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Solarkonzern Meyer Burger schließt Werk in Freiberg – größtes Solarwerk Europas


Produktion künftig in den USA
Größter Solarbetrieb Europas zieht sich aus Deutschland zurück

Von dpa
Aktualisiert am 23.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Solarzellenproduktion in Sachsen-Anhalt (Archivbild): Meyer Burger startete 2021 die Fertigung in Thalbach.Vergrößern des BildesSolarzellenproduktion in Sachsen-Anhalt (Archivbild): Meyer Burger startete 2021 die Fertigung in Thalbach. (Quelle: Sylvio Dittrich/imago-images-bilder)
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Die Drohung war bereits im Raum, jetzt will Meyer Burger wohl Ernst machen: Der Solarhersteller hat beschlossen, mit Vorbereitungen für die Schließung seines Werks in Freiberg zu beginnen.

Das Solarunternehmen Meyer Burger hat angekündigt, die Schließung seines Werks am Standort Freiberg in Sachsen vorzubereiten. Diese solle schrittweise erfolgen, teilte der in Sachsen und Sachsen-Anhalt ansässige Schweizer Produzent am Freitag mit. Zunächst werde die Produktion in der ersten Märzhälfte eingestellt. Davon verspreche sich das Unternehmen erhebliche Kosteneinsparungen ab April. Die Schließung soll dann Ende April in Kraft treten.

Stattdessen wolle der Solarmodulhersteller die Produktion in den USA hochfahren, hieß es. Auch diesen Schritt hatte Meyer Burger zuletzt immer wieder in den Raum gestellt.

Hersteller wechselt in die USA

Den Schritt begründete die Gruppe damit, dass es "noch keine Entscheidung über politische Unterstützungsmaßnahmen zur Behebung der aktuellen Marktverzerrungen durch Überangebot und Dumpingpreise bei Solarmodulen gibt".

Meyer Burger besitzt mit der Fabrik in Freiberg nach eigenen Angaben den größten Betrieb für Solarmodulproduktion in Europa. 500 Arbeitskräfte sind am Standort Freiberg beschäftigt. Auch andere Hersteller im Bereich Solarindustrie hatten zuletzt mit Schließungen von hiesigen Werken gedroht: China überschwemme mit Preisdumping den Markt für Solarmodule, finanzielle Unterstützung zum Erhalt der Branche in Deutschland sei seitens des Staats nötig.

Kretschmer fordert Bonus für Solarindustrie

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht die Bundesregierung in der Pflicht. "Es ist unerträglich, dass trotz Solarboom die deutsche Industrie so in Bedrängnis gerät. Wir haben als deutsche Ministerpräsidenten einen konkreten Vorschlag für den Schutz der heimischen Wirtschaft unterbreitet", sagte der CDU-Politiker.

Die Bundesregierung müsse sich jetzt auf einen Bonus für die Solarindustrie einigen, sagte Kretschmer. Es stünden viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Sowohl Niedrigpreise aus China als auch eine Handelsblockade der USA für chinesische Solarpaneele seien die Ursache der Krise.

Die Linke macht Schuldenbremse für Schließung verantwortlich

Die Linke gibt der Bundesregierung und der Schuldenbremse eine Mitschuld an der geplanten Schließung. "Man kann wirklich keinem vernünftigen Menschen mehr erklären, warum diese Regierung die strategisch wichtige Zukunftsindustrie der Solarproduktion samt Arbeitsplätzen in der Energiewende den Bach runtergehen lässt, nur um einer Minderheit dogmatischer Neoliberaler und ihrem Fetisch Investitionsbremse nicht auf die Füße zu treten", sagte Linken-Chef Martin Schirdewan am Freitag in Berlin.

Die Schuldenbremse müsse zumindest ausgesetzt werden, damit Deutschland in den sozial gerechten Umbau der Wirtschaft investieren könne. Bundeskanzler Olaf Scholz solle dafür seine Richtlinienkompetenz einsetzen, forderte Schirdewan. Zur Förderung der Solarbranche unterstützte er die Idee eines Bonus für die europäische Produktion. Zudem sollte die Solarindustrie in die Liste der strategischen Förderprojekte aufgenommen und eine Industriestiftung für eine öffentliche Beteiligung geschaffen werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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