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Chinas Wirtschaft wächst 2020 um 2,3 Prozent

Corona-Jahr 2020  

Chinas Wirtschaft wächst um 2,3 Prozent

18.01.2021, 03:48 Uhr | dpa, rtr

Chinas Wirtschaft wächst 2020 um 2,3 Prozent. Das International Trade Center in Bejing: Chinas Wirtschaft hat im Corona-Jahr 2020 zugelegt. (Quelle: imago images)

Das International Trade Center in Bejing: Chinas Wirtschaft hat im Corona-Jahr 2020 zugelegt. (Quelle: imago images)

Chinas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie seit über vier Jahrzehnten nicht mehr. Und dennoch schafft das Land Wachstum. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft ist um 5,0 Prozent eingebrochen.

Chinas Wirtschaft hat im Jahr 2020 ein deutliches Wachstum geschafft. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte, wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA im abgelaufenen Jahr um 2,3 Prozent. Das Wachstum fiel damit größer aus, als viele Analysten erwartet hatten. China ist damit laut Prognosen die einzige große Volkswirtschaft, die 2020 nicht geschrumpft ist.

Laut der offiziellen Zahlen hatte die Wirtschaft zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Nach einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal, legte sie im vierten Quartal um 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich zu.

Laut der offiziellen Zahlen hatte die Wirtschaft zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Nach einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal, legte sie im vierten Quartal um 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich zu.

Auch Außenhandelszahlen zeigen Stärke des Landes

Da das bevölkerungsreichste Land der Erde das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur vereinzelt Infektionen und kleinere Ausbrüche zählt, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisiert. In Deutschland war die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr laut Schätzung des Statistischen Bundesamtes um 5 Prozent eingebrochen.

Die Stärke der Wirtschaft ließ sich zuletzt auch an den Außenhandelszahlen des Landes ablesen, mit denen es bereits seit Monaten bergauf geht. Wie die Pekinger Zollbehörde vergangene Woche mitgeteilt hatte, waren allein im Dezember die Exporte im Vorjahresvergleich um 18,1 Prozent gestiegen. Die Importe hatten um 6,5 Prozent zugelegt. 

Starkes Wachstum für 2021 prognostiziert

"Die chinesische Wirtschaftsentwicklung 2020 bot sicher einen der wenigen Lichtblicke in der Welt", sagte Max Zenglein vom China Institut Merics in Berlin. Deutsche Unternehmen habe der Aufschwung in China geholfen, um Einbrüche auf anderen Märkten zu kompensieren. 

Der Exportweltmeister profitiert derzeit von einer steigenden Nachfrage nach seinen Produkten. Das Land stellt viele Güter her, die in der Corona-Pandemie weltweit gefragt sind – etwa Medizinausrüstung wie Masken oder Laptops und Bildschirme für das Home Office. Auch die Binnennachfrage hat sich erholt, wozu die Regierung mit Konjunkturprogrammen beitrug.

Aufschwung dürfte sich fortsetzen

In diesem Jahr dürfte sich der Aufschwung erheblich verstärken: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt China ein kräftiges Wachstum von 7,9 Prozent voraus.  Neue Impulse werden durch den neuen Fünfjahresplan erwartet, der auf dem Volkskongress im März verabschiedet werden soll.

Der Plan setzt dort an, wo China in den vergangenen Jahren die größten Rückschläge hinnehmen musste. Der Handels- und Technologiekrieg der USA mit China hat die Abhängigkeit vom Ausland schmerzlich bewusst gemacht. Wie aus ersten Mitteilungen der Führungselite der Kommunistischen Partei zum neuen Plan hervorging, wird ein neuer Wirtschaftskurs eingeschlagen. Heimische Nachfrage und eigene Innovation sollen noch stärker gefördert werden. China will sich damit unabhängiger von den USA und dem Rest der Welt machen.

Trotz der positiven Aussichten gibt es Warnungen vor weiterhin bestehenden Herausforderungen. Laut Experten Zenglein müsse auch in China die Corona-Lage weiter beobachtet werden. Zuletzt hatte es in der Provinz Hebei, die Peking umschließt, Hunderte neue Infektionen gegeben. "Die steigenden, wenn auch regional begrenzten Coronafälle werden sich kurz vor dem bevorstehenden chinesischen Neujahrsfest zweifelsohne auf die Nachfrage auswirken", sagte Zenglein. 

Insbesondere sei zu erwarten, dass der Dienstleistungssektor davon betroffen sein werde, wenn über die Feiertage auf Reisen und Restaurantbesuche verzichtet würde. Auch wenn die Situation nicht mit dem Vorjahr zu vergleichen sei, werde es auch 2021 kein unbeschwertes Neujahrsfest in China geben. Das chinesische Neujahr fällt in diesem Jahr laut dem traditionellen Mondkalender auf den 12. Februar. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

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