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Kritik an Generation Z: Will sie nicht arbeiten? Forscher erklärt Konflikt


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"Das ist aus dem Ruder gelaufen"


Aktualisiert am 10.11.2023Lesedauer: 1 Min.
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Probleme auf beiden Seiten: Ein Experte erklärt, was Berufsanfänger und Arbeitgeber ändern müssen. (Quelle: t-online)

Reduzierte Arbeitszeiten, die richtige Work-Life-Balance und gutes Gehalt – die junge Generation denkt Arbeit neu. Das ist immer wieder Grund für Kritik und Diskussionen.

Die Liste der Vorwürfe an die Generation Z ist lang: Sie sei faul, unmotiviert und vor allem wenig belastbar. Auf der anderen Seite würden die jungen Menschen immer mehr fordern – etwa kürzere Arbeitszeiten und mehr Gehalt.

Das trifft bei vielen Arbeitgebern und Unternehmern auf Unverständnis. Hier brauche es ein Umdenken, fordert Generationenforscher Simon Schnetzer im Gespräch mit t-online – denn die Anforderungen an einen modernen Arbeitgeber haben sich verändert.

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Das zeigt auch eine Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland: Demnach sind gute Verdienstmöglichkeiten für 81 Prozent der jungen Befragten im Alter von 15 bis 25 Jahren am wichtigsten. Dicht gefolgt sind diese von der Aussicht auf eine gute Work-Life-Balance, die 74 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig ist. Auf dem dritten Platz steht mit 71 Prozent die Aussicht auf abwechslungsreiche Tätigkeiten.

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"Fick dich, lass mich in Ruhe mit deinen 36.000 Euro und mit deinem scheiß frischen Obst im Büro"
Das Video dieser jungen Frau hat erneut eine Debatte über die Anforderungen und Ansprüche junger Menschen an die Arbeitswelt angefacht.
Häufig lautet der Vorwurf an die sogenannte Generation Z: Sie stelle einerseits hohe Ansprüche, sei auf der anderen Seite aber faul, unmotiviert und wenig belastbar.
Doch stimmt das wirklich? Darüber hat t-online mit dem Generationenforscher Simon Schnetzer gesprochen.
Faul sind junge Menschen nicht. Aber sie wollen anders motiviert werden. Fordernd sind sie dagegen durchaus. Und wahrscheinlich auch zu Recht. Einerseits sitzen sie mittlerweile am längeren Hebel dank der Demografie. Und sie haben das Gefühl, die anderen machen es doch auch. Dank Social Media sehen Sie, wie alle Menschen Dinge fordern und viele das auch bekommen. Und Sie denken, ich wäre doch blöd, wenn ich es nicht auch einfordere? Die Generation Z ist nicht unbrauchbar für den Arbeitsmarkt. Zum Teil gestaltet die Generation Z den Arbeitsmarkt sehr spannend und erfolgreich, auch disruptiv. In den klassischen Strukturen muss die Generation Z sich noch zurechtfinden. Bzw. sie muss gemeinsam mit Arbeitgebern aushandeln, wie dieses Miteinander funktionieren kann.
Hier sind Kompromisse gefragt. Denn die Anforderungen und Erwartungen vieler junger Menschen an die Arbeitswelt haben sich verändert.
Die drei großen Erwartungen junger Menschen im Arbeitsmarkt sind Spaß, Sinn und Sicherheit. Sie wollen gerne Spaß haben. Da sind sie aber nicht allein. Die gute Atmosphäre macht aus, ob ich gerne zur Arbeit gehe oder nicht. Der Sinn, die Sinnhaftigkeit ist wichtig. Das hängt ganz stark auch damit zusammen: Habe ich ein Gefühl von Selbstwirksamkeit? Wenn ich eine Aufgabe habe, leiste ich einen Beitrag zu etwas. Und was aufgrund der vielen Krisen viel wichtiger geworden ist, das ist die Sicherheit. Gerade auch, weil die Top-Sorge junger Menschen aktuell die Inflation ist. Wird das Geld reichen?
Diese Gedanken macht sich offenbar auch Berufseinsteigerin Dana, die mit ihrem Video für Aufsehen gesorgt hat.
Die Reaktionen der jungen Dame auf dieses Jahresgehalt sind sehr stark, weil sie das Gefühl hat, ungerecht behandelt zu werden, weil sie es gewohnt ist: Mit einem Jahresgehalt muss man sich doch dies und dies und jenes leisten können. Sieht sie vielleicht auch bei ihrer Elterngeneration. Was sie dabei aber übersieht, ist, dass die Elterngeneration in der Regel, wenn sie sich größere Dinge leisten wollten, auf andere Dinge verzichtet haben. Und insofern sehe ich gerade die Erwartungs-Forderungs-Haltung der Jungen ein wenig aus der Balance geraten.
Unterschiedliche Erwartungshaltungen sind per se nichts Schlechtes – und doch braucht es Brücken, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Hier sieht der Experte vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht.
Mein Tipp ist hier wie beim Bergsteigen. Wir müssen tatsächlich junge Menschen an gewisse Leistungsgrenzen auch wieder heranführen und sie dann dazu bringen, auch sich mehr zuzutrauen, dass sie sich selbst vertrauen. Ja, ich kann mehr machen. Und in der Ungewissheit: Tatsächlich sind vielleicht manche junge Menschen heute mit hohen Anforderungen auch überfordert. In der Regel ist es aber eine Frage des Leadership. Wie kann ich junge Menschen motivieren? Wie kann ich sie abholen und dazu bringen?
Ganz wichtig ist jungen Menschen, auf Augenhöhe behandelt zu werden, eine Respektskultur und Anerkennung für das zu bekommen, was sie tun. Anerkennung für junge Menschen, die es gewohnt sind, wenn sie kommunizieren, sofort Rückmeldung zu bekommen, heißt auch zum Beispiel regelmäßig Feedback zu bekommen.
Und das ist ein Aspekt, wo viele Unternehmen sich schwertun, weil Führungskräfte der älteren Riege eben nicht gewohnt sind, so häufig Feedback geben zu müssen.
Für ein erfolgreiches Miteinander in der Arbeitswelt müssen also beide Seiten aufeinander zugehen.

Was der Forscher an der Generation Z kritisiert, an welchen Stellen er die Arbeitgeber in die Pflicht nimmt und was er für die Zukunft fordert, sehen Sie hier oder oben im Video.

Verwendete Quellen
  • eigenes Interview mit Simon Schnetzer
  • Videomaterial von GettyImages
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