virusvariante zurückzudrängen. Mit Hilfe der EU wurden dazu 100.000 Dosen Impfstoff geliefert. Die Massenimmunisierung wird auch wissenschaftlich ausgewertet, um die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffes gegen die Südafrika-Mutante zu untersuchen.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle, die in Tirol mit dieser Variante infiziert sind, lag am Dienstag bei 66 von landesweit 1.764 aktiven Fällen. Die 7-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt bei 153, unter dem österreichweiten Wert von knapp 208.

Impfgipfel soll am Freitag stattfinden

Der sogenannte Impfgipfel von Bund und Ländern soll nun am Freitag stattfinden. Das kündigte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz an. Ursprünglich hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs vereinbart, am Mittwochabend über den Fortgang der Impfkampagne zu beraten. Dieses Gespräch wurde aber verschoben, um die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) über mögliche Risiken des Astrazeneca-Präparats abzuwarten. Die EMA will vorerst an dem umstrittenen Wirkstoff festhalten.

FDP-Chef Christian Lindner hatte die Bundesregierung nach dem vorläufigen Stopp der Astrazeneca-Impfungen aufgefordert, rasch einen Impfgipfel zur Beratung über das weitere Vorgehen einzuberufen. "Es ist eine sehr dramatische Entscheidung der Bundesregierung, das Impfen auszusetzen", sagte Lindner in Berlin. "Deshalb wäre es wichtig, auf einem Impfgipfel über diese Entscheidung zu sprechen – mit dem Hersteller, mit Wissenschaftlern, mit dem Bereich der niedergelassenen Ärzte." Denn nicht zu impfen, sei ebenfalls ein Risiko, sagte der Liberale.

Sechs EU-Länder wollen Korrekturmechanismus für Impfstoff-Verteilung

Die Aufteilung von Corona-Impfstoffen in der EU muss nach Auffassung mehrerer Staaten nachjustiert werden, um politische Spannungen zu vermeiden. Es sei ein Korrekturmechanismus nötig, sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz nach einem Treffen in Wien. "So wie es ist, so soll es nicht bleiben", sagte Kurz. Seine Amtskollegen aus Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien nahmen an den Gesprächen teil.

Konkrete Vorschläge, wie der Mechanismus aussehen sollte, präsentierten sie nicht. "Ich glaube, dass das auch eine rechtzeitige Warnung ist", begründete der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa den Vorstoß. Wenn manche Länder nicht wie ursprünglich vereinbart nach Bevölkerungsgröße beliefert würden, sondern mehr erhielten, würde die eine Hälfte der EU-Staaten bis Juni zu 60 Prozent durchgeimpft sein, und die andere nur zu 30 Prozent. "Das würde sicher zu einer politischen Krise führen", sagte er.

Nach Angaben der Regierungschefs sind am Dienstagabend oder Mittwoch Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratschef Charles Michel geplant. Aus Sicht der EU-Kommission kann es zu Verschiebungen kommen, weil nicht alle Länder gemäß ihrem Bevölkerungsanteil bestellt haben. Nicht genutzte Kontingente würden dann auf andere Mitgliedsstaaten aufgeteilt. Eine Lösung dieses Problems sei schwierig, gab Kurz zu. Es müsse aber sichergestellt werden, dass Impfstoffe pro Kopf und zur selben Zeit ausgeliefert werden, und nicht abhängig von der Bestellmenge.

Astrazeneca-Stopp: Was passiert jetzt mit den Geimpften?

Deutschland setzt die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorerst aus. Wir klären, was bisher über die Thrombose-Fälle bekannt ist und was der Impfstopp für bereits Geimpfte bedeutet. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Söder will Corona-Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat an die Bundesregierung appelliert, für Mallorca-Rückkehrer eine verbindliche Testpflicht einzuführen. "Es wäre sehr sinnvoll zu überlegen, ob man da eine Testpflicht hat", sagte Söder im Anschluss an eine Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Bayern werde sich an seinen Flughäfen entsprechend organisatorisch vorbereiten und ausreichende Testmöglichkeiten vorhalten.

Das Robert Koch-Institut stuft das bei deutschen Touristen beliebte Mallorca nicht mehr als Risikogebiet ein, die Buchungszahlungen stiegen danach gerade für die Osterzeit erheblich an. Söder sagte, Öffnungen wie auf Mallorca machten ihm Sorgen. Er sei skeptisch, ob es an Ostern in Deutschland bereits größere Hotelöffnungen geben könne. Für Pfingsten und den Sommer sei er "allerdings sehr optimistisch". 

Neben Bayern erwägt auch Niedersachsen, die Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer wieder einzuführen. 

Linkspartei fordert zügige Sputnik-Zulassung

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat sich nach dem vorläufigen Impfstopp mit Astrazeneca für eine zügige Prüfung auf Zulassung des russischen Sputnik-Impfstoffes ausgesprochen. "Beim Sputnik-Impfstoff darf es keine ideologischen Vorbehalte geben", sagte Bartsch der Düsseldorfer "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Mittwochsausgabe). "Zügig prüfen und zulassen, wenn wirksam und sicher", forderte er. Danach müsse das Vakzin rasch angeboten werden.

Zugleich sprach sich Bartsch dafür aus, alle, die dies wollten, auch weiter mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca zu impfen. "Man darf den Bürgern den Schutz vor Corona nicht verwehren, die Prüfung kann parallel laufen", sagte er. Der ursprünglich für Mittwochabend geplante Impfgipfel hätte dafür die Hausärzte einbinden müssen. "Die Verschiebung des Gipfels ist nicht nachvollziehbar", sagte Bartsch. Es seien "so viele Fragen offen".

Biontech liefert zehn Millionen Dosen früher

Die EU vereinbart mit Biontech und dem Partner Pfizer eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Impfstoff-Dosen im zweiten Quartal. Diese stammen aus der Option von 100 Millionen Dosen, die im dritten beziehungsweise vierten Quartal geliefert werden sollten, teilt die EU-Kommission mit.

Im zweiten Quartal würden somit über 200 Millionen Impfdosen zur Verfügung gestellt. Die vorgezogene Lieferung verschaffen den EU-Mitgliedstaaten Spielraum, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Möglicherweise können auch Lücken aufgefüllt werden."

Weitere Länder setzen Impfungen mit Astrazeneca vorerst aus

Nach Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Lettland und Frankreich setzt auch Schweden die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorsorglich aus. Man pausiere den Einsatz des Impfstoffs des britisch-schwedischen Unternehmens, bis die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu vermuteten Nebenwirkungen des Mittels abgeschlossen sei, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Dienstag mit. "Der Entschluss ist eine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Staatsepidemiologe Anders Tegnell.

Labore melden gestiegene Positivrate bei Corona-Tests

Der Anteil positiver Coronatests nimmt dem Laborverband ALM zufolge in Deutschland wieder zu. Die Positivrate sei im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegen, teilte der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin am Dienstag mit. Demnach fielen 20 Prozent mehr PCR-Tests auf Corona (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981). "Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu", so der ALM-Vorsitzende Michael Müller.

Die Anzahl der Tests stieg den Daten aus 173 Laboren (Vorwoche 171) zufolge um fast 64.000 auf gut 1,08 Millionen. In wie vielen Fällen der PCR-Analyse ein Schnelltest vorausging, ist nicht bekannt. Der Verband sieht bei der Verwendung noch Aufklärungsbedarf: "Alle sollten wissen, dass sie sich im Falle eines positiven Antigen-Schnelltests sofort isolieren müssen, um das Risiko weiterer Ansteckungen zu minimieren", erklärte Müller. Jeder positive Antigentest sei umgehend durch eine PCR zu bestätigen. Zudem müsse klar sein, dass negative Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme mit maximal einem Tag Gültigkeit seien, hieß es vom Verband auch.

Epidemiologe: Deutschland geht jetzt "voll in das exponentielle Wachstum"

Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sieht das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder in einem exponentiellem Wachstum und hat die Lockdown-Lockerungen scharf kritisiert. Bei der Entwicklung der Fallzahlen und Inzidenzen gebe es derzeit im Wesentlichen einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagt der Experte vom Robert Koch-Institut in der ARD. "Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts mehr zu diskutieren."

In diese Flanke herein sei gelockert worden und das habe dieses exponentielle Wachstum beschleunigt, das es bereits durch die neue britische Virusvariante B117 gegeben habe. Deutschland gehe nun "voll in das exponentielle Wachstum" rein. "Das ist total irrational gewesen, hier zu lockern. Das befeuert nur dieses exponentielle Wachstum."

Impf-Chaos: Lindner bringt Untersuchungsausschuss ins Spiel

FDP-Chef Christian Lindner hat die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Aufarbeitung des schleppenden Corona-Impfstarts in Deutschland ins Spiel gebracht. Im nächsten Bundestag würde entschieden, wie die Pandemie aufgearbeitet werde, sagte Lindner den TV-Sendern RTL und n-tv. "Die erste Option ist eine Art Expertenkommission, Parlament mit Praktikern und Wissenschaftlern", so Lindner. "Und die andere Option ist ein Untersuchungsausschuss, der auch mit Mitteln der Strafprozessordnung arbeitet, der Zeugen vorladen kann, der Akteneinsicht einfordern kann."

Die Bundesregierung habe unnötig Menschenleben in Gefahr gebracht, zitieren die Sender Lindner. "Dieser Staat muss sich fragen, ob die Schäden und vor allen Dingen die beklagenswerten Sterbefälle, nicht teilweise hätten reduziert werden können." Mit schnelleren Impfungen "wäre gerade bei den besonders schutzbedürftigen Menschen viel Leid reduziert worden, dann hätte man den Menschen viel Leid ersparen können."

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen kritisierte im Sender RBB das Aussetzen des Impfens mit dem Vakzin von Astrazeneca. Dadurch entstehe ein neuer "dramatischer Vertrauensverlust" in die Impfkampagne und das Krisenmanagement. Die Impfkampagne werde um Wochen zurückgeworfen. Das Mindeste wäre gewesen, so Dahmen, den Impfstoff mit einer Risikoaufklärung denjenigen Menschen zur Verfügung zu stellen, die bereit seien, sich weiter impfen zu lassen.

Auch Luxemburg setzt vorerst Astrazeneca-Impfungen aus

Auch Luxemburg setzt vorübergehend die Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca aus. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, bis die Analyse der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorliege, teilte das luxemburgische Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat.

Mit diesem Schritt schließe Luxemburg sich den Entscheidungen mehrerer anderer europäischer Staaten an, hieß es. Deutschland und Frankreich hatten die Impfungen mit Astrazeneca auch am Montag vorerst ausgesetzt. Zuvor hatten bereits einige andere europäische Staaten Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vorübergehend gestoppt.

Venezuela: Keine Genehmigung für Astrazeneca-Impfstoff

Angesichts gesundheitlicher Komplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung will Venezuela den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nicht genehmigen. "Die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez hat mitgeteilt, dass Venezuela aufgrund der nachteiligen Auswirkungen in der Welt keine Erlaubnis für die Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca erteilen wird", schrieb das Außenministerium in Caracas auf Twitter in der Nacht auf Dienstag. Der südamerikanische Krisenstaat hätte laut der Zeitung "El Nacional" von der internationalen Covax-Initiative zwischen 1,4 und 2,4 Millionen Dosen des Astrazeneca-Präparats bekommen sollen.

Nach mehreren Fällen von Blutgerinnseln bei geimpften Personen haben Deutschland und mehrere andere Länder die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zuletzt gestoppt.

Weltärztepräsident Montgomery – Astrazeneca ist "guter und wirksamer Impfstoff"

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery zieht den vorläufigen Stopp für Impfungen mit Astrazeneca in Zweifel und fürchtet einen Image-Schaden für das Vakzin. "Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, muss nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben", sagt Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die internationalen Studien, die ihm bekannt seien, besagten, dass die Thrombose-Häufigkeit in der Placebo-Gruppe und in der Gruppe mit dem Impfstoff etwa gleich gewesen sei. "Unter dem Strich ist es leider so, dass dieser eigentlich gute und wirksame Impfstoff durch den Wirbel und die Impf-Aussetzung in vielen Ländern nicht gerade eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt." Trotzdem sei es richtig, dass die nationalen Behörden die Verdachtsfälle auf schwere Nebenwirkungen prüfen. Mehr dazu lesen Sie hier

Giffey fordert mehr Schnelltests in Schulen und Kitas

Angesichts der stark steigenden Zahlen von Corona-Neuinfizierten hat Familienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr Schnelltests in Kitas und Schulen gefordert. Ziel müsse es sein, den wieder angelaufenen Kita- und Schulbetrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Das geht aber nur, wenn das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen ausgeweitet wird, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten, Infektionsketten zu unterbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen."

Kinder, Jugendliche und das Personal müssten sich ein- bis zweimal pro Woche testen können. Giffey verwies zudem auf die Option, Schulkinder auch dann zu Hause zu lassen, wenn Präsenzunterricht in der Schule angeboten wird. So könne die Aussetzung der Präsenzpflicht Eltern die Möglichkeit geben, eigenverantwortlich zu entscheiden, ob sie die Kinder in die Schule schicken oder zuhause lassen wollten.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Giffey, die Frage, wann und wie Kitas und Schulen oder außerschulische Angebote wieder schrittweise in einen Alltag zurückkehren könnten, sei entscheidend. "Ein stufenweises und am Infektionsgeschehen orientiertes Vorgehen ist deshalb wichtig – nach der Devise: Öffnen, aber sicher."

Paul-Ehrlich-Institut rechtfertigt Empfehlung für temporären Impfstopp

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, rechtfertigt die Empfehlung eines vorübergehenden Impfstopps mit dem Präparat von AstraZeneca. "Die Bürgerinnen und Bürger wollen sich darauf verlassen, dass die Impfstoffe, die wir zulassen, sicher und wirksam sind", sagte er im "tagesthemen"-Interview im ARD. "

Ich glaube, wir haben hier eine besondere Verpflichtung." Bei bislang mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff in Deutschland seien dem Institut inzwischen sieben Fälle von Thrombosen bekannt, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung aufgetreten waren. Es sei daher gerechtfertigt, einen Moment zu pausieren. Nun müsse europaweit diskutiert und die europäischen Daten müssten abgeglichen werden.

Bund und Länder verschieben offenbar Impfgipfel

Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca soll die für Mittwochabend geplante Telefonkonferenz von Bund und Ländern zum Impfen voraussichtlich verschoben werden. Es sei davon auszugehen, dass die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag zum weiteren Vorgehen bei dem Impfstoff abgewartet werde, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus mit den Vorgängen befassten Kreisen. Hier lesen Sie mehr.

Venezuela verweigert AstraZeneca-Vakzin Zulassung, Australien impft weiter

Venezuela wird dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca zunächst nicht die Notfallgenehmigung erteilen. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez begründet den Schritt mit den "Auswirkungen auf Patienten".

Australien setzt seine Impfkampagne mit dem Vakzin fort. "Während die Europäische Arzneimittelbehörde diese Ereignisse untersucht, hat sie ihre Ansicht bekräftigt, dass der Impfstoff von Astrazeneca erfolgreich vor Covid-19 schützt und weiterhin in der Impfkampagne verwendet werden sollte", sagt der Oberste Gesundheitsbeamte Paul Kelly.

Auch Frankreich, Italien und Spanien setzen Astrazeneca-Impfungen aus

Auch in Frankreich, Italien und Spanien wird vorerst nicht mehr mit dem Mittel von Astrazeneca geimpft. In Frankreich gelte dies zunächst bis Dienstag gegen Mittag, teilte Präsident Emmanuel Macron mit. Dann werde eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelaufsicht (EMA) erwartet. Die italienische Arzneimittelbehörde nannte den Schritt eine "vorsorgliche und vorübergehende Maßnahme". Zuvor waren einzelne Chargen nach ungeklärten Todesfällen im Zusammenhang mit der Impfung beschlagnahmt worden. 

Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Darias bestätigt Medienberichte über eine Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen. Der Stopp sei auf mindestens zwei Wochen angesetzt. Auch in Deutschland waren die Impfungen am Montag ebenfalls ausgesetzt worden. 

Die Regierungen hatten zunächst auf eine Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen verzichtet, nachdem am Donnerstag Dänemark diesen Schritt gegangen war. Die dänische Regierung hatte auf mehrere Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem Vakzin verwiesen. Es folgten Norwegen, Island sowie die EU-Länder Bulgarien, Irland und am Sonntagabend auch die Niederlande. 

Bundesregierung: Länder sollen vereinbarte Corona-Notbremse ziehen

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat die Bundesregierung die Länder eindringlich zur Einhaltung der beschlossenen Notbremse aufgerufen. "Wir müssen den Beschluss vom 3. März umsetzen, nicht nur in seinen erfreulichen Passagen, sondern eben auch in seinen schwierigen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bund und Länder hatten beschlossen, dass die Lockdown-Regeln wieder in Kraft treten, wenn die Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt, es also mehr Infektionen als 100 pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. "Dieser Beschluss ist umzusetzen", sagte Seibert.

"Wenn man Beschlüsse fasst, geht man immer davon aus, dass sie dann auch Realität werden. Die Umsetzung liegt bei den Ländern", sagte Seibert. Zwei Landkreise in Brandenburg hatten angekündigt, trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Corona-Regeln einführen. Seibert sagte: "Wir erkennen als Bundesregierung die Gefährlichkeit der jetzt herrschenden Situation an, und das sollte jeder. Steigende Inzidenzen, steigende Fallzahlen, insbesondere auch in der jüngeren Bevölkerung, kein Rückgang mehr der Belegung der Intensivbetten – das sind ungute Entwicklungen, auf die wir alle zusammen reagieren müssen."

Seibert ermahnte die Länder auch, Schutz- und Testkonzepte an Schulen und Kindergärten bei Öffnungen strikt umzusetzen. Berichte über Infektionen in Kitas seien "ein Alarmsignal". "Es zeigt, dass sich Öffnungen auf das Infektionsgeschehen auswirken", so Seibert. Es sei eine wahnsinnig schwierige Aufgabe, Schulbetrieb zu ermöglichen und gleichzeitig Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Nötig sei es, Schutzkonzepte einzuhalten und Schnelltests und dann Impfungen zu machen. Bund und Länder wollen am kommenden Montag – zwei Wochen vor Ostern – erneut über die Lage beraten.

Impfstoff-Produktion: Johnson & Johnson arbeitet mit deutscher Firma

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson kooperiert bei der Herstellung seines Impfstoffs mit der Dessauer Firma IDT Biologika. Das teilte das deutsche Unternehmen am Montag auf Twitter mit. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, die Entscheidung von Johnson & Johnson und IDT Biologika für Dessau sei "ein gutes Signal für den Wirtschafts- und Pharmastandort Deutschland".

