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Business- oder Zweitgerät: Wozu Tablets in Zukunft noch gebraucht werden

Im Check  

Welche Tablets sich für welchen Zweck eignen

05.12.2018, 06:22 Uhr | Sven-Hendrik Hah, dpa-tmn

Business- oder Zweitgerät: Wozu Tablets in Zukunft noch gebraucht werden. Tablet schlägt die Brücke zwischen Smartphone und PC. (Quelle: Getty Images/RyanJLane)

Tablet schlägt die Brücke zwischen Smartphone und PC. (Quelle: RyanJLane/Getty Images)

Seit Smartphones immer größer und cleverer werden, stellt sich die Frage, ob es Tablets überhaupt noch braucht. Experten sind sich sicher: Für bestimmte Zwecke bleiben die Geräte sinnvoll.

Acht Jahre ist es her, dass das erste iPad auf den Markt kam. Es war flacher und leichter als jeder Laptop. Die Smartphones übertrumpfte es mit großer Bildschirmdiagonale und einer großen virtuellen Tastatur. Darauf folgten zahllose Geräte anderer Hersteller. Tablets gibt es mittlerweile für unter 100 Euro – die Verkäufe gehen allerdings zurück. Laut Home Electronics Markt Index wurden im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland 1,74 Millionen Tablets verkauft. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,83 Millionen.

Das Tablet hat durchaus Vorteile gegenüber Handy oder PC: Der relativ große Bildschirm macht das Ansehen von Fotos, Filmen oder Webseiten bequemer als auf jedem Smartphone. Im Vergleich zum PC ist es wiederum leicht zu transportieren und schnell einsatzbereit. Bis heute nutzen fast alle Tablets mobile Betriebssysteme wie Apples iOS oder Googles Android. Nur Microsoft setzt auf Windows auch bei Tablets.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Beim Preis gibt es starke Unterschiede: Android-Tablets gibt es schon für unter 100 Euro, während die Preise für Apples iPads erst bei rund 350 Euro beginnen und bis deutlich über 2000 Euro reichen. Dennoch ist Apple Marktführer in Westeuropa: Im ersten Halbjahr 2018 war jedes dritte verkaufte Tablet ein iPad.

Samsung Galaxy Tab E T560N (9,6 Zoll)

  • Einsteiger-Tablet
  • Interner Speicher: 8GB
  • Speichererweiterung: microSD (kompatibel bis zu 128 GB)
  • Quad-Core Prozessor, 1,5 GB RAM
  • mit Wifi und Bluetooth (auch 3G möglich)
  • Betriebssystem: Android 4.4

iPad als Notebook-Ersatz

Für den Chefredakteur der Fachzeitung "Mac & i", Stephan Ehrmann, liegt der Schwerpunkt der Apple-Tablets auf dem Business-Bereich. Das iPad Pro ist auch per Stift bedienbar. "Apple positioniert seine iPads mehr in Richtung Notebook-Ersatz, als Kreativ- und Profigeräte", sagt er.

Fast ausschließlich auf Privatnutzer zugeschnitten sind Android-Tablets.  Selbst Markenhersteller wie Huawei, Samsung oder Lenovo bieten ihre Tablets für unter 100 Euro an – auch größere mit 11 Zoll Bilddiagonale.

Apple iPad Pro 10,5 Zoll

  • 10,5 Zoll Retina Display (26,67 cm Diagonale)
  • A10X Fusion Chip
  • Touch ID Fingerabdrucksensor
  • 12 Megapixel Rückkamera, 7 Megapixel FaceTime HD Frontkamera mit Auto HDR
  • 4‑Lautsprecher-Audio
  • mit 80211ac WLAN und LTE Mobilfunk

Zugang zum Play Store für Android-Tablets

Vor dem Kauf eines Android-Tablets gilt es einiges zu beachten: Die wichtigste Quelle für Software ist der Google Play Store. Das Tablet sollte entsprechenden Zugang zum Play Store haben. Die Bildschirmauflösung sollte zum Lesen und Surfen mindestens HD-Qualität (1920 zu 1200 Pixel) betragen, sagt Matthias Rößler von "Chip Online".

