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Keine KontaktbeschrĂ€nkungen mehr fĂŒr Geimpfte und Genesene

Von t-online, dpa, MaM, ads, EP

Aktualisiert am 15.02.2022Lesedauer: 20 Min.
Eine Person scannt den 2G-Nachweis eines Kunden (Archivbild): Auch die ZugangsbeschrÀnkungen werden in Bayern strikt gelockert.
Eine Person scannt den 2G-Nachweis eines Kunden (Archivbild): Auch die ZugangsbeschrÀnkungen werden in Bayern strikt gelockert. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Immer mehr Menschen in Bayern infizieren sich mit dem Coronavirus, inzwischen ĂŒbersteigt die Inzidenz 1.700. Von der Regierung in MĂŒnchen sind dennoch weitreichende Lockerungen beschlossen worden.

Das Wichtigste im Überblick


Wie schon im vergangenen Winter steigen die Infektionszahlen bundesweit rasant. Zudem hat die Omikronwelle auch Bayern erfasst. Mehr ĂŒber die aktuelle Corona-Lage in Bayern, speziell zu MĂŒnchen und NĂŒrnberg, erfahren Sie hier:

15. Februar: Massive Lockerungen bei Corona-Regeln

Einen Tag vor der Bund-LĂ€nder-Runde zum kĂŒnftigen Corona-Kurs hat das bayerische Kabinett bereits eine FĂŒlle von Lockerungen beschlossen. Die KontaktbeschrĂ€nkungen fĂŒr Geimpfte und Genesene entfallen komplett. Zudem werden die Corona-Zugangsregeln gelockert: Geimpfte und Genesene brauchen von Donnerstag an nirgendwo mehr einen zusĂ€tzlichen Test. Und zu einigen weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens, etwa Hochschulen, haben dann auch Ungeimpfte wieder Zugang – wenn sie stattdessen einen negativen Test vorweisen.

Geimpfte und Genesene dĂŒrfen sich in Bayern von Donnerstag an wieder in beliebig großen Runden privat treffen, nicht nur zu zehnt wie bisher. Die bislang geltenden KontaktbeschrĂ€nkungen fĂŒr Geimpfte und Genesene werden komplett und ersatzlos gestrichen. Die Kontaktregeln fĂŒr Ungeimpfte bleiben dagegen bis auf Weiteres unverĂ€ndert: Sobald auch nur ein Ungeimpfter dabei ist, darf sich ein Haushalt nur mit maximal zwei Angehörigen eines weiteren Hausstands treffen, Kinder unter 14 nicht mitgezĂ€hlt.

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2G statt 2G plus, 3G statt 2G

Weite Bereiche des öffentlichen Lebens, etwa Sport-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen, sind in Bayern von Donnerstag an wieder ohne zusĂ€tzlichen Test oder Booster-Impfung zugĂ€nglich. Überall dort, wo bislang noch die 2G-plus-Regel gilt, gilt also kĂŒnftig nur noch 2G. Auch die maximale Zuschauerzahl fĂŒr Kultur- und Sportveranstaltungen wird angehoben: Von Donnerstag an sind, etwa auch bei Bundesliga-Spielen, wieder bis zu 25.000 Zuschauer erlaubt – bisher waren es 15.000. Die KapazitĂ€tsgrenzen - im Sport maximal 50 Prozent Auslastung, im Kultur-Bereich 75 Prozent - bleiben aber unverĂ€ndert.

In Bayern haben auch Ungeimpfte von Donnerstag an wieder Zugang zu einigen weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens – wenn sie stattdessen einen negativen Test vorweisen. 3G statt wie bisher 2G gilt dann unter anderem fĂŒr Hochschulen, außerschulische Bildung, berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, Musikschulen, Bibliotheken und Archive, Museen und Ausstellungen, Fitnessstudios und Solarien.

SchĂŒlerinnen und SchĂŒler unter 18 gelten als geimpft oder genesen

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die in der Schule regelmĂ€ĂŸig auf das Corona-Virus getestet werden, sind kĂŒnftig Genesenen oder Geimpften gleichgestellt. Sie haben kĂŒnftig also auch ohne Corona-Impfung zu allen 2G-Bereichen Zugang. FĂŒr Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe entfĂ€llt die Begrenzung der Kundenzahl von einem Kunden auf 10 Quadratmeter.

Von der Bund-LĂ€nder-Runde am Mittwoch erwartet Bayern zudem "weitere Öffnungsperspektiven" fĂŒr die Gastronomie, das Beherbergungswesen sowie fĂŒr Schankwirtschaften, Clubs und Diskotheken. "Bayern kann sich dabei vorstellen, die Gastronomie und das Beherbergungswesen bald generell nach 3G zu öffnen", heißt es im Kabinettsbeschluss. "Schankwirtschaften, Clubs und Diskotheken könnten vorsichtig unter den Bedingungen von 2G plus geöffnet werden." Hier will Bayern aber nicht im Alleingang handeln, sondern hofft auf bundesweite Schritte.

5. Februar: Deutschlandweiter Höchstwert in FĂŒrstenfeldbruck

Die Corona-Inzidenz in Bayern steigt weiter. Das Robert Koch-Institut in Berlin meldete am Samstag einen neuen Höchststand fĂŒr die Wochen-Inzidenz von 1.741,2. Das sind 45,6 FĂ€lle mehr als am Freitag. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche lag damit im Land erneut deutlich ĂŒber der bundesweiten Zahl von 1.388,0.

Die höchste Inzidenz bundesweit meldete das RKI fĂŒr den Landkreis FĂŒrstenfeldbruck. Dort schnellte der Wert bedingt durch erneute Nachmeldungen von 3.019,1 auf 3.720,4 nach oben. Neu beim RKI gemeldet wurden in dem Landkreis rund 2.000 FĂ€lle, 939 datierten auf den 3. Februar und 1.060 datierten auf den 4. Februar.