Impfstoffproduktion in Europa und am Standort Deutschland erhöhe die Liefersicherheit und sei in der aktuellen Phase der Pandemie ein ganz wichtiges Signal, erklärte der Wirtschaftsminister weiter. IDT Biologika hatte Anfang Februar bereits eine Kooperation mit der britisch-schwedischen Firma Astrazeneca bekanntgegeben. Die Firma in Dessau kündigte damals zudem eine Kapazitätserweiterung an. Die neuen Anlagen sollen demnach aber voraussichtlich erst Ende 2022 in Betrieb gehen.

Intensivärzte fordern sofortige Rückkehr zu Lockdown

Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. "Von den Daten, die wir jetzt haben und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern", sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, dem rbb-Sender Radioeins. Divi ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
 

 
Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen erreicht. "Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5.000, 6.000 Patienten auf der Intensivstation sehen", sagte Karagiannidis. "Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben." Derzeit sind rund 2.800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung.

"Wir gewinnen auch nicht viel, wenn wir die nächsten ein, zwei Wochen offen lassen, weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunterzukommen", sagte Karagiannidis. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger Menschen mit Covid-19 schwer krank.

Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis, der selbst Arzt an einer Kölner Lungenklinik ist. Positiv sei es, wenn umfangreich auf Corona getestet werde. So könnten wahrscheinlich rund 50 bis 60 Prozent der Infektionsfälle entdeckt werden.

Nächstes Land stoppt Impfungen mit Astrazeneca – Konzern äußert sich

Nun haben auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca für zwei Wochen ausgesetzt. Dies geschehe auf der Grundlage neuer Informationen, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge mit. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. "Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen", sagte der Minister. "Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken."

Am Sonntag hatte sich die Impfkommission in Irland für ein Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, bis Berichte aus Norwegen über vier Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Verabreichung des Mittels geprüft seien. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels größer sei als die Risiken. Astrazeneca selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurück.

In Italien war die Verabreichung einer bestimmten Charge des Impfstoffes nach "schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen" vorsichtshalber gestoppt worden. Zuvor hatten schon andere Länder das Mittel beziehungsweise eine Charge von Astrazeneca vorsorglich vom Markt genommen.

Trotz hoher Inzidenz: Keine Corona-"Notbremse" in Pirmasens

Pirmasens zieht die Corona-"Notbremse" nur mit halber Kraft, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in der rheinland-pfälzischen Stadt seit mehr als drei Tagen bei über 100 liegt. Zwar gelten ab Montag strengere Regeln wie zum Beispiel eine Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und beim Einkaufen, die Geschäfte bleiben aber weiter geöffnet. Das geht aus einer Allgemeinverfügung der Stadt vom Sonntag hervor. Pirmasens weicht damit von der Corona-Strategie des Landes ab.

Die rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung sieht in dem Fall eigentlich eine "Notbremse" vor: Zu veranlassen sind demnach etwa eine nächtliche Ausgangsbeschränkung, eine Begrenzung der Mobilität auf höchstens 15 Kilometer und Schließungen von Geschäften. In Pirmasens darf man ab Montag zwar nur noch eine Person eines anderen Hausstandes treffen, auch wird die maximale Kundenzahl im Einzelhandel verringert. Doch die Geschäfte bleiben grundsätzlich offen, außerdem gibt es keine nächtliche Ausgangsbeschränkung oder 15-Kilometer-Begrenzung. In Pirmasens liegt die Inzidenz seit Donnerstag bei über 100, am Sonntag lag sie bei 154,1 – Höchstwert in Rheinland-Pfalz.

Eine gänzliche Schließung der Geschäfte "wäre aufgrund der besonderen Situation vor Ort unverhältnismäßig und rechtswidrig", wird der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) in einer Mitteilung der Stadt vom Sonntag zitiert. Der starke Anstieg lasse sich insbesondere auf Corona-Ausbrüche in mehreren Kindergärten zurückführen. Die seien für knapp 44 Prozent der 64 Neuinfektionen der vergangenen Woche verantwortlich.

"Bei der Entscheidung über zusätzliche Schutzmaßnahmen dürfen Inzidenzen alleine nicht isoliert betrachtet werden", wird Zwick weiter zitiert. Es sei nicht ersichtlich, dass der lokale Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen am aktuellen Infektionsgeschehen überhaupt einen maßgeblichen Anteil hätten. Zwick beruft sich außerdem auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts des benachbarten Saarlandes vom Dienstag, in der einzelne Beschränkungen des Einzelhandels kassiert worden waren.

Karl Lauterbach fordert Schulschließungen bis Ostern

Angesichts wieder deutlich steigender Infektionszahlen fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen Schulstopp bis Ostern. "Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland", sagt er laut Vorabbericht der "Rheinischen Post". Bund und Länder müssten die Notbremse ziehen, wenn in Regionen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steige. Ein Schulstopp sei nötig, "weil die Virusmutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten". Auch Grundschulen müssten bis Ostern schließen.

Polizei löst Verlobungsfeier mit Dutzenden Gästen in Salzgitter auf

In einer Wohnung im niedersächsischen Salzgitter hat die Polizei eine Verlobungsfeier mit 43 Gästen aufgelöst, das berichtet die "Salzgitter Zeitung". Für die Party am Samstagabend waren einige sogar aus anderen Bundesländern angereist. Die Polizei erstellte Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und schickte die meisten Leute fort.

Bei einem späteren Einsatz in einem anderen Stadtteil traf die Polizei einen Teil der Verlobungsgesellschaft erneut an. Die zehn Personen erhielten eine zweite Anzeige und mussten wieder den Standort wechseln.

Die Infektionszahlen in Salzgitter sind in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Voriges Wochenende lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei rund 101, bis Freitag stieg dieser Inzidenz-Wert auf 155. Ab einer Inzidenz von 100 schreiben Bund und Ländern verschärfte Maßnahmen gegen die Virusverbreitung vor.

Eurowings stockt Mallorca-Flüge für Ostern auf

Seit heute ist Mallorca kein Corona-Risikogebiet mehr. Und die Deutschen planen bereits ihren Osterurlaub auf der Baleareninsel. Airlines sprechen von einem Run auf Flugtickets. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hamburg stoppt Impfterminvergabe für unter 80-Jährige

Schon wieder Lieferengpässe: Nach Thüringen kann nun auch Hamburg keine neuen Impftermine mehr vergeben. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Irische Impfkommission rät zur Aussetzung von Astrazeneca-Impfungen

Die Impfkommission in Irland hat sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca ausgesprochen. Grund seien neue Berichte der norwegischen Arzneimittelbehörde über vier Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Verabreichung des Mittels, hieß es in einer Mitteilung am Sonntag.

Es werde nicht gefolgert, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und diesen Fällen gebe. Als Vorsichtsmaßnahme werde aber dennoch vorübergehend von der Verabreichung des Präparats abgeraten, bis weitere Informationen verfügbar seien.

IW-Chef: "Ein Schock, der seinesgleichen sucht"

Der Lockdown kostet die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2021 rund 50 Milliarden Euro. In einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag" sagt Michael Hüther, der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln(IW), der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts durch die Corona-Krise belaufe sich damit bislang auf 250 Milliarden Euro: "Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht."

Zwar hätten die Hilfspakete der Bundesregierung und das Kurzarbeitergeld schlimmere Folgen abwenden können, doch hätten die Auszahlungen der Hilfen teilweise zu lange auf sich warten lassen. Das IW schätzt die Zahl der "Zombie"-Unternehmen, die nur noch existieren, weil die Insolvenzpflicht ausgesetzt ist, auf 5000.

EU-Kommissionsvize räumt bei Bestellungen von Impfstoffen Fehler ein

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat Versäumnisse in Sachen Impfstrategie bei der Europäischen Union eingeräumt. "Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden", sagte Timmermans dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Ich bin bereit, am Ende der Pandemie eine Bilanz zu ziehen. Dann können wir ja sehen, was wir falsch und was wir richtig gemacht haben."

In der jetzigen Situation gehe es aber erst einmal darum, "dass ganz Europa Impfstoff bekommt", sagte Timmermans weiter. Ein europäisches Vorgehen sei "auch im Interesse der reicheren Staaten" wie Deutschland erfolgt, ergänzte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die gemeinschaftliche Impfstoff-Bestellung durch die EU. 

British Airways will Reiseerleichterungen 

Der neue Chef der Fluggesellschaft British Airways, Sean Doyle, fordert internationale Reiseerleichterungen für geimpfte und ungeimpfte Personen. "Geimpfte Personen sollten ohne jede Einschränkung reisen dürfen. Und alle, die noch nicht geimpft worden sind, aber negativ getestet wurden, sollten ebenfalls fliegen dürfen", sagte Doyle. Die Impfkampagne in Großbritannien mache ihn optimistisch, dass seine Fluggesellschaft ab dem Sommer wieder Kurz- und Langstrecken fliegen werde.

EVP-Fraktionschef fordert Exportstopp für AstraZeneca

Der Fraktionschef der konservativen EVP im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), fordert einen Exportstopp für alle in der EU produzierten Impfstoffdosen des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers AstraZeneca, solange dieser seine Zusagen nicht erfülle. "Es entsteht der Eindruck, dass andere Länder gegenüber der EU bevorzugt werden", sagte Weber laut einem Vorabbericht der "Welt am Sonntag". Zuvor hatte AstraZeneca erneut Lieferkürzungen für die EU angekündigt.

Warnung vor Pflegemangel

Intensivmediziner und Pflegeexperten befürchten eine massive Verschärfung des Personalmangels auf Intensivstationen. "Die Krise der deutschen Pflege hat sich durch die Corona-Pandemie jetzt noch einmal erheblich verschärft und wird sich weiter verschärfen", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

"Wir müssen die Flucht aus dem Pflegeberuf unbedingt stoppen." In der beginnenden dritten Welle der Pandemie hielten die Pflegenden derzeit aus Pflichtgefühl noch durch, die Frage sei aber, was danach komme, warnte Marx. Nach einer neuen Umfrage überlegten rund 32 Prozent der Pflegenden derzeit, aus dem Beruf auszusteigen.

Brasilien überholt Indien – nun auf Platz zwei bei Corona-Infizierten

Brasilien hat Indien als Land mit den zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit überholt. Das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika erfasste nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Freitagabend (Ortszeit) 85.663 neue Corona-Infizierte innerhalb von einem Tag.

Damit haben sich in Brasilien insgesamt 11.363.380 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In Indien sind es derzeit 11.333.728 Millionen registrierte Fälle. 275.105 Menschen sind in Brasilien mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Nach der Amazonas-Metropole Manaus im Januar ist das Gesundheitssystem nun an mehreren Orten gleichzeitig zusammengebrochen oder steht vor dem Zusammenbruch, etwa auch in Städten und Regionen im Südosten und Süden, die über eine stärkere Infrastruktur verfügen.

Italien will bis September 80 Prozent der Bevölkerung impfen

Italien will bis September mindestens 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft haben. Nach Angaben der Regierung hat der neue Corona-Beauftragte Francesco Paolo Figliuolo einen Plan vorgelegt, demzufolge die Zahl der täglich verimpften Dosen auf 500.000 gesteigert werden soll. Das Land hat rund 60 Millionen Einwohner. Mit 101.881 registrierten Toten im Zusammenhang mit der Pandemie steht Italien in Europa an zweiter Stelle nach Großbritannien und an siebter Stelle weltweit.

Thüringen stoppt Impfterminvergabe wegen Astrazeneca-Lieferproblemen

Wegen drastischer Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca stoppt Thüringen vorerst die Terminvergabe für Impfungen und verschiebt den Start von Impfungen bei Hausärzten. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als "absolut inakzeptabel", wie Werners Ministerium am Samstag mitteilte. Der Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag angekündigt, statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten zu liefern. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen.

Nach Thüringen sollten kommende und die darauffolgende Woche 31.200 Astrazeneca-Impfdosen geliefert werden. Laut Gesundheitsministerium werden es nun nur noch 9.600 sein.

Werner kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der die Länder im Februar aufgefordert habe, keine Astrazeneca-Impfstoffdosen zurückzuhalten, weil die Liefermengen sicher seien. "Genau das haben wir getan und jede einzelne Impfdosis verplant", sagte Werner. "Damit ist auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, sofort zu intervenieren."

Ursprünglich sollte noch im März in Thüringen ein Modellprojekt starten, bei dem erstmals auch Hausärzte Corona-Impfungen durchführen sollten. Ziel des Projektes war es, vor allem ältere Menschen zu impfen, denen es schwer fällt, in die Impfzentren zu kommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Österreich verschiebt Entscheidung über weitere Öffnungsschritte

Österreich wartet mit Lockerungen von Corona-Maßnahmen noch weiter ab. Bei Gesprächen zwischen der Regierung und den Bundesländern am Montag seien entgegen früherer Ankündigungen keine Entscheidungen zur Öffnung von Gastronomie oder Veranstaltungen zu erwarten, hieß es am Samstag aus dem Kanzleramt. Die Regierung wolle die Situation erst noch weiter beobachten.

Die Zahl der täglichen Neuansteckungen steigt seit rund zwei Wochen an und lag zuletzt bei 3023. Die 7-Tage-Inzidenz stand am Samstag bei fast 205.

Trotzdem werden schon am Montag Öffnungsschritte gesetzt. Kinder und Jugendliche dürfen landesweit wieder in Kleingruppen Sport und organisierte Freizeitaktivitäten ausüben. Im westlichen Bundesland Vorarlberg, wo die Inzidenz unter 70 liegt, werden zusätzlich auch Gastronomie und Veranstaltungen mit Zutrittstests ermöglicht.

Corona-Notbremse soll in NRW nicht automatisch greifen

Die zwischen Bund und Ländern vereinbarte "Corona-Notbremse" soll in Nordrhein-Westfalen nicht automatisch greifen. Das berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Bei der Überschreitung einer landesweiten Inzidenz von hundert Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner müsse zunächst geprüft werden, welche Umstände dazu geführt hätten, teilte die Behörde mit.

"Wenn alleine durch die vielen zusätzlichen Testungen bei einem ansonsten stabilen Infektionsgeschehen die Zahlen steigen, muss man das bei den weiteren Bewertungen mit einbeziehen", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Zeitung.

Die "Notbremse" sieht vor, dass Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden, wenn der Inzidenzwert von 100 überschritten wird. Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder vor rund einer Woche geeinigt. Auch Brandenburg will die Corona-Notbremse anders interpretieren – und hat den Inzidenz-Grenzwert auf 200 erhöht. Ab 100 sollen allerdings bereits weniger drastische Corona-Maßnahmen eingeleitet werden.  

Mehr als 12.600 Neuinfektionen – Inzidenz bei über 76

Ist das die dritte Welle? R-Wert, Inzidenz und tägliche Neuinfektionen steigen im Vorwochenvergleich weiter an. Auch die Zahl der Covid-Todesfälle bleibt konstant hoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Italien geht in den dritten Lockdown

Wegen erneut drastisch ansteigender Zahlen bei den Corona-Infektionen begibt sich Italien ab Montag in den dritten Lockdown: "Wir haben es leider mit einer neuen Welle der Infektionen zu tun", sagte der neue Ministerpräsident Mario Draghi am Freitag beim Besuch eines Impfzentrums am römischen Fiumicino-Flughafen. Binnen einer Woche habe es mehr als 150.000 neue Infektionen gegeben, eine Zunahme von rund 20.000 gegenüber der Vorwoche.

Die Regierung in Rom beschloss am Freitag Maßnahmen, die für die Zeit vom kommenden Montag bis zum 6. April in Kraft bleiben sollen. Dazu zählt, dass Regionen mit einem Inzidenzwert von 250 Fällen automatisch in die höchste Alarmstufe rot wechseln. Dies treffe auf einen Großteil der Regionen zu, darunter die Lombardei, das Piemont, Venetien, die Emilia-Romagna, das Latium und Kalabrien, erklärte Gesundheitsminister Roberto Speranza. Diese werden zu roten Zonen erklärt.

Warnung vor dritter Welle in Deutschland

Gesundheitsexperten Karl Lauterbach (SPD) und Stefan Pilsinger (CSU) warnen vor einem deutlichen Anstieg an Infizierten in einer dritten Corona-Welle. "Lockerungen setzen stabile oder sinkende Fallzahlen voraus", betont Karl Lauterbach in einem Vorabbericht der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe). Doch die seien auf absehbare Zeit nicht zu erreichen. Lauterbach warnt, dass durch die britische Virusvariante vielfach schwerere Krankheitsverläufe drohten. Auch Stefan Pilsinger sieht die angekündigten Lockerungen mit Besorgnis: "Schon die bisherigen Lockdown-Maßnahmen waren zur Eindämmung der gefährlicheren britischen Covid-19-Mutante nicht ausreichend."

Er befürchtet der Zeitung zufolge, die Ausbreitung werde sich weiter beschleunigen und wieder zu einem exponentiellen Wachstum führen mit Zahlen wie an Weihnachten. Großbritannien und Irland hätten im Winter mit niedrigen Zahlen stark geöffnet und mussten dann schnell wegen der stark ansteigenden Zahl an Corona-Erkrankungen in den kompletten Lockdown, so Pilsinger. "Diesen Fehler dürfen wir in Deutschland keinesfalls so wiederholen."

200 Millionen Impfdosen in den USA gespritzt

Knapp drei Monate nach Beginn einer beispiellosen Impfkampagne gegen Covid-19 ist in den USA die Marke von 100 Millionen verabreichten Impfdosen überschritten worden. Bis einschließlich Freitag wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 101 Millionen Dosen eines der drei zugelassenen Impfstoffe gespritzt, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

Demnach hat in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern mehr als jeder vierte Erwachsene mindestens eine erste Dosis verabreicht bekommen. 13,5 Prozent sind vollständig geimpft. Bei der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe im Alter von mehr als 65 Jahren lagen diese Werte bei 61,1 Prozent beziehungsweise 32,4 Prozent.

Mehr als 90.000 Corona-Tote in Frankreich

Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hat Frankreich am Freitag die Marke von 90.000 Todesopfern überschritten. Insgesamt starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden 90.146 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Derweil rüstet sich Frankreich für die dritte Welle der Pandemie: Mehr als 4000 Corona-Patienten liegen landesweit auf Intensivstationen - so viele wie seit Ende November nicht mehr.

Die französische Regierung bereitet sich darauf vor, in den kommenden Tagen Dutzende oder sogar hunderte Patienten aus dem Großraum Paris in andere Regionen zu verlegen. Die Lage in den Krankenhäusern in der Region Paris sei "extrem angespannt" und man müsse "jederzeit bereit sein, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen", sagte Regierungschef Jean Castex am Freitag.

Sächsisches Vogtland öffnet Impftermine für alle Erwachsenen

Im sächsischen Vogtland können sich ab sofort alle Menschen ab 18 Jahre für eine Impfung gegen das Coronavirus registrieren lassen. Alle erwachsenen Vogtländer können sich online in den Impfzentren anmelden, teilte das sächsische Sozialministerium am Freitag in Dresden mit. Für die gesonderte Impfkampagne in den Hotspots werde nur Impfstoff verwendet, der aus Reserven oder den steigenden Liefermengen der Hersteller stamme. Es werde kein Impfstoff aus anderen Regionen abgezogen. Aktuell beträgt die 7-Tage-Inzidenz im Vogtland 252 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche.

Landessozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte, sie freue sich, dass der Bund die Abweichung von der bisher gültigen Priorisierung für die Hotspot-Regionen ermöglicht habe. "Damit ist der Weg frei, im Vogtland allen Menschen über 18 Jahre ein Impfangebot zu machen". Sie müsse dennoch aber um Geduld bitten, dass jetzt nicht jeder sofort zum Zuge komme. "Auch im Vogtland werden wir nur schrittweise vorankommen - die Impfstoffmengen sind leider begrenzt."

Astrazeneca für Ältere: Stiko legt Impfempfehlung vor

Astrazeneca auch für Menschen ab 65: Gut eine Woche nach einer entsprechenden Ankündigung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Corona-Impfempfehlung aktualisiert. Das Dokument samt wissenschaftlicher Begründung ist am Freitagnachmittag auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht worden. Nach sorgfältiger Prüfung neuer Daten empfehle die Stiko seit 12. März das Astrazeneca-Präparat für Menschen ab 18 Jahren ohne obere Altersgrenze, heißt es darin.

Zwischen der Gabe der zwei Impfdosen soll nach dem Rat des Gremiums ein verlängerter Abstand von 12 Wochen liegen, "da dadurch die beste Schutzwirkung zu erzielen ist". Die Impfung habe in der Altersgruppe ab 65 eine "gute Effektivität", um eine Covid-19-Erkrankung und eine damit verbundene Krankenhausbehandlung zu verhindern, schreibt die Kommission.

Immungesunden Menschen, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, wird eine einmalige Impfung frühestens ein halbes Jahr danach empfohlen. Für einen solchen Boost der Immunantwort können laut dem Papier alle zugelassenen Corona-Impfstoffe verwendet werden. Die ursprüngliche Stiko-Empfehlung, den Astrazeneca-Impfstoff nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren zu verabreichen, hatte das Gremium mit fehlenden Studiendaten zur Wirkung bei Älteren begründet.

WHO befürwortet Notfall-Einsatz für Johnson & Johnson

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson eine Notfall-Zulassung erteilt. Somit kann das Produkt des US-Herstellers für das internationale Covax-Programm zur Versorgung ärmerer Länder eingesetzt werden, gab die UN-Behörde am Freitag in Genf bekannt. Zuvor hatte die WHO die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Astrazeneca gelistet.

Zu den Diskussionen um den Astrazeneca-Stoff betonten WHO-Experten, dass bislang kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Blutgerinnseln und den Impfungen hergestellt werden konnte. Man verfolge aber Untersuchungen zu dem Thema genau. Jedes neue, sichere und wirksame Werkzeug gegen Covid-19 sei ein weiterer Schritt um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. 

EMA: Weitere Nebenwirkung bei Astrazeneca

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca kann nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schwere allergische Reaktionen auslösen. Anaphylaxie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen sollten in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden, erklärte die EMA am Freitag unter Verweis auf mehrere Fälle in Großbritannien.

Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen Impflingen in Großbritannien, erklärte die Behörde mit Sitz in Amsterdam. Nach einer sorgfältigen Auswertung der Daten halte das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee einen Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und der Impfung mindestens in einigen dieser Fälle für wahrscheinlich.

Gleichzeitig wies die EMA darauf hin, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung sind. Der Astrazeneca-Beipackzettel empfiehlt bereits jetzt, dass Patienten nach einer Impfung noch mindestens 15 Minuten unter Beobachtung bleiben sollten, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können.

Astrazeneca: Daten zeigen kein erhöhtes Risiko für Thrombosen

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat Sorgen wegen schwerer Nebenwirkungen seines Corona-Impfstoffs zurückgewiesen. "Eine Analyse unserer Sicherheitsdaten von mehr als 10 Millionen Datensätzen hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien oder tiefe Venenthrombosen gezeigt", teilte ein Sprecher am Freitag mit. 

Dänemark und andere Länder hatten Impfungen mit dem Stoff ausgesetzt. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Mehr dazu lesen Sie hier

Merkel trifft sich zu Extra-Corona-Runde mit Länderchefs

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 17. März in einer Telefonschalte über den Start der Corona-Impfungen in den Arztpraxen beraten. Ziel der Kanzlerin sei es, "schnellstmöglich in einer Kombination von Impfzentren und Hausärzten den Impfstoff an die Bürger zu bringen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Beratungen sollten um 19 Uhr beginnen.

Es müsse beraten werden, wie das mit einem Maximum an Schnelligkeit und Flexibilität zu erreichen sei und wie ein Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne ab Anfang oder Mitte April zu organisieren sei, sagte Seibert. Die Gesundheitsminister hatten sich am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) oder früher als Starttermin für die routinemäßigen Impfungen in Arztpraxen geeinigt – sollten dies die Liefermengen zulassen. Am 22. März will sich Merkel wie geplant mit der Ministerpräsidentenrunde über das weitere Vorgehen im Corona-Lockdown abstimmen.

Italien plant wohl landesweiten Lockdown über Ostern

Italien will angesichts steigender Infektionszahlen einen landesweiten Lockdown über die Osterfeiertage verhängen. Die Menschen dürften das Haus dann nur noch zur Arbeit, für Wege zum Arzt oder in Notfällen verlassen, geht aus dem Entwurf eines Erlasses der Regierung hervor, der Reuters vorliegt. Bereits ab Montag soll es demnach zudem Einschränkungen mit Schließungen von Restaurants und Bars in Regionen geben, die bislang noch vergleichsweise geringe Infektionszahlen aufweisen.

Ethikrat fordert mehr Spielraum bei Impfungen

Das Ethikratmitglied Wolfram Henn hat mehr Spielraum für Hausärzte bei der Impfreihenfolge gefordert, sobald der Corona-Impfstoff in den Praxen verfügbar ist. Grundsätzlich sei es richtig, an der Impfpriorisierung festzuhalten, aber: "Je mehr Impfstoff verfügbar wird, desto stärker kann man die weiterhin bestehenden ethischen Kriterien individualisieren", sagte Henn am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Sobald Hausärzte mitimpfen dürfen, sollte die Entscheidung in den Praxen liegen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen bis spätestens Mitte April an. Ziel sei, frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten.

Als konkretes Beispiel nannte Henn etwa eine Hausärztin, "die es einfach besser weiß als ein ministeriell vorgegebenes Schema, ob der 69-jährige schwer lungenkranke Mensch dringender den Impfstoff braucht als der 71-jährige Marathonläufer". Deshalb werbe Henn für Vertrauen in die Hausärzte.

Gleichzeitig warnte das Ethikratmitglied vor zu viel Vorgaben und Kontrolle in der Debatte über die Priorisierung. Man dürfe keinen "bürokratischen Schraubenschlüssel" ins Getriebe werfen und sollte stattdessen gewisse Freiheitsgrade lassen. Auch der Präsident der Hausärzte, Ulrich Weigeldt, beklagte in einem Interview mit t-online die bürokratischen Hürden. 

UNO: 1,4 Millionen ungewollte Schwangerschaften wegen Corona-Pandemie

Zwölf Millionen Frauen weltweit hatten im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie keinen Zugriff auf Verhütungsmittel. Dies habe zu 1,4 Millionen ungewollten Schwangerschaften geführt, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA). Die zwölf Millionen betroffenen Frauen leben demnach in 115 Ländern.

Durch die Pandemie hätten die Frauen keinen Zugang zu Beratungsdiensten zum Thema Familienplanung gehabt, erklärte der UN-Bevölkerungsfonds, der für Programme zur Förderung reproduktiver Gesundheit, Schwangerschaftsberatung und -planung sowie den Zugang zu Verhütungsmitteln zuständig ist. Die Probleme bestanden dem Bericht zufolge vor allem in den Monaten April und Mai. Die Pandemie führte auch dazu, dass Frauen das Geld für andere Dinge statt für Verhütungsmittel ausgeben mussten.

Bayern will Corona-Impfungen in Arztpraxen ab 1. April ermöglichen

In Bayern werden bereits am 1. April Impfungen in den Praxen beginnen, sagte der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU), der "Passauer Neuen Presse". Bundesweit sollen die Impfungen bei Hausärzten erst Mitte April anlaufen.

Es sei immer klar gewesen, dass das Impfen in die Regelversorgung übergeführt werden solle, betonte Bernreiter. "Darum haben wir uns gemeinsam darauf verständigt, den jetzigen Stand der Impfzentren einzufrieren und den ab April aufwachsenden Impfstoff an die niedergelassenen Ärzte über den Großhandel auszurollen", sagte er der Zeitung.

Die Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte sehe er "klar positiv". "Die bayerischen Ärzteverbände sagen übereinstimmend, dass etwa 8.000 Praxen in Bayern mitmachen werden. Bei nur 20 Impfungen pro Tag könnten 160.000 Menschen geimpft werden", fügte der CSU-Politiker hinzu.

Rumänien pausiert Verwendung von Charge des Astrazeneca-Impfstoffs

Nach Dänemark und Norwegen setzt nun auch Rumänien den Einsatz einer Charge des Impfstoffes vom schwedisch-britischen Konzern Astrazeneca aus. Laut rumänischer Behörden sehe man den Verwendungsstopp als extreme Vorsichtsmaßnahme: "Die Entscheidung, die entsprechende Charge unter Quarantäne zu stellen, wurde ausschließlich aufgrund des in Italien gemeldeten Ereignisses getroffen." Andere Dosen des Unternehmens würden aber weiterhin verwendet. Die Aussetzung soll andauern, bis die Europäische Arzneimittelagentur eine Untersuchung zu dem Fall abgeschlossen hat. 

Mediziner: Aussetzen von Impfungen in Dänemark kann schaden

Nach Ansicht eines deutschen Mediziners kann die Entscheidung der dänischen Behörden, die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs auszusetzen, mehr schaden als nutzen. Blutgerinnsel, die vereinzelt nach der Corona-Impfung registriert wurden, kämen bei schwerkranken Covid-19-Patienten sehr häufig vor, sagte Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Jena.

Durch das Aussetzen der Impfungen in Dänemark für zunächst zwei Wochen sei es sehr wahrscheinlich, dass nun mehr Menschen an Covid-19 erkranken als ohne diese Entscheidung – und etwa fünf Prozent davon sicher auch schwer. So könnten folglich auch mehr Thrombosen entstehen.

"Die Entscheidung verursacht wahrscheinlich mehr Schaden, als dass sie potenzielle Impfkomplikationen verhindert, von denen wir derzeit nicht einmal wissen, ob es überhaupt Impfkomplikationen sind", sagte Pletz. Das sei eine unangemessene Nutzen-Risiko-Abwägung gewesen.

Hausärzte wollen Impfzentren schließen

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat sich dafür ausgesprochen, die Impfzentren zu schließen. "Schon jetzt könnte man alle Impfstoffe in den Praxen verimpfen", sagt Weigeldt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Weigeldt kritisierte den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern scharf. Diese setzen bei den Corona-Impfungen zunächst weiter auf die Impfzentren und wollen die Hausärzte erst später einbinden. Über die Beratungen vom Mittwochabend sagt Weigeldt: "Das Ergebnis ist eine Katastrophe." Die Entscheidung, die Ärzte erst ab Mitte April an den Impfungen zu beteiligen, sei falsch.

Lauterbach: Impfungen erst ab Mai großflächig über Hausärzte

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Corona-Impfungen in den Arztpraxen erst ab Mitte April langsam beginnen. "Es wird aber bis Mai dauern, bevor das in vollem Umfang in allen Ländern laufen kann", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Erst dann werden wir genug Impfstoff haben." Lauterbach verteidigte zugleich die spätere Einbeziehung der Hausärzte in die Corona-Impfkampagne. "Hätten wir jetzt schon die niedergelassenen Ärzte eingebunden, hätte das zu Enttäuschungen geführt. Wenn ein Arzt am Tag gerade mal ein paar Leute impfen kann, aber 1.000 bei ihm darauf warten, sorgt das nur für Ärger."

Pfizer: Werden Impfstoff-Produktionsziel um 20 Prozent übertreffen

Pfizer und Biontech werden nach Angaben von Pfizer-Chef Albert Bourla in diesem Jahr um bis zu 20 Prozent mehr Dosen ihres gemeinsam entwickelten Corona-Impfstoffs produzieren als ursprünglich geplant. Statt der zunächst angepeilten zwei Milliarden Dosen würden es nun 2,3 bis 2,4 Milliarden werden, sagt Bourla. Für 2022 stellt er drei Milliarden Dosen in Aussicht.

Studie: Pfizer-Impfstoff schützt auch vor asymptomatischer Infektion

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt laut offiziellen israelischen Daten nicht nur vor schwerer Erkrankung und Tod, sondern auch vor einer asymptomatischen Infektion. Das israelische Gesundheitsministerium und Pfizer veröffentlichten am Donnerstag entsprechende Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung. Demnach hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94 Prozent bei der Verhinderung asymptomatischer Infektionen. Es besteht damit die Hoffnung, dass geimpfte Personen andere nicht mehr anstecken können und Infektionsketten so unterbrochen werden können. Die Ergebnisse sind bisher nicht in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht, sondern von den Unternehmen mitgeteilt worden.

Die neueste Analyse bestätigte vorherige Studienergebnisse, die bereits eine starke Wirkung nach der zweiten Impfdosis gezeigt hatten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs beim Schutz vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen liege bei mindestens 97 Prozent. Nicht geimpfte Personen hätten demnach ein 44-fach höheres Risiko einer symptomatischen Erkrankung mit dem Coronavirus und ein 29-fach höheres Risiko, daran zu sterben.

Eine Corona-Impfung mit Astrazeneca: Nach einem Todesfall in Dänemark reagieren auch Norwegen und Italien mit Vorsichtsmaßnahmen.  (Quelle: dpa)Eine Corona-Impfung mit Astrazeneca: Nach einem Todesfall in Dänemark reagieren auch Norwegen und Italien mit Vorsichtsmaßnahmen. (Quelle: dpa)

Norwegen setzte Astrazeneca-Impfungen aus – Italien stoppt bestimmte Chargen 

Nach Dänemark setzt auch Norwegen die Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca bis auf Weiteres aus. Das teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Donnerstag mit, nachdem die dänischen Behörden wenige Stunden zuvor einen ähnlichen Schritt verkündet hatten.

Nach der Meldung eines Todesfalls in Dänemark in Verbindung mit einem Blutgerinnsel nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin wolle man Informationen abwarten, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem Fall bestehe, sagte der für den Infektionsschutz zuständige FHI-Direktor Geir Bukholm auf einer Pressekonferenz in Oslo.

Wie zuvor die Dänen machten auch die Norweger deutlich, dass ein solcher Zusammenhang bisher nicht festgestellt worden sei. Aus Vorsicht unterbreche man die Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel jedoch, während die Untersuchungen liefen, sagte Bukholm. Diese Pause bedeute aber nicht, dass man von Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca in Zukunft abrate. Wie lange die Unterbrechung währen soll, ist unklar. In Dänemark gilt sie für vorläufig 14 Tage. 

Auch die italienische Medizin-Aufsichtsbehörde Aifa kündigt an, die Verwendung bestimmter Chargen des AstraZeneca-Impfstoffes zu verbieten. Bei der Partie mit der Kennung ABV 2856 habe es einige ernstzunehmende negative Auswirkungen gegeben. Es handele sich auch hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme, da noch kein Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen und den Impfungen festgestellt werden konnte.

Impfung in einer Pflegeeinrichtung in Essen: Die Impfkampagne zeigt endlich nachhaltig Erfolge. (Quelle: imago images/Ralph Lueger)Impfung in einer Pflegeeinrichtung in Essen: Die Impfkampagne zeigt endlich nachhaltig Erfolge. (Quelle: Ralph Lueger/imago images)

NRW: Herdenimmunität in Pflegeheimen

In den Pflegeheimen in Nordrhein-Westfalen zeigt die Impfkampagne nachhaltig Wirkung. "Wir haben Herdenimmunität in den Pflegeheimen erreicht", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Deshalb wird nun die strenge Maskenpflicht in den Einrichtungen aufgehoben. Laumann kündigte umfassende Lockerungen für Bewohner in Pflegeheimen an. In den Altenheimen solle wieder mehr Normalität einziehen. Gemeinsames Essen, Lesen, Basteln, Gottesdienstes, zählte Laumann als Bespiele auf.

Frankreich prüft "Gesundheitspass" für Reisende

Frankreich prüft einen Gesundheitspass für Reisende. Verkehrs-Staatssekretär Baptiste Djebbari befürwortete am Donnerstag im Radiosender RMC erste Testläufe bei der Fluggesellschaft Air France. Sie setzt auf Flügen zwischen Paris und französischen Überseegebieten wie Martinique und Guadeloupe einen Monat lang eine App ein, die Auskunft über einen negativen Corona-Test geben soll.

Djebbari sagte, dies könne ein "Vorläufer" eines künftigen neuen Reisedokuments in der Pandemie sein. Darin könnten nach Vorstellung der französischen Regierung neben Negativ-Tests auch Impfungen verzeichnet werden. Präsident Emmanuel Macron hatte einen "Gesundheitspass" Ende Februar auch als mögliches Mittel bezeichnet, um Restaurants und Kulturstätten wieder öffnen zu können.

Air France kooperiert für seine Testläufe mit einem medizinischen Labor. Die persönlichen Daten sollen gesichert in der App gespeichert werden. Die Fluggesellschaft will damit die Abfertigung der Fluggäste beschleunigen. In Frankreich gibt es zwar auch eine offizielle Corona-Warn-App. Diese wurde nach Angaben der Regierung bisher aber nur gut 13 Millionen Mal heruntergeladen..

Experten schätzen: Impfungen durch Hausärzte erst im Mai

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sieht die Haus- und Fachärzte nicht wie von der Bundesregierung geplant im April mit den Corona-Impfungen starten. Auf die Impfressourcen könne "wohl erst im Mai in Arztpraxen zurückgegriffen werden", sagte Gassen am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Es fehle an Impfstoff. Außerdem habe die Regierung entschieden, vorerst die Menschen prioritär weiter in Impfzentren zu immunisieren.

"Fünf Millionen Impfungen pro Woche sind in Arztpraxen ohne große Anstrengung machbar", sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Voraussetzung sei, dass diese Impfstoffmengen verfügbar seien. "Dann wären 50.000 oder 100.000 Praxen im Impfprozess beteiligt. Das können sogar mehr werden", stellte Gassen in Aussicht.

Nach Beratungen im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch hieß es, die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen könnten routinemäßig wohl erst Mitte April starten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten in ihren Corona-Beratungen vergangene Woche noch einen Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert.

RKI-Chef Wieler warnt: Dritte Corona-Welle hat begonnen

Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. "Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. "Ich bin sehr besorgt." Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus sein. "Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden", sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar.