"Zudem sollte das Gerät stabil und gut verarbeitet sein, denn bei minderwertigen Geräten kann man oft von der Rückseite bis auf das Display durchdrücken." Eine möglichst aktuelle Android-Version ab 7.0 sollte an Bord sein. Übrigens: Wer nur zu Hause surft, braucht keine SIM-Karte.

Huawei MediaPad M5 10

  • 10,8 Zoll Display, 2560 x 1600 Pixel Auflösung
  • Frontkamera: 8 Megapixel, Hauptkamera: 13 Megapixel
    Speicher: 32GB
  • Prozessor: Hisilicon Kirin 960s, octacore (4x 2,1 GHz und 4x 1,8 GHz)
  • Betriebssystem: EMUI 8/Android 8 (Oreo)

Der Speicher sollte nicht zu knapp bemessen sein, allerdings lassen sich viele Android-Tablets mit Speicherkarten erweitern. Wer Spiele spielen oder schnell zwischen Apps wechseln möchte, sollte auf Prozessoren mit mindestens vier, besser acht Kernen sowie auf den Arbeitsspeicher achten: Mindestens 3 Gigabyte sollten anspruchsvolle Nutzer einplanen, so Rößler – dann liege der Preis aber oft über 300 Euro.

Android-Tablets als Zweitgerät

Dass Android-Tablets sich eher an Privatnutzer richten, bestätigen auch einige Hersteller. Marktforschern von Samsung zufolge habe sich das Tablet als Zweitgerät neben dem Smartphone etabliert: Etwa ein Viertel der Nutzer verwende das Tablet für Videoclips und Spiele oder um Nachrichten, Artikel und E-Books zu lesen. Im Business-Bereich verzeichneten lediglich Hybride aus Notebook und Tablet Zuwächse.

Stärker im Unterhaltungsbereich sieht Amazon seine Fire-Tablets. Der US-Konzern verkauft sie zu Preisen ab 50 Euro, bietet aber fast nur hauseigene Angebote: Die Tablets haben keinen Zugang zum Play Store, sondern nur zu den Amazon-Marktplätzen für E-Books, Musik und Videos. Auch die Sprachassistentin Alexa ist an Bord. Das Nutzungsverhalten der Kunden wird außerdem bei Zustimmung genau analysiert.

Amazon Fire Tablet (7 Zoll) mit Alexa

  • 7-Zoll-IPS-Display
  • 1,3 GHz Quad-Core-Prozessor
  • bis zu 8 Stunden Akku-Laufzeit
  • 8 oder 16 GB interner Speicher
  • microSD-Kartenslot für bis zu 256 GB erweiterbaren Speicherplatz.
Partnerangebot EUR 39,99 bei Amazon

Nutzer, die ihr Tablet wie einen Computer nutzen wollen, spricht Microsoft an. Windows gibt es auch für Tablets. Sie eignen sich vor allem zur Arbeit in der gewohnten Umgebung mit Textverarbeitung, Tabellen oder Präsentationen. Der Konzern baut dafür auch Hardware: Die Surface-Reihe, teilweise mit Tastatur, ist teurer als die meisten Tablets und zum gelegentlichen Surfen definitiv zu viel des Guten.

Microsoft Surface Go 10 Zoll

  • Hochauflösender 10-Zoll PixelSense-Touchscreen (1800 x 1200 Pixel)
  • Intel Pentium Prozessor mit 1,6 GHz
  • Speicher 128 GB mit 8 GB RAM
  • Vielseitig einsetzbar im Laptop-, Tablet- und Studio-Modus
  • Mit USB-C-Schnittstelle und Windows 10

Die Experten sind sich einig: Der Tablet-Boom ist vorbei, große Smartphones sind angesagt. Während im Profi-Bereich Tablets vor allem für Präsentationen oder Anwendungen mit Stift und Tastatur ankommen, finden günstige Tablets allerdings ihre Rolle als Zweitgerät zum Lesen oder Filmeschauen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa/tmn

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