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Tagesgeld: Darum sollten Sie ein Tagesgeldkonto besitzen

Geldpolster ansparen  

Tagesgeldkonto: Lohnt sich das für mich?

08.09.2020, 18:00 Uhr
Tagesgeld: Darum sollten Sie ein Tagesgeldkonto besitzen. Eine Frau blickt auf ihren Laptop (Symbolbild): Wer ein Tagesgeldkonto nutzt, um einen Notgroschen anzusparen, hat im Fall der Fälle gut Lachen. (Quelle: Getty Images/pixelfit)

Eine Frau blickt auf ihren Laptop (Symbolbild): Wer ein Tagesgeldkonto nutzt, um einen Notgroschen anzusparen, hat im Fall der Fälle gut Lachen. (Quelle: pixelfit/Getty Images)

Sparer haben es heute nicht leicht. Egal, wo Sie Geld kurzfristig parken wollen – ordentliche Zinsen gibt es dafür kaum. Auch beim Tagesgeldkonto ist das nicht anders. Wir erklären, warum haben Sie trotzdem eins haben sollten.

Früher landete Geld, das man nicht sofort, aber vielleicht bald brauchte, auf dem Sparbuch. So war es jederzeit griffbereit und wurde auch noch ordentlich verzinst.

Doch die Zeiten sind vorbei. Inzwischen hat das Tagesgeldkonto das Sparbuch abgelöst. Zwar gibt es auch dort nur wenig bis gar keine Zinsen, Sie können aber anders als beim Sparbuch höhere Beträge pro Tag umbuchen.

Doch was ist Tagesgeld überhaupt? Lohnt sich das bei den niedrigen Zinsen? Und wie viel Geld sollte ich mindestens und höchstens auf dem Tagesgeldkonto liegen haben? Ein Überblick.

Was ist Tagesgeld?

Mit einem Tagesgeldkonto können Sie Geld zur Seite legen, von dem Sie noch nicht wissen, wann Sie es brauchen. Denn sollten Sie kurzfristig darauf zugreifen müssen, ist das kein Problem. Ein Tagesgeldkonto ist flexibel wie ein Girokonto, aber nicht für den Zahlungsverkehr vorgesehen. Das heißt, es gibt dazu keine Bankkarte.

Für Tagesgeld gibt es keine Laufzeit. Das heißt, Sie können das Geld jederzeit über ein Referenzkonto – meist Ihr Girokonto – innerhalb eines Tages abbuchen.

Allerdings können sich die Zinsen aufs Tagesgeldkonto immer wieder ändern. Das unterscheidet Tagesgeld von Festgeld, bei dem Sie sich einen Zins für eine bestimmte Anlagezeit sichern. In dieser Zeit kommen Sie beim Festgeld aber nicht an Ihr Guthaben heran.

Lohnt sich Tagesgeld?

Das kommt darauf an, wofür Sie es nutzen wollen. Erhoffen Sie sich hohe Erträge, auch Rendite genannt, ist ein Tagesgeldkonto alleine nicht ausreichend. Denn die Zinsen sind aktuell sehr niedrig; immer mehr Banken verlangen von Neukunden sogar Negativzinsen.

Sie zahlen also noch dafür, dass Sie Ihr Geld bei den Banken parken. Und: Die Inflation knabbert zusätzlich am Ersparten, weil Produkte und Dienstleistungen Jahr für Jahr teurer werden – Sie können sich von ihrem Ersparten dann weniger leisten.

Allerdings gibt es immer wieder Anbieter, die zumindest etwas bessere Zinsen zahlen als andere. Es lohnt sich deshalb, hin und wieder einen Vergleich anzustellen – und dann den Anbieter zu wechseln. Welche Banken die besten Zinsen bieten, ändert sich fast täglich. Im Netz gibt es Vergleichsportale, die Ihnen helfen, den Überblick zu behalten.

Auch ohne Zinsen eignet sich Tagesgeld

Aber auch ohne hohe Zinsen lohnt sich ein Tagesgeldkonto. Es eignet sich nämlich besser als ein Girokonto als Aufbewahrungsort für Ihren Notgroschen – also jene Reserve, die Sie unbedingt ansparen sollten, um Geld für Unvorhergesehenes wie größere Reparaturen oder auch Jobverlust oder andere Schicksalsschläge parat zu haben. Als Faustregel gilt: Mit drei Netto-Monatsgehältern sind Sie erst einmal auf der sicheren Seite.

Anders als beim Girokonto, von dem laufend Geld für alltägliche Dinge abgeht, können Sie sich beim Tagesgeldkonto das Prinzip "Aus den Augen, aus dem Sinn" zunutze machen. Am besten legen Sie dafür eine feste Sparrate fest, die Sie Monat für Monat auf Ihr Tagesgeldkonto überweisen – idealerweise schon zu Beginn des Monats.

So tricksen Sie sich selbst ein wenig aus und können sicher sein, dass Sie Ihr Sparziel tatsächlich erreichen. Das kann zunächst etwa besagter Notgroschen sein, aber vielleicht auch eine größere Reise, ein Umzug oder gar der Kauf einer Wohnung, für den Sie Eigenkapital ansparen wollen.