Die WHO hatte den Ausbruch des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt. Zu dem Zeitpunkt waren weltweit 118.000 Infektionen gemeldet und knapp 4.300 Menschen nach einer Infektion gestorben. Ein Jahr später sind es nach der WHO-Statistik fast 120 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und gut 2,6 Millionen Todesfälle.

Zahnärzte wollen beim Impfen helfen

Die Zahnärzte in Deutschland bieten nach wie vor an, bei Test- und Impfmaßnahmen zu unterstützen. "Das Angebot gilt weiterhin", sagt der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Als approbierte Ärzte seien Zahnärzte grundsätzlich dazu befähigt, Impfungen durchzuführen. Gerade im Hinblick auf schnelle und flächendeckende Impfungen sei es wichtig, ausreichend Impfärzte zu haben.

Lauterbach: Kein höheres Impftempo im April durch Hausärzte

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft Erwartungen an ein höheres Impftempo im April. "Es ist richtig, die Hausärzte in die Impfstrategie einzubinden, auch wenn sich dadurch das Impftempo wegen des Mangels an Dosen bis Ende April noch nicht wesentlich erhöhen lässt", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe).

Umfrage: Union verliert durch Maskenaffäre Vertrauen

Die Union verliert durch die Maskenaffäre an Vertrauen in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitungen der Funke Mediengruppe. Demnach vertrauen nur rund ein Drittel der Befragten der Union in gleichem Maße wie vor den Korruptionsvorwürfen. Rund 60 Prozent geben hingegen an, dass die Maskenaffäre ihr Vertrauen in die CDU und CSU negativ beeinflusst habe. Gut 75 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Parteien daher bei der Bundestagswahl mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden nehmen werden.

Weltverband: Krankenschwestern geben wegen Corona-Stress auf

Durch den immensen Druck in der Corona-Pandemie wollen immer mehr Pflegekräfte ihrem Verband zufolge aus dem Beruf ausscheiden. In fast jedem fünften der befragten Länder werde dieser Trend beobachtet, teilte der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) in Genf mit. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitslast, die mangelhafte Ausstattung der Kliniken, die Gefahr eines Burnouts und generell der Stress die Ursachen dafür seien. "Die Belastung, unter der Pflegekräfte stehen, ist inakzeptabel, und es ist keine Überraschung, dass so viele den Druck spüren und entscheiden, dass sie in ihren geliebten Jobs nicht mehr weitermachen können", so ICN-Präsidentin Annette Kennedy. Der Verband hat 130 Mitgliedsländer.

Eine Belastung sei auch die hohe Zahl der Toten. Nach Einschätzung der ICN sind weltweit rund 3.000 Krankenschwestern und -pfleger an oder mit Covid-19 gestorben. Das sei aber aufgrund mangelnder Daten eher eine grobe Untertreibung. Die Personalsituation werde verschlimmert durch den strukturellen Engpass. Schon am Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr habe es weltweit sechs Millionen Pflegekräfte zu wenig gegeben. Bis 2030 würden weitere vier Millionen von ihnen altersbedingt ausscheiden, hieß es. Da aktuell etwa 27 Millionen Pflegerinnen und Pfleger tätig seien, bedeute dies einen enormen personellen Verlust, so die ICN. Das müsse ein Weckruf für alle Regierungen sein, in die Ausbildung neuer Kräfte zu investieren. Allerdings dauere es drei Jahre, bis diese voll einsatzfähig seien.

Der ICN forderte bessere Löhne und Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitsregelungen insbesondere für ältere Krankenschwestern und Unterstützung bei der Bewältigung der Traumata des vergangenen Jahres. Weltweit seien die Pflegekräfte bis zum Äußersten strapaziert worden. "Wir haben immer noch die Chance, sie zu beschützen, aber die Zeit ist knapp: Wir haben eine Minute vor Mitternacht und die Uhr tickt", warnte ICN-Vorstandschef Howard Catton. 

Ramelow wirbt für Bestellung von Sputnik-Impfstoff

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dafür geworben, den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu bestellen. "Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren", sagte der Linken-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten."

Corona-Mutante aus Großbritannien setzt sich in Deutschland durch – 55 Prozent

Die hochansteckende Corona-Mutante aus Großbritannien hat sich offenbar zur beherrschenden Virusvariante in Deutschland entwickelt: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch gingen in der vergangenen Woche rund 55 Prozent der in Laboren untersuchten Proben auf die Virusvariante B.1.1.7 zurück. In der Vorwoche waren es noch 46 Prozent, in der Woche zuvor nur 22 Prozent gewesen. Die Tendenz der Ausbreitung sei weiter steigend, teilte das Institut mit.

Die Daten basieren auf einer Teilmenge der SARS-CoV-2-positiven Proben, die von Laborverbunden untersucht wurden. Das RKI rechnete seit Längerem mit einer starken Ausbreitung der Virusvariante. Die oft als britische Corona-Variante bezeichnete Mutante B.1.1.7, die Ende vergangenen Jahres in England entdeckt wurde, ist deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Es gibt auch Hinweise, dass sie tödlicher sein könnte.

Die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe sind auch gegen B.1.1.7 wirksam. Das Robert Koch-Institut wies am Mittwoch aber darauf hin, dass in Deutschland auch die Variante B.1.351 beobachtet werde – diese wurde zuerst in Südafrika entdeckt und "reduziert möglicherweise den durch die Impfungen vermittelten Schutz", erklärte das Institut. Von den untersuchten Virusproben machte sie in der vergangenen Woche ein Prozent aus.

Biden: USA werden übrigen Corona-Impfstoff mit anderen Ländern teilen

Nach der Corona-Impfung aller Menschen in den Vereinigten Staaten will die US-Regierung übrig bleibende Dosen nach Angaben von Präsident Joe Biden auch anderen Ländern zur Verfügung stellen. Die USA könnten sich erst in Sicherheit wiegen, wenn auch die ganze Welt mit Blick auf die Pandemie sicher sei, sagte Biden am Mittwoch im Weißen Haus. "Das ist kein Problem, das mit einem Zaun gestoppt werden kann – ganz egal, wie hoch man den Zaun oder die Mauer baut." Biden bestätigte, dass die USA beim Hersteller Johnson & Johnson noch zusätzliche 100 Millionen Impfdosen bestellen. "Falls wir einen Überschuss haben, dann teilen wir ihn mit dem Rest der Welt", versprach er.

Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen wohl erst Mitte April

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen spätestens für Mitte April an. Ziel sei frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten, beschlossen die Minister nach Beratungen am Mittwoch. Dafür brauche es aber auch eine gewisse wöchentliche Mindestmenge an Impfstoff, hieß es im Bundesgesundheitsministerium. Um dem Wunsch der Länder entsprechen zu können, ihre Impfzentren wie bisher auszulasten, könnten die Praxen wohl erst Mitte April starten.

Die Empfehlung der Fachminister soll nun Basis für Entscheidungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder sein, wie Regierungssprecher Steffen Seibert angekündigt hatte. Dies solle "zeitnah" noch vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Corona-Vorgehen am 22. März geschehen. Die Gesundheitsminister hatten die Einbeziehung der Praxen zunächst für Anfang April angedacht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Saarländisches Gericht kippt Corona-Privilegien im Einzelhandel

Ein Gericht im Saarland hat eine Corona-Beschränkung im Einzelhandel vorläufig aufgehoben. Dass der Einzelhandel einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche bedienen darf, während privilegierte Geschäfte einen Kunden pro 15 Quadratmeter empfangen dürfen, ist nicht verhältnismäßig, wie das saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis am Mittwoch mitteilte. Geklagt hatte die Betreiberin eines Computerladens.

Die saarländische Corona-Bekämpfungsverordnung sieht vor, dass Geschäfte Termine für Kunden vergeben müssen. Pro 40 Quadratmeter ist ein Kunde sowie ein weiterer Mensch aus demselben Haushalt erlaubt. Privilegierte Geschäfte wie Buchhandlungen oder Blumenläden hingegen dürfen einen Kunden plus Begleitung pro 15 Quadratmeter einlassen.

Eine Rechtfertigung dafür, den Computerladen gegenüber privilegierten Geschäften deutlich strenger zu behandeln, sei mit Blick auf das Infektionsgeschehen nicht zu erkennen, entschied das OVG. Die Regelung verletze das Grundrecht der Berufsausübungsfreiheit und die Eigentumsgarantie.

Hersteller exportierten 34 Millionen Impfdosen aus EU

Pharmahersteller haben seit 1. Februar rund 34 Millionen Dosen Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union an etwa 30 Länder in aller Welt geliefert. Dies bestätigten EU-Kreise am Mittwoch in Brüssel. Davon seien allein 9 Millionen Dosen nach Großbritannien gegangen und eine Million in die USA.

Hintergrund ist der Impfstoffmangel in der EU einerseits und andererseits die Kritik an einem EU-Exportstopp für 250.000 Impfdosen von Astrazeneca an Australien. Die britische Regierung hatte diesen Exportstopp kritisiert.

EU-Ratschef Charles Michel wies darauf hin, dass weiter Exporte aus der EU möglich seien, während die USA und Großbritannien Impfstoffexporte faktisch gestoppt hätten. Darauf wiederum reagierte die britische Regierung empört mit dem Hinweis, alle Verweise auf ein Exportverbot oder Einschränkungen für Impfstoffe aus Großbritannien seien komplett falsch.

USA wollen Bestellungen bei Johnson & Johnson verdoppeln

Die USA wollen ihre Impfstoff-Bestellungen beim Pharma-Riesen Johnson & Johnson verdoppeln. Weitere 100 Millionen Einheiten sollen geordert werden, teilt ein Sprecher der Regierung mit. Demnach wird Präsident Joe Biden die Beschaffung noch im Laufe des Tages ankündigen. Johnson & Johnson, von dessen Impfstoff nur eine Dosis verabreicht werden muss, hat die Produktion langsamer hochgefahren als erwartet.

Frankreich verlegt Patienten wegen angespannter Corona-Lage

Wegen der angespannten Corona-Lage in den Krankenhäusern einiger Regionen verlegt Frankreich Patientinnen und Patienten - zum Beispiel auch nach Belgien. Die Situation im Großraum Paris, in der Region Hauts-de-France und im Süden sei "besorgniserregend", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron. In den kommenden Tagen würde daher eine gewisse Zahl von Patientinnen und Patienten verlegt - besonders aus dem Großraum Paris. In anderen Regionen gebe es derartige Verlegungen bereits.

Die regionale Gesundheitsbehörde der Region Hauts-de-France im Norden des Landes kündigte eine Verlegung von Intensivpatienten in belgische Krankenhäuser an. Dies sei abhängig von den verfügbaren Kapazitäten, der Eignung der Patienten und der Zustimmung ihrer Familien, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor waren auch schon Patienten aus Dunkerque (Dünkirchen) etwa in die Normandie gebracht worden. 

Höhere Sterblichkeit bei britischer Corona-Mutante

Die zuerst in Großbritannien festgestellte Coronavirus-Variante weist einer Studie zufolge eine "signifikant höhere" Sterblichkeit auf. In den Untersuchungen seien bei dieser Mutante im Vergleich zu früheren Virusstämmen 30 bis 100 Prozent mehr Todesfälle aufgetreten, erklärten Forscher in einer britischen Studie, die das "British Medical Journal" veröffentlicht. Zudem sei sie etwa 40 bis 70 Prozent ansteckender als die bisher dominierenden Varianten. Diese Kombination mache die Mutante B.1.1.7 zu einer ernstzunehmenden Bedrohung, sagt Wissenschaftler Robert Challen von der Universität Exeter, der die Untersuchung mit leitete.

Wieder Impfvordrängler: Chefs impften Ehepartner

Im Gesundheitsamt des Landkreises Passau haben die Leiterin und ihr Stellvertreter vorzeitig ihre Ehepartner mit einer Corona-Impfung versorgt. Wie das Landratsamt am Mittwoch berichtete, würden nun dienstrechtliche Konsequenzen geprüft. Zuvor hatte die "Passauer Neue Presse" über den Fall berichtet.

Seit Wochen werden bundesweit immer wieder Fälle von Impfvordränglern bekannt. So ließen sich Kommunalpolitiker vorzeitig eine Spritze geben und in Pflegeheimen wurden Mitarbeiterlisten manipuliert, damit Angehörige geimpft werden konnten. Der Augsburger Bischof Bertram Meier entschuldigte sich dafür, dass auch er sich eine frühe Impfung gesichert hat.

EU-Kommission: Biontech liefert vier Millionen Impfdosen zusätzlich

Die Europäische Kommission hat sich bei den Partnern Biontech und Pfizer kurzfristig zusätzliche vier Millionen Impfstoffdosen gesichert. Diese sollten zur Bekämpfung von Corona-Hotspots eingesetzt werden, teilte die Kommission am Mittwoch mit. Zudem solle dadurch eine Erleichterung des freien Grenzverkehrs erreicht werden. Die Impfdosen sollen in den nächsten zwei Wochen noch vor Ende März geliefert werden. "Das wird den Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen helfen, die Verbreitung neuer Varianten unter Kontrolle zu halten", erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Chef der Kassenärzte: "Lasst uns einfach impfen"

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert von Bund und Ländern mehr Tempo und Klarheit bei der Einbeziehung der Haus- und Fachärzte in die Impfkampagne. Die Diskussion innerhalb der Bundesregierung und auch in den Bund-Länder-Gesprächen wirke mitunter etwas erratisch, sagte Gassen im Deutschlandfunk.

Die Ärzte hätten dagegen eine einfache Forderung: "Lasst uns einfach impfen, stellt uns den Impfstoff über die Apotheken zur Verfügung und erschlagt uns nicht mit einer Dokumentationsbürokratie", sagte Gassen. "Dann kann das Impfversprechen bis zum Sommer auch eingehalten werden."

Die Haus- und Fachärzte seien sicherlich in der Lage, fünf Millionen Impfungen in der Woche zu verabreichen, womöglich auch etwas mehr. Das von Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Aussicht gestellte Ziel von wöchentlich insgesamt bis zu zehn Millionen Impfungen stellt Gassen wegen Kapazitäts- und Impfstoffmangels infrage.

Abgeordneter in Tschechien stirbt nach Corona-Infektion

In Tschechien ist erstmals ein Abgeordneter des Parlaments an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Der 71 Jahre alte Politiker Jiri Ventruba von den oppositionellen Bürgerdemokraten (ODS) erlag am Dienstag den Folgen der Infektion, wie die Partei am Mittwoch in Prag bestätigte. Der studierte Arzt saß seit dreieinhalb Jahren im Parlament. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Tschechien zahlreiche Politiker mit dem Virus infiziert, darunter Parlamentspräsident Radek Vondracek und Ex-Verteidigungsministerin Karla Slechtova.

Das Gesundheitsministerium in Prag meldete am Mittwoch 15.196 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich mehr als 760 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 65,4. Seit Beginn der Pandemie gab es in Tschechien mehr als 1,3 Millionen Infektionen und 22.385 Todesfälle.

Biontech stellt für 2022 bis zu drei Milliarden Impfdosen in Aussicht

Der Impfstoffhersteller Biontech stellt für den Fall einer entsprechenden Nachfrage eine deutliche Steigerung der Produktion mit seinem Partner Pfizer in Aussicht. Im Jahr 2022 könne die Kapazität für drei Milliarden Corona-Impfdosen erreicht werden, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Das hänge aber auch von der Nachfrage ab und davon, ob etwa Auffrisch-Impfungen benötigt würden. Drei Milliarden Dosen wären nochmals 50 Prozent mehr als die für 2021 geplanten zwei Milliarden.

Höchstwert: Fast 2.000 Menschen sterben in Brasilien an Covid-19

In Brasilien hat die Zahl der täglichen Corona-Toten eine neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag wurden binnen eines Tages weitere 1.972 Tote gemeldet. Mit insgesamt mehr als 268.300 Todesfällen seit Beginn der Pandemie liegt Brasilien weltweit an zweiter Stelle hinter den USA.

Zudem wurden laut brasilianischem Gesundheitsministerium binnen eines Tages mehr als 70.500 weitere Corona-Infektionen bestätigt. Damit stieg die Zahl der insgesamt bestätigten Fälle auf 11,1 Millionen.

Brasiliens rechtsradikaler Staatschef Jair Bolsonaro steht wegen seines Umgangs mit der Pandemie seit langem in der Kritik. Er hatte die Gefahr durch das Coronavirus seit dem Beginn der Pandemie heruntergespielt. Zuletzt stellte er auch den Nutzen von Impfungen in Frage. Zugleich kommt die Impfkampagne in dem südamerikanischen Land nur langsam voran.

Stiko-Chef Mertens: Sputnik V "guter Impfstoff"

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gelobt. "Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut", sagte Mertens der "Rheinischen Post".

Hoffnung auf Piks vom Hausarzt – Ministerrunde berät über Details

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen an diesem Mittwoch den genauen Zeitpunkt für den Start der Corona-Impfungen in Deutschlands Hausarztpraxen bestimmen. Am Montag hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz bereits auf den Zeitraum Anfang April geeinigt. Die Fachminister wollen nun beraten, wie die erwarteten Impfstoffdosen auf die Impfzentren und die Praxen verteilt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen soll auf ein Minimum reduziert werden.

Immer mehr Engpässe bei Impfstoff-Bestandteilen

Der beispiellose Bedarf und die Produktion der Corona-Impfstoffe bringt die Industrie an ihre Kapazitätsgrenzen. "Impfstoffhersteller und Zulieferer berichten zunehmend über Engpässe bei Roh- und Verpackungsmaterial und Ausrüstung", berichtete die Denkfabrik Chatham House am Dienstag in Genf.

Sie hatte ein Treffen mit Vertretern der Industrie, von Verbänden und der UN-Impfinitiative Covax organisiert, um Lösungen zu suchen. In einem Strategiepapier, das bei dem Treffen diskutiert wurde, heißt es, größere Produktionsmengen seien durch Effizienzsteigerungen in den bestehenden Fabriken, dem Umbau bestehender Fabriken für die Herstellung der neuen Stoffe und den Bau neuer Fabriken möglich.

Sachsens Hotspot Vogtland impft Einwohner ab 18 Jahren

Angesichts hoher Infektionszahlen sollen sich in Kürze im Vogtland alle Einwohner ab 18 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das kündigte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einer Kabinettssitzung an.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in dem Landkreis am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 251,3. Köpping bat aber darum, dass nun nicht alle gleich losstürmen. Man brauche noch ein paar Tage Zeit, um die Maßnahme umzusetzen.

Nächster Impfstoff-Hersteller warnt vor Lieferproblemen

Der Impfstoff von Johnson & Johnson gilt als Hoffnungsträger, weil eine Dosis ausreicht und er einfacher gelagert werden kann. Doch die Zweifel an der versprochenen Lieferung an die EU wachsen offenbar. Alle Infos dazu lesen Sie hier.

