Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

Jobcenter sollen fast hundert Millionen Euro verpulvert haben

Fruchtlose Förderung  

Jobcenter sollen fast hundert Millionen Euro verpulvert haben

22.12.2015, 14:09 Uhr | Stefan Schultz, Spiegel Online

Jobcenter sollen fast hundert Millionen Euro verpulvert haben. Zuschüsse vom Jobcenter zeigen nur selten die erhoffte Wirkung. (Quelle: dpa)

Zuschüsse vom Jobcenter zeigen nur selten die erhoffte Wirkung. (Quelle: dpa)

Es ist eine ungewöhnlich scharfe Rüge: Der Bundesrechnungshof wirft den Jobcentern vor, Fördermittel für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in zweifelhafte Maßnahmen zu stecken. Die Kosten trägt am Ende der Steuerzahler.

Der Bundesrechnungshof hat die Jobcenter für ihren zweifelhaften Einsatz von Steuergeldern bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen heftig kritisiert. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen Abschlussbericht der Finanzkontrolleure für das Bundesarbeitsministerium.

Im Kern richtet sich die Kritik des Rechnungshofs gegen eine bestimmte Maßnahme: Wenn Firmen Langzeitarbeitslose einstellen, schießen Jobcenter bisweilen einen Teil des Lohns zu. Bis zu 75 Prozent vom Gehalt übernehmen sie für maximal 24 Monate. So sollen schwer Vermittelbare leichter wieder in Lohn und Brot kommen.

Ergebnisse sprechen klare Sprache

Der Bundesrechnungshof hat nun stichprobenartig untersucht, was aus den vermittelten Hartz-IV-Empfängern wird. Die Ergebnisse sind wenig erbaulich:

Bei mehr als 90 Prozent der geprüften Fälle hätten die Vermittelten befristete Arbeitsverträge erhalten, "die in der Regel mit der Förderung endeten", schreibt die "SZ".

Steuerzahler sind Leidtragende

Nur in vier Prozent der Fälle sei es gelungen, die Arbeitnehmer nach der Förderzeit "in eine unbefristete sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern".

Der Effekt der Förderung geht also gegen null. Leidtragende sind die Steuerzahler, die für die Maßnahme der Jobcenter letztlich aufkommen. Allein im Jahr 2014 hat die Bundesagentur für Arbeit nach eigenen Angaben rund 95 Millionen Euro für Lohnzuschüsse ausgegeben.

Arbeitgeber kassieren doppelt ab

Einige Arbeitgeber haben laut Bundesrechnungshof sogar doppelt abkassiert. Sie hätten zusätzlich zum Lohnzuschuss noch Mittel der Bundesländer oder Kommunen angezapft, heißt es laut "SZ" in dem Abschlussbericht. Zwei Jobcenter hätten Arbeitgebern unterm Strich sogar mehr Geld gezahlt als diese dem vermittelten Hartz-IV-Empfänger an Lohn.

Die Bundesagentur nahm auf Anfrage von "Spiegel Online" zu den Vorwürfen zunächst nicht Stellung. 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Teufel Sound-Superhelden zu Top-Preisen
Heimkino, Portable, Kopfhörer und mehr
Anzeige
Luftiges für den Sommer: Kurzarmhemden mit Mustern
jetzt entdecken bei Walbusch
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe