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Meinung
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F├╝r den Fortschritt muss es Opfer geben

Eine Kolumne von Ursula Weidenfeld

Aktualisiert am 24.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Demo gegen Tierversuche (Symbolbild): In der Medizin spielen Versuche etwa an M├Ąusen eine wichtige Rolle.
Demo gegen Tierversuche (Symbolbild): In der Medizin spielen Versuche etwa an M├Ąusen eine wichtige Rolle. (Quelle: serienlicht/imago-images-bilder)
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Ausgerechnet in Corona-Zeiten arbeiten Politiker daran, Tierversuche weiter einzuschr├Ąnken. Einen Impfstoff gegen Covid-19 aber w├╝rde es ohne diese Experimente nicht geben.

Es wird einer der mutma├člich gr├Â├čten Erfolge der j├╝ngsten deutschen Industriegeschichte: der Impfstoff gegen das Covid-19-Virus, den das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech entwickelte. Diese Leistung wurde durch Unternehmertum, wissenschaftlichen Ehrgeiz, Mut und Innovationskraft m├Âglich ÔÇô und durch Tierversuche.

Sie sind zwar nur ein Detail der Forschung der vergangenen Monate. Doch ohne sie kommt man nicht weit, wenn man an neuen Medikamenten und Impfstoffen forscht.

Das m├╝ssen sich diejenigen klarmachen, die sich gerade darum bem├╝hen, den Tierschutz in Deutschland in Zukunft noch gr├Â├čer zu schreiben. Wer Tierversuche kategorisch verbieten will, behindert die medizinische Forschung ÔÇô und den Fortschritt, den die Welt braucht.

Politiker wollen Tierversuche beschr├Ąnken

In Berlin will der Innensenator die Tierversuchskommission so besetzen, dass Tierversuchsgegner die notwendigen Entscheidungen k├╝nftig lahmlegen k├Ânnen. In Baden-W├╝rttemberg sollen Versuche an Tieren verboten werden, wenn sie nur zu Lehrzwecken an Hochschulen dienen. In Hamburg war es offenbar die eigene Partei, die die Verbraucherschutzsenatorin (Gr├╝ne) im letzten Moment in ihrem Versuch ausbremste, Tierversuche sehr teuer zu machen.

Insgesamt aber ist der Trend deutlich: K├╝nftig wird es noch schwerer, zu medizinischen und zu Forschungszwecken Tierversuche genehmigen zu lassen. F├╝r die Pharma-Forschung, f├╝r kleine und neue Unternehmen der Biomedizin, und f├╝r die Mediziner sind das schlechte Nachrichten.

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Es ist gut, dar├╝ber nachzudenken, wo und wie man auf Experimente verzichten kann, in denen lebenden Tieren Schmerzen und gesundheitlicher Schaden zugef├╝gt wird. In den vergangenen Jahren wurden dabei gro├če Fortschritte erzielt.

Tierversuche gehen seit Jahren zur├╝ck

Zur Wahrheit geh├Ârt auch, zu sagen, dass die etablierte Forschung in der Sache eher getrieben werden musste, als dass sie aus eigenem Antrieb gehandelt h├Ątte: Heute gibt es 30 bis 40 Prozent weniger Versuche mit Tieren als noch in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Versuche mit Tieren, in denen es nur darum geht, die Vertr├Ąglichkeit von Kosmetika zu testen, sind seit Jahren verboten.

Seit dem Jahr 2002 ist Tierschutz im Grundgesetz verankert (im Artikel 20a). Versuche mit Menschenaffen gibt es gar nicht mehr, beteuert die Informationsinitiative "Tierversuche verstehen", in der sich die f├╝hrenden Forschungsorganisationen zusammengeschlossen haben. Jeder Tierversuch muss beantragt und genehmigt werden.

Medizin ben├Âtigt Versuche an Tieren

Aber: Grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung, Pharmaunternehmen und Startups brauchen ein Umfeld, in dem sie die Versuche machen k├Ânnen, die sich nicht vermeiden lassen. Es w├Ąre nicht einmal richtig, in Kauf zu nehmen, dass die Forschung zwar in Deutschland, die Versuche aber im Ausland stattfinden sollen. Denn irgendwann werden dann auch Forschung und Produktion abwandern ÔÇô sp├Ątestens dann, wenn investiert werden muss.

Inzwischen lassen sich viele Versuche auch durch den biomedizinischen Fortschritt einsparen: Manches kann man in Zellkulturen ausprobieren, einiges an Computern berechnen, und durch den inzwischen ├╝blichen Informationsaustausch werden Wiederholungen und Kopien derselben Versuche inzwischen weitgehend vermieden.

In Berlin forschen die Universit├Ąten gemeinsam an Verfahren, mit denen man Tierversuche ersetzen kann. Ohne die anhaltende Kritik der Tiersch├╝tzer w├Ąre das alles vermutlich nicht passiert.

Menschliches Leben ist mehr wert als das einer Maus

Dennoch bleibt ein Rest. Den m├╝ssen auch diejenigen akzeptieren, denen der Tierschutz ├╝ber alles geht. Dieser Rest wird zwar immer kleiner werden, aber er wird bleiben. Wenn es um die Erforschung komplexer Wirkungen im Organismus geht ÔÇô zum Beispiel bei neuen Impfungen oder der Entwicklung von Medikamenten ÔÇô wird man auch in Zukunft Tiere brauchen.

Erst wenn diese Versuche gut verlaufen sind, wird man Menschen bitten k├Ânnen, an der Erprobung neuer Medikamente teilzunehmen. Am Ende muss eines klar sein: Ein menschliches Leben ist mehr wert als das einer Maus.

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Gemeinsam mit t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft produziert sie den Podcast "Tonspur Wissen".

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