Schnelltests: Merkel appelliert an Unternehmen

Die deutsche Wirtschaft will sich an der bundesweiten Schnelltest-Offensive beteiligen. Doch hält sie das Versprechen auch? Kanzlerin Merkel mahnt – und will den Fortschritt genau überprüfen. Hier können Sie ihre Aussagen nachlesen.

Die größten Hotspots liegen in Bayern

Die kreisfreie Stadt Hof hat die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts steckten sich dort mehr als 338 Menschen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Auch der Kreis mit dem zweithöchsten Wert liegt in Bayern: Wunsiedel im Fichtelgebirge mit einer Inzidenz von mehr als 283. 

In dem Freistaat steigt der landesweite Inzidenzwert auf 74,2 und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt. Zwar wurden auch hier am Montag die Corona-Maßnahmen gelockert, für die mehr als 20 Kreise und Städte mit einer Inzidenz von über 100 bleiben die Regeln jedoch streng. Die Kontakte bleiben auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person beschränkt, es gilt eine nächtliche Ausgangsperre. Nur Schüler der Abschlussklassen können in die Schule kommen, zumindest im Wechselunterricht. Kindergärten und Kitas bleiben geschlossen.

Erstes europäisches Werk für russischen Corona-Impfstoff kommt nach Italien

In Italien ist noch vor der EU-Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V der Bau der ersten europäischen Produktionsstätte des Vakzins geplant. Der russische Staatsfonds RDIF und der Schweizer Pharmakonzern Adienne würden die Fabrik errichten, teilte die italienisch-russische Handelskammer mit. Die italienischen Aufsichtsbehörden müssten dem Vorhaben noch zustimmen. Wissenschaftler bescheinigen dem Impfstoff eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent. Damit ist die Effektivität vergleichbar mit bereits in der EU zugelassenen Vakzinen wie dem des Mainzer Unternehmens Biontech.

Nach Angaben der Handelskammer ist geplant, im Juni die Produktion zu starten und bis Jahresende zehn Millionen Impfeinheiten herzustellen. Handelskammer-Chef Vincenzo Trani nannte das Abkommen historisch und sieht es als Beleg dafür, dass italienische Unternehmen über politischen Differenzen stehen würden. Das Zulassungsverfahren für Sputnik V bei der EU-Arzneimittelbehörde Ema läuft noch. Italien ist das vierte EU-Land, das diesen Prozess nicht abwarten will. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien ist Sputnik V bereits zugelassen oder es laufen nationale Zulassungsverfahren.

Termin für Impfstart in Arztpraxen steht fest

Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz.

Der Impfstoff soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen solle auf ein Minimum reduziert werden, hieß es. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben. Vereinbarte Termine dort sollen erhalten bleiben.

Impftest in einer Arztpraxis in Senftenberg (Brandenburg): Ab April soll es bundesweit losgehen. (Quelle: dpa/Hannibal Hanschke)Impftest in einer Arztpraxis in Senftenberg (Brandenburg): Ab April soll es bundesweit losgehen. (Quelle: Hannibal Hanschke/dpa)

Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) stehen für das Impfen 75.000 Haus- und Facharztpraxen in Deutschland bereit. Wenn 50.000 Arztpraxen täglich jeweils 20 Impfstoffdosen verabreichten, könnten laut KBV alleine dadurch bis zu fünf Millionen Impfungen in der Woche durchgeführt werden. Die Priorisierung einzelner Bevölkerungsgruppen soll beibehalten werden, aber dann sollen die Ärztinnen und Ärzte selbst entscheiden, wer auf Basis der Empfehlungen die Impfung erhält. 

Deutschland verliert in der Corona-Pandemie Tausende Pflegekräfte

Deutschland hat während der Pandemie über 9.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege verloren. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, über die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben) vorab berichten. Besonders betroffen ist demnach die Krankenpflege in den Kliniken. Das Minus bei den Beschäftigtenzahlen lag hier in der ersten Hochphase der Corona-Krise bei 5.124. In der Altenpflege ist die Zahl der Beschäftigten im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juli um 3.885 zurückgegangen.

Kassenärzte: Spahn hat Testchaos angerichtet

Die niedergelassenen Ärzte werfen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, bei der Einführung von Schnelltest ein Testchaos ausgelöst zu haben. Die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die die Testungen regele, habe die Kassenärzte erst am Montag erreicht, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Dienstag. Die niedergelassenen Ärzte hätten sich von der "absolut kurzfristigen, ja formal sogar rückwirkenden Umsetzung" überrollt gefühlt, was "direkt beim Start zu Chaos geführt hat".

Tschentscher warnt vor Gefahr eines erneuten Corona-Lockdowns

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat vor der Gefahr eines erneuten Lockdowns in der Corona-Krise gewarnt. "Ich sehe durchaus die Gefahr eines erneuten Lockdowns, deswegen habe ich ja für größere Zurückhaltung bei den Öffnungen plädiert", sagte Tschentscher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). "Wir sind bereits in einer dritten Welle, die von den neuen Virusvarianten bestimmt wird. Es kommt jetzt darauf an, dass sie nicht zu heftig wird und wir die Zeit überbrücken, bis die Impfungen ausreichend vorangeschritten sind."

Der Erwartungsdruck für schnelle Lockerungen sei groß gewesen, sagte Tschentscher. Er halte schnelle große Öffnungsschritte für riskant. "Unser Konzept enthält dafür jetzt eine sogenannte Notbremsenregelung, wenn die Infektionszahlen in einem Bundesland oder einer Region zu hoch werden." Klar sei: "Wir sind immer noch in einer kritischen Pandemielage. Viele Mediziner und Virologen haben die Befürchtung, dass wir mit der beschlossenen Öffnungsstrategie zu weit gehen."

"Es gibt Länder, die von einem Totallockdown mit Ausgangssperren in große Öffnungen wechseln und dann wieder zurückgehen in den Lockdown. Das ist für den Gesundheitsschutz und für die Wirtschaft kein gutes Konzept", sagte der SPD-Politiker. Deutschland könne sich bei einer zunehmenden Impfquote in den vulnerablen Bevölkerungsgruppen durchaus höhere Inzidenzen erlauben. "Aber noch ist es nicht so weit."

Bund verspricht Ländern 1,5 Millionen Selbsttests täglich

Die Bundesregierung will den Ländern die Bestellung von Millionen Corona-Selbsttests erleichtern. Bis Dienstagmittag könnten die Länder insgesamt 10,5 Millionen Tests beim Mannheimer Pharmakonzern Roche bestellen, heißt es in einem Brief von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an die Ministerpräsidenten der Länder. Roche kann demnach bis zu 1,5 Millionen Selbsttests täglich ausliefern.

Ein Corona-Selbsttest: Ab Dienstag können die Bundesländer große Mengen davon beim Mannheimer Hersteller Roche anfordern. (Symbolfoto) (Quelle: imago images/Ute Grabowsky)Ein Corona-Selbsttest: Ab Dienstag können die Bundesländer große Mengen davon beim Mannheimer Hersteller Roche anfordern. (Symbolfoto) (Quelle: Ute Grabowsky/imago images)


Obwohl die Infektionszahlen in vielen Regionen steigen, wurden in den meisten Bundesländern am Montag die Corona-Regeln gelockert. Damit die Lockerungen nicht wieder zu einem noch stärkeren Anstieg der Infektionszahlen führen, setzen Bund und Länder auf Selbsttests. Wie aus dem Schreiben an die Länder hervorgeht, können diese Roche mitteilen, zu welcher Adresse täglich die dem Land nach Bevölkerungsschlüssel zugeteilten Selbsttests geliefert werden sollen. Die Lieferung erfolgt durch Roche. Ein Test kostet demnach 4,50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer inklusive Lieferung, ab mehr als eine Millionen Tests 4 Euro.

Vor knapp zwei Wochen wurden die ersten Selbsttests zugelassen. Dass die Tests im normalen Handel zu kaufen sind, soll laut Bundesgesundheitsministerium helfen, sie im Alltag zu etablieren. Kritiker wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatten gefordert, dass der Einsatz der Tests staatlich organisiert werden solle, so dass vor allem mögliche Corona-Ansteckungsherde etwa in Betrieben oder an Schulen identifiziert werden können.

Söder will Impfungen für junge Menschen anbieten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, schon bald das "starre Impfprotokoll" zu lockern und auch jungen Menschen Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen. Das könne bald etwa auch für Studierende an Universitäten gelten, sagte Söder am Montag in München. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden.

Söder will auch mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Er habe bei der EU zu verstehen gegeben: "Wir brauchen mehr Impfstoff für die Hotspots", sagte Söder. "Wenn Impfstoff kommt und mehr kommt – und zwar sehr viel mehr kommt – dann muss man das breit aufstellen", sagte Söder. Auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte müssten dann einbezogen werden.

 (Quelle: t-online) (Quelle: t-online)

Pariser Kliniken sollen weniger operieren

Um die Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu erhöhen, sollen die Krankenhäuser im Großraum Paris bis zu 40 Prozent ihrer medizinischen Aktivitäten wie beispielsweise geplante Operationen reduzieren. Das hat die regionale Gesundheitsbehörde ARS angewiesen, wie diese auf Nachfrage am Montag bestätigte. Weit mehr als 900 Menschen liegen im Großraum Paris auf der Intensivstation. Der Generaldirektor der ARS Île de France, Aurélien Rousseau, befürchtet, dass die zwei kommenden Wochen besonders schwierig werden, wie die Zeitung "Le Parisien" aus einem internen Brief der Behörde an die Kliniken zitiert.

Die Corona-Lage in der französischen Hauptstadt ist angespannt. Es gilt eine erhöhte Corona-Warnstufe. Ein Wochenend-Lockdown wie etwa in Nizza oder Dunkerque (Dünkirchen) gilt im Pariser Großraum aber nicht. Die Polizeipräfektur hatte zuletzt ein Alkoholverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen wie etwa den Seine-Ufern verhängt. Am Wochenende räumte sie die Ufer, weil dort Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien.

Deutlich mehr Fälle häuslicher Gewalt während Pandemie

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt offenbar deutlich gestiegen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verzeichneten die Behörden 2020 einen Zuwachs von 7,7 Prozent, wie aus der am Montag in Düsseldorf vorgelegten NRW-Kriminalitätsstatistik hervorgeht. In Brandenburg meldeten die Behörden am Montag sogar einen Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Weiße Ring hatte bereits im Dezember gemeldet, in den ersten zehn Monaten von 2020 einen Zuwachs von zehn Prozent verzeichnet zu haben. "Die Zahlen waren nach dem ersten Lockdown im Frühjahr sehr verhalten und sind dann aber im Juni wieder deutlich angestiegen", sagte der Bundesvorsitzende des Weißen Rings und frühere Chef des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, damals.

Corona-Ausbruch: 200 Studenten in Wismar in Quarantäne

Nach dem Bekanntwerden von zwei mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Studenten ist in einem Studentenwohnheim in Wismar inzwischen ein dritter positiver Fall gesichert. Wie ein Sprecher des Landkreises Nordwestmecklenburg sagte, sollen die knapp 200 in den beiden Gebäuden lebenden Studenten am Dienstag getestet werden. Per Allgemeinverfügung war bereits Ende vergangene Woche eine häusliche Quarantäne bis Freitag kommender Woche erlassen worden.

Nach Angaben des Kreises hatte am Freitag das positive Testergebnis für zwei Bewohner vorgelegen, nachdem bereits am Donnerstag der Schnelltest einer Person positiv war. Sie hätten trotz Symptomen sehr viele Kontakte innerhalb und außerhalb der Einrichtung gehabt und offensichtlich vielfach Hygiene-und Abstandsregeln missachtet.

Um die beiden Gebäude sei ein Zaum gezogen worden, der Zugang werde kontrolliert. Unter Quarantänebedingungen dürften Mitarbeiter des Studentenwerks die Wohnheime betreten.

Feier mit fast 30 Teilnehmern: Polizei löst Geburtstag auf

Die Polizei hat in Bremen eine Kindergeburtstagsfeier mit fast 30 Gästen aufgelöst. Nachdem sie durch einen Hinweis auf die illegale Party aufmerksam geworden waren, klingelten die Einsatzkräfte am Sonntag an der Wohnungstür im Stadtteil Blumenthal, wie die Polizei am Montag in Bremen mitteilte. In der Wohnung hielten sich demnach insgesamt 29 Personen auf. Mindestabstände wurden nach Polizeiangaben nicht eingehalten. Die Beamten erstatteten Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und schickten die Gäste weg.

Scholz: Bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche

Finanzminister Olaf Scholz hat in Aussicht gestellt, dass Bund und Länder die Impfkapazitäten in Deutschland deutlich steigern werden. "Es wird bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben", sagte Scholz in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". 

"Wir müssen jede Woche Millionen impfen. Im März schon am Ende des Monats. Im April, im Mai, im Juni", erklärte der SPD-Kanzlerkandidat. Die bislang eingerichtete Impf-Infrastruktur stoße schon bald an Grenzen, räumte er ein. "Am 28. März wäre gegenwärtig bei den aktuellen Impfkapazitäten in etwa der Zeitpunkt, wo unsere heutigen Kapazitäten nicht mehr ausreichen", sagte Scholz. Er habe dafür gesorgt, dass es nicht zu einer Überlastung der Impfzentren komme.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet nach eigenen Angaben ab April europaweit im Schnitt 100 Millionen Impfdosen pro Monat, insgesamt 300 Millionen bis Ende Juli.

Ministerpräsident sieht gute Chancen für Hotelöffnungen an Ostern

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet mit einer Öffnung der Hotels in seinem Bundesland über Ostern. "Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen", sagte Günther der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

"Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können - unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativ-Tests und einer Nachverfolgung über Apps", sagte der Regierungschef.

"Im Gegensatz zu Oktober gibt es jetzt genug verfügbare Schnelltests. Lösungen in diesem Bereich zu finden ist auch ein Gebot des Respekts der Branche und den Menschen gegenüber, die dort arbeiten", sagte der CDU-Politiker. "Die Scheu vor innerdeutschem Reiseverkehr kann ich angesichts der derzeit moderaten Inzidenzwerte nicht nachvollziehen."

Schleswig-Holstein verzeichnet in einigen Regionen seit längerem im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ niedrige Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Ab Montag erlaubt Schleswig-Holstein bereits wieder den regulären Einkauf in Geschäften. Öffnen dürfen zudem auch Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten. 

Baerbock fordert Milliarden-Rettungspaket

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert einen eine Milliarde Euro umfassenden Hilfsfonds zur Unterstützung von Schulkindern. Bund und Länder und auch die Kultusminister hätten die Kinder schon seit einem Jahr nicht auf dem Radar, sagt sie im Deutschlandfunk. 20 bis 30 Prozent der Kinder würden mit dem digitalen Lernen nicht erreicht. "Die Lage ist für etliche Kinder inzwischen hochdramatisch." Denen müsse ein "Bildungslotse" an die Seite gestellt werden über einen vom Bund mit geförderten "Bildungs-Rettungsfonds" von einer Milliarde Euro. Lehramts-Studierende sowie pensionierte Lehrer könnten diese Kinder individuell unterstützen, auch in den Oster- und Sommerferien.

Kampanien in Italien ist wieder Rote Zone

Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine Rote Zone mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt.

Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche Roten Zonen. In diese Gebieten müssen alle Schulen zu sein. Die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.

Von der Leyen kündigt Lieferung von 100 Millionen Impfstoff-Dosen an – pro Monat

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet mit einer deutlichen Beschleunigung der EU-weiten Corona-Impfkampagne ab April. Die Impfstoff-Liefermengen könnten sich ab April "nach den Plänen der Hersteller nochmal verdoppeln, auch weil weitere Impfstoffe vor der Zulassung stehen", sagte sie im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Pro Monat erwarte sie im zweiten Quartal die Lieferung von rund 100 Millionen Impfstoff-Dosen.

Dies würde eine massive Aufstockung der bisher bereitgestellten Impfstoff-Mengen bedeuten. Von der Leyen sagte den Zeitungen, im Januar seien rund 20 Millionen Impfstoff-Dosen in die EU geliefert worden, im Februar seien es bereits rund 30 Millionen gewesen. Für März erwarte die EU rund 50 Millionen Dosen.

Johnson & Johnson-Impfstoff kurz vor EU-Zulassung

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johson & Johnson könnte noch im März für die Europäischen Union (EU) zugelassen werden. Am 11. März werde die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Vakzin für die Verwendung in der EU überprüfen, teilt EMA-Vorstandschefin Christa Wirthumer-Hoche in einer Talkshow des österreichischen Senders ORF mit. "Wir erwarten eine positive Bewertung und dass die EU-Kommission die Zulassung schnell erteilt." Für eine Genehmigung des russischen Impfstoffs Sputnik V lägen hingegen noch keine ausreichenden Daten vor. "Deshalb würde ich dringend davon abraten, eine nationale Notfallzulassung zu erteilen", erklärt Wirthumer-Hoche.

Großbritannien meldet weniger neue Corona-Todesfälle

Großbritannien hat wegen technischer Probleme zunächst keine neuen Todesfälle gemeldet. Am späten Abend lieferten die Behörden die Zahl nach: Es seien 82 nach 158 am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 5177 nach 6.040. Den aktuellen Angaben zufolge haben inzwischen 22,2 Millionen Briten mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht grob ein Drittel der Bevölkerung.

Anmerkung der Redaktion: Wir hatten in einer früheren Version dieses Newsblogs unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Großbritannien am Sonntag keine neuen Todesfälle zu vermelden hatte. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Nach Todesfall: Österreich stoppt Impfung mit Astrazeneca-Charge 

Nach einem Todes- und einem Krankheitsfall hat Österreich Impfungen mit einer Charge des Astrazeneca-Impfstoffs vorsichtshalber gestoppt. Es gebe zwei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung aus derselben Charge des Vakzins im Landesklinikum Zwettl im Bundesland Niederösterreich, teilte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) am Sonntag mit. "Aktuell gibt es noch keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung", erklärte die Behörde. Der Stopp der Impfungen mit der Charge sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Eine 49-jährige Frau sei an den Folgen schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Frau habe eine Lungenembolie erlitten und befinde sich auf dem Weg der Besserung, teilte das Amt mit. "Aufgrund der bekannten klinischen Daten ist ein kausaler Zusammenhang nicht herstellbar, da insbesondere thrombotische Ereignisse nicht zu den bekannten oder typischen Nebenwirkungen des betreffenden Impfstoffes zählen."

Bei den beiden Frauen handelt es sich Medienberichten zufolge um Krankenschwestern der Klinik Zwettl. Astrazeneca erklärte laut der Nachrichtenagentur APA, mit den Behörden im Kontakt zu stehen und die Untersuchungen voll zu unterstützen.