Wert durch Nachmeldungen schlagartig verdreifacht

Erst am Vortag hatte sich die Inzidenz in FĂŒrstenfeldbruck durch Tausende Nachmeldungen ĂŒber Nacht fast verdreifacht. Nach Darstellung des Landratsamtes vom Freitag waren in den vorangegangenen Tagen Tausende FĂ€lle in der Meldesoftware "hĂ€ngengeblieben". Das Landratsamt hatte bereits am Freitag ankĂŒndigt, dass mit weiteren Nachmeldungen "in der GrĂ¶ĂŸenordnung von ca. 1.000" gerechnet werde.

Die offiziell fĂŒr FĂŒrstenfeldbruck gemeldete Inzidenz hatte bislang unter dem bayerischen Durchschnitt gelegen. Zuletzt hatte es durch Meldeverzögerungen in Bayern immer wieder Verzerrungen fĂŒr einzelne Landkreise gegeben – nach oben wie nach unten.

Der Landkreis Dachau lag am Samstag mit 2.549,0 bayernweit an zweiter und bundesweit an vierter Stelle bei den Inzidenzen. Den niedrigsten Wert im Freistaat hatte mit 737,6 der Landkreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim.

Zahlen auf bayrischen Intensivstationen stagnieren

Seit Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI im Freistaat fast zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 229.000 der FÀlle wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten TodesfÀlle im Zusammenhang mit Corona seit Beginn der Pandemie stieg um 46 auf 20.627 (Stand: Samstag 3.53 Uhr).

Auf den bayerischen Intensivstationen macht sich die aktuelle Viruswelle weiter nur bedingt bemerkbar. Dort wurden am Samstag laut bundesweitem Intensivregister (Stand: 8.05 Uhr) 335 Corona-Patienten behandelt – drei weniger als am Vortag. Die Werte stagnieren seit fast zwei Wochen. Das gilt auch deutschlandweit. Hier wurden nach den Daten vom Samstag 2.272 Patienten intensivmedizinisch behandelt.

4. Februar: Omikronwelle – Corona oft Nebenbefund auf Allgemeinstation

In der Omikronwelle ist in Bayerns KrankenhĂ€usern ein hoher Anteil von Corona-Patienten nicht wegen Covid in Behandlung, sondern wegen anderer Krankheiten. Das gilt aber nur fĂŒr die Patienten und Patientinnen auf den Normalstationen. Beim ĂŒberwiegenden Teil der Corona-Intensivpatienten ist Covid auch die Hauptdiagnose, wie fĂŒnf UniversitĂ€tskliniken und die RoMed-Kliniken Rosenheim auf Anfrage berichten.

Die ZahlenverhĂ€ltnisse sind allerdings regional sehr unterschiedlich. Dem Uniklinikum rechts der Isar in MĂŒnchen zufolge sei in der Klinik die Mehrheit der aktuell mit dem Corona-Erreger infizierten Patienten "nicht mehr wegen schwerer Covid-19-VerlĂ€ufe, sondern aus anderen medizinischen GrĂŒnden und einer nebenbefundlichen Sars-CoV-2-Infektion" aufgenommen worden.

Das nahe Klinikum der MĂŒnchner Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t bezifferte den Anteil der Patienten auf Normalstationen, die wegen einer Sars-CoV-2-Infektion aufgenommen und derzeit in Covid-Stationen behandelt werden, auf ĂŒber 65 Prozent. Am Rosenheimer Hauptstandort der RoMed-Klinken wurden am Mittwoch von 32 Corona-Patienten auf Normalstationen 15 wegen der Hauptdiagnose Corona behandelt – bei den 17 anderen war Covid der Nebenbefund.

In der WĂŒrzburger Uniklinik wurden am Dienstag 28 mit dem Corona-Erreger infizierte Patienten auf den Normalstationen behandelt – davon lediglich 7 mit Hauptdiagnose Corona, 21 dagegen wegen anderer Krankheiten. Das Uniklinikum Regensburg nannte die Zahlen fĂŒr den ganzen Januar: 35 Patienten wurden auf der Covid-Allgemeinstation aufgenommen, 14 davon primĂ€r wegen ihrer Coronavirus-Infektionen, die ĂŒbrigen 21 wegen anderer Grunderkrankungen.

Differenzierung zwischen Haupt- und Nebendiagnose teils unmöglich

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Allerdings betonen mehrere KrankenhĂ€user, dass die Differenzierung zwischen Haupt- und Nebendiagnose Corona erstens schwierig und zweitens auch nicht in jedem Fall sinnvoll sei. Eine scharfe Trennung zwischen Hospitalisierung "mit" oder "wegen" Sars-CoV-2 sei insbesondere bei multimorbiden Patientinnen und Patienten nicht möglich, hieß es im Klinikum rechts der Isar. "Multimorbid" ist der Fachausdruck fĂŒr Patienten, die an mehreren Leiden gleichzeitig erkrankt sind.

"Auf den Intensivstationen sind fast alle Corona-Patienten wegen Covid-19 auf der Intensivstation, meist wegen einer LungenentzĂŒndung, in seltenen FĂ€llen wegen vaskulĂ€rer Komplikationen, vor allem Herzinfarkt und SchlaganfĂ€lle", antwortete Thomas Harrer, Schwerpunktleiter Infektiologie und Immundefizienz der Medizinischen Klinik 3 des UniversitĂ€tsklinikums Erlangen. "Da dieses Virus die GefĂ€ĂŸe durch Infektion von GefĂ€ĂŸzellen schĂ€digt, gehe ich davon aus, dass diese Patienten diese GefĂ€ĂŸerkrankungen nicht beziehungsweise nicht zu diesem Zeitpunkt bekommen hĂ€tten, wenn sie nicht coronainfiziert worden wĂ€ren."

Schwerere VerlÀufe anderer Krankheiten durch Corona-Infektion?

Auf den Allgemeinstationen sei schwieriger zu differenzieren, "wer wegen Corona in die Klinik kommt und wer wegen anderer Erkrankungen in die Klinik aufgenommen wurde und zufÀlligerweise auch eine Corona-Infektion hatte", schrieb der Medizinprofessor.

