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Verkannte Berufsgruppen, die ein Danke verdient haben

MEINUNGSie ärgern uns im Alltag  

Verkannte Berufsgruppen, die ein Danke verdient haben

Von Jennifer Buchholz

24.08.2018, 09:50 Uhr
Verkannte Berufsgruppen, die ein Danke verdient haben. Bauarbeiter (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) GregorBister)

Bauarbeiter: Sie reparieren und pflegen unsere Wasserleitungen. (Quelle: (Symbolbild) GregorBister/Getty Images)

Die Baustelle auf der Autobahn oder der Müllwagen, der die Straße blockiert: Manche Dinge sind nervig und lösen im Alltag oft Ärger aus. Dabei haben die Menschen, die diese scheinbar undankbaren Arbeiten machen, den größten Dank verdient.

Viele von uns sehen dieses Engagement nicht, sondern nur den Dreck, den Lärm, den Stau und die Verspätungen, die wir durch Müllwagen, Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Ordnungsämter und Co. am Hals haben.

Nun ist es endlich mal Zeit, Danke zu sagen: Danke, dass diese Menschen am Wochenende arbeiten. Danke, dass sie bei größter Hitze einen kühlen Kopf bewahren und Leben retten. Danke, dass sie uns an Feiertagen sicher zu unseren Liebsten bringen, uns das Leben leichter und bequemer machen oder uns sogar retten.

Wie es ohne diese Berufsgruppen wäre

Aber ist das nicht selbstverständlich? Also, was macht Berufsgruppen wie Paketzusteller, Feuerwehrmänner und Arzthelfer so besonders? Hier kommt die Zusammenfassung – ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Gerne können Sie in den Kommentaren schreiben, welcher Berufsgruppe Sie besonders danken möchten.

Sprechstundenhilfe: Ignorant und patzig?

Sprechstundenhilfe am Telefon (Quelle: Getty Images/Sprechstundenhilfe)Sprechstundenhilfe: Sie organisieren den Praxisalltag. (Quelle: Sprechstundenhilfe/Getty Images)

Was viele nervt

Sprechstundenhilfen ignorieren uns und glauben scheinbar, dass unser Anliegen nicht wichtig ist oder wir nur simulieren – oder sie schicken uns mit "Setzen Sie sich ins Wartezimmer" weg, um uns dort dann für zwei Stunden zu vergessen. Und was soll das? Der Patient dort drüben sieht gesund aus und kommt schon nach fünf Minuten Wartezeit dran. Wenn wir dann endlich an der Reihe waren und nur noch Rezept oder Attest brauchen, dauert das auch ewig. Stattdessen telefonieren Sprechstundenhilfen endlos oder sind gar nicht am Platz.

Apropros telefonieren: Wenn wir anrufen, ignorieren sie uns auch – selbst wenn wir es minutenlang Klingeln lassen. 

Was sie für uns tun

Sprechstunden sind die rechten Hände der Ärzte. Sie stellen Rezepte und Krankschreibungen aus, sie organisieren den Praxisablauf und sorgen dafür, dass ausreichend Medikamente und Hilfsmittel da sind.

Wie es ohne sie wäre

Ohne Sprechstundenhilfen gäbe es ein echtes Chaos in der Praxis – und mit dem einhergehend noch längere Wartezeiten. Schließlich müssten ohne sie die Ärzte alles organisieren. Hilfsmittel (Spritzen, Pflaster, Formulare) oder wichtige Medikamente würden in der Praxis fehlen. Wer weiß, ob die Ärzte noch zum Behandeln kommen würden, da die übrigen Aufgaben Sie zu sehr einspannen. Die Folge: kürzere Sprechzeiten, weniger behandelte Patienten.

Paketzusteller: Tollpatschig und faul?

Paketbote mit Paketen im Auto (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) Wavebreakmedia)Paketboten: Sie stellen uns schwere und unhandliche Pakete zu. (Quelle: (Symbolbild) Wavebreakmedia/Getty Images)

Was viele nervt

Pakete erreichen uns total demoliert: halb aufgerissen, mit Löchern und eingeweichten Stellen. Sogar Fußabdrücke sind manchmal zu erkennen. Oder gerade, wenn wir ein ganz wichtiges Paket erwarten, kommen Paketzusteller – trotz Ankündigung – entweder gar nicht oder geben das Paket direkt beim Nachbarn ab – obwohl wir selbst die ganze Zeit zuhause sind und sehnlichst auf das Türklingeln warten.

Und wenn die Pakete nicht für uns bestimmt sind, nerven uns Paketzusteller trotzdem: Sie blockieren mit ihren Wagen Straßen, Ausfahrten und Co. oder bürgen uns zig Pakete von Nachbarn aus der Umgebung auf, die angeblich alle nicht da sind.

Was sie für uns tun

Paketzusteller erleichtern uns das Leben, denn sie bringen uns Ware, die wir aus Bequemlichkeit im Internet bestellen direkt an die Tür – bei jedem Wetter. Sie ersparen uns die Shoppinghölle in den Innenstädten. Dafür schleppen sie schwere Pakete mehrere Etagen ohne Fahrstuhl hoch, holen schwere, sperrige Sendungen ab. Und das unter schwierigen Arbeitsbedingungen: extremer Stress, schlechte Bezahlung, unzählige, unbezahlte Überstunden und ständig meckernde Kunden. 

Wie es ohne sie wäre

Gäbe es keine Paketzusteller, müssten wir entweder alles selbst direkt vom Geschäft oder bei einer zentralen Stelle abholen – und dort dann sicherlich lange warten. Unsere bestellten Bücher, Klamotten oder Elektrogeräte müssten wir dann selbst umständlich schleppen und bis in unsere Wohnung tragen.

Bus- und Bahnfahrer: Rücksichtslos und boshaft?

Busfahrer (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) skynesher)Busfahrer: Fahrer von Bus und Bahn bringen uns auch bei Wind und Wetter ans Ziel. (Quelle: (Symbolbild) skynesher/Getty Images)

Was viele nervt

Gerade, wenn wir es eilig haben, kommt der Bus oder die Bahn zu spät. Oder sie kommt viel zu früh – dann legen wir extra einen Spurt ein, um sie noch zu kriegen. Doch was machen die Fahrer? Sie schließen die Tür – direkt vor unserer Nase! So oder so verpassen wir gefühlt ständig den Bus oder die Bahn. Und wenn wir dann doch drin sind, heißt es festhalten! Ansonsten würden wir bei dem chaotischen Fahrstil des Busfahrers oder beim plötzlich starken Abbremsen des Bahnfahrers einfach durch die Gegend fliegen. Da kann man nur froh sein, wenn man heile ans Ziel kommt.

Was sie für uns tun

Bus- und Bahnfahrer müssen ständig die gleichen Strecken fahren – und dürfen nicht wie wir Baustellen oder schlechte Ampelphase einfach umfahren. Da sie die Fahrzeiten einhalten müssen, stehen sie unter hohem Zeitdruck – Verspätungen? Werden von der Pausenzeit abgezogen. Und trotz chaotischen Verkehrsteilnehmern sorgen Sie dafür, dass wir Fahrgäste sicher an unser Ziel kommen – tags, nachts, an Feiertagen, bei Wind und Wetter.

Wie es ohne sie wäre

Ohne Bus- und Bahnfahrer wären wir weniger flexibel und mobil: An Feiertagen oder nachts nach Hause oder an unser Ziel zu kommen, wäre mühsam oder teuer. Bei Sturm und Hagel müssten wir selbst mit dem Auto oder Fahrrad fahren. Schwere Einkäufe transportieren? Ohne Bus und Bahn ein großer Kraftakt. Und selbst wenn wir nur uns selbst transportieren müssten, wäre das bei Müdigkeit, Krankheit oder betrunken nach dem Feiern sehr quälend. 

Müllabfuhr: Abgebrüht und träge?

Müllmann (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) kzenon)Müllabfuhr: Müllmänner entsorgen unseren Dreck und Unrat. (Quelle: (Symbolbild) kzenon/Getty Images)

Was viele nervt

Müllwerker machen beim Abholen der Tonnen Lärm und hinterlassen anschließend Dreck und Chaos. Dazu blockieren Sie mit dem Wagen und den Tonnen die Straßen. Und sind sie weg, stehen die leeren Tonnen teilweise auf der Straße herum und Haus- und Hoftüren stehen sperrangelweit offen.

Was sie für uns tun

Müllwerker entfernen den stinkenden und gammeligen Unrat von uns allen. Dazu müssen sie mehrere Kilo schwere Mülltonnen – teilweise aus dem Keller – rauf- und runtertragen. Versperren Kinderwagen, Fahrräder und Gartenwerkzeuge den Weg oder ist das Tor verschlossen? Dann heißt es schnell eine Lösung finden. Denn für die Leerung haben sie nur wenig Zeit. Und dabei haben sie den Gestank, den wir so abscheulich finden, in der Nase – den ganzen Tag.

Wie es ohne sie wäre

Gäbe es die Müllabfuhr nicht, würden wir im Dreck, Gestank und Unrat versinken. Denn wir müssten unseren Müll selbst zu den Deponien bringen – und dazu wären wir zu faul oder haben die Möglichkeiten nicht. Also würden sich Müllberge in den Gassen und Hinterhöfen türmen.

Rettungskräfte und Feuerwehr: Unfreundlich und dreist?

Sanitäterin (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) Tashi-Delek)Rettungskraft: Sanitäter retten unser Leben. (Quelle: (Symbolbild) Tashi-Delek/Getty Images)

Was viele nervt

Rettungswagen versperren bei ihren Einsätzen Straßen oder brettern ohne Rücksicht durch den Verkehr oder durch Parks und Co. Und dieses schreckliche Martinshorn, das in den Ohren schmerzt.
Wenn sie mal nicht im Einsatz sind, sitzen sie eh nur auf der Wache rum.