Gefälschter Corona-Test: Lastwagenfahrer angezeigt 

Wegen eines gefälschten Corona-Tests und eines abgelaufenen Führerscheins sind an der deutsch-tschechischen Grenze zwei Lastwagenfahrer angezeigt worden. Bei Einreisekontrollen am Grenzübergang Selb/Asch (Landkreis Wunsiedel) zeigte ein 50 Jahre alter Lkw-Fahrer am Samstagmorgen einen Covid-Test vor. Der Mann hatte das handschriftliche Ausstellungsdatum vom 1. auf den 5. März umdatiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 50-Jährige habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung erhalten, ihm sei die Einreise verweigert worden.

Ebenfalls am Samstagvormittag hätten die Beamten festgestellt, dass der Führerschein eines 34 Jahre alten Lkw-Fahrers im Dezember abgelaufen war. Er sei ebenfalls angezeigt worden.

Wissenschaftler: Zahl der Kontakte bei Impfreihenfolge wichtiger

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann empfiehlt, Menschen für Corona-Impfungen nach der Menge ihrer Kontakte zu priorisieren. Jene mit vielen Kontakten zuerst zu impfen "hätte eine viel größere Wirkung", als weiter nach Alter vorzugehen, sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung dem Berliner "Tagesspiegel". Durch die Impfung zuerst der älteren Bevölkerung sei die Todesrate deutlich gesenkt worden – aber dies sei die Gruppe mit den wenigsten Kontakten, eine Auswirkung auf die Epidemie sei daher nicht zu erwarten.

Wegen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 hält er die beschlossenen Lockerungen für gefährlich und erwartet, dass die Infektionszahlen "explosionsartig ansteigen werden" wie zuvor in Irland, England, Portugal und Tschechien. Aus Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen wisse er: "Man kann nicht sagen, dass die Politik nicht weiß, welche Folgen Maßnahmen haben werden."

Daimler will Werksärzte für Impfungen einsetzen

Der Automobilkonzern Daimler will die eigenen Mitarbeiter von Betriebsärzten gegen Corona impfen lassen. "Unsere Werksärzte sind vorbereitet und wir würden gerne die Impf-Kampagne unterstützen", sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius der "Bild am Sonntag". "Sobald es erlaubt ist, dass in Betrieben geimpft wird und die Mitarbeiter an der Reihe sind, können wir loslegen und all unseren Beschäftigten eine Impfung im Werk anbieten." Das Unternehmen stehe dazu in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden.

Merck testet Corona-Medikament

Der deutsche Pharmakonzern Merck und sein US-Partner berichten von ermutigenden ersten Ergebnissen bei der Entwicklung ihres Covid-19-Medikaments Molnupiravir. Das Medikament habe bei Testpersonen nach fünftägiger Behandlung deren Virenlast erheblich reduziert, teilten Merck und sein US-Partner Ridgeback Biotherapeutics am Samstag in den USA mit. "Diese vorläufigen Ergebnisse ermutigen uns", erklärte Ridgeback-Arzneimittelchefin Wendy Painter.

Merck hatte im Januar seine Arbeit an der Herstellung von Corona-Impfstoffen eingestellt, aber treibt die Entwicklung von zwei Covid-19-Medikamenten voran. Sowohl Molnupiravir als auch das zweite Präparat, MK-711, können eingenommen werden.

Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der 2a-Test-Phase, bei der 202 Covid-19-Patienten, die sich nicht im Krankenhaus befanden, das Medikament verabreicht wurde. In vier Fällen habe es starke Nebenwirkungen gegeben, doch hätten diese nicht mit dem Medikament in Zusammenhang gestanden, teilten die Unternehmen weiter mit.

Corona-Demonstrationen in Wien und in der Schweiz

Tausende Menschen haben am Samstag in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. Nach Angaben der Polizei gab es mehrere Festnahmen wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen. Die rechtspopulistische FPÖ veranstaltete Kundgebungen und forderte den Rücktritt der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Auch in der Schweiz gab es eine Kundgebung.

Auf ihrem Protestzug durch die österreichische Hauptstadt missachteten die Demonstranten die Abstandsregeln, viele trugen keine Schutzmasken. Die Corona-Auflagen in Österreich wurden im Februar gelockert, Schulen, Geschäfte und Museen haben wieder geöffnet. Die Demonstranten forderten aber auch die Wiederöffnung von Restaurants und Cafés und protestierten gegen die obligatorischen Corona-Tests für Schüler als Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht.

Auch in der Schweiz gingen am Samstag tausende Menschen gegen die Corona-Auflagen auf die Straße. Wie die Nachrichtenagentur SDA meldete, zogen mehr als 4.000 Demonstranten durch die Stadt Chur. Einige hielten Protest-Plakate mit Aufschriften wie "Stopp Diktatur" oder "Finger weg von unseren Kindern" in die Höhe.

Kein Impfstoff mehr für Kliniken im Südwesten 

Angesichts eines weiter großen Mangels an Corona-Impfstoffen stellt die baden-württembergische Landesregierung den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung. Man habe entschieden, "zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben", teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. "Noch immer ist der Impfstoff knapp und die dem Land zur Verfügung gestellten Impfdosen sind über Wochen in den Impfzentren verplant", hieß es zur Begründung.

Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen. Der Chefvirologe des Universitätsklinikums Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, kritisiert dieses Vorgehen. "Wir sind darüber nicht glücklich, können es auch nicht wirklich nachvollziehen", sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Samstag). "Wir würden zum Beispiel auch gerne die Studierenden im klinischen Semester impfen, ebenso weitere Mitarbeiter. Jetzt müssen sich wieder alle im Impfzentrum anmelden, wo die Belastung ohnehin schon hoch ist."

EU will Astrazeneca-Impfstoff aus den USA importieren

Im Kampf gegen den Impfstoffmangel will sich die Europäische Union (EU) einem Zeitungsbericht zufolge Impfdosen von Astrazeneca aus den USA beschaffen. Die EU-Kommission wolle die Vereinigten Staaten bitten, die Ausfuhr von Astrazeneca-Impfstoff zu genehmigen, der in den USA produziert oder abgefüllt werde, berichtete die "Financial Times" am Samstag. Mit einer solchen Zusammenarbeit solle sichergestellt werden, dass die vertraglichen Verpflichtungen der Impfstoff-Hersteller gegenüber der EU eingehalten würde, zitierte das Blatt die Brüsseler Behörde. Die USA sollten zudem die Lieferungen wichtiger Impfstoffbestandteile sicherstellen, die in der europäischen Produktion benötigt würden.

Hintergrund ist der Streit zwischen der EU und Astrazeneca, weil der britisch-schwedische Pharmakonzern bislang weniger Impfstoff an die Staatengemeinschaft liefert als zugesagt. In den USA kommt die Impfkampagne deutlich schneller voran als in Europa: Präsident Joe Biden kündigte kürzlich an, bis Ende Mai genug Impfstoff für jeden Erwachsenen im Land zur Verfügung zu haben.

Verstöße gegen Maskenpflicht: 300 Menschen demonstrieren an Grenzübergang 

Etwa 300 Menschen haben am Samstag in Saarbrücken auf dem Grenzübergang "Goldene Bremm" demonstriert. Es sei eine Demonstration auf französischem Gebiet, vermutlich gegen die geltenden Corona-Regelungen, die Auswirkungen auf die deutsche Seite habe, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Eine Straße sei für den Durchgangsverkehr gesperrt worden, sodass ein naheliegendes Corona-Testzentrum nur noch zu Fuß erreichbar sei. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk auf Twitter berichtet.

Die französischen Beamten hatten laut Polizeisprecher die deutsche Polizei am Freitag über eine Demonstration informiert, die nahe der deutschen Grenze im französischen Spicheren stattfinden sollte. Mehrere Demonstrierende verstießen demnach gegen die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Für die deutschen Beamten sei es aber aufgrund der Grenzlage schwierig gewesen, einzuschreiten. Die Sperrung werde aufgelöst, sobald die Veranstaltung beendet sei.

Erstes Großkonzert in Barcelona binnen Stunden ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein Popkonzert mit 5.000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie-Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. 

Bei dem Konzert in der für bis zu 24.000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle "Palau de Sant Jordi" müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmaßnahmen.

So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 08.00 Uhr und 16.00 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

Stiko-Chef: Knappheit beim Impfen wird bald vorbei sein

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Kern des Problems ist aber fraglos der bisher mangelnde Impfstoff. Ich gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel zur Verfügung stehen wird, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können", sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Kritik, dass Hausärzte nicht eher bei den Impfungen eingesetzt würden, wies er zurück. Es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst einzubeziehen, wenn genug Impfstoff ausgeliefert werde. Neben der ausreichenden Kühlung der Impfdosen müsse auch die korrekte Impfreihenfolge sichergestellt werden, gab Mertens zu bedenken. "Mancher könnte sich dabei gegenüber "seinen Patienten" schwertun."

Lockerungen für Geimpfte etwa mittels ihres Impfpasses sind aus Mertens' Sicht nur schwer zu verhindern, auch wenn sich die Impfkommission, Politik und Ethikrat gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hätten. Ärzte müssten sowieso jede Impfung dokumentieren. "Bei Dingen, die einer freien Vertragsgestaltung unterliegen, vom Konzertbesuch bis zu einer Reise, wäre der Staat schlecht beraten, wenn er sich einmischen würde", sagte Mertens der Zeitung. Er nannte aber einen entscheidenden Unterschied: "Elementare Dinge des Alltags müssen auch ohne Impfschutz möglich sein, die ÖPNV-Nutzung oder der Aufenthalt in einem Krankenhaus."

Braun: "Ab Pfingsten können wir über Reisen und Freizeit reden"

Mehr Tempo beim Testen in Deutschland wollen alle. Doch wie soll es genau organisiert werden? Helge Braun verweist auf die Länder. Reisen an Ostern sieht der Kanzleramtschef "sehr skeptisch". Für Pfingsten sieht er allerdings Erleichterungen.

Heidelberger Chefvirologe: Teilimmunität könnte Mutationen fördern

Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Hans-Georg Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten. Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Samstag): "Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten."

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Warscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, sagte der Virologe.

Corona-Neuinfektionen sinken im Vergleich zur Vorwoche

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.557 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor.

Der israelische Künstler Ivri Lider tritt vor Zuschauern in Tel Aviv auf, die vorher eine Impfung oder überstandene Infektion nachweisen mussten. (Quelle: AP/dpa/Oded Balilty)Der israelische Künstler Ivri Lider tritt vor Zuschauern in Tel Aviv auf, die vorher eine Impfung oder überstandene Infektion nachweisen mussten. (Quelle: Oded Balilty/AP/dpa)

Hunderte kommen zu Live-Konzert in Israel

Dank der Massenimpfungen gegen das neuartige Coronavirus hat in Israel ein Konzert mit hunderten Zuschauern stattgefunden. Rund 500 gegen Covid-19 geimpfte Menschen mit Masken kamen am Freitag in Tel Aviv in einem Stadion zusammen, das Platz für bis zu 30.000 Zuschauer bietet. Sie durften sich ein Konzert des israelischen Popsängers Ivri Lider anhören.

"Das ist echt cool. Ich bin so froh", sagte Konzertbesucherin Reut Gofer bei ihrer Ankunft im Stadion. "Ich hoffe, das ist der Beginn einer Zeit, in der wir zu unserem normalen Leben zurückkehren." Das Konzert am Freitag war das erste von vier derartigen Musik-Veranstaltungen, die die Stadtverwaltung von Tel Aviv organisiert hat.

Nach einem dritten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte Israel im Februar mit schrittweisen Lockerungen der Restriktionen begonnen. So durften bereits Einkaufszentren, Fitnesstudios, Schwimmbäder, Hotels und einige kulturelle Einrichtungen wieder öffnen. In den meisten Fällen ist der Besuch aber Menschen vorbehalten, die gegen das neuartige Coronavirus immunisiert sind und daher ihre Einstufung in die Kategorie "grün" nachweisen können.

Pfizer-Chef wirbt für AstraZeneca

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, Peter Albiez, bricht eine Lanze für den von AstraZeneca entwickelten Konkurrenzimpfstoff. Im Live-Programm von "Bild" sagte Albiez auf eine entsprechende Frage: "Den würd' ich nehmen, den Impfstoff, ja." Man sollte nicht vergessen, dass jeder Impfstoff, der da sei, geprüft sei "von der EMA, also sicher und verträglich". Grundsätzlich hält Albiez in Deutschland "eine größere Dynamik" der Impf-Kampagne für nötig. "Da müssen wir in großen Schritten denken, in großen Dimensionen." Er forderte, mit Blick auf die kommenden Monate "alles" zu mobilisieren.

Italien registriert höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg

Italien hat im Pandemie-Jahr 2020 nach offiziellen Angaben die höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Insgesamt habe es im Vorjahr 746.146 Sterbefälle gegeben – und damit über 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, teilte das Statistikamt Istat in Rom am Freitag mit.

Nachdem die erste große Corona-Welle das 60-Millionen-Einwohner-Land Ende Februar 2020 getroffen hatte, ermittelten die Fachleute auch die sogenannte Übersterblichkeit für die Monate März bis Dezember. In dieser Phase starben den Angaben zufolge gut 20 Prozent mehr Menschen als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. Das waren mehr als 108.000 Tote. Wobei dieser Wert nicht bedeutet, dass dies die Zahl zusätzlicher direkter Covid-19-Opfer war. Experten hatten schon früher darauf hingewiesen, dass es auch vermehrt Tote unter anderem wegen der Überlastung des Krankenhaussystems gegeben haben könnte.

In Italien zählte das Gesundheitsministerium insgesamt bisher gut drei Millionen Menschen, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben. Offiziell wurde die Drei-Millionen-Schwelle am Freitagabend mit der täglichen Aktualisierung der Statistik überschritten. Nach Expertenangaben liegt die wirkliche Infizierten-Zahl allerdings höher. Denn manche Menschen merken nichts oder wenig von der Ansteckung und machen keinen Test.

Brasilien befürchtet 3.000 Tote pro Tag durch Corona

Eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe hält laut Insidern 3.000 Corona-Tote pro Tag in Brasilien für möglich. Sollten keine ernsthaften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in dem südamerikanischen Land ergriffen werden, sei dieses Szenario möglich, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. In den vergangenen 14 Tagen starben durchschnittlich täglich rund 1.250 Menschen an oder mit dem Virus. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit COVID-19-Rekordtoten in Brasilien forderte Präsident Jair Bolsonaro die Brasilianer am Donnerstag nach Agenturberichten auf, nicht mehr zu jammern und weiterzumachen. In seinen jüngsten Äußerungen griff er Distanzierungsmaßnahmen an und spielte die Schwere der Pandemie herunter.

Mehr als 2,7 Millionen Tote weltweit

Weltweit haben sich über 115,92 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,70 Millionen, wie eine Erhebung der Nachrichtenegentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 28,93 Millionen Infektionen und 521.403 Toten.

Schweiz will landesweit gratis Corona-Tests anbieten

Nach langem Zögern und Preisen für Corona-Tests von umgerechnet mehr als 150 Euro vollzieht die Schweiz nun eine Kehrtwende: Ab Mitte März sollen sich alle Menschen gratis auf das Coronavirus testen lassen können, auch Grenzgänger. Diese Pläne stellte die Regierung am Freitag vor. Die endgültige Entscheidung soll am 12. März fallen.

Das Programm kostet bei 8,6 Millionen Einwohnern in diesem Jahr gut eine Milliarde Franken (900 Millionen Euro). Auch soll jede Person fünf Selbsttests für zuhause pro Monat gratis bekommen, sobald verlässliche Tests dieser Art zur Verfügung stehen.

Mit der massiven Ausweitung der Tests sollen weitere Öffnungsschritte möglich werden. In der Schweiz sind seit Anfang der Woche Geschäfte und Museen wieder offen, aber Restaurants weiterhin geschlossen. Auch bei Massentests seien Hygienemaßnahmen und Regeln wie Maske tragen oder Abstand halten weiter nötig, betonte die Regierung, denn ein Testresultat sei nur eine Momentaufnahme. Ein negativer Test dürfe nicht zu falscher Sicherheit und unvernünftigem Verhalten führen.

RKI: USA nicht mehr Hochinzidenzgebiet

Das Robert Koch-Institut stuft die USA nicht mehr als Hochinzidenzgebiet ein. In einer auf der Webseite des Instituts veröffentlichten Liste werden die Vereinigten Staaten nur noch als Risikogebiet geführt. Als Hochinzidenzgebiet gelten Regionen oder Länder mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro sieben Tagen. Zudem führt das RKI noch die Kategorie Mutationsgebiet für Regionen mit einer besonders hohen Verbreitung von Virus-Mutationen. 

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist seit Anfang des Jahres stark zurückgegangen – von über 200.000 pro Tag auf durchschnittlich gut 60.000. Experten warnen jedoch, dass es auch wegen der neuen Varianten des Virus erneut zu einem Anstieg kommen könne. Die USA sind der Staat mit den weltweit höchsten Todes- und Infektionszahlen.

Einige Bundesstaaten wie Mississippi und Texas hatten bereits weitreichende Lockerungen veranlasst. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte angekündigt, die Maskenpflicht und alle Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Betriebe in seinem Bundesstaat aufzuheben. US-Präsident Joe Biden hatte die Lockerung kritisiert: "Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist", sagte der Demokrat. Erst Ende Mai werde es genug Impfstoff geben, um alle erwachsenen Amerikaner impfen zu können. 

Eilantrag erfolglos – keine sofortige Corona-Impfung für Krebskranken

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Der Beschluss vom 22. Februar wurde am Freitag in Karlsruhe veröffentlicht. 

Der Mann hatte sich zuvor schon vergeblich an die bayerischen Verwaltungsgerichte gewandt. Der Verwaltungsgerichtshof in München hatte seinen Eilantrag am 10. Februar mit der Begründung abgewiesen, dies sei "kein atypischer Einzelfall". Auch die Verfassungsrichter schreiben, der Mann habe nicht dargelegt, warum er nicht auch in Gruppe zwei eine erste Impfung "alsbald erhalten könne". Außerdem habe er "nicht hinreichend vorgetragen, dass ihm eine risikoverringernde Isolation unmöglich sei".

Schweden will Impfbescheinigung bis Sommer einführen

Die schwedische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Sommer ein digitales System für den Nachweis von Impfungen zu entwickeln. Digitalisierungsminister Anders Ygeman sagte am Freitag, jeder Schwede, der gegen das Covid-19-Virus geimpft wurde, soll dafür eine international gültige Bestätigung bekommen, entweder als App oder ein Dokument zum Herunterladen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Inzidenzwert in Thüringen weiter gestiegen

Thüringen bleibt das am härtesten von der Pandemie betroffene Bundesland. Die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage lag am Freitag bei knapp 129, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Damit hat sich die Inzidenz zum Vortag (127,5) noch einmal erhöht. Thüringen ist damit weiterhin das einzige Bundesland, das den für Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen wichtigen Schwellenwert von 100 überschreitet.