Die ĂŒberwiegende Mehrzahl der Erwachsenen komme immer noch wegen Corona in die Klinik. "Dabei muss berĂŒcksichtigt werden, dass Sars-CoV-2 nicht nur eine LungenentzĂŒndung auslöst, sondern auch gastrointestinale Beschwerden wie DurchfĂ€lle, Bauchschmerzen und GefĂ€ĂŸprobleme wie Thrombosen, Infarkte, SchlaganfĂ€lle bewirkt." Eine gleichzeitige virale Infektion erhöhe auch das Risiko fĂŒr andere Infektionen. "So dass man annehmen muss, dass der Verlauf von anderen Erkrankungen durch eine Corona-Infektion schwerer verlĂ€uft."

01. Februar: Schulleiter können SchĂŒler kĂŒnftig bei Corona-AusbrĂŒchen nach Hause schicken

Nach viel Kritik an den Corona-Regeln fĂŒr die bayerischen Schulen werden diese in einem Punkt angepasst: Bei grĂ¶ĂŸeren Ausbruchsgeschehen können Schulleiter kĂŒnftig ganze Klassen nach Hause und in den Distanzunterricht schicken, und zwar fĂŒr fĂŒnf Tage. Sie mĂŒssen in diesen FĂ€llen dann nicht mehr auf eine entsprechende Anweisung des Gesundheitsamtes warten, sondern können eigenstĂ€ndig handeln. Das teilte Kultusminister Michael Piazolo (Freie WĂ€hler) am Dienstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in MĂŒnchen mit, bei der auch einige Schulleiter zugeschaltet waren.

Formal handelt es sich dann nicht um eine förmliche QuarantĂ€ne-Anordnung fĂŒr die Klasse beziehungsweise die ĂŒbrigen Kinder – dafĂŒr bleibt weiterhin allein das Gesundheitsamt zustĂ€ndig. Die Schulleiter können aber kĂŒnftig entscheiden, ob bestimmte Klassen wegen vieler Corona-FĂ€lle in den Distanzunterricht wechseln mĂŒssen. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die positiv getestet werden, mĂŒssen auch weiterhin, wie bisher, umgehend nach Hause und in Isolation.

Damit lenkt das Kultusministerium nach viel Kritik von Lehrer-, Eltern- und SchĂŒlerverbĂ€nden ein. Zuletzt nĂ€mlich hatte das Ministerium in einem Schreiben an Schulen und Eltern nicht nur betont, dass allein das zustĂ€ndige Gesundheitsamt entscheide, wer in QuarantĂ€ne mĂŒsse, sondern auch explizit festgehalten: "Bis zu einer möglichen QuarantĂ€neanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die ĂŒbrigen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Klasse weiter den Unterricht." Daran hatte sich die teils deutliche Kritik entzĂŒndet – weil manche Schulen offenbar durchaus zuvor eigenstĂ€ndiger gehandelt hatten.

Kliniken sollen verschiebbare OPs weiter aussetzen

Die Regierung von Oberbayern hat die Anordnung fĂŒr Kliniken verlĂ€ngert, dass planbare stationĂ€re Behandlungen weiter aufgeschoben werden sollen – vorerst bis Ende Februar. Das betrifft demnach auch die MĂŒnchner Kliniken. Medizinisch dringliche Operationen wie zeitkritische Herz- oder Tumor-Operationen seien von der Anordnung nach wie vor nicht erfasst. Auch könnten in Absprache mit den behandelnden Ärzten sowie den fĂŒr die jeweilige Region zustĂ€ndigen Ärztlichen Leitern der Krankenhauskoordinierung Ausnahmen genehmigt werden.

Die Regierung rĂ€umt ein, dass zwar weniger Intensivbetten mit COVID-19-Patienten belegt seien. Jedoch mĂŒssten aufgrund der Omikron-Variante immer mehr normale Pflegebetten fĂŒr Corona-Patienten zur VerfĂŒgung gestellt werden. Zudem wĂŒrde die Omikron-Welle auch fĂŒr AusfĂ€lle beim Klinikpersonal sorgen.

Und tatsĂ€chlich: Stand Dienstag befinden sich laut der MĂŒnchen Klinik lediglich zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation, nahezu alle davon seien ungeimpft. 80 Corona-Patienten liegen demnach auf einer normalen Station und mĂŒssten nicht intensivmedizinisch betreut werden. Auch hier seien die meisten Patienten ungeimpft oder hĂ€tten keine Booster-Impfung.

26. Januar: Inzidenz in ganz Bayern erstmals ĂŒber 1.000

Die Corona-Infektionszahlen in Bayern haben einen neuen Höchststand erreicht: Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte mit der aktuellen Welle erstmals im Freistaat ĂŒber den Wert von 1.000. Sie lag dem dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge am Mittwoch bei 1068,0 nach 984,1 am Vortag.

Binnen 24 Stunden verzeichneten Bayerns GesundheitsÀmter den Angaben nach 31.797 Neuinfektionen im Vergleich zu 20.681 am Dienstag. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezÀhlten TodesfÀlle im Freistaat stieg um 21 auf 20.362.

Mehr als 40 der 96 Landkreise und kreisfreie StĂ€dte in Bayern liegen inzwischen ĂŒber einer Inzidenz von 1.000. Die landesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz wies am Mittwoch weiterhin der Landkreis Dachau mit einem Wert inzwischen knapp unter 2.000 auf – exakt waren es 1.997,2 dem RKI-Dashboard zufolge. Dahinter lagen die StĂ€dte MĂŒnchen (1.763,1) und Rosenheim (1.545,8) sowie der Landkreis MĂŒhldorf am Inn (1.528,1).

Die im Vergleich geringsten Inzidenzen weisen weiterhin Regionen in Franken auf: Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den oberfrÀnkischen Landkreisen Coburg (377,7) und Kronach (409,9) sowie im unterfrÀnkischen Landkreis Aschaffenburg (459,8).

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern stieg wieder leicht. Das Divi-Intensivregister meldete am Mittwoch (Stand 7.15 Uhr) 340 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 4 mehr als am Dienstag um diese Zeit. Allerdings waren vor einer Woche noch rund 400 Corona-Intensivpatienten in Behandlung.