Tagesgeld als ein Baustein Ihrer Geldanlage

Haben Sie ein ausreichendes Geldpolster gespart, sollten Sie darüber nachdenken, weiteres Geld anders zu investieren, wo es mehr Rendite abwirft. Das funktioniert zum Beispiel vergleichsweise bequem und günstig mit einem Sparplan auf einen ETF. Das sind spezielle Aktienfonds, die auch Indexfonds genannt werden, weil sie einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax oder den MSCI World nachbilden.

Anders als "aktive" Fonds, bei denen ein Manager versucht, durch häufige Käufe und Verkäufe besser zu performen als der Markt, entwickeln sich ETFs immer fast genauso wie der Markt – also wie der Index, den sie abbilden. Mit dieser "passiven" Geldanlage fahren Sie in der Regel besser, weil die Kosten viel geringer sind und es Fondsmanager zudem gar nicht so oft schaffen, den Markt zu schlagen.

Tagesgeld wäre bei dieser Variante dann ein Baustein in Ihrem Portfolio, der ETF-Sparplan ein anderer. Je nachdem, wie risikofreudig Sie sind, investieren Sie mehr Geld in die eine oder die andere Anlageform. Diese prozentuale Aufteilung Ihres Vermögens nennt sich auch Asset Allocation. Warum die wichtig ist, erklären wir hier.

Wann lohnt ein Wechsel des Tagesgeldkontos?

Weil Banken jederzeit die Zinsen von Tagesgeldkonten ändern dürfen, könnte man theoretisch ständig von einem Konto zum nächsten springen – immer den besten Zinsen hinterher. Doch lohnt sich das wirklich, um woanders vielleicht 0,3 Prozentpunkte mehr Zinsen zu bekommen?

Das kommt darauf an, um welche Geldbeträge es geht. Denn wer 10.000 auf dem Tagesgeldkonto liegen hat, erhält bei einem Wechsel von 0,1 auf 0,4 Prozent Zinsen pro Jahr 40 statt 10 Euro Zinsen – also ein Plus von gerade einmal 30 Euro.

Bedenkt man, dass Sie dafür nicht nur den Markt beobachten mussten, sondern auch das eine Konto schließen, das Geld zwischenparken, das neue Konto eröffnen, einen neuen Freistellungsauftrag einrichten – dann ist fraglich, ob Sie in der Zeit die 30 Euro nicht auch leichter hätten verdienen können.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um 100.000 Euro geht. Denn dann steigen die Zinsen von 100 auf 400 Euro. Letztlich liegt es an Ihnen selbst zu entscheiden, wie viel Aufwand Ihnen ein bestimmtes Plus an Ertrag wert ist.

Wichtig: Fallen Sie nicht auf Lockangebote herein. Oft werben Banken mit höheren Zinsen für die ersten Monate, danach fällt der Zinssatz aber wieder.

Muss ich Steuern auf Tagesgeld zahlen?

Steuern müssen Sie auf alle Kapitalerträge zahlen – das gilt für Erträge auf dem Tagesgeldkonto genauso wie für Erträge auf Ihrem Girokonto, auf Bausparverträge, Fonds oder Aktien. Allerdings wird diese sogenannte Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer nur auf jene Erträge fällig, die oberhalb des jährlichen Freibetrags von 801 Euro liegen. Bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge steuerfrei.

Beim Tagesgeldkonto entstehen Erträge zudem nur aus Guthabenzinsen. Und da die Zinsen derzeit sehr niedrig sind, ist es recht unwahrscheinlich, dass Sie die 801 Euro überhaupt überschreiten. Allerdings kommt es natürlich auf die Summe an, die Sie auf dem Tagesgeldkonto liegen haben. Je höher die ist, desto höher sind auch Ihre Zinserträge.

Bei einem Zinssatz von 0,2 Prozent pro Jahr wären das bei einer Anlage von 10.000 Euro also 20 Euro, bei einer Anlage von 100.000 Euro aber schon 200 Euro. Und: Der Freibetrag von 801 Euro gilt für alle Arten von Kapitalerträgen – nicht nur die auf dem Tagesgeldkonto.

Kann ich beliebig viel Geld als Tagesgeld anlegen?

Das hängt von Ihrer Bank ab. Bei vielen gibt es keine Grenze – Sie dürfen also so viel Geld anlegen, wie Sie wollen. Andere Banken schreiben hingegen vor, wie viel Sie höchstens auf dem Tagesgeldkonto parken dürfen.

Aber auch wenn es kein Limit gibt, sollten Sie wissen, dass Bankeinlagen innerhalb der Europäischen Union nur bis zu 100.000 Euro pro Kund und Bank gesetzlich geschützt sind. Diese Einlagensicherung sorgt dafür, dass Sie Ihr Geld – bis zu dieser Höhe – bei einer Bankenpleite vollständig zurückbekommen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Stiftung Warentest
  • Finanztip
  • Young Money Blog
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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