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Fachkräftemangel in Deutschland: Wirtschaftsweise warnt vor Abschreckung durch AfD


"Lässt zu wünschen übrig"
Wirtschaftsweise warnt vor Abschreckung ausländischer Fachkräfte durch AfD

Von dpa, t-online
16.07.2023Lesedauer: 2 Min.
imago images 196046914Vergrößern des BildesDie Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier warnt vor einem sich immer mehr zuspitzenden Fachkräftemangel in Deutschland. (Quelle: IMAGO/RAINER UNKEL)
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Die Ökonomin Ulrike Malmendier übt deutliche Kritik am Umgang mit Fachkräften aus dem Ausland. Sie sieht Parallelen zur Entwicklung der USA unter Trump.

Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier hat vor gravierenden Folgen für den deutschen Wirtschaftsstandort gewarnt, sollte sich der Aufschwung der AfD fortsetzen. "Unser Land braucht ganz dringend nicht nur Fachkräfte, sondern Arbeitskräfte auf allen Ebenen, damit der Wohlstand erhalten werden kann", sagte die Ökonomin den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag.

"Die Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland wird nicht in ausreichendem Umfang gelingen, wenn eine Abschottungspartei wie die AfD immer größeren Zuspruch findet – und Polarisierung in den Vordergrund rückt."

"Willkommenskultur lässt zu wünschen übrig"

Malmendier betonte: "Das, wofür die AfD steht, schreckt ausländische Fachkräfte ab." Deutschland mit seiner komplizierten Sprache, seiner Bürokratie und seiner unzureichenden Kinderbetreuung habe es ohnehin schwer, Fachkräfte zum Kommen und zum Bleiben zu bewegen, führte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aus.

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"Die Willkommenskultur lässt zu wünschen übrig. Und wenn jetzt noch nationalistische Kräfte auf dem Vormarsch sind, wird es sicherlich nicht einfacher – gerade in Regionen, wo wir gerne größere Unternehmen mit höheren Löhnen ansiedeln würden", sagte Malmendier.

Anfang Juni hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Brasilien eine Ausbildungsstätte der Katholischen Universität Brasília (UCB) und mit seinem brasilianischen Kollegen Luiz Marinho eine Absichtserklärung für "faire Einwanderung" unterzeichnet. So sollen Strukturen vereinfacht werden, um den Fachkräfteaustausch zu fördern. Die Bundesagentur für Arbeit hält die Anwerbung von bis zu 700 Pflegekräften pro Jahr für möglich.

Expertin: Ähnliche Entwicklung wie in USA unter Trump

Die Professorin Malmendier, die an der Universität von Kalifornien in Berkeley forscht, zog unterdessen Parallelen zur Entwicklung in den USA unter Ex-Präsident Donald. "Ich habe hautnah den Aufstieg des Trumpismus in den USA erlebt. Auch deswegen bedrückt mich die Entwicklung in Deutschland so sehr", sagte sie. "Ich habe gesehen, wie schnell es passieren kann, dass man eine Gesellschaft mit einfachen Parolen und Sprüchen spaltet."

Zugleich verteidigte Malmendier ihre Ratskollegin Monika Schnitzer, die für Deutschland 1,5 Millionen Zuwanderer pro Jahr gefordert hatte, gegen anhaltende Kritik. Deutschland brauche jährlich 400.000 zusätzliche Arbeitskräfte, sagte sie. "Da viele aber das Land wieder verlassen, benötigen wir brutto deutlich mehr Menschen, die kommen, nämlich 1,5 Millionen." Es habe unterschiedliche Ursachen, dass so viele Menschen Deutschland wieder verließen, fügte sie hinzu. "Eine fehlende Kultur und Aufnahmebereitschaft hilft da sicher nicht."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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