Lockerungen: Ende der Geisterspiele und 50 Prozent bei Kultur-Events

Bayern lockert die Corona-Regeln fĂŒr Sport- und Kulturveranstaltungen, auch fĂŒr ĂŒberregionale. Das hat das Kabinett in MĂŒnchen am Dienstag beschlossen. Mit der Wieder-Erlaubnis fĂŒr Großveranstaltungen geht der Freistaat ĂŒber den gemeinsamen Bund-LĂ€nder-Beschluss vom Montagabend hinaus.

In der Fußball-Bundesliga und in allen anderen Profiligen darf in Bayern kĂŒnftig wieder vor bis zu 10.000 Zuschauern gespielt werden. Neben dieser absoluten Obergrenze gilt fĂŒr ĂŒberregionale Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern grundsĂ€tzlich: Es dĂŒrfen maximal 25 Prozent der KapazitĂ€ten genutzt werden. Die Fans mĂŒssen geimpft oder genesen und zusĂ€tzlich getestet (oder geboostert) sein und eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot.

Kulturelles Komplett-Verbot aufgehoben

Zugleich wird – analog zum Sport – das Komplett-Verbot fĂŒr große ĂŒberregionale Kulturveranstaltungen aufgehoben: Werden mehr als 1.000 Zuschauer erwartet, darf die Besucher-KapazitĂ€t zu maximal 25 Prozent ausgelastet werden. Wie bei großen Sport-Events gilt – etwa fĂŒr Konzerte –eine absolute Personenobergrenze von 10.000 Zuschauern.

Bei allen anderen Kultur- und Sportveranstaltungen sind kĂŒnftig wieder doppelt so viele Zuschauer erlaubt wie bisher: In Theatern, Kinos und bei anderen Kultur- und Sport-Events ist von Donnerstag an wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt – bisher waren es 25 Prozent. Die bisher geltenden Zugangsregeln (2G plus beziehungsweise 2G) gelten bei alledem unverĂ€ndert, zudem gilt bei Veranstaltungen auch weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht.

Abstandsregeln in Kinos und Theatern gelockert

In Kinos und Theatern sollen laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) im Vollzug nicht ĂŒberall die MindestabstĂ€nde eingehalten werden mĂŒssen – es soll jedenfalls eine Auslastung von 50 Prozent ermöglicht werden.

Bund und LĂ€nder hatten sich am Montag eigentlich darauf verstĂ€ndigt, dass die Chefs der Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung fĂŒr ĂŒberregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen. Bayern greift dem nun, wie von MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) Ende vergangener Woche angedroht, vor. Er begrĂŒndet dies damit, dass in anderen BundeslĂ€ndern schon bisher teils deutlich mehr Zuschauer etwa bei Fußballspielen erlaubt seien.

Bei einzelnen Spielen der ersten Liga – nĂ€mlich in Berlin – waren zuletzt allerdings maximal 3.000 Zuschauer zugelassen gewesen. Bei den meisten anderen waren es einige Hundert. Bayern hatte die Bund-LĂ€nder-Vereinbarung vom 21. Dezember, wonach es seither nur noch Geisterspiele geben sollte, bis zuletzt noch strikt angewandt.

Zugangsregeln fĂŒr Jugend-Angebote erleichtert

Zudem beschloss das Kabinett, nach viel Kritik in den vergangenen Wochen, eine Lockerung der Zugangsregeln fĂŒr Angebote der Jugendarbeit: MinderjĂ€hrige SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die ohnehin regelmĂ€ĂŸig in der Schule getestet werden, mĂŒssen nun keinen Impfnachweis und keinen weiteren Test mehr vorlegen. Auch diese erleichterten Zugangsregeln sollen von Donnerstag an gelten.

Die sogenannte Hotspot-Regelung, wonach in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz ĂŒber 1000 – das sind aktuell schon 30 – eigentlich viele Bereiche geschlossen werden mĂŒssten, bleibt laut Kabinettsbeschluss weiter ausgesetzt. Die Staatsregierung hĂ€lt derartige regionale Lockdowns fĂŒr unnötig und unangemessen, weil die hohen Sieben-Tage-Inzidenzen anders als bei frĂŒheren Virus-Varianten bislang nicht mehr zu einer hohen Krankenhaus-Auslastung fĂŒhren.

25. Januar: Herrmann: Omikron in 91 Prozent der Corona-Neuinfektionen

Die Omikron-Variante des Virus habe mittlerweile einen Anteil von 91 Prozent an den Neuinfektionen erreicht, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in MĂŒnchen: "Die Omikron-Welle rollt und fĂŒhrt zu Inzidenz-HöchststĂ€nden in Bayern und in Deutschland".

Mit extrem hohen Inzidenzen habe sie inzwischen auch die KrankenhĂ€user erreicht. Zwar sei die Zahl der Intensivpatienten im Vergleich zur Vorwoche weiter gesunken, dafĂŒr sei aber die Zahl derer, die insgesamt wegen Corona ins Krankenhaus mussten, merklich gestiegen.

17. Januar: MĂŒnchen ist Bayerns Corona-Hotspot

Die GesundheitsÀmter in Bayern haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages mehr als 8.200 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz im Freistaat lag damit am Montag bei 551,5 nach 527,4 am Sonntag. Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 551 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte das RKI am Montag mit.

Die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den zurĂŒckliegenden sieben Tagen in Ingolstadt gemeldet: Die Inzidenz erreichte dort am Montag den Wert von 866. Es folgt die bayrische Landeshauptstadt MĂŒnchen (859,7) und der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (828,3). Am niedrigsten waren die Inzidenzen in den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz (175,3) und Coburg (180,2).

