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Für jedes Jahr mehr Leben acht Monate länger arbeiten

Rentenalter soll steigen  

Für jedes Jahr mehr Leben acht Monate länger arbeiten

29.10.2013, 14:52 Uhr | jbü, t-online.de

. Erst mit 69 Jahren in Rente? Für anstrengende Berufe wie Dachdecker ist das kaum vorstellbar (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Erst mit 69 Jahren in Rente? Für anstrengende Berufe wie Dachdecker ist das kaum vorstellbar (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch wenn die Rentenkassen derzeit gut gefüllt sind, gerät die Rente wegen der immer älter werdenden Bevölkerung in Gefahr. Das Eintrittsalter in den Ruhestand muss dementsprechend steigen, sagen Wissenschaftler. Ihr Vorschlag: Erhöht sich die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen die Deutschen acht Monate länger arbeiten. 2050 gingen die Deutschen dann mit 69 Jahren in den Ruhestand, so die Studienautoren.

Nach Definition der Vereinten Nationen beginnt Altwerden heute mit 60 Jahren. "Das ist in einer Zeit, in der ein 80-Jähriger auf den Mount Everest steigt und ein 100-Jähriger noch einen Marathon läuft, sicher nicht mehr zeitgemäß", heißt es in der Studie "Produktiv im Alter". Erstellt hat die Analyse das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Rentenbezugszeit ist enorm gestiegen

Noch stärker als die Lebenserwartung sei seit 1960 die Rentenbezugsdauer gestiegen. 2012 erhielten Frauen den Altersbezug durchschnittlich 20,8 Jahre (Männer: 16,9 Jahre), 1960 lag der Wert bei 10,6 Jahren (Männer: 9,6 Jahre). Die Zahl der Rentner steigt also, gleichzeitig nimmt das Angebot an Arbeitskräften wegen der niedrigen Geburtenrate ab.

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Um dem Trend entgegenzuwirken, nennen die Autoren der Untersuchung ein flexibles Renteneintrittsalter, gekoppelt an die Lebenserwartung 65-Jähriger. Jedes gewonnene Lebensjahr solle in acht Monate Erwerbsleben und vier Monate Rentenbezug geteilt werden. "Damit bliebe das aktuelle Verhältnis von Arbeit und Rentenzeit konstant, denn im Schnitt verbringen die Menschen etwa doppelt so viele Jahre in der Erwerbstätigkeit wie im Ruhestand", heißt es in der Studie.

Es gab auch schon den Ruf nach der Rente mit 72 Jahren

Eine Revolution ist diese Abkehr von einer starren Altersgrenze (derzeit 67 Jahre, gültig für die Neurentner des Jahres 2031) nicht. Schon im Februar 2012 hatten Forscher des Max-Planck-Instituts einen solchen Mechanismus vorgeschlagen und für das Jahr 2050 sogar 72 Jahre als Eintrittsalter für möglich gehalten. Der Präsident des Handwerks-Verbands hielt kürzlich die Rente mit 70 Jahren für möglich. Trotzdem sei der jetzige Vorschlag neu, so die Studienautoren - zumindest für die Politik, "die solche Überlegungen nie getroffen hat".

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU/CSU hieß es, keine der Parteien werde die Rente mit 67 infrage stellen. Es werde in den Gesprächen aber um die Frage gehen: Wie bleiben Berufstätige länger in Arbeit? De facto liege der Renteneintritt heute ja bei 61 Jahren.

Niedrigere Altersgrenze bei hoher Belastung?

Zu regeln sei vor allem der Bereich körperlich anstrengender Berufe, bei denen schon das heutige Einstiegsalter kaum erreichbar scheint. Die Experten raten zu einer niedrigeren Altersgrenze bei besonders belastender Tätigkeit. Diese Abstufung gibt es zum Beispiel in Österreich - sie gilt etwa für Pflegehilfen, Kellnerinnen, Paketzusteller oder Erntehelfer.

Hilfreich sei die Ausweitung von Teilrenten - allerdings nur, wenn die sehr starren Hinzuverdienst-Grenzen gelockert oder sogar aufgehoben würden. Gleichzeitig müsse die Wiedereingliederung Arbeitsloser gefördert werden. Bei belastenden Tätigkeiten, etwa der Müllentsorgung, lasse sich durch mechanische Hilfen viel erreichen.

Demografie-Reserve wäre eine Überlegung wert

Angesichts hoher Rücklagen in der Rentenkasse können die Experten auch einer Demografie-Reserve etwas abgewinnen, die der DGB gefordert hatte. Dafür müsste aber das Gesetz geändert werden. Derzeit muss ab einer Rücklage von 1,5 Monatsausgaben der Beitrag gesenkt werden.

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