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FFP2-Schutzmasken: Hier werden die Produkte knapp

Kommt die FFP2-Pflicht?  

Hier werden die Schutzmasken bereits knapp

Von Melanie Muschong, Christine Holthoff

19.01.2021, 08:45 Uhr
FFP2-Schutzmasken: Hier werden die Produkte knapp. Apotheke: Auch hier kann es temporär zu Engpässen bei FFP2-Masken kommen. (Quelle: imago images/Eibner)

Apotheke: Auch hier kann es temporär zu Engpässen bei FFP2-Masken kommen. (Quelle: Eibner/imago images)

In Bayern gilt eine Pflicht für das Tragen von FFP2-Masken. Eine Maßnahme, die auch in ganz Deutschland umgesetzt werden könnte. Die Nachfrage steigt, die Preise variieren – und bei vielen Händlern ist schon jetzt alles ausverkauft.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist mal wieder vorgeprescht: Als Erster hat er eine Pflicht für das Tragen von FFP2-Schutzmasken im Nahverkehr und Einzelhandel eingeführt. Gut möglich, dass die bald auch für den Rest der Republik gilt. Am Dienstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Corona-Maßnahmen beraten.

Dabei sind FFP2-Masken schon jetzt nicht mehr überall erhältlich. Auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede. t-online hat bei Fachleuten und Händlern nachgefragt, ob es bereits Engpässe gibt und wie es in den unterschiedlichen Bundesländern zu unterschiedlichen Angeboten kommen kann?

FFP2-Masken: Nachfrage in Bayern "abrupt gestiegen"  

Wer in München oder Nürnberg mit der U-Bahn fahren möchte oder für den Wocheneinkauf das Haus verlässt, muss eine FFP2-Maske tragen. Schon seit dem 15. Dezember bekommen über 60-Jährige und Vorerkrankte diese bundesweit kostenlos in der Apotheke. Alle anderen müssen sich anderweitig versorgen.

Ein Blick ins Netz zeigt: Die Nachfrage nach FFP2-Masken ist offenbar schon so hoch, dass die Produkte bei manchen Händlern komplett ausverkauft sind. So gibt es aktuell in den Online-Shops von dm, Rossmann und Medisana keine FFP2-Masken mehr im Angebot. 

"Kann vorkommen, dass Masken temporär ausverkauft sind" 

Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, sagte zu t-online: "Aufgrund der aktuellen Anforderungen in Bayern und der dort abrupt gestiegenen Nachfrage ist es möglich, dass an vielen Standorten und auch im Onlineshop dm.de FFP2-Masken temporär ausverkauft sind."

Auch Christian Splett, stellvertretender Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), bittet um Verständnis für mögliche Engpässe. "Seit es die kostenlosen FFP2-Masken für Menschen mit Berechtigungsschein gibt, haben die Apotheken in einem riesigen Kraftakt viele Millionen Masken beschafft. Trotzdem kann es mal vorkommen, dass FFP2-Masken in einzelnen Apotheken vorübergehend ausverkauft sind", sagte er t-online.

"Bereiten uns auf eine erhöhte Nachfrage vor" 

Ähnlich ist die Antwort bei der Lebensmittel-Kette Rewe. Verbraucher werden dort inzwischen zwar auch fündig, aber nur "nach regionaler Verfügbarkeit und solange der Vorrat reicht", so Sprecher Thomas Bonrath. Engpässe bei einer möglichen bundesweiten FFP2-Masken-Pflicht sind also nicht ausgeschlossen.

Würde so eine Regel dann überhaupt Sinn ergeben? SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas sagte zu t-online: "Eine FFP2-Maskenpflicht ist für den öffentlichen Personenverkehr und für Pflegeeinrichtungen sicher sinnvoll. Voraussetzung ist aber, dass diese Masken in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Dies muss sichergestellt sein."

Zumindest sein Unternehmen sieht Christoph Werner von dm gut aufgestellt. Man habe sich deutschlandweit auf eine erhöhte Nachfrage vorbereitet und mehr FFP2-Masken geordert. "Je konkreter und vorausschauender die Anordnungen der Politiker sind, desto besser können wir die Menschen versorgen", sagte Werner.

Apotheken entscheiden selbst über Preis 

Für kleine Apotheken ist ein Umstellen der Logistik allerdings nicht so leicht wie für große Drogerieketten. Das beeinflusst auch den Preis der Masken, über den letztlich jede Apotheke selbst entscheide, wie ABDA-Sprecher Christian Splett erklärt: "Die Apotheken haben auch Personal- und Raumkosten. Bei hoher Nachfrage müssen sie die Masken vorab sortieren, zusätzliche Kassenplätze für die Abgabe einrichten und die Kunden beraten."

Diese Fachkompetenz würden die Kunden in einer Drogerie nicht erwarten, in der Apotheke aber schon. "Auch und gerade in Pandemiezeiten müssen die Apotheken wirtschaftlich handeln, um die flächendeckende Versorgung für Risikogruppen und die gesamte Bevölkerung gewährleisten zu können", so Splett.

Tatsächlich gibt es nicht nur in Apotheken unterschiedliche Preise. Auch in den verschiedenen Online-Shops weichen sie je nach Händler und Marke ab. Während ein Maske der Eigenmarke von dm rund 2,48 Euro kostet, liegt der Preis bei Rossmann schon bei etwa 3,50 Euro pro Stück, bei Shop Apotheke muss der Verbraucher gleich 5,99 Euro für einen FFP2-Mund-Nasen-Schutz zahlen.

SPD fordert Preisbindung und Gratis-Masken

SPD-Fraktionsvize Bas fordert: "Eine FFP2-Maskenpflicht kann zu deutlich höheren Preisen führen. Eine Preisbindung ist daher zu prüfen. Für Menschen ohne bzw. mit geringem Einkommen müssen die Masken kostenlos zur Verfügung gestellt werden."

Der Preis für die Händler hängt auch von den einzelnen Lieferanten ab. "Die Einkaufspreise können sehr unterschiedlich sein und hängen ab vom Lieferumfang, vom Datum der Bestellung und wie schnell die Masken geliefert werden sollen", so Splett. Allerdings sei er zuversichtlich, "für die anspruchsberechtigten Menschen auch weiterhin ausreichend FFP2-Masken zu beschaffen".

Wie die Lage aussieht, wenn Bund und Länder die FFP2-Maskenpflicht für ganz Deutschland einführen sollten, steht auf einem anderen Blatt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Christian Splett, Stellvertretende Pressesprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. 
  • Aussagen von Christoph Werner, Vorsitzender der "dm"-Geschäftsführung
  • und Thomas Bonrath, Pressesprecher REWE
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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