11. Januar: Bayern weicht ab vom Bund-LĂ€nder-Kurs

Bayern verzichtet anders als fast alle anderen BundeslĂ€nder auf schĂ€rfere Corona-Regeln fĂŒr GaststĂ€tten. Im Freistaat bleibt es dabei, dass Geimpfte und Genesene ohne zusĂ€tzlichen Test beziehungsweise ohne Auffrischungsimpfung in Restaurants gehen dĂŒrfen. Es gilt also weiterhin die 2G-Regel und nicht 2G plus, wie Bund und LĂ€nder vergangenen Freitag mehrheitlich vereinbart hatten. Die bayerische Corona-Verordnung werde ohne besondere inhaltliche Änderungen verlĂ€ngert, teile Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in MĂŒnchen mit.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrĂŒndete die Entscheidung vor allem damit, dass bislang nur wenige VerstĂ¶ĂŸe gegen die bestehenden Regeln festgestellt wurden. Er betonte zudem, dass auch im Bereich der Kultur noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Auch hier seien unter UmstĂ€nden Lockerungen möglich, "wenn es verantwortbar ist". Aktuell wĂŒrden aber noch Erkenntnisse fehlen, wie mit Omikron umzugehen sei. "Passt die Delta-Logik auch auf Omikron? Das ist die Kernfrage, die sich stellt", rĂ€umte auch Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) ein.

Bayern weicht in seiner Regel fĂŒr die Gastronomie neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland von der Bund-LĂ€nder-Linie ab. DafĂŒr bleiben – anders als in anderen LĂ€ndern – in Bayern Kneipen, Bars und Discos weiter ganz geschlossen.

10. Januar: Schulen und Kitas starten trotz Omikron

An diesem Montag beginnt in Bayern wieder die Schule. Auch die meisten KindertagesstĂ€tten öffnen nach den Weihnachtsferien ihre TĂŒren. Die Kleinen und ihre Eltern mĂŒssen sich dabei umstellen. FĂŒr sie heißt es fortan drei Mal in der Woche: testen. Ab dem 10. Januar gibt es Änderungen bei den Vorgaben zu Corona-Tests fĂŒr Krippen- und Kindergartenkinder. Zwar gilt weiterhin keine Testpflicht in den RĂ€umen der Kitas, aber eine Testnachweispflicht fĂŒr die Sorgeberechtigten: Sie mĂŒssen drei Mal in der Woche "glaubhaft versichern", dass sie alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr mit negativem Ergebnis selbst zu Hause getestet haben.

Die vom Freistaat per Berechtigungsschein bezahlten Tests mĂŒssen grundsĂ€tzlich montags, mittwochs und freitags erfolgen. Ist ein Kind an einem dieser Tage nicht anwesend, muss ein Test an dem Tag gemacht werden, an dem es wieder betreut wird. Die Einrichtungen können dabei selbst entscheiden, ob die Eltern als Nachweis des Tests die Testkassette mit der negativen Ergebnisanzeige oder aber ein jedes Mal mit dem aktuellen Datum neu unterschriebenes Formular mitbringen mĂŒssen. Eine zunĂ€chst vorgesehene Videodokumentation bei Zweifeln an der GlaubwĂŒrdigkeit der elterlichen Angaben hat das Sozialministerium in der Zwischenzeit wieder gestrichen.

FĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Ă€ndert sich mit Blick auf die TestmodalitĂ€ten nur insofern etwas, als sich nun auch geimpfte und genesene SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wieder regelmĂ€ĂŸig testen mĂŒssen. Ansonsten bleibt es dabei, dass an den Grund- und Förderschulen zweimal pro Woche ein PCR-Pooltest gemacht wird. Weil das Ergebnis des Pool-Tests erst mit einiger zeitlicher Verzögerung vorliegt, wird an den Grund- und Förderschulen am Montagmorgen zu Unterrichtsbeginn zusĂ€tzlich ein Selbsttest durchgefĂŒhrt. An allen anderen Schulen testen sich die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler dreimal pro Woche selbst.

29. Dezember: 2G-Regel gilt nicht fĂŒr BekleidungsgeschĂ€fte in Bayern

BekleidungsgeschÀfte in Bayern dienen genauso wie Buchhandlungen oder BlumenlÀden der "Deckung des tÀglichen Bedarfs" und unterliegen somit nicht der 2G-Regel. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch entschieden. Der Beschluss ist rechtskrÀftig.

Die Staatsregierung hatte Anfang Dezember verfĂŒgt, dass im bayerischen Einzelhandel nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben. Ausgenommen sind LadengeschĂ€fte "zur Deckung des tĂ€glichen Bedarfs". BekleidungsgeschĂ€fte werden in der Verordnung nicht als Ausnahme aufgefĂŒhrt. Nach dem Urteil der Richter sind aber auch sie von der 2G-Regel ausgenommen, "weil deren Bedeutung fĂŒr die Allgemeinheit nicht hinter die von Schuhen, BĂŒchern, Schnittblumen oder GartengerĂ€ten zurĂŒcktrete und der Bedarf an Kleidung tĂ€glich eintreten könne".

Der Verwaltungsgerichtshof lehnte deshalb den Eilantrag eines Bekleidungsunternehmens gegen die 2G-Regel als unzulÀssig ab: BekleidungsgeschÀfte fielen ohnehin nicht unter die BeschrÀnkung.

Vor Weihnachten hatten die Richter schon klargestellt, dass auch SpielzeuglĂ€den davon ausgenommen seien. Wie wichtig und dringlich ein tĂ€glicher Bedarf sein mĂŒsse, damit das GeschĂ€ft nicht der 2G-Vorschrift unterliegt, sei weder dem Verordnungstext noch der BegrĂŒndung zu entnehmen. Neben LebensmittelgeschĂ€ften und Apotheken nennt die Verordnung unter anderem Buch- und BlumenlĂ€den, GartenmĂ€rkte und WeihnachtsbaumverkĂ€ufe.

Polizei schnappt mutmaßlichen Corona-Test-BetrĂŒger

Ein 21 Jahre alter Mitarbeiter einer Corona-Teststation soll mehreren Testwilligen negative Testnachweise ausgestellt haben – ohne vorherigen Test. Nach Polizeiangaben von Mittwoch teilte ein 50 Jahre alter Mann aus MĂŒnchen am Vorabend mit, dass er fĂŒr seine sieben und zehn Jahre alten Söhne Corona-Tests benötigte und deshalb zu einer Teststation gefahren sei.

Der Mitarbeiter habe erklĂ€rt, er werde an dem Abend zwar keine Tests mehr durchfĂŒhren, den Wartenden aber negative Testnachweise ausstellen. So sei es dann auch geschehen. Der Mann sagte, er habe fĂŒr seine Söhne per Mail negative Nachweise erhalten.

