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Heizöl: Steigender Ölpreis zwingt Verbraucher zum Handeln

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Heizöl  

Heizöl immer teurer - Wie Käufer jetzt richtig reagieren

04.03.2011, 15:36 Uhr | mmr, cs mit dpa-tmn, dapd, dpa-tmn, t-online.de

Heizöl: Steigender Ölpreis zwingt Verbraucher zum Handeln. Heizöl-Lieferung - Jedes Jahr die gleiche Frage: Jetzt kaufen oder warten?  (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Heizölpreise auf dem Rückzug: Gut wer mit Bestellung noch warten kann (Quelle: dpa)

Der Ölpreis klettert unentwegt. Ein Liter Standard-Heizöl kostet inzwischen durchschnittlich 87 Cent, wie der Hamburger Energie Informationsdienst (EID) mitteilte. "Im September 2008 war leichtes Heizöl zuletzt so teuer", sagte Chefredakteur Rainer Wiek. Damit ist Heizöl in nur zwei Wochen etwa 6 Cent pro Liter teurer geworden. Dabei trägt der weiter schwelende Flächenbrand in Nordafrika und dem Nahen Osten zur Unsicherheit bei. Experten rechnen mit weiter steigenden Notierungen, die auch von der anziehenden Weltwirtschaft befeuert werden.

Nur kleine Mengen kaufen

Wer also für die restliche Saison noch Heizöl benötigt, sollte jetzt zuschlagen. Aber: Die Experten vom Verbraucherportal Heizoel24 raten zum Kauf von kleinen Mengen. Verbraucher sollten nur soviel Heizöl nachkaufen, dass der Vorrat bis über den April reicht. Ab dann wird das Heizöl vorrangig für warmes Wasser benötigt. Heizoel24-Chef Oliver Klapschus sieht im Sommer dann eine mögliche Entspannung beim Preis: "Im Sommer kann alles dann schon wieder ganz anders aussehen. Auf Monatssicht besteht kaum Hoffnung."

Neue Einkaufsregeln für Heizöl

Der Preis für Standard-Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern liegt derzeit im Bundesschnitt bei rund 87 Cent pro Liter. Regionale Abweichungen können zwar deutlich sein, dennoch war Heizöl in diesem Jahr noch nie so teuer. Noch im November 2010 lag der Durchschnittspreis etwas über 65 Cent. Damit liegt er heute über 30 Prozent darüber. Unser Tipp: Der Heizöl-Rechner gibt für Ihre Region eine Preisorientierung.

Generell haben sich in den vergangenen Jahren die Einkaufsregeln beim Heizöl verändert. Deshalb sollte sich jeder regelmäßig darüber Gedanken machen, wann er seinen Tank füllen lässt. Experten raten etwa zu übers Jahr verteilte Heizöl-Sammelbestellungen mit Nachbarn und Freunden.

Alte Jahreszeiten-Regeln funktionieren nicht mehr

Kommen die früheren "Winterpreise" wieder? Viele Ölheizungs-Besitzer haben sich in der Vergangenheit in den Frühjahrs- und Sommermonaten mit dem Brennstoff eingedeckt. Grund war, dass sie in diesen Zeiträumen vermeintlich günstigere Preise annahmen. "Dieses Verhalten rührt vielleicht noch aus der alten Kohlezeit, wo es tatsächlich sogenannte Sommer- und Winterpreise gab", erklärt Hans-Jürgen Funke vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte in Mannheim. Das sei aber beim Heizöl in dieser Form im Grunde nie so vorhanden gewesen. Ölheizungsbesitzer sollten die Preise vielmehr das ganze Jahr über genau beobachten.

Denn die Preise können beeinflusst durch Wechselkurse oder das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach oben und unten schwanken. "So lassen sich dann auch günstige Momente für die Eindeckung nutzen, und so genannte Hochpreis-Phasen berühren dann viele Heizölkunden gar nicht", sagt Funke. Diese günstigen Monate müssen nicht automatisch immer im Sommer liegen, sondern lagen gerade in den vergangenen Jahren oft in den kälteren Monaten.

Besser mehrmals im Jahr mit Nachbarn bestellen

Doch selbst wenn man den Markt genau beobachtet, sollten Verbraucher nicht den ganzen Tank auf einmal befüllen. "Es macht nur Sinn, 5000 Liter auf einmal zu bestellen, wenn man sicher ist, dass der Preis nicht mehr sinkt", sagt Herbert Frey, Geschäftsführer des Heizölpools in Haar bei München, der unbekannten Nachbarn Sammelbestellungen vermittelt. Und genau das weiß eben niemand sicher. Deswegen rät er dazu, lieber zwei- bis dreimal im Jahr je 1500 Liter zu kaufen. Dies ist allerdings in der Lieferung teurer. Deshalb raten Experten, sich mit Freunden und Nachbarn zusammenzuschließen und gemeinsam zu bestellen. "Dadurch können oft die Preise gedrückt werden", erklärt Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher in Unkel. Kunden könnten so Preisschwankungen besser ausgleichen. (Heizöl kaufen: So können Sie sparen)

Bei einer Sammelbestellung sollte auf die Entfernung zwischen den verschiedenen Lieferorten geachtet werden. "Der Lieferaufwand ist geringer und damit der finanzielle Vorteil größer, wenn die Orte dicht zusammen liegen", sagt Peters. Juristisch sollte die Sammelbestellung eine Einzelbestellung bleiben. "Jeder Abnehmer sollte für seine Bestellung und damit auch für die Bezahlung verantwortlich sein." Ansonsten kann es passieren, dass der Lieferant sich mit einer Geldforderung an alle Besteller wendet, wenn einer die Rechnung nicht bezahlt. Worauf Sie sonst noch beim Heizöl-Kauf achten sollten.

Manche Händler tricksen

Bei der Anlieferung sollten Kunden genau hinschauen. Peters warnt vor Tricksereien der Händler: Kunden müssen sichergehen, dass das Zählwerk auf Null steht. An der Messanlage muss unbedingt ein aktuelles Siegel der Eichbehörde zu finden sein. Und selbst dann drohe noch Betrug. Deswegen gilt laut Peters: Unbedingt das obere Schauglas des "Gasmessverhüters" kontrollieren. Vor und während der Ölabgabe muss dieser mit Öl gefüllt sein. Ist hingegen kein Öl zu sehen, muss der Zähler stehen bleiben. "Sonst landet gemeinsam mit dem Öl zu viel Luft im Tank."

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