Was sie für uns tun

Rettungskräfte, wie Feuerwehrmänner und Sanitäter, retten uns aus schwersten Situationen und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Sie tragen die Verantwortung für Menschenleben – ein Fehlgriff entscheidet über Leben und Tod. 

Wie es ohne sie wäre

Ohne die Feuerwehr würden Brände unser gesamtes Hab und Gut sowie wertvolle Erinnerungsstücke vernichten. Bei Unfällen würden mehr Menschen sterben oder hätten aufgrund der zu späten Behandlung Behinderungen oder schwerere Folgeschäden, gäbe es keine Rettungssanitäter. 

Bauarbeiter: Faul und verkommen?

Bauarbeiter (Quelle: Getty Images/(Symbolbild) GregorBister)Bauarbeiter: Sie reparieren und pflegen unsere Wasserleitungen. (Quelle: (Symbolbild) GregorBister/Getty Images)

Was viele nervt

Schon wieder eine Baustelle, die die Straße blockiert. Scheinbar passiert dort nichts, da die Tiefbauer nie zu sehen sind. 

Was sie für uns tun

Tiefbauer verlegen oder sanieren für uns Straßen, Leitungen oder Brücken. Trotz Hitzewelle und Spätfrost müssen sie draußen schwere und laute Maschinen bedienen, damit wir sichere Straßen, sauberes Wasser und intakte Abwasserkanäle haben.

Wie es ohne sie wäre

Durch die kaputten Straßen, kämen wir langsamer von A nach B. Wasser würde entweder verfärbt und dreckig oder gar nicht aus der Leitung kommen – weil mal wieder ein Rohr geplatzt ist. Ohne ein funktionierendes Abwassersystem würde alles, was wir die Toilette herunterspülen, in Flüssen landen oder durch Gullis quillen.

Ordnungsamt: Kleinlich und spießig?

Parkraumüberwachung im Prenzlauer Berg, Berlin (Quelle: imago/Thomas Lebie)Ordnungsamt: Sie stehen für unsere Zivilcourage ein, wenn wir uns nicht trauen. (Quelle: imago/Thomas Lebie)

Was viele nervt

Diese Knöllchenverteiler ahnden scheinbar jede Kleinigkeit und sind echte Spielverderber. Jeder kleine Regelverstoß wird sofort ermahnt oder notiert. Die haben scheinbar nichts Besseres zu tun, als uns den ganzen Tag auf der Lauer zu liegen. Haben die keine richtigen Probleme?

Was sie für uns tun

Das Ordnungsamt pflegt unser Zusammenleben. Seine Mitarbeiter unterbrechen Ruhestörungen und maßregeln rücksichtslose Raucher, Griller, Messies und Umweltverschmutzer. Sie lassen Autos abschleppen, die den Verkehr behindern, sorgen dafür, dass Schulschwänzer trotzdem etwas lernen und schützen uns vor freilaufenden Hunden oder unbeaufsichtigte Feuer, die schnell zur Gefahrenquelle werden könnten. 

Wie es ohne sie wäre

Durch wildes Parken gäbe es mehr Verkehrsbehinderungen – auch würden Rettungskräfte nicht rechtzeitig zum Einsatz kommen. Die Party in der Nachbarwohnung würde uns selbst um 1 Uhr nachts wach halten – und das nicht nur am Wochenende. Parks und Wiesen wären kein Ort der Erholung mehr: Entweder gäbe es überall Müll oder Brandflecke, durch weggeworfene Zigaretten oder vergessene Grills.

Warum diese Menschen ein Danke verdient haben

Ja, diese Menschen haben sich ihren Job selbst ausgesucht. Dennoch könnten Sie, bevor Sie sich das nächste Mal grämen, einmal tief durchatmen und sich überlegen, wie es wohl ohne diese fleißigen Menschen aussehen würde. Dann könnte die Mutter ihren Sohn nach dem Badeunfall vielleicht nicht mehr in die Arme schließen. Dann können Sie an Ihrem freien Tag vielleicht nicht mehr die Natur im Park genießen, weil alles zugemüllt oder abgebrannt ist. Oder Sie müssten sich für Ihren Arztbesuch Urlaub nehmen, da die Ausstellung des Rezepts oder der Krankschreibung Stunden dauern würde.

Viele dieser Berufsgruppen – und zahlreiche mehr – sind für uns Tag und Nacht sowie an Feiertagen im Einsatz. Sie arbeiten teilweise für wenig Lohn, nehmen schlechte Arbeitsbedingungen sowie extreme Belastungen und Überstunden auf sich, um für unser Wohl zu sorgen.

Gerne können Sie in den Kommentaren schreiben, welche Berufe ebenfalls keinen guten Ruf haben, ohne die jedoch etwas fehlen würde.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche

 

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