Die Polizei kontrollierte daraufhin ein Fitnessstudio in der NĂ€he der Teststation. Dort stellte sich heraus, dass mehrere Personen ein negatives Textzertifikat erhalten hatten – ohne vorher tatsĂ€chlich getestet worden zu sein. Mögliche VerstĂ¶ĂŸe gegen das Infektionsschutzgesetz wĂŒrden geprĂŒft, teilte die Polizei mit. Der 21-jĂ€hrige Mitarbeiter der Teststation erhielt eine Anzeige wegen Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse.

27. Dezember: Neue Corona-BeschrÀnkungen ab Dienstag

Die Landesregierung Bayern setzt den Bund-LĂ€nder-Beschluss zum 28. Dezember um. Ab Dienstag dĂŒrfen sich dann nur noch maximal zehn Geimpfte und Genesene privat treffen – dies gilt bei privaten ZusammenkĂŒnften außerhalb der Gastronomie. Das bislang fĂŒr große ĂŒberregionale Sportveranstaltungen geltende Zuschauerverbot gilt kĂŒnftig zudem fĂŒr große ĂŒberregionale Kulturveranstaltungen und vergleichbare Veranstaltungen.

23. Dezember: Kritik an "SpaziergĂ€ngen" gegen Corona-Maßnahmen

In MĂŒnchen sind am Mittwoch Tausende in einem "Spaziergang" durch die Stadt gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Dabei kam es auch zu GewaltausbrĂŒchen und Festnahmen (Mehr lesen Sie hier). MĂŒnchens OberbĂŒrgermeister Reiter Ă€ußert Kritik an den MĂ€rschen und sieht darin eine geziele Konfrontation mit dem Staat (Mehr dazu hier.)

21. Dezember: Impfzentren sollen auch ĂŒber die Weihnachtstage impfen

In Bayerns 81 Impfzentren soll auch ĂŒber die Feiertage krĂ€ftig weitergeimpft werden. "Wir haben die Impfzentren angewiesen, soweit wie möglich offen zu lassen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag im Deutschlandfunk. Zudem gebe es mehr als 250 mobile Impfteams. Auch viele Ärzte wollen nach Angaben der KassenĂ€rztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nur kurz pausieren. "Wir wissen, dass nur eine geringe Zahl an Praxen (HausĂ€rzte, FachĂ€rzte, Psychotherapeuten) lĂ€nger in die Ferien gehen wird", teilte ein KVB-Sprecher mit. Wie viele Praxen weiterimpfen werden, könne jedoch nicht beziffert werden. "Dies muss der KVB nicht angezeigt werden."

Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus hat das Robert Koch-Institut (RKI) seine Risikobewertung verschĂ€rft. FĂŒr zweifach Geimpfte und Genesene werde die Gefahr einer Ansteckung nun als "hoch" angesehen, teilte das RKI am Montag auf Twitter mit. FĂŒr Ungeimpfte bleibt es demnach "sehr hoch". FĂŒr Geimpfte mit Auffrischimpfung (Booster) schĂ€tzt das Institut die GefĂ€hrdung hingegen als moderat ein. Insgesamt werde die GesundheitsgefĂ€hrdung der Bevölkerung als "sehr hoch" eingeschĂ€tzt, schreibt das Institut in seiner geĂ€nderten Risikobewertung. Es warnt vor einem schlagartigen Anstieg der Fallzahlen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen die Impfzentren wenn möglich an sieben Tagen in der Woche Impfungen anbieten, auch abends. "Freigestellt ist den Impfzentren, ob bzw. in welchem Umfang sie am 24. Dezember außerhalb der ĂŒblichen Ladenöffnungszeiten die Impfzentren öffnen", sagte ein Ministeriumssprecher.

20. Dezember: Herrmann: "Bei Rechtsextremismus muss der Staat klare Grenzen ziehen"

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den Einfluss von Rechtsextremisten auf die Proteste gegen die Corona-EinschrĂ€nkungen "mehr als besorgniserregend" genannt. Er halte die Radikalen im "Querdenker"-Bereich fĂŒr sehr gefĂ€hrlich, deshalb wĂŒrden sie auch von Polizei und Staatsschutz aufmerksam verfolgt, sagte Herrmann am Montag im Bayerischen Rundfunk. "Wir brauchen eine wehrhafte Demokratie, einen starken Staat, der solche Umtriebe bekĂ€mpft."

Am Sonntag hatten in NĂŒrnberg Tausende gegen die Coronapolitik von Bund und Staatsregierung sowie eine mögliche Impfpflicht protestiert. Herrmann selbst hatte an einer Gegenkundgebung teilgenommen. "Ich habe klar Stellung bezogen, dass wir unsere Demokratie schĂŒtzen mĂŒssen, dass wir Toleranz brauchen und dass es gefĂ€hrlich ist, wenn sich immer mehr Rechtsextreme unter die Impfgegner mischen", sagte der CSU-Politiker.

Gleichzeitig betonte er, die Teilnehmer an Protestveranstaltungen dĂŒrften nicht pauschal kriminalisiert werden. Es sei eine legitime Auffassung, gegen Impfzwang zu sein. "Wir dĂŒrfen nicht die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben, im Gegenteil", betonte der Innenminister. "Aber da, wo es in Rechtsextremismus ĂŒbergeht, da muss der Staat klare Grenzen ziehen."

15. Dezember: Impfzentrum fĂŒr FĂŒnf- bis ElfjĂ€hrige öffnet – Registrierung und Termin

Am Donnerstag startet die bayrische Landeshauptstadt MĂŒnchen mit der Impfung von FĂŒnf- bis ElfjĂ€hrigen. DafĂŒr ist ein spezielles Kinder-Impfzentrum am Gasteig, genauer in der Rosenheimer Straße 5, eingerichtet worden. Hier wird vorerst jeden Tag zwischen 9 und 17.45 Uhr geimpft. Der Eingang liegt nach Angaben der Stadt im Foyer der Philharmonie.