Von Donnerstag zu Freitag wurden 525 neue Infektionsfälle und 13 weitere Todesfälle gemeldet. Sei Pandemiebeginn hat sich damit die Zahl der Corona-Infektionen auf 78.325 erhöht. 2.930 Menschen starben seither im Freistaat mit oder an dem Virus.

WHO lehnt EU-Impfpass ab

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat "ernste Bedenken" gegen den von der EU geplanten Corona-Impfpass angemeldet. So sei unsicher, wie lange die Immunität nach einer Corona-Impfung anhalte, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Zeitung "Die Welt" vom Freitag. Auch könne die Impfung nicht unbedingt verhindern, dass der Empfänger andere Menschen anstecke. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfeltreffen vergangene Woche die Einführung eines europaweit gültigen Impfausweises bis zum Sommer beschlossen.

Kluge warnte zudem davor, Mutanten des Coronavirus nicht ernst genug zu nehmen, weil sich manche sehr schnell verbreiten könnten und schwere Krankheitsverläufe auslösten. "Wenn dies nun zusammenfällt mit einer nur langsamen Impfkampagne, dann verlieren wir Momentum. Dann kann das Virus wieder die Oberhand gewinnen." Jetzt sei noch nicht die Zeit für die Menschen in Europa, sich zurückzulehnen. Am Donnerstag hatte Kluge mitgeteilt, dass die Zahl der Neuansteckungen in Europa nach einem sechswöchigen Rückgang um neun Prozent auf mehr als eine Million gestiegen ist.

Noch im März sollen alle Schüler wieder in die Schule

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, kündigt an, dass alle Schüler in Deutschland noch im März wieder zur Schule gehen sollen. "Auch wenn wir durch die Virusmutation eine veränderte Situation haben, können wir nicht noch mal mehrere Wochen warten. Dafür haben die Schulschließungen einen zu hohen sozialen Preis", sagt die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Laut Ernst würden sich einige Bundesländer mit besonders niedrigen Inzidenzwerten wahrscheinlich sogar für Präsenzunterricht entscheiden. Ziel sei es, zusätzlich Schnelltests zur Verfügung zu stellen. "Das wollen wir in diesem Monat für die Lehrkräfte hinbekommen und dann möglichst schnell auch für die Schülerinnen und Schüler", so die Politikerin.

UN-Kommission: 22 Millionen neue Arme in Lateinamerika durch Corona

Rund 22 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik infolge der Coronavirus-Pandemie nach UN-Angaben in die Armut abgerutscht. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg dort auf rund 209 Millionen – gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Region, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) am Donnerstag vorstellte. Demnach lebten Ende des Jahres 78 Millionen Menschen in extremer Armut. Das entsprach 12,5 Prozent der Bevölkerung – die höchste Zahl seit 20 Jahren.

Außerdem nahm dem Bericht zufolge die Ungleichheit in der Region im Jahr 2020 zu. Vor allem sei die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zurückgegangen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote um 2,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr wirke sich besonders auf Frauen und Arbeiter in der sogenannten informellen Wirtschaft ohne staatliche Regulierung und mit geringem Sozialschutz aus sowie auf junge Menschen und Migranten.

Altmaier verteidigt Corona-Beschlüsse als "angemessen"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern verteidigt. "Wir haben einen Öffnungsplan beschlossen mit vielen stufenweise Lockerungen, die angemessen und am Gesundheitsschutz orientiert sind", sagte Altmaier der "Saarbrücker Zeitung" vom Freitag. Jetzt würden verstärkt andere wichtige Kriterien in den Blick genommen wie die Impfquote und Testkonzepte. Damit lasse die "Orientierung an der ungeeigneten 35er-Inzidenz" nach.

"Ich verstehe die Sorgen der kleinen Einzelhändler, Gastronomen oder Reisebüros gut, denn gerade diese Bereiche sind seit Monaten in einer sehr schweren Lage und viele Reserven sind aufgebraucht", sagte der Minister dem Blatt. Daher seien die Corona-Hilfen, die es seit Beginn der Pandemie gebe, nochmal erweitert worden. "Unsere Hilfsprogramme stehen bis Ende Juni 2021, teilweise länger, zur Verfügung", sagte Altmaier. Wenn sich zeige, dass weitere Hilfen notwendig seien, "stehen wir weiter fest an der Seite unserer Unternehmen".

Australien bittet EU-Kommission um Hilfe nach Impfstoff-Lieferstopp

Australien hat die Europäische Kommission um Hilfe gebeten, nachdem Italien eine Lieferung des AstraZeneca-Impfstoffs blockiert hat. "Australien hat das Thema bei der Europäischen Kommission über mehrere Kanäle angesprochen und wir haben darum gebeten, diese Entscheidung zu überprüfen", sagte der australische Gesundheitsminister Greg Hunt in Melbourne. Hier lesen Sie mehr.

Weniger Covid-19-Patienten – aber nicht mehr freie Intensivbetten

Trotz des rückläufigen Trends bei der Zahl der Covid-19-Patienten ist die Zahl freier Betten auf Intensivstationen in Deutschland seit Jahresbeginn ungefähr konstant geblieben. Operationen, die verschoben worden waren, würden derzeit wieder durchgeführt oder sogar verstärkt nachgeholt, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der Nachrichtenagentur dpa. "Entsprechend liegen die Patienten nach großen Herz-OPs oder schweren Tumor-Resektionen derzeit wieder in größerer Zahl auf den Intensivstationen."

Ohnehin sei die Behandlung der Vielzahl von Covid-19-Patienten Ende Dezember, Anfang Januar nur möglich geworden, weil andere Patienten früher als üblich auf andere Stationen verlegt worden seien. Die Bettenauslastung auf den Intensivstationen sei "nach wie vor sehr stabil hoch", so die Sprecherin. Im Divi-Intensivregister sind rund 3.700 freie Intensivbetten ausgewiesen (Stand Donnerstag). Rund 2.800 Covid-19-Fälle sind noch in Behandlung. Das ist weniger als halb so viel wie zu Jahresbeginn, aber nur etwas weniger als während der Hochphase der ersten Welle im Frühjahr 2020.

Wirtschaftsweise" verteidigt Corona-Kurs – Kritik von Verbänden

Die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer hat vor einer Vorverurteilung der Bundesregierung für die jüngsten Beschlüsse im Kampf gegen die Corona-Krise gewarnt. "Wir halten das noch eine ganze Weile aus", sagte sie der "Rheinischen Post" mit Blick auf die Belastungen der Wirtschaft durch die Auswirkungen des Lockdowns.

Betroffen seien vor allem der geschlossene Einzelhandel und Unternehmen aus dem Freizeitbereich. "Im gesamten Wirtschaftsgefüge machen diese Bereiche aber nur einen kleinen Teil der Wertschöpfung aus." Wenn Corona-Hilfen nun sinnvoll eingesetzt würden, sei sie "sehr zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren aus der Krise herausgewachsen sind, ohne dass es tiefe soziale Einschnitte für die Menschen oder Steuererhöhungen geben wird."

Schnitzer lobte zudem, dass Bund und Länder erstmals einen mehrwöchigen Stufenplan aufgestellt hätten. "Das haben sich viele lange gewünscht, weil man dann besser planen kann."

Bolsonaro zu Brasilianern: Hört auf zu jammern

Trotz rekordhoher Totenzahlen fordert Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seine Landsleute auf, das Jammern zu unterlassen. "Wie lange soll das Geheule noch weiter gehen?", fragt Bolsonaro bei einer Versammlung. Die Bevölkerung könne sich nicht länger verkriechen. Keiner könne das mehr ertragen. Er bedauere die Todesfälle. Es müsse aber eine Lösung gefunden werden.

In Brasilien sterben derzeit so viele Menschen an Covid-19 wie noch nie. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Spahns Beliebtheitswerte stürzen ab

Die Unterstützung in der Bevölkerung für Gesundheitsminister Jens Spahn ist deutlich gesunken. Lediglich noch 39 Prozent der Befragten im ARD-"Deutschlandtrend" sagten, sie seien mit ihm zufrieden – das ist ein Minus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zu Februar und der schlechteste Wert seit November 2019. Spahn stand zuletzt nicht nur wegen der schleppenden Impfkampagne in der Kritik. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erstmals Export von Astrazeneca-Impfstoff aus der EU gestoppt

Erstmals ist die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt worden. Italien verhinderte die Lieferung von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien, wie EU-Kreise am Donnerstag bestätigten. Zuerst hatte die "Financial Times" darüber berichtet.

Grundlage ist ein Ende Januar eingeführtes System zur Exportkontrolle. Danach müssen Pharmakonzerne, die Lieferverpflichtungen für die EU haben, Ausfuhrgenehmigungen für in der EU produzierte Impfstoffe beantragen. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, könnten Genehmigungen verweigert werden. Astrazeneca hatte die vertraglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal drastisch gesenkt und damit für großen Unmut gesorgt.

Ausgenommen von dem System sind Exporte in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländer. Zu den Partnerländern zählen die Schweiz, Israel und die Ukraine – nicht aber Großbritannien und Kanada. Zuständig für die Ausfuhrgenehmigungen ist der EU-Mitgliedstaat, in dem die für den Export vorgesehenen Impfstoffe produziert wurden. Die EU-Staaten holen vor Entscheidungen die Stellungnahme der EU-Kommission ein. Im vorliegenden Fall waren sich Rom und Brüssel nach dpa-Informationen einig. Zuvor waren etliche andere Exportanträge anderer Firmen genehmigt worden, die meisten kamen von Biontech/Pfizer, das von Europa aus viele Länder beliefert.

Ausbruch in Edeka-Fleischwerk in Rheinstetten

In einem Fleischwerk von Edeka Südwest in Rheinstetten sind Dutzende Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher des Landratsamts Karlsruhe berichtete am Donnerstag von 69 positiv Getesteten und 140 Kontaktpersonen, die in Quarantäne bleiben müssten. In einem Fall sei die zuerst in Großbritannien nachgewiesene mutierte Variante des Virus bestätigt worden.

Weil das Infektionsgeschehen nicht diffus sei und die Kontakte gut nachverfolgt werden könnten, habe der Ausbruch zunächst keine Folgen wie etwaige Ausgangsbeschränkungen, sagte der Sprecher. Zuerst hatten die "Badischen Neuesten Nachrichten" über den Fall berichtet.

Bundestag verlängert epidemischen Lage um weitere drei Monate

Die wegen der Corona-Pandemie ausgerufene epidemische Lage von nationaler Tragweite gilt für zusätzliche drei Monate bis Mitte des Jahres weiter. Der Bundestag beschloss am Donnerstag das Gesetz, mit dem die Notlage über Ende März hinaus bis zum 30. Juni verlängert wird. Die Regelungen stießen bei der Opposition auf heftige Kritik.

Für die Vorlage votierten in namentlicher Abstimmung 368 Abgeordnete, 293 stimmten dagegen. Sollte bis Ende Juni kein neuerlicher Beschluss zur Fortsetzung gefasst werden, läuft die Regelung dann aus. Die Ende März vergangenen Jahres erstmals beschlossene epidemische Notlage ist die Grundlage für die Kontaktbeschränkungen und Schließungen in der Corona-Pandemie, für die die Länder zuständig sind.

Das Gesetz enthält noch weitere Neuerungen unter anderem schreibt es fest, dass sich die Beschränkungen künftig nicht mehr nur am Inzidenzwert orientieren müssen, sondern auch andere Kennzahlen berücksichtigt werden können, etwa der R-Wert und der Fortschritt bei den Impfungen. Zusätzlich zum eigentlichen Gesetz stellte der Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen sowie von Linken und Grünen das Fortbestehen der epidemischen Lage fest. Die AfD stimmte dagegen, die FDP enthielt sich.

Kretschmann kritisiert Spahn wegen Corona-Schnelltests

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen einer nicht ausreichenden Anzahl von Corona-Schnelltests kritisiert. "Was die Tests anbetrifft, bin ich doch sehr vom Bund enttäuscht", erklärte Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart. Es habe "große Ankündigungen" für kostenlose Tests für alle gegeben. "Gestern zeigt sich: Der Ankündigung sind keine Taten gefolgt, es wurde noch nichts geordert", sagte Kretschmann mit Blick auf den Corona-Gipfel am Mittwoch.

Neben einem erhöhten Tempo bei Impfungen in den kommenden Wochen, Schutzkonzepten für den Handel und digitalen Hilfsmitteln habe das sogenannte Freitesten eine besondere Bedeutung für die Öffnungsschritte der kommenden Wochen. Er habe sich schon im Vorfeld des Corona-Gipfels für das Freitesten – also die Verknüpfung von Schnelltests, Selbsttests und Öffnungen – stark gemacht.

Bericht: Schnelltests könnten Bund monatlich über drei Milliarden Euro kosten

Das geplante breite Angebot von Corona-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger könnte den Bund einem Bericht zufolge monatlich mehr als drei Milliarden Euro kosten. Das Bundesgesundheitsministerium gehe davon aus, dass eine Million Tests den Bund 21 Millionen Euro kosten, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben) unter Berufung auf eine neue Testverordnung des Ministeriums.

Da Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bedarf auf bis zu 150 Millionen Tests pro Monat schätze, entstünden Kosten von monatlich bis zu 3,15 Milliarden Euro, schrieben die Zeitungen weiter. Das Gesundheitsministerium habe die erwarteten monatlichen Kosten dagegen bisher auf nur maximal 810 Millionen Euro geschätzt.

Bayern öffnet Schulen – Söder mahnt zur Vorsicht 

Bayern setzt den Lockdown im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis zum 28. März fort, lockert die Bestimmungen jedoch an einigen Stellen. Knapp 9 von 10 Menschen in Bayern sollen von den Erleichterungen durch die neue Corona-Strategie profitieren. "87 Prozent erfahren schrittweise eine Verbesserung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in München.

Derzeit seien 76 Landkreise unter der für die beschlossenen Lockerungsschritte entscheidenden Inzidenz mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 20 Landkreise seien aber weiter über einer Inzidenz von 100, hier lebten rund 13 Prozent der bayerischen Bevölkerung. In diesen Bereichen tue sich vorerst wenig.

So dürfen nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause ab dem 15. März auch alle weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen – im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Zudem warnte Söder erneut zur Vorsicht: Es rolle aber die dritte Welle, mit der britischen Virus-Variante, sagte Söder Sitzung seines Kabinetts in München. Es müsse gesehen werden, wie kontrollierbar dies sein werde.

Schleswig-Holstein öffnet den Einzelhandel

In Schleswig-Holstein darf der Einzelhandel ab Montag wieder öffnen. In Geschäften bis 800 Quadratmeter werde dabei eine Beschränkung von zehn Quadratmetern pro Kunde gelten, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Kieler Landtag an. Oberhalb dieser Größe gelten 20 Quadratmeter pro Kunde. Für einen solchen Schritt hatte die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch den Weg geebnet.

Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt wieder

Mehr als die Hälfte der Länder in Europa haben in der vergangenen Woche einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Wie das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mitteilte, ist die Anzahl der Neuinfektionen um neun Prozent gestiegen. Damit habe der vielversprechende Rückgang der letzten sechs Wochen gestoppt.

Die Virusvariante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien auftrat, sei inzwischen in 43 der 53 europäischen Länder aufgetreten. Die südafrikanische Mutation B.1.351 sei in 26 Ländern, die brasilianische Variante in 15 Ländern gemeldet worden.

Der Regionaldirektor der WHO/Europe, Hans Kluge, rief die Länder zu mehr Wachsamkeit für Varianten auf, bei denen eine erhöhte Übertragbarkeit bestehe. "Wir müssen die Ausbreitung des Virus überall unterdrücken, indem wir die Mittel anwenden, von denen wir wissen, dass sie funktionieren", so Kluge. Besonders wichtig sei das Testen und Isolieren der erkranken Menschen sowie die Nachverfolgung ihrer Kontakte.

In 45 Ländern der europäischen Region habe man inzwischen mit dem Impfen begonnen und positive Auswirkungen registriert. So sei in Ländern wie Israel und Großbritannien, wo die Impfrate sehr hoch ist, die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte von Menschen in den Risikogruppen zurückgegangen.

EMA startet Prüfung von russischen Impfstoff 

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) beginnt mit der Prüfung einer Zulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Die in Den Haag ansässige Behörde teilte am Donnerstag mit, sie habe ein rollierendes Verfahren zur Zulassung des russischen Impfstoffs gestartet. Als Reaktion kündigte der an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte souveräne russische Fonds an, bei einer Zulassung von Sputnik V könnten ab Juni 50 Millionen Europäer mit dem Impfstoff versorgt werden.

Beim so genannten Rolling Review werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA so vorgegangen. Die Verfahren dauerten einige Wochen, im Fall von Astrazeneca drei Monate. Dann erst stellten die Hersteller formell den Antrag auf Zulassung.

In Ungarn wird der vom russischen Gamaleja-Zentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelte Vektorviren-Impfstoff Sputnik V bereits eingesetzt. Auch andere EU-Länder planen dies unabhängig von der EMA-Entscheidung. Laut einer Anfang Februar in der renommierten britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie hatte Sputnik V in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Spahn: Mehr Schnelltest vorhanden als nötig

In Deutschland sind nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits ausreichend Tests vorhanden. "Bei Schnelltests übersteigt das Angebot deutlich die Nachfrage", sagt Spahn im Bundestag. Spahn verweist zudem auf den Beschluss der Bund-Länder-Runde vom Mittwochabend, wonach der Bund ab kommendem Montag die Kosten für einen Schnelltest pro Person pro Woche übernimmt.

Spahns Aussagen stehen im Widerspruch zu Berichten in den vergangenen Tagen, wonach kostenlose Schnelltests noch immer nicht flächendeckend angeboten werden können, weil es nicht genug davon geben würde. 

Defizite aufholen – Kretschmann will Schulferien verkürzen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat eine Verkürzung der Schulferien vorgeschlagen, um Bildungsdefizite wegen Corona-Schließungen aufzuholen. "Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef in einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen". Eine Verkürzung der Sommerferien sei denkbar.

Er fürchte, dass tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kindern entstanden seien, sagte Kretschmann der Zeitung. "Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe."

Die Lehrer müssen sich dem Ministerpräsidenten zufolge zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen. "Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme", sagte Kretschmann der Zeitung. Notwendig seien auch besondere Formen der Nachhilfe.

RKI: Ansteckendere Corona-Variante in 46 Prozent der positiven Proben

Die Verbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland hat laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter zugenommen. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage rund 46 Prozent, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten RKI-Bericht. Zu Beginn der Erhebung, vor rund einem Monat, hatte das RKI den Anteil der Mutante noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es 22 Prozent. Schätzungen, wonach nun ungefähr die Hälfte der Fälle auf B.1.1.7 zurückgehen, waren bereits am Dienstag bekannt geworden.