MĂ€dchen wird geimpft (Symbolbild): Eine Terminvereinbarung fĂŒr eine Impfung ist dringend notwendig.
MĂ€dchen wird geimpft (Symbolbild): Eine Terminvereinbarung fĂŒr eine Impfung ist dringend notwendig. (Quelle: Lacy Perenyi/imago-images-bilder)

Vor der Impfung sind unbedingt eine Registrierung des Kindes unter www.impfzentren.bayern sowie eine Terminvereinbarung beim Impfzentrum unter www.wir-impfen-muenchen.de notwendig, wie die Stadt betont.

Kinder ab 12 Jahren können sich ihre Corona-Impfung im Impfzentrum MĂŒnchen-Riem, in den Impf-Außenstellen am Marienplatz, an der Theresienwiese, im Kreisverwaltungsreferat und in den Pasing Arcaden oder bei den mobilen Impfaktionen abholen.

14. Dezember: MĂŒnchen startet mit Kinderimpfungen

Die bayrische Landeshauptstadt MĂŒnchen startet am Donnerstag mit der Impfung von Kindern zwischen fĂŒnf und elf Jahren im neuen Kinder-Impfzentrum Gasteig, das teilte die Stadt mit.

Demnach sei das Impfzentrum vorerst tĂ€glich von 9 bis 17.45 Uhr, geöffnet. "Wir starten im Gasteig mit einer KapazitĂ€t von tĂ€glich bis zu 800 Impfungen", so BĂŒrgermeisterin Verena Dietl (SPD). Wie die Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek mitteilte, wĂŒrden vorwiegend FachĂ€rzte fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin im Kinderimpfzentrum eingesetzt werden. Die Impfkabinen seien mit unterschiedlichen Tiermotiven bunt gestaltet. Außerdem lĂ€gen kleine Geschenke wie GummibĂ€rchen-Packungen fĂŒr die Kinder bereit.

Eltern, die ihre Kinder impfen lassen wollen, mĂŒssten einen Termin fĂŒr ihre Kinder vereinbaren. ErgĂ€nzend zum Angebot im Gasteig werde das Gesundheitsreferat nach den Weihnachtsferien auf Anfrage Impfungen an Grundschulen anbieten.

Gesundheitsamt kommt nicht mehr mit – Inzidenz fehlerhaft

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 382,6 an. Am Vortag hatte diese bei 399,1 gelegen und damit erstmals wieder die Marke von 400 unterschritten. Vor einer Woche war noch eine Inzidenz von 520,6 erreicht worden.

Die Zahl der Neuinfektionen in Bayern sinkt seit etwa zwei Wochen. Dabei spielt aber auch eine Rolle, dass die GesundheitsĂ€mter ĂŒberlastet sind und es zu verzögerten Meldungen an das Landesamt fĂŒr Gesundheit und Lebensmittel (LGL) kommt.

Wegen sinkender Infektionszahlen endeten am Dienstag die letzten beiden regionalen Lockdowns in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Freyung-Grafenau, nachdem eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 fĂŒnf Tage in Folge unterschritten wurde. Damit können Restaurants und GaststĂ€tten wieder öffnen, Amateursport und Versammlungen sind wieder erlaubt.

In den bayerischen KrankenhÀusern ist die Lage nach wie vor kritisch. Auf den Intensivstationen lagen am Dienstagmorgen laut Divi-Intensivregister 1.012 Covid-Patienten, mehr als die HÀlfte davon wurde beatmet.

12. Dezember: Land bestellt 240.000 Impfdosen fĂŒr Kinder in Impfzentren

FĂŒr Kinder von fĂŒnf bis elf Jahren sollen in den kommenden Tagen rund 240.000 Corona-Impfdosen nach Bayern geliefert werden. "Allein von den Impfzentren wurden rund 24.000 Vials des Kinderimpfstoffs bestellt", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in MĂŒnchen. "Das entspricht rund zehn Mal so vielen Impfdosen und ermöglicht also rund 240.000 Impfungen. Dazu kommen noch die Impfdosen fĂŒr die Ärzte, die selbst bestellen konnten."

Der Start der Corona-Impfungen von Kindern in Bayern sei weiter fĂŒr Mittwoch geplant, sagte Holetschek. "Wir haben die Impfzentren gebeten, frĂŒhestmöglich mit den Impfungen zu beginnen, möglichst schon ab dem 15. Dezember." Außerdem habe das Ministerium die Impfzentren aufgefordert, fĂŒr Kinder eigene Impfangebote und separate, kindgerecht gestaltete Impfstraßen einzurichten.

Termine sollen interessierte Eltern demnach telefonisch fĂŒr ihre Kinder im jeweiligen Impfzentrum ausmachen. In einigen FĂ€llen gebe es auch die Möglichkeit einer digitalen Anmeldung.

Die StĂ€ndige Impfkommission hatte in der vergangenen Woche eine Impfempfehlung fĂŒr FĂŒnf- bis ElfjĂ€hrige mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten angekĂŒndigt. Aber auch gesunde Kinder sollen demnach auf Wunsch und nach Ă€rztlicher AufklĂ€rung geimpft werden können. Der spezielle Impfstoff soll in Deutschland von Montag an ausgeliefert werden.

7. Dezember: Stadt verbietet Konsum von Alkohol in FußgĂ€ngerzone

Die Stadt MĂŒnchen hat wegen der Corona-Pandemie ein Alkoholverbot in der FußgĂ€ngerzone und am Viktualienmarkt erlassen. Das Verbot gelte von Mittwoch an tĂ€glich zwischen 11 und 23 Uhr, teilte die Stadt am Dienstag mit.

An Silvester und Neujahr gelte das Verbot durchgehend vom 31. Dezember um 11 Uhr bis zum 1. Januar um 23 Uhr. Es wĂ€re unverstĂ€ndlich, den Christkindlmarkt abzusagen, aber zugleich Alkoholkonsum auf stark frequentierten FlĂ€chen in der Innenstadt weiter zuzulassen, sagte OberbĂŒrgermeister Dieter Reiter (SPD).

4. Dezember: MĂŒnchens Abwasser wird auf Omikron-Variante untersucht

In MĂŒnchen wird das Abwasser kĂŒnftig genau auf die Omikron-Variante des Coronavirus untersucht. Bislang sei im Abwasser der Landeshauptstadt die neue Variante noch nicht nachgewiesen worden, berichtete das bayerische Wissenschaftsministerium am Freitag.

Ein Forschungsteam des Tropeninstituts am Klinikum der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t (LMU) analysiert das Abwasser, um so RĂŒckschlĂŒsse auf die Verbreitung von Corona ziehen zu können. Ähnliche Untersuchungen gibt es auch in anderen Orten. Nach Angaben des Ministeriums wird in MĂŒnchen derzeit nur die Delta-Variante nachgewiesen. "Daraus kann geschlossen werden, dass es bisher keine großflĂ€chige Verbreitung von Omikron in MĂŒnchen gibt", hieß es.

3. Dezember: 2G in Gastro und Einzelhandel, Feuerwerksverbot und KontaktbeschrÀnkungen

"Die neue Welle ist angeknackst, aber sie ist noch nicht endgĂŒltig gebrochen", sagte MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung, in der neue und schĂ€rfere Corona-Regeln beschlossen wurden. Er betonte: "Die Inzidenz muss runter und die Intensivbetten mĂŒssen entlastet werden."

Dem Beschluss zufolge haben ab Mittwoch (8. Dezember) nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zum Einzelhandel. EinkĂ€ufe fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf dĂŒrfen weiterhin von allen besorgt werden. FĂŒr gastronomische Angebote im Freien gilt ab Samstag die 2G-Regel.

Ein Schild weist auf die 2G-Regel in einer GaststĂ€tte hin (Symbolbild): Auch im Außenbereich dĂŒrfen jetzt nur noch Geimpfte und Genesene essen und trinken.
Ein Schild weist auf die 2G-Regel in einer GaststĂ€tte hin (Symbolbild): Auch im Außenbereich dĂŒrfen jetzt nur noch Geimpfte und Genesene essen und trinken. (Quelle: Lobeca/imago-images-bilder)

Ebenfalls ab Samstag dĂŒrfen Fußballspiele in Bayern vorerst nur ohne Zuschauer stattfinden. Das betreffe den gesamten "Profisport fĂŒr ĂŒberregionale Ligen", wie Söder sagte. In diesem Punkt geht Bayern weiter als die meisten anderen LĂ€nder.

An Silvester und am Neujahrstag werden Ansammlungen auf öffentlichen Straßen und PlĂ€tzen verboten. "Soweit rechtlich möglich" sollen die Kommunen ein Feuerwerksverbot auf öffentlichen PlĂ€tzen erlassen. Und weiter heißt es im Kabinettsbeschluss: "Der Bund ist aufgefordert, wie im letzten Jahr ein Verkaufsverbot fĂŒr Pyrotechnik zu erlassen."

Weitere PlÀne des Kabinetts

Auch KontaktbeschrĂ€nkungen fĂŒr Ungeimpfte sollen in Bayern weiter verschĂ€rft werden, wenn die Neufassung einer Bundes-Regelung dazu vorliegt. Zudem sollen kĂŒnftig auch Kinder in KindertagesstĂ€tten verpflichtend auf Corona getestet werden. Das Sozialministerium soll nach Worten Söders bis Dienstag einen Vorschlag fĂŒr eine Testpflicht auch in der Kita machen.

Den von den schĂ€rferen Corona-Maßnahmen besonders stark betroffenen HĂ€ndlern auf WeihnachtsmĂ€rkten will der Freistaat einen Ausgleich fĂŒr ihre entgangenen Einnahmen zahlen.

Die Weihnachtsferien sollen in Bayern nicht frĂŒher als geplant starten, wie Söder und Kultusminister Michael Piazolo (Freie WĂ€hler) sagten. Auch die PrĂ€senzpflicht fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler soll demnach nicht ausgesetzt werden.

2. Dezember: Söder fordert Geisterspiele ab Wochenende

Schon an diesem Wochenende sollen Fußballspiele in Bayern nur noch als Geisterspiele stattfinden, wie Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder nach Bund-LĂ€nder-Beratungen am Donnerstag in MĂŒnchen sagte – dies sei sein Vorschlag. Gelten solle dies dann zunĂ€chst bis zum Jahresende.

Die VerschĂ€rfung der Corona-Maßnahmen soll am Freitag beschlossen werden. Hinzu kommen nach dem Bund-LĂ€nder-Beschluss vom Donnerstag auch in Bayern eine weitere VerschĂ€rfung der KontaktbeschrĂ€nkungen und 2G im Handel.

1. Dezember: Steigende Patientenzahlen trotz Verlegungen bei ĂŒberdurchschnittlicher Todesrate

Die Zahl der Covid-Schwerstkranken auf Bayerns ĂŒberlasteten Intensivstationen ist trotz Patienten-Verlegungen in andere BundeslĂ€nder weiter gestiegen. Am Mittwoch meldete das bundesweite Intensivregister mit 1.065 Corona-Intensivpatienten knapp 60 mehr als in der Vorwoche.

Zwar nimmt die Zahl der Corona-Intensivpatienten mittlerweile etwas langsamer zu, in vielen KrankenhÀusern herrscht jedoch nach wie vor Ausnahmesituation: So waren am Mittwoch laut Intensivregister 12 der derzeit 18 Intensivpatienten im Kreis Altötting Corona-FÀlle, ein Bett war noch frei.

Innerhalb von sieben Tagen hat die Pandemie in Bayern nach Auswertung der MĂŒnchner Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t 512 Tote gefordert – im Bundesvergleich ein weit ĂŒberdurchschnittlicher Wert. FĂŒr die drastische Lage und eine weit ĂŒberdurchschnittliche Todesrate machen Mediziner die niedrige Impfquote in Bayern verantwortlich.

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30. November: Omikron-Infizierte in MĂŒnchen entdeckt 15 VerdachtsfĂ€lle

Omikron ist in Deutschland: Drei Menschen sind in Bayern mit der neuesten Corona-Mutante infiziert worden, wie eine Genom-Sequenzierung zeigte. Nun werden die Proben 15 weiterer Menschen untersucht, die in Verdacht stehen, sich in SĂŒdafrika mit der Variante angesteckt zu haben.

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