Der Anteil von 46 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf Schlüsselmutationen der Variante. Er kann laut RKI "nicht sicher auf alle Sars-CoV-2-positiven Proben in Deutschland übertragen werden". Der Bericht stützt sich noch auf weitere Datenquellen: Blickt man etwa auf komplette Erbgutanalysen, die seltener durchgeführt werden, aber als eindeutiger Nachweis gelten, sind es rund 22 Prozent Mutante. Die rasch wachsende Tendenz des Variantenanteils wird aber unabhängig von der Methodik beobachtet.

Das RKI schreibt, es sei mit einer weiteren Zunahme des Anteils von B.1.1.7 zu rechnen. Es handelt sich um eine ansteckendere Variante, die ersten Studien zufolge auch häufiger schwere Verläufe verursacht. Erwartet wird, dass sich mit der Ausbreitung die Eindämmung der Pandemie erschwert.

Impfung beim Hausarzt soll ab Anfang April möglich sein

Bayerns Ministerpräsident Söder will beim Impfen gegen Corona die gesamte Ärzteschaft einbeziehen. Gesundheitsminister Spahn will Hausärzten noch weitere Kompetenzen einräumen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Massenimpfung gegen Südafrika-Variante in Tirol

Mit einer Massenimpfung im österreichischen Bundesland Tirol soll die südafrikanische Variante des Corona-Virus bekämpft werden. In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt werde der Bezirk Schwaz mit 100.000 Dosen Impfstoff versorgt, die mit Hilfe der EU geliefert werden, gab die Regierung in Wien bekannt.

Für Tirol wurden im Februar Ausreisetests eingeführt, um die starke Verbreitung der ansteckenderen Virus-Variante einzudämmen. "Das ist sehr gut gelungen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Von einem Spitzenwert von rund 200 aktiven Fällen sei man bei unter 100 Fällen angelangt. Trotzdem müsse man weiterhin daran arbeiten, die Zahl Richtung null zu senken. Für den Großteil Tirols wird die Ausreise auch weiterhin nur mit negativem Testergebnis möglich sein.

Nächste Woche soll die Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer unter Erwachsenen in Schwaz beginnen. Der Bezirk hat rund 84.000 Einwohner. Durch die Aktion sollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieses Impfstoffs gegen die Variante gesammelt werden, die ursprünglich in Südafrika entdeckt wurde. Im Rest Österreichs werden vorerst weiterhin nur hochbetagte Menschen, Gesundheitspersonal und Lehrer geimpft.

Baufirma will Impfstoff für Mitarbeiter aufkaufen – Modellprojekt?

Der Münchner Baustoff- und Agrarhändler Baywa will der Bundesregierung liegen gebliebenen Corona-Impfstoff abkaufen und an die eigene Belegschaft verimpfen. "Wir dürfen nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren", schreibt Baywa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der lahmenden deutschen Impfbereitschaft müsse ein Ende gesetzt werden. Die Baywa biete an, bisher ungenutzten Impfstoff "so bald als möglich als Vorsorgemaßnahme für unsere Mitarbeiter käuflich zu erwerben", heißt es in dem Schreiben. Daraus könne ein Pilotprojekt für eine künftige Impfstrategie für Unternehmen werden, schlägt Lutz vor. "Die Verabreichung des Impfstoffs garantiere ich professionell und schnell zu organisieren."

Der genossenschaftliche Konzern beschäftigt weltweit 22.000 Menschen. Der Impfstoff könne über die Baywa-Betriebsärzte an alle Freiwilligen verimpft werden, erklärte Lutz. Er sieht darin auch eine Chance auf schnellere Öffnungen im Handel. Zu langes Zögern verschlimmere unnötig die Lage für viele kleine und mittelgroße Unternehmen.

Vor allem vom Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca wurde bisher nur ein kleiner Teil in Deutschland verimpft – zum einen, weil viele Bürger ihm skeptisch gegenüberstehen, zum anderen, weil er bisher nur für unter 65-Jährige zugelassen ist, die noch nicht mit Impfungen an der Reihe sind. 

So will Spahn mehr Erstimpfungen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die empfohlenen Intervalle zwischen erster und zweiter Impfung ausreizen, um mehr Menschen eine Erstimpfung zu ermöglichen. In Großbritannien haben mehr als 20 Millionen Menschen bereits die Erstimpfung erhalten. Mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer solle möglichst erst nach sechs Wochen eine Zweitimpfung erfolgen, mit dem von Astrazeneca nach zwölf Wochen, sagt er in der ARD. "Dann können wir mehr Erstimpfungen machen und, das ist das Spannende etwa bei Astrazeneca, die Wirksamkeit ist auch noch höher."

Zudem lägen inzwischen ermutigende Daten zur Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Personen im Alter von über 65 Jahren vor. "Wenn wir die über 65-Jährigen mit Astrazeneca impfen könnten, würde das richtig Geschwindigkeit bringen." Er hoffe hier auf eine Entscheidung der Ständigen Impfkommission binnen Tagen.

Intensivmediziner: "Extreme Disziplin" bei Öffnungen nötig

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Bestimmungen gewarnt. Die Intensivmediziner treibe die große Sorge um, "dass uns diese britische Mutante um die Ohren fliegt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) am Mittwoch im WDR. "Wir können sicherlich zu einem gewissen Grad selbst so was wie Läden öffnen, aber was wir brauchen, ist eine extreme Disziplin."

Wichtig sei, dass Masken getragen würden, am besten medizinische Masken, und dies müsse von den Geschäften auch richtig kontrolliert werden. "Was man merkt, ist, dass wir eine Lockdown-Effektivität hatten jetzt nach Weihnachten, die ungefähr nur halb so gut war wie die im Frühjahr", sagte Karagiannidis. Durch die britische Mutante drohe man derzeit wieder in ein exponentielles Wachstum hineinzukommen, und das müsse unbedingt verhindert werden, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Haseloff wirbt für Einsatz von russischem Impfstoff Sputnik V

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für den Einsatz des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland ausgesprochen. "Wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Der Impfstoff Sputnik V müsste vorher jedoch von der europäischen Arzneimittelbehörde Ema für den Einsatz zugelassen werden; diese Zulassung steht noch aus.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, fordert eine schnelle Lockerung der Corona-Maßnahmen: Er glaube aber nicht, dass man zeitnah unter die Inzidenz von 50 kommen würde.  (Quelle: dpa)Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, fordert eine schnelle Lockerung der Corona-Maßnahmen: Er glaube aber nicht, dass man zeitnah unter die Inzidenz von 50 kommen würde. (Quelle: dpa)

Man sollte über mögliche Impfstoff-Lieferungen mit Russland reden, sagte Haseloff weiter. Im Osten Deutschlands habe man eine lange Erfahrung mit russischen Impfstoffen. "Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden (...) Ich würde mich jederzeit mit Sputnik V impfen lassen", sagte er. Allerdings würde er sich nicht vorzeitig und öffentlichkeitswirksam impfen lassen. Politiker sollten in solch einer Situation zuletzt an sich selbst denken.

Der CDU-Politiker geht mit zahlreichen Vorschlägen in die Bund-Länder-Beratungen am Mittwochnachmittag. Sein Ziel ist es, weitere Öffnungen auch für den Inzidenz-Bereich von 50 bis 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche durchzusetzen, wie Haseloff im Vorfeld ankündigte.

Brandbrief an Merkel – Unternehmen fordern Mittelstandsgipfel

Vor dem Bund-Länder-Treffen dringt der Mittelstand in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen Gipfel über einen Ausstieg aus dem Lockdown. "Für viele Mittelständler steht nichts weniger als die eigene Existenz auf dem Spiel", heißt es in dem Schreiben, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe vorab berichten.

Zu den Unterzeichnern gehören der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), sowie Inhaber und Vorstandsvorsitzende von 20 großen Mittelstands-Unternehmen. Sie fordern einen Maßnahmenkatalog zur Entbürokratisierung der Corona-Hilfsprogramme, einen Ausstiegsplan und eine Post-Corona-Agenda. "Sonst droht uns ein Ausverkauf des deutschen Mittelstandes durch chinesische Direktinvestitionen", mahnen die Unternehmer.

Australien verlängert Grenzschließung um mindestens drei Monate

Australien hat eine Verlängerung der coronabedingten Grenzschließung um mindestens drei Monate angekündigt. Die strikten Grenzkontrollen würden bis mindestens 17. Juni verlängert, erklärte Gesundheitsminister Greg Hunt am Dienstag. Australien ist seit rund einem Jahr weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Zu Pandemie-Beginn hatte die Regierung internationale Reisebeschränkungen verhängt, die Nicht-Australiern die Einreise in das Land nur in Ausnahmefällen ermöglicht.

Gesundheitsexperten hätten der Regierung zu der verlängerten Grenzschließung geraten, erklärte Hunt. Aus ihrer Sicht stelle "die Covid-19-Situation im Ausland eine inakzeptable Gefahr für die öffentliche Gesundheit in Australien dar", sagte der Minister. Er verwies dabei auch auf die Ausbreitung ansteckender Virusvarianten.

Mützenich warnt vor "eigensinnigem Maßnahmendurcheinander"

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die Bundesländer aufgefordert, keine chaotischen Zustände bei den Schritten aus dem Corona-Lockdown entstehen zu lassen. "Ich halte es für angezeigt, dass die Ministerpräsidentenkonferenz einen klaren, nachvollziehbaren Öffnungsplan entwickelt, der bundesweit die gleichen Schrittfolgen aufweist", sagte Mützenich der Nachrichtenagentur dpa vor der Bund-Länder-Runde an diesem Mittwoch.

"Die verständliche Pandemie-Frustration darf nicht noch verstärkt werden durch eigensinniges Maßnahmendurcheinander." Mützenich betonte: "Ich werbe sehr dafür, dass die Suche nach einem Kompromiss nicht dazu führt, dass die Verständlichkeit und die Umsetzung vor Ort zusätzlich erschwert werden." Die Länderchefs wollen an diesem Mittwochnachmittag über Schritte aus dem Lockdown beraten.

Günther hält Öffnungen im Tourismus zu Ostern für möglich

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich für klare Öffnungsschritte bereits bei einer landesweiten Inzidenz von unter 50 ausgesprochen. Er lehne es ab, bereits jetzt den innerdeutschen Osterurlaub abzusagen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Kiel. Reisen ins Ausland seien ja auch möglich. "Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass wir in Schleswig-Holstein Beherbergungen früher als Ende März erlauben."

Klar ist für Günther, dass erste Lockerungen im Einzelhandel erfolgen sollen. Günther betonte, er halte nach Beratungen mit dem Expertengremium der Landesregierung nichts davon, Öffnungsschritte von einer Inzidenz von 35 Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen abhängig zu machen. Dies würde dazu führen, erst in Monaten Lockerungen zu machen. "Wir sind aber in einer Situation, in der eine Inzidenz von 50 nicht zur Überlastung der Krankenhäuser führt."

Mehrheit der Deutschen fürchtet dritte Corona-Welle

Vor dem richtungsweisenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern an diesem Mittwoch ist die Sorge in der Bevölkerung groß. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online ergab, haben mehr als 63 Prozent der Deutschen "große Sorge" oder "sehr große Sorge" vor einer dritten Welle der Neuinfektionen. Nur rund 28 Prozent haben "weniger" oder "gar keine Sorge".

Zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen gibt es dabei nur geringe Unterschiede. Die größte Sorge haben demnach über 65-Jährige mit 70 Prozent, die geringste Menschen zwischen 30 und 39 Jahren. Bei ihnen sprachen 57 Prozent von "großer" oder "sehr großer Sorge".

t-online und Civey hatten gefragt: "Wie groß ist Ihre Sorge, dass es in den kommenden Wochen zu einer dritten Corona-Infektionswelle kommen könnte?" Die Ergebnisse beruhen auf den Stimmen von 5.102 repräsentativ ausgewählten Befragten. Der statistische Fehler beträgt 2,5 Prozent.

Kretschmann bremst Öffnungsdebatte: "Erst mal nix"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht kurz vor der Bund-Länder-Konferenz zum Corona-Lockdown keine schnellen Öffnungsschritte. Was bisher diskutiert wird, lesen Sie hier. Auf die Frage, was denn außer Baumärkten rasch geöffnet werden könne, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart: "Erst mal nix." Die Zahl der Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sei weiterhin der entscheidende Wert bei der Frage, wie stark man lockern könne – und die 7-Tage-Inzidenz steige wieder.

Zwar könne man mit massenhaften Schnell- und Selbsttests demnächst Öffnungen angehen, doch das funktioniere nicht von heute auf morgen. "Das ist ein großer organisatorischer Aufwand." Die Test-Infrastruktur müsse schon da sein, "damit man die Teststrategie mit der Öffnungsstrategie verbinden kann", erklärte der Grünen-Politiker.

Kretschmann sagte zu regional unterschiedlichen Öffnungen: "Das ist immer ein Ritt auf einem Grat." Eine regionale Herangehensweise sei zwar sinnvoll, aber kommunikativ schwierig. "Dem Problem kann ich nicht entrinnen."

Bundestag führt Corona-Kontrollgremium ein

Der Bundestag soll nach den Vorstellungen von Union und SPD mithilfe eines neuen Gremiums mehr Mitsprachemöglichkeiten beim Kampf gegen die Corona-Pandemie erhalten. Dazu soll ein "Parlamentarisches Begleitgremium Covid-19-Pandemie" eingesetzt werden, wie aus einem Antrag der Koalitionsfraktionen hervorgeht. Darin heißt es: "Das interdisziplinäre Gremium soll aktuelle sowie künftige gesundheitliche und soziale Fragen der Bewältigung der Covid-19-Pandemie behandeln und gibt auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen."

Zuerst hatte das Portal "ThePioneer" über das Vorhaben von Union und SPD berichtet. Der Antrag liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Demnach soll das Gremium ein Unterausschuss des Gesundheitsausschusses werden, aus 21 Abgeordneten bestehen und externe Sachverständige einbeziehen. Zu seinen Themenfeldern soll die Erforschung und Bekämpfung von Virusmutationen ebenso gehören wie die Produktion und Beschaffung von Impfstoffen oder das Lernen und Lehren während der Pandemie.

Vor allem die Opposition im Bundestag hat immer wieder kritisiert, dass das Parlament bei den Maßnahmen gegen die Pandemie zu wenig mitzureden habe. Allerdings hatte der Bundestag selbst zum Beginn der Pandemie durch das Feststellen einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite der Regierung weitgehende Handlungsfreiheit gegeben. In dieser Woche will der Bundestag über das Fortgelten der Notlage entscheiden.

Entwurf für Corona-Gipfel: Kontaktbeschränkung könnte teilweise fallen

Beim Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch könnten Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Das geht aus einem Entwurf für das Treffen hervor, der t-online vorliegt. Bereits ab dem 8. März könnten wieder Zusammenkünfte von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten möglich sein. Kinder sollen davon ausgenommen sein. Liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei unter 50 beziehungsweise unter 35, könnte es bei den Kontakten weitere Lockerungen geben. 

Grundsätzlich soll der Lockdown in Deutschland laut dem Entwurf aber bis Ende März fortgeführt werden. Über die Punkte des Papiers wird in der Ministerpräsidentenkonferenz debattiert. Sie stellen noch keine Beschlüsse dar. Ein weiterer Entwurf war bereits Montagmittag durchgesickert: Dort war von weiteren Öffnungsschritten die Rede. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO hält Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend in Genf. Bei klugem Handeln könnten jedoch "die Krankenhauseinweisungen, die Todesfälle und die Tragödien beendet werden, die mit dieser Pandemie einhergehen".

Der Fokus der WHO sei weiter darauf gerichtet, die Infektionen so gering wie möglich zu halten und so viele Menschen wie möglich zu impfen. Im Vergleich zu vor zehn Wochen sei die Situation viel besser, sagte Ryan mit Blick auf die Auslieferung erster Impfstoffe gegen das Virus. "Noch stehen wir aber vor einer großen Herausforderung", betonte er.

Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.

Daniel Günther: "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen." (Quelle: imago images/penofoto)Daniel Günther: "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen." (Quelle: penofoto/imago images)

Daniel Günther: Morgen wird es einen Stufenplan geben

Schleswig Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, bei den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch einen Stufen- und Perspektivplan für den Weg aus dem Corona-Lockdown zu beschließen. "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen", sagte Günther am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz vor drei Wochen, die keinen guten Eindruck in der Bevölkerung hinterlassen habe, sei bei den Länderchefs der Wille zu erkennen, endlich einen konkreten Plan vorzulegen. "Es ist für mich absolut unabdingbar, dass wir morgen einen solchen Stufen- und Perspektivplan verabschieden", sagte Günther. Damit müsse auch auf regionales Infektionsgeschehen angemessen reagiert werden können. Sobald bestimmte Werte wieder ansteigen sollten, müssten einige Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden.

Ähnlich wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert auch Günther, den Impfstoff von Astrazeneca ebenfalls von Hausärzten spritzen zu lassen. "Was wir uns im Moment gar nicht leisten können, ist ein Impfstoff, der nicht in der Geschwindigkeit verimpft wird, wie es möglich wäre."

Kurz will Impfallianz mit Israel – EU außen vor

Österreich und Dänemark wollen sich einem Medienbericht zufolge in der Bekämpfung der Pandemie nicht weiter allein auf die EU verlassen. Sie suchen daher eine neue Partnerschaft bei der Erforschung und Herstellung neuer Impfstoffe mit Israel, wie "Bild" vorab berichtet.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte gegenüber dem Blatt: "Wir haben uns im Sommer gemeinsam darauf verständigt, dass Impfstoffe von der EU für die Mitgliedstaaten rechtzeitig beschafft und schnell zugelassen werden. Dieser Zugang war zwar grundsätzlich richtig, die Ema ist aber zu langsam bei den Zulassungen für Impfstoffe, und es kommt zu Lieferengpässen von Pharmaunternehmen. Wir müssen uns daher auf weitere Mutationen vorbereiten und sollten nicht mehr nur von der EU abhängig sein bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation."

SPD-Chef wirft Kanzlerin Versagen in der Corona-Krise vor

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans wirft CDU-Kanzlerin Angela Merkel und den Unionsministern im Bundeskabinett Versagen in der Corona-Krise vor. "Wir haben eine Regierungschefin, die in der Koordinierung in dieser Krise einiges vermissen lässt", kritisiert Walter-Borjans laut einem Vorabbericht der "Augsburger Allgemeinen".

Borjans attackierte auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). "Vorsichtig formuliert" sei bei deren Leistung in der Corona-Pandemie "eine Menge Luft nach oben". Die Schwächen des Koalitionspartners müssten von SPD-Vizekanzler Olaf Scholz und anderen SPD-Ministern "ausgebügelt" werden.

Walter-Borjans kündigte in dem Interview zudem einen harten Wahlkampf an. "Unser Programm ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass CDU und CSU eine Regenerationszeit auf der Oppositionsbank brauchen." Ohne einen "rot-grünen Kern" werde der nötige Wechsel nicht zustande kommen.

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